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Nur eine Geschichte, die die Menschen im Innersten berührt,
kann über zwei Jahre ein Bestseller bleiben.
Und "Dienstags bei Morrie" berührt einfach jeden.
Ich glaube, wir können uns alle in Mitch hineinversetzen,
dessen Leben einfach so vorüberrast. Viel zu schnell.
Und dann bekommt er die Chance innezuhalten,
indem er seinen alten Professor Morrie trifft.
Und obwohl Morrie dem Tod geweiht ist, erzählt er uns etwas über das Leben.
Dass es im Leben nur um Lehren und Lernen geht.
Lehren und Lernen ist Geben und Nehmen.
Das Leben ist voll von Morries, wir müssen uns nur umsehen.
Darf ich mal durch, Kinder?
- Hallo, Professor! - Na, auch hier?
Hey, wie geht's?
- Hallo! - Wir sehen uns! - Hey, Casey, alles klar?
Eins von vielen Dingen, an denen mein alter Professor Freude hatte, war das Essen.
Hallo! Hier steckt ihr also!
Besonders gern aß er Zunge. Ich sagte: Morrie, das ist ekelhaft!
Und er sagte: Schade, dass du das so siehst.
Ich mag auch Krautsalat. Kannst du Krautsalat zubereiten, Mitch?
Entschuldigung!
Ziemlich weit oben auf seiner Liste stand das Tanzen.
Er hatte einen ganz eigenen Stil.
Er tanzte "Lindy Hop" zu Jimmy Hendrix
und "Jitterbug" zu einer Band die Nine Inch Nails hieß.
- Hey! Schmeiß die mal rein! - Was ist es denn heute, Professor?
- Das wirst du gleich hören. Es wird allen gefallen. - Okay.
Wartet doch mal! Hört erst mal hin!
Einer seiner Lieblingstänze war Tango. Natürlich in einer ganz eigenen Version.
Wer weiß, woher er die hatte. Jedenfalls nicht aus Argentinien.
In solchen Momenten wünschte er, es würde ewig so weitergehen.
Im Sommer 1994 begann ihm einiges aufzufallen.
Seine Kurzatmigkeit und dass die Beine ihm manchmal Probleme machten.
Aber was erwartet man mit 77?
Mit dem Tanzen war es im Sommer 1994 für immer vorbei.
Denn da erfuhr Morrie sein Todesurteil.
Mann! Die Jungs schaffen's nicht! Die fliegen hochkantig raus! Hab ich Recht?
Sag schon, ist das nicht grausig? Ich wusste es!
Walter, hier ist Mitch! Ich muss den Artikel neu schreiben!
Ja, die Kolumne! Ich muss sie ändern, Walter!
Ich hatte keine Ahnung, wie es um meinen alten Professor stand.
Ich hatte ihn seit meinem Abschluss vor 16 Jahren nicht mehr gesehen.
Ich hatte ihm versprochen, Kontakt zu halten,
war dann aber zu sehr mit mir selbst beschäftigt.
Walter, das ist hier die reinste Irren- anstalt. Halt mir einfach den Platz frei.
Komm schon! Hab ich je zu spät abgeliefert?
Hallo, Janine! Hab ich dich geweckt?
Bei mir passierte alles immer auf den letzten Drücker.
Alles!
Du sollst nur wissen, dass ich dich liebe und dass es mir leid tut.
Der Coach will keine Medien, bevor er nicht mit dem Team geredet hat!
Er hätte vor dem Spiel mit ihm reden sollen!
Ja, ich weiß, dass wir miteinander sprechen müssen.
Ich muss jetzt los! Ich liebe dich. Bis später.
Coach! Coach! Was erzählen Sie Ihrem Team? Ist das Wort "Disziplin" gefallen?
Oder "Erwachsensein"?
Sport ist immer ein Thema in unserem Land, und ich habe überall mitgemischt.
Ich lebte in Flugzeugen und Hotels, mit meinem Laptop und meinem Handy.
Vielleicht hätte ich das mit Morrie nie erfahren,
wenn ich nicht immer sechs Dinge auf einmal getan hätte.
Ich bitte dich.
Weil ich dich jetzt schon seit sieben Jahren liebe. Ist das nicht...
Ja, aber für mich ist die Bindung dieselbe.
Ja.
Müssen wir das jetzt bereden? Wir streiten uns immer wieder über dasselbe Thema.
Sieh dir an, was mit verheirateten Leuten passiert.
Ich habe ihn nur eingeschaltet, ich sehe nicht hin.
Sieh dir doch nur unsere verheirateten und geschiedenen Freunden an.
Pass auf, ich bin morgen wieder in Detroit, dann reden wir darüber, ja?
Ich werde mir die Zeit nehmen.
Wer ist eigentlich dieser Morrie Schwartz?
Und warum werden nach dieser Sendung so viele von Ihnen
mit Ihren Gedanken bei ihm sein? - Janine, warte mal kurz.
- Hier ist die ABC Nightline mit einem Bericht aus Washington. - Bleib dran!
Ted Copper.
Heute Abend: Morrie. Anleitung zum Leben.
Morrie wird sterben. Er leidet an einer Krankheit,
die sich Amyotrophe Lateralsklerose nennt. Besser bekannt als Lou Gehrigs Krankheit.
Morrie Schwartz ist ein emeritierter Soziologieprofessor
der Brandeis Universität, der an ALS sterben wird.
Morrie bleibt nicht mehr viel Zeit.
Ich habe die letzte große Reise ange- treten, die uns allen irgendwann bevorsteht.
Vielleicht kann manch einer von mir lernen, was man dafür einpacken muss.
Janine? Hallo?
Wenn wir alle etwas daraus lernen könnten,
würde mein Sterben einen eigenen Wert bekommen.
Sozusagen ein Mensch als Lehrbuch.
Ich war mein ganzes Leben lang Lehrer, glauben Sie, ich kann das lassen?
Tim, der Empfang wird schlecht. Ich komme gerade ins Büro. Ich melde mich, ja?
- Sehr schön. Hallo! - Hallo! - Mitch, die Seite von morgen.
- Klasse. - Gratuliere. - Wie? Zur Kolumne? Geht so. Bisschen runtergehauen.
Oh, es ist offiziell. Der Baseball-Streik ist vorbei.
Ja, deshalb will ich dich ins Trainingscamp nach Florida schicken.
Runtergehauen? Ich fand sie fantastisch.
Nein, meine Gratulation galt deiner neuen Fernsehkarriere.
- Walter, ein Lokalsender. - Ja, aber dazu dieser Radiosender.
Und wer weiß, was sonst noch alles.
- Meine Kolumne hat immer Vorrang. - Ich meine, wie willst du das schaffen?
Wen interessiert's, solange ich alles rechtzeitig abgebe?
Ich habe bloß Angst, dass du dich verzettelst.
Vielleicht schaffst du es ja mal, zwischendurch
einen Artikel über den Baseball-Streik zu schreiben.
- Ein Privatgespräch. - Grüß Janine von mir.
Hallo? Hallo, ich bin's. Kannst du bitte rangehen?
Janine? Janine, du musst irgendwann mit mir reden. Nimm den Hörer ab. Bitte.
Also gut, ich werde dich auf der Arbeit besuchen. Ich liebe dich.
Tolle Kolumne heute. Und? Haben wir den Baseball wieder, oder was?
Ich finde, jetzt sollten die Fans streiken.
- Das habe ich auch schon gesagt. - Alles klar, Jungs?
Wartet. Hört mal auf. Da stimmt was nicht.
Macht mal eine kurze Pause, Ladys.
- Mitch, mach dich mal nützlich. Ich brauche ein F. - Ein F?
- Hallo. - Hallo. - Ich habe angerufen. Wirst du irgendwann mit mir reden?
Ich habe gestern Abend mit dir geredet.
Mit dir und dem Fernseher. Dann hatte ich das Gefühl, du willst gar nicht reden.
Da kam gerade eine schlechte Nachricht.
Jemand, den ich kannte, einer meiner Lehrer vom College, ist krank.
Er wird sterben.
Mitch, das tut mir leid. Wart ihr eng befreundet?
- Ja, damals schon. - Okay, lasst uns das noch mal versuchen.
Wir haben beide Probleme mit dem Telefonieren.
- Ich liebe dich. - Ich liebe dich auch.
Also gut, da steigen wir ein, Ladys.
Nicht nur Morrie. Ich habe zu keinem aus dem College Kontakt gehalten.
Briefe schreiben, Jahrgangstreffen, wer hat dafür Zeit?
Also, ich wäre über so einen Lehrer froh gewesen.
Nein, er war mehr als ein Lehrer. Er war wie eine Naturgewalt.
Bei einem Basketballspiel haben wir alle gesungen: "Wir sind die Nummer 1."
Ich sehe Morrie ein paar Reihen unter uns, wie er uns ins Visier nimmt.
Plötzlich steht er auf und sagt: "Wen stört's, die Nummer 2 zu sein?"
Er wollte das ernsthaft mit uns diskutieren, mitten im Spiel. Danke.
Danke.
Er hat mein Leben wirklich sehr beeinflusst. Und ich habe mich nie bedankt.
Hey, du sprichst über ihn, als wäre er schon tot.
Du kannst ihn doch immer noch besuchen.
In Boston? Wann habe ich Zeit, nach Boston zu fahren?
Mach es irgendwie möglich, wenn er so wichtig für dich war.
Du bist dein halbes Leben auf Reisen, und dann schaffst du es nicht,
einen Trip nach Boston zu machen? - Warum regst du dich auf?
Was sollen diese Ausflüchte? Warum kannst du dir nie Zeit nehmen?
- Hey! Sie sind doch Mitch Albom, oder? - Ja. Hallo!
- Ich lese Ihre Kolumne jeden Tag. - Ich habe da eine Idee für eine Kolumne.
Jungs, ich bin hier mitten im Gespräch.
- Verstehe. Verschieben wir's. - Mir fällt andauernd etwas ein.
Toll.
Entschuldige.
Die Wahrheit ist, dass es einfach zu spät ist.
Nach all den Jahren habe ich ihm nicht mal eine Karte geschrieben.
Wie soll ich ihm jetzt gegenübertreten?
Mitch, denk... Hey! Denk doch an ihn.
Denk daran, wie viel es ihm bedeuten würde.
Ein Anruf ist das Mindeste.
Gestern ging's beim Hockey um die Play-off Qualifikation. Und da alle davon träumen...
Ich war mit dem Telefon verwachsen, führte täglich unzählige Gespräche.
Was hielt mich davon ab, einen todkranken Mann anzurufen?
Ganz einfach: mein Schuldgefühl. Aber es war mehr als das.
Ich hatte Angst davor, ihn so zu sehen.
Ich konnte nicht mit dem Tod umgehen.
- Da kommt mein Kumpel! - Hallo! - Hallo.
Du bist was Besonderes, Mitch.
Du meldest dich, ja? Das musst du mir versprechen.
Ich verspreche es.
Ich hab's nicht gehalten.
Ich konnte auch mit Versprechen nicht umgehen.
- Hallo? - Hey, ich bin's. Du hattest Recht. Ich kann nicht arbeiten,
ich kann nicht denken, ich kann die Sache mit Morrie nicht einfach ignorieren.
- Du willst ihn besuchen? - Ja, ich fliege nach Boston.
Für einen kurzen Besuch. Ich sag ihm, dass es mir leid tut und verabschiede mich.
Spul das Band zurück und lass mich das Playback noch mal hören.
- Bin schon dabei. - Okay. - Eine Sekunde.
- Verdammt! - Gefällt's dir nicht? - Nein, ich habe meinen Kaffee verschüttet.
Jetzt lass mich das Playback hören.
Nein! Ich höre zu! Ich höre zu! Klingt gut. Kannst du so lassen.
- Take drei? - Ja. Sind es noch viele? - Sieben Takes.
Okay. Dann müssen wir das auf später verschieben.
Entschuldigung. Der war runtergefallen.
Mitch. Mitch Albom.
Ich hatte mit Ihrer Frau telefoniert.
16 Jahre ist es her und ich bekomme nicht mal eine Umarmung?
Mein alter Kumpel hat doch noch den Weg zu mir gefunden.
Lass uns essen.
- Wie ich sehe, isst du noch genauso gern wie früher. - Und ob! Greif zu!
Komm schon, fühl dich wie zu Hause.
- Okay. - Das sieht gut aus.
Du siehst gut aus. Wirklich.
- Wirklich! Wie früher. - Morrie. Entschuldigung, wollen Sie rangehen?
Nein. Vielleicht können Sie den Namen notieren, Connie.
Ich will mich mit meinem alten Freund unterhalten.
Ich verbringe den halben Tag am Telefon.
Seit sie wissen, dass ich sterben werde, bin ich für die Leute wieder interessant.
Du bist jetzt eine große Berühmtheit. Wie fühlt man sich als Fernsehstar?
- Ich meine, du warst auch vorher interessant, aber... - Das hoffe ich doch.
Es gab da eine Vorlesung, Morrie. Weißt du noch? Du hast nichts gesagt.
Erinnerst du dich? Du hast uns nur gemustert.
Und wir saßen mit unseren Notizblöcken da und warteten
auf deine Geistesblitze und nichts da!
Fünf Minuten verstrichen, zehn Minuten.
Wir gerieten in Panik. "Wieso sagt der Kerl nichts?"
Und schließlich, nach 20 Minuten, als wir es nicht mehr aushalten konnten,
sagtest du ganz gelassen... - "Was passiert hier gerade?"
Genau. "Was passiert hier gerade?" Das waren deine Worte.
Es ging dir um das Thema Schweigen.
Was hat das mit dem Schweigen auf sich? Warum fühlen sich die Menschen dabei unwohl?
- Genau. - Warum können sie sich nur dann entspannen,
wenn ihre Worte und Sätze die Luft füllen?
Soll ich dir sagen, wie es ist, zu sterben?
Noch so ein Thema, bei dem sich die Leute unwohl fühlen, aber das hat noch Zeit.
Denn erst mal werde ich ein gewisses Örtchen aufsuchen.
Meinst du, du kannst mir dabei helfen?
- Klar. - Ach Quatsch, ich ruf lieber Connie. Dazu braucht man eine Expertin.
Connie, würden Sie...
Weißt du, der Tod ist nur eine Sache, die einen ziemlich traurig machen kann.
Unglücklich zu leben, ist eine ganz andere Tragödie.
- Entschuldige mich kurz. - Na klar.
Und bist du in Detroit glücklich?
Ja. Für einen Sportjournalisten die beste Stadt.
Football, Basketball, Baseball, Hockey, alles, was du willst.
Unterstützt du deine Gemeinde?
Das sind alles Sportfans. Meine Kolumne ist meine Spende.
Führst du ein Leben, das dich erfüllt?
Ich kann mich nicht beklagen.
Was ist aus der Musik geworden? War es nicht dein Traum, Pianist zu werden?
Ja. Ja, ich hab's versucht. Und dann wurde ich erwachsen.
Du wurdest erwachsen, ja?
Hast du Frau und Kinder?
- Nein. - Es gab wohl keine, der du dein Herz schenken konntest?
- Doch, die gibt es, natürlich. - Aber es reicht nicht, um zu heiraten?
Nein. Doch schon, aber später. Ich meine, wenn wir beide soweit sind.
- Wenn ihr beide soweit seid? Und, hat sie einen Namen? - Janine.
Janine. Ein bezaubernder Name. Und Janine sieht das mit dem "soweit sein" genauso?
Nein.
Ich sehe schon, Mitch, es gibt da eine Menge Dinge, über die wir reden müssen.
Was notierst du da?
- Ich habe noch eine Frage. - Ja.
Weißt du was von der Krankheit, an der ich leide? Diese Lou Gehrigs Krankheit.
Du schmilzt dahin wie eine Kerze, verstehst du?
Bei mir fing es im unteren Bereich an. Meine Beine waren zuerst dran.
Bald wird's die Hände erwischen. Und am Ende ist der ganze Körper betroffen.
Weißt du, was das Schreckliche ist?
Nicht mehr allzu lange und ich brauche jemanden, der mir den Hintern abwischt.
Und ich habe trotzdem noch Glück.
- Du hast Glück? - Ja, weil ich noch Zeit habe zu lernen.
Zeit, mich von den Menschen, die ich liebe, zu verabschieden.
Und Zeit, mein letztes Thema zu unterrichten.
- Du meinst das Sterben? - Nein, nicht das Sterben! Das Leben!
Erst wenn du den Tod begriffen hast, verstehst du auch das Leben.
Nein, nein, so geht das doch nicht, oder?
Lass es mich noch mal hören.
Dave, pass auf, es ist gerade ungünstig. Tut mir wirklich leid.
Ich fahre gleich zum Flughafen. Kann ich dich aus dem Auto anrufen?
Gib mir fünf Minuten, okay? Ich danke dir.
Das ist noch aus meiner Tänzer-Zeit.
- Hast du mich mal Tanzen sehen? - Nein. Ich durfte ja einiges miterleben,
aber das ist mir entgangen. - Schade, man hat mir oft gesagt,
dass es bemerkenswert war. - Das glaube ich gern. - Du kannst es behalten.
- Nein, ganz sicher? - Ja.
Sag mal, weißt du noch, welchen Spitznamen ich von dir hatte?
Coach. Ich habe dich Coach genannt.
Irgendwie konnte ich nie Professor Schwartz sagen.
Ich fand's gut, dass du mich Coach genannt hast.
Hat nur noch die Trillerpfeife gefehlt.
- Was denn, musst du schon gehen? - Ja.
Na, du kommst ja wieder.
Ich weiß nicht so genau, Coach. Es liegen 700 Meilen zwischen uns.
- Das wird ein zeitliches Problem. - Pass auf, ich zeige dir, was Zeit bedeutet.
1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11, 12.
Ich kam letzte Woche noch bis 16.
Ich wette, so ein Junge wie du schafft's noch bis 100.
Jeder sollte ab und zu zählen, wie viel Luft er noch hat,
das gewöhnt einem ab, Dinge aufzuschieben. Komm her!
Ich bin immer noch dein Coach.
Du versprichst mir, dass du wieder- kommst, um deinen alten Coach zu sehen, ja?
Ich versprach es.
Ich versuchte, nicht an das letzte Mal zu denken, als ich ihm was versprochen hatte.
Hallo? Nein, ich habe Zeit. Lass hören.
Welches sind die wirklich bedeutsamen Fragen in unserem Leben?
Und wo finden wir die Antworten?
Es gibt viele Wege zur Wahrheitsfindung.
Meiner führt mich auf die Pressekonferenz.
In diesem bescheidenen Highschool-Stadion bekomme ich heute
eine Antwort auf die Frage der Fragen:
Für welches College wird sich der zweifach ausgezeichnete Quarterback
Shawn Daley entscheiden, um seine Schullaufbahn fortzusetzen
und vielleicht ein bisschen Football zu spielen?
Alle von Ihnen, die meinen Werdegang verfolgt haben,
wissen, dass ich einen Traum habe. Für die NFL zu spielen.
Ich habe mir viel Zeit gelassen, um die Stipendien-Angebote zu prüfen,
um das auszuwählen, was meinen Traum wahr werden lässt.
Shawn! In welchem Fach willst du deinen Abschluss machen?
Ich bleibe sowieso nur zwei Jahre da, dann gehe ich ins Profilager.
Ich meine, zuerst werde ich mich natürlich ins Studium knien,
meine Bildung vorantreiben und dann weitersehen.
Die Wahrheit ist, dass dich sehr wahrscheinlich ein Profi-Verein
in der ersten Runde auswählt. - Das College, das ich ausgewählt habe ist...
Der Moment der Wahrheit ist gekommen.
Wir beten alle: Gott, lass ihn zu uns kommen!
- Scheint ein guter Artikel zu werden. - Hm?
Ich habe auch Hunger. In zwei Minuten ist Deadline. Dann gehen wir beide essen.
Eine große Pressekonferenz für einen Highschool-Sportler.
Was würde Morrie davon halten?
Ich weiß es genau. Was für eine Botschaft ist das für die Kinder,
die über ihren Büchern brüten? Die bis zum Umfallen büffeln
und sich Stipendien erkämpfen? Wer hält für die eine Pressekonferenz ab?
- Mitch, ich gehe heute zu mir. - Wo wollen wir essen?
- Hey, wo willst du hin? -Schon okay. Mach weiter. Ich bin müde, ich gehe.
Was soll das? Wir gehen wie immer essen. Was hast du denn plötzlich?
Nichts. Ich denke an meine Session morgen und will nach Hause.
Du wärst hier zu Hause, wenn du nur wolltest. In zwei Minuten bin ich fertig.
Du hast auch einen Beruf. Du weißt, was Zeitdruck ist.
Ich bin Backgroundsängerin, das ist kein Beruf, sondern nur ein Job.
Du könntest Karriere machen, wenn du nur wolltest.
- Ich weiß nicht mehr, was ich will. - Du bist für den Background viel zu gut.
Mitch, das ist überhaupt nicht das Thema!
Ich kann einfach nicht mehr so weitermachen,
darauf warten, dass ich in dein Leben passe!
Ich muss herausfinden, was ich will. Und du auch.
Entschuldige, ich weiß, der Zeitpunkt ist schlecht. Ich rufe morgen an.
Janine! Bitte, geh nicht! Janine, warte!
Mir ist klar, dass wir reden müssen. Ich weiß es.
Und das werden wir auch. Gib mir nur eine Minute, okay?
Bitte. Ich liebe dich. Er kommt in einer Minute. Eine Minute!
Gott! Nur noch einen Moment. Bitte.
Es ist kein guter Zeitpunkt, Mitch.
Sonst würde ich sofort sagen: "Klar, nimm dir ein paar Tage frei!"
- Das würdest du nicht. -Wir haben die Play-offs, Tennis, das Baseballtraining.
- Ich weiß. -Warum trittst du nicht bei deinen anderen Jobs kürzer,
wenn du mehr Zeit brauchst? - Walter. - Habt ihr nichts zu tun?
- Ich brauche dich auf dem Schlachtfeld, Mitch. -Walter!
Ich kann jetzt nicht weg. Ist eine Privatsache, verstehst du?
Janine. Die Sache mit dem Heiraten. Ich kann dir einen super Anwalt empfehlen.
Wir sind trotzdem geschieden.
- Walter... -Weder ich noch Detroit können auf dich verzichten.
Tut mir leid, dass du Probleme hast. Aber weißt du was?
Die Welt dreht sich weiter.
Also dann.
Nein, bitte keine Grundsatzdiskussion.
Ich ließ Janine mit dem Versprechen zurück, dass wir alles klären würden,
sobald ich wieder da wäre.
Und in der Zwischenzeit, da hatte Walter Recht, drehte sich die Welt weiter.
Habt ihr Zeit für ein paar Fragen?
Jungs! Sam! Was ist im vierten Viertel passiert?
Danny, was macht die Knieverletzung?
Ich dachte an mein Versprechen Morrie gegenüber.
Aber wann würde ich Zeit haben, es zu halten?
Beim Streik ging's nie ums Geld. Geld war niemals das Thema.
Na ja, wie kamen wir bloß darauf?
Dabei ging es um unsere Werte als Menschen.
Unsere Persönlichkeit wird nicht geachtet.
Aber Sie sind kein Spieler. Sie verstehen das nie.
In Amerika ist die Selbsthilfe inzwischen ein Riesengeschäft.
Bücher, Fernsehsendungen, Experten für 100 Dollar die Stunde.
Alle haben Antworten auf die wichtigsten Fragen des Lebens.
Wie dachte Morrie wohl darüber? Er war nicht im Selbsthilfe-Geschäft.
Er stand auf den Gleisen und hörte schon das Pfeifen der Todeslokomotive.
Sein Verstand produzierte ein Feuerwerk an brillanten Einfällen.
Er sah die Dinge mit einer unglaublichen Klarheit.
Diese Klarheit wünschte ich mir. Ich dachte, ich hätte sie auch mal besessen.
Wer ich war, was ich wollte. Was ist nur passiert?
Verzeihung! Entschuldigen Sie, bitte! Entschuldigung!
Die Trauerfeier ist fast vorbei.
Es war Morries Idee, eine Trauerfeier zu Lebzeiten.
Er wollte den Leuten schon vor seinem Tod die Chance geben,
nette Dinge über ihn zu sagen. Gehen Sie doch rein.
Ganz fantastisch!
Leute, ihr habt alle so wunderbare Sachen gesagt.
Auch wenn es euch erstaunt, jetzt will ich mal zu Wort kommen.
- Alles, was ich habe, ist eine Stimme. - Das wissen wir doch, Dad.
Nein, das ist nicht von mir. Das hat W.H. Auden geschrieben, mein Lieblingsautor.
- Das wissen wir auch, Dad. - Oh ja, das ist gut.
Alles, was ich habe, ist eine Stimme,
die eine gefaltete Lüge entfalten soll.
Die Lüge der Herrschenden, die turmhoch in den Himmel ragt.
Niemand existiert für sich allein.
Hunger lässt den Leuten auf der Straße keine Wahl, so wenig wie der Polizei.
Wir müssen einander lieben oder sterben.
Wir müssen...
...einander lieben oder sterben.
- Hier, nimm. - Danke.
- Danke. Wir sehen uns noch. - Es war eine schöne Feier, Morrie.
- Pass auf dich auf. - Mach's gut. Bis bald.
Ich hätte vorher anrufen sollen. Ich habe meinem Chef etwas Zeit gestohlen.
Du hast meine Beerdigung verpasst. Macht nichts. Die nächste wird auch sehr schön.
Du hast noch nicht besonders viel gesagt.
Was stört dich am Schweigen?
Weißt du, was ich vermisse? Die Frühlingszeit auf dem Campus.
- Das war immer die beste Zeit. - Ja, für euch Professoren vielleicht.
Für uns niedrige Studenten ging's im Frühling nur um eins:
Prüfungen pauken.
Ach ja, ein prächtiger Tag wie dieser und wir haben euch gezwungen,
über Büchern zu hocken. - Ja. -Werft eure Bücher weg!
Außer guten Noten habt ihr nicht zu verlieren!
Coach, wünschst du dir oft, noch mal jung zu sein?
Ich war jung, ich weiß, wie mies es einem gehen kann, wenn man jung ist.
Komm, fahren wir da lang, ja?
Alter steht nicht nur für Verfall, sondern auch für Entwicklung.
Wieso sagt dann nie einer: "Hey, ich wünschte, ich wäre alt."
Weil unser Kulturkreis die Jugend anbetet. Mir war das immer suspekt.
Ich hatte meine Zeit, in der ich 22 war, jetzt ist es meine Zeit 78 zu sein.
- Du hattest nie Angst vor dem Älterwerden? - Die Angst vor dem Alter.
Weißt du, was sich darin widerspiegelt, Mitch?
Leben, denen man keinen Sinn gegeben hat.
Es ist grün!
Halt mal hier an.
Hier habe ich immer getanzt.
- Dance Free? -Ja. - Kein Wunder, dass sie schließen mussten.
Das "frei" ist hier anders gemeint, Mitch.
Ich hätte nie gedacht, dass ich ohne zu tanzen leben könnte.
Manchmal sehe ich mich selbst tanzen
und dann denke ich: "Mann, Junge, du hast kein ALS, das ist ein Irrtum."
Ich verliere mich in dieser wundervollen Fantasie.
Aber nur für eine Minute.
Fantasie ist was Nützliches, wenn man aus ihr schöpfen kann.
Aber das hier ist nun mal die Wirklichkeit, und ich akzeptiere sie.
Ist das wirklich so einfach? Ich meine, tust du dir nicht manchmal leid?
Großer Gott und wie!
Ganz schrecklich ist es morgens, wenn noch niemand im Haus auf den Beinen ist.
Dann bin ich so verärgert und verbittert.
Ich denke: "Womit zum Teufel habe ich das nur verdient?"
Was ist daran gerecht? Was?
Und ich weine und ich fluche.
Jammere.
Und dann gehe ich auf Distanz.
Das war's. Lass es. Es ist vorbei.
Hör auf. Ich blicke dann auf diesen Gefühlsausbruch zurück und sage:
"Sieh mal, das ist Selbstmitleid. Das reicht eigentlich für heute."
- Du schaltest es einfach so ab? - Ja. Mehr Zeit will ich dem nicht geben.
Ich fange an, über den neuen Tag nachzudenken.
Die Menschen, die den Weg zu mir finden werden und ihre Geschichten.
Und all das, was ich lernen werde.
Wie von dir, Mitch.
- Von mir? - Es gibt einen speziellen Ort, den ich jetzt aufsuchen muss.
Ich hoffe, ich überfordere dich nicht.
Ich fand immer, das Schoko-Mandel-Eis am besten, aber das hatten sie ja nicht.
Wie geht's denn, Morrie?
- Bereit für einmal durchkneten? -Ja.
- Hallo. - Hi! - Einmal durchkneten also? -Ja.
- Dann wollen wir mal. - Ein Reißver- schluss wäre nicht schlecht. -Ja, stimmt.
- Hallo. - Hallo, Mrs. Schwartz.
Bitte nennen Sie mich Charlotte, Mitch.
Hat er zwischendurch mal aufgehört zu reden?
Nein, aber ich wollte ihn nicht so ermüden.
Das Wort kennt er nicht, solange er Freunde zum Reden um sich hat.
Ich bin froh, dass Sie wiedergekommen sind.
Sie waren einer seiner Lieblinge.
- Sie gehen noch mal zur Arbeit? - Nur für ein paar Stunden.
- Ich hoffe, Sie kommen wieder. -Charlotte! War das heute nicht eine tolle Trauerfeier?
Was für eine Versammlung!
Wie schafft er das? Wie kann er die ganze Zeit nur so heiter bleiben?
Glauben Sie mir, die Nächte sind für ihn oft schlimm. Wirklich schlimm.
- Charlotte! - Ich komme, Schatz.
Immer wenn mich Aldo durchgeknetet hat,
fühle ich mich, als hätte er mir ein paar zusätzliche Tage zum Geschenk gemacht.
- Wirst du gern massiert? - Nicht wirklich, nein. - Nein?
Oh Mann, ich genieße das!
Ist doch verrückt, manche Menschen mögen es einfach nicht, berührt zu werden.
Ich fand das immer merkwürdig.
Denn als Babys leben wir davon, berührt zu werden.
Wir möchten gehalten, von der Mutter liebkost und getröstet werden.
Und wir bekommen nie genug davon. So ein starkes Bedürfnis.
- Gibst du mir ein... -Ja. - Geht's dir gut? -Ja. Ich weine viel.
Ist dir vielleicht schon aufgefallen.
Weinst du auch manchmal, Mitch?
In solchen Momenten fühlst du dich unwohl, stimmt's?
Die Sache mit dem Weinen und Berühren. Da schaust du lieber weg, oder?
Na ja, ich trage meine Gefühle eben nicht so gern nach außen.
- Du fürchtest dich davor. - Nein, ich fürchte... - Doch, du fürchtest dich.
Alles hier ist dir im höchsten Maße unheimlich.
Der Tod. Das Sterben.
Es gibt einen Grund, warum man nicht gern über diese Dinge redet.
- Um Gefühle zu schonen. - Um Gefühle zu schonen? Das habe ich noch nie verstanden!
Gefühle kann man doch nicht schonen, indem man so tut,
als würde es sie gar nicht geben.
- Musst du zum Flugzeug? - Nein.
Du bist nicht der Einzige, den es ab und zu auf das spezielle Örtchen zieht.
An solchen Tagen hast du deine Kurse nach draußen verlegt.
Ja, nur heute ist Dienstag. Und Dienstags hatte ich meine Sprechzeiten.
Ach ja, unsere Sitzungen. In denen du meine Arbeiten zerpflückt hast.
- Wir haben viel geredet. - Das haben wir.
Außerhalb der Familie warst du der erste Erwachsene, der mit mir geredet hat.
Und wir reden noch. Nur mit dem Unterschied, dass du vielleicht meinst,
meine Reden würden dich nicht so betreffen.
Weißt du, nach wem ich mich gar nicht erkundigt habe?
Nach deiner Freundin mit dem wunderschönen Namen.
- Janine. -Janine, ja. - Werde ich sie jemals kennenlernen?
- Ich weiß nicht, Coach. - "Ich weiß nicht, Coach."
Mal sehen.
Mal sehen. Du kannst dich immer noch nicht gut verabschieden, oder?
Komm her, ich zeig's dir!
Ach, Mitch. Irgendwann kannst du dich nicht mehr davor drücken, mein Junge.
- Ja, ja, ja. - Ja, ja.
Auf Wiedersehen!
Hast du noch was auf dem Herzen?
Wann kann ich wiederkommen?
Die Sprechstunden sind dienstags. Wir sind "Dienstags-Menschen", Mitch.
Liebe! Was ist das überhaupt?
Kann mir irgendjemand sagen, was das Wort bedeutet?
Der temperamentvolle US-Open Champion wird philosophisch,
als er sich gegen die Affären-Gerüchte wehrt.
"Wir sind nicht verliebt, wir sind Freunde. Liebe ist das,
"was ich für Gott und für meine Frau empfinde."
- Sind Sie blind? - Es geht wieder los!
Dieser Typ hat eine schlechte Woche.
Jetzt geht's los.
Habt ihr alle geschlafen?
Wie schlaft ihr überhaupt noch nachts?
Ich glaube, manche schlafen mit ihren Frauen.
Das reicht! Presse raus! Raus! Alle raus! Raus aus meinem Leben!
Hey, Mitch! Warum machst du nicht Schluss und kommst an unseren Tisch?
Ich bin gleich bei euch.
Wie alt bist du?
- Hallo? - Hey! Habe ich dich geweckt? Ich wollte nur deine Stimme hören.
Ich hätte dich auch angerufen. Ich habe viel nachgedacht.
- Ja, habe ich auch. - Mitch, ich finde, wir sollten uns nicht mehr sehen.
Was?
- Warte mal kurz. - Nein, lass mich ausreden.
Ich kann mir nicht länger vormachen, dass wir irgendwann mal
ein richtiges Paar sein werden. Denn in meinem Innersten weiß ich,
dass das nie... - Bitte, sag nicht so was, Janine!
Mitch, das ist so schwer.
Aber ich kann nicht mehr länger warten.
- Weil wir einfach nicht dasselbe wollen. - Das ist doch nicht wahr.
- Ich liebe dich und... -Ich weiß, dass du mich liebst. Und ich liebe dich!
- Aber das reicht nicht mehr aus. - Okay.
Das muss doch nicht am Telefon sein, oder?
- Ich fahre gleich zum Flughafen und komme nach... - Nein. Ich werde nicht hier sein.
- Es ist zu spät. -Janine. -Ich kann nicht mehr mit dir zusammen sein.
Tut mir leid.
Hallo? Janine? Hallo!
Hey! Die große Unbekannte! Er schleicht sich mit ihr raus!
- Mitch! Na komm schon! Los! Mach schon! -Ich komme!
Was zum Teufel mache ich hier eigentlich?
Es wird alles gut. Ich bin hier. Ich bin bei dir.
Atme tief durch.
- Ta-da! Der Mann mit dem Essen. Hallo, Connie. - Hallo. -Ist das Mitch?
- Es muss Dienstag sein. - Es ist Mitch. Wie geht's dir, Coach?
Ich hoffe, du hast noch nicht gegessen, denn hier sind ein paar feine Sachen.
- Was bringst du mit? - Also dann.
Einen Becher Hummus.
Dazu Fladenbrot. Noch ganz warm. Hier habe ich Apfelauflauf.
Und das hier ist die Krönung.
Zunge!
- Du hast es nicht vergessen? - Man kann nicht vergessen, wie jemand Zunge isst.
Nein, nein. Ich habe versucht, das Bild zu verdrängen,
aber es überfällt mich öfter mitten in der Nacht.
Was ist das?
Wenn du mir weiterhin so viel über den Sinn des Lebens erzählst,
möchte ich es gern festhalten und deine Stimme hören.
- Wenn ich tot bin? - Nein, wieso sagst du das?
- Mitch, ich sterbe bald. Das ist eine Tatsache. -Ja, ja.
Ist ja ein bombastisches Gerät. Es muss dich ein Vermögen gekostet haben.
Das war dumm und aufdringlich. Tut mir leid, ich pack's wieder weg.
Hey, du scheinst es nicht zu verstehen.
Ich will, dass du was mitnimmst. Ich möchte, dass Leute meine Geschichte hören.
- Das ist ein sehr hübsches Gerät. Pack's wieder aus. Na los. - Okay.
Soll ich dir was wirklich Tragisches erzählen?
Ich darf leider keine Zunge mehr essen.
Aber ich werde sie gut aufbewahren.
Man könnte sie präparieren und neben meine Bücherwand hängen.
Also dann.
Ich habe hier als Anhalts- punkt eine kleine Themenliste.
Nur schwere Geschütze: Tod, Liebe, Ehe, Familie.
All die Dinge, wovor du Angst hast.
Zu denen ich gern deine Gedanken hören möchte.
Und vor denen du Angst hast. Warum schämst du dich? Jeder hat vor so was Angst.
Setze Furcht auf deine Liste.
Du hast offenbar keine Angst.
Wie ich schon sagte, werde ich früh morgens davon heimgesucht.
Kanntest du mal jemanden, der im Sterben lag?
Ja, ich hatte einen Onkel. Mike. Er war jung. Hätte auch mein Bruder sein können.
Test. Test.
Mike zeigte mir Football, was Musik ist und wie man Auto fährt.
Wir sind stundenlang auf einer verlassenen Baustelle rumgefahren.
- Er starb mit 42 Jahren. Krebs. - Keiner hat darüber gesprochen?
Das war bei uns wie bei allen Leuten. Wir haben so getan, als wäre nichts.
Damals habe ich übrigens auch die Musik aufgegeben.
- Ach ja, als du "erwachsen" wurdest. - Als ich wachgerüttelt wurde, Coach.
Ich sah, dass ich was unternehmen musste, wenn ich weiterkommen wollte.
Du hast Karriere gemacht, was mir schon immer klar war. Aber du bist weggerannt.
Hast du je darüber nachgedacht, wovor du wegrennst?
Also, was willst du als erstes in Angriff nehmen?
Tod? Liebe? Was ist mit der Ehe? Das wäre gut.
Schlagball.
- Schlagball? -Ja. Hast du Schlagball gespielt?
Nein, das spielt heute kein Kind mehr. Es gibt Baseball für Kinder.
Es wird nicht mehr gespielt? Was für ein Jammer.
Schlagball haben alle Kinder in den Slums gespielt.
Da, wo ich herkomme, Manhattan Lower Eastside.
Besenstiel und einen Gummiball, mehr brauchte man nicht dazu.
Man konnte es überall spielen.
Am liebsten spielten wir allerdings vor dem Süßigkeitenladen,
den meine Mutter für den Eigentümer führte.
Meine Mutter war erst 25, aber sie war krank, solange ich denken kann.
Ich dachte wohl, wenn ich wegsehe, verschwindet die Krankheit von ganz allein.
Und was ist passiert?
Sie wurde ins Krankenhaus gebracht und ist dann dort gestorben.
Ich sehe noch das Telegramm vor mir.
Mein Vater konnte kein Englisch lesen.
Also musste ich es übersetzen.
Lieber Herr Schwartz, leider müssen wir Ihnen mitteilen,
dass letzte Nacht Frau Minnie Schwartz gestorben ist.
So erfuhr ich, dass meine Mutter gestorben war.
Das Telegramm habe ich heute noch.
Es ist das Einzige, was mir geblieben ist, außer meinen Erinnerungen.
Dein Vater hat sich um dich gekümmert?
Mein Vater, ein russischer Immigrant, war ein sehr schweigsamer Mann,
der niemals seine wahren Gefühle gezeigt hat.
Nach dem Tod seiner Frau kam er von der Arbeit nach Hause,
wenn er mal Arbeit hatte, kam aber nie ins Haus.
Er blieb draußen und las Zeitung.
Bis er sicher sein konnte, dass ich schlafe.
Was hat er gefühlt? Ich habe es nie erfahren.
Hat es ihn geschmerzt? Hat er getrauert?
Ich wusste nur eins, ich brauchte seine Liebe.
Er sollte mich in den Arm nehmen, damit ich keine Angst mehr haben musste.
- Er war dazu nicht fähig, oder? - Nein. Ich wartete vergebens.
Etwa ein Jahr später hat er wieder geheiratet.
Am Anfang habe ich sie natürlich abgelehnt und stieß sie weg.
Aber sie war eine wunderbare Frau.
Und als ich dann aufhörte, mich so wichtig zu machen,
bekam ich von ihr endlich die Liebe, die mir so lange gefehlt hatte.
Und was war mit deinem Vater? Lief es zwischen euch besser?
Er tat etwas, was ich ihm nur sehr schwer verzeihen konnte.
Er sagte, ich hätte eine neue Mutter. Und dass ich alles vergessen sollte.
Ich durfte nicht mal über meine eigene Mutter reden!
Als hätte sie nie existiert!
- Könntest du mir mal helfen? - Ich glaube, wir sollten aufhören.
Nein. Ich möchte, dass du zuhörst! Mein Vater hatte nämlich Angst zu lieben.
Er konnte keine Liebe schenken und er konnte keine empfangen.
- Was vielleicht noch schlimmer ist. - Morrie! Morrie, lass uns lieber...
Nicht zuzulassen, dass uns jemand liebt...
Weil wir zu viel Angst haben, uns einem Menschen hinzugeben,
den wir verlieren könnten.
Connie! Connie!
Connie! Connie!
Okay! Ist schon gut!
Okay, ganz ruhig. Schön weiter atmen. So ist gut.
Verflucht! Wo steckst du? Warum bist du nicht in New York bei den Play-offs?
- Ich bin heute Abend da, Walter. - Toll! Sind ja nur die Play-offs!
Was wird hier gespielt? Läuft da wieder irgendeine Fernsehsache?
- Wie viele Jobs hast du eigentlich? - Es hat nichts mit der Arbeit zu tun.
- Ich... -Ich dachte, die Kolumne geht vor?
Es ist eine Privatangelegenheit. Ich brauche nur ein bisschen Zeit...
Du hast für alle Zeit, außer für mich!
Ich habe einen Haufen Leute hier, die für die Kolumne alles geben würden!
- Was soll denn das bedeuten? - Glaubst du, Detroit geht ohne dich unter?
Ich weiß nicht, vielleicht findest du es heraus!
Du hast doch eine Menge Überstunden. Ich rate dir, sie jetzt zu nehmen!
Mach einfach, was du willst, Walter!
Darauf kannst du Gift nehmen! Das mache ich!
Fahren wir rüber.
Ich setze Sie wieder in Ihren Sessel, ja?
Jetzt nehmen wir die Füße hier runter. Schön nebeneinander.
So, jetzt können wir.
Connie! Connie. Zeigen Sie mir, wie das geht?
Na klar! Kommen Sie her.
Jetzt beugen Sie sich vor. Schieben Sie die Arme unter seine,
so als wollten Sie einen Baumstamm heben. - Okay.
Gut. Er kann nicht mithelfen. Sie müssen das ganz allein machen.
Und jetzt aufstehen. Vorsicht.
Entschuldige! Entschuldige. Ich hab's gleich.
- Okay. - Okay. Alles in Ordnung. Ich habe dich.
Okay, okay.
- Tut mir leid. Ist alles in Ordnung? -Ja.
Entschuldige. Ich lerne es bestimmt noch.
War gar nicht so schlecht.
Guck nicht so traurig, weil ich sterben werde, Mitch.
Das trifft uns alle irgendwann. Sogar dich.
Aber die meisten wollen es nicht wahrhaben.
Die sollten einen Vogel auf der Schulter tragen.
So machen es die Buddhisten.
Stell dir vor, ein kleiner Vogel sitzt auf deiner Schulter
und du fragst ihn jeden Tag: "Ist heute der Tag, an dem ich sterben werde?"
Bin ich bereit? Lebe ich das Leben, das ich mir wünsche?
Bin ich der Mensch, der ich sein möchte?
Wenn wir akzeptieren würden, dass wir jederzeit sterben können,
sähe unser Leben anders aus.
Also fragt man ihn jeden Tag: "Ist es heute soweit?"
Moment. Moment.
Jetzt kann es weitergehen.
Wenn dieser Vogel wirklich dasäße, würde man das, was einem auf der Seele brennt,
nicht länger vor sich herschieben.
Ich brauchte den Rekorder nicht mehr, um seine Stimme zu hören.
Sie war mir jetzt immer gegenwärtig.
Ich dachte an seine hilflose Schwere in meinen Armen.
Und diesen gebrechlichen, immer schwächer werdenden Körper, indem seine Stimme,
sein wacher Geist, unbarmherzig eingeschlossen waren.
Und die Zeit flog vorbei.
Wie der Kondensstreifen vor meinem Fenster.
Und nicht nur für Morrie.
Ich befolgte Morries Rat. Ich setzte mir einen Vogel auf die Schulter.
Oh ja! Komm rein, Baby. Das hören wir uns an.
- Hey, Mitch, hab dich gar nicht bemerkt. - Hallo.
- Na, was sagst du? -Ich konnte da draußen nichts hören.
Nein, nein, ich meine, dass sie solo singt, keinen Background mehr.
Hat sie dir nicht erzählt, dass wir ein paar Nummern aufnehmen?
- Ist nicht wahr. - Doch, Mann! Die Stimme hat sie. Sie muss es nur noch wollen.
Sehr schön, Baby. Hören wir uns das mal an.
Hi!
Hallo.
Klingt fantastisch!
Können wir danach irgendwohin gehen? Ich muss dringend mit dir reden.
Mitch, wir haben Schluss gemacht, also fang nicht so an, bitte.
- Gute Nacht, Jungs! -Ich find's toll, dass du jetzt solo weitermachst.
Ich will einfach singen, das reicht mir schon.
- Also, ich bin oft bei Morrie. - Wie geht's ihm?
Er ist verblüffend. Wenn ich bei ihm bin, vergesse ich alles andere.
- Ich nehme schon gar kein Handy mehr mit. - Das ist verblüffend.
Er zwingt mich, über vieles nachzudenken.
Er fragt immer nach dir. Er würde dich gern mal kennenlernen.
- Kommst du am nächsten Dienstag mit? - Mitch, wie kommst du auf die Idee?
Wie kannst du erwarten, dass ich zurückkehre, als wäre nichts passiert?
Es ist was passiert. Hör zu, Janine. Ich habe dir was zu sagen.
Und das passt wirklich nicht hierher. Kommst du mit zu mir? Bitte.
Ich kann nicht. Tut mir leid.
Janine, komm schon. Bitte.
Morrie scheint toll zu sein. Er wirkt sehr positiv auf dich, das sehe ich.
- Ich wäre ihm gern begegnet, aber dazu ist es zu spät. -Janine.
Janine, bitte. Können wir nicht wenigstens reden?
Noch vor kurzem sah der 18-jährige Shawn Daley als viel umworbener
College-Anwärter einer rosigen Zukunft entgegen.
Dann gestern Nacht: Sportwagen, Alkohol, Drogen, Baum. Ja, das alte Lied.
Wenn ich das Stipendium nicht bekomme, kann ich mein Leben vergessen.
Ich bin tot.
Na super, Shawn! Du bist 18 und absolut fit.
Und weil dein Stipendium auf der Kippe steht, redest du vom Tod?
Du hast noch dein ganzes Leben vor dir, um es zu versauen, du Idiot.
Auch an diesem Abend hatte er seinen Erfolg begossen.
Auf seiner Fahrt nach Hause prallte Shawn dann mit seinem nagelneuen
Sportwagen gegen einen unschuldigen Baum.
Shawn, dem es irgendwie gelang, den Uni-Aufnahmetest zu bestehen,
hatte bei seinem Alkohol- und Drogentest weniger Glück.
Ohne den täglichen Abgabedruck und ohne Janine
hatte ich plötzlich jede Menge Zeit.
Wie dachte jemand, der die Länge eines Atemzuges zählte, über die Zeit?
Arbeit, Geld, ehrgeizige Pläne. Wir begraben uns selbst darunter
und schaffen es nicht, uns aus eine Distanz heraus zu fragen:
"Ist es das, was ich will?"
- Es sei denn, jemand bringt es uns bei. - Wir alle brauchen Lehrer, Mitch.
Wieso bist du Lehrer geworden?
- Weil ich einen Job brauchte. - Es gibt Berufe, die besser bezahlt sind.
Du hättest Arzt oder Anwalt werden können.
Ich kann kein Blut sehen und Anwälte noch viel weniger.
Aber warum ausgerechnet Lehrer?
Denkst du, es gibt immer nur einen Grund, wieso wir etwas tun?
- Das hatte mit meinem Vater zu tun. - Mit deinem Vater? -Ja, das ist...
- Das ist er? - Ja.
Ich dachte, er war nicht der Mensch, von dem man viel Zuspruch erntet?
War er auch nicht. Er wollte, dass ich in seiner Branche anfange.
- Und das hieß? - Pelzmäntel zusammen- nähen. Wenn er überhaupt Arbeit hatte.
Es gab da eine finstere Fabrik, von Ausbeutern betrieben.
In der 3.Straße, Ecke Avenue B.
- Du weißt noch die Adresse? - Diesen Ort werde ich nie vergessen.
Er hasste diese Arbeit, aber es war das Einzige, was er konnte.
- Und dann solltest du da auch anfangen? -Was blieb ihm anderes übrig?
Wer Hunger hat, hat keine Wahl.
Ich weiß noch, wie er sich bei meiner Stiefmutter beklagte.
Dass man ihn dort beschimpft und unterdrückt.
Dass man ihn ständig drängt, mehr zu leisten und den Lohn verweigert,
der ihm zusteht. So sah der Alltag meines Vaters aus.
Und es wäre auch mein Alltag geworden,
wenn ich an diesem Tag nicht etwas herausgefunden hätte.
Dass du für nichts auf der Welt da bleiben wolltest?
Nein, etwas anderes. Ich erfuhr, dass ich Asthma hatte.
Natürlich hielten mich alle für einen kleinen Angsthasen,
der sich nur drücken wollte.
Das mit der Angst stimmt zwar, aber es war noch etwas anderes.
Ich habe mir geschworen, nie im Leben dazu beizutragen, dass Leute
ausgebeutet, verletzt oder degradiert werden.
Das kam für mich nicht infrage, am Schweiß und Schmerz anderer zu verdienen.
- Ein Grund, deinem Vater dankbar zu sein. -Ja.
Und meiner Stiefmutter. Sie war das genaue Gegenteil.
Alles, was ich am Unterrichten liebe, habe ich von ihr gelernt.
Du weißt doch, wer der Vater unseres Landes ist, oder?
- Washington? - Richtig!
Ich nenne das: Die Spannung der Gegensätze.
- Die Spannung der... - Gegensätze.
Das Leben zieht dich vor und zurück, wie ein Gummiband.
Mal zieht's dich so lang und du denkst: "Das möchte ich tun",
mal anders lang und du denkst: "Das muss ich tun."
Hört sich nach einem Ringkampf an.
Keine schlechte Bezeichnung fürs Leben.
Und wer gewinnt?
Die Liebe. Die Liebe siegt immer.
Glaubst du das nicht?
Ich habe da meine Zweifel. Ich meine, hörst du keine Nachrichten?
Die Liebe steht da draußen nicht auf dem Siegertreppchen.
Aber vielleicht ist das Spiel noch gar nicht zu Ende.
Was denn, sind wir fertig?
Coach, ich würde dich gern was als Freund fragen.
Ich dachte, das tust du die ganze Zeit? Also, wieso stoppst du jetzt das Band?
Weil das, was ich jetzt... Ich dachte, du kannst mir vielleicht helfen.
Ich habe für Janine einen Ring gekauft, einen Verlobungsring.
Herzlichen Glückwunsch! Heißt das, ich darf sie doch noch kennenlernen?
Na ja...
Ich wäre bereit, den Sprung zu wagen.
Ich meine heiraten, Familie. Alles, was dazu gehört
und was ich bis jetzt immer vor mir hergeschoben habe.
Die Sache ist, ich war mir ihrer immer viel zu sicher. Schon immer, das weiß ich.
Und ich weiß auch, was für ein egoistisches Arschloch ich
mit meinem chronischen Zeitmangel bin, aber
es war das, was du über die Angst gesagt hast, die mich nicht nur
hindert zu lieben, sondern auch Liebe anzunehmen.
Ein Teil von etwas zu werden, bei dem es nicht nur um mich selbst geht.
Für jemand anderen zu leben und zu lernen, wie man gibt und...
Der Ring hat ihr nicht gefallen?
Ich bin nicht mal dazu gekommen, ihn ihr zu geben.
- Aber ihr liebt euch doch, oder? - Ja, natürlich. Sehr sogar.
Wenn die Liebe also immer siegt, wieso klappt das dann bei uns nicht?
Ohne deine Weisheit komme ich nicht weiter.
Vielleicht bist du auf meine Weisheit gar nicht angewiesen.
Stell das Gerät wieder an.
Das hier ist jetzt unsere letzte These, führen wir sie zu Ende.
Wir haben nicht mehr viel Zeit.
Wir glauben, dass wir die Liebe nicht verdienen
und dass es ein Zeichen von Schwäche ist, sie zuzulassen.
Er hatte die Antworten auf die Fragen des Lebens gefunden.
Wieso fand ich sie nicht?
Zu lieben ist die einzige rationale Handlung.
Er hat gesagt: "Zu lieben ist die einzige rationale Handlung. Lass es geschehen."
Danke, Lloyd. Ich brauche nur zwei Minuten.
Ich mag keine Sport-Metaphern. Ich benutze sie nie. Aber das war wirklich
die letzte verzweifelte Offensive, kurz vor dem Schlusspfiff.
Ich schrieb einen Brief an Janine, in dem stand, was ich ihr nie gesagt hatte.
Einschließlich dem Absatz, in dem ich sie bat, mich zu heiraten.
Meine Offensive ging ins Leere.
Bis zum nächsten Dienstag hatte ich massenhaft Zeit,
mir darüber klar zu werden, was für eine blöde Idee das war.
Mitch? Walter. Ruf mich bitte zurück.
Ich gerate schnell in Rage, genau wie du, das liegt an unserem Job.
Na ja, ich wollte dir nur sagen, dass...
- Wir wollten einen Platz am Gang! - Wieso geht denn die Klimaanlage nicht?
Das ist nicht Sache der Fluggesellschaft. Und Sie sind noch nicht dran.
Immer langsam, Sportsfreund. Ich habe nämlich ein Riesenproblem.
Für ein Nein hast du dich extra auf den Weg gemacht?
Ich weiß nicht, wie die Antwort lautet.
Und wie Morrie es schafft, dass du so einen Brief schreibst.
Das muss ich mit eigenen Augen sehen.
Der Mann mit dem Essen ist zurück!
- Hallo! Wie geht's ihm denn heute? - Nicht so gut.
Stellen Sie das Essen in die Küche. Ich hole ihn dann gleich.
- Connie, ich möchte Ihnen Janine vorstellen. - Hallo. Tut mir leid, Kleines,
aber hier geht es drunter und drüber, da vergisst man schon mal seine Manieren.
- Ich freue mich, Sie kennenzulernen. - Hallo.
Also, wohin? Könntest du bitte ein paar von den Sachen vom Tisch nehmen?
Leg sie einfach da rüber.
- Alles klar? - Ja. - Das wird schön.
Die beiden Menschen, die ich am meisten liebe, werden sich endlich kennenlernen.
Okay, jetzt bringe ich Sie rein.
- Da ist ja mein Kumpel! - Hey, Coach! Wie geht's dir heute? -Ganz gut.
- Was gibt's denn heute? - Hier sind ein paar Weinblätter.
Dann haben wir Nudelsalat und warmes Fladenbrot.
Du bringst immer das Richtige mit, Junge.
Oh!
Ich habe noch was anderes mitgebracht, Coach.
- Morrie, das ist Janine. - Ja, Janine!
Darf ich Ihnen was sagen? Sie sind genauso reizend wie Ihr Name.
Vielen Dank.
Morrie? Könntest du Janine noch mal die Geschichte erzählen? Die vom Ozean.
- Ozean? Ach, die von der kleinen Welle, meinst du? -Ja!
Ja, das ist eine entzückende Geschichte.
Also, es war einmal eine kleine Welle.
Die hüpfte da draußen auf dem Meer hoch und runter und amüsierte sich prächtig.
- Sie genoss einfach nur den Sonnenschein... - Ja, und dann sieht sie die anderen Wellen.
Ja. Sie sieht wie die anderen Wellen an der Küste zerschellen
und das jagt ihr Angst ein. Da kommt eine andere Welle und...
Und sie ruft ihr zu: "Mein Gott! Sieh doch nur, was mir gleich passiert!"
Lässt du sie auch nie ausreden? Ich bin dabei, eine Geschichte zu erzählen.
Tut mir leid.
Und die andere Welle fragt sie: "Wieso siehst du so traurig aus?"
Und die kleine Welle sagt: "Weil wir alle zerschellen werden.
"Alle Wellen lösen sich auf! Ist dir das nicht klar?"
Und die andere Welle sagt: "Dir ist da was nicht klar.
"Weil du denkst, du bist eine Welle. Aber du bist ein Teil des Ozeans."
- "Du bist ein Teil des Ozeans." - Das ist eine wunderschöne Geschichte.
Danke.
Schon gut, ich hol's dir.
Alles klar. Gleich wird's besser.
- Geht schon. - Reicht das?
Danke. Mitch ist mein guter Engel.
Mitch sagt, Sie singen fantastisch. Sie machen das beruflich, oder?
- Ja, aber meistens singe ich Back up. - Back up?
Ja, Background. Weißt du, das Summen, das die Solostimmen erst gut klingen lässt.
Aber eigentlich macht sie das nicht mehr.
- Gefällt Ihnen das Summen nicht? - Na ja... - Sie wird die Frau sein, die vorne steht.
- Ich singe gern, nur das zählt. - Jetzt soll eine andere für sie summen.
Ich finde nicht, dass ich die Nummer 1 sein muss.
Wen stört's, die Nummer 2 zu sein?
Würden Sie für mich singen?
Weißt du, Coach, das wird sie immer gefragt. Ich werde nächstes Mal ein Band mitbringen.
Was für eine hübsche Idee. Würdest du uns kurz allein lassen?
- Ich? -Ja. Geh von mir aus telefonieren, oder was dir sonst so einfällt.
- Na gut. - Bis gleich.
- Hey! - Oh, hallo.
Nein, bitte stehen Sie nicht auf. Sie sehen erschöpft aus.
Ist es so schlimm geworden?
Ja, es geht jetzt auf die Lungen.
Ein paar Mal dachte ich schon, wir können ihn nicht mehr retten.
Was für ein Jammer. Er ist ein so süßer Mann.
Ich wusste, es würde Tränen geben.
Mitch weiß mit Tränen nichts anzufangen. Irgendwann bringe ich es ihm bei.
Erfahre ich jemals, worüber ihr gesprochen habt?
Er hat mir erzählt, wie sehr er es liebte zu tanzen.
Das ist alles?
Nein.
Er hat vor allem mich reden lassen.
Ich habe dich so oft singen gehört,
aber das war anders.
Dieser Brief an dich, das war wohl nicht die beste Methode.
Ich fand den Ring wirklich traumhaft schön.
Aber ich habe ihn zurückbekommen.
Falls du's noch mal versuchen willst,
wär's schön, wenn du ihn mir persönlich gibst.
Einverstanden.
Ich sprach jetzt fast täglich mit Charlotte.
Sie erzählte mir von den schlimmen Momenten,
von denen ich dienstags selten etwas mitbekam.
Und jetzt hatte ich Angst. Jeder Dienstag könnte unser letzter sein.
Er kann schon länger keine feste Nahrung zu sich nehmen, Mitch.
Tut mir leid, Charlotte.
Ich möchte ihm einfach immer irgendwas mitbringen.
Vielleicht komme ich heute wirklich ungelegen.
Ich bitte dich! Er fragt schon den ganzen Morgen nach dir.
"Wo bleibt denn Mitch? Es ist doch Dienstag."
Du bringst ihm jedes Mal so viel mit, vielleicht mehr als du weißt.
- Hallo, Coach. - Hallo, Kumpel.
- Wie geht's dir? - Was sagst du zu diesem Regen?
Ich dachte gerade an die Mädchen und Jungs,
die versuchen, ihre Sachen aus dem Auto in die Schlafräume zu bringen.
Da muss ja alles ganz nass werden.
Heutzutage bezahlen die schon jemanden, der das für sie macht.
Und die nutzen die Zeit für einen Milchkaffee.
Also, wie geht's dir heute, Coach?
Ich habe wieder eine Grenze überschritten.
Weißt du noch, wie ich sagte, irgendwann brauche ich jemanden zum Hintern wischen?
Da bin ich jetzt.
Du erwartest doch nicht, dass ich das tue, oder?
Wieso nicht? Vielleicht hast du Talent.
Wir schämen uns dafür. So sind wir in unserer Kultur erzogen.
- Ich finde nicht... - Halt! Halt! Moment warte, bis ich soweit bin!
- Was? - Du fängst immer an, bevor ich soweit bin.
Fertig.
Alles klar?
Coach, ich glaube, heute lassen wir das. Du solltest lieber ins Bett gehen.
Lass dich gehen und dein Bett ist dein Sarg.
Das ist mein neuester Aphorismus.
- Lass uns anfangen. Unser Thema heißt: Abhängigkeit. - Leg los.
Ich bin von euch anderen in fast allen Bereichen abhängig.
Ich kann nicht allein essen, aufs Klo gehen, mir die Nase putzen und so weiter.
Die Gesellschaft erwartet, dass ich mich schamvoll zurückziehe.
Seit wann richtest du dich nach der Gesellschaft?
Das kam noch nie in Frage.
Der Zustand der Abhängigkeit ist nichts, wofür man sich schämen muss.
- Was hast du? - Meine Füße! Da steht eine Salbe.
Sie sind unbrauchbar, aber sie tun weh. Ich weiß nicht, wieso.
Am Anfang unseres Lebens brauchen wir andere, um existieren zu können.
Und am Ende unseres Lebens brauchen wir andere, um existieren zu können.
Aber jetzt verrate ich dir was.
In der Phase dazwischen brauchen wir die anderen sogar noch mehr.
Wir müssen einander lieben oder sterben.
- Zitat Auden. - Nein. Zitat Coach.
Ich zitiere dich in letzter Zeit öfter.
Erst wenn du den Tod begriffen hast, verstehst du auch das Leben.
Ja, aber glaubst du das auch? Kannst du damit was anfangen?
Ich weiß es nicht.
Du wirst es dann glauben, wenn es dir gelingt, den kleinen Vogel wahrzunehmen.
Das ist gar nicht so einfach. Ich komme im Alltag nicht oft dazu,
den inneren Vogel zu befragen.
Versuche mal, in einem verschwitzten Umkleideraum
eine spirituelle Ebene zu erreichen.
Du hasst dieses Wort "spirituell", richtig?
Du denkst, es hat was mit Gefühlsduselei zu tun.
Wahrscheinlich verstehe ich's einfach nicht.
Wir müssen einander lieber oder sterben.
Das ist eine ganz einfache Lektion, Mitch.
Ein guter Schüler wie du dürfte sich damit nicht allzu schwer tun.
Worüber denkst du nach?
Ich denke über das Bereuen nach.
- Was hast du denn zu bereuen? -So vieles.
Stolz, Eitelkeit...
- Hartherzigkeit. - Wann warst du denn hartherzig?
Ich hatte einen seltsamen Traum.
Ich sah meinen Vater unter einem Baum sitzen.
Er las wie gewöhnlich seine Zeitung.
Weißt du, wie ich meinen Vater verloren habe?
- Er starb wohl aus Todesangst. - Wie denn das?
Zu der Zeit war ich schon ein erwachsener Mann.
Es passierte eines Abends, als er wie immer Zeitung lesend durch die Gegend lief.
Da bedrohten ihn ein paar bewaffnete Ganoven.
Er warf seine Brieftasche hin und flüchtete.
Er hatte in seinem Leben grässliche Dinge erlebt.
Wieso geriet er an diesem Abend so in Panik?
Er rannte so lange, bis sein Herz versagte.
Ich bekam einen Anruf von der Polizei.
"Kommen Sie bitte ins Leichen- schauhaus und identifizieren ihn."
Ich sah meinen Vater an und weinte nicht einmal.
Heute habe ich für alles Tränen.
Aber für ihn konnte ich nicht weinen.
Ich konnte ihm nicht verzeihen. Nicht zu der Zeit.
- Aber später? - Ja, zu spät.
Ich war erst dazu in der Lage, als ich mit mir selbst im Reinen war.
All die Jahre, in denen ich mich weigerte, was für ihn zu empfinden.
Warum war ich so verbohrt? Ich habe nie versucht, ihn zu verstehen!
Oh Gott, dieser arme Mann hatte die meiste Zeit seines Lebens Angst.
Ich war so selbstsüchtig.
Dachte nur daran, dass er nicht da war, als ich ihn gebraucht habe.
Oh Gott, was für eine Vergeudung!
Vergib jedem und vergib alles! Jetzt! Nur nicht warten!
Nicht jedem bleibt so viel Zeit wie mir, Mitch.
Ich sterbe ganz anders als er.
Ich bin von Liebe umgeben. Von meiner Familie, meinen Freunden.
Ich sterbe in Frieden.
Ja, die Spannung der Gegensätze.
Wir lernen aus den Schmerzen, ebenso viel wie aus der Liebe.
Okay.
- Alles in Ordnung? Geht's? - Ja.
Ich sehe dein Schlafzimmer zum ersten Mal.
So bald wirst du's auch nicht wiedersehen.
- Denn dein Bett ist dein Sarg. - Na ja, ich weiß nicht.
Manchmal ist ein Bett auch nur zum Schlafen da, oder?
- Einmal umdrehen, Morrie. - Vorsicht.
Wie klappt's heute mit dem Atmen?
Mal sehen, wie viel wir frei bekommen.
Was machen Sie denn da?
Seine Lunge ist voll von Schleim.
Und das hier verhindert, dass er sich fest- setzt. Fühlen Sie das da drinnen, Morrie?
- Fühlen Sie, wie es sich lockert? - Ja, irgendwas lockert sich.
Aber ich glaube, es sind die Rippen.
- Mitch, Telefon! - Jetzt bist du aber froh, oder?
- Hallo? - Hey, mein Junge! Hier ist Walter.
- Endlich erwische ich dich mal. - Tut mir leid. Ich hätte anrufen sollen.
Hör zu. Janine hat mir das mit deinem Freund erzählt.
Wieso hast du nie was erwähnt?
Na ja, ich mach's kurz. Ich war im Unrecht und es tut mir leid.
- Sag mir nur, wie weit ich kriechen muss. - Ach was, von mir war's auch nicht korrekt.
Mir tut's auch leid.
- Heißt das, wir sehen uns im Büro? -Walter, ich habe...
Ich kann hier nicht alle hinhalten. Ich muss es irgendwann wissen.
Ja, natürlich. Wir sehen uns im Büro, Walter.
Gut.
Zeigen Sie mir, wie das geht?
- Sind Sie damit einverstanden, Morrie? -Ja, nur zu.
Also, Sie müssen kräftig zuschlagen, nur so schafft man es, den Schleim zu lockern,
und der Körper kann sich dann davon befreien. - Okay.
- Viel härter. - Härter zuschlagen? - Ja! Da unter der Schulter. Okay?
Sehr gut. Noch härter!
Gut! Klopfen Sie das Zeug locker. Klopfen Sie es locker.
Ich wusste doch, dass es dir ein Vergnügen ist, mich zu schlagen.
Das ist für die miese Note im zweiten Semester.
Wann hast du jemals, eine schlechte Note von mir kassiert?
Die wichtigen Lektionen des Lebens.
Manchmal bekommen wir die Chance, sie zu lernen.
Aber wer weiß, ob wir sie nicht irgendwann wieder vergessen haben.
Ich weiß es, Mr. Albom.
Ich war bei Leuten, die mir helfen können.
Und ich habe aus meinen Fehler gelernt.
Es kommt mir vor, als hätte ich mein Leben wieder.
- Weil die Drogensache fallengelassen wurde? -Ja, Sir.
Und weil ich mein Stipendium nicht verloren habe.
Daley! Wir brauchen dich hier unten!
Wie können wir sicher sein, dass wir es wirklich gelernt haben?
Na, wie ich schon sagte, ich habe meine Lektion begriffen
und ich vergesse sie auch nicht wieder. -Shawn, komm jetzt!
- Ich muss jetzt gehen, Sir. - Danke fürs Gespräch.
Hey, Shawn! Ich hoffe, dass du Recht behältst.
Es war schön wieder zu schreiben.
Auch wenn ich Walter wieder: "Wo bleibt die Kolumne?", brüllen hörte.
Er brüllte noch lauter, als ich ihn um zwei Wochen Urlaub bat.
Er gab mir eine Woche. Wir machten das Beste daraus.
Wir riefen Morrie an. Er weinte, was sonst?
Ich nahm es als Zeichen dafür, dass immer noch alles beim Alten war.
Wieder zu Hause, gab mir Walter einen weiteren Tag frei. Dienstag.
Ich sagte ihm, dass ich in nächster Zeit alle Dienstage brauchen würde.
Ich bin dabei, deine Thesen einzutippen.
Also das, was bis jetzt da ist. Vielleicht möchtest du es schon mal durchlesen?
- Auch wenn wir noch nicht fertig sind. - Nein.
- Ich wollte dich noch was fragen. Ist vielleicht verrückt... -Warte mal.
Du hast gar nicht auf Aufnahme gedrückt.
- Also dann. Eine verrückte Frage. -Ja?
Nimm mal an, eine Fee würde hier auftauchen
und dir einen Tag bester Gesundheit schenken.
Wie würdest du ihn verleben?
Das ist keine verrückte Frage, sondern eine sehr schöne.
24 Stunden?
Würdest du sie mit der Welt teilen?
Zuerst gibt's ein herrliches Frühstück mit süßen Brötchen und Tee.
Dann gehe ich schön schwimmen.
Und zum Mittag lade ich Freunde ein. Es gibt etwas Gutes.
Vielleicht Salat. Irgendwas Einfaches.
Dann gehen wir im Park spazieren. Wo Bäume stehen,
damit wir viele Vögel sehen.
Und wir reden. Sprechen über die Bedeutung, die wir für einander hatten.
Dann lade ich alle in mein Lieblings- restaurant ein, zum Pasta essen.
Oh Mann.
- Und dann noch Ente. Ja, ich liebe Ente. Isst du gern Ente? -Ja.
Und danach wird getanzt.
Ich tanze mit meinen reizenden Partnerinnen, solange mich die Füße tragen.
Zu Hause falle ich ins Bett und schlafe wunderbar.
- Also das wäre dein perfekter Tag, ja? -Ja.
Klingt ganz unkompliziert.
Was ist mit Charlotte und deinen Söhnen? Die hast du nicht erwähnt.
Das muss ich auch nicht, Mitch.
Ohne sie wäre es doch niemals ein perfekter Tag.
Ich habe mir den Platz für mein Grab ausgesucht.
Zu Füßen eines Hügels, unter einem Baum.
Mit einem Teich. Herrlich um zu philosophieren.
- Hast du vor, dort viel zu philosophieren? - Ich habe vor, dort tot zu sein.
Kommst du mich besuchen? Erzählst du mir von deinen Problemen?
Ich glaube, das wäre seltsam, dich nicht reden zu hören.
Dann schlage ich dir was vor.
Wenn ich tot bin, redest du und ich höre zu.
Was ist wenn...
Also nachdem du...
Wenn das alles nur... Wenn das bei mir nur vergeudete Zeit war?
Hältst du das tatsächlich für möglich?
Da draußen, außerhalb dieses Zimmers, ist das alles nicht so klar.
Deine weisen Worte und Aphorismen:
"Wenn du den Tod verstehst, verstehst du auch das Leben."
Und wenn man ihn einfach nicht versteht?
Was ist, wenn man vor dem Tod, vor lauter Panik nur weglaufen will?
Was ist, wenn wir wie dein Vater sind?
Vielleicht können wir es nicht begreifen, weil wir nicht so sind wie du.
- Aber ihr seid wie ich. Jeder Mensch ist das. - Niemand ist wie du!
Und wenn dein Tod nötig war, damit ich was lerne,
wäre ich wirklich lieber dumm geblieben.
Ich würde alles, was wir besprochen haben, sofort zurückgeben,
wenn ich das hier damit verhindern könnte.
Es wird aber nun mal geschehen, Mitch.
Ich will aber nicht, dass es passiert. Ich will nicht, dass du stirbst.
Dieses Gedicht, das du immer zitierst: "Wir müssen einander lieben oder sterben..."
Wir sterben doch sowieso, oder?
Die, die wir lieben, verlassen uns irgendwann, oder wir verlassen sie.
Also, hat dann das Lieben einen Sinn?
Was lernen wir denn aus diesem Elend? Was denn?
Halt fest.
Tut mir leid.
Ich kann es nicht akzeptieren. Ich will nicht, dass du gehst.
In dem Kurs bin ich wohl durchgefallen.
Der Tod ist das Ende des Lebens und nicht das Ende einer Beziehung.
Armer Mitch. Du hast noch nicht gelernt, wie man Lebewohl sagt.
Sieh mich an.
Verstehst du denn nicht? Du hast mich berührt.
Stell dir vor, du hättest nicht den Weg zu mir gefunden.
Also nehmen wir voneinander Abschied.
Ich liebe dich.
- Ich liebe dich auch, Coach. - Ich weiß.
Und soll ich dir noch was verraten? Das bleibt bestehen.
- Also, bis nächsten Dienstag, okay? -Ja.
Ich bringe Janine mit, nächsten Dienstag.
Ja.
Natürlich nächsten Dienstag.
Wir sind "Dienstags-Menschen".
Morrie starb an einem Samstagmorgen.
Der Anruf kam am gleichen Nachmittag.
Hallo?
Er starb einen leichten und friedlichen Tod, im Kreise seiner Familie.
Genauso wie er es wollte.
Charlotte hielt es im kleinen Rahmen. Nur Familie und Freunde.
All die, die er an seinem perfekten Tag zum Tanz eingeladen hätte.
Natürlich ging es nicht ohne Poesie.
Wenn er denn sterben muss, so nimm ihn und forme ihn
in kleine Sterne, und er wird das Antlitz des Himmels
so schmücken, dass die Welt die Nacht lieben wird
und die Verehrung der grellen Sonne vergisst.
"Wenn ich tot bin, redest du und ich höre zu."
Es fiel mir nicht schwer, seine Stimme zu hören.
Es war Dienstag.
Hattet ihr jemals so einen besonderen Lehrer,
der euch was vermitteln wollte, was ihr vielleicht noch nicht verstehen konntet
und der trotzdem nie aufgab?
Der wusste, dass man ein Leben lang lernt,
um die wirklich harten Prüfungen zu bestehen?
Die letzten Unterrichtsstunden bei meinem alten Professor
fanden einmal die Woche statt. Dienstags.
Und das Thema war: Der Sinn des Lebens.
Ich lerne noch heute von ihm.
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