All language subtitles for Die falsche Prinzessin - Teil 1[de]

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Original subtitles

Es war einmal ein Königreich, aber es war

anders als die anderen Königreiche.

Das Schloss des Königs war im Nebel gehüllt

und um seine Zinnen fegte der Wind.

Und es herrschte tiefe Traurigkeit in diesem Reich.

Der König wusste nicht, wie man empfindet, wenn

man glücklich ist.

Seine über alles geliebte Königin war seit langer

Zeit krank und konnte ihm kein Kind schenken.

Die berühmtesten Ärzte hatten vergeblich versucht, sie zu

heilen.

Doch ihr Zustand blieb unverändert.

Ohne einen rechtmäßigen Thronerben müsste König Hamil zugunsten

seines jüngeren Bruders, des grausamen Prinzen Migal, abdanken.

Khaled, ich bin hier, um mir zu holen,

was ihr mir schuldet.

Los, komm her, du Feigling.

Wenn ihr nicht zahlt, werde ich das Dorf

in Brand stecken.

Verzeiht, Prinz Migal, wir haben die Abgaben bereits

gezahlt.

Ich selbst habe sie überbracht.

Du wagst das, Abgaben zu nennen?

Der König braucht keine Almosen.

Für das, was ihr Almosen nennt, haben wir

ein Jahr lang hart gearbeitet.

Die Abgaben sind viel zu hoch.

Gut, gut.

Ich verstehe.

Das soll ja Ihr Aufstand sein.

Nein, Prinz Migal.

Doch ich finde, ihr könnt uns nicht wegnehmen,

was wir nicht haben.

Aber du hast dein Haus, Khaled.

Also nehme ich dir dein Haus, mein Freund.

Vorwärts.

Nein, bitte nicht, nicht mein Haus.

Meine Frau erwartet ein Kind.

Nein, tut das nicht.

Ich bitte euch im Namen meines Kindes, dass

man zur Welt kommt.

Martin, wir nehmen ihn mit los.

Nein, bitte nicht, ich flehe euch an.

Nein, nein, hört auf, das dürft ihr nicht

tun.

Das soll euch allen eine Warnung sein.

Nein, lasst ihn los, lasst ihn los.

Khaled wird der erste aus eurem Dorf sein,

der im Gefängnis zur Brunne geht.

Und morgen Vormittag trete ich vor mein Volk

und verkünde, dass ich zugunsten meines Bruders abdanke.

Nein, nein, das kann nicht die richtige Entscheidung

sein.

Dass es für uns immer noch eine andere

Möglichkeit gibt, weißt du genauso gut wie ich.

Davon will ich nichts wissen, hör bitte auf.

Doch, doch, tu es, Hamil.

Du musst mich verstoßen.

Nein, ich könnte dich niemals aufgeben.

Du weißt, dass dein Bruder sehr ehrgeizig ist.

Wie lange wird er sich damit zufrieden geben,

nur Thronfolger zu sein?

Sieh mal, wen ich dir hier bringe.

Deine Untertanen haben keinen Respekt vor dir.

Sie wagen es, sich wegen der Abgaben zu

beklagen.

Und du, glaubst du, du machst dich bei

unserem Volke beliebt, indem du ihm ständig Angst

einjagst?

Damit komme ich weiter als du, Hamil.

Denn du unternimmst nichts.

Ich liebe mein Volk, Miguel.

Und ich kenne meine Pflichten.

Ich verkünde morgen Vormittag meine Entscheidung.

Aber jetzt bin ich noch König.

Du wirst diesen Mann sofort wieder freilassen.

Ich habe nicht die Absicht, mich lächerlich zu

machen, Hamil.

Tu, was ich dir befehle, lass ihn sofort

frei.

Ich sagte sofort!

Gewiss, Majestät, mit dem größten Vermögen beuge ich

mich eurem Wunsch.

Lass ihn frei.

Aber natürlich nicht sofort, ein klein wenig soll

er unsere Gastfreundschaft genießen.

Was ist aus deiner Würde geworden, Hamil?

Ein König darf so nicht handeln.

Willst du dein Reich in die Hände dieses

grausamen Miguel geben?

Aber was soll ich denn sonst tun?

Die Königin kann kein Kind bekommen.

Unser Gesetz schreibt uns vor, dass der König

verpflichtet ist, seinem nächsten Verwandten den Thron zu

überlassen, wenn er keine Nachkommen hat.

Glaubst du wirklich, dass es keine andere Lösung

gibt?

Es gibt eine, Hamil.

Es gibt eine andere.

Den Turm auf der schwarzen Insel.

Der Turm auf...

Aber das hat noch niemand gewagt.

Aber dein Thron und das Glück deines Volkes

sind ein geringes Wagniswert.

Das ist dein letzter Ausweg, Hamil.

Geh dorthin und kehre mit einem Sohn zurück.

Wie kommt man hier hinein?

Wo ist hier ein Tor?

Man betritt den Turm dort, wo man ihn

nie wieder verlässt.

Wer spricht zu mir?

Geh weiter, dann wirst du uns sehen.

Aber überlege es dir gut, ehe du es

hast, den Turm zu betreten, Fremder.

Denn der bewundernswerte und mächtige Epos, der Herr

und der Meister aller Magie dieser Welt, der

Epos wünscht, niemals vor Vergangenlosigkeiten gestört zu werden.

Ich bin König Hamil.

Ich komme, weil ich Hilfe brauche.

Hilfe für mein Reich.

Schleck dein Schwerfeder zurück in die Scheibe und

bereite dich darauf vor, dass du mich vor

unserem mächtigen Herrn und Meister zu Boden werfen

musst.

Wer hat dir erlaubt, dich zu bewegen?

Du musst mich vorher um Erlaubnis bitten.

Wie konntest du es wagen, in die Einsamkeit

meines Reiches einzubringen?

Epos, Herr im Reich der schwarzen Magie.

Ich flehe dich an, Epos.

Niemand außer dir kann mir helfen.

Ich gebe dir alles, was du verlangst.

Weißt du nicht, dass ich stets einen sehr

hohen Preis für meine Hilfe fordere?

Ich bin bereit, mit meinem Leben zu zahlen.

Glaubst du, dass das ein hoher Preis ist,

Hamil?

Sonst habe ich nichts.

Ich bitte dich, Epos.

Erfüll mir meinen Wunsch.

Heute Nacht noch muss ich wissen, ob er

in Erfüllung geht.

Denn sonst ist mein Reich verloren.

Warum willst du dieses Kind und warum sofort?

Aus Liebe zu meinem Volk und aus Liebe

zu meiner Königin.

Aus Liebe?

Ein edles Motiv.

Ich bekomme dein Leben, wenn ich dir helfe?

Nein.

Bitte sag nicht nein.

Geh nicht fort, Epos.

Warst du nicht in Eile?

Das hier nicht, das nicht, das nicht.

Das nützt mir auch nichts.

Aber was machst du denn da, Epos?

Du hast mir meine Bitte doch abgeschlagen.

Das bezog sich auf dein Leben.

Das will ich nicht.

Aber trotzdem sollst du ein Kind haben.

Mich hat noch nie jemand um eine gute

Tat gebeten.

Ich bin gespannt, ob es mir gelingt.

Das werde ich dir nie vergessen, Epos.

Ich werde dir ewig dankbar sein.

Sieben Tropfen Seelenextrakt.

Ein wenig Bodensatz von Klugheit.

Eine Prise Erde und Asche vom Königsfeuer.

Der Same einer männlichen Pflanze.

Und ein wenig konzentrierte Luft.

So.

Und nun folge mir, Hamil.

Komm mit.

Bevor es abkühlt, müssen wir es mit Quellwasser

aus den tiefsten Tiefen des Erdballs versetzen.

Wasser aus den Quellen, aus denen alles hervorgeht.

Da drüben, Hamil, da siehst du die Essenz

aller Zauberkräfte.

Das ist die Urkraft der Natur, aus der

das Leben in allen seinen Formen entsteht.

Dieses Magma wird den Urstoff meiner Magie.

Und aus diesem Magma wird das Leben deines

Kindes geboren.

Eins.

Zwei.

Drei.

Drei Tropfen.

Gib mir die Hand.

Ich brauche drei Tropfen Blut von dir.

Wie könnte es sonst dein Kind sein?

Und jetzt beeil dich.

Die Königin muss es trinken, bevor die Sonne

aufgeht.

Ich denke daran, bevor die Sonne aufgeht, sonst

war alles umsonst.

Und noch etwas, Hamil.

Du darfst mich nicht noch einmal um Hilfe

bitten.

Und vor allem merke dir eines, Hamil.

Wenn jemand erfährt, wie du zu diesem Kind

gekommen bist, wirst du sterben.

Ich habe es unter der Maske nicht mehr

ausgehalten.

Schnell, jetzt muss ich mich aber beeilen, bevor

die Sonne aufgeht.

Das wäre geschafft.

Jetzt muss ich nur alles wieder zurückstellen, an

den richtigen Platz.

Ich hatte heute Nacht einen Traum.

Eigentlich war es ein Albtraum.

Ich träumte, dass du mich an der Nase

herumführst und heimlich meine Zauberkünste missbrauchst.

Und ich befürchte, dass es nicht nur ein

Traum war.

Du hast mich erwischt.

Lügen hilft mir sowieso nicht.

Das war kein traummächtiger Epos.

Ich habe heute Nacht so getan, als ob

ich du wäre.

Du hast es gewagt, meine Zauberkunst zu missbrauchen.

Das hast du wirklich gemacht.

Du hast es gewagt.

Niemand darf Epos herausfordern.

Komm sofort hierher, du unvollschämter Bengel.

Ich habe dir die große Ehre erwiesen, dich

zu meinem Zauberlehrling zu machen.

Und du spielst dich jetzt schon als Zaubermeister

auf.

Zum Donnerwetter, wo versteckst du dich?

Ich mache hier oben nur die Spinnweben weg.

Komm sofort zu mir runter.

Glaube ja nicht, dass du deiner gerechten Strafe

entgehen wirst.

Warum willst du mich denn bestrafen?

Ich will nicht länger wie ein Kind behandelt

werden.

Ich bin schon hundert Jahre bei dir und

ich bin noch keinen Zentimeter gewachsen.

Richtig.

Und du wirst auch nur dann wachsen, wenn

ich es will.

Du wirst so lange ein Kind bleiben, bis

du deine Zauberlehre abgeschlossen hast.

Ich werde dich erst wachsen lassen, wenn du

alles, wirklich alles gelernt hast.

Du brauchst ja gar keinen Lehrling.

Du willst ja nur ein Sklaven.

Hier, meine Liebste.

Sag nichts.

Hier, nimm das.

Vertrau mir.

Mund stellen, ich bitte keine Fragen.

Trink, was in diesem Gefäß ist.

Und vertrau mir bitte, meine Liebste.

Dann wird aus einem Kuss Leben geboren.

Ich flehe dich an, tu, was ich dir

sage.

Vertrau mir.

Das ist meine größte, genialste Erfindung.

Ich habe hoch oben in den höchsten Sphären

des Himmels einen riesigen Spiegel gebaut.

Er spiegelt das Geschehen auf dieser Welt in

tausenden von Bildern wider.

Er kann Bilder von allen Orten und allen

Reichen einfangen, ganz gleich, wie weit sie entfernt

sind.

Das muss ja wirklich ein wunderbarer Zauberspiegel sein.

Und was geschieht dann, wenn er diese Bilder

eingefangen hat?

Dann schickt er sie zur Erde zurück.

Auf einen Spiegel, der in diesem Gerät hier

untergebracht wird.

Und dann, wenn die Bilder hier gespeichert sind,

kann ich alles sehen, was auf der Welt

geschieht.

Na, komm her, hilf mir.

Es ist verrostet.

Ich habe das Gerät seit Jahrhunderten nicht mehr

benutzt.

Ach, was interessiert mich schon?

Das Leben dieser dummen, nichtsnutzigen, menschlichen Welt.

Ich lese.

Haben wir nicht da einen Grund zum Glücklichsein?

Er ist der schönste Junge im ganzen Königreich.

Er ist geboren.

Ich habe es geschafft.

Das, was du geschaffen hast, werde ich zerstören.

Nein, tu das nicht.

Bestrafe mich.

Aber tu dem Kind nichts Böses an.

Los, los, los.

Wo steht ihr verdammten, dummen Geschöpfe?

Aufwachen, ich habe euch gerufen.

Tut bloß nicht so, als würdet ihr mich

nicht hören.

Ich weiß ganz genau, wo ihr euch versteckt

habt.

Los, wach auf, Koss.

Was ist denn hier passiert?

Warum soll ich aus meinem Winterschlaf aufwachen?

Los, komm sofort raus hier.

Und dasselbe gilt auch für dich, Loss.

Na komm, hör auf, spiel nicht den Hund.

Du bist jetzt ein Mensch.

Los, los, los.

Dich habe ich eben auch gemeint.

Aufstehen.

Ich weiß nicht mehr, was ich mit euch

machen soll.

Ich dachte, ich hätte euch ein ganz besonderes

Geschenk gemacht und euch in Menschen verwandelt.

Aber ihr benehmt euch nach wie vor wie

Tiere.

Das ist vielleicht ein tolles Geschenk, aber wir

hatten nicht darum gebeten.

Als Hund ging es mir besser.

Und ich war eine sehr liebe, gehorsame Katze.

Was ihr auf mir gemacht habt, spricht nicht

gerade für euch.

Ich war nur eine kleine Maus und mein

großer Traum war, eine Fledermaus zu werden, aber

kein menschliches Wesen.

Ich entscheide darüber, was ihr seid.

Einer von euch dreien muss sofort zu Prinz

Miguel.

Wer meldet sich freiwillig?

Er!

Ich!

Warum denn ich?

Warum gerade ich?

Ich habe doch gesagt, du wolltest doch eine

Fledermaus werden.

Ja, ja, wunderbar.

Ihr geht zu dritt zum Prinzen Miguel und

zwar schnell wie der Blitz.

Weckt ihn und sagt ihm, der König hat

heute Morgen einen Sohn bekommen.

Nein, Freunde, das bitte nicht.

Das darf doch wohl nicht wahr sein.

Wie hast du uns genannt?

Du hast ihm Freunde gesagt.

Hast du denn immer noch nicht begriffen, dass

wir drei missratene Kreaturen sind?

Wir sind keine Menschen und deshalb können wir

nicht seine Freunde sein.

Ich habe gesagt, ihr geht sofort.

Nein, nein, nein, nein.

Ich glaube nicht, dass das auch für mich

geht.

So, und jetzt wird Miguel das, was du

angerichtet hast, wieder aus der Welt schaffen, du

unverschämter, freicher Zwerg, du.

Mach schon, weckt ihn auf, weckt ihn auf

los.

Wir gehen ab, wir gehen ab.

Weckt ihn auf, weckt ihn auf los.

Komm, aufwachen, aufwachen.

Der König hat einen Sohn bekommen und wenn

er ihm erst sein Volk gezeigt hat, dann

kannst du den Tod für immer vergessen, das

musst du verhindern.

Ja, das musst du verhindern.

Aufwachen, aufwachen.

Na los.

Der König, einen Sohn.

Einen Sohn!

Ich bin

stolz auf dich, mein Sohn.

Du bist ein süßes Kind, du bist mein

ein und alles und heute wird dein Vater

dich dem Volke zeigen und niemand wird es

mehr wagen, sich des Thrones zu bemächtigen.

Der gehört eines Tages dir.

Wer bist du?

Du wagst es mich zu bedrohen.

Ich bin dein König!

Nicht mehr lange gibt uns das Kind niemals!

Wache!

Wache zu mir!

Gib mir meinen Sohn wieder!

Gib mir meinen Sohn!

Nein!

Wer seid ihr?

Gib mir mein Kind!

Nein!

Nein!

Mein Sohn!

Mein Sohn!

Halt dich fest!

Halt dich fest!

Mein Sohn!

Oh nein!

So, mein Kleiner, jetzt bist du wieder schönsaugt.

Aber wer bist du denn?

Wer bringt es fertig, so ein kleines Wesen

wie dich einfach auszusetzen?

Komm, mein Kleines, komm.

Ich nehme dich mit.

So, wo Platz für einen ist, da ist

auch Platz für zwei.

Ich bin arm, ich besitze nichts.

Ich habe nichts als meine Tochter und die

hat nicht mal einen Vater, der sie verteidigen

könnte.

Ich bitte euch, tut uns nichts, ich flehe

euch an.

Ich bin es, der dich anflehen muss.

Ich bitte dich, hör mich an, ich bin

der König.

Ich habe meinen einzigen Sohn verloren.

Und wenn ich jetzt ohne Erben zum Schloss

zurückkehre, dann besteigt mein Bruder meinen Thron.

Ich brauche einen Erben, verstehst du?

Nein, nein, Meister, ich verstehe nichts.

Was wollt ihr damit sagen?

Was wollt ihr damit sagen?

Du hast mich sehr gut verstanden.

Gib mir deine Tochter, ich mache sie zur

Königin.

Aber meine Tochter ist das Einzige, was ich

habe.

Bitte nicht.

Bitte trennt mich nicht von ihr.

Keine Angst, ich werde euch nicht trennen.

Nein.

Du kommst mit ins Schloss, du wirst ihre

Anne sein.

Du wirst sie betreuen.

Und sie lebt im Schloss als meine Tochter.

Und du bist immer mit ihr zusammen.

Ich bitte dich.

Du hast die Wahl.

Bitte vertraue mir.

Entscheide dich.

Ah!

Anzieher!

Karl, endlich haben sie dich freigelassen.

War es sehr schlimm für dich.

Ich war sehr traurig, weil du nicht hier

warst.

Aber jetzt bist du zurück und alles wird

gut.

Komm, sieh sie dir an.

Sieh sie dir an?

Ach, das sind ja zwei.

Dann hatten wir also zwei Stammeltern.

Sind sie nicht wunderschön?

Aber einer ist nicht wie uns.

Was?

Ich habe dich zu lieb, darum muss ich

dir die Wahrheit sagen.

Nur einer von den beiden ist unser Sohn.

Der andere ist...

Er ist von jemandem ausgesetzt worden, der weniger

glücklich ist als wir.

Welcher von beiden ist es?

Welcher ist unser Sohn?

Das sind sie beide, Kaleb.

Ich glaube, du hättest als Vater nur Kopf

zerbrechen, wenn du wüsstest, welcher von beiden unser

Sohn ist.

Du verstehst bestimmt, was ich meine.

Dein Herz hat sich noch niemals geirrt.

Also einen von beiden nennen wir Leonardo.

Dann heißt er wie dein Vater.

Und den anderen...

Ademaru.

Nach meinem Vater.

Und du, du wirst jetzt entscheiden, wer Leonardo

und wer Ademaru ist.

Ich bringe dir deine Tochter zurück.

Meine Tochter?

Ja, es ist ein Mädchen an mir.

Wie merkwürdig.

War nicht von einem Jungen die Rede?

Ja, dann kann sie...

Nein, sie kann nicht Rundfolgerin werden.

Darüber wird das Volk befinden, Migal.

Hier ist eure Prinzessin.

Die Prinzessin.

Dieses entzückende Mädchen ist eure Prinzessin.

Seht her, das ist eure Prinzessin.

Sie ist ein so hübsches Kind.

Sie ist zu zart und darum nenne ich

sie Mirabella.

Und an euch ist es jetzt zu entscheiden,

ob ihr sie als Thronfolgerin annehmt.

Ich bin der Thronfolger!

So will es das Gesetz.

Ich habe ein Anrecht auf den Thron.

Und nicht dieses...

dieses...

anzückende Kind.

Gib sie mir wieder, Miguel.

Den übt ihr nicht, dass du angerichtet hast.

Gib ihm die Prinzessin, Miguel!

Gib sie dem König zurück!

Das ist der Wille des Volkes, Miguel.

Und dem musst du achten!

Aber ja.

Ja, natürlich respektiere ich den Willen unseres Volkes.

Einen Moment.

Erweise deiner Prinzessin die Ehre.

Auf die Knie!

Dies ist unsere Prinzessin.

Und sie wird unsere Sonne sein.

Wir lieben dich.

Und wenn du eines Tages den Thron besteigst,

dann wirst du einen neuen König auswählen.

Einen neuen König, der an deiner Seite das

Reich regiert.

Danke, Mirabella!

Und ich bitte dich, denk an all das,

was du gelernt hast, Mirabella.

Sei immer gerecht, aber auch streng.

Ja, und ich darf niemandem trauen.

Und ich darf nicht unnachgiebig und gebieterisch sein.

Ja, ja, ich weiß, Sariba.

Ich denke an alles.

Ich kann lächeln auf Befehl.

Ich werde nicht weinen, auch wenn mir danach

zumute ist.

Ich kann auf etwas verzichten und meine Gefühle

beherrschen.

Und vor allem weiß ich, was ich einmal

werden muss.

Ich werde Königin, Sariba.

Das vergesse ich bestimmt nicht.

Du gibst acht, dass ich immer daran denke.

Ach, ich bitte dich, mein Kind.

Heute ist ein ganz besonderer Tag.

Komm, geh weiter.

Du siehst wunderschön aus.

Prinzessin Mirabella.

Ach, mein Herz.

Hi.

Mirabella.

Du warst bisher nur meine Tochter.

Aber mit dieser Krone wirst du auch zur

Prinzessin dieses Königreiches.

Nimmst du diese Ehre und die mit ihr

verbundene Verantwortung an?

Ja, ich nehme diese Ehre an, mein Vater,

mein König.

Und ich hoffe aufrichtig, dass ich niemals vergesse,

dass sie auf Barmherzigkeit und Gerechtigkeit gegründet ist.

Gut, meine Tochter.

Ich kröne dich hiermit zur Prinzessin unseres Königreiches

und unseres geliebten Volkes.

Liebe auch du es von ganzem Herzen.

Denn eines Tages wirst du seine Königin sein.

Dessen will ich mich würdig erweisen.

Ich verneige mich vor eurer Schönheit, Prinzessin.

Ich bin nicht nur gekommen, um euch die

Ehre zu erweisen.

Ich gebe euch auch Gelegenheit, eure Entschlusskraft zu

beweisen und Gerechtigkeit.

Die beiden Gefangenen.

Warum denn ausgerichtet?

Geht weiter!

Bewegt euch los!

Ich habe normalerweise das Recht, Gefangene wie diese

zu beurteilen.

Aber ich gebe diese Ehre weiter, um mit

Freude darauf zu verzichten und euch dies als

erste Amtssammlung zu übertragen.

Ihr sprecht das Urteil.

Das kannst du tun, Mirabella.

Das wird eines Tages deine Aufgabe sein.

Halte dich an das, was ich dich gelehrt

habe.

Ich muss gnädig, aber streng.

Und ich muss der Rechte im Gut sein.

Ruhe!

Ihr könnt erst mal anzureden.

Und den Blick sehen, wenn die Prinzessin an

mich werft!

Hört auf, Migal!

Sagt mir, wer ist man sie beschuldigt.

Sie werden desgleichen Vergehens beschuldigt.

Sie haben gestohlen.

Sie wurden nachts überrascht, als sie versuchten, aus

der Küche des Königspalastes die Vorräte des Königshauses

zu stehlen.

Und warum habt ihr das getan?

Sie haben es getan, weil sie...

Euch habe ich nicht gefragt.

Ich will, dass die Gefangenen sich selbst verteidigen.

Also bitte, antwortet mir.

Meine Kinder waren hungrig, verehrte Prinzessin.

Ich habe sieben Kinder.

Und ich kann nicht arbeiten.

Ich habe ein krankes Bein.

Ich kann kaum noch laufen.

Aber trotzdem konntest du stehlen gehen.

Da war dein krankes Bein plötzlich geheilt, nicht

wahr?

Ich hatte nicht nach eurer Meinung gefragt.

Und ihr?

Warum habt ihr gestohlen?

Ich...

Ich habe auch viele Kinder.

Er ist ein Lügner!

Er hat gestohlen, damit er seine Spielschulden bezahlen

kann.

Er ist ein Dieber, ein Betrüger!

Und das wissen alle!

Stimmt es, was die Leute sagen?

Er ist ein Dieber!

In beiden Fällen kann ich den Diebstahl nur

misswilligen.

Aber kann man einen Vater verurteilen, der für

seine hungernden Kinder stiehlt?

Ich lasse ihm gegenüber Gnade weiten.

Und ich ordne an, dass man ihn freilässt.

Und zwar auf der Stelle.

Und außerdem soll er Arbeit hier im Schloss

erhalten.

Arbeit, die er auch im Sitzen verrichten kann.

Und der andere Gefangene?

Es gibt keine Rechtfertigung für das, was er

der Gemeinschaft angetan hat.

Und deshalb verurteile ich ihn zu ihm.

Wozu verurteilt ihr ihn?

Habt keine Angst, das auszusprechen, Prinzessin.

Gebt uns ein Beispiel, eure Anschlusskraft.

Und darum wisst ihr, dass dieser Mann zum

Tode verurteilt werden muss!

Majestät!

Majestät!

Ich bitte euch, seid barmherzig!

Habt Mitleid!

Ich seh' euch allen!

Ich will nicht sterben!

Laden!

Bitte!

Ich bitte euch!

Laden!

Zum Tode also?

So wie ich das Gesetz verlange.

Im Morgengraben wird der Gefangene hingerichtet!

Nein!

Laden!

Nein!

Laden!

Nein, nimm

sie noch nicht ab.

Lass dich anschauen, mein Kind.

Eine Prinzessin.

Eine echte Prinzessin.

Aber ich bin keine glückliche Prinzessin.

Nein, das bin ich nicht, Vater.

Das Erste, was ich als Prinzessin tun musste,

war, einen armen Mann zu verurteilen.

Und das wegen einer Kleinigkeit.

Aber das Volk hat es von dir verlangt.

Es wollte deine Willenskraft auf die Probe stellen.

Nein, das war Migal!

Und das Volk hat getan, was er wollte.

Komm, denk bitte nicht mehr daran.

Dies sollte ein heiterer Tag für dich sein.

Und ich möchte dir gerne etwas schenken.

Wünscht dir etwas, Mirabella.

Dann lass diesen Mann bitte wieder frei.

Ja, begnadigt ihn.

Wenn ich das täte, würde ich meiner Tochter

ein Geschenk machen.

Nicht aber der Prinzessin.

Ich bitte euch, beweist, dass ihr gütig seid.

Willst du nicht lieber ein schönes Pferd haben?

Ein Schmuckstück vielleicht?

Oder ein neues Kleid?

Nein, ich wünsche mir nur das Leben dieses

Mannes.

Sonst möchte ich nichts.

Mirabella, ich kann ein Urteil von dir nicht

aufheben.

Schon gar nicht am Tag deiner Krönung, das

musst du verstehen.

Dann will ich nichts von euch geschenkt haben.

Du musst dich nicht sofort entscheiden.

Denk darüber nach.

Jeden Wunsch, ganz gleich, was es ist, werde

ich dir erfüllen.

Sariba!

Wo ist Sariba, meine Ame?

Ich weiß nicht, Prinzessin.

Sariba!

Mirabella?

Aber ich wäre doch in euer Gemach gekommen,

Prinzessin.

Wir müssen etwas unternehmen, bevor es zu spät

ist.

Komm mit.

Aber was ist denn passiert?

Du warst so schön, meine Kleine.

Ich habe dich bewundert.

Dann hast du ja auch miterlebt, wozu ich

gezwungen wurde.

Du hattest keine Wahl, du hast nur deine

Pflicht getan.

Nein, das habe ich noch nicht.

Jetzt tue ich meine Pflicht.

Das ist für den Kerkermeister.

Und das hier ist für den Henker.

Der zum Tode Verurteilte muss heute Nacht noch

fliehen.

Bist du doch bei Sinnen, wenn der König

das bemerkt?

Es wird niemandem auffallen.

Außerdem kümmert sich keiner mehr um diesen Mann.

Das war doch nur ein symbolisches Urteil.

Aber es wird Wirklichkeit, wenn du nicht sofort

den Kerkermeister bestehst.

Ich helfe dir, dich umzuziehen und dann werde

ich.

Nein!

Dazu habe ich die Zofen.

Dich brauche ich, um diesen Mann zu retten.

Es gibt hier im Palast niemanden sonst, dem

ich vertrauen kann.

Du bist überaus großherzig und gütig, Mirabelle.

Das macht mich sehr glücklich.

Nein, das stimmt nicht, Sariva.

Ich tue es nicht, weil ich gütig bin.

Der Gedanke, am Tod eines armen Menschen schuld

zu sein, ist mir unerträglich.

Ich kann nicht darüber entscheiden, ob jemand sterben

soll.

Ich will es nicht.

Hast du gehört?

Sie nimmt ihr Schicksal auch nicht hin.

Genau wie ich.

Das ist wahr.

Ihr seid euch sehr ähnlich.

Ihr seid beide sehr selbstbewusst.

Sie weiß, was sie nicht will, aber nicht,

was sie will.

Ich weiß aber genau...

Oh, ja, ja.

Du weißt natürlich genau, was du willst.

Ja, das weiß ich.

Ich will kein Kind mehr sein und immer

bloß bei dir den Lehrling spielen.

Ich glaube, ich habe dir oft bewiesen, dass

ich...

Sag mal, hörst du mir überhaupt zu?

Ich muss dir nicht zuhören, um zu wissen,

was du willst.

Ich weiß sogar, was für eine Geschichte du

dir in diesem Moment ausdenkst.

Was denn für eine Geschichte?

Was für eine Geschichte?

Ich meine die, die du angefangen hast.

Ich meine die Geschichte von der falschen Prinzessin.

Oder sollte ich sagen, vom echten Prinzen und

dem armen Mädchen?

Jetzt wirst du sehen.

Deine Akteure sind inzwischen erwachsen.

Deine Mirabella ist jetzt eine Frau.

Und auch er, dieser Alimaro oder vielleicht auch

Leonardo, egal welcher, sind jetzt Männer.

Und sie reagieren auf die Reize eines hübschen

jungen Mädchens.

Na, soll ich mit der Geschichte weitermachen?

Ja, ich kann es gar nicht mehr erwarten.

Also offensichtlich sind die beiden dazu bestimmt, sich

kennenzulernen.

Sich ineinander zu verlieben.

Du wirst schon dafür sorgen, dass das geschieht.

Nicht wahr?

Dann könnte Mirabella den jungen Mann heiraten, der

geboren wurde, um König zu werden.

Ja, genau so ist es.

Und dann werden sie für immer zusammenbleiben.

Und sie werden glücklich sein.

Oh, wie schön für sie.

Aber das ist deine Geschichte und nicht meine.

Na, wollen wir sie nicht zusammen weitererzählen, Gammesh?

Ja?

Aber ich bin nicht sicher, dass sie dann

so zu Ende geht, wie du es dir

erhoffst.

Ich fordere dich heraus, Gammesh.

Weißt du, mein Junge, das Leben der Menschen

ist ein Kampf.

Der Kampf zwischen Zufall und Unordnung.

Oder dem, was die glücklichen Schicksal nennen.

Du und ich, wir werden jetzt Schicksal spielen

für diese Prinzessin Mirabella.

Und du, du vertrittst die Gute Macht.

Und welche Rolle spielst du?

Das Unglück?

Oder machst du alles kaputt?

Ich bin das Chaos.

Überleg's dir gut, willst du immer noch mit

mir spielen, Gammesh?

Und worum wollen wir spielen?

Na ja, weißt du, wenn es dir gelingt,

dass diese hübsche Prinzessin tatsächlich diesen armen Jungen

heiratet und dass der wahre Kronprinz den Thron

besteigt, hast du gewonnen.

Und das bedeutet natürlich, dass du besser bist

als ich.

Und ich dich darum folglich nicht länger als

Zauberlini behalten kann.

Und dann werde ich wachsen.

Und dann werde ich ein Mann sein.

Und ich werde gehen dürfen.

Und was, wenn ich verliere?

Also, dass du mich das noch fragst.

Sollte der rechtmäßige Thronfolger nicht König werden, dann

habe ich gewonnen, Gammesh.

Und du, du wirst bis in alle Ewigkeit

ein Kind bleiben müssen, mein demütiger Diener.

Na, nimmst du die Herausforderung an?

Ich nehme an.

Abgemacht.

Der erste Zug ist deiner.

Und für meinen ersten Zug brauche ich Kuss,

Los und Los.

Habt ihr nicht gehört?

Ihr kommt sofort her oder ihr könnt was

erleben.

Wir haben keine Zeit zu verlieren.

Ah, was ist denn jetzt schon wieder los?

Andauernd wird man hier gestört.

Einer war uns ja noch nicht genug, jetzt

haben wir zwei.

Wisst ihr, warum der uns so nervig anstarrt?

Ich hab mir vorgestellt, wie ihr ausseht, wenn

ihr als Frauen verkleidet seid.

Hat man dir nicht beigebracht anzuklopfen?

Warum macht ihr ein so finsteres Gesicht?

Ich glaube allerdings, dass Melancholie euch auch gut

steht.

Wie kannst du es wagen, in meine Gemärche

einzudringen?

Du weißt, es ist verboten.

Es war bis gestern jedem untersagt, die Thronerbin

unseres Reiches zu sehen, aber vom heutigen Tag

an, nach eurer Krönung, gilt dieses Verbot Gott

sei Dank nicht mehr.

Und das macht mich sehr glücklich.

Denn nachdem ich euch heute gesehen habe, gehe

mich nicht mehr zur Ruhe, könnte ich euch

nicht wiedersehen.

Hör auf mich zu bedrängen und verschwinde!

Das letzte Mal, als ich euch sah, da

wart ihr noch ein kleines Mädchen, aber das

Leben hinter Maun ist euch gut bekommen, denn

jetzt seid ihr eine wunderschöne Frau.

Hör auf damit, lasst das sein und verschwinde,

sonst werde ich die Wachen rufen.

Ach wisst ihr, früher oder später, schon bald

werdet ihr einen Mann suchen müssen, der den

Thron besteigt.

Und ich glaube nicht, dass ihr hier bei

Hof einen besseren findet als mich.

Verschwinde endlich!

Es gibt viele hübsche fremde Prinzen.

Die sind auch nicht besser als ich, Prinzessin.

Ihr werdet sehen, ich habe recht.

Na und dann nehme ich eben keinen Prinzen

zum Mann.

Dann suche ich einen Ehemann unter den Würdenträgern.

Einen Adligen könnte ich nehmen oder jemanden aus

dem Volk.

Aber niemals dich!

Und jetzt verschwinde!

Wir vergeuden hier nur Zeit.

Früher oder später werdet ihr doch meine Frau.

Ich habe gesagt, verschwinde!

Warum ist das alles so schwer?

Warum hat eine Prinzessin nur Aufgaben und Pflichten?

Gibt es einen Ort, an dem jeder das

sein darf, was er will?

Und nicht sein muss, was die anderen wollen?

Nein, diesen Ort gibt es sicher nirgendwo.

Oh, doch doch, die Gifte ist!

Wer spricht denn da?

Wer hat sich in meinem Zimmer versteckt?

Mäu!

Aber wer seid ihr denn?

Und warum spioniert ihr mir nach?

Wir spionieren euch doch nicht nach, verehrte Königin,

Prinzessin.

Wir haben nur aus Zufall alles mitgekriegt, das

wollten wir gar nicht.

Ihr bringt doch eure Knochen in Ordnung an,

wenn eure Kleider da sind.

Ja, wir sind gerade zu Zofen ernannt worden

und Zofen müssten doch die Kleiderschafen...

Ja, ich würde sagen, wir sind gerade zu

eurem Zofen ernannt worden.

Ja, aber warum versteckt ihr euch?

Habt ihr vielleicht Angst vor mir?

Wir sind furchtbar schüchtern, Prinzessin, und hübsch sind

wir auch nicht.

Es geht doch nur für dich.

Aber warum?

Wer hat sie denn?

Sie hat lange in einem Land gearbeitet, wo

es nur Katzen gibt, und dafür darf sie

sich an diese Tierchen anpassen.

Sag mal, gibt es den Ort, wo man

sein kann, wenn man sein will?

Ja, genau, sicher, darum sind wir ja hier,

nicht wahr?

Nein, lass mich das sagen.

Es ist insatz des Flusses, nur ein paar

Stunden, wenn man galoppiert.

Ja, es ist ein Dorf, und da sind

alle Menschen fröhlich, und jeder tut nur das,

was er tun will.

Und ab heute wird dort das große Erntefest

gefeiert, da wird gesungen, gesungen, gesungen.

Ja, ja, gefeiert.

Und die Mädchen aus allen Nachbardörfern kommen dorthin,

um sich einen Verlobten aufzusuchen.

Ja, auch für sie gibt es besonders schöne

junge Männer.

Tolle Kerle.

Wie heißen die denn noch?

Ja, genau.

Zwei Mädchen gibt es hier bei Hof sicher

nicht.

Die sind schön, stark und...

Ach, übertreib doch nicht dunkel.

Dieses Dorf ist jedenfalls genau der Ort, den

ihr sucht.

Dieses Erntefest ist im ganzen Königreich berühmt.

Es dauert einen Tag und eine Nacht, und

alle haben unheimlich viel Spaß.

Ich würde gerne in diesem Dorf sein.

Na, aber das ist doch kein Problem.

Keiner wird euch erkennen, wenn ihr euch als

harme Frau verkleidet.

Ihr habt wirklich an alles gedacht.

Warum eigentlich?

Na, in unserem ersten Arbeitstag wollten wir alles

besonders mitmachen, verehrtes Prinzessin.

Das ist doch kein Problem.

Kommt schon, weiter.

Halt, wer seid ihr?

Wo wollt ihr hin?

Sind die Tropfen der Prinzessin Mirabelle?

Ja, und das ist unsere ungewaschene Wäsche, die

wir waschen müssen.

Ja, richtig, dieser Topf ist auch voll.

Einen Moment.

Warum wollt ihr denn einfach so hinaus?

Kommt, lasst euch mal ansehen.

Wollen wir uns nicht verabreden?

Ich werde bald abgelöst.

Ich werde noch drei Freunde mitbringen.

Ja, gern, sehr gern.

Ja, bring zehn Freunde mit.

Wenn die ungewaschene Wäsche gewaschen ist, kommen wir.

Ja, der hübsche, charmante Schnurrbett.

Zuerst wird ungewaschene Wäsche gewaschen, und dann haben

wir frei.

Und dann wird geschnurrt.

Aber du, du schnurrst natürlich mit mir, du

hübsches Kätzchen.

Ja, das mach ich erst.

Ich glaube es einfach nicht.

Das ist das erste Mal, dass ich das

Schloss verlasse.

Das wird nicht das letzte Mal sein.

Da, da steht das Pferd, das wir für

euch gesattelt haben.

Danke.

Und hopp.

Und wisst ihr auch, wie ihr zu diesem

Dorf kommt, Prinzessin?

Ich habe oft vor den Landkarten gesessen und

habe mir vorgestellt, wie alles aussieht.

Ich kenne jeden Winkel, jeden Fluss im Land,

jeden Wald.

Ich kenne jedes Dorf.

Und ihr werdet sehen, wie schön es in

Wirklichkeit ist.

Es wird bestimmt wunderschön sein.

Ich weiß nicht, wie ich euch danken soll.

Auf Wiedersehen.

Viel Spaß.

Ansonsten, verehrte Prinzessin, die sollen alle grün werden

von eins.

Ha, ha, ha.

Schnelle, schnelle, Schnelle!

Weiter.

Laufen!

Weiter.

Nein, Schwuß!

Ich will auch einen Kuss.

Ich auch.

Und jetzt

alle zum Fluss.

Los, kommt

her.

Einer gegen alle.

Na, wer wagt es?

Ba, ba, ba, ba.

Alle weg.

Und jetzt bist du dran.

Ba, ba, ba, ba.

Na, kommt hier ran, du.

Ja, du, da kommt jemand.

Was macht ihr denn?

Mit solchen VNTs kämpft man nicht, hm?

Ich habe

ein sehr schönes Mädchen gesehen, aber ich weiß

nicht, wo sie ist.

Die wird weggelaufen sein, als sie mich gesehen

hat.

Hört auf, hört auf!

Hört auf, hört auf!

Danke.

Na, sieh mal an.

Es gibt dich wieder.

Und ich habe eben gedacht, du bist eine

Erscheinung.

Was hast du denn?

Schmeckt dir unser Essen etwa?

Nein, ich habe keinen Hunger.

Aber du hast schon den ganzen Nachmittag nichts

gegessen.

Ich habe dich so angesehen, wie du mich

angesehen hast.

Ich habe dich nicht angesehen.

Ach nein, dann siehst du mich aber jetzt

ein.

Ach, deshalb willst du nichts essen.

Es ist dir zu früh.

Dürfen unsere Gäste so behandelt werden?

Ja, das sieht schon besser aus.

Die Gäste bekommen natürlich das beste Stück.

Und welches Stück magst du am liebsten?

Ich sagte doch schon, ich habe keinen Ruf.

Ich werde dich bitten.

Ich hoffe, dieses Stück ist groß genug.

Und was soll ich damit machen?

Hineinbeißen.

In meinem Dorf isst man aber nicht so.

Aber esst ihr denn nicht mit dem Mund?

Bei uns isst man nicht mit den Fingern.

Wenn du unbedingt willst, kannst du es selber

essen.

Erst wenn du abgebissen hast, dann wissen meine

Lippen, wo es am besten schmeckt.

Warum hast du nicht gleich gesagt, dass du

tanzen willst?

Nimm sofort deine Hände weg.

Wer hat dir erlaubt, mich zu berühren?

Deine Augen.

Die Art, wie du mich ansiehst.

Du hast mich wohl eben nicht verstanden.

Ich sagte, du kannst mich loslassen.

Worte lügen manchmal, Augen aber nicht.

Darum tue ich weiter, was sie mir befehlen.

Ich befehle dir, mich loszulassen.

Ach, ist das in eurem Dorf so üblich,

dass die Frauen den Männern befehlen?

Ja.

Hier bei uns ist es genau umgekehrt.

Und du bist hier Gast, also musst du

achten, was hier üblich ist.

Wenn du mich nicht sofort loslässt, lasse ich

dich fest.

Schreie ich.

Lass los oder ich schreie.

Ja, komm, schrei.

Daran bin ich gewöhnt.

Die Mädchen schreien immer nach mir.

Ich höre deine Scheue nicht.

Willst du nicht mehr schreien?

Ich konnte es nicht erwarten, dich wiederzusehen.

Und aus welchem Dorf kommst du?

Und wie heißt du?

Willst du dir hier einen Mann suchen?

Nein, ich bin nicht zum Heiraten hier.

Na, wie schön.

Dann ist es für mich ganz und gar

ungefährlich, wenn ich dich küsse.

Nicht schlecht, hm?

Das hat mir überhaupt nicht gefallen.

Na, dann müssen wir es eben nochmal versuchen.

Nein, bleib hier.

Wo willst du hin?

Bleib hier.

Ich muss dir noch einen Kuss geben.

Ich muss dir noch einen Kuss geben.

Weißt du, was die Mädchen hier für einen

Kuss von mir geben würden?

Du bist abgewöhnt und unerträglich.

Na, komm.

Aber vielleicht hatte ich ja auch noch nie

jemanden geküsst.

Dir werde ich schon Achtung beibringen.

Sei still.

Hab keine Angst.

Und bitte nicht schreien.

Sonst kommt Leonardo, wenn er dich hört.

Du versprichst mir nicht zu schreien, wenn ich

die Hand wegnehme.

Ja?

Ja, brav so.

Sehr gut.

Wo hast du dich versteckt?

Er verschwindet gleich.

Aber er wird nicht aufhören, nach dir zu

suchen.

Du bist die Erste, die ihm nicht zu

Füßen liegt.

Ich hab gehört, wie du ihn behandelt hast.

So was ist ihm noch nie passiert.

Mein Bruder nimmt sich, was er will.

Das ist dein Bruder?

Ja, aber Leonardo ist ein guter Kerl.

Wir mögen uns.

Wir sind zusammen geboren, aber wir sind sehr

verschieden.

Ja, du bist hier drin und er ist

auf der Wiese.

Ich hab dir nicht wehtun wollen, aber ich

dachte, du wolltest vor ihm fliehen.

Ja, ich wollte vor ihm weglaufen.

Aber warum hast du bei dem Fest nicht

mitgemacht?

Ich hatte keine Lust.

Das ist nichts für mich.

Was soll man denn auf einem Fest, wenn

man nicht tanzen kann?

Wenn man nicht beim Wettlauf mitmachen, auf einen

Pfahl klettern kann oder...

Also du bist nicht so wie dein Bruder.

Ja, aber ich fühle mich wohl so, wie

ich bin.

Sonst würde ich von ihm von früh bis

spät hören, Ademaro, bitte tu das.

Ademaro, tu das.

Ademaro, warum tanzt du nicht?

Ademaro, warum spielst du nicht für uns?

Du kannst spielen.

Ja, die Flöte.

Aber ich spiele nur für mich.

Möchtest du, dass ich für dich etwas spiele?

Nein, dann gehen wir doch das ganze Dorf

angelaufen.

Aber ja, ich bin dumm, nicht wahr?

Um ehrlich zu sein, ich weiß eigentlich überhaupt

nicht, was ich hier soll.

Ich glaube, ich sollte verschwinden.

Ich kenne mein Schicksal und ich leide darunter.

Bitte verzeih mir, ich glaube, ich langweile dir.

Nein, ganz und gar nicht.

Es geht mir wie dir.

Mein Schicksal, dem ich folgen muss, gefällt mir

nicht.

Und deshalb verließ ich mein Dorf und kam

hierher.

Ich wollte eine andere Welt kennenlernen.

Und das habe ich.

Heißt das, dass diese Welt dir auch nicht

gefällt?

Nein, ganz bestimmt nicht.

Sie gefällt mir sehr.

Hier im Dorf seid ihr nicht allein.

Ihr lacht und seid fröhlich.

Da, wo ich leben muss, haben die Menschen

Angst voreinander.

Und die Pflicht ist wichtiger als alles andere.

Und die Liebe?

Ist die Pflicht auch wichtiger als die Liebe?

Ah, du bist verliebt in jemanden, den du

nicht lieben darfst.

Wie kommst du darauf?

Ich bin nicht verliebt.

Sehe ich so aus?

Du siehst traurig aus.

Man kann traurig sein, auch wenn man verliebt

ist.

Aber es gibt nichts Schöneres als die Traurigkeit,

wenn man verliebt ist.

Die spürt man im Innersten, im Bauch, im

Herzen.

Du hast ein empfindsames Herz.

Du musst jemanden sehr geliebt haben.

Ja.

Und sie?

Es gibt sie nicht.

Ich will damit sagen, sie ist nur ein

Traum, eine Fantasie.

Ich träume davon, dass ich ihr irgendwann mal

begegne.

Und ich weiß, sie wird mich erkennen, wenn

ich ihr begegne.

Und ich werde sie sofort erkennen.

Aber wie ist das denn möglich?

Ich werde ihr in die Augen sehen.

Und ich frage mich nicht, ob sie mich

will.

Ich werde ihr nichts beweisen müssen.

Und ich muss mich für sie nicht besonders

hervortun oder bei ihr Bestätigung suchen.

Denn in den Augen dieses Mädchens werde ich

meine Augen wiederfinden.

Und wenn so etwas geschieht, was muss man

dann tun?

Das Wort muss gibt es da nicht mehr.

Dann gibt es nur noch ich will.

Denn wenn ein Mensch weiß, was er will,

weiß in diesem Moment die Seele, was zu

tun ist.

Und wenn es die Augen wissen, weiß es

der Mund dann auch?

Ja, weil das Herz uns sagt, dass wir

nicht sprechen sollen.

Denn es gibt kein Wort, das mehr sagt

als ein Kuss.

Und, bist du sicher, dass dieser Ademaro die

richtige Wahl ist?

Er ist so gefühlvoll und so empfindsam wie

ein Poet.

Und ein guter Mensch ist er auch.

Aber einer passt nicht zu ihr.

Und er ist außerdem viel zu schüchtern, wie

könnte der jemals herrschen.

Aber dieser Leonardo, das ist der geborene Führer,

er ist kraftvoll, der geborene Sieger.

Er hat all die Eigenschaften, die man zum

Herrschen benötigt.

Nein, der ist grob anmarschend und oberflächlich.

Aber der ist der wahre Prinz.

Nein, das ist Ademaro.

Ach komm, sei still, du hast doch keine

Ahnung.

Wer hat ihn denn gemacht?

Du vielleicht?

Ich hab die Zutaten zusammengesucht und ich find's

wunderbar, dass sich Mirabelle an Ademaro verliebt hat.

Ach ja?

Hat sie sich in ihn verliebt?

Bist du da ganz sicher?

Sieh doch mal, wen sie trifft.

Na ja, schon gut, schon gut, wir werden

ja sehen.

Jetzt darf ich aber die Geschichte weiterspinnen und

das tue ich auf meine Art.

Na, sieh mal einer an.

Hier hast du dich also versteckt.

Alle Achtung, mein Bruder, aus dir ist sie

ein richtiger Verführer geworden.

Lass sie bitte in Ruhe, sie will nichts

von dir wissen.

Ach nein, bist du sicher?

Ich hab jetzt leider keine Zeit für dich,

meine Schöne.

Und du hilfst mir, los, fass mit an.

Wo willst du hin?

Komm zurück!

Bleib hier, bleib hier!

Ich weiß noch nicht mal, wie du heißt.

Sag mir, wie du heißt.

Ich warte morgen auf dich.

Komm zu den Ruinen im Wald.

Erst wenn du abgebissen hast, dann wissen meine

Lippen, wo es am besten schmeckt.

Es gibt sie nicht.

Ich will damit sagen, sie ist nur ein

Traum, eine Fantasie.

Ich träume davon, dass ich ihr irgendwann mal

begegne.

Und ich weiß, sie wird mich erkennen, wenn

ich ihr begegne.

Und ich werde sie sofort erkennen.

Mirabella, wo bist du?

Sariba, ich bin heute Nacht im Dorf gewesen.

Oh Gott, du hast das Schloss ganz allein

verlassen?

Gütiger Gott, sieh mal, wie du aussiehst.

Das darfst du doch nicht tun.

Weißt du denn nicht, was du riskierst, wenn

du so etwas tust?

Stell dir vor, wenn dein Vater das erfährt.

Er erfährt es nur, wenn du es ihm

erzählst.

Kein Mensch hat mich wegreiten sehen.

Ach, komm, hör auf.

Keine Strafpredigt, bitte.

Ich bin so glücklich.

Ach, wenn du wüsstest, Sariba.

Du weißt nicht, was es mir bedeutet, wenn

ich hier mal rauskomme.

Er ist so lieb und...

Also, einen Eher gibt es auch.

Natürlich gibt es einen.

Ich habe auf dem Fest einen jungen Mann

kennengelernt.

Und stell dir vor, ich habe ihn geküsst.

Er ist furchtbar schüchtern und so sanft.

Ich mag ihn sehr, sehr gern.

Er ist eben genau wie ich.

Ah, darf ich fragen, seit wann du schüchtern

und sanft bist?

Nein, ich meine es nicht so wie du.

Er fühlt sich auch unverstanden.

Er sagt, dass sein Leben anders als in

seinen Träumen verläuft.

Und er hat einen widerlichen Bruder.

Der ist eingebildet, anmaßend und glaubt, dass er

unwiderstehlich ist.

Er hat vor niemandem Respekt.

Er hat sogar gewagt, mich zu küssen, ohne

zu fragen, ob ich will oder nicht.

Und das hat mir überhaupt nicht gefallen.

Ich kann es nicht erwarten, ihn wiederzusehen.

Aber hast du nicht gerade gesagt, dass dieser

junge Mann sehr eingebildet und anmaßend ist?

Ich meine doch nicht Leonardo.

Ah, den Maro, den will ich wiedersehen.

Und du musst mir helfen, hier rauszukommen.

Vater, ich glaube, ich habe das richtige Mädchen

gefunden.

Ja, schon wieder, ja?

Nein, nein, die ist etwas Besonderes.

Sie hat einen sehr starken Willen und ist

sehr selbstbewusst.

Und sie macht sich offenbar überhaupt nichts aus

mir.

Dann muss sie ja sehr nett sein.

Wer ist sie?

Sag mal, wie sie heißt.

Ich habe keine Ahnung.

Und ich weiß noch nicht einmal, aus welchem

Dorf sie ist.

Aber ich will sie unbedingt heiraten.

Ja, natürlich.

Du sagst, dass sie die Frau deines Lebens

ist.

Aber du kennst sie gar nicht.

Und du weißt noch nicht einmal, wie sie

heißt.

Sie kann einem zuhören und urteilt nicht zu

schnell.

Sie ist liebenswürdig und verständnisvoll.

Sie ist unglücklich, das sieht man ihr an.

Ich möchte gern für sie da sein.

Was meinst du, Mutter?

Heißt das, dass ich verliebt bin?

Aber die Antwort kennst du doch.

Warum fragst du mich dann noch?

Und wer ist das Mädchen?

Habe ich sie schon gesehen?

Sie verschwand wie der Wind.

Ich weiß ihren Namen nicht.

Ist es vielleicht wieder einer deiner üblichen Träume?

Eine Fantasie?

Nein.

Diesmal gibt es sie wirklich.

Und ich werde sie heute wiedersehen.

Ich habe ihr gesagt, sie soll zu den

Ruinen im Wald kommen.

Und worauf wartest du dann?

Na los!

Und was, wenn sie nicht kommt?

Maro!

Ademaro!

Ademaro!

Er ist nicht gekommen.

Ich hätte es wissen müssen.

Ademaro!

Ich habe schon gedacht, du würdest nicht kommen.

Aber wie konntest du das glauben?

Ich weiß nicht.

Inzwischen ist nur eine einzige Nacht vergangen.

Aber ich hatte das Gefühl, sie würde nie

enden.

Ich hatte Angst, ich hätte irgendetwas falsch verstanden.

Bitte verzeih mir, bitte.

Es tut mir leid.

Ich hätte vor dir hier sein müssen.

Verzeih.

Doch wie ein Dummkopf habe ich tausend Ausreden

gesucht, um nicht kommen zu müssen.

Also, du wolltest gar nicht kommen?

Nein, nein, ganz im Gegenteil.

Ich habe kaum geschlafen.

Ich habe darüber nachgedacht, ob ich dich wiedersehen

würde und als...

Hast du gedacht, dass ich nicht wiederkommen würde?

Ich habe meinen Wunsch dem Wind anvertraut.

Aber du konntest das nicht hören.

Doch, ich habe dich gehört.

Aber ich war mir nicht sicher, ob es

wirklich deine Worte waren.

Ob du nach mir gerufen hattest, oder ob

ich dich nur hörte, weil ich dich hören

wollte.

Aber jetzt sind wir zusammen.

Und ich möchte gern...

Ich möchte gern alles über dich wissen, aus

welchem Dorf du kommst und wie du heißt.

Ja, das ist wahr.

Ich habe dir nicht mal meinen Namen genannt.

In meinen Träumen sah ich dein Gesicht und

du hattest einen Namen.

Ich habe dich in meinen Träumen Liebste genannt.

Wie konntest du von mir träumen, wenn du

kaum geschlafen hast?

Die schönsten Träume träumt man, wenn man wach

ist.

Sie lösen sich im Morgengrauen nicht auf und

sie bleiben immer bei einem.

Ja, die kenne ich auch.

Die sind einem treu.

Welch ein hübsches, anmutiges Bild.

Was willst du?

Warum kommst du hierher?

Was ist denn?

Du stehst da, als müsstest du sie beschützen,

aber doch nicht vor mir.

Natürlich, du hast sie schon mal gekränkt.

Ja, ich?

Ach, wann denn?

Wenn dich ein Kuss von mir gekränkt hat,

dann bitte ich um Verzeihung.

Hat dich mein Kuss wirklich gekränkt?

Verschwinde, Leonardo.

Sie will nicht mit dir sprechen.

Du willst nicht mit mir sprechen?

Geh, Leonardo, bitte, sonst...

Sieh mal an.

Du drohst mir.

Was willst du?

Willst du mich etwas schlagen, Brüderchen?

Dazu bist du doch überhaupt nicht fähig.

Ach nein, da irrst du dich.

Siehst du, ich habe es nie getan.

Denn es ist eine sehr dumme Art, einen

Streit zu lösen.

Ich glaube, da hast du recht.

Es ist nicht nur dumm, es nützt einem

auch nichts.

Tja, jetzt ist sie verschwunden.

Warte!

Wo willst du hin?

Bleib hier!

Warte!

Stell dich nicht zwischen uns, Leonardo.

Lass das Mädchen in Ruhe.

Diesmal lasse ich dich nicht gewinnen.

Ich will sie dir nicht abspenstig machen.

Abgesehen davon kann sie dich nicht ausstehen.

Na wunderbar.

Wenn du da so sicher bist, dann soll

sie es uns selber sagen.

Sie liebt mich.

Sie hat mich sogar geküsst.

Und deshalb ist sie verschwunden und hat noch

nicht mal ihren Namen genannt.

Sie ist deinetwegen weggeritten, aber sie kommt zurück,

um mich wiederzusehen.

Komm, wir suchen sie.

Und wenn wir sie finden, wird sie entscheiden.

Sie hat sich schon entschieden, und zwar für

mich.

Was, du wagst es, das Schwert gegen mich

zu ziehen?

Gegen deinen eigenen Bruder?

Los, komm schon, wehr dich!

Du weißt, dass du nicht gewinnen kannst, Leonardo.

Komm, steck das Schwert wieder weg.

Ich habe gesagt, wehr dich!

Sieh mal, Kaleb, warum tun die das?

Warum kämpfen sie?

Geh dazwischen, bitte!

Du Feigling!

Du kämpfst nicht, weil du Angst hast!

Lauf nicht weg, bleib hier!

Komm her!

Ich nehm dich mit!

Ich nehme die Herausforderung an, aber ich lasse

dich nicht gewinnen!

Halt auf, jetzt reicht's!

Wir legen sofort die Waffen nieder!

Was gibt es den anderen jungen Männern in

diesem Dorf für ein Beispiel?

Diesmal hören wir nicht auf dich, Vater!

Nur so werden wir unseren Streit lösen, Kempfer!

Da hast du recht, Brüderchen.

Nur so können wir den Streit lösen!

Und am Ende sind sie wieder derselben Meinung.

Ganz besonders, wenn sie im Unrecht sind.

Die haben nicht den Mut, sich ernsthaft etwas

anzutun.

Sie kommen schon wieder zur Besinnung.

Nicht wahr?

Sie haben sich doch gern.

Das war nicht schlecht, Brüderchen!

Sag mal, hast du heimlich geübt?

Ich kenne dich!

Und ich weiß, wie ich dich besiegen kann!

Du kennst geheime Tricks, hm?

Ich setze meinen Verstand ein!

Aber du weißt ja nicht mal, was das

ist!

Was willst du schon mit deinem Kopf ausrichten?

Schluss jetzt!

Legt sofort die Waffen nieder!

Ich will nicht, dass ihr meinetwegen kämpft!

Aber deinetwegen kämpfen wir eigentlich gar nicht, schönes

Mädchen!

Wir spielen jeden Morgen mit unseren Schwertern.

Das ist unsere Lieblingsbeschäftigung.

Schön, dass du da bist.

Ich wollte dich gerade suchen.

Das hatte ich ihm eigentlich vorgeschlagen.

Ich habe unseren Kuss nicht vergessen.

Und den von mir hat sie erst recht

nicht vergessen.

An euch möchte ich auf keinen Fall erinnert

werden.

Du musst du mir büßen, das schwöre ich

dir!

Ich glaube, du unterdrückst deine Gefühle.

Nicht wahr?

Behandelst du mich deshalb so schlecht?

Holt mich hier wieder raus!

Nein, nur weil du eingebildet und unverschämt bist.

Ich glaube aber, weil ich weiß, was du

empfunden hast, als ich dich küsste.

Nimm sie dir ruhig!

Ich überlasse sie dir.

Was soll ich mit einer Frau, die Angst

vor ihren Gefühlen hat?

Ich bin nicht dein Eigentum, sei endlich still!

Du kannst mich nicht an deinen Bruder abtreten,

wie ein altes Kleidungsstück!

Aber wer will dich denn?

Ich kenne da keinen.

Du bist doch nichts Besonderes.

Du bist absoluter Durchschnitt.

Dann verschwinde und lass mich in Ruhe!

Aber ich bitte dich, ich habe dich doch

nicht gesucht.

Ich dich auch nicht!

Aber du bist hier in meinem Dorf, nicht

in deinem, nicht wahr?

Du und dein Dorf, du bist mir doch

völlig gleich!

Siehst du, was passiert, wenn man unverschämten, jungen

Männern hinterherläuft?

Brüder gegeneinander, aufhören!

Wenn du wirst du büßen, das schwöre ich

dir!

Dafür wirst du bezahlen, Leonardo!

Verschwinde!

Bleib stehen, wage es nicht näher zu kommen!

Was machst du, wenn ich weitergehe?

Kriege ich eine Ohrfeige wie mein Bruder?

Da gibt es noch andere Möglichkeiten.

Welche denn?

Du hast ja nicht mal eine Waffe.

Hier, jetzt beweis mir mal, wie gut du

bist.

Denkst du, ich wäre zu feige, es zu

nehmen?

Da irrst du dich!

Halt!

Na, du bist ja eine Furie!

Ich habe ja richtig Angst vor dir!

Vorsicht, du könntest dir wehtun!

Bitte sehr!

Na, das macht doch nichts.

Du warst schmutzig und musstest dich sowieso waschen.

Um aus dem Wasser zu kommen, brauche ich

deine Hilfe nicht.

Ich strecke auch nicht die Hand aus, um

dir zu helfen.

Ich hätte nur ganz gern mein Schwert wieder.

Ja, hast du's!

Na, sieh mal an!

In dem nassen Kleid siehst du gar nicht

übel aus.

Verschwinde!

Sonst komme ich nicht aus dem Wasser.

Na, Vorsicht!

Sonst komme ich vielleicht noch auf den Gedanken,

hier am Ufer zu übernachten.

Wie ist es nur möglich, dass zwei Brüder

so verschieden sein können?

Ademaro hat ein Herz und Gefühle, aber du

bist nur ein dummes, eingebildetes Tier.

In dich verlieben sich Frauen und begehren dich

vielleicht, aber lieben würde ich nie eine.

Die Liebe einer Frau bedeutet mir nichts.

Es genügt mir, wenn ich sie habe, und

sei es nur für eine Nacht.

Aber was ist denn mit dir los?

Ich bin noch nie so gedemütigt worden.

Diese Leute haben mich aus ihrem Dorf gejagt,

und er hat mich in den Schlamm gestoßen

und an wie eine dumme Gans im Wasser

stehen lassen.

Er glaubt zu wissen, was ich empfinde, wenn

er mich küsst.

Aber um wen geht es denn, Mirabella?

Diese unverschämte Schuft.

Er ist es gewohnt, Frauen zu demütigen, aber

der wird sich wundern.

Dem müsste jemand eine Lehre erteilen.

Er wird einer Frau begegnen, die treibt ihm

das aus.

Oh ja.

Darauf kann er sich verlassen.

So etwas Gutes bekommt Hansel.

Ja, ich danke dir.

Oh, Mirabella, wie schön, dich zu sehen.

Willst du dich nicht zu uns setzen?

Nimm bitte Platz.

Danke, ich bin nicht zum Essen gekommen, Vater.

Ihr habt mir doch einmal etwas versprochen.

Und was habe ich dir versprochen?

Am Tag meiner Krönung habt ihr mir gesagt,

dass ihr mir einen Wunsch erfüllen würdet.

Ich weiß jetzt, was ich will.

Ich erinnere mich.

Also bitte, lass mich deinen Wunsch erfüllen.

Ich will...

Ich will einen Sklaven.

Was?

Du weißt, es gibt keinen Sklaven in diesem

Königreich.

Genau darum will ich ja einen.

Ich will etwas haben, was außer mir niemand

sonst hat.

Ich will...

Ich will unbedingt jemanden, der mir immer zu

Diensten ist.

Und der...

der mir immer gehorchen muss.

Diesen Wunsch nenne ich grausam und kindisch.

Das kannst du nicht ernst meinen.

Ja, vielleicht.

Aber ich bitte euch, erfüllt mir diesen Wunsch.

Also gut.

Wenn du darauf bestehst.

Wenn du unbedingt einen Sklaven willst, dann bekommst

du ihn.

Such ihn dir aus.

Nimm dir, wen du willst.

Meldet sich jemand freiwillig?

Nein, ich weiß schon, wen ich will.

Ich will Leonardo, den Sohn von Caleb, dem

Oberhaupt des Dorfes.

Meinetwegen.

Du bekommst, was du willst.

Meine liebe Prinzessin, gewährt mir die

Ehre, euch diesen Wunsch zu erfüllen.

Ich werde meine Männer in das Dorf schicken.

Ich glaube, dass es besser wäre, wenn du

ihn selber holen würdest.

Aber gewiss, Prinzessin, das wird mir nicht nur

eine Ehre, sondern ein besonderes Vergnügen sein.

Noch bevor es Abend ist, wird er euch

zu Füßen legen.

Bravo, Mira.

Du hast mir geholfen.

Immer dann, wenn der Stolz stärker ist als

die Liebe, kann man sicher sein, dass das

Böse siegen wird.

Aber das Spiel ist noch nicht zu Ende.

Du kriegst allmählich immer mehr Angst, dass du

auf ewig ein Kind bleiben musst.

Sei ehrlich, gib's zu.

Hilf mir mal.

Stell dir mal vor, wie glücklich dein Leonardo

sein wird, na ja, dein Held, meine ich,

wenn er erfährt, dass die Frau, die er

liebt, die grausame Prinzessin ist, die sich seinen

Bruder als Sklaven hält.

Tja, dann wird er wohl kaum noch Lust

haben, sie zu heiraten.

Ach, ich kann es nicht erwarten, dass er

es erfährt.

Gut, ich gebe zu, dass du das sehr

gut gemacht hast.

Oh, bis jetzt habe ich nur sehr wenig

getan.

Und abgesehen davon, glaube ich, dass ich trotz

allem noch viel zu nett war.

Aber jetzt, wo sich alles immer weiter zuspitzt,

gebe ich dir das Versprechen, dass ich ab

sofort richtig gemein und böse sein werde.

Ich bin schon sehr gut, wenn ich freundlich

und nett bin, aber wenn ich gemein und

böse werde, dann werde ich zu einem wahren

Meister.

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