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EINE NETFLIX ORIGINAL SERIE
Elisa.
Ja.
Woher kommst du?
Aus meinem Universum.
UNIVERSUM 0
Wie bist du hierhergekommen?
Was ist in deinem Universum passiert?
-Darf ich auch mal? -Nein.
Du bist unhöflich, egoistisch und gemein.
Und du bist eine blöde Kuh. Total blöd.
-Ich sage doch, er hat mich gehauen! -Ist ja gut.
Lass uns mit ihm reden.
-Komm mit. -Nein, ich will nicht.
Verzeihst du mir?
-Willst du mit mir tanzen? -Nein.
Warte.
Also gut, ich tanze mit dir. Aber ich verzeihe dir nicht.
Sieh dir das an.
Das Mädchen wird mal weltberühmt.
Irgendwann.
Rein mit euch.
-Ich hätte gerne weitergetanzt. -Du hast ja gar nicht mehr aufgehört!
Es war zu schnell vorbei.
Wirst du den netten Jungen wiedersehen?
-Nein. -Was soll das heißen?
-Und wie heißt er überhaupt? -Eduard.
-Eduard wie? -Weiß ich nicht.
Was? Und du hast ihn nicht gefragt?
Da findest du einmal einen Freund...
Ich weiß es.
Sein Vater heißt Marina. Sie sind mit den Rius' befreundet.
Hey, was ist los, Liebes?
Komm her. Was ist los?
Ich habe ein bisschen viel getrunken.
Komm her.
Ist ja gut.
Hallo, Schatz.
Sie streicht ihr Haar weg
Und mit etwas Glück Sehe ich noch einmal ihre Augen
Ich kann den Schmerz derer nicht verhindern
Die direkt ins Licht blicken
Das Glück ist trügerisch Es verbirgt sich
Selbst wenn es das Licht berührt
Ich will nicht sagen, dass ich es mag
Falls sich alles in Rauch auflöst
Wenn das nicht die Liebe ist Die meinen Bauch mit Schmetterlingen füllt
Sondern das Leben und ich es ziehen lasse Jetzt, da es vor mir steht
Ich will nichts.
Nimm einfach nur die Medizin.
Es wird dir gut tun, Mama.
Setz dich, ich will mit dir reden. Komm her.
Bleib. Es ist nichts, was du nicht hören dürftest.
Elisa. Es geht zu Ende.
Mit mir. Das weißt du doch, oder?
Heb dir die Tränen für später auf.
Noch kann ich sprechen.
-Mama... -Hör mir einfach zu.
Am meisten an meinem frühen Tod hasse ich,
dass ich nicht erlebe, was aus dir wird.
Ich wusste es immer, seit deiner Geburt.
Du wirst Großes erreichen.
Es steckt in dir, du weißt es nur noch nicht.
-Du musst es mir versprechen. -Was?
Dass du Großes erreichen wirst.
Was denn?
Als du beim Jahresabschluss-Konzert auf der Bühne standest,
habe ich es gesehen, alle haben es gesehen.
Was gesehen?
Deine Gabe.
Für das Schreiben, für die Schauspielerei, für Literatur, für Musik, für Kunst...
Aus dir wird eine großartige Künstlerin.
Alle werden dir zusehen.
Was ist los?
Nächste Woche müssen wir uns entscheiden.
Wofür?
Für unser letztes Schuljahr müssen wir uns zwischen
Wissenschaft und Kunst entscheiden.
Wo liegt das Problem?
Elisa, ruf den Arzt.
Komm.
Was du auf der Beerdigung gesungen hast, war so schön.
Keine Ahnung, woher du die Kraft genommen hast.
Ich dachte einfach, dass Mama mir zuhört.
Sie hat dir zugehört.
Morgen muss ich mich entscheiden.
-Inwiefern? -Was meine Zukunft angeht.
Ich habe Mama versprochen, dass ich Kunst wähle. Für sie.
Mama wäre mit jeder Entscheidung glücklich.
Doch.
Ich habe es ihr versprochen...
Denk nicht über die Zukunft nach.
Die Zukunft existiert nicht. Was willst du?
Ich will, dass Mama lebt.
KUNST
KUNST MUSIK THEATER LEHRTÄTIGKEIT
LIEBE
ZUKUNFT - DIE WELT VERÄNDERN
Ich konnte nicht zur Beerdigung kommen.
-Tut mir leid. -Ist schon gut.
Es muss sehr schwer sein. Vor allem die erste Tage.
Es wird mein ganzes Leben schwer bleiben.
Ja.
-Aber mit der Zeit... -Zeit existiert nicht.
Natürlich tut sie das. Sonst würden wir ja nie sterben, oder?
Ich habe mich gestern Abend umentschieden, Clara.
Ich wähle nicht Kunst.
Du gehst in die Wissenschaft? Toll, dann sind wir zusammen.
-Etwa auch Wirtschaft? -Nein.
-Du bist gut in Mathe. -Nein, ich wähle Medizin oder Chemie.
Oder Physik, keine Ahnung. Ich will forschen.
Was willst du denn erforschen?
Ich will die Zeit anhalten können. Oder sie besiegen.
Du musst mir kein Geld geben.
Dank meiner Noten ist das erste Jahr kostenlos.
Denk doch nicht ans Geld.
Sie haben mir vorgeschlagen, mich in zwei Fächern einzuschreiben.
-Welche denn? -Mathe und Physik.
-Wolltest du nicht Medizin wählen? -Na ja...
Ich kippe sofort um, wenn ich Blut sehe. Das wird immer so bleiben.
Ja, aber Mathe und Physik?
Ist das nicht zu kompliziert?
Nein.
Denkst du, ich schaffe es?
Man kann alles schaffen, was man sich vornimmt.
Entschuldigung. Bist du Elisa Montcalm?
Ja.
Wir haben gestern in der Fakultät über dich gesprochen.
Wir haben deinen Artikel über Mathematik und den Ereignishorizont gelesen
und waren sehr beeindruckt.
-Kommt er in die Universitätszeitung? -Nein.
Nein, sie wollen ihn übersetzen lassen und dem Scientific American vorschlagen.
Sie werden ihn wohl veröffentlichen. Er wird bestimmt für Aufsehen sorgen.
Hast du schon mal darüber nachgedacht, dich der Astrophysik zu widmen?
Nein, keine Ahnung.
Hör zu. Besuch mich doch mal in meinem Büro.
Wenn du das ohne Hilfe geschrieben hast, sollten wir uns öfter sehen.
Das war ich nie, oder?
Entschuldigung. Tut mir leid.
Los, Edu. Wir kommen zu spät.
Wir müssen in den Kunstbau. Es geht bald los und wir trödeln rum!
Komm schon, Edu!
-Na los! -Ja, ja.
CASTING FÜR SÄNGER UND MUSIKER FÜR DIE MUSIKKLASSE
Sehr gut, danke. Ihr könnt gehen. Danke.
Nein, hören Sie. Das Mädchen vorhin hat schief gesungen.
Und sie durfte zwei Lieder singen.
Wir überziehen schon um 15 Minuten.
-Bitte geht. -Gehen wir, Òscar.
-Nein, nein, nein. -Nein.
Du nicht. Kannst du etwas allein spielen?
-Was? -Nein.
-Ich begleite ihn nur. -Wir haben keinen Gitarristen.
Es wäre toll, wenn du uns hilfst.
Na los, spiel etwas.
-Was denn? -Keine Ahnung.
Einen Song, den du magst.
Mein Herz schlägt so schnell
Wenn du mir deine Hand reichst...
Es ist eher unbekannt. Ich mag es sehr, aber ich würde lieber nicht singen.
Nur instrumental, okay?
-Schade, dass du nicht singen kannst. -Ich kann singen.
Mein Herz schlägt so schnell
Wenn du mir deine Hand reichst
Wenn du mich fragst, wie es mir geht
Fehlen mir die Worte
Aber du weißt, du weißt
Nein, du weißt, du weißt
Nichts über mich
Ich wusste nie
Wie Liebe funktioniert
Obwohl mein Herz vor Liebe
Zu dir schrie
Aus Angst und Scham verpasste ich
Die Chance
Dass du mich eines Tages
Genauso lieben würdest
Es ist so grausam, dich fortgehen zu sehen
Neben einer anderen
Und zu wissen Dass du niemals wissen wirst
Wer ich wirklich bin
Dass du niemals wissen wirst
Wer ich wirklich bin
An ihrer Stelle würde ich dich nehmen. Du warst echt gut.
Warte! Bist du professionelle Sängerin?
Nein.
Wie heißt du? Was studierst du?
Elisa Montcalm. Mathe und Physik im 2. Jahr.
Eduard Marina. Ökonomie, 4. Jahr.
Na dann, willkommen in der Musikklasse. Du fängst gleich an.
Nein, nein. Dafür habe ich keine Zeit.
Nehmen Sie doch die beiden. Sie waren wirklich gut.
Warte.
Willst du einen Kaffee trinken?
Ich sehe das Album vor mir. Es heißt wie der Titelsong.
"Endlich habe ich dich gefunden". Das neue Album von Lluís Antic.
Mit der neuen Starsängerin, der umwerfenden Elisa...
-Wie war dein Nachname? -Montcalm.
Elisa Montcalm.
Das ist zu kompliziert. Du brauchst einen Künstlernamen.
Warum?
Montcalm funktioniert nur in Katalonien. Du musst die Welt im Blick behalten.
Montcalm, Etmont, Lacmmont, Montcalm...
-Ist das nicht der beim Pica d’Estats? -Ja.
Der höchste Berg Kataloniens. Montcalm. Berge...
Du brauchst einen Namen, den sich jeder leicht merken kann.
Hohe Berge. Teide, Aneto, Mont Blanc, Kilimandscharo, der höchste...
Everest?
Elisa Everest. Klingt nicht schlecht, oder?
Elisa... Elisabeth... Elisa... Liz.
So wie Liz Taylor. Lisbeth... Ja, das ist es!
Meine Damen und Herren, die einzigartige Lisbeth Everest!
-Genial, oder? -Du bist total verrückt.
Nicht so wie du.
Ich kenne kein Mädchen, das Mathe studiert.
Und Physik.
Umso schlimmer. Mann, wie gruselig. Wie viele Mädchen seid ihr?
Sieben in Physik und drei in Mathe.
Ich und zwei andere.
Ja, schon verstanden.
Eins plus zwei ist drei.
Zählen kann ich, aber das war's dann auch.
Warum lässt du Ökonomie nicht sein und studierst Musik?
Das solltest du tun.
Hätte ich dein Talent, würde ich keinen Moment zögern.
Ach, ich habe kein Talent.
Ich kenne mich nur mit Formeln aus, sonst mit nichts.
Wenn du in Mathe nur halb so gut bist, wie du singen kannst,
dürfte Einstein die Düse gehen.
Nein, im Ernst.
Wenn sich diese einmalige Gelegenheit bietet,
wenn dieser Kerl Lluís Antic prophezeit,
dass du eines Tages eine große Künstlerin wirst...
Eine Millionärin, weltweit bekannt...
Dann hättest du ausgesorgt. Und ich...
Was?
Na ja, ich studiere Ökonomie.
-Verstehst du nicht? -Nein.
Ich wäre dein Manager.
Ich, der Jungunternehmer mit der großen Zukunft,
würde deine Geschäfte regeln.
Die Deals mit den Plattenfirmen, deine Tour...
Ich wäre der, der sich um die Zahlen kümmert.
Nein. Nicht um die Zahlen.
Eins plus zwei ist drei. Mehr weißt du nicht.
-Bei Zahlen machst du mir nichts vor. -Entschuldigung.
Außerdem brauche ich keinen Mann, der mein Leben kontrolliert.
Mir sagt, wie viel ich verdiene.
Du bist einer von denen, die glauben, dass Mädchen nur mit der Hilfe eines Kerls
etwas erreichen können.
Wir sind nur hübsch anzusehen.
Ihr macht die Arbeit
und uns erfolgreich.
-Denkst du das? -Nein.
Überhaupt nicht.
Nein, so war das nicht gemeint. Was habe ich denn gesagt?
Was habe ich gesagt?
-Elisa! Hallo! -Clara! Hallo.
-Was machst du in der Kunst-Cafeteria? -Nichts. Kennt ihr euch?
Ja. Wir studieren zusammen.
Du hast toll gesungen.
-Studierst du das jetzt? -Nein.
-Sie ist die tolle Sängerin? -Ja, das ist sie.
So ein Zufall! Wir sind seit der Kindheit befreundet.
Wie läuft's im Studium?
Es ist so lange her.
Setzt euch doch erst mal.
Es war ein Fehler. Tut mir leid.
Was ist passiert?
-Hallo. -Hallo. Darf ich reinkommen?
Ich lerne gerade.
Statistik macht mich noch wahnsinnig, aber du... Was ist das?
Gleichungen.
-Wann bist du das letzte Mal ausgegangen? -Was meinst du?
Mit Freunden, um mal ein bisschen abzuschalten.
-Vor zwei Jahren. -Ja.
Wir gehen mit morgen mit Òscar und Eduard ins Kino.
Ich soll dich überreden.
-Mit wem? -Den beiden Jungs von neulich.
Sie sind echt nett. Du hast sie sehr beeindruckt.
-Sie fragen ständig nach dir. -Warum?
-Damit du mit ins Kino gehst. -Wirklich?
-Warum? -Ich hole dich morgen um sechs Uhr ab.
Es läuft eine Woody-Allen-Reihe.
-Jetzt musst du mitgehen, du liebst Woody. -Woody?
Woody wer? Nein, kenne ich nicht.
Wenn du Nein sagst,
kommen wir alle drei her und zerren dich von deinem Stuhl.
-Mein Gott, Woody Allen. -Ich hätte noch drei sehen können.
-Mir hat es auch gefallen. -Ja?
-Ja, ich habe viel gelacht. -Klar.
Aber ich hätte nicht gleich alle sehen müssen.
-Du hast sie noch nie gesehen? -Nein.
-Keinen? -Nein.
-Und du? -Nicht diese Filme.
Haben sie dir nicht gefallen?
Ich dachte, er macht nur Komödien, Hannah und ihre Schwestern war so traurig.
Warum?
Alle belügen sich gegenseitig. Und sich selbst.
-Aber es geht doch gut aus. -Ach, wirklich?
Er bleibt bei der anderen Schwester, und sie sind glücklich.
Einer orientierungslosen und hysterischen Frau,
die keinerlei Ziele hat, bis er sie letztlich schwängert.
Klingt das nach Happy End?
Du bist ziemlich hohe Ansprüche, oder?
Inwiefern?
An andere Menschen, an dich selbst. An das Leben.
-Hey, wollt ihr etwas trinken gehen? -Warum nicht?
Ich muss gehen. Mein Vater wartet.
-Soll ich dich nach Hause bringen? -Ich nehme den Zug.
-Ich wohne in der Nähe des Bahnhofs. -Ich bringe dich nach Hause.
Okay.
-Bis dann. -Bis dann.
Bis dann.
-Bis dann. Pass für mich auf ihn auf. -Ja.
Macht's gut.
Bis dann.
Gut, dass ich angerufen habe. Er war schon besorgt.
Er macht sich ein Omelett.
Mehr kann er nicht kochen.
Lebt deine Mutter nicht bei euch?
Sie ist gestorben. Vor fast zwei Jahren.
Verdammt. Tut mir leid.
-Vermisst du sie? -Ja.
Aber wer weiß, ob sie so glücklich wäre, wenn sie noch lebte.
Es würde ihr nicht gefallen, dass ich so viel lerne.
Sie war besessen von der Idee, dass ich...
Ich weiß schon. Dass du eine Künstlerin wirst. Eine Diva.
-Clara hat es dir erzählt? -Nein, ich sehe es ähnlich.
Ich musste unweigerlich daran denken, als ich dich neulich singen gehört habe.
Mein Herz schlägt so schnell
Wenn du mir deine Hand reichst
Wenn du mich fragst, wie es mir geht
Fehlen mir die Worte
Aber du weißt, du weißt
Nein, du weißt, du weißt
Nichts über mich
Du weißt wohl auch nicht besonders viel über dich.
Wie kann man so toll singen und das studieren, was du studierst?
Warum nicht? Musik ist Mathematik. Sieh in den Himmel.
Was denkst du, ist da oben?
Alles folgt dem Kompass der Gesetze und Regeln.
Mathematische Gleichungen helfen uns, die faszinierenden Melodien zu verstehen,
die nach dem Urknall erklangen, der alles Leben ermöglichte.
Ich studiere sozusagen die Musik des Universums.
Hier wohne ich.
Okay, dann...
-Dann gehe ich jetzt. -Du weißt nichts über mich
-Das stimmt nicht, denn... -Jetzt sagst du bestimmt...
"Es ist, als würde ich dich schon mein ganzes Leben kennen."
Ich hasse solche Sätze.
Ich verpasse meinen Zug. Mach's gut.
Du hast deinen Zug verpasst. Wann kommt der nächste?
Gleich morgen früh.
Und was hast du jetzt vor?
Was hast du vor?
Ich will mit dir zusammen sein. Wenn du willst.
-Willst du? -Willst du denn?
Sieht man das denn nicht?
Wo gehen wir hin?
Meine Eltern sind zu Hause.
-Bring mich irgendwohin. -Irgendwohin?
Gibt es denn keinen Ort, den du magst?
Einen Ort, der nur dir gehört?
Du meinst...
...drinnen?
Draußen.
Nur einen.
-Bring mich hin. -Es ist ziemlich weit.
Wir haben Zeit.
-Gehst du gerne spazieren? -Nein.
Aber jetzt schon.
Darf ich dich ein zweites Mal küssen?
Ein zweites Mal?
Ein zweites Mal.
Nein.
-Du küsst mich nicht ein zweites Mal. -Du willst nicht?
Was?
-Frau... -Mann...
Ich verstehe dich nicht.
Du musst es nicht verstehen.
Na los, bring mich an diesen Ort.
Wir sind da.
Es ist nichts Besonderes.
Doch, es ist wunderschön.
Jetzt.
Was jetzt?
Jetzt können wir uns küssen.
Natürlich nur, wenn du willst.
Aber vorhin hast du doch gesagt...
...dass du nicht willst, dass ich dich noch mal küsse.
Ich dachte, dass...
-Was? -Dass es dir nicht gefallen hat.
Ich meinte, ich will keinen zweiten Kuss.
Ich will den dritten.
Den dritten?
Eduard Marina. Der Junge aus Sant Cugat.
Wie bitte?
Wie vielen Elisas bist du in deinem Leben begegnet?
"Ich verzeihe dir nicht, aber ich tanze mit dir."
Elisa?
Das bist du?
Aber das ist...
-Glaubst du an Schicksal? -Überhaupt nicht.
Sieh dir das an, ich habe Gänsehaut.
Du bist das Mädchen...
"Die total blöde Kuh".
Nein. Die, von der ich all die Jahre geträumt habe.
Hör doch auf.
Ich schwöre es.
-Du hast mich doch gar nicht erkannt. -Du mich auch nicht.
Ich wusste es von Anfang an.
Sei ehrlich. Seit wann weißt du es?
Als du deinen Namen gesagt hast, dachte ich:
"Nein, das kann nicht sein."
Aber als wir uns geküsst haben... Das war übrigens unser zweiter Kuss.
Ich fand es erst schade, dass du mich nicht erkannt hast,
aber wenn du sagst, du hast von mir geträumt...
-Ich weiß nicht, ob mir das gefällt. -Aber es stimmt.
Aber du hattest im Traum immer das gleiche Gesicht.
Ich wusste nicht, wie du mal aussehen würdest.
Wieso habe ich es nicht früher bemerkt?
Warte.
Was?
Machen wir es aufregender.
-Was? -Komm.
-Spinnst du? -Ja. Komm schon, Eduard.
Na los.
-Na los, wünsch dir was. -Was hast du vor?
Manche Momente sollten ewig andauern.
-Oder in jeder Welt wiederholt werden. -Was?
Warum hast du mich nicht geweckt?
Hallo?
Klar. Ich habe nichts Besseres zu tun, als dich zu wecken.
-Was machst du? -Ich korrigiere Prüfungen.
Heute Mittag gibt es Noten.
Ist es zu glauben, dass niemand im vierten Jahr
die Quantifizierungsmethode der Yang-Mills-Theorie beherrscht?
Im Ernst? Sie werden alle versagen, Professor Montcalm.
-Darauf kannst du Gift nehmen. -Du musst ein schrecklicher Prof sein.
-Sieh mal, der da ist in dich verliebt. -Ach ja? Woher weißt du das?
Nur Fehler. Er geht nur in deine Klasse, um dich zu sehen.
Als er sich eingetragen hat, wusste er nichts von mir.
Letztes Jahr wart ihr in einer Klasse, und jetzt gibst du ihm null Punkte.
Na ja, er hat so einen Blick...
-Fast wie... -Wie wer? Was soll das heißen?
Das war doch nur ein Witz. Wovon redest du da?
Es war nur ein Witz, verdammt.
Ich studiere noch, und du unterrichtest Ex-Kommilitonen,
die sich in dich verlieben, während du von der Quantifizierungsmethode
der "Ko-Cho-Minh"-Theorie erzählst.
Yang-Mills.
-Sage ich doch. -Lass mich, sonst werde ich nie fertig.
Willst du trockenes Brot zum Frühstück? Sonst ist nichts da.
-Mein Vater ist einkaufen gegangen. -Wirklich?
Hat er keinen Schlüssel?
Doch.
Ein Einschreiben. Ich habe unterschrieben, okay?
Klar.
Sechs Jahre?
Ja, wir werden sehen.
Ja. Eduard...
...hat kein Auge zugemacht.
Er ist die ganze Nacht auf und ab gelaufen.
Mir fällt es auch schwer, wenn ich darüber nachdenke.
Was sagt Joan?
Er ist gleichermaßen glücklich und traurig.
Eduard denkt, dass du nicht zurückkommst.
Die USA lassen ihre Genies nicht mehr aus dem Land.
"Ihre Genies"?
Wenn ihr heiratet...
...könnt ihr zusammenbleiben.
Dann würde die Entfernung eurer Beziehung nichts anhaben.
Eduard braucht dich.
Er wird nie wieder eine wie dich finden. Oder lieben.
Er hat noch nie jemanden so geliebt wie dich.
Woher weißt du das?
Ich bin seine Mutter.
Wir haben mit Manel darüber gesprochen. Wir würden euch die Wohnung überlassen.
Darüber haben Eduard und ich noch nie gesprochen.
Ich will nicht heiraten. Er hat mich nie gefragt.
Ihr habt nie darüber geredet?
Würdest du nicht alles für ihn tun, bevor du so weit und so lange weggehst?
Ich habe ihm ein Geschenk gekauft.
Ein Geschenk?
-Hallo. -Hallo.
-Hallo. -Hallo.
-Wie geht's, Mama? -Komm her, meine Liebe. Gratuliere.
Wir freuen uns wirklich sehr für dich.
Das ist ein großer Schritt.
-Ja. -Komm mit, Manel.
Komm mit in die Küche und hilf mir beim Abendessen.
Was ist denn los?
-Bonjour. -Bonjour.
Ihr könntet sparen und mich Weihnachten besuchen.
-Das dürfte schwierig werden. -Ich würde ja gerne, aber...
Ihr passt auf Eduard auf, okay?
Klar. Er wird den Mann spielen und so tun, als ginge es ihm gut.
Und dann heult er den ganzen Tag.
Wir gehen mit ihm spazieren.
Und wenn er heult, treten wir ihm in den Hintern.
Danke.
Du wirst uns sehr fehlen, Elisa.
Ihr mir auch.
Gott, ist der schwer.
Was machst du denn? Komm schon.
-Wir müssen los. -Ja.
-Lass uns fahren. -Ja.
-Edu? -Geh ruhig.
Wir warten in der Bar an der Ecke auf dich.
-Okay? -Ja, wir gehen dann mal.
Ich warte im Auto auf dich.
Mach's gut, Elisa. Und schreib uns.
Wir werden viel an dich denken.
-Sehr viel. -Ich auch.
Und wenn wir einfach nichts sagen? Wenn...
-Wie du willst. -Wir küssen uns einfach.
Wie morgens oder abends, wenn wir aufstehen oder ins Bett gehen.
Klingt vernünftig.
Hey! Bist du die Neue? Elisabeth...
Nein, sag nichts. Elisabeth Mont... Montcold.
Montcalm.
Genau.
-Nenn mich Elisabeth, das genügt. -Okay.
Das bist das also.
Die, die mich zum Zweitklügsten an der Uni degradieren wird.
Danke. Ich heiße Robert.
Das ist dein Zimmer. Meins ist gleich gegenüber.
Klopf einfach an, wenn du was brauchst. Ich bin immer für dich da.
Hier ist dein Schlüssel. Willkommen in Berkeley.
-Danke. -Ein paar von uns gehen etwas trinken.
Kommst du mit? Ich könnte dir alles zeigen.
-Vielleicht später? -Klar.
-Hey, hat mich gefreut. -Mich auch.
Tony!
Tony!
Einen Moment, Miss Montcliffe.
-Montcalm. -Montclam?
Nennen Sie mich "Everest". Lisbeth Everest.
Everest. Wie der Berg.
Ja, der Montcalm ist ein hoher Berg.
Und der Everest auch. Also nennen Sie mich Everest.
Das ist ein außergewöhnliches mathematisches Argument
mit weitreichenden Folgen für die Quantenphysik... Miss Everest.
Ich bin sehr beeindruckt.
Wir sollten diese Gleichungen Dr. Chu
vom Lawrence Berkeley National Laboratory zeigen.
Er wird bestimmt genauso beeindruckt sein. Wenn nicht sogar mehr.
Was ist? Was haben Sie?
Eduard?
Gut, ja. Ich komme gerade aus dem Krankenhaus.
Nein, ich hatte nur... eine Fehlgeburt.
Nein, ich wusste es nicht. Meine Periode ist ausgeblieben, aber...
Es geht mir gut.
Nein, ich will es meinem Vater nicht erzählen.
Ich will nicht, dass er sich sorgt.
Aber ich rufe nicht nur deshalb an.
Ich wollte dir sagen,
dass ich deinen Rat befolgt und meinen Namen geändert habe.
"Montcalm" kann keiner aussprechen.
Darum nenne ich mich ab sofort Everest. Lisbeth Everest.
Was sagst du dazu? Alle lieben es.
Wenn ich hier meinen Abschluss mache, heiße ich "Dr. Everest".
Wie findest du das? Klingt gut, oder?
Außerdem werde ich mich so für immer an dich erinnern.
Ich liebe dich und du fehlst mir.
Aber wir sollten realistisch bleiben.
Wir werden uns sehr lange nicht sehen.
Vielleicht ist es besser, wenn wir... Wenn wir getrennte Wege gehen.
Findest du nicht?
Ich muss jetzt auflegen. Ja. Ja, bis bald.
Mach's gut.
Ich hörte, du warst im Krankenhaus?
-Ist alles in Ordnung? -Ja, mir geht's gut. Danke.
Sicher?
Ich bleibe lieber hier.
Alles klar.
-Sicher? -Ja.
Okay, bis dann.
Diese Studie über die Loop-Theorie und die Theorie von Allem
ist eine der herausragendsten Leistungen, die es an dieser Uni je gegeben hat
und wird den Lauf der Wissenschaft mit Sicherheit verändern.
Meine herzlichsten Glückwünsche, Dr. Everest.
Ja! Toll, Baby!
Danke.
Ich bin so stolz auf dich, Schatz. Entschuldige... Dr. Everest.
-Danke, Robert. Ich bin so müde. -Ja.
Hast du es verstanden?
Ich habe alles verstanden!
-Gratuliere. Ich liebe dich. -Ich dich auch.
-Robert? -Ja?
Stellst du mich Dr. Morgan vor?
Ich würde gerne mit ihm über die Zukunft meiner...
...von Dr. Everest sprechen.
"Everest". Daran werde ich mich nie gewöhnen.
Wer hatte die Idee dazu?
Ich.
Nicht wahr?
Hallo.
Gratuliere.
Was sie wohl denken werden? Ich zerstöre den Mythos.
Welchen Mythos?
-Weißt du, wie man mich nennt? -Nein.
"Colder Everest." Als wäre ich kälter als der Everest.
Ich kann nicht glauben, dass du hier bist.
Ich kann nur vier Tage bleiben.
Dann bring mich bitte hier raus.
All das ist so...
Ich bin so froh, dass es so gut für dich läuft.
Die Uni-Gehälter hier sind mit unseren nicht vergleichbar.
Ja, wenn du dir ein Haus mit Garten leisten kannst,
das so groß ist wie vier Hochhäuser in Eixample,
kann ich mir vorstellen, was man hier verdient.
Ich habe es gesehen und dachte: "Das ist es."
Ich bin ständig unterwegs.
Das Haus gibt mir Ruhe.
Es hilft mir, zu mir zu finden.
Ich will auch so einen Garten. Und zu mir finden.
Das waren die besten vier Tage seit Jahren.
Und heute ist der letzte.
Geh nicht.
-Was? -Geh nicht.
-Meinst du das ernst? -Soll ich es noch mal sagen?
Ja. Sag es.
Ich will, dass du hierbleibst. Bei mir.
Flieg nach Barcelona, hol deine Sachen,
kündige deinen Job und komm so bald es geht zurück.
Ich bin bereits US-Bürgerin. Wir können heiraten.
Wir könnten Kinder bekommen. Natürlich nur, wenn du willst.
Du kannst dir hier einen Job suchen.
Oder einfach nur zu Hause bleiben und dich um mich kümmern.
Was hart genug sein wird.
Weil ich ständig auf Reisen sein werde.
Dank meiner alles verzehrenden Arbeit.
In den 12 Jahren, in denen wir uns nicht gesehen haben,
habe ich jeden einzelnen Tag an dich gedacht.
Und jetzt bist du hier.
Und ich will, dass du bei mir bleibst.
Bis wir alt sind und sterben.
Faltig und uns in den Armen liegend.
Umgeben von unseren Enkeln und, wenn möglich, unseren Urenkeln.
Das ist es, was ich mir vom Leben wünsche.
Tut mir leid, wenn ich feige war und es dir bis heute nie gesagt habe.
Ich habe dich immer geliebt. Und ich werde dich immer lieben.
Komm her.
DOKTOR EVEREST PERSÖNLICHKEIT DES JAHRES
16 JAHRE SPÄTER
"Persönlichkeit des Jahres." Und sie weiß es immer noch nicht.
-Ist sie schon gelandet? -Noch nicht.
Eduard ist so nervös. Er weiß nicht, was er noch sagen soll.
Hat sie einen Verdacht?
-Wir hoffen nicht. -Nein?
-Sie war schon in der Luft. -Ja.
Wird sie sich nicht wundern, dass wir sie nicht abholen?
Ach was, ganz ruhig.
Da ist Mama!
Papa! Mama ist da!
Hallo!
Ihr habt mir so gefehlt.
-Schatz. -Hallo, Liebes.
-Hallo. -Wie war der Flug?
Etwas gejetlagt, aber es geht schon.
-Was ist das hier? Eine Party? -Ja.
Oh! Papa, Maria!
Heute ist euer fünfter Hochzeitstag, oder?
-Ja, danke. -Ich habe ihn vergessen. Gratuliere.
-Danke. -Einen Moment, sie ist da.
Einen Moment, bitte.
-Sie kann jetzt sprechen. -Ich weiß nicht, ob ich das schaffe.
Ich muss erst mal duschen.
Schatz? Hier ist ein sehr wichtiger Anruf. Für dich.
Für mich?
Aus Stockholm.
Meine Damen und Herren,
die Frau, die die moderne Wissenschaft
und die ganze Welt revolutioniert hat, ist soeben eingetroffen.
Verehrte Gäste, wir begrüßen heute Abend
die Gewinnerin des Nobelpreises für Physik des Jahres 2022,
Dr. Lisbeth Everest.
-Elisa! -Elisa!
-Elisa! -Hier!
Was macht ihr denn hier?
-Gratuliere! -Danke.
Ich habe mein gesamtes Leben damit verbracht, das zu suchen,
wovon Einstein geträumt hat oder was ihm Kopfschmerzen bereitet hat.
Den Schlüssel zu den vier Grundkräften des Universums.
Starke und schwache Kernkraft, Elektromagnetismus und Gravitation.
Viele Wissenschaftler glauben, dass die Theorie von Allem
die Tür zu einer neuen Ära der Wissenschaft aufstoßen wird.
Aber für mich war die einzig wahre und alles vereinende Kraft stets
die Liebe meiner Familie.
Der Menschen, die es ermöglicht haben, dass ich heute hier stehe.
Ihre Geduld und Unterstützung
bringen besser als ich auf den Punkt, was dieser Meilenstein bedeutet.
Liebe.
Die Liebe ist die einzige Kraft, die dieses Universum bewegt.
Und ganz bestimmt auch denjenigen, der alle Universen durchquert und vereint.
Du bist mein Ein und Alles, Eduard. Für immer und ewig.
Vielen Dank.
Deine Mutter wäre so stolz auf dich.
Ich habe die ganze Zeit an sie gedacht.
Aber ich bin keine Künstlerin geworden.
Oh doch, das bist du.
Die einzige, die die Geheimnisse des Universums entschlüsselt hat.
Steigt ein, Kinder.
Kinder.
Ich komme ja schon.
Wir fahren ins Hotel. Kommt ihr mit, Jungs?
-Nein, danke. -Nein? Okay.
Bis später, Joan. Danke.
-Gut. Genießt das Gala-Dinner. -Gute Nacht.
-Und macht Fotos! -Ja, ja.
Eduard? Ein Mitarbeiter hat mich gerade angesprochen.
Die Königin wünscht, dass ich bei ihr mitfahre. Was jetzt?
-Komm mit uns mit, Mama. -Ich habe Hunger!
Lasst das Mama entscheiden. Es ist dein Abend, Schatz.
-Also soll ich? -Du willst doch, oder?
Sagt Mama auf Wiedersehen. Wir sehen uns später, Schatz.
Sie sind der hellste Stern des Universums, Dr. Everest.
Aller Universen.
-Ich liebe euch. Bis nachher. -Ich liebe dich auch, Schatz.
-Bis dann. -Bis nachher.
Eine Bombe im Gebäude. Ja, sicher ein Gasleck.
Alles klar, ja. Wir sollten Staus unbedingt vermeiden.
PARALLELUNIVERSEN SIND THEMA
VIELER WISSENSCHAFTLICHER THEORIEN,
DOCH IHRE EXISTENZ WURDE BISHER NIE EXPERIMENTELL BELEGT
Untertitel von: Matthias Ott
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