Afrikaans
Akan
Albanian
Amharic
Armenian
Azerbaijani
Basque
Belarusian
Bemba
Bengali
Bihari
Bosnian
Breton
Bulgarian
Cambodian
Catalan
Cebuano
Cherokee
Chichewa
Chinese (Simplified)
Chinese (Traditional)
Corsican
Croatian
Czech
Danish
Dutch
Esperanto
Estonian
Ewe
Faroese
Filipino
Finnish
French
Frisian
Ga
Galician
Georgian
German
Greek
Guarani
Gujarati
Haitian Creole
Hausa
Hawaiian
Hebrew
Hindi
Hmong
Hungarian
Icelandic
Igbo
Indonesian
Interlingua
Irish
Italian
Japanese
Javanese
Kannada
Kazakh
Kinyarwanda
Kirundi
Kongo
Korean
Krio (Sierra Leone)
Kurdish
Kurdish (Soranî)
Kyrgyz
Laothian
Latin
Latvian
Lingala
Lithuanian
Lozi
Luganda
Luo
Luxembourgish
Macedonian
Malagasy
Malay
Malayalam
Maltese
Maori
Marathi
Mauritian Creole
Moldavian
Mongolian
Myanmar (Burmese)
Montenegrin
Nepali
Nigerian Pidgin
Northern Sotho
Norwegian
Norwegian (Nynorsk)
Occitan
Oriya
Oromo
Pashto
Persian
Polish
Portuguese (Brazil)
Portuguese (Portugal)
Punjabi
Quechua
Romanian
Romansh
Runyakitara
Russian
Samoan
Scots Gaelic
Serbian
Serbo-Croatian
Sesotho
Setswana
Seychellois Creole
Shona
Sindhi
Sinhalese
Slovak
Slovenian
Somali
Spanish (Latin American)
Sundanese
Swahili
Swedish
Tajik
Tamil
Tatar
Telugu
Thai
Tigrinya
Tonga
Tshiluba
Tumbuka
Turkish
Turkmen
Twi
Uighur
Ukrainian
Urdu
Uzbek
Vietnamese
Welsh
Wolof
Xhosa
Yiddish
Yoruba
Zulu
(Jubel und Applaus)
(Frau) Die Amsterdamer sind heute da! - (Jubel)
(Mann) Ich dachte, das sind die Züricher!
Sie hatten ein sehr gutes Jahresgeschäft.
(Mann) Klar! Das sind ja die Besten!
(Gelächter und Jubel)
Da sind die Frankfurter.
- (Mann) Das wiederum hab ich gleich gesehen!
Ist das eure neue Struktur in Amsterdam, ja? - Ja.
Ah. Aber warum ist Schorsch bei den Frankfurtern so weit hinten?
(Mann) Was, der Schorsch?
Weil ich kein schöpferischer Mensch bin. Ich mag Zahlen, nicht Farben.
Aber mit meinem hohen Gehalt könnt ihr ja gut malen.
(Lachen)
(Frau) Ihr habt den Schorsch zum Malen gezwungen, was?
(Mann, brüllend) Oder gar zum Ficken?
(Jubel und Applaus)
Alles tun wir doch für den Schorsch. Aber der Schorsch, der will ja nie.
Immer ist er nur am Rechnen.
Was will er denn nicht, der Schorsch?
Ach!
(singt voller Hingabe) Wenn der Schorsch nur anders
ticken würde.
Und mich dann richtig ficken würde.
(Gelächter)
Ach, wenn der Schorsch mich nur endlich nähme.
(Jaulen)
Und ich dann unter dem Schorsch
und auf dem Schorsch
und unter dem Schorsch
und auf dem Schorsch
(rotzig) richtig käme.
Was für Qualen!
(alle singen) Der Schorsch und die Zahlen!
Würde er anders ticken! - (Jaulen)
Und mich richtig ficken.
Ach, was sind das für Qualen,
der Schorsch und die Zahlen!
Würde er anders ticken! - (Jaulen)
Und mich richtig ficken.
(Sie jault wild.) - Was sind das für Qualen!
Der Schorsch und die Zahlen!
Würde er anders ticken!
Und uns richtig ficken.
(Musik ebbt ab.)
Kommen wir zur Ehrung des besten Verkäufers.
François!
Er hat das meiste Geld gemacht.
Sogar mehr als der Schorsch.
(inbrünstig) Und François malt auch gern. - Oh ja. - (Gelächter)
(singt gefühlvoll) François,
François,
King of the Grachten.
Seine Libido
(mit Akzent) ist nicht zu verachten.
(Lachen)
François,
der Traum der Elfen.
Wer's nicht glaubt,
dem ist nicht zu helfen.
(Gefühlvolle Musik)
François!
(alle) François, King of the Grachten.
Fürwahr, fürwahr,
besser, als wir dachten.
François,
der Traum der Elfen.
Wer's nicht glaubt,
dem ist nicht zu helfen.
King of the Grachten,
besser, als wir dachten.
Der Traum der Elfen,
er kann dir helfen.
King of the Grachten,
ist nicht zu verachten.
(singt allein) Der Traum der Elfen,
er kann dir helfen.
(Gitarrist) François!
(Gitarrist) François!
(Jubel und Grölen)
(Jubel endet.)
(Frau) Holger, bist du der Letzte bei den Amsterdamern?
Er hat sich in Simone verliebt und wollte mit ihr ausziehen.
Simone? - Sie hat ihn angezeigt. - Ich hab Simone gefragt.
(Räuspern) Ja, das stimmt.
Aber ich mag den Holger sehr.
Komm mal in die Mitte, Simone. Komm her.
Die anderen Amsterdamer setzen sich der Struktur nach hin.
Holger?
Du setzt dich nicht.
Du kannst abhauen. - Wo soll ich denn hin?
Du wolltest doch mit Simone weg, da ihr so verliebt seid.
Oder doch lieber mit Sophie, da ihr auch so verliebt seid?
Was willst du denn hier, Holger? Frauen unglücklich machen.
Komm, hau ab.
Lass es raus. Lass es raus.
Du magst Holger? - Ja. - Aber wolltest nicht mit? Nein.
Schau ihn an. Er weiß nicht, wo er hin soll.
(Lachen) - Ihr Vollwichser!
Schau, dieser Schwächling. - (leise) Ja.
(inbrünstig) Simone.
Wirf den Panzer ab. - (Sie ächzt.)
Wirf die Maske,
die Hülle, wirf alles ab, Simone.
(Beide keuchen.)
(brüllt)
Ist es der Holger, Simone?
Ist es die Simone?
Nein! - Nein!
(Sie keucht.)
Wer ist es dann?
(schreiend) Wer ist es dann?
Wer ist es dann, Simone?
(Er blökt.) - (leise) Ich. - Ich?
Ich.
(nachäffend) Ich.
Ich. - (verhalten) Ich.
Ich, der Schatten? - (Gelächter)
Ich, der Körper? - Ich.
(Er blökt.)
Der Geist!
(leise) Ich. - Ich war es, Simone!
Ich. - Ich?
Ich, Friedrich Nietzsche.
(Gelächter)
Ich, Sigmund Freud, Simone.
Ich, der Otto! - (Gelächter)
Ich. - (wild) Ich, wer? - Ich.
(hysterisch) Ich. Ich. Ich. - Ich.
(Otto) Ich!
Wer ist es, Simone, wenn nicht ich?
Wer?
(bellt) Wer? Wer?
Wer?
(Die anderen setzen ein.)
(alle) Wer?
(immer wilder) Wer?
(brüllen) Wer?
(wild) Wer?
Wer?
Wer?
Wer?
(Alle verstummen.) - (Otto) Steh auf!
(Er schnauft.)
(Sie keucht.) - (Er stöhnt.)
(Er knurrt.) - (Sie stöhnt.)
(Otto) Kathrin?
(Schritte nähern sich.)
(kindlich) Papa. - Papa.
(Simone) Papa. - Papa.
Papa. - Papa.
Papa.
(mit hoher Stimme) Der Papa ist tot.
(kichert) - Der Papa ist weg.
(im österreichischen Dialekt) Geh' bitte! Wenn, dann bin ich der Papa.
Papa. - (Simone) Papa.
Papa. - (Alle setzen ein.)
(jault) (feixend) Papa! Papa!
Papa!
Papa! - (alle) Papa.
(alle, plärrend) Papa.
(Otto, kindlich) Papa.
(Otto, freudig) Papa! (Er fängt an zu lachen.)
(Jubel und Applaus)
Papa!
(Otto, albern) Papa!
(Applaus ebbt ab.)
Hat sonst noch jemand was verbrochen?
(Otto) Nein?
Niemand, ja?
Jean?
(Otto, kindlich) Papa.
(Er quakt.) - (Verhaltenes Lachen)
Papa! - (Lachen)
Mama!
Papa! (grunzend) Mama. Papa.
(Wilde Rockmusik)
(Wilde Rockmusik)
Komm zu mir, wenn dir alles zu viel ist.
Komm zu mir, wenn dich friert.
Komm zu mir, wenn du nicht weißt, was du suchst.
Ich sage dir, was du findest.
Komm zu mir, wenn du gefunden werden willst.
Ich verrate dir dein Versteck.
Komm zu mir, wirf deinen Panzer ab.
Komm, gib mir deine Maske.
Für diese Welt ist der Mensch nicht gebaut!
Komm zu mir, komm zu Papa!
Für diese Welt ist der Mensch nicht gebaut!
Komm zu mir, komm zu Papa!
Papa, schau, was ich kann.
Papa, Papa.
(kreischend) See you in hell!
(Wilde Rockmusik)
(Musik endet.)
(Gackern, Gezwitscher)
(Idyllische sphärische Musik)
(Sanfte Geigenklänge)
(Mädchen erzählt.)
Die Augen von Schmetterlingen sind Kugeln.
Deshalb können sie nach hinten schauen. Sie sehen alles in Zeitlupe.
Der Vanessa atalanta oder Admiral
fliegt jedes Jahr vom Mittelmeer über die Alpen hierher.
Hier ist Österreich.
Ungarn ist nicht weit.
Ich war noch nie in Ungarn.
Und noch nie in Österreich, außer hier auf der Insel.
Meine Eltern brachten mich mit zwei her.
Ich und meine Schwester Julie sollen in einer besseren Welt aufwachsen,
damit wir keine Spießer werden.
(Idyllische sphärische Musik)
(Musik verklingt.)
(auf Französisch) Was ist das? Eine Heuschrecke?
Ein Admiral.
- (auf Französisch) Männlich oder weiblich?
Wir sollen nicht Französisch reden.
(sprechen Französisch) Gehorchst du immer? - Ja.
Manchmal.
Häufig.
Es ist ganz einfach. Komm.
Ein Mädchen.
Wie du.
(Verspielte Trommelmusik)
(Mädchen) Hier in der Kommune haben wir alles.
Wir machen Käse, backen Brot und haben eine Schule.
Wir haben Ziegen, Hühner und Schweine.
Nein, keine Schweine. Aber Pferde.
Wir bauen Gemüse, Getreide und Kirschen an.
Im Fluss sind Fische. Wir müssen nie nach draußen, um was zu kaufen.
Wir können für immer auf unserer Insel bleiben.
(Ruhige sphärische Musik)
Und das ist Otis.
Otis ist mein bester Freund.
Otis ist Schriftsteller.
(Musik klingt aus.)
Hast du was geschrieben?
Nee.
Schmetterlingsmännchen riechen Weibchen bis zu 12 Kilometer weit.
Sie können auch nach hinten schauen, da sie Kugelaugen haben.
Sie sehen in Zeitlupe.
Und brauchen Sonne, um sich zu bewegen. - Echt? - Ja.
Sie schlagen mit den Flügeln, um warm zu werden.
Woran erkennt man Weibchen? - Am Geschlechtsteil. Mit einer Lupe.
Die Pimmel der Männer sind echt groß. - Quatsch. - Doch!
Die Mumus der Frauen sind allerdings auch mit Lupe kaum zu sehen.
Zeigst du mir noch mal deinen Busen? Das inspiriert mich.
Oh, Otis. Hier laufen jede Menge Nackte mit viel größeren Busen rum.
Du bist meine Muse. - Ich weiß. - Ich zeig dir meinen Pimmel.
Kenne ich schon. - Gegen einen Kaugummi?
Du hast keinen. - Ich besorg einen!
(Otis) Da steht dein Schatten.
Der nervt. - Wer ist überhaupt seine Mutter?
Weiß nicht.
Er liebt dich.
Der glotzt immer nur. - Eben.
Ich mag ihn ja auch.
Alle lieben dich.
Ich hab dich noch nie weinen gesehen.
Ist doch schön, dass dich alle lieben.
Mich können ruhig ein paar mehr lieben.
Ich lieb dich doch. (Sanfte Gitarrenmusik)
Okay, ich zeig ihn dir. Aber das ist das letzte Mal.
(lachend) Mach die Augen auf, du Idiot.
Das ist das Allerschönste. Ich will nur das, nichts anderes.
See you in hell. - See you in hell.
Komm.
(Sanfte Gitarrenmusik)
(Er seufzt.)
(Leises Stimmengewirr)
He, Franz! Keine gute Idee.
Ihr Arschkriecher. - (Musik endet.)
Otto würde das nicht gefallen.
Weil ihr's eurem König Otto erzählt.
Das brauchen wir gar nicht. - Gisela, die Oberarschkriecherin.
Ich erzähl's ihm.
Das passt zu dir, du kleine Soldatin. - Mensch, macht sie eh nicht.
Und dass Holger und Sophie letzte Woche jede Nacht zusammen waren.
Quatsch!
Ach, das weiß doch jeder. - Bitte, das ist nicht wahr!
Hört auf.
Sophie?
(Mädchen) Wenn sich jemand verliebt und eine Beziehung hat,
melden wir das.
Otto sagt, die Zweierbeziehung und die Kleinfamilie
sind die Wurzel alles Bösen.
Das Wichtigste hier ist die freie Liebe, dass jeder jeden liebt.
Deswegen leben wir von unseren Eltern getrennt in der Kommune.
Erwachsene müssen jede Nacht mit jemand anderem verbringen.
Die Männer haben keine Zimmer
und müssen sich jede Nacht eine andere suchen.
(Ruhige Gitarrenmusik)
Jeden Tag machen wir eine SD, eine Selbstdarstellung.
Da wird auch die Struktur gemacht,
eine Rangordnung, die Otto und die ersten Frauen festlegen.
Vorher zeichnen alle.
Meist steht jemand nackt in der Mitte und Otto wirft seine Zeichnungen.
Und alle jubeln.
Obwohl zum Beispiel meine Schwester Julie besser zeichnen kann.
Das wird auch gefilmt und an die Stadtkommunen geschickt.
(Ruhige Gitarrenmusik)
(Applaus und Jubel)
Wo ist der Holger?
(Musik endet.)
Und?
Na ja, ich...
Es tut mir leid, aber... - Hör auf, zu wimmern.
Holger hat sich in Sophie verliebt. - (Raunen)
(Mann) Kein Wunder, bei den Augen.
Holger geht, darf aber in die Stadtkommune in Amsterdam.
(scharf) Auf Probe.
Danke. - Auf Probe.
Sophie kann bleiben. - (Mann) Kein Wunder, bei den Augen.
Sie kommt aber in der Struktur 29 Plätze runter.
(Mädchen) Die SDs sind Ottos Erfindung.
Da machen die was vor, die was falsch gemacht haben,
um den inneren Panzer loszuwerden,
indem das Problem vorgespielt wird, möglichst übertrieben.
Oft hilft Otto. Er sagt einem dann, was man fühlt,
von was man träumt und was man sich wünscht.
Wir Kinder haben Angst vor den SDs, weil die anderen einen oft auslachen.
Am besten ist Tanzen. Beim Vortanzen lacht niemand.
Wir schreiben das Jahr 700.
700 vor Christus!
Schnucki van Doo, die Lieblingskatze des Kaisers, wurde gestohlen.
Darüber ist der Kaiser traurig. - (Otto heult auf.)
Oder man erzählt eine Geschichte wie Sophie,
mit Katzen, Kaisern und Symbolen.
(Mystische Gitarrenmusik)
Die Sklaven arbeiten hart daran,
einen Graben um das Kaiserreich Shu auszuheben!
Eins, zwei und schneller!
(Dröhnende Musik)
(Sophie) Einen Graben um das Paradies! - (Jubel)
(Mystische Gitarrenmusik, Knallen)
(Dröhnende Musik steigert sich.)
(Johlen)
(Mystische Gitarrenmusik)
(Wildes Trommeln)
(Trommeln endet, Gong)
(Mystische sanfte Klänge)
(Mystische Musik)
(Gefühlvolle Musik)
(Wilde Laute von Otto)
(Mystische sanfte Klänge)
(Emotionale Streichermusik)
(Emotionale Streichermusik endet.)
(Kind) Wer zuerst da ist, hat gewonnen!
Erste!
(Mädchen) Die Struktur ist eine Erfindung von Otto,
um zu belohnen oder zu bestrafen.
Wer weiter oben ist, hat mehr zu sagen.
Ganz oben ist Otto.
(ruft) Schule!
Schule fängt an!
Jeanne?
Musst du nicht in die Schule?
Ich wollte nach dem verletzten Pferd sehen.
Nach dem Pferd? Oder vielleicht doch lieber nach Jean?
(Sie kichern.)
Lass mal nicht dein verletztes Pferd allein. - (Kichern)
(Sophie) Das ist toll. Gut gemacht, super.
Warte, darf ich mal?
Nimm richtig viel Farbe, sodass eine Struktur entsteht.
(Sanfte Streichermusik)
(Jubel)
He, Schluss! He! Der kommt eh nicht weit. Ist doch überall Wasser.
Der kommt hier nicht weg, der kommt gleich zurück.
Dann wird er bestraft.
(Bedrohliche Streichermusik)
(herrisch) Und?
Wolltest du was sagen?
(Bedrohliche Streichermusik)
Doch. Du wolltest sagen, dass du dich verliebt hast.
Dass es einfach so passiert ist und du nichts dafür kannst.
Das wolltest du sagen. Einfach so.
Du wolltest sagen:
"Ich kann nichts dafür."
(Otis) Es ist das Gesetz hier.
Vorm Gesetz sollten alle gleich sein.
(herrisch) Es ist einfach so passiert.
Ist es schlimm?
(haucht) Ja, sehr schlimm.
Schau dir die beiden Spießer an.
(Hohe Streichermusik)
(Streichermusik endet.)
(Leises Stimmengewirr)
Da ist deine Schwester.
Hallo.
Hallo.
Meine Mutter war bestimmt ein Jahr nicht da. - Vielleicht ja heute.
Meine Mutter bestimmt nicht.
Die ist faul.
Einfach verdammt faul.
See you in hell? - Klar, wo sonst.
(Sanfte Streichermusik)
(Sanfte Streichermusik)
(stöhnt leise)
Wir haben letzten Monat 40 Versicherungen verkauft.
Das Bauherren-Modell läuft auch gut.
Wahrscheinlich können wir den Gewinn dieses Jahr verdoppeln.
Nach Amsterdam sind wir die erfolgreichste Stadtkommune!
(Er pfeift.)
Jetzt wollen wir mal wieder etwas Kunst.
Wie steht's um unseren Nachwuchs?
(Lachen)
Nein, Nachwuchs. Bist du Nachwuchs? Ah.
Jean? Willst du uns nicht was pfeifen?
Na gut, dann...
(Ruhige Gitarrenmusik)
Jean, keiner will, außer dir.
Jean kann reiten ohne Sattel.
Jean kann pfeifen. Und Prinzessinnen küssen.
Es gibt nichts, was Jean nicht kann.
(Gitarrenmusik endet.)
Ach, komm schon, Jean.
(Emotionale Gitarrenmusik)
Wir haben was vorbereitet, Jean, Otis und ich.
(überschwänglich) Für Otto!
(Sprechgesang) Otto! Otto!
Otto, Otto, Otto. - (Sie steigt ein.)
Otto! Otto! Otto, Otto, Otto.
Otto! Otto! Otto, Otto, Otto.
(Jean steigt zögerlich ein.)
Otto! Otto! Otto, Otto, Otto.
(Gitarrenmusik setzt ein.) - (wilder) Otto! Otto!
(alle drei, in Variationen) Otto!
(Sprechgesang endet.)
(Gitarrenmusik verstummt.)
(flüsternd) Otis. Jeanne. Jean.
Otis. Jeanne. Jean. - (alle drei) Otto!
(Gitarrenmusik) - Otis. Jeanne. Jean. - Otto!
(Sie rufen immer wilder.)
(Trommeln und Tamburin)
(Johlen) - Otis. Jeanne. Jean. - Otto!
(Sprechgesang endet.) - (Musik wird rasanter.)
(Trompete setzt ein.)
(Fröhliche Trommelmusik)
(Rasante Trommelmusik)
(Wilde Trompetenmusik)
(Wildes Johlen)
(Johlen) - (Alle jubeln.)
(Spannungsvolles Dröhnen kommt auf.)
(Menge) Otto!
Otto!
Otto!
(Spannungsvolle Musik schwillt an.)
(Musik wird getriebener.)
(Pulsierende elektronische Musik)
(Musik steigert sich.)
Otto! Otto! Otto!
(Streichermusik erklingt.)
(Musik wird leise.)
(Fesselnde Streichermusik)
(Er kreischt.)
(Trällernder Schrei)
(Johlen und Geschrei)
(Leise Trommelmusik)
(Streichermusik verklingt.)
(Leises Johlen)
(Zarte Streichermusik)
(Musik ebbt ab.)
Nicht erlaubt?
(Die Kinder flüstern.)
Wo warst du? Sie haben nach dir gefragt. - Jeanne ist verliebt.
In wen denn? - Pst!
In Jean. - Wie alle.
Ich nicht. - Aber ich oder was? - Klar.
Aber das ist doch verboten! - (alle, genervt) Oh!
(Kind) Otis. Jean. Jeanne.
Otis. Jean. Otto.
Jeanne. Otis. Jean. - (Alle Kinder setzen ein.)
(Stille)
(Zarte Gitarrenmusik)
(Jeanne) Alle lieben Jean. Vielleicht, weil er so anders ist.
Er kommt nur manchmal zur Schule, schläft meist draußen oder im Stall.
Er liest, kommt immer zum Musikunterricht, aber malt nicht.
Nie.
Früher wollten sie ihn zwingen.
Aber irgendwann hat selbst Otto aufgegeben.
Einmal sah ich Jean mit einer Ameise sprechen,
wie mit einem Menschen.
Er hat mit ihr gelacht, diskutiert und Großmutter zu ihr gesagt.
(lachend) Jeanne ist in Jean verliebt.
Wollt ihr heiraten? - (Kichern)
Jeanne und Jean, wie hübsch.
Aber...
Jean treibt's lieber mit uns, stimmt's?
(Otto) Hier ist ja die Staffelei. Ich brauch Gelb! - Kommt.
(Lachen)
(Johlen) - (Otto) Und Blau! - Blau!
(im Chor) Otto! Otto! Otto!
(Wildes Geschrei)
Otto! Otto!
(Otto) Blau!
(Otto) Und Grün!
(Ausgelassenes Gerede)
(johlend) Otto!
(Kreischen und Johlen) - Otto! Otto!
Kinder, der Otto hat Geburtstag,
deshalb möchte ich ein Lied mit euch proben.
Bitte singt schön laut.
Wer sich nicht traut, macht die Augen zu. Dann fühlt ihr die Musik.
Ich zähl euch an: eins, zwei, drei.
Alles Gute, lieber Otto.
Du machst dein Ding und du bist unser King.
Alles Gute, lieber Otto.
Und sei nicht böse wegen diesem Getöse.
Du machst dein Ding und bist unser King.
Alles Gute, lieber Otto.
Das muss reichen.
Können wir MTV gucken? - (alle) MTV!
(aufgeregt) MTV!
Sie reißen mir den Kopf ab.
(Musik: "Rock Me Amadeus" von Falco)
Ihn liebten alle Frauen. Jede rief: "Come and rock me, Amadeus".
Er war Superstar, populär, war exaltiert, hatte Flair.
Er war ein Virtuose, 'n Rockidol.
Alles rief: "Come and rock me, Amadeus". - Amadeus!
Hallo, Kinder? - Jeanne, kommst du mal?
(Jeanne) Ist irgendwas? - Nein, nein.
Wir finden, dass Ottos und meine Tochter Kiki eine Freundin braucht.
Jemand, der sich um sie kümmert. Da meinte Otto: "Die Jeanne ist gut."
Muss ich dann nicht mehr in die Schule? - Doch.
Das bedeutet nur, dass du dich nebenbei um Kiki kümmerst.
(Jeanne) Und dass Otto und die ersten Frauen wissen, wo ich bin.
Und dass ich Otis weniger sehe.
Otis ist der Einzige, der anders ist. Außer Jean.
Kiki? Jeanne wohnt ab jetzt bei dir.
Aha. - Du magst sie ja.
Ja. - Jeanne ist nett.
Und Otto wohnt hier nebenan.
Eigentlich sind hier in der Kommune alle anders.
Wie beim Huhn und dem Ei. Oder so ähnlich.
Es bedeutet auch, dass ich jetzt die Verantwortung für Kiki hab.
Kiki ist noch nicht lang hier.
Angeblich ist sie im Heim aufgewachsen.
(Otis) Wie viel versteht sie?
Hi.
Nicht viel.
Sie versteht alles oder nichts. Aber...
Sie kann das nicht weiterverarbeiten. Es fehlt eine Brücke oder so.
Musst du immer mit ihr rumhängen? - Meistens. - Und auf Toilette?
Muss ich mit. - Auf Toilette? - Ja, genau.
Sie versteht alles, fehlt nichts.
Sie mag dich. - Ja.
Zeigst du mir deinen Busen? - Vor Kiki? - Klar.
Klar! - (lacht) Siehst du.
(Otis) Unglaublich schön.
Was ist jetzt mit Jean?
Was soll sein?
(auf Französisch) Was geht? - Nichts. Bei dir?
Ich dachte, du kommst mich besuchen. - Im Stall?
Ja. Warum nicht?
Nein. - Weil es nicht erlaubt ist?
Jeanne, kommst du? Wir treffen uns in Ottos Atelier.
Ja, wir kommen!
(TV-Sprecher) Der Kommunismus wankt.
An Ungarns Grenze bekam der Eiserne Vorhang Risse.
DDR-Bürger gelangen in die Freiheit.
Außenminister Alois Mock und Gyula Horn setzten ein Signal.
Europas Teilung...
Ich fass es nicht. Jetzt machen die nach 40 Jahren den Zaun weg.
(Freudige Stimmen aus dem TV) - Jetzt kommen die alle rüber!
(Otto) Und? Wir sind auf einer Insel. - Zu uns will keiner.
(Sprecher) Am Plattensee und in Budapest
füllen sich Campingplätze, Parks, Kirchen.
(Interviewter) Ein Riesenfortschritt für die Menschheit.
Der ganze Ostblock müsste nachziehen.
(Otto) Jeanne? Komm mal her.
(Otto) Macht den Schmarrn aus!
(Otto) Setz dich.
Und, Jeanne?
Magst du die Kiki?
Das ist schön. - (Zarte Streichermusik)
Bist was Besonderes.
Jeanne.
Nicht so, wie die anderen.
(Zarte Streichermusik)
Na, Jeanne? Alles klar mit Kiki?
Ja. - (Otto) Ich rieche doch was.
"War einmal ein Bumerang, war ein Weniges zu lang.
Bumerang, der flog ein Stück, aber kam nicht mehr zurück.
Publikum noch stundenlang wartet auf den Bumerang."
(Otto) Lass mich Kiki Gute Nacht sagen! - Hast du doch schon.
(Otto) Nur Gute Nacht sagen. - Die beiden schlafen doch schon.
(Otto) Pst.
Mama! - (lachend) Oh, Jeanne!
Ich hab dich so vermisst. - Ich dich auch.
(Jeanne) See you in hell?
Klar. Wo sonst.
(Vater) Dann mal los.
(auf Französisch) Alles gut, Liebes? - Du kennst doch Jean?
Den Sohn von der verrückten Bella?
Ich mag ihn. - Ja?
Und er? - Er mag mich auch.
Habt ihr schon gefickt? - Natürlich nicht.
Weiß es denn Otto?
Nein, nein.
Wie geht's Julie? (auf Französisch) Redet ihr nicht?
Doch. Aber nicht so.
So, was?
Sie nervt.
Ich weiß.
(auf Französisch) Meine kleine Jeanne.
(singt mit Gitarrenbegleitung) Ach, wenn der Schorsch
nur anders ticken würde.
Und mich dann richtig
ficken würde.
Ach, wenn der Schorsch mich nur endlich nähme.
(Jaulen)
Und ich dann unter dem Schorsch
und auf dem Schorsch
und unter dem Schorsch
und auf dem Schorsch
richtig käme.
Was für Qualen!
Der Schorsch und die Zahlen!
Würde er anders ticken!
Und mich richtig ficken.
(Lachen und Jubel)
Nun kommen wir zur Ehrung vom besten Verkäufer.
François!
François hat das meiste Geld gemacht.
Sogar mehr als der Schorsch.
Und François malt auch gern. - Oh ja. - (Gelächter)
(Gitarrist singt) François,
François,
King of the Grachten.
Seine Libido
ist nicht zu verachten.
François!
(alle) François, King of the Grachten.
Fürwahr, fürwahr,
besser, als wir dachten.
François,
der Traum der Elfen.
Wer's nicht glaubt,
dem ist nicht zu helfen.
(Wilde Rockmusik) - King of the Grachten!
Besser, als wir dachten.
(Wilde Rockmusik) (Stumme Szene)
Komm zu mir, wenn dir alles zu viel ist!
Komm zu mir, wenn dich friert.
Komm zu mir, wenn du nicht weißt, was du suchst.
Ich sage dir, was du findest.
Komm zu mir, wenn du gefunden werden willst.
Ich verrate dir dein Versteck.
Komm zu mir, wirf deinen Panzer ab.
Komm, gib mir deine Maske.
Für diese Welt ist der Mensch nicht gebaut.
Komm zu mir, komm zu Papa!
Für diese Welt ist der Mensch nicht gebaut.
Komm zu mir, komm zu Papa.
Papa, schau, was ich kann.
Oder lieber mit der Sophie, da ihr so verliebt seid?
(Rockmusik) See you in hell!
(Wilde Rockmusik)
Komm zu mir, wenn dir alles zu viel ist.
Komm, wenn du nicht weiterweißt.
(Otto) Ich bin der Papa.
(Rockmusik endet.)
Hat noch jemand was verbrochen?
Niemand, ja?
Jean.
(Johlen)
(Gefühlvolle Klaviermusik)
(Streichermusik)
Wo ist der Otto? - Für dich weit weg.
Was ist denn das hier für ein Führergehabe?
Jeder ist jeden verfickten Morgen erst mal gleich, oder?
Lass das Gleichheitsgelalle.
Wer lallt? Ist man oben, werden alle Ideale verraten.
Wir sind ein Indianerstamm mit Häuptling.
Und er hat eine Frau und ein Kind.
Dich fickt der Häuptling aber auch nicht mehr. Bist eben zu alt.
(Otto) Geht's ins Bett? - Ja. - Gute Nacht.
(Jeanne) Nacht. - Nacht.
Da ist ja der Herr Häuptling.
Otto! Otto! Otto!
Jeanne? Such mir eine für die Nacht aus. - Ich! Ich! Ich!
Nein, ich!
(Otto) Wer ist es?
Mathilde. - Mathilde. Das ist gut.
Warum nicht ich? - (Otto) Hat Jeanne so entschieden.
Komm, Mathilde.
(Andächtige Streichermusik)
(Streichermusik verklingt.)
Otto will, dass ich noch ein Kind bekomme mit François. - Mit Papa?
Schön, oder? - Vielleicht.
Weil Otto euch so toll findet.
Mathilde! Abmarsch. Bist nix Besseres.
(Emotionale Gitarrenmusik)
Geht's euch denn gut hier? - Ja, ja. Wieso?
Nur so.
Ja, ich lieb's hier. - Ja?
(Emotionale Gitarrenmusik)
(Otis) Und dein Papa ist noch hier? - Ja.
Weil er so viele Aktien verkauft hat? - Ja.
Bist du stolz auf ihn? - Ich weiß nicht.
Was sind Aktien? - Papiere.
Papiere? - Ja, Papiere!
Papiere, also... - Und was steht da drauf?
Unwichtig. Aber sie sind wertvoll. - Wie Geldscheine.
So ähnlich, nur größer. - Okay.
Du hast keine Ahnung. - Doch!
Oma hat Mama vorgeworfen, dass sie die Papiere Otto gegeben hat.
Die Papiere hat Otto, nicht das Geld. Irgendwann sollen die mehr wert sein.
Als ich gefragt hab, was für Papiere das seien, meinte Mama: "Aktien."
Verstehe.
Wieso sind sie größer als Geld?
Sie passen nicht in die Hosentasche.
"Wertpapiere" hat sie auch noch gesagt.
Und die hat jetzt alle der Otto?
Ach, Mann! - He!
Hör auf. - (Otis) Sorry.
(Jeanne) Bekommt Mama noch ein Kind, dürfte sie bestimmt hier wohnen.
See you in hell. - See you in hell.
Sonst ist sie nie so besorgt. Ruf an, wenn was ist, hat sie geschrieben.
Sie hat gemerkt, dass was anders ist.
Lieber Otto, ich gratuliere dir nicht nur in meinem eigenen Namen.
Im Namen der gesamten Wiener Sozialdemokratie
gratuliere ich dir zum Geburtstag.
Wir werden nicht nur dich, sondern auch deine Kunst immer unterstützen.
Vor allem bei diesem großartigen gesellschaftlichen Experiment.
In freier Natur sozusagen.
Also, bleib gesund und kreativ!
Lieber Karl,
ich bin euch, besonders dir, sehr dankbar.
Wir versuchen, ein Modell zu schaffen,
wie wir vielleicht, wahrscheinlich alle,
in Zukunft zusammenleben können.
Nach einem Prinzip des modernen Humanismus.
(raunt) - Besonders schätzen wir, dass ihr, dass der Staat
sich so wenig bei uns einmischt, weil:
Wir sind eine große Familie und regeln das Meiste unter uns.
(Jeanne) Heute ist Ottos Geburtstag. Ungefähr. Niemand weiß es genau.
Laut Otto ungefähr an Sonnenwende.
Heute. Am längsten Tag im Jahr. - (alle) Alles Gute, lieber Otto.
Ach, sei nicht böse wegen diesem Getöse.
(Jeanne) Alle haben gute Laune.
Auch weil Otto Joseph Beuys eingeladen hat.
(Angespannte sphärische Musik)
Und Karl, der Politiker aus Wien, ist da.
Er kommt mindestens einmal im Jahr,
grabscht Billie, Julie oder irgendwen an und alle schauen weg.
(Angespannte sphärische Musik)
(Otto seufzt gelöst.)
(Die beiden Frauen reden leise.)
(Er seufzt.)
(Drängende Klaviermusik)
(Emotionale Klaviermusik)
(Gefühlvolles französisches Chanson)
(Gefühlvolles französisches Chanson)
(Gewaltiges Rauschen)
(Jeanne) Und es wissen alle?
Nein, nur die Erwachsenen.
Es ist keine Insel, nur eine Halbinsel.
(Gefühlvolles französisches Chanson)
(Fahrzeuge rauschen vorbei.)
(Gefühlvolles Chanson)
(Zarte Klaviermusik)
(Gefühlvolles französisches Chanson)
(Gefühlvolles französisches Chanson)
(Chanson klingt aus.)
Das war es?
(lacht) Ja, das war es. Macht man's öfter, wird's besser. Wie rauchen.
Rauchst du? - Nein. Hab's ein paarmal versucht.
War schrecklich.
Hab's mir ganz anders vorgestellt.
(beide auf Französisch) Rauchen? - Nein. Sex.
Wie denn?
Ich weiß nicht. Bei allem, wie sie's so vormachen und schreien.
(Sie stöhnt.) - (Er grunzt tief.)
Willst du einen Kaugummi? - Du hast Kaugummis? - Klar.
(Genussvoller Laut)
(Sie seufzt gelöst.)
(auf Französisch) Zucker.
(auf Französisch) Ist mein zweites Mal. Mein zweites Kaugummi.
(Kichern)
(Jeanne) Tag eins: Ich bin jetzt erwachsen.
Regel Nummer eins: Man muss es öfters machen.
Wie rauchen.
Regel Nummer zwei:
Ich ernähr mich nur noch von Kaugummis oder reinem Zucker.
Wo bekomm ich Zucker her?
Zucker ist verboten. Wie alles, was Spaß macht.
Wo ist Jean, wenn's schon keinen Zucker gibt? - Weiß nicht.
Was soll das? Habt ihr den Verstand verloren?
Es gab öfters das Problem, dass sich wer verknallt hat.
Aber das ging wieder vorbei.
Der freie Sex bedeutet ja die Überwindung der bürgerlichen Liebe.
Da jeder mit jedem fickt,
sind wir gegen die Zweierbeziehung und die Kleinfamilie.
Gegen die bürgerlichen Spießer da draußen, die Scheißspießer!
Wir trennten sie von ihren Müttern,
um ihnen die erste Fixierung zu ersparen.
Das ist schmerzhaft, ja, aber richtig.
Wir wollen eine andere Gesellschaft!
Das müssen die Jungen jetzt auch wissen.
(Schritte)
Und die träumen vom Heiraten, hier bei uns in der Kommune.
(Klicken) - Geraldine, lass ruhig laufen.
(Klicken)
Der schöne Jean. - Er hat sich bei den Hühnern versteckt.
Alles war umsonst,
wenn wir ihnen nicht den romantischen Liebeskitsch austreiben.
Ich kann Jean nach Frankfurt fahren.
He, Otto, lass Jean in Ruhe.
Er ist anders, viel freier als wir alle.
Freier? - Ja.
Der Idiot hat mit der Hälfte der Teenies gefickt.
Soll er doch! Freie Liebe.
Aber jetzt will er nicht mehr, weil er hier eine Freundin hat.
Wer ist denn deine Freundin, Jean?
Spuck's aus, Jean.
Spuck es aus, Jean.
Es will raus, Jean. Aus die Maus, spuck es aus, Jean.
Zeig uns die Gans mit deinem Schwanz.
Oder tanz oder tanz oder mach irgendwas, Gans.
(mit hoher Stimme) Aus die Maus, Jean!
Spuck es aus, Jean!
Aus die Maus, Jean.
Du französischer Schwanz-Hans, Franz, oder tanz oder tanz.
(alle, raunend) Oder tanz! Oder tanz!
(Beklemmende sphärische Musik)
Jean! - Tanz, tanz, tanz.
(Musik wird drängender.)
(Musik ebbt ab.)
(Rhythmische Gitarrenmusik)
(Einzelne Jubelrufe)
(Dynamische Gitarrenmusik)
(Musik steigert sich.)
(Mitreißende Popmusik)
(Musik ebbt ab.)
Aufhören!
Völlig verkrampft.
Ihr seid so dekadent.
So wird hier bei uns getanzt.
(Verhaltenes Lachen)
(Spannungsvolle Musik)
Ihr habt's immer noch nicht begriffen, was?
Weg da! Weg, weg, weg!
Ich hab "weg" gesagt!
Das ist locker.
(jubelnd) Otto! - (Applaus und Jubel)
(Applaus ebbt ab.) - Na?
(Jubel und Applaus setzen wieder ein.)
(Ruhige Streichermusik)
(Tür knarzt.)
Joseph. - Hallo. - Jean? Kommst du zu uns?
Ja. Otto hat alle Jungs ab 16 weggeschickt.
Was ist passiert?
Lausche den Worten des großen Meisters. Sollen sich alle anschauen.
Ist was mit Jeanne?
Nein. Warum? - Hatte ein komisches Gefühl.
Wir haben's uns alle anders vorgestellt. - Wir kriegen nix mit.
Vielleicht wird's wieder. Gab immer Phasen. - Klar.
Jean. Was für eine schöne Überraschung.
Wirst dich hier wohlfühlen: Frauenüberschuss.
Das Band hier ist von Otto.
Au Backe! Der große Schwanz spricht.
(Mathilde) Komm, Jean.
Weißt du, dass ich Jeannes Mutter bin? - (auf Französisch) Ja.
(Sie sprechen Französisch.) Liebst du sie?
(Gleichgültiger Laut)
Liebe ist nicht erlaubt. - Nein.
Echt nicht? - Nein.
(Sanfte Streichermusik)
Hast du mit Jeanne Liebe gemacht?
Nur einmal. Einmal ist erlaubt.
Erlaubt, nicht erlaubt. Na und?
Es ist Liebe.
Ach ja? Ist Liebe erlaubt?
(auf Deutsch) Wenn's passiert...
Dann?
(auf Französisch) Liebst du sie?
Klar liebe ich sie.
(Schritte)
(Musik steigert sich.)
(Beklemmende Streichermusik)
(Beklemmende Streichermusik)
(Frau, leise) Er hat uns gern dabei. Du gewöhnst dich dran.
(Frau, leise) Es gibt nicht nur dich.
(Frau, leise) He, guck nicht so.
(Otto) Jeanne? Hattest du schon mal Sex?
(Musik verstummt.)
(Er lacht leise.)
Bist du auch in den Jean verliebt?
Du bist was ganz Besonderes.
Was ganz Besonderes.
(Er stöhnt leise.)
Du weißt, dass ich der Erste sein werde.
Dass ich dir zeige, wie das geht.
Mit dem Sex.
(Streichermusik)
Das ist hier so bei uns.
Du magst doch den Otto.
(Er keucht leise.)
(Würgen)
Jeanne ist so weit. Ich riech das. - Sei nicht eifersüchtig!
Komm, Otto. Reiß dich zusammen. - Lass mich.
Bist du eifersüchtig? - Komm jetzt bitte.
(Er kichert.) (Streichermusik endet.)
(Kiki) Wir verpassen Mathematik.
Mir egal.
(Kiki) Mir egal. Genauso.
Warum bist du traurig?
Ist nicht so schlimm.
Und wo ist Jean?
Wenn es schon keinen Zucker gibt?
Ich liebe dich, Kiki.
See you in hell.
(Radio) ... am 40. Jahrestag der DDR-Gründung in Ostberlin.
Viele DDR-Bürger erwarten sich vom Besuch Gorbatschows
ein Umdenken ihrer Staats- und Parteiführung
und eine Öffnung zum Westen.
(François singt) Kein Gott, kein Kaiser, noch Tribun
uns aus dem Elend zu erlösen.
(beide) Können wir nur selber tun!
Völker, hört die Signale!
Auf zum letzten Gefecht.
Die Internationale erkämpft das Menschenrecht.
Völker, hört die Signale!
Auf zum letzten Gefecht.
Die Internationale
erkämpft das Menschenrecht.
Tu so, als kennst du die anderen aus der Kommune nicht.
Die wissen nichts von der Kommune. Klar? - Klar.
Ich meinte, du bist mein Neffe.
Okay, ich bin dein Neffe.
Mach einfach, was die sagen.
Wie in der Kommune.
Kein Wort über die Kommune.
Kein Wort.
Setz dich.
(Er singt.)
Mama. - Jeanne!
Mama.
Jean ist hier. - Ich weiß.
(spricht Französisch) Alles gut? Was ist los?
Nichts.
(Kichern von draußen)
Er ist heute Abend wieder da.
Jeanne?
(Kiki, laut) Mama?
(Otto, röhrend) Mama.
Kiki wollte mal telefonieren.
So falten.
Adresse passt zu der Adresse, ja? Hier reinstecken.
Zukleben. Irgendwo muss hier ein Schwamm sein.
Wurscht.
Bis gleich, Loverboy.
Nicht traurig sein. Es wird super hier.
(Jean) Frankfurt am Main, 12. Oktober 1989.
Sehr geehrter Professor Hönig,
Sie haben mit großem Erfolg in Aktien der Firma Programm investiert.
Auch die Navista AG hat sich einen Namen an der Börse gemacht.
Hallo. Bist du neu hier?
Ich bin Clara.
Jean. - Willkommen, Jean.
Gehst du mit mir Mittagessen?
Oder musst du irgendwen um Erlaubnis bitten? - Nein.
Gut. Ich hol dich in einer Stunde ab.
Jeanne! - (aggressiv) Was?
(Otto) Hau ruhig ab.
Brauchst auch nicht mehr wiederkommen.
Ihr seid so bescheuert mit eurer Kommune.
Alles immer nur autoritär.
Alles nur erlogen. Das ist gar keine Insel hier.
Jahrelang sagt ihr, dass wir nicht wegkönnen
und draußen alles schlecht ist.
(Otto) Ja.
Und? Es ist eine Halbinsel.
Ganz toll.
(Scheppern)
Die Wahrheit über die Kommune: Es ist keine Insel.
Es ist eine Halbinsel.
(Gelächter)
(Stille)
(Fenster knarrt.)
Interessiert niemanden, Jeanne.
Jetzt hau ab. Na los.
Geh runter von meiner Halbinsel, wenn du dich traust.
Nein? Dann hältst du dich aber an unsere Regeln.
Wir lassen uns nichts
von pubertierenden Jugendlichen kaputt machen.
Ja, ihr könnt alle gehen. Los! Alle.
Los.
Siehst du, Jeanne? Alle bleiben.
Wenn du magst, setz dich.
Aber dann halt dich an unsere Regeln.
Weine ruhig, kleine Jeanne.
Das tut dir gut.
(Otto singt) Kleine Jeanne,
lass die Tränen über deine Wangen laufen.
Tut dir gut, kleine Jeanne.
Wenn der Schmerz das Herz erlöst.
Mir reicht's. - Setz dich wieder, Billie.
Es hieß, wir können gehen. - Du nicht.
Setz dich wieder!
Billie, setz dich sofort wieder!
(brüllend) Billie! Setz dich hin!
Billie!
(Musik: "A Forest" von The Cure) (Sanfte Rockmusik)
Come closer and see, see into the trees.
Follow the girl
while you can.
(ruhig) Ist okay.
Ist okay, kommt mal runter.
Alles gut, kommt. - Otto hat's nicht so gemeint.
(Musik) Just follow your eyes.
(Sanfte Rockmusik)
Nein!
See you in hell!
(Musik) I hear her voice,
calling my name.
The sound is deep
in the dark.
I hear her voice
and start to run
into the trees,
into the trees.
(Treibende Rockmusik)
(Energische Rockmusik)
(Jeanne) Billie ist nur ein, zwei Jahre älter.
Sie war Ottos Liebling und die beste Freundin meiner Schwester.
Ich hätte nie gedacht, dass sie weg will.
Fick mich. - (Sanfte Rockmusik)
Was ist denn los?
Keine Ahnung.
Komm, ich blas dir einen.
He!
Was ist denn los?
Keine Ahnung. - Ging doch sonst immer so schnell.
Willst du mich schlecken?
Ja.
(Clara) Jean? Jean! Wo bist du?
(Rhythmische Rockmusik)
Der in fünf Minuten fährt bis München. Da steig ich um.
Hast du Geld?
Ja, von meinem Papa. - Schorsch?
Deshalb Frankfurt.
Meine Mutter ist da auch.
Willst du nicht doch mit? Ich hab genug Geld.
Okay.
Wo warst du?
Ich musste...
Tut mir leid. - Dafür musst du mit mir ins Kino. Was machst du?
In welchen Film? - "Man spricht Deutsh" von Polt.
Oder kennst du den schon? - Nein.
Oder lieber "Ödipussi"? - Nee.
Magst du Polt auch lieber als Loriot?
Weiß nicht. - Okay. Ich hol dich in einer Stunde ab, ja?
Okay. - Ja?
(Hufgeklapper)
(Wiehern)
(Jeanne) Mann!
Hört auf!
Nehmt doch mal die Helme ab.
Hallo. - Hallo.
Hallo. Ich bin Jeanne, aus der Kommune.
Hey, ich bin Max. Oder Mäx. - Mäx oder Max?
Mäx.
Ich heiß Karl.
Und du bist echt von der Sex-Kommune? - Ja.
Also hast du schon mal...
Klar. Und ihr?
Klar. - Klar.
Klar.
Tschick?
Lass eine rüber.
Und...
Blasen? Hast du auch schon mal...
Nö. Ihr?
(beide) Nee.
Habt ihr Kaugummis? - Klar.
Zweimal "Man spricht Deutsh", bitte.
Ausverkauft. - "Ödipussi"?
Läuft hier nicht. Nur "Fesseln der Leidenschaft". - Was ist das?
(Streichermusik)
Okay? - Okay.
Zahlt ihr getrennt oder zusammen?
Ich hab gar kein Geld.
Zusammen.
Ich hab kein Geld und war nie im Kino.
Ich komme aus einer Kommune.
Aus einer Kommune.
Aus einer Kommune!
Kein Geld, kein Kino. Ich komme aus DER Kommune!
Aus DER Kommune.
Ist nicht so schlimm,
aber irgendwie schon.
(Sentimentale Streichermusik)
(Jeanne) "Den Zufall zu feiern ist Freiheit", hat Otis mal geschrieben.
Genau das fühle ich jetzt. Als hätte ich mich von allem befreit.
Von Otto, den oberen Frauen, der Insel, von Kiki.
Vom Verliebtsein. - (Popmusik)
(Musik: "Rock Me Amadeus" von Falco)
(Musik endet.)
(Telefon klingelt.)
(Jeanne) Und ich hab mich vom Sich-Schämen befreit.
Sich schämen für dies und das. Sich schämen, jemanden wirklich zu lieben.
Hier ist Kathrin aus der Kommune. Wir sind uns mal begegnet.
Besser gesagt, haben wir gefickt.
Das tut mir leid. - Das ist okay.
Aber neulich haben Sie Billie gefickt.
Billie ist hier mit ihrem Vater. Sie ist 16 und wollte das nicht.
Sie hat erzählt, dass Sie früher schon mit ihr gefickt haben.
Da steht jetzt Aussage gegen Aussage.
Bevor Sie einen Herzinfarkt kriegen, hab ich einen Tipp.
Sie tätigen jetzt einige Anrufe.
Vielleicht geht's dann glimpflich für Sie aus.
Das war toll.
Es war so affengeil.
Ich will in die Kommune. - Ich auch. Kann man sich anmelden?
Ich muss los. - Wohin?
(Musik: "Rock Me Amadeus" von Falco)
Er war Superstar, populär, war exaltiert, hatte Flair.
Er war ein Virtuose, 'n Rockidol.
Alles rief: "Come and rock me, Amadeus". - Amadeus!
Amadeus!
Amadeus!
Oh, Amadeus!
Come and rock me, Amadeus. - Amadeus!
Amadeus!
Amadeus!
(Musik klingt aus.)
Was ist los? - Er dreht durch.
Sie haben unsere Tagebücher eingesammelt.
Billie hat wohl was erzählt.
Wir wollen uns in der Stadt was aufbauen. Kommst du mit?
Ich geh mit Jeanne.
Jeanne! Jetzt wird alles wieder gut.
Die haben unsere Tagebücher. - Weil Billie gepetzt hat.
Wir wollten Plakate aufhängen, dass die SDs abgeschafft werden.
Keine Hackordnung mehr. Jeder hat die gleichen Rechte.
Jung und alt, schön und hässlich.
Und wie setzt ihr das durch? Mit Plakaten?
Warum nicht? - Ja. Warum nicht?
(Dynamische Popmusik)
"Seine Zunge ist groß. Seine Zähne stoßen gegen meine Oberlippe.
Dann hat Otto mir zwischen die Beine gefasst.
Die meisten Frauen wären wohl stolz."
(Hoher emotionaler Gesang)
(Otto) Ihr seid meine Kunst. Ihr seid mein Werk.
Ihr alle.
Mit eurer Erinnerung und eurer Zukunft.
Du,
du
und du.
Ihr haut ab! Die Kleinen. Wir müssen mit Jeanne was besprechen.
Jeanne.
Zieh dich aus. - Du darfst die Nacht mit Otto verbringen.
(Sophie) Otto ist sehr traurig. - (Otto) Komm, wir tanzen.
(singt) When I grow too old to dream,
I'll have you to remember.
When I grow too old to dream,
your love
will live in my heart.
(besorgt) Otto. Was ist los? Was ist mit dir?
Du musst stark sein. Wir brauchen dich.
Wir...
Ich bin nichts ohne dich. - So 'n Unsinn.
Wir brauchen uns nicht mehr verstecken.
Wir haben zu lang zu Otto aufgeschaut.
Er sagte, wir sollten die Masken fallen lassen,
animalisch sein, die Dämonen in uns töten.
Aber wir sind die Maske und der Panzer. Alles in uns kann da bleiben.
(singt) Sei nicht traurig, lieber Otto.
Gisela? - Ja, Otto?
(Otto) Das wird nichts. - Was denn?
Das wird schon.
Alles gut. - Nicht bei mir. Bei ihr.
Jeanne, reiß dich zusammen. Mach uns nicht alles kaputt.
Sei nicht traurig, lieber Otto.
"Die Freiheit der Kunst ist auch die Kunst der Freiheit.
Freiheit... Für wen überhaupt?"
Was wollt ihr hier? Eine Selbstdarstellung?
Knebelt sie.
(Lässige Popmusik)
Kleine Wichser.
Ich bin gerettet.
(Euphorische Popmusik)
(Euphorische Popmusik)
(benebelt) MTV.
MTV.
(singt grotesk vor sich hin)
(Rasante Popmusik)
(Musik wird leise.)
(Popmusik setzt wieder ein.)
(Sophie) He!
Alles im Griff?
(Jeanne gluckst.)
Der schöne Jean.
Das soll also eure Revolution sein?
Das müsst ihr besser machen.
Ich meinte doch: "Bringt den Papa um." Symbolisch natürlich.
(Hallendes Lachen) - (Sentimentaler Jodler)
See you in hell.
(Er macht groteske Laute.)
(Schneidender Laut und Ächzen)
(Sentimentaler Jodler)
(Jodler verklingt.)
Grüß Gott.
Bekomme ich ein Autogramm? - Na klar.
(Erhabene Klaviermusik)
(Musik: "Bully" von Catpower)
Boy, you were a bully.
Through the grass and the river you chase.
You were cruel, you were so mean!
Laughing right in my face.
All the while you had my back, my best friend.
I can still feel that smile on my face.
Can't find what you're looking for?
Get subtitles in any language from opensubtitles.com, and translate them here.