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Hallo, Morelli, nehmen Sie doch Platz.
Ich sitze gerade über Ihrem letzten Manuskript.
Gar nicht so übel.
Aber finden Sie nicht selbst, dass Ihre Sprache ein bisschen antiquiert ist.
Antiquiert?
Soll ich etwa auf Toilettenwände schreiben, damit man mich noch liest.
Wissen Sie, was passiert ist?
Sie haben den Kontakt zur Wirklichkeit verloren, Morelli.
Das müssen Sie endlich einsehen.
Aurelio Morelli, Sie haben doch längst Ihren festen Platz in der Literatur.
Warum quälen Sie sich noch länger?
Warum überlassen Sie die Bücherregale nicht jüngeren Talenten?
"Du bist Alkibiades."
Das ist der Titel eines Buches.
"Du bist Alkibiades."
Wissen Sie zufällig den Namen des Autors und das Jahr, in dem es erschienen ist?
Aurelio Morelli, 1964. - Einen Moment bitte.
So bitte.
Wird es eigentlich oft verlangt? - Nicht sehr.
Was heißt "nicht sehr"?
In den letzten drei Jahren haben wir es nur zweimal ausgeliehen.
Was, mehr nicht?
Sehen Sie, Schöngeistiges ist nicht mehr gefragt heutzutage.
Was im Augenblick gelesen wird, muss ein wenig bodenständiger sein.
Darf ich Ihren Namen wissen? - Meinen Namen?
Ja, ich brauche Ihren Namen und Ihren Bibliotheksausweis.
Wofür? - Ich muss Sie eintragen.
Oder wollen Sie das Buch nicht? - Doch...
Oder eigentlich doch nicht.
Nein, vielen Dank. Ich komme ein andermal wieder.
Wo ist los, Opa? Hast du Heimweh, oder willst du was dazulernen?
Sind Sie immer so schüchtern?
Ich schüchtern? Wie kommen Sie denn darauf?
Gestern sind Sie mir doch nachgegangen, bis vor meine Haustür...
...in der Via Ludovisi. Wissen Sie nicht mehr?
Sie scheinen mich zu verwechseln.
Warum sagen Sie nicht frei heraus, was Sie wollen?
Glauben Sie mir, Sie irren sich.
Sehen Sie, ich bin Schriftsteller.
Und? - Ich arbeite an einem neuen Buch.
Wirklich? - Ich sammele Material.
Das ist der Grund, warum ich hier sitze.
Wenn es Ihnen nichts ausmacht, könnten Sie mir ein paar Fragen beantworten.
Wollen wir gehen?
So, da wären wir. Mach es dir bequem.
Das ist Bruno, ein Souvenir von einem Colonel der amerikanischen Luftwaffe.
Das war vielleicht ein Schwein.
Wie viel verlangen Sie? - Ich habe noch nie Geld verlangt.
Ich lasse mir was schenken, das ist alles.
Aber Sie haben doch sicher irgendeine Vorstellung.
Mein Gott, was heißt Vorstellung?
Bezahlst du in Lire? - Ja.
100.000.
Jetzt sag bloß noch, du hast nicht genug Geld dabei.
Doch, doch, sicher. - Warum setzt du dich denn nicht?
Du darfst nicht vergessen, dass 100.000 kaum noch für zwei Paar Schuhe reichen.
Was möchtest du trinken?
Grappa bitte. - Grappa.
Ich kann dir Kognak anbieten, Cointreau und Champagner.
Aber du willst Grappa. Gut, ich besorge dir Grappa.
Ich habe dir doch von dem Typ erzählt, der mir gestern nachgestiegen ist...
...das ist vielleicht ein komischer Kerl. Er sagt, er ist Schriftsteller.
Um Himmels willen. - Bis später.
Prost!
Trinkst du das immer?
Hin und wieder. - Übrigens, wenn du duschen willst...
Sie sind keine Italienerin. - Nein.
Woher kommen Sie? - Aus Wien.
Wien. - Ja.
Wie kommt ein Mädchen wie Sie dazu, so seinen Lebensunterhalt zu verdienen?
Hör mal... Wie heißt du überhaupt?
Aurelio Morelli.
Hör mal, Aurelio...
...von Kunden, die mich ausfragen wollen, verlange ich das Doppelte.
Einverstanden.
Also, dann gehe ich jetzt erst mal duschen.
Bleib hier.
Bist du wirklich Schriftsteller?
Einen Augenblick.
Hallo?
Sei nicht böse, das war ein alter Bekannter.
Ich soll mich so schnell wie möglich um ihn kümmern.
Komm schon.
Sag bloß noch, du bist impotent.
Was hast du denn?
Heute ist mein Geburtstag.
Buongiorno. - Buongiorno.
Die Arbeit, die Sie da machen, ist sehr wichtig, nicht wahr?
Wichtig, aber ziemlich schlecht bezahlt.
Das Meiste, was wichtig ist, wird schlecht bezahlt.
Aber was hilft es, wir müssen unsere Pflicht tun.
Buongiorno.
Erdrosselt mit einem Telefonkabel.
Das Opfer ist mit einem gelben Kimono bekleidet.
Kein BH.
Darunter ein Mini-Slip.
Keine sichtbare Gewalteinwirkung.
Offensichtlich auch kein Geschlechtsverkehr.
Geringer oder gar kein Widerstand, wahrscheinlich wurde das Opfer überrascht.
Lippenstift, verschmiert.
Hier waren 200.000 Lire versteckt. - Anscheinend kein Raubmord.
Hier ist das Notizbuch der Toten, voller Adressen.
Das sieht wieder nach Überstunden aus. - Ja.
Ich schaue mich mal bei den Nachbarn um. - In Ordnung.
Vielleicht schläft sie noch. - Das glaube ich kaum.
Kommissar, was für ein Zufall.
Wer hat es Ihnen erzählt?
Ist sie angezogen? - Beinahe, sie wartet schon auf Sie.
Wir sehen uns noch. - Aber sicher.
Sie sollten auch mal Spaghetti alle Tellina versuchen.
Ja.
Zuerst pulen Sie die Muscheln aus der Schale und kochen sie.
Dann ein paar Zwiebeln in Butter gebräunt.
Dazu ein Haufen feingehackter Petersilie.
Tomatenmark, Pfeffer, Gewürze nach Belieben, und etwas Parmesan.
Sie sollten sich das aufschreiben.
Bei Gelegenheit zeige ich Ihnen mal, wie man Kalbshaxe macht in München. Okay?
Gern.
Setz das mal ab.
Und jetzt kipp sie in meine Richtung.
So geht's.
So, ein bisschen drehen jetzt.
Sie hat immer geglaubt, Sex ist ein Freizeitvergnügen.
Aber das ist, als ob ein Hotelbesitzer in seinem eigenen Hotel Urlaub macht.
Auf Partys hat sie immer nur in die Gegend gelächelt.
Verteile nicht dein Lächeln, sondern deine Telefonnummer, habe ich ihr gesagt.
Was du brauchst, sind Kunden.
Sie hatte genügend. - Ja.
Aber nicht die Richtigen.
Danke.
Angst?
Es sind bloß die Nerven.
Wir werden das Haus beobachten lassen.
Was soll's, das Geschäft ist so oder so im Eimer!
Wie viel hat er Ihnen geboten?
Wer? - Mein Freund Bossi, er war eben hier.
Lügen Sie mich jetzt nicht an. Wie viel?
Er hat mir eine ganze Stange Geld versprochen, wenn...
Wenn was?
Wenn ich Ihm verspreche, anderen Reportern nichts über Hertha zu sagen.
Ist das alles?
Ja. Das ist alles, ehrlich.
Hat er gesagt, wann er wiederkommt? - Nein.
Dann hören Sie mal zu: Er wird anrufen, sobald ich weg bin...
...weil er wissen will, was ich Sie gefragt habe.
Ich sage ihm kein Wort, darauf können Sie sich verlassen!
Doch, Sie werden, sagen Sie ihm alles, was er wissen will.
Aber mit einer Ausnahme, dass Sie mir später sagen, was er wissen wollte.
Und was habe ich davon?
Meine Sympathie.
Meine Spaghetti-Rezepte.
Und vielleicht eine neue Aufenthaltsgenehmigung.
In Ordnung?
In Ordnung.
Ich habe Mitleid mit Männern, die sich selber bekochen.
Ich habe nicht viel Zeit, Kommissar, was gibt's?
Ich will Ihnen weder etwas von Ihrer Zeit, noch etwas von Ihrer Show stehlen.
Okay, schießen Sie los.
Hören Sie zu, Bossi, wir beide kennen uns jetzt lange genug.
Ich weiß, wie Sie arbeiten.
Wenn ich Ihr Verleger wäre, würde ich Ihnen vermutlich jeden Morgen die Füße küssen.
Was stört Sie an meinem Verleger?
Ich will keinen großen Wirbel machen...
...aber wenn Sie mir in die Quere kommen, kriegen Sie eine Menge Ärger.
Wie sollte ich Ihnen in die Quere kommen?
Hätte ich Sie sonst etwa hierher gebeten?
Ich sammele Informationen über das Leben eines österreichischen Callgirls.
Ihr Vater ist Metzger in Wien.
Der Bruder ist Kommunist und hat dauernd Krach mit dem Vater.
Er will partout keine Würste verkaufen.
Stört so etwas Ihre Ermittlungen?
Es ist Ihr gutes Recht, sich dumm zu stellen.
Gut, dann stelle ich mal eine dumme Frage.
Haben Sie schon eine heiße Spur?
Ja oder nein?
Die Bilder und das Material der Spurensicherung.
Ich würde mir mal einen besseren Fotografen suchen.
Für meine Zwecke ist er gut genug.
Kann ich eins davon haben?
Sie kennen meinen Standpunkt.
Welchen? Sie haben mehrere.
Je mehr ermordete Mädchen abgebildet werden, desto mehr werden ermordet.
Aber die Öffentlichkeit hat ein Recht auf solche Informationen!
Man muss die Dinge zeigen, wie sie sind!
Das müssen Sie! - Nein! Das muss man nicht!
Entschuldigen Sie bitte, ich bin...
Ich bin ich bin Emilio Bossi von der Zeitschrift "Quest'ora"
Ich lese keine Illustrierten. - Das dürfte unser Gespräch vereinfachen.
Wie kommen Sie darauf, dass ich mit Ihnen sprechen will?
Wollen wir nicht erst mal reingehen? Warten Sie, ich helfe Ihnen.
Wo haben Sie die Schlüssel? Rechte Tasche, linke Tasche?
Rechts.
Nach Ihnen.
Ich dachte, Sie lesen keine Illustrierten.
Ich lese die Geschichten von Roald Dahl.
Ja, den bewundere ich auch.
Vor allem seine überraschenden Pointen.
Was wollen Sie von mir?
Ich möchte von Ihnen wissen...
...warum Sie Hertha Enzian getötet haben.
Ich kenne keine... Hertha Enzian.
Die Zeitungen sind voll davon!
Ich habe niemanden umgebracht.
Sehen Sie sich das mal an.
Was wollen Sie mit diesem Foto beweisen?
Ich war spazieren und kam zufällig dort vorbei.
Oder glauben Sie etwa, den Mörder hat es an den Ort des Verbrechens zurückgetrieben?
In dem Fall hätten Sie die Auswahl unter wenigstens einem Dutzend Verdächtiger.
Ihr Pech ist, dass Sie einen sehr markanten Kopf haben.
Die Person, die Sie erkannt hat, weiß zum Beispiel auch, dass Sie Schriftsteller sind.
Und dass Sie genau an dem Tag bei der Enzian waren, an dem sie ermordet wurde.
Am 14. Oktober.
Warum zeigen Sie mich nicht bei der Polizei an, wenn Sie schon so viel wissen?
Eine gute Frage.
Jetzt sind wir mitten im Thema.
Ich hoffe, dass Sie nicht die lächerliche Idee haben, mich erpressen zu wollen...
...ich habe kein Geld. - Umgekehrt, Morelli...
...Sie kriegen Geld von mir. - So?
Und was wollen Sie mir abkaufen?
Meine Romane, Essays...
...meine apokryphen Schriften? - Ihre Memoiren.
Memoiren sind die Gebisse zahnloser Greise.
Ich bin von diesem Zustand noch ziemlich weit entfernt.
Sie werden Ihre Memoiren für "Quest'ora" schreiben.
Jetzt verstehe ich.
Sie halten mich also wirklich für den Mörder von...
Wie war noch gleich der Name? - Hertha Enzian.
Und Sie wollen von mir eine Art Beschreibung, wie dieser Mord passiert ist.
Da haben Sie vollkommen Recht, Morelli.
Na schön.
Nehmen wir einmal an, es ist so, wie Sie meinen.
Ich schreibe für Ihre Illustrierte...
...die Geschichte eines Mordes. - Den Sie begangen haben.
In welchen Kategorien haben Sie denn dabei gedacht?
Zum Beispiel Lustmord, Raubmord...
Mord aus Rachsucht. Oder aus Eifersucht.
Sagen wir doch einfach die Wahrheit.
Die Wahrheit.
Wenn Sie die Wahrheit veröffentlichen...
...wird jedem klar sein, dass Sie alles gewusst haben.
Dadurch würden Sie sich doch auch schuldig machen.
Nein, ich habe Ihr Manuskript erst dann gekauft, als Sie verschwunden sind.
Was heißt das, wenn ich verschwunden bin?
"Quest'ora" zahlt Ihnen ein Flugticket, wohin Sie wollen.
Zum Beispiel?
Bolivien. Die haben keinen Auslieferungsvertrag mit Italien.
Von mir aus können Sie sich auch operieren lassen, zum Beispiel die Nase verändern.
Alles, was Sie wollen.
Sagen wir 30 Millionen.
20 Millionen plus Spesen.
Sie müssen in ein Land, wo Sie unbehelligt schreiben können.
Hier bin ich ungestört genug.
In Rom gibt es zu viele Polizisten. Sie brauchen einen abgelegenen Ort.
Dann wird es ein Ort meiner Wahl sein. - In Ordnung.
Ach ja, noch etwas.
Unsere Leser wollen natürlich wissen, warum Sie das Mädchen umgebracht haben.
Aus Freude am Töten, oder vielleicht, weil Sie...
...nicht normal sind?
Nur Mörder sind heute normal.
Das ist gut. Das ist wirklich gut.
Je mehr Psychologie, umso besser. Sicher haben Sie Ihre Mutter gehasst.
Ich liebe meine Mutter. - Das spielt keine Rolle.
Unsere Leser wollen wissen, was für ein Mensch Sie sind.
Details, sie wollen Details wissen.
Wenn es nicht jugendfrei ist, können wir es immer noch streichen.
Ich möchte nicht, dass in meinem Manuskript irgendetwas gestrichen wird.
Wir rechnen mit ungefähr 15 Folgen. Auf den Mord selbst können Sie ungefähr...
...vier Folgen verwenden. Jede sagen wir mal...
...mindestens 18 Schreibmaschinenseiten à 30 Zeilen.
Ich schreibe mit der Hand.
Das Aquarium nehme ich mit.
Der Mörder reist mit Zierfischen.
Hübsche Überschrift.
Wann bekomme ich das Geld?
In drei gleichen Raten, die erste bringe ich Ihnen morgen.
Glauben Sie im Ernst, dass ich das Mädchen getötet habe?
Warum, denken Sie, wäre ich sonst hier?
Na schön.
Ich bedanke mich für Ihren Besuch.
Ich will diese Bilder Montag auf dem Tisch haben!
Deswegen kaufen die Leute doch unsere Zeitung.
Vanetti! - Spricht da Vanetti?
Ja, hier ist Vanetti. - Ich habe Hertha Enzian ermordet.
Wer ist denn da?
Ich habe Hertha Enzian ermordet. Ist das nicht eine tolle Schlagzeile?
Bossi, kann das nicht warten? Ich bin mitten in einer Konferenz.
Schmeißen Sie die ganzen Idioten raus. Ich bin gleich bei Ihnen, es ist wichtig.
Tut mir leid, meine Herren.
Lass mich vorbei, Schätzchen, du kriegst auch ein paar Blumen von mir!
Ich habe ihn. - Wen?
Den Mörder der Enzian.
Hager, groß, hohe Stirn...
...grauer Schnurrbart, Mitte 50.
Und jetzt halten Sie sich fest.
Er ist Schriftsteller.
Ein Schriftsteller. - Wie haben Sie ihn gefunden?
Reporterglück, wie üblich. - Gratuliere.
Haben Sie die Polizei schon informiert? - Nein.
Warum nicht? - Weil er für uns seine Memoiren schreibt.
So starb Hertha Enzian. - Sie sind ja verrückt, Bossi!
Wenn das rauskommt, wandern Sie ins Kittchen und ich auch!
Rote Teppiche, Vanetti, die Konkurrenz rollt mir für die Geschichte rote Teppiche aus.
Erstens stehen Sie unter Vertrag bei mir und zweitens habe ich hier das Sagen!
Sie überschätzen das Risiko.
Und Sie unterschätzen die Polizei. - Wieso denn?
Wenn die Polizei die Memoiren beschlagnahmt...
...hatten wir natürlich nicht die geringste Ahnung, was da alles drinsteht.
Wir sind dann maßlos überrascht.
Hören Sie, für eines garantiere ich... - Und das wäre?
Wir steigern unsere Auflage um 30 Prozent.
Sind Sie absolut sicher, dass er der Mörder des Mädchens ist?
Hundert Prozent.
Ich verstehe Sie nicht! Ich serviere Ihnen einen Mörder auf dem silbernen Tablett...
...einen Mörder, der schreiben kann, und Sie interessiert das alles gar nicht!
Ich habe einfach keine Lust, mir dabei die Finger zu verbrennen.
Was ist, wenn er verhaftet wird, bevor er fertig ist?
Es ist nicht verboten, einen Schriftsteller seine Memoiren für uns verfassen zu lassen.
Sie verhandeln mit ihm.
Ich... ich habe ihm 20 Millionen geboten. In drei Raten selbstverständlich.
Sobald wir das komplette Manuskript haben, übergeben wir ihn der Polizei.
Sie übergeben ihn der Polizei. Damit wir uns richtig verstehen:
Ich habe nur einen Vertrag mit Ihnen. Sie schließen einen Vertrag mit dem Mann ab...
...so dass er uns eine Geschichte mit allen Details des Mordes liefert.
Mehr habe ich mit der ganzen Geschichte nicht zu tun. Ist das klar?
Verstanden.
Selbstverständlich brauchen wir dafür einen guten Fotografen.
Ja, geben Sie mir doch Scapinelli, der hat ein gutes Gespür für so was.
Nein, ich will keinen Fremden.
Mein Sohn wird die Fotos machen.
Was? Francesco? - Ja.
Glauben Sie, Sie können ihm vertrauen?
Immerhin ist er mein Sohn. Und er macht keine schlechten Fotos.
Okay, Sie sind der Boss.
Was ist los mit Ihnen, fühlen Sie sich nicht wohl?
Nein, nein, mir fehlt nichts. - Na gut. Ciao.
Die Party ist vorbei. Es gibt nichts mehr zu trinken.
Sag mal, wer bist du überhaupt? - Warum willst du das wissen?
Fragst du dich nie, wer du bist?
Jeden Tag. Aber erst nach Redaktionsschluss.
Ist dir eigentlich klar, dass man mit allen Antworten geboren wird?
Ich bin mit Haaren geboren, ich bin am ganzen Körper behaart.
Und dann verliert man sie, wie die ersten Zähne.
Du bist aber mächtig tiefsinnig heute Morgen.
Wie schade, du weißt nicht, was du willst.
Doch, Herzchen. Zuerst will ich eine Gehaltserhöhung.
Und dann Francesco aus der Badewanne holen.
Und irgendwann mal mit dir ins Bett gehen.
Hey, Francesco.
Hey, Francesco!
Hey, wer bist du, Superman?
Superman ist das Symbol einer repressiven Gesellschaft.
Hast du eine Zigarette?
Ich suche nach dem Sinn des Lebens.
Und hast du ihn gefunden?
Das geht nicht so schnell. Zuerst muss man seine eigene Persönlichkeit finden.
Und wie macht man das?
Du bist Fatalist, oder? - Stimmt.
Mein Vater war Lokomotivführer.
Er hatte einen Unfall. Er hat das rote Signal übersehen.
Er war ein Individuum. Und alle Individuen sind farbenblind.
Es gab 18 Tote. Aber nur drei Menschen, der Rest war Vieh.
Weißt du was, du lässt dich treiben.
Du treibst auf einem Haufen Scheiße, aber du wirst dennoch untergehen.
Ich muss mich jetzt erst mal um Francesco kümmern.
Francescos Vater ist ein dreckiger Bastard.
Los, sei ein lieber Junge, komm zu dir.
Und außerdem weiß er nicht, wie man jemand richtig liebt.
Vielleicht hast du es ihm nicht richtig beigebracht, Süße.
Alles klar, komm schon, na los.
Hey, schlaf nicht wieder ein! - Wie hast du mich gefunden?
Ich habe dich die ganze Nacht gesucht. - Ich bin meistens hier.
Da habe ich dich ja auch gefunden. Macht es dir Spaß dort?
Das verstehst du nicht, dafür bist du zu alt. Wo bringst du mich hin?
Nach Hause.
Was soll ich denn da? - Wir holen deine Kamera...
...und dann fahren wir zu deinem Vater. - Verdammt noch mal, wozu denn?
Wir arbeiten an der Morelli-Story.
Wer ist denn Morelli?
Kann ich Ihnen helfen?
Nein, nein, danke.
Das heißt, vielleicht doch. Ich suche nach einem Hotel.
Hotel Kati. - Ich zeige es Ihnen, kommen Sie mit.
Das ist reizend. Wohnen Sie hier?
Nur an den Wochenenden. Meinen Eltern gehört die Burg da drüben.
Sie können sie von der Brücke aus sehen. - Eine richtige Burg?
Ja, sie ist ziemlich alt.
Es heißt, dass Cicero früher ganz in der Nähe gewohnt hat.
Jeder Stein hat hier eine eigene Geschichte.
Da sind wir schon. Ein paar Schritte die Straße runter.
Ich danke Ihnen.
Also dann.
Willkommen in Foceverde.
Aber das sagt heute ja niemand mehr.
Es ist aber hübsch, wenn Sie es sagen.
Hoffentlich sehen wir uns mal wieder.
Ich hoffe auch, Sie mal wiederzusehen.
Buongiorno.
Wir sind von "Quest'ora".
Signora Morelli?
"Quest'ora"? - Ja, "Quest'ora".
Sie kommen von "Quest'ora". Du weißt doch, die Illustrierte.
Ihr Sohn bekommt den Nobelpreis.
Ein Preis, den man ganz berühmten Schriftstellern gibt.
Aurelio kriegt einen Preis. - Aurelio?
Ja, Aurelio.
Ich habe 20 Jahre nichts mehr von ihm gehört.
Zwei Jahre.
Ihr Sohn ist jetzt sehr berühmt.
Wir würden gerne etwas über seine Kindheit erfahren.
Er war doch sicher ein braves Kind.
Ja, er war sehr wissbegierig, er hat immer viel gelernt.
Aber gearbeitet hat er nie.
Sind Sie sein Vater?
Nein. Nein, ich bin ihr Liebhaber.
Das heißt, ich war ihr Liebhaber. Aber ich kenne Aurelio sehr gut.
Wurde er hier in dem Haus geboren? - Ja, gleich da oben.
Gibt es die Wiege noch?
Aurelios Wiege, ist die noch da?
Gibt es noch Bilder aus seiner Jugend?
Hast du noch Fotos von Aurelio?
Sie hat noch jede Menge Fotos.
In zwei kleinen Schachteln.
Nein!
Wir wollen Fotos von Signora Morelli machen. Sie hat doch sicher nichts dagegen.
Der Herr will dich fotografieren.
Warum willst du dich nicht fotografieren lassen?
Da sind sie.
Morelli als Baby.
Morelli mit dem Teddybär.
Der Mörder vor der Kommunion.
Ich schicke sie in einer Woche zurück. - Das brauchen Sie nicht...
...sie sieht sie ja doch nie an.
Liebt sie ihn denn nicht?
Seit er vor zwei Jahren verschwunden ist, will sie nichts mehr von ihm wissen.
Gar nichts mehr.
Hat sie wenigstens Bücher von ihm? - Nein.
Nur die Bibel.
Worauf wartest du denn?!
Los, fotografiere sie schon!
Geh näher ran!
Wie viel Geld kriegt denn unser Aurelio?
Sehr viel.
Entschuldigung.
Hallo. Du brauchst dir keine Sorgen zu machen.
Ich bin bald wieder auf den Beinen.
Es ist nichts Ernstes, leichte Schmerzen in der Brust...
Wann ist es passiert? - Heute Morgen.
Komm, setz dich zu mir.
Wie kommst du zurecht mit Bossi? - Der Mistkerl kotzt mich an.
Ich weiß. - Weißt du, was er gestern gemacht hat?
Du musst lernen, mit ihm eine Weile auszukommen.
Was willst du eigentlich, mich erpressen mit deiner Herzattacke?
Wenn Bossi Erfolg hat, steigern wir die Auflage um eine Million Exemplare.
Ich will mit dieser Schweinerei nichts zu tun haben.
Hast du etwa Angst? - Nein!
Aber ich hasse "Quest'ora"! Ich hasse jede Zeile darin.
Ich hasse die Bilder, die ich für "Quest'ora" machen soll.
Ich hasse die Leser, die sich nur für die Morde in "Quest'ora" interessieren.
Und wenn man die Leser hasst, kann man keine Zeitung machen, richtig?
Doch, man kann. Denn ich hasse sie genauso wie du.
Du hasst deine Leser?!
Früher oder später hasst man jeden, von dem man geknechtet wird.
Dann hör doch auf, diese Zeitung zu machen!
Du bist reich genug.
Du musst es anders betrachten.
Morelli ist ein Spiegelbild unserer Gesellschaft.
Und du verherrlichst ihn, indem du seine Memoiren druckst.
Du stellst ihn zur Schau. - Nein, wir entlarven ihn.
Wir liefern sein Geständnis all unseren Lesern...
...und machen seine Memoiren zu einem einmaligen Zeitdokument.
Morelli und der Verfall der Gesellschaft.
Mich interessiert nur eine Gesellschaft, die Zukunft hat.
Und deshalb möchte ich auch, dass du "Quest'ora" übernimmst.
Hast du gehört?
Du willst, dass ich...
Du willst tatsächlich, dass ich...
Zumindest so lange, bis ich wieder auf den Beinen bin.
Oder glaubst du, du bist dieser Aufgabe nicht gewachsen?
Alle Unterlagen und Personalakten sind unter Verschluss im Safe in meinem Büro.
Es gibt Dossiers über jeden Mitarbeiter von "Quest'ora".
Du musst wissen, auf wen du dich notfalls verlassen kannst.
Wenn ich die Zeitung übernehme, wird die Morelli-Story nicht veröffentlicht werden.
Du wirst tun, was du für richtig hältst.
Ich habe vollstes Vertrauen in dich.
Wie komme ich an den Safe?
Der Schlüssel ist hier im Nachttisch.
Danke. - Hier, bitte.
Signore Morelli, ich habe die Wäsche für Sie.
Ihre Wäsche, Signore Morelli.
Fühlen Sie sich nicht wohl?
Mir geht es gut.
Soll ich nicht lieber den Doktor holen?
Nein, danke, Celia.
Ich brauche keinen Arzt.
Es ist gar nicht so einfach, einen Mord zu beschreiben.
Ich hätte es mir leichter vorgestellt.
Wo soll man anfangen? Und vor allem, wie beginnt ein Mord?
Es ist vier Jahre her, nein, fünf...
...da hatte ich "Du bist Alkibiades" geschrieben.
Bei den Kritikern ein Erfolg, finanziell ein Fiasko.
Aurelio Morelli. - Wie geht es Ihnen, Professor?
Freut mich, dass Sie gekommen sind. Bitte kommen Sie doch rein.
Danke. - Man erwartet Sie schon.
Ich war gezwungen, Geld zu verdienen, als Hauslehrer.
Lucia!
Lucia, würdest du bitte herkommen.
Lucia, das ist Professor Morelli.
Hallo. - Guten Tag.
Sind Sie immer so pünktlich?
Nehmen Sie bitte dort Platz. Da drüben stört Sie niemand.
Danke, Signora.
Also...
Welcher Schriftsteller wird denn im Moment behandelt?
Cornelius Nepos.
Sehr schön. Darf ich mal sehen?
Sie ignorierte die Anwesenheit ihrer Mutter...
...die, wie sie sagte, misstrauisch gegenüber allem sei, was einen Penis hat.
Keine Sorge, man könne es ruhig beim Namen nennen.
Die Mutter sei des Lateinischen nicht mächtig.
Nicht alle genießen den Vorzug humanistischer Bildung.
Natürlich nicht. Was für ein Glück für mich.
Na schön, wollen wir jetzt mit Hannibal beginnen?
Auf Seite 16.
Ich zeige es Ihnen.
Hier.
Wie geht es dir heute? - Gut, danke, und Ihnen?
Ich kann mich nicht beklagen, danke.
Wollen wir anfangen? - Ja, fangen wir an.
"Infitiandum", was heißt das?
"Infitior" heißt "abstreiten".
Etwas anzweifeln.
Diesmal hatte es nicht lange gedauert.
Sie erregte mich mit einem Singsang obszöner Worte.
Zunächst sah es so aus, als verstünde sie gar nicht, was sie daherredete.
Aber ihre Augen...
Lucia!
Ja, Professor?
Du solltest mehr auf Cornelius Nepos achten.
Er hat da gewisse stilistische Eigenheiten.
Das schätze ich auch sehr.
Die Feldzüge des Septimus Severus.
Ich hatte Lucia eine schriftliche Arbeit aufgegeben.
Haben Sie mein Heft wieder mitgebracht?
Natürlich.
Da fehlt ja ein Blatt. - Ja.
Warum haben Sie es herausgerissen?
Lucia. - Ja, Professor?
Ist deine Mutter nicht da? - Nein.
Sie weiß jetzt, dass sie Ihnen vertrauen kann.
Ich vertraue Ihnen übrigens auch.
Also dann, machen wir weiter. - Mehr als meiner Mutter.
Die Feldzüge des Septimus Severus.
Professor?
Ich bin schwanger.
Warum sprichst du darüber mit mir?
Ich habe Ihnen doch schon gesagt, ich habe Vertrauen zu Ihnen.
Sie können mir bestimmt helfen.
Sie helfen mir doch, oder?
Von wem ist das Kind?
Er ist 26. Er ist verheiratet. Und er hat schon ein Kind.
Er kann nichts für mich tun.
Kennen Sie jemand, der Abtreibungen vornimmt?
Ich werde sehen, was ich machen kann.
Danke. Wissen Sie was?
Als wir uns das erste Mal begegnet sind, da hatte ich schon so ein Gefühl...
Was denn für ein Gefühl?
Dass wir uns gut verstehen werden.
Ich kann dir nur unter einer Bedingung helfen.
Und zwar?
Niemand darf etwas davon erfahren.
Natürlich nicht, Sie halten mich wohl für blöd.
Professor Morelli. Schon eifrig bei der Arbeit?
Macht sie wenigstens Fortschritte.
Ich glaube schon, ja.
Ich dachte schon, Sie kommen nicht mehr.
Ich muss mit dir reden.
Was ist, macht es der Arzt nicht? - Komm.
Ich machte ihr Vorwürfe.
Ich sagte ihr, dass sie noch ein Kind sei, ein Kind, das ein Kind bekommt.
Aber sie lachte darüber nur.
Sie hatte keinerlei Angst vor mir.
Ich weiß, dass es dumm war. Aber es passierte in seinem Auto.
Ich konnte keine Vorsichtsmaßnahmen treffen, es ging alles so schnell.
Schläfst du regelmäßig mit ihm? - Nein, nur ab und zu.
Sagen Sie, der Arzt, wohnt der hier in der Nähe?
Ja.
Nein, nicht direkt.
Aber warum sind wir dann hier?
Ich will dich davor bewahren, dass du noch weiter ins Verderben stürzt.
Wirklich? - Ja.
Oder... Oder ist es so, dass Sie...
Dass Sie ein wenig erregt sind?
Ich muss sagen, dass mir die Hinrichtung Lucias keine sinnliche Lust bereitete.
Keine Erektion, keinen Orgasmus.
Ich empfand nur das, was jeder Revolutionär, jeder Anarchist empfindet...
...der sich eines möglichen Gegners entledigt.
Ja? - Bossi hier.
Ich wollte nur mal hören, wie Sie vorankommen.
Wenn Sie pünktlich bezahlen, werde ich auch pünktlich liefern.
Morelli!
Hallo, Morelli!
Was soll denn das? - Darf ich?
Sie sitzen ja schon. - Francesco Vanetti, Berufsfotograf.
Mich interessiert Ihr Gesicht. - Mein Gesicht oder mein Busen?
Sie haben ja fast keinen. - Woher wollen Sie das wissen?
Sie wären perfekt für unsere Weihnachtsausgabe.
Sie kennen doch sicher "Quest'ora". Nein, nein, das übernehme ich.
Sie sollten wenigstens fragen, ob Sie mich einladen dürfen.
Gut, darf ich das Eis für Sie bezahlen?
Danke. Nett von Ihnen. Wiedersehen.
Hey, warten Sie, warten Sie doch mal!
Ich weiß ja nicht mal Ihren Namen.
Geben Sie mir den Film. - Sind Sie verrückt? Was wollen Sie?
Sie haben mich fotografiert! - Ich?
Ich weiß gar nicht, wer Sie sind. - Sie lügen.
Hören Sie zu, Sie Spinner, ich kann hier fotografieren, so viel ich will.
Hier nicht. Das gehört zum Atomkraftwerk, da ist Fotografieren verboten.
Okay, bringen Sie mich zur Polizei. Sagen Sie, ich sei ein russischer Spion.
Dann sage ich, das Atomkraftwerk interessiert mich nicht.
Ich habe nur einen Typen fotografiert, der tote Fische begräbt.
Woher wissen Sie, dass ich das getan habe? - Sie sind mir ins Bild gelaufen.
Für wen arbeiten Sie? - Für niemanden.
Ich spioniere für mich gegen das Atom...
...weil es die armen Fische killt, die lieben kleinen Fische. Zufrieden?
Ich möchte mit Ihnen reden.
Tag für Tag verenden hier Hunderte von Fischen.
Das Kühlwasser aus dem Atomkraftwerk fließt in den Fiume Astura.
Es ist radioaktiv. - Arme Fische.
Geben Sie mir den Film. - Welchen?
Den hier, den hier, oder den hier?
Den da.
Wissen Sie was?
Sie tun mir fast so leid wie die Fische.
Also dann, viel Glück.
Morelli!
Der einsame Mörder.
Eigentlich ist es verboten, auf dem Gelände zu fotografieren.
War es deine Idee, ihn dorthin zu schicken? - Nein, seine eigene...
...aber das ist auch unwichtig, die Bilder sind prima.
Ich weiß, dass es Zufälle gibt, aber ich mag nie so recht dran glauben.
Ich kann Ihnen sagen, wie der Zufall heißt.
Vera Pisenti? - Erraten.
Und weil Sie ein intelligenter Mensch sind, ist Ihnen aufgefallen, genauso wie uns...
...dass Vera Pisenti und Hertha Enzian beide an einem 14. Oktober erwürgt wurden.
Und darum sind Sie hier?
Trinken Sie ein Glas Wein mit uns? In dieser gottverlassenen Gegend...
...gibt es einen ganz vorzüglichen "Est! Est! Est!".
Entschuldigung. Wissen Sie, wie der Wein zu seinem Namen kommt?
Sie spielen mit dem Feuer, Bossi.
Ich, wieso?
Was wissen Sie von einer Verbindung zwischen der Pisenti und der Enzian?
Nicht mehr als Sie, Kommissar.
Ich interessiere mich für ungeklärte Fälle.
Ich dachte, Sie schreiben die Enzian-Story.
Ich weiß nur, dass sie an einem 14. Oktober von einem Unbekannten ermordet wurde.
Schreiben Sie die Enzian-Story allein?
So eine Geschichte schreibt man nicht ohne Mitarbeiter.
Francesco zum Beispiel, der macht die Fotos.
Sie haben Christa Sonntag bestochen. Wie viel haben Sie ihr bezahlt?
Ich... ich will offen zu Ihnen sein.
Ich glaube, der Mörder der Enzian ist identisch mit...
...dem Mörder des Bauernmädchens aus Lubriano vor zwei Jahren.
Wollen Sie mir verbieten, diesbezüglich Recherchen anzustellen?
Wenn der Mörder entwischt, nur weil Sie etwas verheimlichen...
...dann sind Sie dran, Bossi.
Auf Ihr Wohl, Kommissar.
Schönen Nachmittag noch, meine Herren.
Ich wette, der ahnt was.
Der zieht nur eine Show ab.
Der weiß nichts.
Hallo!
Guten Tag. - Tut mir leid, wenn ich Sie gestört habe.
Keineswegs.
Sie waren sehr in Gedanken versunken.
Ja.
Mögen Sie Foceverde? - Es gefällt mir sehr.
Es war schön, mit Ihnen zu reden. - Danke.
Ach du bist es, Aurelio.
Giovanni, Aurelio ist gekommen.
Guten Tag, Aurelio. - Guten Tag, Giovanni.
Willst du auf dein Zimmer? - Wenn ich darf.
Das Bett ist nicht bezogen, ich wusste nicht, dass du kommst.
Das macht nichts.
Für dich Giovanni.
Danke.
Ich war nach Hause gekommen, müde von vielen Misserfolgen.
Hier hatte ich gelebt, bis ich 18 war.
Alles war unverändert. Das Bett, die Möbel.
Der Blick auf die Gärten.
Die Luft war frisch und sauber.
Ich schaute in den Schrank.
Und fand den Entwurf zu meinem ersten Roman, der nie gedruckt wurde.
Ich entdeckte die Aufregung meiner Jugend wieder.
Auf Giovannis Fahrrad machte ich Ausflüge nach Montefiascone...
...nach Viterbo und nach Lubriano.
Da waren die vertrauten Schatten der Kastanienbäume.
Die Gegend hatte sich nicht verändert.
Selbst meine Scheune war noch da.
Morgen Abend? - Morgen kann ich nicht.
Gut, dann übermorgen, gleich nach der Kirche.
Ja, übermorgen. - Ciao.
Vera Pisenti.
Vielleicht wäre sie noch am Leben, wenn der Sonntag anders begonnen hätte.
Es war mein Geburtstag.
Ist meine Mutter nicht da?
Sie ist ins Dorf zur Messe gegangen.
Hat sie nichts gesagt? - Was soll sie gesagt haben?
Kann ich dein Fahrrad haben, Giovanni? - Da steht es.
Giacomo?
Giacomo?
Hey, lass doch den Quatsch, Giacomo.
Wer sind Sie?
Aurelio Morelli Und du?
Vera Pisenti. Sind Sie von hier? - Nein.
Haben Sie vielleicht Giacomo gesehen? - Ja.
Wo? - Ich habe ihn hier gesehen, vorgestern...
...wie ihr es zusammen getrieben habt! - Sie Schwein!
Du bleibst.
Was wollen Sie denn von mir?
Stell dich da rüber.
Giacomo! - Hör auf.
Was wollen Sie denn von mir?
Zieh dich aus. - Nein.
Zieh dich aus und knie vor mir nieder. Los!
Bitte. Bitte lassen Sie mich doch gehen.
Ich will dein Geständnis hören. - Was für ein Geständnis denn?
Bitte! - Du wirst mir erzählen, was du hier tust.
Aber warum? - Mach schon!
Bist du fertig? - Ja.
Kann ich jetzt gehen?
Ich will wissen, was ihr hier treibt, du und Giacomo.
Wir treffen uns hier.
Ich und Giacomo. Heimlich.
Wir mögen uns. - Ihr trefft euch. Wozu?
Wir lieben uns! - Lieben?
Ja! - Das ist keine Liebe!
Doch, das ist Liebe!
Was wollen Sie denn von mir?
Ich will, dass du mir alles erzählst, jede Einzelheit! In deiner Sprache!
In deiner eigenen verkommenen, obszönen Teenager-Sprache.
Ich will es hören, weil ich lernen muss!
Ich muss lernen, so gemein, tierisch und gefühllos zu sein, wie ihr alle seid!
Fang an, erzähl es mir!
Ich bereitete ihr ein Bett.
Ich kreuzte ihre Hände.
Ich bedeckte ihr Gesicht.
Ich fühlte mich wieder frei.
Ich wusste es, Sie haben beide auf dem Gewissen. Lucia Chiesa und Vera Pisenti.
Sie wollten meine Memoiren haben. Das sind meine Memoiren.
Okay, aber wann liefern Sie mir die Enzian?
So weit bin ich noch nicht.
Die Enzian ist unser Aufhänger, vergessen Sie das nicht.
Ich fürchte, ich kann das Tempo meiner Niederschrift nicht davon abhängig machen...
...was Sie Aufhänger nennen.
Sie haben zu viel Zeit mit den beiden anderen Mädchen verschwendet.
Ich dachte mir schon, dass mein Manuskript nicht Ihren Erwartungen entspricht.
Oh doch, durchaus. Ich nehme es mit. - Wozu?
Ich muss ein paar Kleinigkeiten umschreiben.
Unser Vertrag sieht vor, dass am Manuskript nichts geändert wird.
Hören Sie zu, Morelli, Sie glauben doch nicht etwa...
...dass Ihre Weltanschauung auch nur einen Leser interessiert.
Was meinen Sie mit meiner Weltanschauung?
Ihre krampfhaften Versuche, diese Morde zu rechtfertigen.
Ich kenne unsere Leser, man kann ihnen nur das verkaufen, was sie verstehen.
Und was verstehen Sie?
Einen irren Mörder zum Beispiel.
Ich bin kein irrer Mörder.
Was dann, wenn ich fragen darf?
Wenn Sie jemals lesen gelernt hätten...
Wenn Sie begriffen hätten, dass man aus Worten Sätze machen kann...
...und dass diese Sätze einen Sinn ergeben...
Und wenn Ihr beschränkter Verstand dazu in der Lage wäre...
...dann würden Sie aus jeder meiner Zeilen herauslesen können...
...dass das nicht die Geschichte eines irren Mörders ist!
Ich bin ein Revolutionär.
Falls Sie das noch nicht begriffen haben sollten.
Sie sind ein...
Sagen Sie das bitte noch mal.
Ich bin dabei, das Fundament zu legen für eine gewaltige Revolution.
Morellis Revolution gegen die Übermacht der Unreife, des Unrats und der Sittenlosigkeit.
Wollen Sie etwa damit sagen, diese Morde haben Ihnen keinen Spaß gemacht?!
Jeder Mörder bringt zunächst sich selbst zum Opfer.
In meiner Studentenzeit war ich auch mal eine Art Revolutionär.
Ich hatte das Verlangen, alles zu zerstören.
Aber ich hatte das Glück, einen Philosophen zu finden...
...der mir die Argumente geliefert hat. Alles, was ich brauchte, war ein Vorwand.
Sie verstehen nichts von Revolutionen.
Offenbar haben Sie auch die zweite Rate vergessen.
Was?
Ach so, entschuldigen Sie.
Haben Sie schon mal nachgerechnet, wie viel Sie so verdienen pro Mord?
Sie meinen pro Zeile.
Aber ja, natürlich.
Ich wette, Sie sind Naturforscher.
Ach, Sie sind es.
Nein.
Ich begrabe nur die Fische, die vom Atomkraftwerk vergiftet wurden.
Alle hassen dieses Atomkraftwerk. Ich auch.
Machen Sie hier Urlaub?
Ich bin hier, um zu schreiben. - Sind Sie Schriftsteller?
Ja.
Vielleicht habe ich schon mal etwas von Ihnen gelesen.
Sagen Sie mir, was Sie geschrieben haben.
"Du bist Alkibiades."
Sie sind...
Aurelio Morelli.
Aurelio Morelli.
Ich finde es toll, dass ich Sie kennen lerne.
Wollen Sie damit sagen, Sie kennen mein Buch?
Ich habe es zweimal gelesen, hintereinander.
Das ist schön zu hören.
Ich dachte, junge Menschen interessieren sich nicht für das, was ich schreibe.
Wieso, es ist ein fantastisches Buch.
Danke.
Ich würde mich gerne mit Ihnen darüber unterhalten.
Geht es, dass wir uns wiedersehen? Oder ist das zu unverschämt?
Ich würde mich freuen.
Vielleicht nächste Woche, wenn ich wieder hier bin.
Ich heiße Agnese.
Agnese.
Der größte Knaller in der Geschichte von "Quest'ora"!
Zehnmal größer, als wir erwartet haben!
Morellis Fantasien. - Wo sind die Seiten mit dem Enzian-Mord?
Ich bin überzeugt, dass er den Enzian-Mord schon geschrieben hat.
Er rückt nur nicht damit raus. - Und warum nicht?
Weil er kein Idiot ist. Er hat die ersten beiden Raten in der Tasche und verduftet.
Hey, darf ich erfahren, was hier gespielt wird?
Es nennt sich Stunde der Wahrheit, zumindest was mich betrifft.
Francesco hat Zweifel. - Weswegen?
Dass Morelli uns tatsächlich die Enzian-Story liefert.
In einer Woche liegt sie auf meinem Schreibtisch.
Spätestens, weil ich in einer Woche bei der Polizei bin, um den Mörder anzuzeigen.
Wenn er wirklich der Mörder ist.
Regt euch ab, Leute.
So einen Mörder bekommt ihr kein zweites Mal.
Ist Signore Morelli da? - Signore Morelli? Ich nehme es an.
Signore Morelli ist hinten im Frühstücksraum, da geht's lang.
Guten Tag, Signore, bitte treten Sie näher.
Ich sage der Signorina Bescheid. Einen Moment.
Hier bin ich.
Guten Abend, Signorina Agnese.
Meine Eltern werden erst morgen kommen.
Ich bin voraus gefahren wegen unserer Verabredung.
Das ist überaus reizend von Ihnen.
Folgen Sie mir.
Da wären wir.
Das hier ist mal die Küche gewesen, aber das ist schon Jahrhunderte her.
Jetzt ist es unser Wohnzimmer.
Vorsicht Stufe.
Gefällt es Ihnen? - Sehr.
Setzen wir uns.
Sie überraschen mich mit allem, was Sie tun und sagen.
Sie dürfen nicht glauben, dass ich immer so bin.
Ich imitiere nur meine Mutter.
Sie muss wirklich eine äußerst kultivierte Frau sein.
Und Sie tun es vollendet.
Danke.
Aber reden wir lieber über Ihre Bücher. Ich habe so viele Fragen.
Woher nehmen Sie Ihre Anregungen?
Danke, wir machen das selbst. Möchten Sie Suppe?
Danke.
Danke.
Arbeiten Sie lieber am Tage wie Carducci oder nachts wie Balzac?
Schreiben Sie mit der Hand oder mit der Maschine?
Und warum arbeiten Sie ausgerechnet in Foceverde?
Und das soll ich wirklich alles beantworten?
Ja, bitte.
Ja? Was?
Ach, du bist es.
Gut, ich komme. In fünf Minuten.
Mit den Fingern zu essen, ist fast, wie zweimal zu essen.
Erst spürt man, was man isst, und dann schmeckt man, was man isst.
Muss ich jetzt einen Diener machen?
Hast du Morelli gefunden?
Ich habe nicht mehr nach ihm gesucht.
Schlitzohr Bossi hat es vermasselt. Schlitzohr Bossi wurde ausgetrickst.
Ist das alles, was du mir sagen wolltest? - Nein.
Wir bringen die Story nicht.
Aber warum denn? - Weil Morelli ein Schwindler ist.
Er hat uns aufs Kreuz gelegt und ist abgehauen.
Und damit wäre unser Knüller ein alter Hut.
Was ist denn das? - Unser nächstes Titelbild.
Niedlich. Hast du das schon mit deinem Vater besprochen?
Was? - Dass du die Story nicht bringst.
Unser Aufhänger dafür war die Enzian-Story, aber wir haben keine Enzian-Story.
Ich bin gerade dabei, sie zu schreiben.
Mit ein bisschen Fantasie beschreibe ich dir jeden Mord.
Das hast du doch selber gesagt.
Sie hat ein wirklich hübsches Gesicht.
Aber du glaubst doch nicht wirklich, dass die Leute deswegen die Kioske stürmen.
Von jetzt an werden wir eine andere Zeitung machen.
Eine andere Zeitung...
Aber sicher...
Kann ich jetzt weiter schreiben?
Es war reizend und überaus anregend.
Ich wüsste nicht, wann ich zuletzt einen so bezaubernden Abend verbracht habe.
Sie beschämen mich.
Ich bedanke mich sehr.
Aber Sie wollen doch nicht jetzt schon gehen.
Ich muss Ihnen noch etwas zeigen. Kommen Sie.
Sie müssen noch Ihre Bücher signieren.
Es war gar nicht so einfach, sie alle aufzutreiben.
Ich habe mit einer Freundin zusammen fast alle Antiquariate von Rom durchstöbert.
Bitte, schreiben Sie etwas Hübsches hinein.
Etwas Hübsches?
Etwas Poetisches.
Entweihet meine Hand verwegen dich...
Oh Heiligenbild so will ich es lieblich büßen.
Zwei Pilgern gleich neigen meine Lippen sich...
...dem herben Druck dem Kusse zu versüßen.
Das ist wunderschön.
Ich danke Ihnen.
Warum tun Sie es nicht?
Was?
Mich küssen.
Wie kommen Sie darauf? Das ist eine ziemlich ernste Anschuldigung.
Was für Beweise? Und die befinden sich in Ihrem Besitz?
Wir sprechen beim Essen weiter darüber.
Danke für Ihre Unterstützung. In Ordnung. Bis später.
Da sind Sie ja.
Ich hatte gerade eine interessante Unterhaltung mit Signore Bossi.
Was hat Sie hergetrieben, Ihr schlechtes Gewissen oder reine Vorsicht?
Er hat mir eine Kopie des Tagebuchs von Hertha Enzian gebracht.
Das Tagebuch der 16-jährigen Hertha.
Mit interessanten psychologischen Details, ich habe es von ihrem Vater in Wien.
Warum kaufen Sie sich keinen Heiligenschein?
Ich bin Journalist, Kommissar, ich verteile welche.
Sie kriegen sicher auch mal einen. Wenn Sie mich jetzt entschuldigen.
Einen Augenblick, Bossi!
Wenn noch ein Mord passiert, und Sie haben es nicht verhindert...
...dann schlage ich Ihnen die Zähne ein.
Nach Dienstschluss, als Privatmann.
Sie haben es gehört.
Sind Sie verrückt geworden?!
Das könnte morgen in der Zeitung stehen. - Er kennt den Mörder.
Würden Sie uns bitte einen Augenblick allein lassen.
Aber das ist doch Unsinn.
Ich halte es sogar für möglich, dass er ihn für "Quest'ora" schreiben lässt.
Wie kommen Sie darauf?
Normalerweise hängt Bossi hier den ganzen Tag rum...
...diesmal stellt er eigenartigerweise kaum Fragen.
Antwort: Er hat es gar nicht nötig, er weiß schon zu viel!
Das ist unmöglich, er arbeitet schließlich für Vanetti.
Vanetti ist ein Mann von hohen moralischen Grundsätzen, wie Sie wissen.
Wenn ein Mörder frei herumläuft, weil die Presse ihn deckt...
...dann ist das ein strafbarer Tatbestand! Oder was meinen Sie?
Sie sollten sich weniger Sorgen um die Enzian und mehr um Bossi machen.
Es wirft kein gutes Licht auf die Polizei, wenn sie weniger weiß als die Presse.
Oder sind Sie anderer Meinung? - Natürlich nicht.
Sie haben Recht.
Ja! Ja! Das ist es! Okay, jetzt dreh dich um!
Fabelhaft! Noch etwas, noch etwas, halt!
So ist gut.
Ja, und jetzt spann den Schirm auf!
Ja! Und schau nach oben!
Genau so. Augen zu.
Ich hätte meinen Vater fragen sollen. - Weswegen?
Ob er etwas dagegen hat. - Gegen das Küssen?
Nein, gegen das Fotografieren.
Musst du immer deinen Vater fragen? - Sprichst du nie mit deinem Vater?
Ich habe keinen Vater.
Ich habe gerade Kundschaft!
Verschwinde!
Ich komme im Auftrag der Liga für glückliche Ehen!
Mich schickt deine Frau!
Und nun zu uns beiden. - Was wollen Sie?
Was glaubst du, wofür wir dich bezahlen?!
Ich habe alles gesagt, was ich weiß. - Okay.
Und was hast du Canonica über mich erzählt? - Nichts, gar nichts, wirklich!
Er hat dir gesagt, du sollst mich aushorchen, stimmt's?
Nein! - Hat er dir mit der Ausweisung gedroht?
Hör zu, Schätzchen.
Wenn ich will...
...mache ich mehr Druck als die Polizei.
Wenn ich will, schmeißt man dich so schnell aus der Stadt...
...bevor du überhaupt begreifst, was los ist!
Wir werden die Stadt von euch Huren säubern!
Wir stellen alle Callgirls unter Todesstrafe.
Besonders, wenn sie aus Deutschland kommen.
Also, was hast du ihm erzählt? - Nichts, gar nichts, ich schwöre es!
Ich will wissen, was du ihm erzählt hast.
Schwein! Sie sind ein Schwein!
In München bei der Landwirtschaftsschau bekämen Sie einen Preis, Sie Schwein.
Was du ihnen gesagt hast, will ich wissen.
Wer ist dran? - Hier ist Christa, Christa Sonntag.
Christa, Sie, das ist aber nett, dass Sie an mich denken.
Es ist wegen Hertha Enzian. Mir ist da heute Morgen etwas eingefallen.
Ein bisschen leiser bitte, nicht so laut.
Entschuldigung, was haben Sie gesagt?
Wissen Sie das genau?
Ja. Ja, das könnte ein Anhaltspunkt sein.
Danke, Christa. Sie können auf mich zählen.
Alles Gute zum Geburtstag.
Was ist los, wieder eine tote Hure? - Meinen Wagen.
Du, du und du, ihr kommt mit.
Wollen Sie nicht endlich sagen, was los ist? - Ja, was ist los?
Ich suche einen Schriftsteller, der Geburtstag hat, und zwar am 14. Oktober.
Ich wusste gar nicht, dass es so viele Schriftsteller gibt.
Die meisten sind aber schon tot.
Kommissar, da ist einer!
Sind Sie schon lange hier?
Nur ein paar Minuten.
Ich möchte, dass Sie diesen Brief ganz genau lesen.
Vielleicht finden Sie mein Geständnis ja grotesk.
Ich hoffe aber, Sie finden es nicht anmaßend.
Ich verlasse Italien, Agnese.
Haben Sie den Mut, mit mir zu kommen?
Aber wie kommen Sie darauf?
Ich brauche Sie.
Sie sind meine letzte Hoffnung.
Ich muss Sie um Verzeihung bitten. - Wofür?
Ich habe Ihnen etwas vorgemacht. Es tut mir leid.
Ich bewundere Sie, Signore Morelli. Sie sind ein großer Dichter.
Aber ich, ich bin nur...
Dann ist Ihre Antwort Nein?
Sie müssen das verstehen, Signore Morelli.
Ich liebe Ihre Bücher, Ihre Sprache.
Ihre Idee, die toten Fische zu bestatten. So müssen Sie das alles verstehen.
Agnese...
Warum haben Sie mich geküsst an diesem Abend?
Ich mag es, wenn man mich küsst. Es ist ein schönes Gefühl für mich.
Nein, bitte nicht. Sie würden das nur wieder missverstehen.
Können wir nicht Freunde bleiben?
Leben Sie wohl. Es tut mir leid.
Agnese!
Macht Platz. - Macht Platz. Macht Platz.
Hast du sie?
Hallo, Kommissar.
Das Einzige, was ich mir vorzuwerfen habe, ist, dass ich noch im Dienst bin.
Haben Sie das gesehen? - Ja, ich habe es gesehen.
Kommissar!
Was wollen Sie, dass ich mich noch mal vergesse?
Ich bin nicht so nachtragend wie Sie. - Das Mädchen geht auf Ihr Konto.
Sie haben den Mörder wochenlang gedeckt.
Ich würde mich nicht wundern, wenn Sie ihm auch noch zur Flucht verholfen hätten.
Sie können mir nichts nachweisen, Kommissar. - Das werden wir noch sehen.
Ich dachte, Sie könnten vielleicht einen Hinweis gebrauchen.
Lassen Sie die Küste absuchen.
Wozu?
Morelli schreibt, dass nur das Wasser die Erde erträglich macht.
Er erwähnte dabei die Tempel von Paestum. Was halten Sie davon?
Netter Versuch.
Aber es nützt Ihnen nicht viel, Sie sind auf jeden Fall dran.
Hier ist es.
Haben Sie diesen Mann schon mal gesehen? - Aber ja!
Ich habe ihn sogar aufgenommen.
Fotografiert oder gefilmt? - Acht Millimeter.
Mit meiner Leicina Super.
Wir haben den Neptun-Tempel besichtigt.
Rückt ein bisschen rüber. Ja, so ist gut.
Ich sah ihn, wie er eine Säule küsste. Ich fand das ziemlich merkwürdig...
...und ungewöhnlich, und ich filme alles, was merkwürdig ist.
Also bin ich ihm gefolgt.
Er ging hinunter zum Strand.
Zuerst dachte ich, der Mann lässt Tauben fliegen.
Und dann ging er ins Wasser. Komplett angezogen.
Ich rief hinter ihm her: Hey, Mann, was machen sie denn?
Und dann kam noch ein Freund von mir. Wir riefen ihm beide nach.
Dann sah ich den Revolver und hörte einen Schuss. Ganz leise.
Das Geräusch der Wellen war zu laut.
Damit wäre der Fall wohl erledigt. Er hat sich das Leben genommen.
Ja, soweit es Morelli betrifft.
Wir haben die Leiche noch nicht gefunden.
Aber es gibt keinen Zweifel, Morelli hat sich das Leben genommen.
Die Presse hat sehr zur Aufklärung des Falles beigetragen.
Vor allem bei Emilio Bossi müssen wir uns sehr bedanken.
Sie erwarten doch nicht, dass ich Ihnen gratuliere.
Ich werde trotzdem etwas Nettes über Sie schreiben.
Es ist mir egal, was über mich in der Zeitung steht.
Viel Erfolg auch für die Zukunft!
Nimm es nicht so tragisch, jeder von uns macht Fehler.
Im Gegensatz zu dir habe ich an Bossi geglaubt, das war unser Glück.
Ohne uns wäre dieser Morelli ein Rätsel geblieben.
Erst durch diese Memoiren sind seine Motive klar geworden.
Sein Frauenhass und dieser merkwürdige Neid auf die Jugend.
Gegen die er sich nur zu behaupten glaubte, indem er tötete.
Ja? In fünf Minuten bin ich wieder zu sprechen.
Ja, ich bin in meinem Büro.
Jedenfalls hast du eine Menge dazugelernt.
Was ist los mit dir?
Würdest du vielleicht die Güte haben, mir zu erklären, was du hast?
Das würdest du auch nicht begreifen, wenn ich es dir sage.
Signore? Signore?
Kaffee.
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