All language subtitles for 2020_Schlaf.deu

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Original subtitles

* Es läuft peppige Popmusik. * (junge Frau) Der geht.

(Frau) Nee. (flüstert) Doch.

Doch, doch, doch, doch, doch, doch, doch, doch.

* Frau kichert. *

(lacht) Ja, bitte.

* Sie stöhnt gespannt.* Nein, nein, sch.

* Sie stöhnt. * Nein, ich kriege den.

* Sie schreit gespannt. *

Sorry.

* Sie seufzt. *

Hast du die Tabletten besorgt?

(leise) Fuck.

Mona, bitte. Ich habe dich extra darum gebeten.

In deinem Handgepäck, wie immer.

Du bist gemein. So.

Soll ich dich mal ins Bett bringen gleich? Nee, noch nicht.

* Schwelendes Dröhnen setzt ein. *

* Dröhnen schwillt an. *

* Frau schreit gellend. *

* Schnelle herannahende Schritte *

Mama, hör auf. * Sie stöhnt angestrengt. *

Mama, du musst jetzt atmen. Ein... Mama, atmen, hey.

Ein, aus.

Ein, aus. * Sie keucht. *

Ein, aus.

Ein, aus.

Du hast ziemlich krass geschrien.

Wie bin ich hergekommen?

Ich habe dich ins Bett gebracht. Erinnerst du dich nicht?

Ja, so halb. Hm?

Soll ich mich zu dir legen? Äh, nee.

* Sie hustet leicht. * Ich lasse die Tür auf, ja?

Hm, nee, mach mal bitte zu.

Nacht. Schlaf gut.

Tut mir leid.

* Sie seufzt. *

* Tür wird geöffnet und geschlossen. *

Morgen.

Morgen.

Was hast du denn da?

Das ist der Ort.

Welcher Ort?

Aus meinen Träumen. Aha.

Wie kommt der Ort aus meinen Träumen

in eine Anzeige aus dem Bordmagazin?

Kannst du mir das erklären?

Du hast Atemstörungen, wenn du schläfst.

Richtig krasse Aussetzer.

Mach einen Termin bei der HNO-Ärztin, wie verabredet.

Vier Träume, immer dieselben. Alle am selben Ort.

Drei Träume bauten sich langsam auf und eskalierten,

bis sich einer nach dem anderen darin umgebracht hat.

Aber der Mann im vierten Traum ist stärker. Aber er wird schwächer.

Und wenn es diesen Ort wirklich gibt ... dann gibt's auch ihn.

Du brauchst psychologische Hilfe. Das weißt du, ne?

Ich weiß. Ich mache dir einen Termin bei deiner HNO-Ärztin.

Ich bin auf Umlauf und übernachte in Istanbul.

Ich bin morgen Abend erst zurück.

Warte. Ah, 'tschuldigung.

Hallo, Engelhardt mein Name.

Ich würde gerne einen Termin bei Ihnen machen.

Ja, ist aber nicht für mich. Ist für meine Mutter. Marlene.

* Düster schwelende Musik *

Bitte schön.

* Düstere Musik läuft weiter. *

Guten Tag.

* Düstere Musik läuft weiter. *

* Düstere Musik läuft weiter. *

Was kann ich für Sie tun?

Ich kenne diese Männer, aber ich weiß nicht, wer die sind.

Sie haben Stainbach zu dem gemacht, was es heute ist.

(flüstert) Sie haben sich alle umgebracht.

Das ist kein Geheimnis.

Und die Frau da, sind Sie das?

Und war das Ihr Mann? Das war mein Vater.

* Düstere Musik klingt aus. *

* Marlene atmet nervös. *

* Sie wimmert. *

* Sie keucht panisch. *

* Gedämpftes Rumpeln *

* Marlene stöhnt angestrengt. *

* Unheimliche schwelende Musik *

* Dumpfer Schlag *

* Ruhiges Grunzen * * Besetztton *

* Marlene keucht ängstlich. *

* Grunzen wird lauter. *

* Handy vibriert. *

Ja?

Ja, woher haben Sie meine Nummer?

Nee... Nee, die ist in Istanbul. Warum...

Was?

Mama?

Hey.

* Reißverschluss ratscht. *

Ich habe dir frische Sachen mitgebracht.

T-Shirts, Unterwäsche, Pulli. Ich tue dir das hier in den Schrank.

Und ...

deine Schlafsocken.

Du kriegst doch immer so kalte Füße.

So.

Links.

Und rechts.

(Mann) Ihre Mutter befindet sich in einem Stupor.

Meistens wird dieser Zustand durch ein Trauma ausgelöst.

Das ist wie... wie eine Schockstarre.

Ich habe hier ...

die Unterlagen Ihrer Mutter.

Die... Die Medikation ist ziemlich speziell.

Upper, Downer, Schlaftabletten.

Ja, ihr Biorhythmus ist abgefuckt. Sie arbeitet als Flugbegleiterin.

Gibt es eine psychische Erkrankung bei Ihrer Mutter?

Depressionen, Schizophrenie? Nimmt sie noch andere Medikamente?

Sie nimmt ab und zu Lorazepam und hat regelmäßig Albträume.

Na ja, wer hat die nicht?

Gibt's in Ihrer Familie ähnliche Fälle?

Keine Ahnung.

Meine Mutter wurde als Baby vor einem Kinderheim ausgesetzt.

Da sind Sie die einzige bekannte Verwandte? Ja.

Einige der möglichen Auslöser können vererbbar sein.

Wie kann ich helfen?

Es wäre wirklich hilfreich zu wissen,

was genau diesen Stupor ausgelöst hat.

Wo ist denn dein Handy?

Ich suche mir jetzt hier in der Nähe ein Zimmer. Ähm ...

Ja. Ruf mich an, wenn du ...

kannst.

Mach dir keine Sorgen.

* Unbehagliche Bassmusik *

* Unbehagliche Bassmusik endet. *

* Frau stöhnt angestrengt. *

Hallo?

Hallo.

Äh, ich habe mit einem Herrn Fährmann telefoniert.

Das ist mein Mann. Er ist da drin.

Gehen Sie ruhig rein.

* Munteres Stimmengewirr *

* Stimmengewirr ebbt ab. *

(Fährmann) Frau Engelhardt? Herr Fährmann?

Haben Sie gut hergefunden? Ja.

Franzi, sei so lieb und mach schon mal die 186 fertig.

Und dreh die Heizung auf. Mhm.

Das ist die Tochter von unserem Notfall.

Wie geht's Ihrer Mutter jetzt? Ihr Zustand ist stabil.

Sie machen uns aber keinen Ärger, oder?

Lorchen, ich bitte dich. Sie meint das nicht so.

Wir hatten einen anstrengenden Tag, aber ... wem sage ich das?

Trinken Sie. Kommen Sie erst mal in Ruhe an.

Und wenn Sie was brauchen, dann fragen Sie mich.

Ich kenne jeden hier im Ort, und jeder kennt mich. Prost.

Könnte ich mich vielleicht kurz in dem Zimmer umsehen,

das meine Mutter hatte?

Das sieht schlecht aus.

Ist es belegt? Eher zerlegt.

Ich zeige es Ihnen.

Sie haben gar kein Gepäck.

Ja.

Mit Frühstück? Nein, danke.

Da verpassen Sie aber etwas. Meine Frau kann nämlich zaubern.

Sogar auch vegetarisch. Sind Sie Vegetarierin?

Ja, aber ich esse morgens nichts.

Da muss ich Sie warnen. Unsere Luft ist äußerst appetitanregend.

Danke, Franzi. Kannst jetzt Feierabend machen.

Das ist Ihr Zimmer.

Das Zimmer Ihrer Mutter war gleich da vorne.

* Besetztton *

Tut mir leid.

Haben Sie was mitbekommen? Ich war im Revier auf der Jagd.

Meine Frau hat sich um alles gekümmert.

* Herannahende Schritte *

Du kannst mich doch da unten nicht allein lassen.

Bist du so lieb und erzählst uns, was du mitbekommen hast?

* Rumpeln *

Wonach sieht's denn aus?

Sie sind ja ganz blass im Gesicht.

Geht schon, ich muss nur was essen.

Ich habe Sie gewarnt.

Die Küche ist zu.

Der Dorfladen hat vielleicht noch geöffnet.

Wenn Sie das Hotel verlassen,

schließen Sie bitte hinter sich ab.

Hallo.

Du bist nicht von hier.

Nee. Meine Mutter liegt hier in der Nähe im Krankenhaus. Ah.

Oh, hi. Sag mal, hast du Waschbenzin?

(Kassierer) Ja, da hinten. Unten rechts.

Wo? Äh, unten?

Wo, unten? - Neben dem Spülmittel.

Ah, ja. Ich glaube, ich versuche das zu Hause noch mal.

Hi, ich bin Bille, und du?

Mona. Hey, Mona. Das ist Christoph.

Wir sehen uns morgen. - Ja.

Tschüss, ihr zwei.

Übernachtest du im Hotel? Ja. Was schulde ich dir denn?

Geht aufs Haus.

Danke.

* Sie stöhnt genervt. *

* Plötzliches Klingen *

* Rauschen, Rascheln *

* Unbehagliche Musik *

* Entferntes Rauschen *

* Unbehagliche Musik läuft weiter. *

* Unbehagliche Musik klingt aus. *

* Mona keucht. *

* Entferntes Rumpeln *

* Rumpeln, Knarzen *

* Er seufzt. * * Tür wird geöffnet. *

Was ist los? Nichts.

Hast du gut geschlafen? Ja.

Guten Morgen.

Sie sehen aus, als könnten Sie einen Kaffee gebrauchen. Ja.

Franzi ist hinten in der Küche und macht welchen.

* Laute entfernte Musik *

(laut) Kaffee?

Sorry. Willst du einen Kaffee?

Willst du? Nee, danke.

Du siehst scheiße aus.

Ich habe beschissen geschlafen.

Kennst du das, wenn du aufwachst und der Traum ist noch da?

Du? Ja.

Neulich erst.

Da war so ein ... riesiger Keiler,

so ein richtig fettes Ding, in meinem Zimmer.

Und ich war auf der Jagd, ich hatte aber kein Gewehr.

Also habe ich mich unter der Bettdecke versteckt.

Und dieses Teil, dieses fette Teil so... so über mich rüber.

Das war crazy. Ich bin dann aufgewacht.

Bin aus dem Zimmer raus, kaltes Wasser ins Gesicht,

bin wieder ins Zimmer rein.

Und dann sehe ich diesen... * Sie grunzt brüllend. *

Keiler? Ja.

War immer noch da.

Und bist du aus dem Traum rausgekommen?

Na ja, wenn man Glück hat, merkt man, dass man träumt.

Und wenn du es merkst, aber trotzdem nicht aufwachen kannst?

Dann braucht man irgendeinen Kick.

Irgendwas Krasses. So ... wie sterben.

Sterben? Mhm.

Irgendwas ... Schockierendes.

Und wenn ich nicht weiß, ob ich träume oder wach bin?

* Rumpeln *

Dann hast du eine Fifty-fifty-Chance.

Denkst du dir das gerade alles aus,

weil du mir den hier aufs Zimmer gelegt hast?

Das ist kein Keiler.

Das ist eine Bache, eindeutig.

Wollte die Chefin schon wegschmeißen.

Habe ich aus dem Müll gefischt.

Dachte, vielleicht will deine Mutter den zurückhaben.

Pass lieber auf mit dem Ding.

Krasse Aura.

Aura?

Na dann, bis später.

Bis später.

* Sanftes Surren *

* Sanftes Surren stoppt. * * Entferntes Rumpeln *

* Entferntes Rumpeln, Knarzen *

Habt ihr gekifft? Nee.

* Entferntes Rumpeln *

* Dumpfes Rumpeln, Knarzen *

* Dumpfes Rumpeln *

* Rumpeln stoppt. *

* Vögel flattern. *

* Unheimliche schwelende Musik *

* Tauben gurren. *

* Unheimliche schwelende Musik läuft weiter. *

* Rumpeln *

* Rumpeln, Knacken *

* Unheimliche Musik stoppt. *

* Unheimliche schwelende Musik *

* Energische Trommelmusik *

Geht's Ihnen nicht gut?

* Rasante unheilvolle Musik *

Sehr gut.

Ah, du hast es gefunden. Sehr schön.

Danke, Franzi.

Und warum hat sie die Fotos auf einmal nicht mehr gemocht?

Ihr Anblick hat sie deprimiert.

Das ist ihr gestern plötzlich eingefallen?

Du weiß doch, wie deine Schwester sein kann.

Bist du oben unserem Gast begegnet?

Irgendwas läuft bei der nicht ganz richtig, oder?

Die hat's nicht einfach.

* Bedrohliches Dröhnen setzt ein. *

* Lautes verzerrtes Grunzen *

* Rasante unheilvolle Musik *

* Verzerrte undeutliche Stimmen *

* Rasante unheilvolle Musik läuft weiter. *

* Unheilvolle Musik schwillt an. *

* Sie stöhnt angestrengt. *

(leise) Ein, aus, aus.

Aus. * Knarzen *

(leise) Eins nach dem ... anderen.

Okay, okay.

* Sie keucht. *

* Schrille Geräusche *

* Durchgehender Pfeifton *

* Pfeifton schwillt an. *

* Pfeifton endet abrupt. *

* Vögel zwitschern. *

'tschuldigung?

Sorry, ich wollte Sie nicht erschrecken. Frau Engelhardt.

Kennen Sie eine Trude?

Trude?

Da klingelt was, aber ich komme gerade nicht drauf.

Ach, Lorchen.

Das Bäumchen ist nicht sauber in Linie mit den anderen.

Ist mir wohl verrutscht.

Macht ja nichts, ist ja nur der eine.

Den hast du ja schnell umgepflanzt.

Sie haben so fluchtartig das Haus verlassen.

Ist alles in Ordnung?

Hat Sie der Wolfram erschreckt?

Nee, wer ist das? Mein Schwager.

Sind Sie vorwärtsgekommen mit Ihren Ermittlungen?

Mir fiel gestern gar nicht auf, wie groß Ihr Hotel ist.

Das ist unser ganzer Stolz.

Aber auch harte Arbeit. Gerade ist ja keine Saison.

Aber Sie sollten mal herkommen, wenn hier Hochbetrieb ist.

Dann ist hier der Teufel los.

Sie können sich das nicht vorstellen, oder?

Nee.

Sind das alles Gästezimmer?

Möchten Sie es sich ansehen? Geht das?

Ich biete mich jederzeit als Führer an.

Jetzt?

Warum nicht?

Im Moment braucht man vielleicht noch ein wenig Fantasie.

Aber wenn Sie wie ich förmlich eins sind mit dem Projekt,

dann sehen Sie nur die Möglichkeiten.

Und das unendliche Potential.

Wir werden Gesundheitskonzepte umsetzen.

Heute sagt man "Wellness" dazu. Yoga-Klassen.

Das wäre doch was für Sie.

Das hier wird unser Konferenzsaal. Ich möchte auch so Arbeitsräume.

Wie heißt das auf Neudeutsch, wo man zusammenarbeitet?

Co-Working? Genau, Co-Working.

Miteinander. Das ist mein Motto.

Wir haben ausreichend Platz für große Ideen.

Glauben Sie mir, ich bin kein Träumer.

Ich bin Realist. Noch sind wir ein Saisonbetrieb.

Aber in zwei, drei Jahren, maximal fünf, sind wir ausgebucht.

Das ganze Jahr über.

Unser Investitionsmodell ist visionär.

Stichwort "Heimatrendite".

Das ist von mir.

Sie glauben mir nicht, oder?

Doch, doch.

Ich habe nur was gelesen und frage mich gerade,

ob das hier gewesen ist.

Na, immer raus damit.

Hat sich hier mal einer das Leben genommen?

Wo haben Sie das denn her?

Internet. Fake News.

Nein, ernsthaft.

Das stimmt schon. Schlimme Sache, ganz schlimme Sache.

Hat sich aber nicht nur einer umgebracht, oder?

In diesem Haus gab es, soweit ich weiß, drei.

Der Uwe, der Max und der Heiner. Das waren meine Mentoren.

Und wie kommen Sie damit klar?

Kommen Sie. Ich verrate Ihnen ein Geheimnis.

Hier hat sich der Max mit seinem Jagdgewehr in den Mund geschossen.

Der Raum hier, vor dem Sie sich gerade fürchten ...

der ist nur in Ihrem Kopf.

Das hier ist weiter nichts als ein Waschkeller.

Sie können das so einfach trennen, ja?

Wie soll man vorwärtskommen,

wenn man an den Misserfolgen der Vergangenheit rumdoktert?

Und der Dritte? Der Heiner, mein Schwiegervater.

Hat sich auf dem Dachboden erhängt.

Aber den Dachboden ... kennen Sie ja schon.

Warum haben die sich umgebracht?

Wenn das Wohlbefinden einer ganzen Gemeinde von einem abhängt...

Daran sind sie zerbrochen. Und was ist mit Ihnen?

Ich kenne die Einsamkeit, die man verspürt,

wenn man immer vorneweg geht.

Das ist ein Opfer, für das nur die stärksten Männer bereit sind.

Ich denke perspektivisch. Das hilft mir, gesund zu bleiben.

'tschuldigung, wenn ich neugierig bin.

Ich wollte Ihnen nicht zu nahe treten. Nein, Sie sind jung.

Sie müssen neugierig sein. Und wissen Sie, was?

Sie haben mich auch ein bisschen neugierig gemacht.

Ich weiß beim besten Willen nicht, worauf Sie hinauswollen.

Wer ist Trude?

Ich mache Ihnen einen Vorschlag.

Kommen Sie doch morgen zum Mittagessen bei uns vorbei.

Bis dahin habe ich rausgefunden,

was es mit Ihrer Trude auf sich hat.

Mache ein paar Telefonate, höre mich für Sie um.

Ich habe versprochen, Ihnen zu helfen.

Ich stehe selbstverständlich zu meinem Wort.

Und den Apfelstrudel meiner Frau,

den dürfen Sie wirklich nicht verpassen.

* Beklemmende Musik *

* Beklemmende Musik läuft weiter. *

* Es läuft lässige Popmusik. *

Hey.

Kennst du die Leute vom Hotel? Mehr oder weniger.

Was war denn da los mit den Selbstmorden?

Na ja, das Business war jetzt nicht so der Knaller,

und große Männer bevorzugen große Abgänge.

Kennt man ja.

Hast du heute schon was gegessen?

Ist das wieder Salami? Nee.

Ähm, du fährst zu deiner Mom?

Ja. Hast du danach schon was vor?

* Mona seufzt. *

Ich komme morgen noch mal wieder, ja?

Ich bin im "Sonnenhügel".

Sch, sch.

(leise) Alles gut.

Alles gut, Mama.

Ist gut jetzt.

* Mona wimmert. *

* Marlene ächzt. * Ist gut.

* Dumpfe Musik aus Kopfhörern. *

Traust du dir das zu, oder ist dir das zu heftig?

Keine Angst, das ist Billes Laden.

* Entfernte basslastige Musik *

Wie haltet ihr das hier aus?

Das ist alles eine Frage der psychischen Hygiene.

Wie war's bei deiner Mama? Ist sie wieder fit?

Die war in ihrem ganzen Leben noch nicht fit.

Lass dich mal drücken.

Komm mal her. Darf ich?

* Mona schnieft. *

(leise) Ich glaube, ich werde wahnsinnig.

Genau wie sie.

Das ist doch eine total vernünftige Reaktion

auf den ganzen Scheiß da draußen.

Ähm, das ist zwar nur ein Demo,

aber ich glaube, dass der Song die Welt verändern wird.

Das ist für die Leute, die wissen, was noch echte Gefühle sind.

* Flotte Synthiepop-Musik * Okay.

♪ It felt like when we were just 17.

It was just like we were in a movie scene.

In a world of fantasy it was you and me.

It was you and me.

Baby.

Tonight I woke up from a burning dream.

You gave up all the things we could've been.

And now I'm down, and I'm just feeling blue.

Ah, ah. What are you trying to do?

What is love?

What is love like, baby?

What is love?

Are you more than just a maybe?

It's, it's, it's not enough...

to say that you're my lady.

What is love? ♪

* Düstere Musik überlagert flotten Synthiepop. *

* Leises düsteres Dröhnen *

* Düstere Musik *

* Düstere Musik läuft weiter. *

* Düstere Musik läuft weiter. *

* Düstere Musik läuft weiter. *

* Düstere Musik läuft weiter. *

* Düstere Musik läuft weiter. *

* Düstere Musik läuft weiter. *

* Düstere Musik läuft weiter. *

* Verzerrtes Ächzen *

* Sie stöhnt leise auf. *

* Düstere Musik klingt aus. *

Lorchen, ich habe heute einen Spaziergang gemacht.

Plötzlich war ich nicht mehr in Stainbach, ich war im Wald.

Da habe ich die Vergangenheit gesehen.

Es gab immer große Pläne für Stainbach.

Und wir haben Opfer gebracht.

Aber jedes Opfer ist ein gerechtes Opfer,

wenn es der richtigen Sache dient.

Das hat mir die Ruine im Wald verdeutlicht.

Unsere nationale Niederlage

war nur eine Aufforderung, stärker zu werden.

Welche nationale Niederlage hast du denn erlebt?

Das Wirtschaftswunder?

Wir müssen schlau sein, Lorchen,

gerade jetzt.

Ich weiß nicht, wie lange ich so gegangen bin in Gedanken.

Der Waldboden roch nach Moos, nach Pilzen,

nach Fruchtbarkeit.

Die Fruchtbarkeit einer gnädigen Mutter.

Deshalb wollt ihr einen Parkplatz daraus machen.

Und als ich aus dem Wald herauskam,

da öffnete sie mir ihren Schoß.

Was habe ich gesehen?

Einen "Sonnenhügel".

Unser Hotel.

Schlaf jetzt.

* Entferntes Bellen *

* Krähen krächzen, Hunde bellen. *

* Rhythmisches Ticken *

* Er röchelt. *

* Klopfen *

Hey. Hi.

Hast du gut geschlafen?

* Klopfen * Du?

Mhm. * Klopfen *

Sag mal, wie sind wir gestern...

* Klopfen *

Fuck.

Moment.

* Sie seufzt. *

Ich habe was rausgefunden für Sie.

Hast du Christoph Bescheid gesagt?

Er weiß, wann wir immer Mittag machen.

Sie haben unseren Sohn kennengelernt?

Ja, kurz.

Wie lange wollen Sie denn noch bleiben?

Sie müssen essen, sonst wird es kalt.

Gibt es die Figuren in Stainbach zu kaufen?

Die da? Nein.

Die macht mein Mann alle selbst. Nur für die Familie.

Schmeckt es Ihnen nicht?

Doch, ist nur ein bisschen viel auf nüchternen Magen.

Sie wollten mir was zeigen. Ja, richtig.

Moment, als Sie gestern "Trude" gesagt haben,

da wusste ich sofort, ich kenne den Namen.

Aber ich wusste nicht mehr, woher.

Heute Nacht ist es mir wieder eingefallen.

"...näher ans Mikrofon. Gib dir ein bisschen mehr Mühe."

(Junge) ♪ Liebe Mutter fein. ♪

Das ist ein Schlaflied. ♪ Komm in mein Stübchen rein. ♪

Ist das Christoph? Nicht schlecht, was?

Leider hat er das Interesse am Singen verloren.

Man steckt ja so viele Hoffnungen in seine Kinder.

Aber Dank darf man dafür keinen erwarten.

Ich lege großen Wert auf Familienzusammenhalt,

aber nicht jeder hat das Glück,

wie Ihre Mutter ein so aufopferungsvolles Kind zu haben.

♪ Die Trude sieht mich böse an.

Der Alb kommt an mein Bett heran.

Ich will nicht bei ihr sein.

Ich will nicht bei ihr sein. ♪ Otto?

Hol schon mal den Apfelstrudel. ♪ Schlaf, Kindchen, schlaf. ♪

Sei so lieb. ♪ Die Mutter, die gibt acht.

Dass die Trud' dich nicht mehr drückt.

Und der Alb dich nicht erstickt.

Schlaf, holde Krumm.

Alb, dreh dich um.

Schlaf, Kindchen, schlaf.

Die Mutter, die gibt acht.

Dass die Trud' dich nicht mehr drückt.

Und der Alb dich nicht erstickt. ♪ Du...

♪ Schlaf, holde Krumm. ♪

...hast ja keine Ahnung.

♪ Mutter, du bist futsch. ♪

* Mona imitiert Schweinegrunzen. *

* Mona lacht. *

Steck es weg. * Mona lacht. *

Du sollst sie wegstecken.

Hallo, Otto.

Du siehst ja ganz müde und erschöpft aus.

Oh nee.

Mach es nicht noch schlimmer. Geh aus dem Weg.

Otto, nein.

Au.

* Lore röchelt. *

* Lore hustet und würgt. *

Jetzt reiß dich zusammen!

Die Musikanlage ist da.

Ich komme gleich.

Kann ich helfen? Nee, geht schon.

Die wiegt ja nichts. Du kannst mir Kabelbinder bringen.

Mhm.

Hm.

Hm.

Hm.

* Sie brummt. *

* Sie röchelt. *

* Tür wird abgeschlossen. *

Christoph.

Wo ist Mona?

Weg. Wie weg?

Ich habe sie doch heute früh hierhergebracht.

Na, weg halt.

Warum?

Vielleicht geht es ihrer Mutter wieder besser, denke ich mal.

Ist doch eine gute Nachricht.

Auf einmal?

Sie war nur ein Gast.

Was willst du von mir hören?

Du weißt doch, wie das mit unseren Gästen ist, hm?

Sie kommen und sie gehen.

Hast du schon was gegessen?

Ist noch was da.

Ich kann es dir warm machen. Ach.

Bringt mal Ordnung in die Tische.

Der da, nach rechts.

Ja, so ist gut.

Und jetzt die Tischtücher rauf.

Ja, sehr gut, sehr gut.

Etwas mehr Freude, ja?

Hast du Mona gesehen? Der Weltverbesserer ist aufgestanden.

Hast du? Sie hat heute Mittag ausgecheckt.

Ihrer Mutter geht es wieder besser.

Solltest du nicht seit zwei Stunden hinter der Kasse sitzen?

Bereite du mal weiter deinen Reichsparteitag vor.

* Sie keucht. *

* Sie keucht hektisch. *

* Sie schreit. *

♪ Da unten im Tale

läuft das Wasser so trüb.

Und ich kann dir es nicht sagen.

Ich hab dich so lieb.

Und ich kann dir es nicht sagen.

Ich hab dich so lieb.

Sprichst allweil von Liebe.

Sprichst allweil von Treue.

Und ein bisserle Falschheit

ist auch wohl dabei.

Und wenn ich dir es zehnmal sage,

dass ich dich liebe,

und du willst es nicht verstehen,

muss ich halt weitergehen.

Und du willst es nicht verstehen,

muss ich halt weitergehen.

Für die Zeit, wo du geliebt mich hast,

danke ich dir schön.

Und ich wünsche, dass dir es anderswo

besser mag gehen. ♪

Einen herzlichen Applaus für unsere Goldkehlchen.

Auf euer Wohl.

* Düsteres Dröhnen *

* Düstere Klänge *

* Grunzendes Atmen *

* Grunzendes Atmen *

* Baby quengelt. *

* Klappern und Klopfen *

Du hast Besuch von deiner Tochter.

Das hast du gut gemacht.

* Klappern und Klopfen *

* Klappern und Klopfen *

* Sie stöhnt. *

* Sie stöhnt. *

* Piepton * "Das ist die Mailbox von Mona."

* Sie röchelt. *

Mo...

Mo...

Df...

* Tür wird aufgebrochen. *

Otto.

Solltest du in deiner Hochzeitsnacht nicht woanders sein?

(flüstert) Du gehörst hier nicht her, Trude.

Wir haben zusammen ein Kind.

Ich werde immer zu dir gehören.

Sie werden dich nicht in Ruhe lassen.

Dann sag ihnen, dass sie aufhören sollen.

Sie hören nicht auf mich.

Warum hörst du dann auf sie?

Verschwinde, bitte.

Nein.

Du bist besser als die.

* Baby quengelt. *

Oder nicht? Was denkst du?

Was machst du da?

Nazis Drogen in den Schnaps mischen.

* Gedämpfter Applaus * Okay.

Aber Finger weg von meinem Weißwein.

* Franzi räuspert sich. *

Lass dich von mir nicht aufhalten.

Otto!

Danke.

Ich freue mich, dass ihr alle

zum ersten großen Schlachtfest am "Sonnenhügel" gekommen seid.

* Jubel *

Mein erster Dank geht an die Sau,

die sich für uns hat schlachten lassen.

* Kaugeräusche *

Der zweite Dank geht an euch,

an das Dorf.

Ihr kennt ja ...

meine kleine Vorliebe für das Tal,

den Wald, die Schönheit, den Reichtum.

Den wir wieder aus unserem Boden heben werden.

Ja, genau.

Und natürlich ...

für die Gemeinschaft.

Wisst ihr, die Schönheit und das alles,

das bekommen wir geschenkt.

Aber die Gemeinschaft ...

für die müssen wir kämpfen.

Ja, kämpfen! - (Mann) Ja.

Wir müssen kämpfen!

Auf Stainbach. (alle) Auf Stainbach.

Wenn ich in die Runde blicke,

sehe ich nur die feinsten Männer aus dem Tal.

(Mann) Ja. Meine Mitstreiter.

Hier und heute ...

beginnt für unsere Bewegung eine neue Zeit auf festem Grund.

Und im Zentrum dieser Bewegung ...

steht dieses Haus.

* Gedämpfter Applaus *

* Sie keucht. *

(Trude) Meine Mutter war eine polnische Zwangsarbeiterin ...

in der Sprengstofffabrik hier im Wald.

Mein Vater war Deutscher.

Verstehst du?

Geht es nach den Männern da draußen, darf es mich nicht geben.

* Tür wird geöffnet. *

* Trude röchelt. *

* Sie atmet schwer. *

Letzte Nacht hatte ich eine Epiphanie.

Eine Erleuchtung.

Darin habe ich uns gesehen.

Im ersten Jahr, im zweiten Jahr,

alles war gut.

Aber ich habe ja auch Gefahren gesehen.

Man will uns einreden, dass wir uns schämen sollen,

für unsere Herkunft, für unsere Tradition,

für unsere Geschichte.

Schämen? (Männer) Nein!

* Spannungsvolle düstere Musik *

* Sie atmet schwer. *

* Baby quengelt. *

* Spannungsvolle düstere Musik läuft weiter. *

(Männer rufen) Otto!

Unser Stolz ist unsere Rüstung ...

im Kampf gegen den Schuldkult.

Und ich werde mich nicht schämen, in meiner Rüstung.

Der ...

blanke Neid ...

treibt diese Schmarotzer an unsere Grenzen.

Und es liegt an uns,

diese... diese Zustände zu bekämpfen.

Hier,

mitten im Herzen ... Deutschlands.

Glaubt mir, ich weiß, was es heißt,

sein Wohl dem Gemeinwohl, dem Wohl des Volkes unterzuordnen.

Aber was versteht ihr schon davon?

Ihr denkt, ihr wärt Zuchtbullen.

Aber in Wirklichkeit seid ihr Schlachtvieh.

Ja! Dummes, fettes Schlachtvieh!

Vollgefressen und blöd!

Nur, weil der Schlachter einer von euch ist, haltet ihr das Maul!

Deshalb verkünde ich meine Kandidatur

als euer neuer Bürgermeister!

* Elektrisches Rauschen *

* Laute Metalmusik *

* Tür wird geöffnet. *

* Baby schreit. *

* Gedämpfte Metalmusik *

* Sie keucht. *

* Sie keucht. *

* Düstere Klänge *

* Plötzliches Klingen *

* Baby weint. *

Du gehst weiter, als sich deine Mutter jemals gewagt hat.

Sie hatte den Schlüssel die ganze Zeit, ohne es zu wissen.

* Unruhige Klänge *

Otto ist der Letzte.

Und wir sind sein Schicksal.

Ob du mich zu ihm bringst oder deine Mutter, ist mir egal.

Lässt du sie in Ruhe, wenn ich dir helfe?

Endet es mit ihm,

endet es auch mit mir.

Du bist stark und gefährlich.

* Sphärische Musik *

* Lautes Atmen *

* Dumpfe Metalmusik *

* Gedämpfte Metalmusik *

* Er atmet schwer.

Ah.

Es geht mir nicht gut.

Mach mich fest. Mach es selber.

Da steht er jetzt, König Otto.

Mit seiner Krone aus Blut, Asche und aus Scheiße.

Wie redest du mit mir?

Mach mich fest!

Überleg dir gut, was du jetzt machst.

* Unruhige Musik *

Wo ist das Mädchen?

Waschkeller.

* Unruhige elektronische Musik *

Ah. * Er keucht. *

* Düstere pochende Musik *

* Plötzliches Klingen *

* Ruhige Musik *

* Sie wispert auf Polnisch. *

* Wispern auf Polnisch *

* Sie schnappt nach Luft. *

Nein.

* Er atmet erleichtert aus. *

Danke, ich bin okay.

Du bist nicht die Erste deiner Sippe, der ich den Arsch rette.

Ich weiß.

Ich habe gedacht, wenn ich deine Mutter weit genug fortschaffe,

dann muss ich mich nie wieder mit ihr rumschlagen.

Was haben Sie jetzt vor?

Ich gehe.

Und er?

Der muss ab heute allein auf sich aufpassen.

Wo wollen Sie hin?

Ich weiß nicht.

Soll ich dich mitnehmen?

Ich kann dich zu deiner Mutter ins Krankenhaus bringen.

Im Krankenhaus kann ich ihr nicht helfen.

* Schlurfende Schritte *

* Es läuft entspannte Popmusik. *

* Entspannte Popmusik läuft weiter. *

Mama?

Machst du zu?

Ja.

* Düsteres Dröhnen *

(flüstert) Ich kann das.

Ich habe den Schlüssel.

Ich muss einfach nur schlafen.

Ein.

Aus.

Ein.

Aus.

Ein.

Aus.

Ein.

* Wispern auf Polnisch *

Wir haben es schon fast geschafft.

Es tut mir leid.

Bitte, nein, Trude.

* Trude wispert auf Polnisch. *

* Er röchelt. *

* Trude wispert weiter. *

Es... Es... Es tut mir leid.

Bitte, nein, Trude.

* Er röchelt. *

Ich schaffe das nicht.

Hör auf.

Natürlich schaffst du das.

Denk nicht an ihn. Denk an deine Mutter.

* Trude wispert auf Polnisch. *

* Er röchelt. *

Vielleicht hat Franzi ja recht.

Fifity-fifty.

* Er hustet. *

* Sie keucht. *

Alles okay?

* Sie keucht. *

* Unruhige Musik *

* Er schnauft. *

* Unruhige Musik läuft weiter. *

* Wispern auf Polnisch *

* Unruhige Musik wird intensiver. *

* Wispern erklingt weiter. *

* Er atmet schwer. *

* Wispern stoppt. *

Ah!

Ah!

* Er röchelt. *

* Unruhige düstere Musik *

* Er atmet langsam aus. *

* Sphärische Musik *

* Sphärische Musik läuft weiter. *

* Er keucht. *

* Sphärische Musik läuft weiter. *

* Sie stöhnt. *

* Sie schluchzt. *

(gepresst) Mona.

* Sie weint. *

Mama.

* Marlene lacht auf. *

* Marlene schluchzt. *

Ich habe meinen Schuh gefunden.

Bin ich wach?

(Frau) Okay, lasst uns trinken.

* Stimmengewirr, Lachen *

Und weiter geht's. - (Frau 2) Weiter geht's.

Bin ich keine Frau? - (Frau) Doch, klar.

(Mann) Ich weiß nicht. - Bin ich tot?

(Frau) Keine Ahnung. - (Frau 2) Besser als ihr alle.

Die denken, er ist Alex.

Du bist Alex, oder? (Mann) Bin ich eine Frau?

(Frau) Ja, auch das.

Bin ich eine Schauspielerin? - Nee.

Du musst eigentlich mitspielen, wenn du hier einziehen willst.

Muss ich das?

(Frau) Bin ich jung gestorben?

Hey. - (Frau) Du bist dran.

Ich? - Noch eine Frage.

Ich glaube, du hast das Zimmer.

Ich bin Mona.

Hi, Mona.

* Sanfter Schlager überlagert Gelächter. *

* Wummernde Musik überlagert sanften Schlager. *

* Grunzendes Schnaufen *

* Wummern wird lauter. *

Untertitel im Auftrag des ZDF, 2022

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