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[Geier krächzt]
[hustet]
[düstere, nachdenkliche Musik]
[Néro] Ist es noch weit bis Havreval?
-Es weiß also keiner, wo es ist. -[Lothar] Kannst du nicht den Mund halten?
[Néro] Du hast kein Halsband, das dabei ist, dich langsam umzubringen.
[Hortense] Genau.
Wenn wir Pferde haben, werden wir schneller nach Ségur kommen.
[Néro] Danke, Prinzessin. Da geht's mir gleich besser.
Verdammt, ich hab Euch gesagt, dass das keine gute Idee ist.
[Musik verklingt]
[finstere Klänge]
[Lothar] Havreval…
[bedrückende, finstere Musik]
[Hortense atmet erleichtert durch]
[weiter bedrückende, finstere Musik]
[Fliegen summen]
[düstere Musik]
[Néro] Die Büßer.
[Musik verklingt]
Macht auf!
[Néro] Bleib in meiner Nähe, Perla.
-[Soldat] Was wollt ihr? -Eintreten.
-Ich bin Hauptmann Lothar, aus Lamartine. -Niemand kommt rein. Anordnung des Grafen.
Verschwindet, hier kommt keiner rein!
Nicht mal deine zukünftige Herrscherin? Ich bin Hortense de Rochemort.
Und ich heirate bald den Prinzen von Ségur.
Büßer haben uns angegriffen,
und meinem Zukünftigen wird diese Abweisung missfallen.
[Fliege summt]
-[Schloss klappert] -[Tür quietscht]
[angespannte Musik]
[Tür schlägt zu]
[Soldat] Wartet hier. Der Graf von Havreval wird Euch empfangen.
[Néro] Wir müssen hier weg.
[weiter angespannte Musik]
[Musik verklingt]
Meine lieben Freunde, Eure Hoheit.
Willkommen in Havreval.
Tristan d'Orfray, Graf von Havreval und Cousin zweiten Grades des Prinzen.
Was aus uns zukünftige angeheiratete Cousins macht.
-Sehr erfreut. -"Sehr erfreut", von wegen.
Ihr hättet uns fast ausgesperrt.
Es tut mir leid, ich wusste es nicht.
Was ist Euch zugestoßen?
Die Büßer waren da.
Ja, das war klar.
Uns haben sie auch angegriffen.
Wir haben versucht zu fliehen, aber es war zu spät.
Wir konnten nichts tun.
Die Schlacht war furchtbar.
Aber das hat auch was Gutes.
Dank ihnen machen wir Bekanntschaft.
Begrabt Ihr Eure Toten überhaupt nicht?
Zu gegebener Zeit, doch.
Die Büßer könnten uns dabei überraschen.
Und die?
Deserteure.
Es ist Krieg, Monsieur.
Da gibt's keinen Platz für Feiglinge.
[räuspert sich] Und, äh… habt Ihr noch Pferde?
Aber sicher.
Ihr könnt schon heute Abend nach Ségur zu Eurer Hochzeit aufbrechen.
Meinen Glückwunsch übrigens.
Wir wollen bleiben.
Wenn es noch Büßer in der Gegend gibt, sind wir hier viel sicherer.
Ich informiere den Prinzen, dass er uns hier mit seiner Armee abholen soll.
[düstere, geheimnisvolle Musik]
Fühlt Euch wie zu Hause, Eure Hoheit.
Adelme führt Euch zum Taubenverschlag,
damit Ihr Eure Nachricht an den Prinzen schreiben könnt.
[Hortense] Danke.
[Musik verklingt]
Verzeihung, Eure Hoheit, aber…
…ich hab einen gesundheitlichen Notfall in Ségur zu regeln.
Habt Ihr deren Dorf gesehen?
Wollt Ihr wirklich wieder abreisen?
Aber seine Kette… Er wird sterben, wenn wir nicht nach Ségur gehen.
Sie hat recht, das kann warten.
[sanfte, melancholische Musik]
[Tauben gurren]
[Musik verklingt]
Was denkst du, wann der Prinz kommt?
Bald.
Ich versprech's dir.
Dein Vater wird das schon schaffen.
[Perla] Und danach?
Glaubst du, dass er in Ségur bleibt?
Ich weiß nicht, Perla.
[Adelme] Willst du's machen?
[Taube gurrt]
[düstere Musik]
[Tür geht zu]
[angespannte Musik]
[Néro atmet scharf ein, ächzt leise vor Schmerz]
-Ah. -[Musik verklingt]
[Schritte nähern sich]
[Néro seufzt genervt]
Geht's gut?
Ja, bis du gekommen bist. Hm.
[Néro] Hm.
[Néro atmet scharf ein]
[atmet tief aus] Was genau passiert hier?
[Lothar] Mach Platz.
[Néro seufzt]
[Lothar seufzt]
[Lothar] Was fühl ich da?
Das ist weniger gut.
Die Soldaten… die waren angespannt, oder?
-Ja, sehr. -Als ob sie irgendwas verbergen.
[geheimnisvolle Musik]
Die haben nicht gekämpft.
Die haben die Tore dicht gemacht.
Sie ließen das Dorf ausplündern, ohne einzuschreiten.
Woher weißt du das?
Keinerlei Kampfspuren.
Und die Soldaten…
Haben keine Verletzten.
[Musik wird düster]
Die vielen Gehängten… Das sind keine Deserteure.
Das sind bestimmt die, die einschreiten wollten.
Hey.
Wir bleiben ruhig. Wir verraten nichts.
Mhm.
[Musik verklingt]
Wir wurden einander nicht vorgestellt.
Hortense de Rochemort.
Und wer seid Ihr?
[Frau japst]
Ophélie, Madame.
Ophélie.
Wisst Ihr, Ophélie, wir sind auch auf Büßer getroffen.
[erneut düstere, geheimnisvolle Musik]
Wenn ich sehe, was sie Eurem Dorf antaten, wird mir klar, dass wir Glück hatten.
Wart Ihr im Dorf, als sie angegriffen haben?
Habt Ihr Familie verloren?
Es tut mir leid, ich wollte nicht indiskret sein.
Sie haben sie auf dem Platz versammelt und massakriert.
[düstere Musik]
[atmet schwer]
-[Musik verklingt] -[Schritte nähern sich]
[Néro] Sollen wir was mit Euren Haaren machen?
Könnt Ihr das denn?
Ich bin da ein Fachmann.
[schnaubt]
[Schere klappert]
Ihr solltet mit Eurer Tochter reden.
Ich rede doch mit ihr.
Sie bindet sich gerade an Euch.
Es ist keine gute Idee, sich an Euch zu binden.
Wieso nicht?
Weil Ihr ein Killer seid, der nur an Geld und Frauen mit schlechten Manieren denkt.
Ein bisschen sehr vereinfachend.
[Schere klappert]
Finde ich nicht.
Außerdem ist es falsch.
-Ach ja? -Mhm.
Ihr werdet Euch also um sie kümmern und ein guter Familienvater werden?
Warum nicht?
[Hortense lacht]
So was glaubt Ihr doch selbst nicht.
Ihr müsst ihr die Wahrheit sagen.
[sanfte Musik]
[Schere klappert]
-[Hortense] Seid Ihr fertig? -[Néro] Ja.
Extrem hässlich.
Äh… gern geschehen.
[Insekten zirpen]
[finstere Musik]
[beunruhigende Stimmen]
[Musik verklingt]
-[Geschirr klappert] -[Schmatzen]
[Néro] Mmh.
Vielen Dank, Monsieur Graf.
Für die Gastfreundschaft und all das.
[Graf] Ein Bad, eine Mahlzeit und ein Kleid, das sind nur Kleinigkeiten.
Aber in schweren Zeiten wie diesen… ist es alles, was wir haben.
Wir müssen uns an unsere Menschlichkeit erinnern.
Die Welt zerreißt, der Obskurantismus legt zu.
Wir müssen eine Schutzmauer gegen die Barbarei sein.
Gibt's ein Problem, Eure Hoheit?
Nein.
Nein, nein, verzeiht mir.
Es ist nur…
Wir sind so vielen hungernden Menschen begegnet.
Eigener Verzicht verschafft noch, äh, keine Gerechtigkeit.
Gut gesagt.
Aber Euch quält noch etwas anderes.
Eure Dienerin hat mir vom Angriff aufs Dorf erzählt.
[angespannte Musik]
Die Armen.
Ja?
Sie sagte, sie wurden auf dem Platz versammelt und massakriert.
Es tut mir leid. Sie hätte Euch nie davon erzählen dürfen.
Nein, nein. Nein, ich habe sie danach gefragt.
Ich gebe Euch mal einen Rat.
Wenn Ihr irgendwelche Fragen habt, stellt sie mir.
Das ist besser, als sie meinem Personal zu stellen.
[Schritte nähern sich]
-[flüstert] Da ist jemand an der Pforte. -Hm? Wieso das denn?
[weiter angespannte Musik]
Gibt's 'n Problem?
Nein, nichts.
Ein Wegelagerer im Dorf.
Aber macht Euch keine Sorgen, meine Männer kümmern sich darum.
Wir gehen mit ihnen.
Haltet Ihr meine Soldaten für unfähig, mit einem Wegelagerer fertigzuwerden?
Das ist bloß reine Vorsicht.
Wir werden von einer Einäugigen verfolgt.
Sie ist gefährlich.
Hm.
[Musik verklingt]
-[Tür knarrt] -[Grillen zirpen]
[düstere Musik]
[rhythmische, spannungsvolle Musik]
[Soldat] Was treibst du hier?
Antworte! Wer bist du?
Rede!
[Männer stöhnen]
[Musik wird wieder düster]
[Soldat] Bringt ihn ins Verlies.
[Musik verklingt]
[Wind pfeift]
[Néro seufzt]
Die Einäugige war es nicht.
Sie ist vielleicht tot.
Wahrscheinlich brennt es so seit Monaten.
Wenn du bezahlt wurdest und dein Halsband los bist,
was machst du dann?
Das werd ich dann im schönsten Bordell der Stadt feiern.
[lacht]
Ich, äh…
[lacht] Ich mach nur Spaß.
Nein, ich werde…
Ich such mir irgendwo in Lamartine 'ne Arbeit als Hilfsarbeiter, mal sehen.
Was mach ich?
Wie, was machst du?
Was wird aus mir, nachdem ich beim Erzbischof war?
Sie werden dich sicher in ein schönes Waisenheim stecken.
Aber ich bin keine Waise.
Ich weiß, du bist keine Waise.
Es ist nur für die Zeit, bis du erwachsen bist.
Ich werd dich auch besuchen.
Du willst mich also nicht.
Ich bin 'n Killer, Perla.
Also, ich werde im Waisenheim sein,
während du es dir mit dem dank mir verdienten Geld schön machst?
Ja.
Du hast gewonnen, wir machen halbe-halbe.
Nein, nicht halbe-halbe, weil du zu klein bist.
60… 70-30. Warte, 70-30 ist 'n gutes Angebot.
Hey!
Ach. [seufzt]
[düstere Musik]
[Metalltür geht auf]
[Tür geht zu]
Man hat mir gesagt, dass Ihr beichten wollt.
Also gut, ich höre, mein Sohn.
[weiter düstere Musik]
Zu gegebener Zeit
wird der Teufel vom Laib seines letzten Nachfahren
Besitz ergreifen,
und so wird aus ihm der Messias der Finsternis.
Er stürzt die gesamte Welt
in die Apokalypse.
Der Heilige Stuhl schickt mich.
[beunruhigende Musik]
Wer unter euch ist es?
[düstere Klänge]
Es ist das Kind.
[Musik verklingt]
-[Glocke läutet] -[Stimmengewirr im Hintergrund]
[Dorfbewohner husten angewidert]
[Mann] Los, los, los!
-[Fliegen summen] -[stöhnt angewidert]
[Soldat] Durchlassen. Durchlassen!
[Glocke läutet]
[Tür knarrt]
[finstere Musik]
[Musik verklingt]
[Prinz] Für die Minen werdet Ihr zu einem Zwanzigstel besteuert.
Noch keine Neuigkeiten von Eurer Tochter?
Sie muss aufgehalten worden sein. Ich bin sicher, sie ist bald hier.
[Tür geht auf]
Eure Majestät, der Erzbischof bittet, Euch zu sehen.
Er bittet auch darum, dass Ihr anwesend seid, Konsul.
[sanfte Musik]
[unheimliche Musik]
[Musik verklingt]
[Prinz] Was ist das?
[Arzt] Wir wissen es nicht, Eure Majestät.
Das ist die Pest.
Nein, Eure Majestät.
Ein viel größeres Übel.
Es ist das Werk des Teufels.
Ein Mönch der Grabstätte von Lamartine hat ihn in einem Massengrab gefunden.
Ihr kennt ihn, Konsul, wie mir scheint.
Ja, das war einer meiner Männer. Sein Name war Toussaint.
Was könnt Ihr uns über die Umstände seines Todes berichten?
Ehrlich gesagt weiß ich nichts.
Ich war unterwegs hierher. Ich wusste nicht einmal, dass er tot ist.
Ich habe das Gefühl, Euch ist der Ernst der Lage nicht bewusst.
Das Übel ist das Ergebnis einer äußerst starken Hexerei.
Eine Hexe ist wieder zurück.
Und ich spreche nicht von einer dieser Unschuldigen,
die massenhaft durch Obskurantismus und menschliche Dummheit verbrannt werden.
Ich rede von einer wahrhaftigen Abgesandten der Hölle.
Hört zu, wenn es wirklich eine Hexe in Lamartine gibt,
werde ich alles in Bewegung setzen, um sie zu finden.
Ich weiß nicht, was ich sonst sagen soll.
Für den schlechten Umgang meiner Männer kann ich leider nichts.
Nein, nichts. In der Tat.
Als der Mönch der Grabstätte von Lamartine vor unserer Pforte erschienen ist
mit dieser… Sache,
fühlte ich mich zunächst ratlos,
aber ich habe mich daraufhin in die Schriften vertieft.
Und ich hab etwas gefunden, das diesen Armseligen
vielleicht befreien könnte von der Verhexung, die da am Werk ist.
[unheimliche Musik]
[betet auf Latein]
-[betet weiter auf Latein] -[düstere Klänge]
Amen.
[unheimliche Musik steigert sich und verklingt]
[Stille]
[Rochemort atmet tief ein]
Offenbar ist das Böse, das ihn beherrscht, doch zu stark.
-[Toussaint stöhnt laut] -[unheilvolle Musik]
[Toussaint atmet schwer]
[knurrt]
Ich brauche Zeit, aber es wird mir gelingen.
Es wird mir gelingen, ihn zum Sprechen zu bringen,
Eure Majestät.
[keucht laut]
[Knochen knacken]
[Toussaint atmet schwer]
Immer mit der Ruhe, mein Freund.
Ich bin es. Ich bin an Eurer Seite.
[keucht]
Überlebt er das?
Vielleicht wird er uns noch sagen können, was er weiß.
[Toussaint atmet weiter schwer]
[Musik ebbt ab]
-[Vögel zwitschern] -[Wasser plätschert]
Ich bin gekommen, Euch auf Wiedersehen zu sagen.
Ich bin gezwungen, Ségur zu verlassen.
[stottert] Aber w… wa… warum?
Der Erzbischof will meinen Kopf, und er wird vor nichts zurückschrecken.
Ich wollte Euch ein letztes Mal sehen, bevor ich gehe.
I… i… b…
…bin in der Lage, Eu… Euch zu helfen.
Nein, Joséphine, das…
-…ist zu gefährlich. -I…
Ich… ich b… b… b… bin bereit… zu allem.
[finstere Musik]
[Türklopfen]
[Tür geht auf]
[Musik verklingt]
-[Joséphine] Guten Abend, V… Vater. -Guten Abend.
[Joséphine] Ich möchte zu Sankt Ägidius beten.
[Tür geht auf und zu]
[sanfte, melancholische Musik]
[Joséphine] K… kommt hier entlang.
[weiter sanfte, melancholische Musik]
[Joséphine] Wa… wa… was habt Ihr vor?
[Musik wird düster]
[Toussaint ächzt]
Helft mir.
[Toussaint ächzt weiter]
Öffnet seinen Mund. Wir schneiden ihm die Zunge ab.
[Toussaint schreit]
-[Knacken] -[Joséphine schreit]
[Musik verklingt]
-[Toussaint keucht]
[Messer klappert]
[Rochemort] Gut.
Haltet ihn fest.
Nein, i… i… ich…
Das ist ein Dämon, Joséphine, ein Werk des Teufels.
-Ihr dürft nicht zweifeln. -[seufzt]
Entscheidet Euch zwischen ihm oder mir.
-[Toussaint ächzt] -[hektische Musik]
Haltet ihn fest.
-[Blut spritzt] -[Toussaint ächzt]
[Sägegeräusch]
-[Toussaint stöhnt] -[Joséphine japst]
[Toussaint ächzt]
[Rochemort stöhnt angestrengt]
[Sägegeräusch]
[Knacken]
[Aufprall]
[Rochemort keucht]
Los, gehen wir.
[angespannte Musik]
-[Säge prallt auf] -[keucht]
[Rochemort] Joséphine…
[Musik verklingt]
Geht's?
W… w… weiß nicht.
[Flüssigkeit wird eingegossen]
Was Ihr da getan habt, Joséphine, das ist…
Das ist… Das war sehr couragiert.
Ihr habt gehandelt
für das Wohl von Ségur.
Gegen alle, die uns daran hindern wollen, die Dinge zu verändern.
[düstere Musik]
Aber ich muss schon sagen,
aus rein persönlicher Sicht:
Das hat mich schon sehr bewegt.
[Musik ebbt ab]
-[Frau schreit entfernt] -[japst]
[düstere, geheimnisvolle Musik]
Hab keine Angst.
Ich hab keine Angst.
[Musik verklingt]
[Vögel kreischen]
-[atmet tief ein] -[metallenes Klappern]
[Schritte]
[Poltern]
Perla?
Wer ist da?
-Ophélie? -[Frau] Nein, Madame.
Guten Tag, Madame.
Wo ist Ophélie?
Es geht ihr nicht gut.
-Was war das für ein Schrei letzte Nacht? -[angespannte Musik]
Ich weiß nicht, Madame.
Wir haben einen Schrei gehört. Weißt du, was passiert ist?
[Musik verklingt]
[Perla] Bist du schon lange Soldat?
Warum fragst du mich das?
Weil ich Soldatin sein will.
Du?
[lacht]
Warum denn?
So wie du. Ich will Leute retten und Büßer umlegen.
Wir sind ihnen auch begegnet. Ich will, dass sie alle verrecken.
Ich weiß, wie man kämpft. Soll ich es dir zeigen?
Hast du etwa Angst?
Waffen sind nicht so mein Ding.
Ich kann dir zeigen, wie man aufs Pferd steigt.
[Adelme lacht]
[Tür geht auf und zu]
[Horace atmet tief ein]
Was wird aus Perla, wenn wir in Ségur sind?
Wie schon gesagt, der Erzbischof kümmert sich um sie.
Aber was hast du denn vor?
Bleibst du bei ihr?
Weiß ich nicht. Ich habe noch nichts geplant, Néro.
Der Erzbischof wird das entscheiden.
Hab ich nichts mitzureden?
Was willst du denn sagen?
[Néro] Hm.
Aber… du hast nichts zu sagen.
Du hast nie irgendetwas für sie getan.
Du hast sie verlassen.
Du hast gesagt, du würdest sie besuchen, und du bist nie gekommen.
Ich habe mich um sie gekümmert.
Ich habe sie ernährt, ich habe sie gepflegt,
ich habe sie bestraft.
Du bist nichts für sie. Und sie ist nichts für dich.
[Schritte entfernen sich]
[Tür geht auf und zu]
[Hortense] Ophélie?
[japst]
Entschuldigung.
[beunruhigende Musik]
[Schritte nähern sich]
Ophélie!
Ophélie, wie geht's?
Mir wurde gesagt, es ginge Euch nicht gut.
Sprich mit mir!
Warte! Sprich mit mir!
[schreit stumm]
[japst]
[düstere Musik]
[atmet zittrig]
[Musik verklingt]
Ihr wusstet es?
Ihr wusstet, dass er sein Volk massakrieren ließ,
und Ihr habt nichts gesagt?
Und Ihr wollt nichts tun?
Er ist ein Monster.
Er schneidet ihr die Zunge ab, damit sie schweigt, und Ihr tut nichts?
-Weil es nichts zu tun gibt. -[Lothar] Wir warten.
Wir werden ihn beim Prinzen denunzieren.
Glaubst du, der Prinz bringt den Adel gegen sich auf, wegen ein paar Bauern?
Er darf nicht so davonkommen. Tut mir leid, ich werde nicht schweigen.
-Wollt Ihr auch am Galgen enden? -Ich bin die zukünftige Prinzessin.
-Das wagt er nicht. -[Néro seufzt]
Er ist ein Feigling.
-Leute wie er schrecken vor nichts zurück. -[Lothar] Er lässt uns nicht hängen.
Er wird uns verschwinden lassen und dem Prinzen irgendwas erzählen.
Deswegen bleiben wir ruhig.
Wir vergessen das alles und sind höflich.
Sonst werden wir alle draufgehen.
[finstere Musik]
[Schritte nähern sich]
Was machen wir mit ihm?
Der Graf will keine Risiken eingehen.
[Tür knarrt]
[Musik verklingt]
Gestern habt Ihr kräftiger zugelangt.
Das kommt auf das Essen an.
Hm.
Aber man hat uns noch immer keinen Wein serviert.
[angespannte Musik]
[Wein wird eingegossen]
[Wein wird eingegossen]
[Wein wird eingegossen]
[weiter angespannte Musik]
Was ist, Ophélie?
Begrüßt Ihr denn überhaupt nicht Ihre Hoheit?
[lacht]
[Wein wird eingegossen]
Versteht Ihr?
So kann mein Personal nicht irgendwelchen Unsinn über mich verbreiten.
Ich habe einen Ruf zu wahren.
In Lamartine toleriert Ihr vielleicht Verleumdung,
aber hier läuft das nicht.
[weiter angespannte Musik]
Ich persönlich bin Lügen gegenüber kompromisslos.
Ich ertrage so was nicht.
Wir haben uns mit allem gewehrt, um die Unseren zu verteidigen.
Ja, sicher, wir haben verloren.
Aber ich kann nicht zulassen, dass Unsinn geredet wird.
Ich muss die Wahrheit verteidigen.
Ich wage zu hoffen, dass Ihr mich versteht.
Aber sicher.
[Musik verklingt]
Perfekt.
Auf unsere Freundschaft.
[Perla] Warum hattet Ihr keine Verletzten?
Wie bitte?
Es gibt bei einer Schlacht immer Verletzte.
[Lothar] Nein, nicht immer, Perla.
Manchmal ist es äußerst schwierig, alle Verletzten vom Schlachtfeld zu holen.
Ja, das stimmt.
[atmet tief ein, seufzt]
Es gab keine Verletzten, weil es keine Büßer gab.
[düstere Klänge]
Sie wurden vorher schon entdeckt.
Daraufhin hat der Graf befohlen, die Pforten zu schließen.
Das ganze Volk war da draußen.
Die Frauen.
Die Kinder.
Die Pforten blieben verschlossen.
Und die Büßer sind noch nicht mal gekommen.
[düstere Musik]
Um unsere Feigheit zu verheimlichen…
…haben wir alle auf dem Platz versammelt.
Und wir haben sie massakriert.
Mit unseren Händen.
Wir haben die Soldaten gehängt, die nicht gehorchen wollten.
-[japst] -[ächzt]
[bedrohliche Musik]
-[Kampfschreie] -[ächzt]
[Hortense schreit]
[schreit]
[hektische Musik]
[ächzt]
[angespannte, düstere Musik]
[Hortense schreit]
Legt Eure Waffen nieder, sonst töte ich sie.
Horace.
Kümmer dich um sie. Wir treffen uns unten.
Nein.
Keine Sorge. Ich bringe sie hier lebend wieder raus.
[finstere Musik]
[bedrohliche Klänge]
Wache!
Wenn Ihr näherkommt, töte ich sie.
[Hortense keucht]
[unheilvolle Klänge]
[beide schreien]
-[Graf schreit] -[Ophélie kreischt]
-[ächzt] -[Ophélie schreit]
[Ophélie stöhnt]
[Néro] Weg hier! Weg!
[weiter finstere Musik]
[dramatische Klänge]
[metallenes Echo]
[beunruhigende Stimmen]
[Horace] Nein!
-Es tut mir leid, Perla. -Was ist mit dir?
Bete mit mir.
Bete mit all deiner Kraft, Perla. Bete mit mir.
-Nein, hör auf! Du tust mir weh! -Bete für dein Heil.
[Horace] Herr, vergib diesem Kind, denn es ist unschuldig.
-Vergib ihr, denn sie hat nichts getan. -Lass mich los!
Lass mich los!
[Musik wird leiser]
Lauft weg.
[unheimliche Musik]
Lauft weg!
[die Einäugige ächzt]
Wo ist Horace?
[spannungsvolle Musik]
[Musik wird düster]
[alle keuchen]
[Musik verklingt]
Was ist denn los?
[Perla keucht]
Er wollte mich töten.
Was?
Es tut mir sehr leid, Perla.
[finstere Musik]
Äh… Was…
…was ist denn bitte los?
Dieser Mann, den ihr entdeckt habt…
Der Heilige Stuhl hat ihn zu uns geschickt.
Er war da, um Perla zu töten.
Perla muss sterben, Néro.
Sie ist der letzte Nachfahre des Teufels.
Was sagst du da?
Die Hexe will sie lebend haben.
[weiter finstere Musik]
Und warum? Um ein Ritual durchzuführen.
Um dem Teufel zu ermöglichen, von Perlas Leib Besitz zu ergreifen.
Und wenn er auf der Erde ist, wird er die Apokalypse herbeiführen.
[Lothar] Nein, Néro!
Sei still! Sei still!
Loslassen! Lass mich los!
[Horace] Er wird die Apokalypse herbeiführen.
So ein Blödsinn.
-Das steht in den Heiligen Schriften. -Und ich folge dir, wie ein Idiot!
Er bringt sie nicht nach Ségur, um sie zu retten!
-Er bringt sie dahin, um sie töten! -Es gibt keinen anderen Ausweg!
Hör auf, lass das.
[angespannte Musik]
Wir gehen.
-[Lothar] Wohin willst du? -Ich weiß nicht, aber nicht nach Ségur.
Du gehst nirgendwohin.
Es tut mir leid, Perla. Ich brauch ihn, um Rochemort verurteilen zu lassen.
Du stirbst, wenn du nicht nach Ségur gehst.
Nur der Erzbischof kann dich der Kette entledigen.
-[Hortense ächzt] -[Lothar stöhnt]
Wir verschwinden.
[sanfte, melancholische Musik]
[Musik verklingt]
[Barrin] Mein Gott.
Der Dämon ist gekommen, um sein Werk zu beenden.
Meint Ihr immer noch, ihn befragen zu können?
Ich werde den Heiligen Stuhl verständigen.
Wenn diese Hexe ihr Ritual vollendet,
werden wir dem Teufel persönlich gegenübertreten müssen.
[sanfte, geheimnisvolle Musik]
Wohin gehen wir?
So weit wie möglich weg von Ségur.
[verspielte Musik]
[Musik wird düster]
[Musik verklingt]
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