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Original subtitles

Liebe Mama, arme Mama, unglückselige, ganz verfluchte Mama.

Deine Kinder haben ihre Heimat verloren.

Und es ist sehr wahrscheinlich, dass du sie nie wieder siehst.

Mit verkniffenem Mund musst du dich drein finden.

Ärmste Mama.

Die Zeiten sind dreckig, lausig und beschissen.

Und nichts spricht dafür, dass sie für dich nochmal anders werden.

Im Gegenteil.

Herzliche Grüße, deine Tochter Johanna.

Oh, wie lieb, dass du gekommen bist.

Ich hätte mir noch einen Zug nehmen können. Ich habe mir schon die

Nein, nein, ich bin gerne gekommen. Ich habe die ganze Zeit den Zug nach Wien

und nach Berlin.

Aber dann nicht mehr nach Berlin.

Komm.

Wohin fahren wir? Ins Hotel?

Nein, wir haben doch eine Wohnung hier.

Ihr habt eine Wohnung in der Stadt? Ich dachte, ihr seid das ganze Jahr auf dem

Gut. Ja.

Beinahe das ganze Jahr sind wir draußen.

Aber ein paar Wochen im Winter benutzen wir sie doch.

Er ist mein Zimmer.

Leg dich jetzt hin. Oh ja.

Mein jüngerer Bruder Jens ist heute in der Stadt.

Er wird uns später zum Abendessen abholen.

Jens. Johanna.

Willkommen. Willkommen.

Danke.

Ja.

So sind Sie aus Deutschland geflohen?

Ja, ich musste weg.

Hatten Sie denn einen Pass?

Nein, ich bin mit einem falschen Pass gekommen.

Und wie lange wollen Sie in unserem Land bleiben?

Ich weiß noch nicht genau.

Ich denke, nicht länger als eine Woche.

Meine Freunde, die sind in Paris.

Und sind es auch deutsche Flüchtlinge wie Sie?

Ich verstehe das ja alles nicht.

Ich war früher einmal in Deutschland.

Vor zwei Jahren in Berlin, Nürnberg und Heidelberg.

Ein sehr schönes Land.

Romantisch. Und dabei sehr achtenswert.

Ich bin sehr für Deutschland.

Danke.

Und ich denke, alles, was in Deutschland jetzt geschieht, muss doch einen

gewissen Sinn haben.

In Deutschland geschieht nichts ohne Sinn und Verstand.

Come to me, my melancholy baby.

Come to me,

my

melancholy baby.

I don't know why, but I'm in love with you.

Untertitelung des

ZDF,

2020

Mir kommt das auf einmal alles so sinnlos vor.

Karin.

Karin.

Es war so furchtbar.

Immer allein in dieser Dunkelheit, in dieser Enge.

Und immer nur der Gedanke, halte durch, halte durch, sag nichts, sag nichts.

Und immer nur die Schritte von den Wächtern. Und manchmal schreie aus

Zellen und du weißt nie warum.

Und immer die Angst, dass sie dich holen und dich fragen und fragen.

Karin, manchmal dachte ich, die bringen mich um.

Vielleicht wäre es das Beste gewesen.

Ich habe jetzt das Gefühl, es würde ich stürzen, ununterbrochen stürzen.

Und pass auf, es wird was fürchterliches passieren.

Uns allen.

Wir sind dem ausgeliefert, der wird uns auch hier einholen.

Eigentlich muss ich mich doch sehr verändert haben, seit damals.

Angefangen hat alles mit der Freundschaft zu Bruno.

Der ist kein Intellektueller.

Obwohl er mit meinem Bruder befreundet ist, der Gescheite.

Bruno macht sich keine Gedanken.

Für ihn gibt es nur eins.

Sich einsetzen für die Sache mit allem, was er hat. Sogar mit seinem Blut.

Was meinst du, wenn du die Sache sagst?

Dass es anders wird.

Dass es richtig wird.

Dass das Leben etwas wird, was sich lohnt.

Für alle lohnt.

Die Sache, das heißt die Zukunft.

Und die kann nur Sozialismus sein.

Es gibt eine heimliche Widerstandsarbeit in Deutschland.

Aber die ist mit Todesgefahr verbunden. Für einen Flugplatz riskieren die das

Leben.

Aber es wird weitergemacht.

Illegal weitergemacht in Deutschland.

Sogar wenn sie schon im Outland sind und in Sicherheit machen sie weiter.

Auch von Paris aus fahren sie immer wieder nach Deutschland zurück.

Manchmal habe ich Angst, dass auch Bruno eines Tages wieder zurückfährt.

Das wäre furchtbar.

Denn er wird steckbrieflich gesucht.

Wegen eines Sprengstoffattentats, an dem er beteiligt war, weißt du?

Ich muss bald wieder zurück zu ihm nach Paris.

Ich bin nur für ein paar Tage hergekommen, weil ich dich sehen wollte

ein bisschen ausruhen.

Aber wenn sie mich rufen, fahre ich morgen wieder weg.

Man hat euch das Vaterland gestohlen.

Einfach weggenommen hat man es euch allen.

Es ist schwer, sich das vorzustellen.

Bis wir uns es wiederholen.

Das Dorf da.

Ja, gehört das auch heute?

Das Dorf da.

Guten Tag.

Guten Tag.

Er wird schon fast zwei Jahre fort von Hannover.

Es ist angenehm, mit jemandem zu sprechen, der aus unserem Deutschland

Dort gehen ja große Dinge vor.

Naja, ich verstehe ja nicht viel von dergleichen.

Ja, da reden wir.

Na, die Johanna.

Guten Tag.

Guten Tag.

Sie sehen ja reizend aus.

Eigentlich müssten Sie doch sehr erschöpft sein, nach der langen Reise.

Bitte, nehmen Sie doch Platz.

Ich verstehe.

Ich muss Ihnen etwas erzählen.

Stark? Oh, ja.

Bitte schön.

Warte, ich kann es bringen.

Man sagt, dass es in Deutschland ein richtiges Durcheinander gegeben hat in

letzten Zeit.

Aber doch nicht etwas ähnliches wie in Russland.

Kann man das eigentlich eine Revolution nennen, was in Deutschland jetzt

passiert ist?

Nein, das kann man nicht.

Dann ist es eher etwas Ordentliches.

Nein, es ist keine Revolution, obwohl es etwas ganz abscheulich Unordentliches

ist.

Oh, ich habe erst vergessen, Rangner zu entschuldigen. Er hat Kopfschmerzen. Er

ist in seinem Zimmer geblieben.

Das kommt öfters vor.

Wird er zum Abendessen aufstehen?

Das weiß man ja nie.

Vielleicht steht er auf, vielleicht nicht.

Man kann nie wissen bei Ragnar.

Wir gehen noch zum See hin.

Im Winter ist es grauenhaft.

Aber was alles hier so gefroren ist, das wird überhaupt nicht mehr hell.

So wenig, wie es jetzt dunkel wird.

Was sind es dann für Tage?

Von morgen bis abends eine riesenhafte Finsternis.

Unsere Hausduchter Zuse haben Sie schon kennengelernt. Ja, sie ist seit einem

Jahr bei uns.

Familien... Ich

freue

mich.

Vielen Dank für's Zuschauen.

Jetzt müssen Sie auch meine Bücher sehen.

Sie sehen, ich lese auch Deutsch.

Aber nicht viel.

Am liebsten Letting oder Goethe.

Nie Schilder, fast nie Modernes.

Ich habe Deutschland nie sehr geliebt.

Aber von den großen Franzosen ist alles da.

Was für eine herrliche Literatur.

Ich habe in letzter Zeit so wenig gelesen.

Es gab so viel anderes zu tun.

Aber jetzt haben Sie ja Zeit.

Kennen Sie Rimbaud?

Bateau ivre.

Comme je descendais des fleuves imbassibles.

Aber so können Sie es nicht wirklich kennenlernen.

Sie müssen es an sich nehmen.

Ich beneide sie richtig, dass sie jetzt erst dieses Schiff kennenlernen.

Von dem es heißt, dass es von den ruhigen Flüssen zu der fernen

Meeres eilen will.

Denn das wahre Leben ist anderswo.

Aber es gibt in dem Gedicht auch ein Kind, das traurig ist und an einer

schwarzen Sitze sitzt, irgendwo in Europa.

Es muss jetzt grauenhaft sein in Deutschland.

Sie haben wohl viel mitgemacht.

Das war mein Vater.

Er dachte an alle.

Auch die Bauern haben ihn verirrt.

Obwohl er ein Drängerherr für sie war.

Nur mit der Rangnarr stand er nicht gut.

Ragnar hatte Angst vor ihm.

Darum war Ragnar auch so selten zu Hause.

Immer unterwegs auf Reisen.

Und trotzdem war nur er das Unglückliche.

Jens.

Ich wollte in Amerika.

Ich wollte in Berlin.

Ach, Kai.

Es ist so gut, dass ich hier sein darf.

Ich glaube, in Paris, da würde ich es jetzt gar nicht aushalten.

Gleich wieder rein in die Politik und in alles, was da dranhängt.

Ich bin schon richtig müde. Ich merke das erst jetzt.

Natürlich, wenn Sie mich rufen, dann komme ich.

Aber erst mal ist es so gut, dass ich hier sein darf.

Obwohl mich hier einiges verwirrt.

Vor allem diese größe Stille.

Morgen. Morgen.

Der...

Ich muss sofort ein Telegramm aufgeben.

Könnten Sie mir Papier und Bleistift besorgen?

Ich werde die Sachen aus dem Zimmer holen. Vielen Dank.

Haben Sie schlechte Nachrichten bekommen?

Nein, schlechte nicht.

Aber es ist sehr wichtig.

Und mein Telegramm auch durchtelefonieren. Es muss weg,

Es geht.

Nun komm.

Das bin ich.

Das sieht ja bemitleidenswert aus.

Der Rote mit Vogelbeeren.

Da ist Grün mit Johannisbären, da ist Gelbe mit Estragon.

Na, was will Mama da?

Und ich fange jetzt an.

Nimm eins mit dem breiten Schwänzchen.

Das sind so die Weibchen, die besten.

Jedem Krebs gehört ein Gläschen.

Man muss einfach dazu gucken, sonst schaden die roten Tiere.

Wissen Sie, Johanna, wie man am besten Krebs empfängt?

Hier gibt es sie in allen Bächen, an flachen Stellen, unter Steinen oder so.

Jeden Abend, wenn es dämlich wird, kommen sie aus ihren Verstecken.

Man befestigt Bleistücke an einem Stock und dann beißen sie an.

Sind Sie gerne hier bei uns?

Ja.

So für eine kurze Zeit im Sommer ist es ganz schön hier.

Aber im Winter ist es schwer auszuhalten. Man muss es gewöhnt sein.

Aber ich war nicht viel auf dem Gut, solange mein Vater lebte. Ich hatte hier

nichts zu suchen.

Ich war immer ein ziemlich unnützer Mensch.

Wir sind alle unnütz. Alle.

Solange wir nicht wissen, was wir wollen und wohin wir gehören.

Wissen Sie es?

Ja.

Sie meinen etwas Politisches.

Etwas Politisches.

Naja, man kann es so nennen.

Aber eigentlich meine ich alles.

Das ganze Leben.

Ich weiß eigentlich nur, was ich nicht mag. Und das ist ziemlich viel.

Aber was ich mag, das habe ich bis jetzt noch nicht herausgefunden.

Ich möchte in mein Zimmer.

Sie möchten nicht mit mir sprechen.

Sie glauben wohl, dass alle Voraussetzungen dafür fehlen, dass ich

Dabei möchte ich so gern von Ihnen lernen.

Ragnar.

Du kannst doch nicht die ganze Nacht hier bleiben.

Du musst aufstehen, Ragnar.

Fast hätte ich vergessen, in was für einer Gefahr meine Familie ist.

Ich habe an meine Mutter geschrieben und wollte den Brief an eine Deckadresse

schicken. Eine Schneiderin.

Aber wer weiß, vielleicht ist diese Schneiderin auch ein Spitzel, die die

weiterleitet an die geheime Staatspolizei.

Ich trage nach.

Nun, geht die Sache mit dem Holzverkauf endlich in Ordnung? Nein, es geht nicht

so schnell.

Überhaupt sieht es ziemlich trostlos auf dem Gut aus.

Aber es ist auf allen Gütern dasselbe.

Die Sache rentiert sich wohl nicht mehr.

Wir sollen arm werden.

Wir sollen gar nichts mehr haben.

Früher hat man nie von der Gleichen gehört.

Ach, ich bin wohl schuld an der Weltwirtschaftskrise.

Ich bin ja wohl selbst der schuldige Teil.

Ja, mein Sohn, du musst eben eine reiche Frau heiraten.

Ich merke es jetzt, wie fremd du mir eigentlich bist.

Während du rumreifst in Japan, Ägypten, mit dem Geld von deinem Vater, was du

hast von Geburt an, habe ich irgendwo in Berlin gesessen, in Prenzlauer

Berg oder Spandau, das ist ein Bezirk in Berlin.

Und habe nur daran gedacht, wie ich das nächste Flugblatt mit dem entsprechenden

Text an den Mann bekomme.

wenigstens zwei oder drei Leute mehr aus einer Straße zu kriegen.

Das ist schwerer, als du denkst.

Und auf einmal sitze ich hier, müsste in Paris sein.

Ich liebe dich und Bruno würde mir sagen, du bist eigentlich mein Feind.

Du bist mir jetzt noch fremder, als auf euren Familienbildern.

Ja, glaubst du, ich käme jemals davon los, von diesem Familiendünkel.

Nicht mal die einfachste Gleichung habe ich lernen können, dass Brot

Menschenleben ist.

Und trotzdem liebe ich dieses Land,

auch seine Armut und noch mehr seine Freiheit wegen.

Nur für sie, für diese Freiheit, würde ich kämpfen.

Ich wünschte, ich könnte mein Land so lieben, wie du deins.

Komm heute Nacht nicht zu mir, ich möchte allein sein.

Oh.

Das ist eine tolle Sache, die eigentlich in deiner Ehre ist. Geh zur Hölle!

Dieses Haus hat einen bestimmten Charakter.

Ich will nicht, dass der Charakter verflucht wird.

Es gibt Sachen an diesen Städten, die... Aber es wird nicht so einfach sein.

Es wird existieren. Es wird existieren.

Es wird aussehen.

Ja, ja, ja.

Ja.

So erkenne ich Sie als Berlinerin.

So sehen Sie alles aus.

Johanna hat gar nichts Deutsches an sich.

Was für ein Unsinn.

Ich würde Sie auf hundert Schritte als Deutsche erkennen.

Ja, das ist ja.

Sie kann in Deutschland nicht leben.

Was heißt sie kann?

Wahrscheinlich bildet sie sich davon.

Das müsst ihr nur schließlich ihr selbst überlassen.

Tata hält, dass kein Land so wenig um seine Eliten repräsentiert wird wie

Deutschland.

Die deutschen Eliten haben wohl immer gegen Deutschland gelebt, nie mit ihm.

Sie haben niemals Einfluss auf ihr Land gehabt.

Und wahrscheinlich haben sie es immer eher gehabt.

Gerade die besten Deutschen müssen entsetzt sein über das, was jetzt in

Land passiert.

Es ist ja eine Affenschande, was sich da abbildet, mitten in Europa.

Es ist eine Anmerkung.

Ja, eine Freiheit.

Ein historisches Geschehen.

Eine Volksbewegung, so abtun zu wollen.

Was in Deutschland geschieht, ist festgelegt.

Ein großes Volk hat sich selbst gefunden, in dem es seine Führer fand.

Und davon, davon sollten wir alle lernen.

Beschweigen Sie doch endlich.

Wissen Sie denn, was in Deutschland geschehen ist?

Und was tagtäglich weiter passiert?

Können Sie sich überhaupt vorstellen, zu was für Katastrophen das führen muss?

Volksbewegung. Ist ja lachhaft.

Ich meine ja fast den deutschen Rundfunk zu hören.

Diese... Volksbewegung ist der schamloseste Betrug, ausgeübt von

einer verantwortungslosen Bande, einem entschatzgeißelten Volk.

Sie mögen so pathetisch reden, wie Sie wollen.

Mit keinem Argument werden Sie die Tatsache aus der Welt schaffen, dass das

Volk, wirklich das deutsche Volk, hinter dieser nationalen Bewegung steht

und dass es verbunden ist mit seinem Führer.

Ich bin

Ausländer,

aber ich habe es immer geliebt.

Und gerade jetzt liebe ich es mehr denn je.

Ich lasse auch die große politische Bewegung hochleben, die in unserem Lande

dieselbe Ordnung bringen wird, dieselbe Selbstbestimmung und Ertüchtigung, deren

sich Deutschland heute erfreut.

Die faschistische Bewegung in unserem Lande, sie soll leben und fliegen.

Ich verbiete dir, in meinem Haus zu sprechen.

In deinem Haus?

Es ist auch mein Haus.

Und ein vaterländisches Haus. Es ist immer gewesen.

Es ist mein Haus, Jens.

Erkundige dich bei den Gerichten, wenn du Zweifel darüber hast, wem es gehört.

Und ich durde nicht, dass man Barbaren und Mörder hier hochleben lässt.

Mögen sie doch überall ihre Fliege davontragen und vorwärtskommen und schon

ganze Welt besitzen.

Ich will es hier nicht haben.

Ich hatte das alles.

Ihre Rohheit und ihre Redensarten.

Ich habe es in Italien gehasst.

Und in Deutschland.

Und hier bei uns werde ich es erdrückt haben.

Du weist mir also die Tür.

Ja. In unserem Haus.

Ja.

Du weißt, was für Konsequenzen das hat. Was tut ihr? Was tut ihr? Denkt doch an

die Familie.

Sieh nur zu.

Morgen kommen wir wohl schon bis hierhin.

Und fährst du trotzdem mit mir weg?

Ja.

Sonst werden wir sagen, das Leben ist bald zu Ende und wir haben uns nicht

geliebt.

Du, Johanna, glaubst du, dass nur das Irrtische...

das, was du greifen kannst, wirklich da ist und Gültigkeit hat.

Aber was ich meine, geht ja über das Irdische gar nicht hinaus.

Das Geheimnis steckt ja in ihm drin.

So.

In ihm drin.

Man muss nur genug von den Lebensdingen hier erfahren haben, um zu begreifen,

dass sie immer, immer, immer über sich

selbst hinausgehen.

In das Geheimnis hinein.

Nein, komm. Nimm.

Nimm doch.

Ich will nicht.

Ich will nicht, dass du unfrei bist in deinen Entschlüssen.

Auch nur einen Augenblick lang.

Wir sind seit drei Tagen unterwegs.

Also muss Bruno schon in Deutschland sein.

Wer ist Bruno?

Untertitelung des ZDF, 2020

Päivi.

Wie viel kostet ein Bier?

Wir nehmen zwei.

Ein Bier.

Ich bin in diese Liebe verschlagen worden, wie in ein Land, dessen Sprache

nie lerne und von dessen Geografie ich nichts weiß.

Ich bin mit dieser Liebe geschlagen worden.

Ich musste wohl alles verlieren, damit Platz in mir wird für diese Liebe.

Vielen Dank.

So kann ich deine Augen nicht sehen.

Vielen Dank.

Du musst lauter sprechen, Karin. Ich höre dich so schlecht.

In Telegram aus Paris lief vor.

Bruno.

In Köln.

Warum haben die ihn fahren lassen?

Nein.

Ich weiß nicht, was jetzt werden soll.

Wie kalt dein Gericht ist.

Was war das für eine Nachricht?

Es ist etwas Furchtbares passiert.

Jemand ist verhaftet worden.

Dein Hinterkopf ist das Schönste.

Ich liebe dich so unendlich viel mehr, als du mich liebst.

Kann man das ausmessen?

Ja, das kann man ausmessen.

Wohin fahren wir jetzt?

Irgendwohin. Ich weiß es jetzt noch nicht.

So geht das nicht.

Ich kann das nicht.

Ich verlange ja nicht, dass du dich in meine Lage versetzt.

Aber ich kann mich doch nicht auf die Dauer bestellen, als könnte ich immer

schwimmen und durch Wälder fahren.

Ich muss weg von dir.

Ich muss weg.

Es hat doch noch Zeit.

Ich weiß diese politischen Dinge.

Aber es ist etwas ganz Abstraktes.

So weit weg.

Und wir stehen doch hier.

Das ist nichts Abstraktes.

In jeder Sekunde ist es Wirklichkeit.

Und jede Sekunde, die wir nicht dran denken, die ist fast verrat.

Jetzt haben Sie einen Freund von mir in Deutschland verhaftet.

Aber wir stehen doch hier.

Nur einmal und kommen nicht wieder.

Das ist die Wirklichkeit, Johanna.

Unsere Wirklichkeit.

Das wundervolle.

Willst du meine Ruhe?

Ja.

Ich bin so froh, dass wir gefahren sind.

Es gibt nichts auf der Welt, was mir mehr Freude gemacht hätte, als genau

was wir tun.

Entschuldigung, wisst ihr, wie ich nach Oulu komme?

Wisst ihr?

Danke.

Als Kind habe ich mich immer ganz flach auf den Rasen gelegt, die Arme

ausgestreckt und in den Himmel geschaut, weil ich das Unendliche sehen wollte.

Aber dann habe ich immer Angst gekriegt, weil ich unter mir im Rücken so richtig

die sich drehende Erde spüren konnte.

Jeden Tag fahren wir ein Stück weiter, hinauf in die nördliche Gegend, bis

zum Eismeer.

Dort nehmen wir uns ein Schiff.

Du musst dich darüber freuen, Johanna.

Aber ich freue mich doch.

Angewandt für unsere Zeit, das Wort Napoleons dahin variieren, dass der

die achte Großmacht darstellt.

Seine Erfindung und Ausgestaltung für das praktische Gemeinschaftsleben der

Menschen ist von einer wahrhaft revolutionären Bedeutung. Es ist nicht

dass der Rundfunk ein Eigenleben neben der Zeit führen könnte.

Er hat mehr als jede andere Form unseres öffentlichen Daseins die Pflicht, der

Zeit, ihren Forderungen und Bedürfnissen Rechnung zu tragen und Ausdruck zu

geben. Die neue deutsche Politik liegt fernab jeder parteimäßigen Begrenztheit.

Sie erstreckt sich auf Volk und Nation in ihrer Gesamtheit.

Tausende Hitler -Jünger haben sich auf dem Marsch für die Glaubwürdigkeit des

Staates interessiert.

Was ist das für eine Musik, Ragnar?

Das ist Tanzmusik.

Lass uns gehen.

Ich möchte mit dir tanzen. Ja!

Oh, warte, ich muss mich schüren.

Sehr schön.

Wenn es ein Wasser in Europa gibt, nach dem ich mich sehne, so ist es die

schwarze und kalte Pfütze und der traurig ein Kind im Atem der Dämmerung

Schiffchen zart wie Mainfalter

treiben lässt.

Ich hätte nicht gedacht, dass es in Europa eine Gegend gibt, wo so wenig

Menschen sind.

Es ist ja auch nicht mehr richtig Europa.

Und wo sind wir jetzt genau?

Da oben.

Päivä. Ja.

Entschuldigung, wo ist der Luostari Hotel?

Hier.

Hast du Angst vor dem Tod?

Als Kind hatte ich wohl Angst vor ihm.

Da bin ich aufgewacht, mitten in der Nacht.

Der Tod hatte dann ein Gesicht und starrte mich an aus der Finsternis.

Es gibt Stunden, in denen möchte ich so gerne sterben.

Mir ist dann zumute, dass ich lieber sterben würde, als alles, alles andere.

Nie wieder eine Hand rühren müssen.

Was lohnt es sich denn, im Leben zu kämpfen für irgendetwas, wenn nicht

irgendetwas am Leben missraten ist?

sondern das Leben selbst.

So soll man nicht denken.

Aber was kann ich denn dafür, dass es über mich kommt, wie eine große dunkle

Welle und alles wird von ihr dunkel?

Ist dir denn jetzt so zumute?

Wie wäre es, wenn der Tod für uns im gleichen Augenblick käme?

Wenn wir beide im gleichen Augenblick sterben dürften.

Und für immer auf alles verzichten könnten.

Aber du weißt doch, was du willst auf die Rede, Johanna.

Du hast doch ein Ziel.

Aber das gilt jetzt nicht mehr.

Das hat jetzt überhaupt keine Kraft mehr.

Ich finde überhaupt nur...

Deine Liebe mehr verdienen.

Einmal muss es ja doch sein.

Was denn?

Es ist doch möglich, dass irgendeine Nachricht für mich angekommen ist.

Auf jeden Fall muss ich Karin telegrafieren, was unsere nächste

wird.

Das Hotel, wohin wir kommen, heißt Grand Hotel de Paris, Londres.

Sag ihm, dass es wirklich zuerst mal gehen muss.

Warum konnte das nicht schief gehen?

Warum konnte dieses Pferd nicht das letzte Bild sein, das mir zugeteilt ist?

Wäre ein großartiges letztes Bild.

Autounglück im hohen Norden.

Frau Wagner, ich will nicht weg von dir. Ich will lieber sterben.

Ich will auch nicht mehr dabei sein.

Ich habe gar nicht mehr das Recht dabei zu sein. Es wäre nicht mehr mein Weg.

Hagen, mein Leben ist in deiner Hand.

Jetzt bin ich schon so weit mit dir gefahren.

So weit hinaus und hinweg.

Warum konnte das jetzt nicht schief gehen?

Es wäre so schön gewesen.

Willst du wirklich nach Island fahren?

Ich möchte sogar unbedingt nach Island fahren.

Und ich möchte mit dir zusammenbleiben.

Ist der Anspruch auf Glück denn schon ein Verbrechen in dieser Welt?

Dann fahren wir also nach Island.

Ich habe keins von diesen Drecksblättern mehr gelesen, seit ich von Berlin weg

bin.

Erstell dir doch etwas zu trinken, bevor du das Teufelszeug liest."

Sie kauen und kauen auf das, was sie tragen.

Wer? Die alten Huren?

Nein, die Deutschen.

Auch über euer Land ist in diesem Nazi -Blatt ein ganz hoffnungsvoller Artikel.

Man scheint sich ja viel von der Entwicklung des Faschismus in eurem Land

versprechen. Davon weiß ich nicht.

Man merkt hier nicht so viel von der Bande.

Hier werden wir sie nicht hochkommen lassen.

Ja.

Lass doch endlich diese Mitbeite.

Aber ich habe doch so lange nichts mehr aus Deutschland gehört.

Du sollst auch nichts aus Deutschland hören.

Ich will gar nicht, dass du etwas aus Deutschland hörst.

Kannst du denn nichts vergessen?

Ich fürchte, ich habe schon zu viel vergessen.

So werde es endlich los.

Dieses Land.

Dieses verfluchte Land mit allen seinen abscheulichen Eigenschaften.

Es ist doch wahrhaftig das anspruchsvollste und niederträchtigste

Was müssen sie sich immer stets erlösen wollen und die große Oper von Richard

Wagner spielen?

Sie machen den großen mystischen Rausch und Kongschläge und Karfreitagszauber.

Aber dahinter steht der Parademars.

Und der Antisemitismus und die alten Generäle, die man als Hauptgötter

zurechtmacht.

Es ist so lächerlich unbegabt für das Leben dieses Volk mit seiner

Extra -Problematik, dass es niemals, niemals eingetreten ist in den Kreis der

Zivilisation.

Und nun ist es wieder einmal aufgestanden und will...

Alles kaputt schlagen.

Und alle Welt muss zittern und sich Sorgen machen und höflich sein mit

bösen Narren.

Was für ein Volk.

Es macht ja eine große Übelkeit, sich das vorzustellen.

Ekelhaft ist es, an ihr Talent zu denken, die sich immer in den Dienst der

Gemeinheit begeben hat.

An all ihr Talent.

das kein moralisches Rückgrat hat.

Bitte.

Bitte, Johanna.

Lerne ganz, auf dieses Volk zu verzichten.

Aber ich gehöre doch zu diesem Volk.

Ich spreche doch seine Sprache. Man kann sich freimachen. Du bist klug. Du hast

keine nationalen Vorurteile. Du wirst dich in anderen Sprachen ausrücken

Ragnar.

Ich sehe das alles doch ganz anders als du.

Ich sehe doch das Unglück der Welt nicht von einem bestimmten Volk herkommen,

sondern aus der egoistischen Herrschaft einer Klasse.

Hass darf nie einem bestimmten Volk gelten, sondern immer nur der alles

zerstörenden Wirtschaftsform.

Solange Kapitalismus herrscht, hört der Jammer nie auf, nirgends.

Es ist falsch!

Und typisch deutsch aus der ökonomischen Frage einen Lebensanschauung zu machen.

Andere Völker würden wohl fertig werden mit der Wirtschaftsform, ohne gleich in

die materialistische Ekstase zu verfallen, nach der nationalistischen.

Das Preußentum wird dafür sorgen, dass aus dem Vernünftigen eine

Katastrophe wird.

Eine niederträchtige deutsche Katastrophe.

Sie werden den Krieg herbeiführen.

Als Terror und Entsetzen wird der Sozialismus aus dem Krieg kommen.

Dann haben sie es fertig gebracht.

Auch noch das zu verderben, zu korrumpieren und ungenießbar zu machen

übrige Welt.

Auch noch das Selbstverständliche.

notwendige die ökonomische Reform, damit ihr Sündenregister unendlich sei.

Ich bin gewiss keine militante Natur, Johanna, aber ich wünschte Deutschland

eine Niederlage von enormem Ausmaß.

Ich habe nicht gewusst, dass ein so großer Hass ist in dir gegen mein Volk.

Und es ist mein Volk.

Machen wir uns doch nichts vor.

Und wenn ich zehn andere Sprachen lerne, ich bin mit unendlichen Fäden daran

gebunden.

Was du gesagt hast, ließe sich Wort für Wort korrigieren.

Beinahe.

Aber ich habe kein Recht und keinen Grund, mein Land zu verteidigen, so wie

jetzt ist.

Deine Sonde ist zu groß.

Es liegt an uns, eine Zukunft zu erzwingen, die dem widersprechen wird,

eben gesagt hast.

Mein kleiner Liebling, was ist?

Mach ich fort.

Wirst du nach Paris zu deinem Bruder?

Wann wirst du wiederkommen?

Ich komme nicht mehr wieder.

Was willst du tun?

Jetzt habe ich keine Wahl mehr.

Jetzt habe ich doch das Beispiel.

Wahrscheinlich hat er mich verachtet, während er gestorben ist.

Aber vielleicht ist es ein falsches Beispiel oder ein sinnloses Beispiel.

Kein Opfer ist umsonst gebracht worden.

Es stimmt nicht.

Die Weltgeschichte besteht aus sinnlosen Opfern.

Wir haben nicht das Recht zu dieser Überlegung.

Wir.

Die Lebenden.

Du denkst nicht mehr an mich. Du bist schon fertig mit mir.

Bin ich nicht mehr da?

Hast du schon alles vergessen?

Johanna mit dem erhobenen Haupte, was wird es sein, dieses Schicksal, um

Willen du nun alles opfern musst, sodass dein arg verwundetes Herz nie mehr,

niemals mehr wird heilen können?

Wirst du einen Sieg erleben?

Und wie wird er aussehen?

Wie man sich Sieger erträumt, wenn er dann endlich kommt?

Kleine Hotelzimmer in Paris, arg und fürig werden der Schauplatz deines

Schicksals sein.

Du wirst in Versammlungen sprechen und in Zeitungen schreiben.

Du wirst Kurierdienste tun und vielleicht in Deutschland illegales

verteilen und vielleicht bald schon erschossen werden.

Erst aber gequält und verhöhnt.

Oder den großen Weltkrieg noch miterleben, ja.

Ihn vielleicht gar überleben.

Aber das ist nicht wahrscheinlich.

Und eine lange Zeit wirst du heimatlos sein, aber keineswegs frei.

sondern abhängig von deiner Armut und dem Befehlen einer geheimnisvollen,

verborgenen Parteileitung.

All dies um des Glaubens willen.

Johanna, um einer Zukunft willen, die du selbst nicht mehr schauen wirst.

Aber du hast keine Wahl, Johanna.

Dies musst du akzeptieren, da der Tod dich noch nicht will.

Gehe hin, nimm es auf dich, ziehe hinaus.

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