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EINE NETFLIX ORIGINAL SERIE
Wir wollen die Wahrheit! Wir wollen die Wahrheit!
Wir wollen die Wahrheit! Wir wollen die Wahrheit!
Wir wollen die Wahrheit! Wir wollen die Wahrheit!
12. MÄRZ 2004
Warum dauert das so lange?
Das Konzert wurde wegen der Angriffe abgesagt.
Aber sie werden es doch verschieben, oder?
Keine Ahnung.
Da ist sie!
Ja, sie ist es!
Denkst du, wir bekommen ein Autogramm?
Keine Ahnung!
21:30 UHR PALAU DE LA MÚSICA ELISA MONTCALM
VERSCHOBEN AUF 13. MÄRZ
Eduard?
Hallo.
Ich bin so froh, dich zu sehen und dass du hier bist.
Was ist passiert?
Mit mir?
Ja. Wie lange haben wir uns nicht mehr gesehen?
Keine Ahnung. Sag du es mir.
Bald sind es vier Jahre.
Vier Jahre. Natürlich. Vier Jahre.
Ja, aber...
Was?
Du siehst aus, als wären es 14 gewesen.
SIE IST ES UND SIE IST ES NICHT
Als ich dich sah, dachte ich zuerst: "Trinkt er?
Nimmt er Drogen? Wie kann er so sehr gealtert sein?"
-Ich wusste es nicht, tut mir leid. -Schon gut.
Und wie heißt deine Krankheit?
Schon gut, es ist nichts Ernstes.
Doppelt so schnell altern wie normal ist nichts Ernstes?
Machst du dir Sorgen?
Ja. Auch wenn wir uns vier Jahre nicht gesehen haben.
Du bist mir immer noch wichtig.
-Du hingegen... -Was?
Du siehst noch besser aus.
-Du scheinst rückwärts zu altern. -Was meinst du?
-Entschuldigung. Könnte ich... -Natürlich.
-Bitte. -Danke.
Es ist nur... Sie sind...
Vielen Dank.
Es könnte schlimmer sein.
-Wirklich? -Sie hätte um ein Selfie bitten können.
Ein was?
Nichts.
Gratuliere.
Ich freue mich, dass es so gut für dich läuft
und dass du so glücklich bist.
Danke.
Warum bist du zurückgekommen?
Warum?
Ja. Was hat dich dazu bewogen?
Du bist mir so viele Jahre aus dem Weg gegangen...
Dir aus dem Weg gegangen? Ich?
Wer denn sonst?
Eduard, ich trage dir das, was du mir angetan hast, nicht mehr nach.
Na ja, ich... Ich erinnere mich nicht mehr.
Wie bitte? Hat diese Krankheit etwa auch Auswirkungen auf dein Gedächtnis?
Ja. So ist es.
-Ich sehe dich an und es ist... -Als würdest du mich nicht kennen?
Du weißt nichts über mich.
Was?
Das ist der Titelsong des Albums, das ich morgen präsentiere.
Nein, du weißt Du weißt
Du weißt gar nichts über mich
Ich liebe diesen Song.
Wir haben ihn zusammen gesungen, oder?
Daran erinnere ich mich nicht.
Tut mir leid.
Ich bin auch nicht mehr böse auf dich.
Nicht mal ein bisschen. Wirklich.
Elisa?
Hallo.
Sie warten auf dich, Schatz. Entschuldigung.
-Eduard? -Ja.
Zu dir waren die Jahre wohl gnädiger. Hallo.
Elisa wird es dir erklären.
Tut mir leid, ich wollte nicht stören.
Warst du mal bei einer Probe?
Das ist ziemlich langweilig.
Unsinn, Proben sind nie langweilig. Vor allem nicht meine.
-Geh schon vor, ich komme gleich. -Ist gut.
Hätte er nicht so viel getan, würde ich mich trennen.
Ich wollte nicht... wegen mir...
Was machst du heute Abend?
-Was? -Warten sie zu Hause auf dich?
Clara und deine Kinder.
-Eigentlich nicht. -Nein?
Dann gehen wir nach der Probe zusammen essen.
Hallo.
Gleich hier vorne.
Überrasch uns mit etwas Besonderem, Xavier.
-Danke. -Natürlich.
Irgendwelche Allergien?
Bist du noch allergisch gegen Pfirsiche?
-Ja. -Also keine Pfirsiche.
-Perfekt. -Danke.
Danke.
Warst du hier schon mal?
Nein, noch nie.
Es ist teuer, aber das beste. Finde ich zumindest.
Daran zweifle ich nicht.
-Du hast sie gar nicht angerufen. -Wen?
Deine Familie.
Warum sollte ich das tun?
Um ihnen zu sagen, dass du später kommst,
dass sie nicht warten und sich keine Sorgen machen sollen?
Wie es normale Paare und Familien eben so tun.
Ja, keine Ahnung. Vermutlich.
-Willst du mein Handy haben? -Nein, nicht nötig.
Wird Clara nicht...
Elisa, Clara und ich sind nicht mehr zusammen.
Seit wann?
Seit ein paar Tagen.
-Ihr seid nicht mehr zusammen? -Nein.
Aber wann war das?
Keine Ahnung. Ich habe es vergessen.
Du hast vergessen, wann du deine Familie verlassen hast?
Nein. Verlassen, das klingt so...
Hast du sie verlassen oder Clara dich?
Weiß ich nicht.
-Lebst du noch bei ihnen oder nicht? -Nein.
Wo lebst du dann?
Bei meinen Eltern.
-Verarsch mich nicht. -Warum sagst du das?
Du weißt genau, wer in der Wohnung deiner Eltern wohnt.
Wer?
Ich!
Du? Immer noch?
Was meinst du damit?
Sind meine Eltern nach unserer Trennung nicht zurückgezogen?
-Zurückgezogen? Was meinst du? -Meine Eltern.
-Eduard, das genügt. -Was genügt?
Das ist ein Scherz, oder?
Nein, ich sagte doch, dass ich aufgrund der Krankheit Dinge vergesse.
Den Tod deiner Eltern auch?
Morgen sind genau vier Jahre seit dieser schrecklichen Tragödie vergangen.
Welcher Tragödie?
Wein?
Lassen Sie die Flasche hier. Wir bedienen uns selbst.
-Okay. -Danke.
Es ist etwas Ernstes, oder? Deine Krankheit.
Mach mir nichts vor. Deshalb bist du so komisch.
Deshalb hast du Clara und die Kinder verlassen.
Deshalb bist du hier.
Ja, es ist ernst. Sehr ernst.
Und was sagen die Ärzte?
Sie wollen nicht sagen, wann ich...
Und du? Willst du es denn wissen?
Nein. Aber so bald wird es nicht sein.
-Und Clara und die Kinder? -Sie wissen nichts.
Das ist mir lieber. Ich will nicht, dass sie sich sorgen.
-Lassen wir das. -Das kannst du ihnen nicht antun.
Ich will die Zeit, die mir bleibt, genießen.
Jeden einzelnen Moment, als wäre er der letzte.
Aber Clara...
Hör auf mit Clara, Elisa. Da ist nichts zwischen uns!
-Wovon redest du da? -Überhaupt nichts.
Sie war für mich immer nur eine gute Freundin.
-Sie ist die Mutter deiner Kinder. -Nein.
Für mich hättest du die Mutter meiner Kinder sein sollen.
Nein, wirklich.
Tu mir das nicht an.
Was ist an dem Abend passiert?
-An welchem Abend? -Vor vier Jahren.
Als ich nicht nach Hause kam.
War das der Grund, warum du...
Warum ich was?
-Dich entschieden hast... -Du bist widerwärtig.
Geh nicht. Lass mich nicht alleine.
Lass mich nicht alleine.
Ich gehe kurz auf die Toilette und weine ein wenig.
-Ich komme wieder. -Weine hier. Das fände ich gut.
Ich komme wieder.
Unter einer Bedingung: Wenn du zurückkommst, erzählst du mir,
was passiert ist.
Warum?
Weil ich nicht sterben will, ohne dich um Vergebung gebeten zu haben.
Für diesen Schmerz.
Von dem ich jetzt nichts mehr weiß.
Hast du mit ihm geredet?
Nein.
Vermutlich bei Clara.
Nein, ich rufe nicht noch mal an. Es ist immer noch...
Ja.
Ja, okay. Sagst du mir dann Bescheid?
Okay.
Ja.
Danke, Òscar. Fühl dich gedrückt. Bis dann.
Soll ich reingehen oder nicht?
-Bis dann, Lluís. -Bis dann.
-Bis morgen. -Bis morgen.
-Hallo. -Hallo.
-Hast du kurz Zeit? -Natürlich.
-Wollen wir was trinken gehen? -Nicht nötig.
Ich wollte dir nur sagen, dass... Wir machen es. Das Konzert.
-Was? -Aber...
Ich kann sonst niemanden fragen. Du musst mir einen Gefallen tun.
Hallo.
Tolle Neuigkeiten.
Eine Plattenfirma will dein Album produzieren.
Du sollst es in Barcelona präsentieren. Na, wie klingt das?
Im Ernst?
Das ist großartig.
Hier.
Es ist wunderschön.
Ja, wir sind sehr zufrieden damit.
Und ihr habt nur einen Monat gebraucht?
-Darf ich es behalten? -Klar. Es ist für dich.
Aber gib es niemandem. Es ist noch nicht veröffentlicht.
Nein, nein.
Wo ist das nächste Konzert? Ich will kommen.
Die Albumpräsentation steigt im neuen Zeleste.
Sie haben den Namen geändert. Es heißt jetzt "Razzmatazz," glaube ich.
Razzmatazz?
Ich werde da sein.
Ich habe Eduard Einladungen zu meinen Konzerten geschickt.
-Aber er... -Ja.
Er ist nie gekommen.
Er hat es zur Zeit nicht leicht.
-Das weißt du ja. -Ja, kann ich mir vorstellen.
Hier, die wollte ich dir geben.
-Was ist das? -Seine Schlüssel. Gibst du sie ihm?
Das solltest du wohl selbst tun.
Er geht aber nicht ans Telefon.
Ich sage ihm, er soll dich anrufen.
Er hört auf dich.
Ja.
Vielleicht könnten wir ja...
Elisa, meine Liebe.
Wir haben uns so lange nicht gesehen.
-Hallo, Manel. -Hallo.
Möchtest du etwas trinken?
Nein, ich bin leider etwas in Eile.
-Ich treffe... -Eduard, ja. Er kommt bald.
Setz dich, Liebes.
-Aber er... -Und deine Tasche?
Meine was?
Kommst du denn nicht mit?
Was?
Nach Calonge, übers Wochenende.
Wohin?
In das Haus in Calonge, das wir gemietet haben.
-Eduard sagte, du würdest... -Wir haben wohl zu viel gesagt.
Vielleicht war es als Überraschung gedacht.
Ja, vielleicht.
-Du wusstest es nicht? -Nein.
Ich wollte euren Sohn alleine treffen,
um ihm die Wohnungsschlüssel zurückzugeben.
Unsere Wohnung? Die Wohnung, die wir euch...
Tut mir leid, ich bin zu spät.
Bis dann. War schön, euch zu sehen.
Elisa, was ist? Was haben wir getan?
-Gar nichts. -Elisa, warte.
-Lass mich! -Warte!
-Lass mich in Ruhe. -Warte.
Warte!
Wir sind seit einem Monat getrennt und deine Eltern wissen nichts?
Was für ein Spiel spielst du?
-Welches Spiel? -Was hattest du vor?
Dass wir ein idyllisches Wochenende in der Empordà verbringen,
als wäre nichts geschehen?
Ich hätte früher kommen sollen...
Ich habe so oft versucht, dich anzurufen.
Ich habe mit Òscar und Clara gesprochen,
dich zu all meinen Konzerten eingeladen, aber du hast dich nie gemeldet.
-Es... es ging mir sehr schlecht. -Und mir nicht?
Hör auf, das Opfer zu spielen.
Ich wollte früher kommen und versuchen, dich zu überzeugen...
Wovon?
Es noch mal zu versuchen.
Und es meinen Eltern zu sagen. Ihnen beiden.
Es deinen Eltern zu sagen? Was?
Was soll das?
Man kann es noch gar nicht sehen.
Was?
Nein.
Nein was? Es ging mir schlecht.
Du bist gegangen, als ich dich brauchte. Was hätte ich tun sollen?
Mama, bitte.
Ich fahre, Papa. Ich erkläre es später. Bitte, steig ein.
Es tut mir so leid, Pere.
Danke.
-Geh zu Eduard. -Ich bin gleich wieder da.
Darüber komme ich nie hinweg.
Es tut mir so leid.
Geh jetzt.
Es wird nur schlimmer, wenn du bleibst.
Warum?
Er hat es mir gesagt. Er will dich nie wiedersehen.
Reden wir über das Phänomen Elisa Montcalm.
Sie hat über Nacht die Charts gestürmt
und bereits Platin-Status erreicht.
Nach dem unglaublichen Erfolg ihres ersten Konzerts
arbeitet die katalanische Sängerin nun an ihrem zweiten Album
und plant eine Tournee,
die sie durch ganz Europa und Amerika führen wird.
-Wir haben uns seitdem nicht gesehen? -Du hast dein Versprechen gebrochen.
Ich weiß nicht, wovon du redest.
Unglaublich, dass die Krankheit Erinnerungen auslöscht, die so...
Hast du dich schuldig gefühlt? Wegen...
Der Unfall hat dein Leben verändert. Aber meines auch.
Ja, aber in deinem Fall zum Guten.
Kommt darauf an.
Nein, kommt es nicht. Das ist offensichtlich.
Tja, du hast mich nie wieder gesehen. Aber ich dich schon.
Wirklich? Wann?
Als Joan auf die Welt kam.
Welcher Joan?
Eduard. Machst du das mit Absicht?
-Welchen Joan meine ich wohl? -Deinen Vater?
Ist mein Vater wichtig für dich?
Natürlich ist er das.
Du machst mir echt Angst, weißt du das?
Ich rede von deinem Sohn.
Jan... Joan. Mein Sohn Joan.
Natürlich, tut mir leid. War nur ein Scherz.
Du vergisst deine Kinder? Das ist heftig.
Niemals. Ich würde niemals unsere...
...meine Kinder vergessen.
Erzähl weiter. Wann hast du mich wieder gesehen?
Nein.
Immer, wenn er dich singen hört
oder im Fernsehen sieht, wird er krank.
Ich würde mich gern wieder vertragen.
Er hat geschworen, dich nie wieder zu sehen.
Und jetzt...
Na ja, dafür ist es zu früh.
Clara kümmert sich um ihn, nehme ich an?
Sie macht sich große Sorgen. Jetzt umso mehr.
Er wurde gefeuert.
Gefeuert?
Am Tag, bevor sein Kind auf die Welt kam.
-Grausam, oder? -Aber warum?
Er war nach dem Unfall neun Monate krankgeschrieben.
Aber es wurde nicht besser, als er wieder anfing.
Sie haben eine Umstrukturierung genutzt und ihn rausgesetzt.
-Und Clara? -Clara ist im Mutterschutz.
Aber sie hat keine feste Anstellung. Sie brauchten das Kind.
Was für ein Desaster. Kann ich irgendwie helfen?
Ich glaube nicht, dass Eduard...
-Sind Sie Elisa Montcalm? -Ja.
-Bekomme ich ein Autogramm? -Klar.
Ich liebe Ihre Stimme. Ihr Album ist toll.
-Es verkauft sich gut, oder? -Ja.
-Danke. -Danke.
Wiedersehen.
Bekomme ich auch eins?
Der Ruhm hat auch seine Schattenseiten, was?
Er hat recht.
Es geht mir sehr gut. Ich schwimme förmlich im Geld.
Deshalb...
Edu ist viel zu stolz, um Geld von dir anzunehmen.
Na ja, wenn er nicht will...
musst du mir eben helfen.
Ich wollte es dir zeigen, seit ich es gekauft habe.
Wirklich?
Òscar hat es so gut wie möglich geheim gehalten,
aber als nur dein Bruder kam, war das ein Schlag ins Gesicht.
Du hast ihn bevollmächtigt, um mich nicht sehen zu müssen, oder?
Ja. Ich musste mein Versprechen halten.
Ja.
Na ja, jetzt kann ich dir ja danken.
-Wofür? -Dass ihr es mir verkauft habt.
-Ich brauchte das Geld. -Ich habe alles umgestaltet.
Aber wenn du genau hinsiehst, erkennst du es wieder.
Ja. Man sieht, dass du ein Faible für Kunst hast.
Na ja, das ist es, was ich mache.
Musik ist Kunst.
Ja, natürlich. Ich meinte nur...
Du warst eine so tolle Dozentin.
Das habe ich nur ein Jahr gemacht. Und es war so viel Arbeit.
Du hattest eine großartige Zukunft an der Uni.
-Würdest du zurückgehen? -Darüber habe ich nie nachgedacht.
Du sagtest immer, du hättest Kunst studiert,
weil du so gerne das Talent anderer analysierst.
Aber jetzt, da du...
Sei ehrlich, was ist dir lieber?
Was meinst du?
Beobachtest du lieber andere? Oder lässt du dich lieber beobachten?
Na ja, wenn man es so sagt, klingt es womöglich überheblich, aber...
-Letzteres. -Ja.
Natürlich.
Du hast dich verändert.
Aber weniger, als du glaubst.
Könnte sein.
Also, gefällt es dir oder nicht?
Es ist komisch.
-Also nicht. -Das habe ich nicht gesagt.
-Du findest es "komisch". -Es gefällt mir.
Ich kenne dich doch.
Du weißt nichts über mich.
Sei ehrlich.
Warum hast du dein Versprochen gebrochen?
Sieht man das nicht?
Nein. Was meinst du?
-Siehst man mir das nicht an? -Was?
Vielleicht hätte ich dieses Lied ja singen sollen.
"Du kennst mich nicht"?
Du kennst mich nicht.
Warum?
Weil du nicht weißt, wer jede Nacht von dir geträumt hat,
nachdem du gegangen warst.
Daran warst du selbst schuld.
Dass du gegangen bist?
Ich bringe die, die ich liebe, immer dazu zu gehen.
Warum?
Das solltest du wissen.
Ich weiß es aber nicht. Hilfst du mir, es herauszufinden?
Kannst du das denn mit deiner Krankheit?
Was?
Mit mir schlafen.
Ob ich ihn hochkriege? Oder ob es ansteckend ist?
Wie unromantisch.
Ich sage, ich träume von dir, und du zuckst nicht mal mit der Wimper.
Ich konnte ja nichts sagen.
Weil du sofort die Drama-Karte gespielt hast.
Was meinst du?
"Ich bringe die, die ich liebe, immer dazu zu gehen."
So ist es eben.
Der Unfall war nicht deine Schuld.
Sag das noch mal.
Der Unfall war nicht deine Schuld.
Elisa...
-Was ist das? -Nichts.
-Zeig her. -Nein, es ist nichts.
-Lass das, nicht anfassen! -Warum?
Weil ich es sage!
Willst du es mir nicht verraten? Was ist das?
Damit kann ich Universen durchqueren.
-Na los, sag schon. Was ist das? -Das habe ich doch.
Hat es mit deiner Krankheit zu tun?
Ja. Damit nehme ich meine Medikamente zu mir.
Sie gelangen so direkt in die Blutbahn.
Ich will nicht, dass du stirbst.
Ich auch nicht.
Elisa?
Elisa?
Ich sehe mir den Sonnenaufgang an.
So wie damals, als wir kaum älter waren als diese beiden.
-Hast du lange gewartet? -Nein.
Ich war damals hier.
Hast du wirklich daran gedacht?
Mich auf die Gleise zu stürzen? Nie.
Hast du je daran gedacht?
Ich habe es getan.
-Was? -Ich habe es getan. Genau hier.
-In einer anderen Welt. -Ach so. Eine Metapher.
Nein.
-Nein. -Du bist von hier gesprungen?
Genau, als der Zug kam.
Und was ist passiert?
Ich bin gestorben. Ich wurde zerquetscht.
Zerquetscht.
Im wahrsten Sinne des Wortes. Über das ganze Gleis verteilt.
Da und da.
Wie reizend. Und warum hast du es getan?
Aus Schuldgefühlen wegen des Todes deiner Eltern?
Nein.
Wegen dir. Und unserer Kinder.
-In einem anderen Universum. -Natürlich.
Einem der Universen, in die du reist, wenn du auf diese Lichtlein drückst.
Ja.
Ich habe mir auch Universen vorgestellt, in denen ich alles anders gemacht habe.
Wer tut das nicht?
Vor allem in den letzten Jahren.
Was wäre passiert, wenn...
Wenn du und ich nicht...
Wenn du an diesem Abend nach Hause gekommen wärst und ich nicht...
Soll ich es dir sagen?
Soll ich?
Ich wäre nach Hause gekommen und hätte dir etwas vorgeheult.
Dass ich bei dir bleiben würde, wenn du das wolltest.
Dass ich mich um unsere Kinder kümmern würde.
Das erste Kind wäre ein Mädchen gewesen. Aber nicht Carlota, sondern...
Carla. Wie Carlota, nur moderner.
Ja, Carla.
Ein tolles Mädchen. Clever wie ihre Mama. Anders als die anderen.
Wie wären so glücklich gewesen, dass wir noch eins bekommen hätten.
Diesmal einen Jungen. Aber keinen Joan.
-Nicht wie dein Vater, sondern... -Jan.
Wie Joan, nur moderner.
Jan.
Ein toller Junge, der uns zum Lachen gebracht und mit Küssen überhäuft hätte.
Wir wären eine tolle Familie gewesen.
Nur wärst du keine berühmte Sängerin geworden,
sondern hättest in Kunstgeschichte promoviert.
-Was ja nicht so schlecht gewesen wäre. -Nein, nicht schlecht.
Und jetzt wären wir vier glücklich und hätten keinerlei Probleme.
Unsere Liebe füreinander würde alles wettmachen.
Zum Beispiel, wenn wir langweilige Jobs hätten
und unser Leben eine Aneinanderreihung schrecklicher Klischees wäre.
Schrecklicher als in jedem Hollywood-Film, den man sich vorstellen kann.
Unsere großartigen Kinder
würden erwachsen werden und uns Enkel schenken,
und wir beide würden in hohem Alter in unserem Bettchen sterben,
Händchen haltend und uns ewige Liebe schwörend.
-Nett, oder? -Nein. So nicht.
Gib mir einen Vertrag für dieses Paradies.
Ich würde sofort unterschreiben.
Aber es gibt keine Welt, kein Universum, in dem das passieren würde.
Es muss aber eines geben. Es muss einfach so sein.
Wie ergibt all das sonst Sinn? Warum zum Teufel bin ich sonst hier?
Kannst du mir das sagen?
Dass wir Sex hatten, gibt dir kein Recht, mich anzuschreien.
Oder so zu behandeln.
Tu mir einen Gefallen und lass mich los.
Tut mir leid.
Es tut mir wirklich leid, dass du krank bist.
Aber hör auf, mit mir oder meinen Gefühlen zu spielen.
Du bist hierhergekommen.
Ja, aber um zu lachen und an die alten Zeiten zu denken.
Nicht, um mir so einen Unsinn anzuhören,
Ich bin nicht dein Besitz.
Ich bin nicht hier, um dir Kinder zu schenken
und dir die Angst vor dem Alter zu nehmen.
Ich bin ich selbst und damit basta!
Ich habe übrigens auch eine Regel gebrochen, bedauerlicherweise.
Welche Regel?
Ich ficke nie mit irgendjemandem am Abend vor einem Konzert.
Ich bin nicht "irgendjemand".
Beim Ficken bist du wie jeder andere auch.
Beeil dich, wenn du frühstücken willst.
Ich habe in zwei Stunden ein Fernsehinterview.
...hat unter den Anwesenden für heftige Reaktionen gesorgt.
Was bedeutet, dass keiner der beiden Politiker
weitere Wut vermeiden können wird.
-Danke, Lupe. -Danke.
Nach den Angriffen in New York dachte ich: Was kommst als Nächstes?
-Aber so nah... -Es werden viele weitere folgen.
In London, Paris, Nizza, Manchester, Brüssel, Berlin...
-Du willst mir nur Angst machen. -Es wird geschehen.
Und Barcelona?
In Barcelona auch. Aber nicht so bald.
Wie kannst du in so einer Zeit Scherze machen?
Ich wünschte, es wäre ein Scherz.
Es ist so abscheulich, dass wir mit Politikern leben müssen,
die uns anlügen und so mittelmäßig sind.
Die Sozialisten werden sie morgen rauskegeln.
Die Umfragen sagen etwas anderes. Der Neue wirkt auch nicht besonders toll.
Er wird ein paar gute Dinge tun. Am Anfang.
Welche Dinge?
Uns aus dem Irak-Krieg abziehen, die Homo-Ehe legalisieren...
Das wird nichts.
Aber viel mehr nicht. Er wird sieben Jahre regieren.
Danach folgt eine Wirtschaftskrise, die Rechte erstarkt.
Als wäre nie etwas passiert. Katalonien wird im Chaos versinken.
Was für ein Chaos?
Die Unabhängigkeitsparteien werden die Wahlen gewinnen und...
Katalonien wird 2014 ein eigener Staat.
Nein. 2014 wird es nur ein verwässertes Abkommen geben,
aber ein paar Jahre später, nach den Angriffen in Barcelona,
werden sie die Katalanische Republik ausrufen.
Ach, hör doch auf. Keinen Quatsch mehr, bitte.
Tut mir leid, wenn ich vorhin etwas grob war.
Nein. Mir tut es leid. Ich habe so getan, als hätte es diese vier Jahre nie gegeben.
Ich denke nur ungern daran zurück, wie abhängig ich von jemand anderem war.
Ich habe an der Kasse ein Ticket auf deinen Namen hinterlegt.
Falls du kommen möchtest.
Das Taxi zum Sender ist da.
Ja. Ich fahre gleich zum Konzert. Ich komme nicht noch mal nach Hause.
Ich habe alles vorbereitet.
-Danke, Lupe. -Begleitet Sie der Herr?
Nein, nein. Ich fahre lieber öffentlich.
Ich mache einen kleinen Ausflug.
Nimm doch mein Auto.
Nein. Stell dir vor, mir würde etwas mit deinem Auto passieren.
Was sollte denn passieren?
Ein Unfall. Noch einer.
Bis später.
Ein starker Charakter, was?
Tja, ich fange lieber gar nicht erst an.
Aber sie ist eine tolle Frau.
Danke.
Ach, Tere.
Ich weiß nicht, ob das gut ist.
Clara wird es nicht falsch verstehen?
Absolut nicht. Sie wird es zu schätzen wissen.
Sie ist sehr besorgt.
Eduard ist wie in einem Tunnel. Und er kommt da nicht mehr heraus.
Es ist gut, dass du ihn aufmuntern willst.
Du bist sein einziger Freund.
Es wird dir gut tun, ihn ein wenig abzulenken.
Diese Friedhofsbesuche jedes Jahr sind schrecklich.
Hörst du?
Aber sollte ich ihm helfen?
Keine Ahnung. Er hat schreckliche Schuldgefühle.
Es gibt nichts, was ihn überzeugen könnte,
dass er nicht schuld am Unfalltod seiner Eltern ist.
Es sind vier Jahre vergangen.
Wir wollten ja gar nicht gehen,
aber er zwingt uns dazu, und Pere will ihm nicht widersprechen.
Okay.
Sie sind da.
Hallo.
Hallo.
-Alles gut? -Alles gut.
-Wie geht's? -Hallo.
-Wie geht's? -Sehr gut.
-Siehst gut aus. -Und dir?
-Gut. -Und dir, Kleiner?
Tante.
Wie läuft's?
-Hallo, Süßer. -Wann seid ihr gekommen?
-Wie geht's? -Wie läuft's?
Ihr zwei, was? Sehr gut!
Was sagt sie?
Lass uns was essen oder trinken gehen, Edu.
-Der Flug war lang. -Ein andermal.
-Ein andermal. -Komm schon.
Ich bin sehr müde, ich...
Nein, nein. Wir reden später.
Es würde euch gut tun.
Ihr habt euch ewig nicht gesehen.
Wir reden später. Kommt.
-Na los. -Gehen wir.
Wir reden später.
Ja. Benimm dich, Joan.
-Willst du vorne sitzen? -Nein, ist schon gut.
-Ich gehe hinter. -Nein, nein.
Dann kann ich mit Carla quatschen.
-Gut. -Worüber willst du reden?
Na ja, über alles Mögliche.
-Dürfen wir jetzt nicht mal mehr reden? -Ich würde Ruhe bevorzugen.
Ich sollte bei Òscar bleiben. Dass er alleine babysittet...
-Ja. -Nein, Liebes.
-Er hat es angeboten. -Clara?
Du kommst mit zum Friedhof. Ich fahre nicht allein.
Du fährst doch mit deinem Bruder. Mit dem ich nicht mal reden darf.
-Du machst es mir sehr schwer, Eduard. -Bitte, Clara. Steig ein.
Ich tue das nicht absichtlich.
Das wollte ich nicht. Tut mir leid. Bitte, steig ein.
Guten Abend.
Vielen Dank.
Wer mich kennt, weiß, dass ich bei Konzerten nicht gerne rede.
Ich singe lieber.
Aber dieses Konzert ist aus zwei Gründen etwas Besonderes für mich.
Also mache ich heute eine Ausnahme.
Den ersten Grund nenne ich Ihnen jetzt gleich.
Und den zweiten etwas später, vor meinem letzten Song.
Wir alle wurden heute Zeugen einer schlimmen Tragödie.
Die Untauglichkeit einiger Politiker,
die uns in einen Krieg geführt haben, den das Volk nicht wollte,
hat in dieser Woche den Tod hunderter Menschen verursacht.
Sagen wir Nein zu jeder Form der Gewalt,
und fordern wir diese Politiker dazu auf, uns nicht länger anzulügen.
Wir wollen die Wahrheit!
Wir wollen die Wahrheit! Wir wollen die Wahrheit!
Wir wollen die Wahrheit! Wir wollen die Wahrheit!
Wir wollen die Wahrheit! Wir wollen die Wahrheit!
Und jetzt...
Mein Herz schlägt so schnell
Wenn du mir deine Hand reichst
Wenn du mich fragst, wie es mir geht
Fehlen mir die Worte
Aber du weißt, du weißt
Nein, du weißt, du weißt
Nichts über mich
Nein, du weißt nichts über sie
Sie, die nachts von dir träumt
Der Name auf deinen Lippen
Mein Spiegelbild in deinen Augen
Du siehst mich nur als Freund
So war es schon immer für dich
Aber du weißt, du weißt
Nein, du weißt, du weißt
Nichts über mich
Ich wusste nie
Wie Liebe funktioniert
Obwohl mein Herz vor Liebe
Zu dir schrie
Aus Angst und Scham verpasste ich
Die Chance, dass du mich eines Tages
Genauso lieben würdest
Es ist so grausam, dich fortgehen zu sehen
Neben einer anderen
Und zu wissen Dass du niemals wissen wirst
Wer ich wirklich bin
Zu wissen Dass du niemals wissen wirst
Wer ich bin
Danke.
Vielen Dank.
Vielen Dank.
Und jetzt, zu guter Letzt,
verrate ich Ihnen den zweiten Grund,
warum dieser Abend so besonders für mich ist.
Es ist so besonders,
weil ein guter Freund endlich...
Nun, er ist mehr als nur ein Freund.
Viel mehr als ein Freund.
Er ist der einer Menschen, die ich in meinem Leben am meisten geliebt habe.
Aber bis heute hat er es noch nie zu einem meiner Konzerte geschafft.
Und darum möchte ich ihm den folgenden Song widmen.
Sie streicht ihr Haar weg Und mit etwas Glück
Sehe ich noch einmal ihre Augen
Ich kann den Schmerz derer nicht verhindern
Die direkt ins Licht blicken
Das Glück ist trügerisch Selbst wenn es das Licht berührt
Ich will nicht sagen, dass ich es mag Falls sich alles in Rauch auflöst
Wenn das nicht die Liebe ist Die meinen Bauch mit Schmetterlingen füllt
Sondern das Leben und ich es ziehen lasse Jetzt, da es vor mir steht
Danke, dass du an diesem besonderen Abend hier bist, Eduard.
Nein, Elisa!
Elisa, ich bin hier! Ich bin hier!
-Ich bin hier. -Edu, was tust du denn?
Elisa!
-Edu, setz dich hin. -Ich bin hier!
Untertitel von: Matthias Ott
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