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Original subtitles

[Dramatische Musik]

(Stöhnen kommt aus dem Telefon)

(Schritte)

(Unheimliche Musik)

(Wasser rauscht)

(Schweres Atmen)

(Wind weht vor dem Fenster)

(Unheimliche Musik)

Es ist in Ordnung, wenn du weinst.

Also, wenn du weinen willst.

Niemand gibt dir die Schuld,

wenn du es nicht bei dir behältst.

Vielleicht wäre es ja sogar

irgendwie therapeutisch, zu...

nein, wie ist das Wort?

Nicht therapeutisch, sondern...

Jedenfalls gibt dir niemand die Schuld.

Aber es ist normal, zu denken,

als Partner hättest du etwas tun können.

Es ist normal, zu denken, dass

man vielleicht etwas hätte tun können.

Wenn du etwas anders gemacht hättest,

dann wären einige Dinge vielleicht

auch anders verlaufen.

(seufzt)

Der Partner hat immer auch etwas Schuld, aber...

aber niemand gibt dir die Schuld.

Du trägst keine Schuld.

Es war einfach

eine Scheißsituation für sie.

(unheimliche Musik)

Ich wollte dir nur sagen, es ist okay, dass du

dich fühlst wie du dich fühlst.

Es ist okay. Was auch immer du fühlst.

Kathartisch.

Kathartisch.

Also?

Also.

Das hier...

Das hier ist so schlimm.

Ja.

Das ist so...

unangebracht.

Ich meine...

Was, wenn uns jemand erwischt?

Dich erwischt?

Woher kanntest du sie?

Vielleicht sollten wir das hier ein andermal machen.

Echt jetzt?

Tja...

Du weißt, wo du mich findest.

(Klopfen)

(Tür wird geschlossen)

(Wasser läuft)

(Wasser läuft)

Wem schreibst du?

Dir.

Du sahst auf der Beerdigung so traurig aus.

Alles gut bei dir?

Dein Bett und dein Schwanz müssen so einsam sein.

Kann ich sie für dich wärmen?

Sehr witzig.

Wem schreibst du?

Du siehst gut aus.

Ernsthaft, wem hast du geschrieben?

Wem hast du geschrieben?

Auch egal. Nicht so, als ob

irgendjemand hier Spaß hätte.

Als die erste Frau in deinem

neuen Leben als Witwer will ich

dir sagen, dass hier noch total viel

von ihrem Zeug rumliegt.

Es ist doch ihr Zeug? Ich bin die Erste?

Du bist die Einzige.

Ja, siehst du, ich finde, du

solltest hier echt mal aufräumen.

Hier liegt noch so viel von ihrem Zeug rum.

Das war keine gute Idee.

Tut mir leid.

Ich wusste, dass du mich nicht sofort

mit nach Hause nehmen solltest.

Können wir das ein anderes Mal nachholen?

Ich will nur sicher gehen,

dass es ein anderes Mal gibt.

Leg dich hin.

(Dielen quietschen)

Bist du noch hier?

(Tür quietscht)

[unheimliche Geräusche]

Hallo?

Es fühlt sich so gut an, wieder jemanden zu ficken.

Nicht wahr?

Depressive Krebs-Frau hat nie die Beine für dich

aufgemacht? Nie deinen Schwanz gelutscht?

Du durftest nie ihre Titten anfassen, den Krebs

zwischen Fingern spüren?

Autsch.

Du bist furchtbar.

Bin ich das?

Als hättest du nie daran gedacht.

Hast du ihn mal gespürt?

Wen gespürt?

Den Tumor.

Hattest du ihn mal gefühlt?

Wie fühlt er sich an?

Er ist klumpig.

Mit einem Netzwerk aus Wurzeln darunter.

Wie ein Gewebe aus Funkstörungen.

Es ist zerstörerisch.

Hast du jemanden anderen gefickt?

Während du verheiratet warst, meine ich.

Nein, aber ich hab drüber nachgedacht.

Darüber, Dinge zu öffnen.

Ich hatte immer gehofft, dass sie

es vorschlagen würde und...

Und dann könntest du

widerspenstig zustimmen?

Aber deine Frau war so mit dem Sterben beschäftigt,

sie hat nie an deinen Schwanz gedacht,

Armer Junge.

Aber das ist keine Antwort.

Nein, ich haben niemand anderen gefickt,

während meine Frau zuhause an Krebs krepiert ist.

Langweilig.

Aber es gab dieses eine Mädchen.

So Anfang zwanzig.

Und ich konnte nicht aufhören, an sie zu denken.

Sie hatte diese vollen

Lippen und große leere Augen.

Und ich wollte sie wirklich gerne ficken.

Jedes Mal, wenn ich mich selbst

anfasse, denke ich an sie.

Wie war ihr Name?

Ach.

Keine Ahnung.

Ich hab sie nur ein paar Mal in diesem Café gesehen.

Deine Frau.

Wie war ihr Name.

Hör zu, ich würde lieber nicht...

Ich muss sowieso los.

Ich muss mich mit jemandem treffen.

Die Wichsvorlage mit den leeren Augen?

Makler.

Fuck.

Ich wollte nur noch einmal sagen,

rechtlich betrachtet müssen Sie keine Details über

den Selbstmord preisgeben.

Gut zu wissen.

Sie wären überrascht, wie sehr der Wert

einer Immobilie darunter leidet.

Aber, komm schon!

Diese Häuser hier sind so alt,

natürlich sind hier drinnen Menschen gestorben.

Als würden hier nicht scheiße viele Geister rumflattern,

wenn Geister echt wären.

Oder?

Ich liebe das Radio.

Alle streamen heutzutage

nur noch, suchen sich alles raus.

Aber das hier ist der pure Zufall.

Das trifft dich einfach voll.

Was gerade läuft, läuft gerade.

Ich kann es gerne anmachen.

Ist das retro oder vintage?

Es gehörte meiner Frau.

Vintage.

Wie alles Andere in dieser

Wohnung, hmm?

Nur so aus persönlicher

Neugierde und, nochmal, das ist

nichts, das Sie mit Käufern teilen müssen...

Aber, wo genau ist es passiert?

Wie bitte?

In der Wanne, oder?

Kann ich's sehen?

Das hier ist echt gut geputzt.

Man sieht echt gar nichts.

Als wäre nie etwas passier.

Und der Kopf hier, ja?

♪ Stöhnt ♪

Und das ist dann das Letzte, das man sieht.

Wirklich gute Arbeit.

Ich sehe überhaupt nichts.

[Feile kratzt übers Glas]

Das wäre dann das Ende meiner kleinen Tour.

Es sei denn, Sie wollen

mir noch etwas Anderes zeigen.

Was genau?

Gibt es noch etwas?

Irgendetwas?

Nein.

Ich verrate Ihnen dann,

wenn sich potenzielle Käufer melden.

Aber meiner Erfahrung nach

können sich solche Dinge hinziehen,

also kein Grund zur Eile.

Haben Sie schon eine neue Wohnung?

Ich hab noch nicht angefangen, zu suchen.

Na, wenn Sie anfangen,

rufen Sie einfach bei mir durch.

[Schrubben auf Fliesen]

[Schritte]

Hi.

Oh.

Tut mir leid.

Ich wusste nicht, dass Sie hier sind.

Kein Problem.

Ich hab gerade geputzt.

Ist das ein schlechter Zeitpunkt?

Nein.

Ich hab nur nicht mit dir gerechnet.

Ich dachte, dass...

Noch hier.

Ja.

Und Ihre Frau?

Nein.

Die ist nicht hier.

Ich kann auch alles putzen

und Sie können einfach gehen.

Sich einen Kaffee holen und

ich bin dann so in einer Stunde fertig.

Du kannst auch einfach gehen.

Ich bezahl dich natürlich.

Du bist ja immerhin hergekommen.

Wie viel bekommst du normalerweise?

Kommt drauf an.

Wie viel bekommst du normalerweise hier?

Kommt drauf an.

Dann überleg dir was, während ich

mein Geld holen gehe.

(Wühlen)

Nein.

Wenn Sie mich bezahlen, dann

muss ich auch wirklich hier putzen.

Ich kann nicht einfach so Ihr Geld nehmen.

Ich kann in einem anderen Zimmer warten,

während du hier sauber machst.

Oder ist das etwa ein Problem?

Nein, es ist nur...

Meine Frau war immer hier,

wenn du hier geputzt hast.

Oder fühlst du dich mit mir hier nicht wohl?

Nein, Ihre Frau hat nur gesagt...

Was hat sie gesagt?

Dass Sie nie hier

wären und dass sie selbst...?

Was hat sie gesagt?

Was hat sie gesagt?

Nichts, gar nichts.

Hier sind 50 Euro.

Du kannst es nehmen und dann gehen.

Aber du sagst mir sofort,

was meine Frau über mich gesagt hat.

Dürfte ich vielleicht mir Ihr darüber reden?

Nein.

50 Euro.

Was hat sie gesagt?

Ihre Frau dachte, während ich

sowieso schon auf allen Vieren bin

und so hart die Böden schrubbe,

dass Sie mir einfach das Höschen

runter ziehen und mich von hinten nehmen.

Glaubst du, das hat sie gesagt?

Was hat sie gesagt?

Was hat sie gesagt?

Hallo?

Hi, hier ist Alyssa, die Reinigungskraft.

Ich wollte mich nur entschuldigen,

falls ich irgendwie albern war

und dass ich Sie aus Ihrer eigenen Wohnung

rausgeworfen habe.

Also, kommen Sie einfach zurück und

ich putze um Sie herum.

Vergessen und vergeben.

Oh, da sind Sie ja schon.

Ich weiß nicht, was ich hier will.

Was für ein seltsamer

Wink des Schicksals, hm?

Du wärst nicht hier,

wenn deine Frau noch leben würde.

Oder etwa doch?

Es ist so ruhig bei dir.

Willst du mich verarschen?

Die ganze Nacht lang hör ich dir Tram,

wie eine Welle aus kreischendem Stahl

Es gibt Schlimmeres.

(Red klopft aufs Bett)

Ich bin mir sicher, deine tote Frau will,

dass du wieder fickst.

Wir können zu ihrem Andenken ficken.

(Telefon vibriert)

Komisch, oder?

Einer von uns sollte doch den ersten Schritt machen.

Aber wir sitzen einfach nur hier...

(Telefon vibriert)

Ruft deine tote Frau an,

um zu sagen, dass wir doch nicht ficken sollten?

(Telefon vibriert)

Hallo?

Spreche ich hier mit Jon Holbrooke?

Ja, das tun sie.

Können Sie mich hören?

Hier ist Wolff, Bock und Gams am Apparat.

Wir haben heute schon versucht,

Sie anzurufen, ohne Erfolg.

Wir müssen über den

Nachlass Ihrer Frau reden.

Da gibt es nichts,

über das wir reden müssen.

Mr. Holbrooke, sie hat Ihnen eine substanzielle

Summe Geld hinterlassen.

Das müssen Sie wissen.

Nein.

Nein, da muss es einen Fehler geben.

Können Sie morgen früh vorbei kommen?

Entschuldigung, wie viel Geld?

Können Sie morgen früh vorbei kommen?

Ja.

Ja, natürlich.

Fantastisch.

Ich bin immer noch hier,

wenn Sie etwas brauchen.

Bis morgen.

Bist du jetzt insgeheim reich?

Ich muss gehen.

Hast du etwa Angst,

dass sie mich riechen können?

(U-Bahn fährt vorbei)

Bist du schon zuhause?

Ich wollte dich was fragen.

Ich hab nämlich darüber nachgedacht,

was du machen würdest

und was ich machen würde und deswegen frage ich mich,

warum du erst so spät hier warst.

Hast du?

Hast du sie von hinten genommen, während

sie schon auf allen Vieren war

und den Boden geschrubbt hat?

Deine Reinigungskraft?

Weil, wenn ich ehrlich mit dir bin...

Ohne dass es jemand sieht, ohne dass es jemand wüsste.

Ich wäre selbst versucht gewesen.

Oder warum sonst solltest du

erst so extrem spät hier sein?

Es war ganz anders.

Glaub mir,

es war ganz anders.

Es war... anders.

Seit dem Vorfall

ist einfach alles wie verschwommen.

Ach gut, Sie sind früh dran.

Ich bin...

Bin ich das?

Ach, Uhren. Setzen Sie sich.

Ich möchte mich im Namen

meiner Kanzlei entschuldigen.

Ich verstehe, dass mit allem,

was sie durchmachen,

dass das alles sehr viel ist.

Es ist sehr viel.

Nicht nur emotional, vor allem finanziell.

Aber Ihre Frau, die

Verschiedene, hat sichergestellt, dass

nach ihrem tragischen Ableben...

dass Sie als

einziger Hinterbliebener versorgt sind.

Wie klingt das?

Herablassend.

Es klingt herablassend.

Das ist nicht bös gemeint,

aber alleine mit dem Kredit

auf der Wohnung und den Zinsen...

da können Sie viel ruhiger schlafen,

da jetzt wieder alles im Lot ist.

Es gibt nur... ein winziges Detail.

Ihre Bankdaten.

Die benötigen wir noch.

Ja, natürlich.

Und eine Unterschrift.

Bitte.

Einen Moment.

Da ist doch was.

Irgendetwas haben Sie.

Ihr Geruch.

Sie riechen gut.

Das gefällt mir.

(Klopfen an der Tür)

(unheimliche Musik)

Komm rein.

Wir müssen aufhören.

Haben wir irgendetwas angefangen?

Ich fühle mich nicht gut.

Ach, Liebling, das kann ich ändern.

Ich meine es ernst.

Wir müssen aufhören.

Okay, dann verrate mir Folgendes.

Fühlst du dich schlecht wegen uns?

Oder fühlst du dich schlecht, weil

du eigentlich den gesunden Weg gehst

und weiter lebst?

Und nicht erst jetzt, sondern

schon vor langer Zeit

und jetzt hast du Angst, dass die Nachbarn

reden, wenn sie uns sehen?

Es ist mir egal, was Leute sagen.

Und warum gehen wir dann nie vor die Tür?

Bleiben wir drinnen oder willst du hier was Leckeres?

Ich hab sie nicht umgebracht.

Umgebracht, sterben lassen.

Ich hab sie auch nicht sterben lassen.

Sie hat sich das Leben genommen.

Sie hat das getan, nicht ich.

Angst, dass die Nachbarn reden?

Angst, dass die Nachbarn reden.

Schön, dass Sie es geschafft haben. Heute jedenfalls.

Ich muss ja.

Nun, Sie müssen nicht. Aber wenn Sie nicht erscheinen,

wirft das kein gutes Licht auf Sie.

Worüber möchten Sie gerne sprechen?

Dann lassen Sie mich doch anfangen.

Sie haben das richtig gut macht.

Das hat Ihnen niemand gesagt,

aber Sie haben das richtig gut gemacht.

Das alles ganz alleine zu machen.

Niemand hat mir das gesagt.

Alle haben nur auf einen Fehler gewartet.

Ihre Eltern und ihre Freunde auf der Beerdigung.

Als würde ich vergessen, die

Einladungen rechtzeitig rauszuschicken.

Die falschen Blumen aussuchen.

Oder einen seltsamen Song spielen.

Alle haben nur darauf gewartet, mich anzufallen.

Niemand hat Ihnen Hilfe angeboten?

Nein.

Meine Schwiegereltern leben zu weit weg und

für Freunde wäre es seltsam.

Außerdem waren es ihre Freunde, nicht meine...

Und wie hat sich das angefühlt?

Angefühlt?

Wie hat sich was angefühlt?

Dass Ihre Frau unter so...

tragischen Umständen verstorben ist.

Und dann alleine gelassen zu werden mit der Trauer

und der ganzen Verantwortlichkeit.

Nach nichts.

Ist es schrecklich, das zu sagen?

Ich halte Einäscherung für eine zeitlose

und geschmackvolle Option.

Okay.

Wäre das auch im Sinne

ihrer Frau gewesen?

Das weiß ich nicht.

Wir haben nie darüber geredet.

Hmm.

Es war nie passend,

wegen der Krebserkrankung.

Tut mir leid, ich dachte...

ich dachte, es war Suizid.

War es.

Einäscherung ist gut.

Gut.

Bitte bedenken Sie, dass Sie die Überreste

nicht mit nach Hause nehmen dürfen.

Die Asche wird beigesetzt.

Okay?

Okay.

Gut.

(Tür quietscht)

Meine Cousine ist gestorben.

Meine Cousine ist gestorben und...

Sie ist gestern gestorben.

Wir wissen nicht, was wir tun können. Ich weiß es nicht.

Wir brauchen Ihre Hilfe.

Ähm... ich habe gerade einen Kunden hier, aber

wenn Sie so in einer halben Stunde

wiederkommen, dann vielleicht.

Ja?

Ja.

Okay.

Ich glaube, spätestens da wusste ich,

dass etwas nicht stimmt.

Nicht stimmt?

Ja.

Dass etwas mit mir nicht stimmt.

Da ist diese Frau

in Schock, in Trümmern,

wegen einer Cousine.

Und ich weiß nicht einmal, wann ich

das letzte Mal mit einem Cousin gesprochen habe.

Sie ist vollkommen aufgelöst und...

...ich sitze nur hier.

Ruhig wie Wasser.

Unbewegt. Unberührt.

Hat es sich so angefühlt?

Das weiß ich nicht.

Ich weiß es ehrlich gesagt nicht.

Ziemlich abgefuckt.

Ja, oder?

Aber bei ihr war es plötzlich.

Und mit deiner Frau? Das war ja klar.

Hatten wir diese Unterhaltung schon mal?

Es kommt mir so vor.

In deinem Kopf vielleicht.

- Manchmal habe ich diese intensiven Unterhaltungen

in meinem Kopf.

Und dann merke ich, dass das alles ist.

Wie bin ich hier hergekommen?

Entschuldigen Sie, wo waren wir?

Das ist die Frage des Tages.

Möchten Sie sich jetzt unsere

Auswahl an Urnen ansehen?

Das Radio?

Seit wann ist das Radio hier?

Das weiß ich nicht, vielleicht

war es schon immer hier.

Bittesehr.

Diese Frau.

Haben wir uns so getroffen?

Wie bitte?

Nach Ihnen.

Ich halte es für völlig normal, sich im

Schock keine Gefühle zu erlauben.

Was jetzt wichtig ist, ist die

Zeit zum Nachdenken und das Abreißen aller

Barrieren, die Sie vom Trauern abhalten.

Ich weiß nicht, ob das so passiert ist.

Warum?

Du hast deine Frau also in der Wanne

gefunden und was dann?

Sie einfach da gelassen?

Bist zur Bestatterin gefahren?

Ich hab den Notruf angerufen und die haben

mir gesagt, ich soll sie wiederbeleben und

ich habe ihnen gesagt, das es zu spät war.

War es das?

War es zu spät?

Ja.

Hast du es versucht?

Habe ich.

Natürlich hab ich es versucht.

Ich hab sie aus der Wanne

gehoben, obwohl sie so dünn war.

So dünn, dass ich Angst hatte, Ihr

die Rippen oder Arme zu brechen.

Ich hab sie herausgehoben, obwohl

das Wasser schon kalt war,

obwohl sie schon kalt war.

Hast du sie erst wiederbelebt und dann den

Notruf gerufen oder erst den Notruf,

um dann zu versuchen, sie

zurück zu holen?

Das weiß ich nicht mehr.

Ich weiß es nicht mehr.

Da sind wir doch ein ganz schönes Stück

voran gekommen.

- Hier ist die Notrufzentrale, wie kann ich Ihnen helfen?

Hier ist die Notrufzentrale, wie kann ich Ihnen helfen?

(Wasser rauscht)

Weißt du, was mich jetzt richtig anmachen würde?

Was?

Ich möchte in der Wanne liegen,

in der es passiert ist und mich anfassen.

Du bist krank.

Vielleicht.

Aber du fändest es geil, mir dabei zuzusehen.

Irgendwas stimmt doch mit dir nicht.

Also, sie war in der Wanne und hat sich

einfach die Pulsadern aufgeschlitzt.

So richtig weit.

So.

Die anderen Schnitte,

die Babyschnitte,

sind nur ein Schrei nach Hilfe.

Und dann bist du nach Hause gekommen

und sie lag in der Wanne?

Keine Warnzeichen,

kein Abschiedsbrief, nichts?

Sie hatte es schon mal gemacht.

Ein paar Wochen vorher.

Sie war... das war auch in der Wanne.

Die gleiche Sache,

aber ich war hier gewesen.

Und dann konnte ich sie rausziehen

und es war nicht so schlimm gewesen.

Sie wollte nicht mal ins Krankenhaus.

Sie wollte es niemandem sagen,

sie hatte Angst. Aber als ich sie gefunden hatte,

da sagte sie etwas. Etwas Seltsames.

Sie sagte: "Ich bin noch hier."

Wieder und immer wieder.

"Ich bin noch hier."

"Ich bin noch hier."

"Ich bin noch hier."

Das klingt ziemlich

beschissen, findest du nicht?

Also, für dich.

Hast du das jemand Anderem erzählt?

Nein.

Das ist richtig schlimm.

Ich meine,

wenn das jemand rausfindet, dann sieht das aus wie

vorsätzliche Vernachlässigung

oder wie das heißt.

Sie lag in der Wanne und du

standest einfach da, während

sie zu dir hochgestarrt hat mit ihren

großen braunen Augen.

Sie hatte keine braunen Augen.

Dann halt blaue Augen.

Grün?

Aber sie hatte schon Augen, oder?

Du gehst besser.

Sofort.

Bitte.

Dann mach ich's mir in meiner eigenen Wanne,

wo sich noch nie irgendeine frigide

Schlampe das Leben genommen hat.

Ich will nur sichergehen.

Ich will einfach nur sichergehen.

Ich weiß es, ich weiß es, ich weiß es, ich weiß es, ich weiß es.

(Rauschen aus dem Radio)

(kratzendes Metall)

(Vogelgeräusche)

(metallisches Scheppern)

(schweres Atmen)

Wir haben den Hund vergraben.

Sie kam hier immer zum Spazieren her.

Sie liebte es hier draußen.

(metallischer Deckel schließt sich)

(schweres Atmen)

(Automotor startet)

(Polizeisirene)

Führerschein und Papiere bitte.

Eines Ihrer Rücklichter flackert ein wenig.

Das sollten Sie mal untersuchen lassen.

Oh, öhm...

Das wusste ich nicht.

Nun,

jetzt wissen Sie's.

(unheimliche Interferenz)

Macht es Ihnen etwas aus, den Kofferraum zu öffnen?

Ja.

Also, natürlich kein Problem,

Hmm.

Sehr ordentlich.

So gefällt mir das.

(unheimliche Interferenz)

Könnten Sie den Kofferraum öffnen?

Ich dachte, das hätte ich gerade.

(unheimliches Geräusch)

Tut mir leid, manchmal macht es das einfach.

Könnten Sie bitte einfach den Kofferraum öffnen.

Hmm, sehr ordentlich.

Schon wieder.

So gefällt mir das.

(Schritte)

(Klopfen an der Tür)

Wir müssen über die vergangene Nacht reden.

Ich hatte eine total verrückte Nacht.

Weißt du überhaupt, wie spät es ist?

Nein.

Ist das gerade kein guter Moment?

Ja, das ist gerade ein beschissener Moment.

Wir haben bei über irgendwas geredet.

Wir sind nicht exklusiv.

Ich muss dir gar nichts erklären.

Schon gut, ich bin schon fast raus.

Was bitte ist so fucking wichtig?

Gestern Nacht war ich im Wald und...

ich glaube, dass etwas mit mir nicht stimmt.

Ach, echt?

In letzter Zeit fällt alles

um mich herum einfach auseinander...

(Gegenstände fallen)

Woher kennst du sie?

Was stimmt mit dir nicht?

Hab's

(gewaltsames Zugreifen)

Sorry,

Alter.

Was zur Hölle soll das?

Ich weiß, dass bei dir grad viel los ist,

aber das hier ist selbst für dich neu.

Du kannst nicht einfach hier reinstürmen

und erwarten, dass ich

unterwürfig auf dich warte.

Ich meine, wer gibt dir das Recht?

Ich hab einfach angenommen...

Du hast was angenommen?

Weil du sonst niemanden fickst,

ficke ich sonst niemanden?

Ich...

Wenn du sagst, dass du mich liebst,

dann steche ich dich ab.

Aber das tue ich.

Ich liebe dich.

Bist du noch hier?

Ich hatte letzte Nacht einen abgefahrenen Traum.

Ich bin die Straße runter gegangen.

Eine ganz gewöhnliche Straße, nichts Besonderes.

Und dann wurde der Boden unter mir

wie so Götterspeise, so wabbelig.

Und dann konnte ich meine Füße nicht mehr spüren.

Und es war so, als wäre ich mitten in der Luft geschwommen.

Und dann wache ich neben dir auf.

Und ich versuche aus dem Bett zu kommen,

aber ich spür die Füße immer noch nicht.

Und dann purzle ich so auf den Bauch.

(Tür quietscht)

Ich hab dich nicht geweckt, oder?

Mit wem redest du?

Was geht's dich an?

Ich bin nur neugierig, das ist alles.

Ich wusste nicht, dass du so

dringend meine Eltern treffen willst.

Das waren nicht deine Eltern.

Hab ich auch nie gesagt.

Und? Wann verschwindest du?

Ich hab noch was vor.

Ich dachte nur, dass...

Was genau?

Dass wir frühstücken oder ficken?

Ich weiß nicht genau, was ich dachte.

Na, dann los.

Ich hab dir letzte Nacht gesagt,

dass ich früh raus muss.

Alles klar?

Ich dachte, du nimmst immer das Gleiche.

Ich fühl mich heute nur etwas daneben.

Haben wir uns schon mal unterhalten?

Ich glaube nicht, dass ich deine Stimme schon mal gehört habe.

Und? Klinge ich genau so wie

du es dir vorgestellt hast?

Einen Cappuccino mit Hafermilch, bitte.

Nein.

(Radiostörung)

Ja.

Deine Stimme passt sehr gut zu dir.

Willst du vielleicht...

mal was zusammen machen?

Wie bitte?

Ich dachte nur immer,

du wärst interessiert?

Wieso?

Der Ring.

Du hattest einen Ehering.

Ich hab's gesehen.

Und wenn ich gekommen bin

oder du,

dann hast du deine Hand versteckt

und gedacht, ich sehe es nicht.

So war es nicht.

Ist es nie.

Ist sie das?

Was machst du hier?

Was genau meinst du? Du hast mich hergebracht?

Ich hab dich seit einer Woche nicht gesehen.

Nicht mit Klamotten an.

Das ist ein Witz, oder?

Ist das wegen der leeräugigen

Wichsfantasie da?

Oh mein Gott.

Goldrichtig.

Nein, ist es nicht.

Und du warst nicht hier.

Ist echt alles okay?

Ich weiß ja, dass du sie ficken willst.

Ich seh auch, warum.

Keine Lust, uns beide zu erklären?

Ich mag sie.

(unverständliches Gerede unter weißem Rauschen )

Lass uns ein Spiel spielen.

Und was, wenn ich keine Lust habe?

Ach, komm schon.

Wann waren meine Spiele jemals nicht

lehrreich und unterhaltsam?

Ich stelle dir eine Frage und

du musst mir eine ehrliche Antwort geben.

Das ist kein Spiel.

Vielleicht gibt es ja

einen besonderen Preis, wenn du gewinnst.

Okay, was sagst du Anderen, wenn

wir uns beide sehen?

Sage ich wem?

Anderen. Familie,

Freunde. Die Leute, die ich nie treffe.

Ich hab mit niemandem Kontakt,

der mir Fragen stellt.

Dann spring halt ins Wasser mit mir,

deinem dreckigen Geheimnis.

Wir ziehen uns aus und

ficken im Mondschein.

Das ist keine Frage.

Clever.

Und auch dämlich.

Das Wasser hat so um die fünf Grad.

Genau wie ich es mag.

Ich werde leicht taub und kalt

und all die kleinen Wellen im Wasser fühlen

sich an, als ob man nach mir greift.

Tentakel, Finger, Wurzeln.

Meinst du, sie hat sich so gefühlt?

Als sie in der Wanne lag?

Frage für dich:

Wie würdest du es machen?

Von nem Hochhaus springen.

Ich würde das höchste Gebäude

finden und über die Absperrung klettern.

Dann spüre ich den Wind durch meine Haare rauschen,

während ich da unten jemandem den Tag versaue.

Aber wie bitte landet man am besten?

Auf den Füßen?

Und dann brechen dir die Knöchel

und dann die Oberschenkel und

ach, der Schmerz.

Ich würde mich hängen.

Würdest du nicht.

Alle denken das, aber

du würdest nur blöde hängen

und langsam ersticken

und dein Genick würde nicht brechen

und dann strampelst du dich frei,

weil dein Körper weiter kämpft.

Das ist nämlich die Sache.

Dein Körper möchte wirklich leben,

egal was passiert.

Okay, bitte.

Ich würde mich vor den Zug werfen.

Schon besser.

Sobald es dich trifft, trifft es dich.

Die meisten Leute sterben dabei nicht sofort,

weil sie es falsch machen.

Wenn der Zug in die Station einfährt,

dann ist er viel zu langsam.

Also fühlt es sich eher so an,

als würde es dich in tausend kleine Stücke schneiden

mit einem Messer, das

einfach nicht besonders scharf ist.

Nicht jetzt.

Doch, jetzt.

Jetzt und wann immer ich will.

Genau so läuft das.

- Weißt du, warum die U-Bahn eine gute Idee ist?

Weil sie es will.

Selbst an deinem besten Tag zieht

dich das Gleis wie magisch an und

du möchtest es machen.

Wolltest du es?

Bei ihr, meine ich.

Wolltest du, dass es vorbei ist?

Das war anders?

Ich bin nur neugierig.

Es macht einen Unterschied, ob

man jemanden tot sehen will

oder loswerden möchte.

Ich bin deine dreckige Affäre.

Mich lügst du nicht an.

Du kannst sonst alle anlügen,

aber mich lügst du gefälligst nicht an.

Lass los.

Zwing mich doch.

Würg mich.

Du hast es schon mal getan.

Nicht bei mir, aber bei ihr.

Niemals.

Nein, nein. Es war irgendwas mit der Arbeit.

Ich hab mich mit jemandem getroffen oder so.

Also ist es jetzt spät oder zu spät?

Es ist nicht spät.

Und es ist auch nicht so, als

ob ihr Leben unmittelbar in Gefahr war.

Du kommst also nach hause und

das Licht im Badezimmer brennt.

Und von da aus strahlt es durch die Wohnung.

Das Radio läuft.

Das Radio?

Wann war das? 1998?

Was läuft?

Ich weiß nicht, irgendein

Zeug aus dem Radio.

Und was steckt jetzt hinter Tor Nummer 2?

Das weißt du. Du weißt das.

Alles gut, ich bin noch hier.

Aber diesmal war nichts mehr da.

Also hast du sofort den

Notruf gerufen, oder?

Es war zu spät.

Das Wasser war schon pink und kalt.

Willst du rein kommen?

Du solltest nicht hier sein.

Wirfst du mich raus?

Ich nehm doch nur ein Bad.

(unheimliches Klopfen)

(dramatische Musik)

(Tür quietscht)

(dramatische Musik)

(Kopf hämmert auf Fliesen)

Ist alles okay?

Und wie war es?

Danke, dass du fragst, es war

eine schwierige Zeit.

Nein, die Beerdigung, wie war die Beerdigung?

Wir waren nicht eingeladen.

Es war nur Freunde und

Familie, den engsten Kreis.

Wir sind hier auch wie eine Familie.

Es muss schwer sein, sie zu ersetzen.

Ich meine, wir haben

hier schon unsere Sorgen damit.

Und das ist nur hier.

(Telefon vibriert)

Sorry.

[Schade, muss ich wohl einen Weg finden, mir die Zeit zu vertreiben Möchtest du herkommen und... ficken?]

Arbeit.

Was genau machst du noch mal.

Ich bin selbständig.

Ja, aber was machst du?

Was hat meine Frau gemacht?

Sie ging erst in Teilzeit und dann remote, wegen...

...Krebs und so.

Ja, aber was genau hat sie gemacht?

(Telefon vibriert.

Ich antworte ganz kurz.

Wir haben uns nur immer

gewundert, das ist alles.

Du?

Ich...

Der Kaffee im Pausenraum

ist nicht gut, daher...

Das hier ist nichts, das ich tue,

das ist nur ein Ort,

an den ich gehe.

Wie bitte?

Wir haben uns nur immer gewundert, was du machst.

Wir hatten doch dieses Spiel, oder?

Arbeitet sie hier?

Was genau machst du?

Für das Spiel.

Wir hatten so unsere Theorien.

Ich hatte auf Affäre gesetzt.

Während deine Frau hier bei uns war.

Wir geben dir keine Schuld.

Wir erlauben uns kein Urteil über

außereheliche Aktivitäten.

Wir wollen es nur wissen.

Ja, für das Spiel.

Und wir vermissen sie auch so.

Und sind alle so neugierig.

Bist du sicher, dass du hier arbeitest.

(Telefon vibriert)

[schade. Ich liege im Bett und mir ist so so langweilig]

Tut mir leid, Arbeit.

Das könnt Ihr bestimmt nachvollziehen.

Es war nur so plötzlich.

Würdet Ihr mich kurz entschuldigen.

Kann ich kurz auf Toilette?

Ich weiß nicht, ob du kannst, aber du darfst.

Ich weiß, dass du Sprachnachrichten hasst,

aber ich hab gerade keine Hand frei...

Mit dem Telefon in einer Hand und der anderen Hand...

(Klopfen)

He, wir wollten nicht indiskret sein oder so.

Wir sind nur neugierig, wie

sie denn jetzt gestorben ist.

Das gier ist kein guter Moment.

Man hört die Geschichten.

Wir hatten unsere Wetten, wir wollen es wissen.

(Fummeln mit dem Schloss)

Ihre Pulsadern.

Sie hat sich die Pulsadern aufgeschnitten.

Ich hätte auf Krebs getippt,

wegen dem Krebs halt.

Nein.

Es waren Rasierklingen.

Hat sie sich noch die

Beine rasiert zum Schluss?

Und zwischen den Beinen?

Ich frag mich nur, was Rasierklingen

bei jemandem wie dir machen.

Kannst du das hören?

Das ist doch seltsam.

Hast du sie liegen lassen?

Du siehst nicht aus, als ob du dich nass rasierst,

deswegen frag ich mich, was Klingen

bei dir zu suchen haben.

Kannst du das denn nicht hören?

- Irgendein Störsignal. - Kannst du das nicht hören?

Das hat uns nur alle so

leer zurück gelassen, weißt du?

Aber wenn das jemand versteht, dann du.

Ich meine, wie isst du überhaupt.

All das Essen, das sie

eingekauft hatte.

Isst du das denn noch danach?

Weißt du?

Aber warum solltest du es nicht essen?

Oder lässt du es einfach verrotten?

Du musst essen.

Ja, das musst du.

Man sagt dir nie,

wie furchtbar das ist, oder?

Dein Kopf will sterben,

aber dein Körper will weiter leben.

Also kriegst du Hunger. Und du isst.

Willst du mal was zusammen machen?

Ich würde gerne noch weiter reden

und du kannst immer hier her kommen,

wenn du etwas brauchst.

Das hier ist mehr als nur ein Job.

Wir sind wie eine Familie hier.

Aber ich fürchte wir haben eine neue

Bewerberin, die gleich kommt.

Für welche Stelle?

Ach.

Ich würde dich jetzt bitten, zu gehen.

Wie gut kanntest du sie?

Es ist nichts Persönliches.

Wir müssen nur jemanden finden,

der sie ersetzt.

Wie gut kanntest du sie?

Habt Ihr zwei lange zusammen gearbeitet?

(getragene Musik)

Ich gehe.

Es ist okay.

Ich gehe schon.

Und da kommt unsere

Kandidatin für die Lücke, die

deine Frau hinterlassen hat.

(Piepton)

Sie haben keine neuen Nachrichten.

Sie haben keine neuen Nachrichten.

(Wasser sprudelt)

Ich bin noch hier.

Ich bin noch hier.

(unheimliche Musik)

(Telefon vibriert)

(Klopfen an der Tür)

(Schlüssel dreht sich im Schloss)

(klamme Schritte nähern sich)

(dramatische Musik.

Ist jemand hier?

(getragene Musik)

Etwas Entspannendes?

Nicht unbedingt, nein.

Was genau machen Sie hier?

Unser Termin.

Sie haben Ihren letzten Termin verpasst.

Sie haben gleich mehrere Termine verpasst,

um ehrlich zu sein.

Dieser hier inbegriffen.

Was ist heute so besonders?

Also.

Wie geht es uns mit dem Tod Ihrer Frau?

Schwer zu sagen.

Was macht denn Ihr Alltag?

Haben Sie sie schon mal getroffen?

Ihre Frau oder...

...diese andere Frau, von der Sie mir erzählt haben?

Beide.

Keine von beiden.

Ich hab mich gefragt,

das ist eine theoretische Frage:

Existieren die beiden für Sie überhaupt?

Also, sind sie echt?

Wollen Sie sagen, dass sie es nicht sind?

Ich will sagen, es spielt keine Rolle.

Eine Frau ist tot und die andere...

Wie laufen denn die Dinge mit

dieser ominösen Dame?

Sehen Sie sie häufig?

Haben Sie Ihre Freunde oder Familie kennengelernt?

Niemand weiß das. Außer Ihnen vielleicht.

Aber sie ist noch da?

Ja.

Sie schreibt mir Nachrichten.

Seltsame Nachrichten manchmal.

Und ich habe neulich ihre Unterwäsche

unter meinem Bett gefunden.

Nicht die Ihrer Frau?

Sind Sie da sicher?

Ja, sie ist...

...anders.

Also relativ sicher, ja.

Dann ist ja gut.

Das sollten Sie im Auge behalten.

Manchmal dauert es eben bis

diese Dinge Wachsen und austreiben

wie eine...

Wie eine Pflanze,

die anwurzelt, ehe sie wächst.

Was für eine passende Metapher.

Nicht alle sind zum Wachsen da.

(Weißes Rauschen)

Ich wollte nur wissen, wie

es sich anfühlt, weißt du?

Ich wollte nur wissen, wie es so ist.

Nein.

Kannst du mir helfen?

Nein.

Ich wollte nur einen

kurzen Blick erhaschen.

Kannst du mit mir in der Wanne bleiben?

Ich hol dir Verband, okay?

Nein, bleib.

Willst du ein Glas?

Nein, alles gut.

Du siehst nicht gut aus.

Du musst dich ein bisschen entspannen.

Entspann dich. - Ja, das höre ich öfter.

Hab's.

Nein, nein, nein, nein, nein. Nein.

Alles okay?

Alles okay? Ist bei dir alles okay?

Deine Hände!

Stopp, stopp!

Rede mit mir! Du kannst

nicht so einfach wegrennen,

als ob ich Luft für dich bin.

Als ob ich nicht mal...

Ich mach es gut.

Ich mach's wieder gut.

Möchtest du mit rein hüpfen?

Wer einmal lügt...

(dramatische Musik)

Der ist echt gut.

Soll ich den Boden für dich schrubben?

Dir Therapie geben?

Meine Augen raus schneiden?

Nein, nein, nein, nein, nein.

Schon okay, ich warte hier auf dich.

(Schneiden und Tropfen)

Was machst du hier?

Ich bin nur hier,

weil du das so willst.

Nein, du warst grad im Badezimmer.

Du warst im Bad und

du hast dich geschnitten

und du hast geblutet.

Nein, nein, das stimmt nicht.

Das stimmt nicht.

Ich war hier.

Ich war die ganze Zeit hier.

Alles ist gut.

Alles ist gut, es bin nur ich.

Es bin nur ich.

Okay?

Okay.

Okay, okay.

Warum hältst du ein Messer?

Tue ich nicht.

(dramatische Musik)

Ich hab kein Messer gehabt.

Das schwör ich dir.

Du wolltest mir etwas erzählen?

Ist das hier mit deiner Frau passiert?

Nein.

Nein, nein, sie hat sich umgebracht.

Nicht ich, nicht...

Du musst mir glauben.

Es ist alles gut.

Alles gut.

Das bin nicht ich.

Und du bist das auch nicht.

Das hier ist nicht... Das ist...

(Interferenz aus dem Radio)

(Interferenz aus dem Radio)

(Interferenz aus dem Radio)

(unheimliche Musik)

(Interferenz aus dem Radio)

(unheimliche Musik)

Hey!

(Interferenz aus dem Radio)

Hey, was zur Hölle machst du hier?

Hey!

Hey, komm bitte zu dir!

Komm jetzt klar!

Weißt du, was das hier macht?

Weißt du, was das hier mit mir macht?

Sag was!

Sag jetzt was!

Ich kann die Scheiße hier nicht mehr ertragen.

(Red greift ihren Mantel)

(Interferenz aus dem Radio)

Ich wollte dich kurz anrufen,

weil es tut mr leid

wie jetzt alles lief.

Das war ne harte Nacht, aber

du bist noch hier in meinem Leben...

Ich kenn dich.

Lange nicht gesehen, was macht das Chaos?

Ich arbeite daran.

Gott, ich meinte nur die

Wohnung, nicht... alles Andere.

Tut mir leid.

Kann ich dir eine Frage stellen?

Hast du sie schon mal getroffen?

Natürlich.

Meine Frau...

Ja, ähm...

Erinnerst du dich an meine Frau?

Natürlich.

Sehr gut sogar.

Besser als du wahrscheinlich.

Was soll das bedeuten?

An welche Frau erinnerst du dich?

Die, die du im Café getroffen hast?

Die, mit der du nachts am See warst?

Die, die du geheiratet hast?

Die, die stundenlang die Wände angestarrt hat

und von der Stille wahnsinnig wurde?

Vielleicht ist sonst nichts mehr übrig.

Bilder und Nachrichten auf meinem Telefon.

Ist alles in Ordnung?

Du wirkst abwesend?

Ich will dich nur nicht direkt ansehen.

Und warum?

Ich denke, das weißt du.

Du hast so eine Tendenz, so etwas zu wissen.

Hör zu, wenn du reden willst,

wenn du sonst niemanden zum Reden hast.

Ich weiß nicht.

Möchtest du meine Nummer?

Deine Nummer?

Meine echte Nummer.

Niche die von der Agentur.

Ich mache auch andere Dinge.

Andere Dinge?

Was für Dinge?

Weiß nicht.

Denk einfach drüber nach.

Aber du bist noch hier in meinem Leben

und ich bin noch in deinem

und das bedeutet doch etwas, oder?

Es muss etwas bedeuten.

Also, wenn du reden willst

oder so.

Ich kenn dich.

Ich bin noch hier.

(unheimliches Grollen)

(angespannte Musik)

(Freizeichen)

(schweres Atmen)

Haben wir uns gestritten?

Sag du's mir.

Vielleicht fängt es ja so an.

Am Anfang ist es nur

ein undefiniertes Stottern,

weißes Rauschen.

Es ist alles und überall und doch nichts.

Ohne Substanz.

Ohne Form.

Es schlummert unter den Wellen.

Bis es erwacht und Wurzeln schlägt,

seinen Wirt kontaminiert

und dann...

...nimmt es seine Form an.

Und du kommst langsam durch den Schleier,

durch die ganzen Störgeräusche.

Und dann

beginnst du, es zu fühlen,

wie es sich festsetzt.

Und dann

hörst du es.

Ich bin noch da.

Ich bin noch da.

Ich bin noch da.

Nein.

Du lügst.

Du müsstest dein Gesicht sehen.

Aber du konntest es auch fühlen, oder?

Wie du es bei ihr gefühlt hast?

Nein.

Du weißt nicht, wie es sich anfühlt.

Du weißt nicht, wie es mir geht.

Du etwa?

Ich nehme jetzt ein Bad.

Hast du Lust, mir Gesellschaft zu leisten?

ich gehe.

Ich sagte, ich gehe.

Ja.

Ich hab dich schon beim ersten Mal gehört.

(Interferenz aus dem Radio)

Ja?

Wenn du mir etwas sagen willst,

dann sag es mir einfach.

Das will ich, ja.

- Die meisten meiner Patienten empfinden das als entspannend.

Darf ich?

Besser nicht.

Sie.

Diese Frau

wirkt toxisch auf mich.

Wissen Sie, was ich meine?

Ja.

Sogar giftig.

Wie ein Krebsgeschwür, könnte man sagen.

Vielleicht sollten Sie sie im

Interesse Ihrer eigenen Heilung

aus Ihrem Leben entfernen?

Aber wie?

Wie mache ich das?

Es ist sehr schwierig,

Menschen komplett zu entfernen,

aus unserem Leben zu verbannen, aber...

Wie hieß die Dame noch einmal?

Spielt keine Rolle.

In vergangen, weniger zivilisierten Zeiten

haben die Menschen geglaubt,

man könne Dämonen und andere Wesen

beschwören, wenn man ihren Namen kennt.

Man könne sie austreiben,

wenn man weiß, wer sie sind.

Aber ich verstehe, dass Ihre

Beziehung sehr intensiv war,

sehr physisch,

sehr fleischlich.

Ist.

Sie ist es noch.

Nicht nur physisch.

Wir sind verwoben.

Verstehe.

Aber diese Frau,

Sie kennen ihren Namen?

Sie waren schon einmal bei ihr?

Sie haben sie in ihrem Bett gefickt,

sie haben an ihrer Tür geklingelt,

Sie wissen, wo sie lebt.

Ja.

Nun,

dann erscheint mir die Lösung recht simpel.

Ich weiß nur nicht, ob

Sie willens sind, es auch zu tun.

Schneiden Sie sie raus.

Entfernen Sie sie aus Ihrem Leben

und beginnen Sie mit der Heilung.

Schneiden Sie sie heraus wie einen Tumor

und vielleicht gleich einige gesunde Zellen mit,

nur um sicherzugehen.

Aber

das ist nur mein professioneller Rat.

Und ich fürchte, für mehr haben

wir heute keine Zeit mehr.

(dramatische Musik)

(Knarren unter Wasser)

(dramatische Musik)

(schweres Atmen)

(dramatische Musik)

(dramatische Musik)

Du siehst aus wie tausend kleine Wundschnitte.

Funktioniert das Licht nicht?

(dramatische Musik)

Komm rein.

Kann ich dir irgendwas bringen?

Zigarette?

Tee?

Der Wasserkocher läuft gerade.

Alles gut.

So siehst du aber nicht aus.

Du siehst aus wie das

Gegenteil von "alles gut".

Ich fühle...

Ich fühle mich nicht so gut.

Ich glaube, das alles

holt mich so langsam ein.

Der Selbstmord?

Der Krebs?

Das Leben.

Fressender, nagender,

schmatzender Alltag.

Und mehr hab ich nicht in mir.

Jeden Tag.

Jeden verdammten Tag.

(unheimloche Musik.

Da ist dieses Geräusch.

(unheimliche Musik)

Was zur Hölle hat es mit diesem Geräusch auf sich?

Was ist das?

Ich kümmere mich kurz drum.

Bist du das?

Stopp.

- Stopp. - Bist du das Geräusch?

Hör auf!

Was stimmt denn mit dir nicht?

Ich muss es wissen.

Hör sofort auf!

Hör auf.

Du tust mir weh.

Was ist das?

Was glaubst du, was das ist?

Was glaubst du, wer ich bin?

Oder was ich bin?

Glaubst du, ich bin ein fucking Dämon?

Ich bin nur ich.

Ich bin einfach nur ich.

Wir haben seit

Wochen gefickt und du hast noch

nicht mal nach meinem Namen gefragt.

Was steht auf deinem Telefon, wenn

ich dir schreibe?

Du bist so daneben.

Ich muss mich jetzt darum kümmern.

(Interferenz aus dem Radio)

Du hast es schon mal gemacht.

(Störgeräusche)

Du kannst es wieder tun.

(Interferenz aus dem Radio)

(Messer durchdringt Haut)

(dramatische Musik)

Du bringst mich nicht um.

(weißes Rauschen)

Du bringst mich nicht um.

Du gehst jetzt besser.

Sonst kommst du zu spät.

Schon okay.

Du stirbst heute nicht.

Du stirbst niemals heute.

Du stirbst jeden Tag ein bisschen

und das geht schon eine ganze Weile so.

(schweres Atmen)

(elektronische Musik)

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