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Jetzt hast du den Sohn, den du dir
immer gewünscht hast.
Von heute an erkenne ich in ihm den
Sohn, den ich zeugte.
Von heute an wird unser Sohn Demian seine
Gedichte mit der Spitze seines Schwertes schreiben.
Daran solltest du dich besser gewöhnen.
Und ich hatte so gehofft, dass er nicht
so wird wie du.
Ich habe erreicht, was ich wollte, Diomira.
Ich hab's erreicht.
Nach meinem Tod soll er mein Nachfolger werden,
denn mein Sohn hat sich nun als würdig
erwiesen.
Du wirst dich niemals von mir befreien.
Hier bin ich, Vater.
Ich bin gekommen, um von euch zu fordern,
was mir gebührt.
Und ich übergebe euch die Waffen, die mir
geholfen haben, die Kunst der Macht und des
Kampfes zu erlangen.
Jetzt erkenne ich dich als Sohn, Mann.
Ja, du hast dich als würdig erwiesen.
Und jetzt, mein Sohn, ennenne ich dich mit
diesem Medaillon zum obersten Anführer meines Heeres.
Steh auf und zieh mich an.
Schwöre feierlich, dass du alle Völker bekämpfen wirst.
Und zwar so lange, bis sie sich dir
unterwerfen und deine Macht anerkennen.
Ich schwöre, dass ich kämpfen werde, Vater.
Und ich schwöre auch, dass ich im Namen
der Gerechtigkeit und der Weisheit alle erobern werde,
die rebellieren und ungehorsam gegenüber meinen...
Das ist der Schwur, den ich hören will.
Setze nicht deinen Kopf durch.
Du musst genau wiederholen, was ich dir sage.
Dieses Schwert dient nicht dazu, die Gerechtigkeit zu
verteidigen.
Ich übergebe es dir, damit du deine Macht
im Kampf durchsetzt.
Sag es.
Ich schwöre, dass ich kämpfen und erobern...
Ich werde kämpfen und erobern...
Und unterwerfen.
Sag es.
Sag es schon, oder wir fangen wieder von
vorne an.
Demian, bitte, sag es.
Wie du willst, Vater.
Mit diesem Schwert werde ich kämpfen, erobern und
unterwerfen.
Im Namen meines Vaters und meines Volkes!
Träumst du heute Nacht wieder von Demian?
Ja, aber sprich leise.
Arzahred hat tausend Ohren und ich will nicht,
dass er uns...
Sag, Schwesterchen, wird Demian uns auch mitnehmen?
Sei nicht so laut und nenne hier drin
nie seinen Namen.
Und wann fangen wir an zu wachsen?
Ja, eben.
Ein Jahr ist vergangen, seit er uns freigelassen
hat.
Es ist an der Zeit, jetzt muss er
seine Ohren öffnen.
Wir wollen endlich große Eltern versprechen.
Wir wollen ewig Kinder bleiben.
Er hat es uns versprochen.
Das wird er, ich verspreche es.
Keine Sorge, er wird es tun.
Selbst wenn ich...
Alicia, wo steckst du?
Komm her.
Ja, ich komme, Arzahred.
Vergiss uns nicht sofort.
Erinnern wir uns an den Personalschwert?
Bitte, sag es ihm.
Ja, sag es ihm.
Bitte.
Vielleicht ist ja ab morgen endlich alles vorbei.
Vielleicht kann ich diesem Albtraum jetzt ein Ende
setzen.
Alicia!
Alicia!
Ich komme ja, Arzahred.
Da bin ich.
Da bin ich ja schon.
Ja.
Ich werde mutig sein und ganz offen mit
ihm reden.
Ich kann nicht mehr warten.
Also, Alicia, wo bleibst du denn?
Ich bin auf dem Weg zu dir.
Du erinnerst dich sicher, dass heute ein besonderer
Tag ist, nicht wahr?
Ja, Arzahred.
Wie könnte ich diesen Tag vergessen?
Es ist ein weiteres Jahr vergangen und ihr
hattet mir doch damals versprochen...
Keine Sorge, ich halte stets meine Versprechen.
Und jetzt möchte ich dir gerne zeigen, was
ich für dich habe.
Sieh es dir an.
Das ist für mich?
Nein, Arzahred, das ist viel zu schön.
Das verdiene ich nicht.
Von morgen an wirst du für mich nicht
mehr arbeiten müssen.
Wenn dieses Kleid meine Freiheit bedeutet, dann gibt
es bestimmt kein größeres Geschenk für mich.
Nimm es ruhig mit in dein Zimmer.
Und wenn du morgen früh aufwachst, dann ziehst
du es an.
In diesem Kleid wirst du eine wunderschöne Braut
sein.
Du wirst sehen.
Braut?
Wessen Braut?
Die meinige.
Ich hatte es dir versprochen.
Nein, ihr hattet mir die Freiheit versprochen.
Und ihr hattet mir versprochen, dass meine Brüder
wachsen würden.
Das wird auch geschehen.
Aber was verlangt ihr von mir?
Heiraten?
Das ist völlig unmöglich.
Ich habe doch schon...
Willst du etwa andeuten, dass in deinem Herzen
schon ein anderer ist?
Nein, wirklich nicht.
Ich will damit nur sagen, dass ich...
Ich liebe euch nicht.
Verlangte ich das?
Nein.
Du hast nur die große Ehre, mich heiraten
zu dürfen.
Deine Brüder werden morgen für immer frei sein
und du wirst die Königin meines Reiches sein.
Und sollte es einer wagen, sich zwischen uns
zu stellen, wird er es bereuen, je geboren
zu sein.
Ich werde euch heiraten.
Ja, wenn das euer Wunsch ist.
Sehr gut, mein Kind.
Ich tue, was ihr verlangt, Arzareth, und ich
versichere euch, dass es keinen in meinem Herzen
gibt.
Aber wenn ich euch wirklich heiraten muss, dann
lasst noch heute meine Brüder frei.
Ich erbitte es als Hochzeitsgeschenk.
Lasst sie in die neue Welt ziehen.
Ich will nicht, dass sie hier bei uns
leben.
Du traust mir nicht.
Denkst du vielleicht, ich könnte ihnen nach der
Hochzeit etwas antun?
Ich flehe euch an, Arzareth.
Nur dieses eine Mal.
Gebt mir ein Beweis eurer Güte.
Lasst meine Brüder frei.
Damit du mit ihnen fliehen kannst.
Oh nein, das wäre sinnlos.
Ihr würdet mich doch zurückholen.
Ich bitte euch, ich brauche nur eine Geste
eurer Güte.
Nur eine.
Dann könnte ich wenigstens anfangen, euch etwas zu
lieben.
Lüge mich nicht an.
Das wäre zwecklos.
Stellt mich auf die Probe.
Denn ich will euch nicht aus Angst heiraten.
Wenn ihr meine Brüder frei lasst, kann ich
euch wenigstens aus Dankbarkeit heiraten.
Wie du willst.
Aus Dankbarkeit.
Heute ist der glücklichste Tag meines Lebens.
Wieso seid ihr so traurig?
Du bist wie er geworden, Demian.
Wie dein Vater.
Denkt ihr wirklich, ich sei wie ihr Mutter?
Bitte, seht mir in die Augen.
Nein, das denke ich nicht.
Ich weiß, dass du im Innersten nicht so
bist wie dein Vater, Demian.
Aber ich habe Angst.
Ich habe Angst, dass der Krieg die Waffen
und das Blutvergießen mit der Zeit auch dein
Herz erkalten lassen.
So etwas dürft ihr nicht denken, Mutter.
Ich war vor allem euretwegen bereit, ein Krieger
zu werden.
Weil ich verhindern will, dass er euch etwas
Böses antut.
Und das macht mein Leid noch sehr viel
größer.
Ich habe meine Freiheit zurückgehalten, aber der Preis
dafür war zu hoch.
Schon allein die Tatsache, dass du glücklich bist,
weil du den Oberbefehl über sein Heer bekommst,
finde ich...
Verzeih mir.
Aber ich bin doch nicht deswegen glücklich, Mutter.
Ich bin glücklich, weil diese Nacht mir gehört.
Die Nacht, in der ich sie endlich wiedersehen
werde und erfahre, ob sie mich noch liebt.
Sprichst du von dem Mädchen aus dem Traum?
Ich weiß, ihr glaubt mir nicht.
Ihr habt mir meine Geschichte nie geglaubt.
Ich finde, es ist eine wunderschöne Geschichte.
Und sie bedeutet mir viel.
Sie bedeutet, dass der Poet in dir immer
noch lebendig ist.
Aber ich habe sie nicht erfunden.
Ich meine, wo hätte ich sonst den Ring?
Habe ich ihn verloren?
Nein, ich gab ihn ihr.
Ich gab ihn ihr im Traum, aber es
gibt sie wirklich und ich liebe sie.
Dann würde ich deine Liebe retten, Demian.
Wenn es stimmt, was du sagst, dann träume
weiter.
Und lass deinen Traum wahr werden.
Verlier keine Zeit, suche sie.
Das kann dir auch dein Vater nicht verbieten.
Jetzt, da er endlich erreicht hat, was er
wollte, gibt er sich sicher zufrieden.
Und nichts und niemand wird dich von ihr
trennen.
Ja, und begegne ich ihr heute Nacht wieder
im Traum, dann weiß ich, dass ich von
ihr auch noch geliebt werde.
Ich fange gleich morgen an, sie zu suchen.
Und niemand wird mich hindern.
Was bedeutet das?
Was ist passiert?
Der Krieg ist aufgebrochen!
Wir sind im Krieg!
Wir haben Krieg gegen die Macht des Königs!
Ja, es stimmt.
Wir haben Krieg.
König Meslik rebelliert.
Und sein Heer, das marschiert bereits.
Der Zeitpunkt ist da, die Tapferkeit des neuen
Heerführers auf die Probe zu stellen.
Hätte ich die Kraft und wäre ich noch
jünger, würde ich das Heer anführen.
Aber meine Zeit ist vorbei.
So wird also mein Sohn die Ehre haben,
unser Heer anzuführen.
Bereitet die Waffen vor, denn ihr werdet aufbrechen,
noch bevor die Sonne untergeht.
Nein, bitte nicht heute Nacht.
Ich kann unmöglich heute Nacht fort.
Das weiß ich, ich weiß.
Da ist ja mein Sohn, der Held.
Der Heerführer, der diesen Aufstand im Blut ersticken
wird.
Ich bin bereit, Vater.
Morgen brechen wir auf und marschieren dem Feind
entgegen.
Nein, sofort.
Das Heer ist bereit und wir sollten auf
keinen Fall Zeit verlieren.
Denn die feindlichen Truppen sind bereits an den
Grenzen.
Du darfst sie nicht hereinlassen.
Aber wenn wir die ganze Nacht marschieren, kommen
die Soldaten schon erschöpft zur Schlacht.
Dann kommen sie wenigstens mit Wut und ausgehungert
zur Schlacht.
Denn es gibt nichts besseres für eine Truppe
als eine Nacht ohne Schlaf.
Das verstärkt den Wunsch sogar noch zu kämpfen
und zu töten.
Meine Strategie sieht etwas anders aus, Vater.
Dann behalte sie für dich.
Du bist eben erst ernannt worden und fängst
schon an, dich zu widersetzen.
Damit solltest du warten, bis du mehr Erfahrung
hast.
Du tust, was ich sage.
Und ich schwöre dir, der Sieg wird dein
sein.
Jetzt nimmt die Beine in die Hand, bevor
er es sich anders überlegt.
Ihr habt für mehrere Tage zu essen und
zu trinken.
Aber wie sollen wir denn die neue Welt
finden?
Sie wird euch finden, wenn der Wunsch von
euch stark und aufrichtig ist.
Die neue Welt zu erreichen.
Dann glaubt mir, seid ihr sicher und für
immer glücklich.
Und niemand wird euch dort etwas antun.
Schwesterchen, komm doch auch mit.
Ich komme.
Und ich werde nicht allein sein, wenn ich
nachkomme.
Ja, aber wenn Azareth dich morgen wirklich heiratet,
was wirst du dann machen, Schwesterchen?
Heute Nacht, wenn ich von ihm träume, werde
ich Demian um Hilfe bitten.
Er wird die Hochzeit verhindern.
Dann kommen wir gemeinsam zu euch.
Warum hat Azareth uns noch nicht wachsen lassen?
Azareth hat mir geschworen, dass er den Fluch
von euch genommen hat.
Nur wisst ihr, ihr könnt nicht plötzlich groß
werden, aber von heute an werdet ihr jeden
Tag ein Stückchen wachsen.
Aber dann wirst du ja, wenn wir groß
sind, schon alt sein, Schwesterchen.
Nur so alt, wie unsere Mutter gewesen wäre.
Wir warten auf dich, Schwesterchen.
Du wirst uns fehlen, Schwesterchen.
Lass uns nicht so lange allein sein.
Du wirst uns so fehlen.
Wirst du es ohne uns schaffen?
Ich komme.
Ich komme bald.
Was sollen wir ohne...
Ich werde alles tun, um euch nicht so
lange allein zu lassen.
Das verspreche ich.
Schwesterchen.
Keine Tränen, mein Kleiner.
Wir hatten gesagt, keine Tränen.
Weißt du noch?
Ich habe so viele Jahre auf diesen Moment
gewartet.
Das wisst ihr doch.
Das weiß ich ja, Schwesterchen.
Aber ich muss trotzdem weinen.
Sag es keinem aber.
Ich fange auch gleich an zu weinen.
Mal sehen, wer von uns beiden die Tränen
besser zurückhält.
Ich!
Ich kann sie besser zurückhalten.
Ja, das stimmt, mein kleiner Liebling.
Du bist sehr tapfer.
Und jetzt fahrt los.
Schnell!
Ho!
Ho!
Leb wohl, Schwesterchen, und vergiss uns nicht!
Leb wohl, Schwesterchen!
Schwesterchen!
Herr?
Das Heer ist bereit.
Ich hätte gern so einen Sohn wie dich
gehabt, Lustros.
Ihr ehrt mich, Herr.
Nein, keine Höflichkeiten.
Hör mir gut zu.
Ich will über jeden seiner Fehler unterrichtet werden.
Ich will, dass er sich dem Feind schonungslos
entgegenstellt.
Aber mein sehnlichster Wunsch ist es, dass er
sich als erster in die Schlacht wirft und
als letzter das Feld verlässt.
Er wird es tun, da bin ich sicher.
Er wird euch nicht enttäuschen, Herr.
Ich hoffe es.
Denn diese Hoffnung ist das Einzige, was mich
noch am Leben hält.
Bevor ich sterbe, muss ich wissen, ob ich
einen Krieger gezeugt habe oder einen Feindling.
Sieh ihm beim Kampf zu, Lustros.
Und dann kehr zurück und berichte mir.
Dieser Trank wird sie nicht nur am Träumen
hindern, sondern auch am Schlafen.
Auf dich, Alisea.
Und auf deine längste Nacht.
Wir werden diese Nacht hier lagern.
Vor Sonnenaufgang das Ziel zu erreichen, sollten wir
weiter reiten, so lautet auch der Befehl des
Königs.
Wer führt dieses Heer an?
Ist es ich oder mein Vater?
Du, Demian, aber vielleicht...
Gut, dann werden wir hier Halt machen.
Ja, ich muss seinen Weg finden, um zu
schlafen.
Wenn ich habe eine Verabredung.
Deine Brüder sind bereits fort?
Ja, Arzareth, sie sind schon auf dem Wege.
Und jetzt traust du mir?
Ja.
Wieso setzt du dich dann nicht?
Ab morgen bist du schließlich die Herrin in
diesem Hause.
Gerade weil ich an morgen denke, möchte ich
zeitig schlafen gehen, wenn ihr nichts dagegen habt.
Gut, aber du kannst dich doch noch einen
Augenblick setzen, um mit mir etwas zu trinken.
Lass uns anstoßen.
Von morgen an verändert sich dein ganzes Leben.
Ich verstehe, dass du nervös bist.
Ja, das bin ich.
Ein Schluck Wein hilft dir beim Einschlafen.
Oder willst du etwa die ganze Nacht wach
bleiben?
Aber nein, nicht doch.
Ich will natürlich schlafen.
Diese Eile...
Nein, diese Eile.
Wein sollte man schlückchenweise trinken und zwar mit
Genuss.
Immer nur ein winziges Tröpfchen.
Das ist nur die Aufregung.
Hm.
Vielleicht auch die Angst.
Ich verstehe nicht.
Angst wovor?
Naja, manchmal machen einem Veränderungen schon ein wenig
Angst.
Und von morgen an verändern sich deine Kleider,
deine Gewohnheiten, dein Aussehen.
Einfach alles.
Auch deine Träume werden sich verändern.
Meine Träume?
Was haben meine Träume damit zu tun?
Warum?
Träumst du etwa nicht gern, Alizea?
Natürlich.
Das heißt, ich weiß es nicht.
Ich glaube, ich habe noch nicht darüber nachgedacht.
Aber ich finde, das solltest du unbedingt.
Denn es müssen sich auch deine Träume verändern.
Heute Nacht träumst du noch als Dienerin, aber
von morgen an wirst du als Königin träumen.
Lacht bitte nicht über meine Träume.
Aber ich lache doch überhaupt nicht über dich.
Nein, im Gegenteil.
Ich freue mich für dich.
Jetzt geh, schlaf und ruh dich aus.
Wir sehen uns morgen.
Lustos!
Sorge dafür, dass ich nicht geweckt werde.
Jedenfalls nicht vor dem Morgengrauen.
Zu Befehl, Demian.
Es wird dich niemand stören.
Ich verlasse mich auf dich, mein Freund.
Und jetzt zu uns.
Alizea.
Heute Nacht behalte ich ihn für unsere Begegnung
am Finger.
Damit du sofort bemerkst, wenn wir uns sehen,
dass ich dich nicht aufgegeben habe, Demian.
Ich habe dir zu viel zu sagen, um
noch zu warten.
Ich muss sofort schlafen.
Ich kann an nichts anderes denken, als an
dich und den Augenblick, in dem du hier
erscheinst und mich vor Azarath rettest.
Oh mein Liebster.
Endlich.
Endlich ist er da.
Der Schlaf enthüllt mich ein.
Gleich bin ich bei dir, mein Liebster.
Wir sind die drei Bräute von Azarath.
An dem Tag, an dem wir seine Ehefrauen
wurden, hat er sich unsere Jugend bemächtigt, indem
er uns sich einverleibte.
Du musst uns glauben.
Dasselbe wird er auch mit dir machen.
Und morgen wird sich das gleiche Schicksal ereilen,
Alizea.
Stich ihm ins Herz, Alizea!
Stich ihm ins Herz, stich du!
Stich ihm ins Herz, Alizea!
Nein, nein, das war nicht mein Traum.
Das war ein Albtraum.
Ich muss versuchen zu schlafen.
Ich muss schlafen.
Ja, ich weiß, was mich morgen erwartet.
Aber je mehr ich mich aufrege, desto weniger
werde ich schlafen können.
Und wenn ich nicht schlafe, dann sehe ich
Demian nicht und kann ihm nicht sagen, dass
er kommen muss, um mich zu retten.
Ich muss versuchen, mich zu beruhigen.
Ich muss schlafen, bevor es zu spät ist.
Da bin ich.
Da bin ich, Alizea.
Jetzt bin ich bei die Geliebte.
Hier bin ich, lieber Quälgeist.
Ich habe mein Versprechen eingehalten.
Aber wo ist sie?
Warum ist sie noch nicht da?
Vielleicht muss ich etwas von deinem Wasser trinken,
damit sich das Wunder wiederholt.
Sei gegrüßt, mein Freund.
Willkommen.
Wieso ist Alizea noch nicht da?
Sag, Quälgeist, weißt du es?
So warte doch, Demian.
Du musst abwarten können.
Sie wird erscheinen.
Sie kommt ganz sicher.
Denn sie liebt dich noch.
Davon bin ich überzeugt.
Ich würde alles für euch beide tun.
Aber diesmal hängt es leider nicht von mir
ab.
Diesmal ist sie es, die einschlafen muss, um
zu dir zu kommen.
Schlaf ein, ich bitte dich, Geliebte.
So beeile dich doch, bitte.
Ich bin hier und erwarte dich.
Schließ deine Augen.
Lass mich hier nicht allein.
Nein, nein, ich kann nicht.
Ich kann nicht schlafen.
Wo bist du, Schlaftrunk?
Wo habe ich dich hingestellt?
Nein, und ein dieser ist es nicht.
Und der ist es auch nicht.
Ich muss ihn finden.
Er muss hier irgendwo sein.
Ich darf nicht wach bleiben.
Du wirst aber nicht schlafen.
Gib es schon auf.
Sei bloß still.
Ich muss es aber, und zwar um jeden
Preis.
Na, meine Liebe, ich denke so, du musst
Azareth doch nicht.
Ganz sicher hat er dir etwas gegeben, damit
du nicht schläfst.
Ja, so wird's gewesen.
Wein.
Er hat etwas hineingeschüttet.
Schlafen ist auch nicht so wichtig.
Sieh mich an, ich schlafe doch auch nie.
Und wie sehe ich aus?
Frisch wie eine blühende Rose.
Hey, was hältst du davon, wenn wir die
Gesellschaft leisten?
Schlaf nicht ein.
Schlaf bloß nicht ein.
Schlaf nicht ein.
Wir leisten die Gesellschaft.
Sei still.
Hör auf.
Sei endlich still.
Ich muss schlafen.
Ich darf meine Verabredung nicht versäumen.
Wenn ich nicht schlafe, ist alles verloren.
Demian wird denken, dass ich ihn nicht mehr
liebe.
Und er wird aufhören, mich zu suchen.
Ich werde ihn verlieren.
Und damit mich selbst.
Alisea.
Wieso kommst du nicht?
Ist es vielleicht möglich, dass deine Liebe nicht
mehr stark genug ist?
Es tut mir so leid, Demian.
Aber leider dauert nun mal nicht jede Liebe
ewig.
Unsere schon.
Ich weiß, sie liebt mich noch.
Dessen bin ich sicher.
Ich würde dir gern Hoffnung machen.
Du weißt gar nicht, wie gern ich das
täte.
Vielleicht war es nicht diese Nacht.
Vielleicht habe ich mich einfach geirrt.
Es ist die richtige Nacht.
Mach dir keine Vorwürfe.
Es besteht deinerseits kein Irrtum.
Wirklich nicht.
Ja, aber wenn das nicht der Fall ist,
was ist dann mit ihr geschehen?
Wenn ihr es wisst, bitte dann sagt es
mir, lieber Quellgeist.
Wie könnte ich es wissen?
Ich gehöre nur in die Welt der Träume.
Nur du kannst die Wahrheit herausfinden, Demian.
Nur du.
Wie denn?
Ich bitte euch, sagt mir wie.
Suche sie in der wirklichen Welt, Demian.
Aber du darfst keine Zeit verlieren.
Eile sie zu suchen.
Vor allem hege keine Zweifel, ob Alizea dich
immer noch liebt.
Die Wahrheit hilft und heilt.
Und das mehr als jede Fantasie.
Eile zu ihr, denn im Traum findest du
sie nicht.
Hörst du?
Du bist allein, Alizea.
Und er ist auch allein.
Was wollt ihr zwei nun machen?
Anferd hat gewonnen.
Ja, er hat gewonnen.
Und jetzt bist du allein.
Was bleibt dir jetzt noch?
Anferd hat gewonnen.
Lass mich in Ruhe, noch hat er nicht
gewonnen.
Und ihr schon gar nicht.
Wenn ihr nicht wollt, dass ich euch in
Stütte hacke und ins Feuer werfe, dann haltet
jetzt besser den Mund, sonst überlege ich es
mir doch noch anders und dann sieht's schlecht
für euch aus.
Ich brauche dich, wenn ich wirklich heiraten muss.
Dann so schnell wie möglich.
Was tust du da, Alizea?
Willst du gar nicht mehr schlafen?
Da ich heute Nacht nicht träumen kann, werde
ich eben einen Albtraum veranstalten, aber nicht meinen,
sondern den Albtraum, der mir alle meine Träume
geraubt hat.
Alizea!
Seit langem schon warte ich auf diesen Augenblick,
Alizea.
Ich wusste, dass du noch einmal zu mir
kommen würdest.
Azareths Bräute warten auf mich.
Nur ich kann sie befreien und du weißt
wie.
Auf dieselbe Art und Weise, wie ich mich
selbst befreien werde.
Sei aber vorsichtig.
Benutze mich, bevor er dir einen Kuss gibt,
denn mit einem Kuss wird er deine Seele
aufsauen.
Azareth!
Ich bin wach!
Ich komme zu dir.
Wenn du mich heiraten willst, tun wir's jetzt
auf der Stelle.
Rufe den Donner als Zeugen und die Nacht
und den Sturm als Brautschung fangen.
Denn unsere Hochzeit kann man nicht beim Licht
der Sonne feiern.
Warst du so begierig, mich zu heiraten, dass
du nicht schlafen konntest?
Meine Unruhe war es nicht, die mich wach
hielt.
Das weißt du sehr gut.
Was sollte ich denn machen?
Ich konnte doch nicht zulassen, dass du dich
ausgerechnet in der Nacht vor unserer Hochzeit mit
einem anderen treffen würdest.
Eines solltest du wissen.
Ich heirate dich nur, weil ich keine Wahl
habe, Azareth.
Aber wenn es denn so sein soll, dann
muss es sofort sein.
Veranlasse den Beginn der feierlichen Handlung.
Rufe die Kräfte, die dieser Verbindung beiwohnen sollen.
Sieh herbei, deine Gäste der Finsternis!
Es wird niemand außer uns anwesend sein, Alicia.
Nur wir zwei, du und ich.
Und ein Kuss.
Komm, mit diesem Kuss ehel ich dich.
Du hast es doch nicht vollendet, Alicia.
Beende dein Werk vorwärts, du hast ihn nur
verletzt.
Stich ihm ins Herz.
Befreie dich für immer von ihm.
Los, stoß noch einmal zu, Alicia.
Oh nein, bitte mich nicht, das nochmal zu
tun.
Verlang das nicht, ich kann das nicht.
Nein, komm zurück, Alicia.
Du musst ihn ins Herz treffen.
Komm zurück, du hast es noch nicht vollendet.
Du musst ihn ins Herz treffen.
Los, lauf zu, ich muss so schnell wie
möglich zum Königsschloss.
Ich muss Demian sehen, er darf nicht denken,
dass ich ihn nicht mehr liebe.
Los, stoß!
Wo ist mein Pferd?
Bring es mir!
Ich muss fortreiten.
Wo willst du denn hin?
Wir sind fast beim Fluss angelangt.
Ich muss zu Azeriths Burg, im dunklen Tal.
Nein!
Warte!
Sie ist heute Nacht nicht gekommen.
Vielleicht braucht sie mich.
Verzichtest auf Ruhm und Ehre?
Hör endlich auf, diesem Traum nachzujagen.
Dieser Traum ist alles, was ich habe.
Nur für ihn lebe ich.
Ich übergebe dir das Kommando.
Leb wohl, Lustos!
Ich werde nicht sterben.
Denn sie traf nicht ins Herz.
Ich muss so schnell wie möglich einen anderen
Körper finden, in dem ich leben kann.
Ja, einen jüngeren Körper, um weiter im Reich
des Bösen zu regieren.
Aber vor allem, um mich an Alisea zu
reichen.
Ich brauche einen neuen Körper.
Den Körper eines jungen Menschen.
Der noch nicht in der vollen Blüte seiner
Jahre steht.
Ein Junge, der noch voller Hoffnung ist.
Der noch bereit ist, im Namen der Liebe
gegen alles und jeden zu kämpfen.
Alisea!
Demian!
Alisea!
Nein, geh nicht fort!
Demian!
Alisea!
Hier bin ich doch.
Ich bin hier, Demian.
Such mich.
Hör nicht auf zu suchen nach mir.
Ich bin immer bei dir.
Hörst du?
Ich bin hier, Demian.
Hier bin ich, mein Liebster.
Schnell, Demian.
Schnell!
Hier bin ich, Geliebte.
Ich habe Angst.
Hilf mir.
Lass mich bitte nicht allein, Demian.
Ich habe Angst.
Demian!
Demian!
Alisea, meine Geliebte!
Demian!
Na los, was ist mit dir?
Wieso bleibst du plötzlich stehen?
Wir müssen weiter.
Azareth, wenn das dein Werk ist, dann wird
es dir nicht gelingen.
Alisea!
Demian!
Alisea!
Demian!
Wo bist du, mein Geliebter?
Sprich noch einmal zu mir.
Geh nicht fort!
Demian!
Alisea!
Ja, ich höre dich.
Ich höre dich doch, Demian.
Zeige dich bitte.
Wo bist du?
Demian!
Ich bitte dich.
Das war keine Einbildung.
Das kann doch nicht der Wind gewesen sein.
Alisea, ich liebe dich noch.
Ich habe den Schwur nicht gebrochen.
Ich liebe dich und ich habe dich nicht
vergessen.
Wieso bist du nicht zur Quelle gekommen?
Ich habe vergeblich auf dich gewartet.
Warum hast du nur aufgehört, mich zu lieben?
Warum liebst du mich nicht mehr?
Oh, mein Liebster!
Geh nicht fort!
Nein, lass mich nicht allein!
Ich hörte euch im Nebel schreien.
Wurdet ihr verfolgt?
Nein, ich hatte nur Angst.
Ich bin seit heute Morgen unterwegs und an
dieser plötzlichen Nebel...
Ich bin sehr müde.
Ihr könnt euch hier ausruhen, aber ihr müsstet
wenig vorlieben.
Dies ist das Zelt für das Gepäck.
Wir sind alle heilsüberkopf geflüchtet, als wir hörten,
dass ein Krieg ausbricht.
Aber wegen des Nebels schlugen wir hier ein
Lager auf.
Eine Schönheit wie ihr dürfte aber nicht allein
unterwegs sein.
Ganz besonders, wenn sie so reich ist.
Ich bin nicht allein.
Ich werde von meinen Brüdern begleitet, aber durch
den Nebel sind wir getrennt worden.
Sie werden ganz sicher noch hier eintreffen.
Sorgt euch bitte nicht.
Sobald sie kommen, werde ich euch wecken.
Es ist ein bescheidenes Lager.
Wir können euch leider kein Bett anbieten.
Danke, ich schlief schon an schlimmeren Orten.
Dann wünsche ich euch eine gute Nacht.
Und schlaft ruhig.
Oh Demian, wie soll ich schlafen, wenn ich
nicht einmal weiß, wo du bist?
Mein Liebster, was wirst du von mir gedacht
haben?
Bestimmt hast du geglaubt, dass ich dich nicht
mehr liebe.
Und jetzt fühlst du vielleicht auch keine Liebe
mehr für mich.
Noch nie waren wir beide so weit voneinander
entfernt wie jetzt.
Kommt näher, Soldat.
Wenn ihr eure Schwester sucht, die ist hier
bei uns.
Ich habe keine Schwester.
Ich habe mich nur im Nebel verirrt.
Der Nebel wird sich nicht mehr vor Tagesanbruch
verziehen.
Bleibt und schlaft hier.
Ihr scheint sehr müde zu sein.
Wer ist da?
Was wollt ihr?
Oh, habt keine Angst.
Ich bringe hier nur einen Reisenden, der sich
auch im Nebel verirrt hat.
Aber er ist keiner eurer Brüder.
Durch diesen Vorhang werdet ihr ungestört sein.
Es tut mir leid, dass ich euch geweckt
habe.
Wenn ihr es vorzieht, werde ich draußen bleiben.
Nein, ich will nicht, dass ihr meinetwegen draußen
friert.
Ich versuche keinen Larm zu machen, um euren
Schlaf nicht zu stören.
Ich könnte heute Nacht sowieso nicht schlafen.
Ich auch nicht.
Ich warte nur auf den Morgen.
Ich muss weiter reiten, denn ich darf keine
Zeit verlieren.
Ich auch.
Und wenn der Nebel nicht gewesen wäre, hätte
ich niemals angehalten.
Der Alte sagte mir, ihr erwartet eure Brüder?
Ja, ich reise nicht allein.
Leider hat der Nebel uns getrennt, aber ich
hoffe, dass sie auch dieses Lager finden.
Vielleicht suchen sie euch im Wald und sind
verzweifelt, weil sie euch nicht finden.
Es ist schrecklich, jemanden zu verlieren, den man
liebt.
Ich kann das gut verstehen.
Auch ihr habt jemanden verloren?
Ja, aber keine Schwester.
Aber bitte verzeiht mir, es tut so weh,
darüber zu sprechen.
Oh, ich habe auch Kummer, deshalb kann ich
das nachvollziehen.
Die Liebe ist wie eine Kraft, die einen
am Leben hält.
Ihr Verlust ist fast wie der Verlust des
Lebens.
Ich habe jetzt alles verloren, darum kann ich
nicht schlafen.
Ist es der Gedanke an den, den ihr
liebt, der euch wach hält?
Ja, aber nur weil ich fürchte, dass er
mich noch nicht mehr liebt.
Aber ich möchte euch nicht mit meiner Geschichte
betrüben.
Weint ihr?
Nein, es war nur eine Träne.
Aber jetzt ist es vorbei.
Ihr solltet jetzt besser versuchen zu schlafen, Soldat.
Wie könnte ich denn?
Jedes Mal, wenn ich meine Augen schließe, sehe
ich sie.
Ich kann sie nicht vergessen.
Auch wenn sie es war, die mich verließ.
Vielleicht gebt ihr aber auch viel zu schnell
auf.
Seid ihr sicher, dass sie euch nicht mehr
liebt?
Nein.
Deshalb muss ich sie finden.
Dann bitte ich euch, hört nicht auf und
befolgt meinen Rat.
Kämpft weiter.
Es könnte ja sein, dass sie nur denkt,
sie liebt euch nicht mehr.
Aber vielleicht würde sie euch ja noch lieben,
wenn sie wüsste, wie sehr ihr leidet.
Seid ihr sicher?
Denkt ihr das wirklich?
Ja, ich werde immer für meine Liebe kämpfen.
Eure Worte öffnen mir das Herz wieder und
geben mir neue Hoffnung.
Vielleicht, weil ich auch noch hoffe.
Und wenn es noch so aussichtslos ist, ich
hoffe, dass ich ihn nicht auf ewig verloren
habe.
Solange wenigstens einer von beiden der eigenen Liebe
gewiss ist, darf man die Liebe nicht aufgeben.
Ja, ihr habt recht.
Ich denke, nur für diese Hoffnung lebe ich
auch noch.
Danke, vielen Dank, dass ihr mich daran erinnert
habt.
Schlaft.
Schlaft jetzt ein wenig.
Ich beschütze euch.
Niemand wird eure Träume stören.
Das heißt, wenn ich noch träumen kann.
Nein!
Nein!
Lass mich doch!
Bestimmt hat sie ihr Gold am Körper versteckt.
Nein, ich habe nichts!
Lass mich doch gehen!
Ich weiß, sie muss es irgendwo versteckt haben.
Lass sie los!
Lass sie sofort los!
Beeilt euch!
Flieht!
So geht doch!
Ich danke euch, Soldaten.
Ihr verdient es, dass euer Großmut belohnt wird.
Und ganz bestimmt liebt euch die Frau eurer
Träume noch immer.
So, jetzt bist du an der Reihe, Alter!
Nein!
Tut mir nichts!
Ich bitte euch!
Wenn ihr jemanden im Obdach gewehrt, solltet ihr
es demjenigen wenigstens sagen, das ihr Geld dafür
verlangt.
So trägst
du dieses Medaillon, Rede Lusters.
Was ist mit Demian passiert?
Habt ihr euch zerstritten?
Sag es mir!
Wird Demian in der Schlacht vermisst?
Oder ist er vielleicht...
Ist er vielleicht tot?
Nein!
Demian ist nicht tot.
Und noch hat keine Schlacht stattgefunden.
Was tust du denn hier?
Und wieso trägst du das Medaillon des Heerführers?
Vorwärts!
Sag mir, was geschehen ist!
Ich will sofort wissen, was geschehen ist!
Demian hat uns verlassen!
Er ist einfach davon geritten!
Davon geritten?
Mein Sohn ist einfach...
weggelaufen.
Etwa weggelaufen wie der letzte Feigling.
Nein, so ist es nicht.
Er ist nicht aus Furcht desertiert, sondern aus
Liebe.
Aus Liebe?
Du sagst, er ist desertiert.
Und das alles wegen deiner Frau?
Ich...
verfluche ihn bis in alle Ewigkeit!
Nein, Herr, nicht doch!
Er wird zurückkommen!
Geh schon, Lusthorst.
Reite, hörst du?
Reite zu deinem Heer zurück und versuche für
uns, diesen Krieg zu gewinnen.
Meine Königin, da ist ein Mädchen, das behauptet,
ihr würdet diesen Ring hier kennen.
Demian...
Lass sie eintreten.
Jawohl, Majestät.
Verzeiht.
Aber ich musste euch unbedingt sprechen, Königin.
Wenn mein Sohn dir diesen Ring und sein
Herz geschenkt hat, musst du dich weder entschuldigen,
noch vor mir auf die Knie fallen.
Aber ich verlor ihn.
Ich verlor ihn durch eigene Schuld und jetzt
bliebt er mich nicht mehr.
Weine nicht, weine nicht.
Es gibt für alles Hoffnung.
Und jetzt, mein Kind, erzähl mir alles.
Noch ist nichts verloren.
Oh doch, Königin.
Es ist eine lange und schmerzliche Geschichte.
Ich habe mein Versprechen nicht eingelöst.
Das heißt also, du konntest nicht von ihm
träumen?
Was?
Ihr wisst von unseren Träumen?
Ja.
Und zuerst wollte ich daran nicht glauben.
Aber dieser Ring, dieser Ring beweist, dass alles
wahr ist.
Dass es dich wirklich gibt.
Aber jetzt denkt Demian, dass ich ihn nicht
mehr liebe.
Ich muss zu ihm.
Demian muss wissen, dass ich ihn immer noch
liebe und dass ich ihn nicht vergessen habe.
Verzeiht, meine Königin, aber der König...
Was ist geschehen?
Dem König, es geht ihm schlecht.
Er stirbt.
Komm.
Ich bin bei dir, Kurdog.
Ich knie neben dir.
Ich bin aber nicht allein.
Die Frau, die Demian liebt, ist bei mir.
Sie, die deiner Dynastie einmal einen Erben schenken
wird.
Ich will sie sehen.
Sage ihr, sie mögen näher kommen.
Komm näher zu mir.
Komm noch näher.
Ich will ganz genau das Gesicht der Frau
sehen, die Redway, mein Sohn...
Wie heißt du, Mädchen?
Alizea, Herr.
Dann sollst du wissen, Alizea.
Dass Demian deiner Liebe wahrhaft...
...wahrhaftwürdig ist.
Für dich, Alizea, und für uns...
...hat er sich geschlagen.
Er der tapferste unter allen Kriegern.
Er war der erste, der sich in die
Schlacht warf.
Und es waren tausend Pfeile nötig, um ihn
zu besiegen.
Oh mein Gott, was sagt ihr da?
Kodak...
Sag, dass das eine Lüge ist.
Es ist die Wahrheit.
Ja, die Wahrheit.
Unser Sohn ist als Held gefallen, als er
seine erste Schlacht schlug, so war es.
Das glaube ich nicht.
Doch.
Doch, ich erhielt eben diese Nachricht.
Und wo ist sein Leichnam?
Sie sagen, es durchbohrten ihn tausend Pfeile.
Und dann sei er in den Fluss gestürzt.
Und während der reißende Strom ihn fortriss, hörten
sie, wie er schrie.
Ja, er schrie lauter als deinen Namen.
Wo bist du, Alizea?
Nein!
Das glaube ich einfach nicht.
Du hast ihn umgebracht.
Du hast einen Krieger aus ihm gemacht, ja.
Ja, du...
Du hast ihn getötet.
Nun...
Wenigstens starb er als wahrer Held.
Als Held!
Hier bin ich, Arzanet.
Ich fürchte dich nicht, ich komme, um dir
zu holen, was mein ist.
Wo bist du, Arzanet?
Wo hast du dich verkrochen?
Was hast du mit Alizea gemacht?
Was ist?
Wieso zeigst du dich nicht?
Worauf achtest du?
Komm hervor, fürchtest du dich vielleicht?
Na, was ist jetzt?
Warum sollte ich dich fürchten?
Gut, warum zeigst du dich dann nicht?
Weil du nicht mich suchst.
Wenn du deine Geliebte sehen willst, dann folge
mir.
Ich warne dich, wenn das eine deiner Täuschungen
ist.
Warum sollte ich dich täuschen, Demian?
Ich habe keine Angst vor dir.
Denn ich weiß, dass Alizea dich nicht mehr
lieben kann.
Das ist nicht wahr.
Ich will, dass sie mir das selber sagt.
Dann frage sie doch.
Nein!
Das darf nicht sein.
Sag mir, dass sie das nicht ist.
Sieh sie dir an.
Alizea.
Ist sie das?
Sie ist...
Alizea?
Nein, sie trägt nicht meinen Ring am Finger.
Brauchst du etwa einen Ring, um die wiederzuerkennen,
die du liebst?
Als wir uns das letzte Mal sahen, war
sie noch ein kleines Mädchen.
Könnte es vielleicht die da sein?
Nein.
Alizea.
Alizea hatte schwarze Haare.
Dann diese da.
Sag mir, welches ist, sag es.
Damit ich an ihrem Leichnam weinen kann.
Eine von ihnen ist es, Demian.
Das sind meine Bräute.
Sie schenkten mir ihre Jugend aus Liebe.
Nein!
Nein, sie liebten dich nicht.
Und auch Alizea hätte dich nie geliebt.
Das glaubst du, Demian?
Wenn sie mich wirklich nicht geliebt hat, warum
kam sie dann nicht zu eurer Verabredung an
die Quelle der Träume?
Weil du es sicher verhindert hast.
Nein.
Ich tötete sie.
Oh, ich verfluche dich.
Alizea ist tot.
Finde dich damit ab, Demian.
Sie ist tot.
Dann stirbst auch du!
Nazareth!
Ich schwöre dir, ich werde dich töten!
Hier bin ich, Demian!
Wenn du wirklich vorhast, mich zu töten, dann
komm doch besser zu mir.
Nazareth, du wirst deiner Strafe nicht entgehen!
Du hast deinen Gespenster hier wieder auferstehen lassen!
Solltest du tatsächlich Angst haben, ich könnte zu
dir gelangen!
Nein!
Ich will, dass du zu mir gelangst!
Ich brauche dich!
Ich brauche dich mehr, als du glaubst!
Hier bin ich, Demian!
Lass mich nicht noch länger warten!
Ich kann nur weiter existieren, wenn ich in
deinen Körper gelange.
Denn ich brauche deine Jüden.
Ich kann nur weiter existieren, wenn ich in
deinen Körper gelange.
Hier!
Keine Sorge!
Ich komme schon zu dir, Nazareth!
Ich werde dich mit deinen Grausamkeiten bestrafen!
Ich werde dich ins Licht stoßen!
Zusammen mit deinem Gespenster hier!
Ja, kämpfe nur!
Kämpfe und schone dich nicht!
Kämpfe bis zur Erschöpfung und dann wirst du
durstig, dass du dir nichts Sehnliches wünschst, als
zu trinken.
Leb wohl, Gordok.
Nein!
Nein, bleib bei mir!
Lass mich hier nicht allein, Diomera!
Ich habe Angst.
Du hattest doch auch keine Angst, als du
deinen Sohn in den sicheren Tod geschickt hast.
Du wusstest, dass er nicht für den Krieg
geschaffen war.
Ich will nicht allein sterben, Diomera!
Ich bitte dich!
Ich will nicht einsam sterben!
Wo versteckst du dich?
Du kannst mir nicht entkommen, Arzareth!
Also sei ein Mann und stell dich den
Kampf!
Vor dem Tod habe ich keine Angst, jetzt,
da Alisea für immer gegangen ist.
Aber dich nehme ich mit in den Tod,
Arzareth, denn heute ist der Tag, wo du
für deine grölen Taten bezahlen wirst.
Los, zeig dich!
Ein Schluck Wasser reicht mir schon aus und
die Kraft fährt wieder zurück.
Dann werde ich von Neuem kämpfen können.
Ja!
Jetzt bin ich in dir, Denian.
Du hast mir die Kraft und meine verlorene
Jugend zurückgegeben.
Von heute an werden wir auf ewig vereint
sein.
Der Geist von Azereth ist jetzt im Körper
von Denia.
Ein neuer, grausamer Eroberer wurde geboren.
Und von diesem Augenblick an wird unser gemeinsamer
Name Werdereth sein.
Und von jetzt an werden wir die Frau
suchen, die es gewagt hat, sich mir in
den Weg zu stellen.
Komm zurück, versprich mir das.
Denn wenn du bei mir bist, habe ich
das Gefühl, als sei Demian noch am Leben.
Und jetzt fahr, bevor die Nacht die Wege
in Dunkelheit taucht.
Zuerst werden wir das Heer von Meslik angreifen.
Aber dann werden wir die Wüste durchqueren, und
zwar, um diese neue Welt zu erobern, die
nach altem Aberglauben ein uneinnehmbares Reich sein soll.
Wir aber werden es erobern.
Und wenn dann auch noch die neue Welt
unter meiner Herrschaft stehen wird, dann, aber erst
dann, werden wir uns mit unserem mächtigen Heer
gnadenlos auf Kodoks Reich stürzen.
Und niemand wird uns auf unserem Weg aufhalten,
weil es keinem gelingen wird, mich zu töten.
Dies ist die einzige Waffe, mit der man
es schafft, mir das Herz zu durchbohren.
Aber ein Mensch wird diese Waffe nie benutzen
können.
Denn dann müsste er sich ja zuerst mit
mir anlegen, um sie zu kriegen.
Dieser Dolch und ich werden von nun an
unzertrennlich sein.
Er ist der Garant meiner Unsterblichkeit.
Und jetzt, ihr tapferen Reite, dem Sieg entgegen!
Ich will die Besiegten schreien, heulen und flehen
hören.
Der Name Werdereth soll in den Lüften wieder
heilen wie ein Gebrüll von Entsetzen und Rache!
Reitet, meine Krieger!
Zerstört alles!
Und schon keinen wie ein Feuer werden wir
übers Leben bringen!
Landfegen und Tod und Hass sehen!
Lassen Sie sie zurück!
Lassen Sie sie zurück!
Halt!
Vorsicht!
Halt!
Los!
Schmerzt ihr aus?
Und das ist erst der Anfang!
Vernichtet sie!
Schnell, beeilt euch!
Schnell!
Wir geben euch Rückenwecke!
Schnell, reitet fort!
Fliegt, bevor es zu spät ist!
Die Frau fliegt, lasst sie nicht entkommen!
Aufhalten!
Flüchtet in eure Häuser!
Schließt die Türen und Fenster!
So beruhigt!
Sie kommen!
Sie werden euch angreifen!
Das ist unmöglich!
Das ist das Land der Glückseligkeit!
Hier kann dir nichts passieren!
So bringt euch doch in Sicherheit!
Schnell!
Bringt euch in Sicherheit!
Beeilt euch!
Beeilt euch doch, sie werden bald hier sein!
Sie sind mir auf dem Fersen, sie werden
euch auch angreifen!
Glaubt mir doch!
Hört auf mich, bitte!
Hört auf mich, ihr müsst euch verteidigen!
Hier kann dir niemand etwas Böses antun, du
bist jetzt in Sicherheit!
Gebt ihr ein wenig Wasser!
Ich bitte euch, hört mir zu!
Ihr seid wirklich in Gefahr!
Ihr seid bei uns gegrüßt in diesem Land,
wo nur das Gute gedeihen kann.
Hier, Trinkräm!
Ja, versteht ihr denn nicht?
Diese Reiter, sie verfolgen mich!
Sie wollen mich fangen und töten und sie
werden euch auch töten!
So glaubt ihr doch!
Sie verliert das Bewusstsein!
Ich hab sie!
Sie hat sicher eine lange Reise hinter sich,
seid vorsichtig!
Demian, mein Geliebter, wo bist du?
Schwesterchen, Schwesterchen, wach bitte auf!
Meine Brüder, ist das ein Traum oder Wirklichkeit?
Nein, es ist Wirklichkeit.
Als wir davon erfuhren, eine schöne Frau sei
angekommen, da wussten wir sofort, das kann nur
unser Schwesterchen sein.
Endlich sind wir wieder vereint, ich bin ja
so glücklich!
Ich bin so glücklich!
Ich bin so glücklich!
Aber wo sind wir hier?
Wie heißt dieses Land?
Du bist hier in deinem neuen Weltschwesterchen, hab
keine Angst!
Niemand wird sich hier etwas Böses anzuniehen!
Aber ich habe Arzarets Reiter gesehen, sie haben
mich bis in die Wüste verfolgt!
Sie werden hierher kommen und euch angreifen, weil
ihr mich aufgenommen habt!
Ich bin in Gefahr, euer König muss unterrichtet
werden!
Hier gibt es keinen König.
Hier ist jeder sein eigener König.
Aber ihr müsst etwas unternehmen, ihr müsst euch
doch verteidigen!
Hier wurde noch nie von irgendjemandem eine böse
Tat begangen, deswegen muss sich bei uns auch
keiner verteidigen.
Aber was redet sie da?
Könnte es sein, dass mich hier keiner versteht?
Nein, du bist es, die nicht verstehen will.
Aber Araschix wird es dir erklären, komm mit
mir, komm!
Komm, fürchte dich nicht!
Jetzt musst du den Waisen Araschix sehen, er
wird dir Frieden geben, Schwesterchen.
Psst, seid nicht so laut!
Hört auf mich Schwesterchen zu nennen und schon
gar nicht Alizea, denn Arzarets Spitzel sind überall
und manchmal genügt leider schon ein einziges Wort,
um sich zu verraten.
Verstehen wir, aber wie sollen wir dich nennen?
Am besten Ana, so wie unsere Mutter hieß.
Von heute an existiert Alizea und Schwesterchen nicht
mehr.
Wie du willst, Schwesterchen.
Was ist, fühlst du dich jetzt wieder wie
ein kleiner Junge oder was?
Hey, vertragt euch, war das hier nicht der
Ort des Friedens und der Liebe?
Wie ich sehe, habt ihr das auch noch
nicht richtig begriffen.
Araschix, du das Licht unserer Augen.
Ihr Schein baut sich außerhalb unserer Mauern ein
Sturmwind zusammen.
Das Mädchen berichtet, dass wir mit einem Angriff
des Bösen rechnen müssen.
Ja, ich weiß.
Ich weiß, dass ein neuer Heerführer versucht, seine
grausamen Gesetze allen Reichen, die er erobert, aufzuzwingen.
Wir werden für ihn unser Lächeln bereithalten, um
ihn freundlich zu empfangen.
Aber es ist Arzaret, der Zauberer.
Nein, sein Name ist Verderet und er ist
ein Krieger, kein Zauberer.
Dann bewaffnet euch.
Worauf wartet ihr?
Ihr müsst euch doch verteidigen.
Es geht um euer Leben.
Das wäre vergebens.
Wir kämpfen nicht.
Wir würden ohnehin unterliegen.
Ja, begreift ihr es denn nicht?
Sie werden uns alle töten.
Warte, hören wir, was Araszek sagt.
Es ist viel besser, unschuldig zu sterben, als
sich die Hände mit dem Blut eines anderen
zu beflecken.
Verderet kann uns erobern, töten, aber unsere Antwort
wird nur ein Lächeln sein.
Denn manchmal kann ein Lächeln mächtiger als ein
Schwert sein.
Hö, hö, hö!
Ach, die neue Welt.
Und hier soll das Böse nicht existieren?
Und jetzt greift an!
Vorwärts, meine zaubernden Krieger!
Nehmt sich eure Schwerter, damit die Flut dieser
Rebellen färbt!
Kämpft und lehrt sie die Gesetze des Bösen!
Wir müssen eine gewaltige Prüfung bestehen.
Es ist sehr leicht zu lächeln und unsere
Liebe zu zeigen, wenn uns ein Freund gegenübersteht.
Der Dredd ist im Begriff in unser Reich
einzudringen, aber wir werden ihn hier empfangen, wie
wir jeden empfangen würden.
Je stärker unser Feind sein wird, desto stärker,
Brüder, muss unser Glaube sein.
Sie aus
ihren Häusern!
Es ist kein Menschenwille!
Es ist alles verlassen!
Hier ist keiner!
Sie sind alle verschwunden!
Auch hier ist keiner!
Wir machen neue Befehle!
Was sollen wir tun?
Die Häuser sind verlassen!
Stöbert sie auf!
Sie haben sich sicher versteckt!
Vielleicht wollen sie uns auch in einen Hinterhalt
locken.
Freie Menschenseele!
Es könnte doch auch sein, dass sie vor
uns gewarnt wurden!
Es gibt nicht in den Häusern weder Gold
noch Juristen!
Nicht mal eine Frau gibt es hier zu
sehen!
Hier ist nichts!
Alles haben sie mitgenommen!
Sie sind geflohen und haben ihre Schätze mitgenommen!
Nein, es ist nur ein Volk von Bettlern!
Ergreift sie!
Holt sie euch!
Holt sie euch!
Auf die Kälber!
Auf die Kälber!
Jetzt wollen wir mal sehen, ob sie sich
wenigstens verteidigen kann!
Willkommen, Kinder!
Unser Haus gehört dir!
Du kannst mit uns machen, was du willst!
Unser Leben hat keinerlei Wert!
Deine Worte betüren mich nicht, alter Mann.
Und außerdem brauche ich nicht deine Erlaubnis, um
mir zu nehmen, was ich haben will.
Unser Leben ist das einzige, was wir dir
geben können.
Aber das will ich so nicht.
Kämpfe!
Kämpft!
Hört ihr nicht?
Ihr sollt kämpfen!
Was ist?
Warum siehst du ihn so an?
Ich weiß nicht, von irgendwoher kenne ich ihn.
Kämpft!
Ich will euch heulen und um Gnade flehen
sehen.
Ich will das Entsetzen auf euren Gesichtern ablesen.
Ich ertrage dieses Lächeln nicht.
Hört endlich auf!
Es wird dir nicht gelingen, unser Lächeln auszulöschen.
Du kannst uns ruhig töten, wenn du willst.
Aber wir werden lächelnd sterben.
Ich kriege noch heraus, wie ich euer Lächeln
aus den Gesichtern verjage.
Du wirst schon sehen, alter.
Und jetzt bring mich zu eurem Palast.
Hier gibt es keinen Palast.
Hier gehört niemand in mein Haus allein.
Es wird alles brüderlich unter uns geteilt.
Und jeder kann leben, wo er möchte.
Dieser Mann bringt mich an den Rand des
Wahnsinns!
Foltert sie!
Keine Angst!
Hört nicht auf zu lächeln, meine Brüder!
Ich beschwöre, ich höre nicht auf zu lächeln.
Wir sind das Volk des Friedens.
Bringt sie ihre Schätze herauszurücken!
Aber tötet keinen von ihnen, solange ihre Gesichter
dieses widerwärtige Lächeln zeigen.
Na los, Schwerzbeutel!
Bringt endlich euer Gold raus!
Sag schon, wo sind die Schätze?
Wo habt ihr euer Gold versteckt?
Wo sind die Schätze?
Ich habe weder Gold noch Juwelen.
Das Einzige, was ich verspare, was du übernehmen
kannst, ist mein Leben.
Sie sind alle verrückt, Werdere!
Vollkommen verrückt!
Hört auf!
Hört endlich auf zu lächeln!
Hört auf damit!
Ich habe gesagt, ihr sollt aufhören!
Genug!
Wo ist euer Gold?
Sag schon, wo versteckt ihr euer Gold?
Wo?
Wieso versteckst du dein Gesicht?
Lass meine Schwester in Ruhe!
Frage ist nicht, meine Brüder anzurühren!
Weg mit euch!
Auseinander!
Schnell!
Schnell!
Vereilt euch!
Los!
Los!
Vereilt euch!
Wohin willst du denn fliehen?
Nein!
Willst du hierbleiben?
Hierbleiben habe ich gesagt!
In die Hände von meiner Schwester!
Weg!
Schnell weg von hier!
Wir müssen etwas finden, wo wir uns verstecken
können!
Nein, wir müssen versuchen, das Ufer zu erreichen!
Lauft weiter, meine Brüder!
Ich versuche, sie abzulegen!
Na wunderbar!
Jetzt kann der Kampf beginnen!
Ich hatte schon gedacht, hier würde jeder von
euch ewig lächeln!
Jetzt kannst du ruhig aufhören!
Wieso hört ihr nicht auf?
Ihr macht mir keine Angst!
Ich habe nichts mehr zu verlieren!
Ich kenne dich!
Hast du es etwa aufgegeben, für deine Liebe
zu kämpfen?
Redet nicht von meiner Liebe!
Was wisst ihr denn schon von der Liebe?
Ich kenne dich und ich weiß sehr genau,
was du mir gesagt hast!
Ich weiß nicht, wovon ihr redet.
Und ich kenne euch auch nicht!
Findet euch nicht damit ab!
Das hast du zu mir gesagt!
Seid stark, kämpft weiter!
Vielleicht glaubt sie nur, dass sie euch nicht
mehr liebt!
Nein!
Das ist doch wohl nicht möglich!
Das könnte unmöglich ihr sein!
Und dann sagtet ihr noch, vielleicht würde sie,
wenn sie wüsste, wie ihr leidet, euch wieder
zu lieben beginnen!
Ja, das ist wahr, das habe ich wirklich
gesagt, aber zu einem Soldaten, der versucht hat,
mich zu beschützen!
Gut, sieh mir ins Gesicht!
Sieh mir in die Augen!
Ihr seht ihm ähnlich, aber ich weiß, ihr
seid es nicht!
Er war großherzig, bereit, mich zu verteidigen!
Er suchte nach seiner Geliebten und er hatte
eine Seele!
Vielleicht hat er diese Seele verloren.
Und ihr Verlust hat ihn in den verwandelt,
der ich heute bin.
Und das war eine Frau!
Eine Frau wie du!
Ja, die ihr Versprechen brach und mich zu
dem machte, was ich jetzt bin!
Nein, ich bin aber nicht so!
Und wieso hast du deine Liebe dann nicht
wiedergefunden?
Wieso hast du Zuflucht in dieser unerträglichen Oase
gefunden?
Kannst du mir das verraten?
Weil er tot ist!
Ich verstehe.
Er zog den Krieg dir vor.
Wieso tat er das, wenn er, wie du
sagst, deiner Liebe so sicher war?
Nein, er war sich ihrer nicht sicher!
Er wusste nicht, dass sie ihn noch liebte!
Wieso hast du es ihm nicht gesagt?
Wieso nur hast du dein Wort nicht gehalten?
Weil ich nichts konnte!
Ich konnte es nicht!
Wenn er sich deiner Liebe sicher gewesen wäre,
dann hätte er sich nicht dem Krieg geopfert,
sondern er hätte auf dich gewartet!
Also wurde er nicht vom Feind getötet!
Nein, er wurde von dir getötet!
Oh nein!
Ich spreche diese Frau schuldig, nicht genug geliebt
zu haben!
Wie ihre Twegen hat ein Mann, der sie
aufrichtig geliebt hat, der alles für sie getan
hätte, es vorgezogen, sich in der Schlacht töten
zu lassen!
Weil er nicht ohne ihre Liebe leben konnte!
Deswegen verurteile ich dich im Namen aller, die
nie geliebt wurden!
Ich!
Ja, ich, du schändliches Weib!
Ich verurteile dich zum Tode!
Tötet sie!
Tötet sie!
Nein!
Nein!
Lass mich los!
Nein!
Lass mich!
Schon morgen wirst du hingerichtet!
Lass mich doch los!
Nein!
Nein!
Nein!
Aber warum, Gerderit?
Willst du ein Leben für ein anderes fordern?
Sei bloß still, Alter!
Denk an dein Lächeln, sonst werde ich dich
auch töten!
Aber der Tod dieses Mädchens wird für dein
Leben keine Bedeutung haben!
Oh doch, das wird er!
Durch sie räche ich mich an der Frau,
die mir ihre Liebe verweigerte!
Und für mich ist die Rache das höchste
aller Vergnügen!
Bringt sie in den kleinen Tempel und beim
Morgengrauen springt ihr beim Aufblitzen des ersten Sonnenstrahls
geradewegs ins Wasser!
Jawohl!
Ja!
Ja!
Und der erste von euch, der ihr das
Herz herausreißt!
Und es mir dann bringt!
Der unangefochtene Anführer meines unbesiegbaren Heeres!
Hört mir zu, meine Männer!
Tut ihr nichts an bis zum Sonnenaufgang, aber
sobald der erste Sonnenstrahl auf diesen gelben Medelstein
hier fällt, wird euer Wettkampf beginnen!
Und genau von jenem Augenblick an kann euch
niemand, aus welchem Grund auch immer davon abhalten,
auch ich nicht!
Nein!
Lass mich los!
Tut mir das leid!
Hört auf!
Jetzt, da sich meine Rache vollendet, will ich,
dass sie endgültig ist!
Alle sollen von jetzt an schlafen bis zum
Sonnenaufgang.
Auch du, Demian.
Und auch Alisea in ihrem Gefängnis am Wasser.
Das Mädchen Alisea, das du so sehr geliebt
hast, ist auf deinen Befehl hin zum Tode
verurteilt worden.
Aber wenn du Verderit bist und nicht Demian,
wo bleibt dann meine Rache?
Demian, von diesem Moment an wirst du wieder
du selber sein.
Ja, jetzt ist es wieder Demian, der in
diesem Bett schläft.
Er ist es, der träumt.
Ich will, dass du weißt, wen du töten
wirst.
Und auch Alisea soll erfahren, wer es ist,
der sie tötet.
Ja, das wird meine Rache sein, Demian.
Jetzt kannst du träumen, Junge.
Träume.
Warum bin ich hier?
Und warum dieser Traum?
Quellgeist, bitte befreie mich von diesem schrecklichen Zauber!
Demian, wieso hast du aufgegeben?
Weil Alisea nicht mehr da ist.
Weil ich sie für immer verloren habe.
Und deshalb liebst du sie jetzt weniger?
Nein, vielleicht sogar noch mehr.
Du hast doch so viel bekommen.
Du wurdest geliebt, Demian, und hast geliebt.
Nur im Traum.
Und nur für kurze Zeit.
Es reicht manchmal ein einziger Augenblick wahrer Liebe,
um dem Leben einen Sinn zu geben.
Wenn man einmal geliebt hat, kann man wieder
lieben.
Du kennst sie doch, die wahre Liebe.
Also lebe sie, mein Freund.
Wirf sie nicht weg, sonst wirfst du auch
sie weg.
Was soll ich tun?
Sag mir, was ich tun soll.
Kehr in dich.
Stell dir die richtigen Fragen und du wirst
alle Antworten finden.
Demian, warum hast du mich verlassen?
Oh, meine Liebe.
Demian.
Oh, Alisea.
Bist du es wirklich?
Meine Liebste.
Aber du lebst nicht mehr.
Wie kann ich nur von dir träumen?
Wie ist das möglich?
Was für ein Zauber ist das?
Aber ich lebe ja.
Du bist doch von Azereth getötet worden.
Nein, das ist nicht wahr.
Ich bin nicht tot.
Siehst du es denn nicht?
Ich lebe.
Aber dein Vater, dein Vater sagte mir, du
wärst in der Schlacht gefallen.
Nein, das ist nicht wahr, Alisea.
Es ist nicht wahr.
Nein, es ist nicht wahr, Alisea.
Der Tag kraut schon beinahe.
Und du wirst jetzt bestimmt glücklich sein, nicht
wahr?
Doch, da du deine Liebe endlich wiedergefunden hast.
Aber gleich wirst du entdecken, dass du sie
verloren hast.
Für immer.
Der Tag kraut.
Der Augenblick ist nahe.
Wacht auf!
Alisea, jetzt,
da ich dich wiedergefunden habe, werden wir uns
nie wieder trennen.
Ja, ich wünschte, dieser Traum würde ewig dauern.
Ihr müsst in die Wirklichkeit zurück.
Jetzt, da ihr wieder vereint seid, zählt nur,
dass euer Traum endlich Wirklichkeit wird.
Und zwar schnell, bevor es für euch zwei
zu spät ist.
Geduld, Denia.
Warte.
Nur noch ein kurzer Augenblick.
Nein!
Nein!
Warum weinst du?
Sag mir, warum du weinst, meine Liebste.
Sie haben mich verurteilt, Denian, für eine Schuld,
die ich nie auf mich lud, wie ich
jetzt weiß.
Ich werde dich retten.
Sag mir, wo du bist.
Es hat keinen Sinn mehr.
Ich spüre bereits die Wärme der Sonne, die
mir das Gesicht liegt, Kuz.
Liebster, meine Nacht geht jetzt zu Ende und
ich erwache nun.
Nein, nicht jetzt, ich bitte dich.
Wo bist du?
Und wer hat dich verurteilt?
Es ist aus.
Ich höre schon die Stimmen vom Ufer.
Welches Ufer?
Ist es ein Fluss?
Welcher Fluss?
Alizea, sag es.
Sag es schon, wo schläfst du?
Sag es, sag es schon, Alizea.
Du musst es sagen, Alizea.
Nein.
Verlass mich nicht, Alizea.
Ich werde dich retten.
Du musst mir nur sagen, wo du bist.
Sage es mir.
Ich kann nicht.
Nein, warte.
Wer hat dich verurteilt?
Sage es mir.
Sage es, Alizea.
Nenne ihm den Namen.
Du musst es ihm sagen und euer Albtraum
ist zu Ende.
Verderet.
Er will, dass ich sterbe.
Nein.
Das ist völlig unmöglich.
Ich bin Verderet.
Ich habe dich verurteilt?
Jetzt weiß ich's.
Du bist das Mädchen aus dem Wald.
Und du?
Du hast mich vor den Händlern gerettet.
Oh, Demian, das warst du.
Jetzt weiß ich endlich, wie du aussiehst.
Und endlich weiß ich, wie du aussiehst.
Ich kann doch nicht die Ursache für das
Ende unserer Liebe sein.
Wach auf, Demian.
Hörst du nicht?
Wach bitte sofort auf.
Alizea!
Demian!
Nein!
Ich will nicht sterben!
Jetzt noch nicht!
Alisea!
Alisea!
Alisea!
Nein, halt!
Rühr sie nicht an!
Lass sie in Ruhe!
Das ist dein Befehl!
Nein, Werner!
Du hast gesagt, niemand könnte uns Einhalt gebieten!
Nicht einmal du!
Und ich werde sie mir holen!
Wenn ihr am Leben bleiben wollt, solltet ihr
meinem neuen Befehl gehorchen!
Ihr habt gesagt, ihr könntet den Befehl nicht
rückgängig machen!
Oh doch, das kann ich!
Hört zu, ich will sie lieben!
Und wer sie mir zuerst bringt, wird der
neue Heerführer sein!
Oh nein!
Ich bin der neue Heerführer!
Ich habe sie zuerst befreit!
Siehst du?
Ich bin der neue Heerführer!
Ich bin der neue Heerführer!
Wartete, Imian!
Ich komme zu dir!
Weg mit den Waffen!
Vergessen wir Werderet!
Das gehört der Vergangenheit an!
Ich werde nie wieder in meinem Leben eine
Waffe anrühren!
Dazu kann mich niemand zwingen!
Da bin ich, meine Geliebte!
Ich komme zu dir!
Ich bin gleich bei dir!
Oh nein!
Ja, jetzt sind wir für immer verabredet!
Du hast dich zu früh des Sauberdeutsches entledigt!
Lass mich los!
Lass mich los!
Bitte, tu ihn nicht!
Ich blehe dich an!
Einen Kuss!
Du schuldest mir noch keinen Kuss, Alizea!
Du wirst den Deutsch brauchen!
Hier, Junge!
Nur einen Kuss und du wirst für immer
in mir sein!
Nein!
Das Lächeln ist stets die bessere Waffe, aber
sie ist nicht immer die schnellere!
Imian!
Alizea!
Endlich!
Endlich ist es kein Traum mehr, Geliebte!
Endlich können wir uns wirklich lieben!
Endlich sind wir zusammen!
Ja, und von heute an für immer, Demian!
Ja, Alizea!
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