All language subtitles for Prinzessin Alisea - Teil 1[de]

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Original subtitles

Es war einmal vor langer, sehr langer Zeit

ein wunderschönes, fröhliches, junges Mädchen.

Aber die Zeit des Spielens war für sie

vorüber.

Viel zu früh begann für sie der Ernst

des Lebens.

Sie musste hart mit anpacken, um sich und

ihre große Familie irgendwie durchzubringen.

Und wie ihr euch vielleicht denken könnt, ist

die Arbeit eines Holzfällers alles andere als leicht.

Du könntest aber auch ein bisschen leichter sein.

Und du könntest ruhig ein bisschen kräftiger sein.

Das werde ich schon noch, keine Sorge, lass

mir Zeit.

Könnte die Arbeit nicht deine Mutter erledigen?

Bei ihr streng ich mich weniger an.

Der Mutter geht es nicht gut und von

heute an erledige ich ihre Arbeit.

Aber wenn du mithilfst und versuchst nicht ganz

so schwer zu sein, wird es für uns

beide sicher einfacher.

Tja, sicher nicht für den armen Baum.

Sag mal, hast du gerade mit mir gesprochen?

Du liebe alte Eiche, verstehe doch, bald wird

der Winter da sein.

Was soll aus meinen kleinen Brüdern werden, wenn

ich nicht in die Stadt gehe, um das

Holz zu verkaufen?

Meine Mutter ist furchtbar krank und mein Vater

ist vor langer Zeit gestorben.

Ich weiß, mein Kind, ich weiß.

Aber dein Vater und deine Mutter kannten sich

hier im Wald sehr gut aus.

Und sie wussten, welche Bäume man fällen durfte

und welche nicht.

Gut, so zeige mir, welche es sind.

Dann fälle ich nur dir, ich verspreche es

dir.

Fang mit dem Baum an, der dort hinten

steht.

Der Kleine da, der wartet nur darauf, von

dir gefällt zu werden.

Danke, alte Eiche.

Es ist schön, jemanden wie dich im Wald

zum Freund zu haben.

Dann fühle ich mich während der Arbeit nicht

so allein.

Ach, weißt du, ich finde es ja auch

ganz schön, zwischendurch ein kleines Schwätzchen zu halten.

Und du bist jung und aufgeweckt.

Ich werde dir bestimmt noch so manches beibringen

können.

Prima, gut so, aber du musst mehr von

oben schlagen, keine geraden Schläge.

Ich meine schräger und mit ganz viel Kraft.

Ja, so.

Ach übrigens, ich weiß immer noch nicht, wie

du heißt.

Mein Name ist Alizea, aber alle nennen mich...

Da, so nennen sie mich.

Moment mal, ihr kriegt alle Bücher.

Nein, was verstehe ich überhaupt nicht.

Er ist ja des Königs.

König Krodok.

Ja, Schwätzchen.

Wie oft habe ich euch schon gesagt, ihr

sollt niemals von zu Hause fortlaufen.

Und außerdem habt ihr unsere Mutter allein gelassen.

Ihr zieht den Wagen zurück.

Schnell, beeilt euch.

Pass auf dich auf.

Geht mit dem Karren den anderen Weg.

Ich komme hier schneller heim.

Schnell, beeilt euch.

Oh nein, auch das noch.

Nichts gedeckt, macht schnell.

Los, da schrecken wir uns.

Schneller, schnell doch.

Geht gleich ins Haus hinein und sagt der

Mutter, sie soll auf gar keinen Fall das

Bett verlassen.

Einen wunderschönen guten Tag.

Wollt ihr Wasser für eure Pferde?

Sage deinem Vater, er soll herauskommen.

Wir haben keine Zeit zu verlieren.

Mein Vater ist nicht mehr da.

So, was du nicht sagst.

Nicht schlecht, das Ausrede.

Der Kerl hat Angst und schickt deswegen seine

Tochter vor.

Er soll sofort herauskommen, hörst du?

Sonst nimmt es ein böses Ende mit ihm.

Das hat es schon.

Dort ist sein Grab.

Vater wurde von einem Blitz erschlagen.

Es geschah während der Arbeit im Wald.

Und wer macht seine Arbeit jetzt?

Na ich.

Das glaubst du ja wohl selbst nicht.

Erzähl das einem anderen.

Das sind unsere Wintervorräte.

Bitte nehmen sie uns nicht weg.

Wo habt ihr es versteckt?

Meine Mutter ist sehr krank.

Schreibt nicht zu.

Und außerdem sind meine Brüder noch sehr klein.

Sie könnten sich erschrecken.

Bitte nehmt alles, was ihr wollt und zieht

weiter.

Du wagst es uns, Befehle zu erteilen?

Den Männern des Königs?

Hier werde ich beibringen.

Aufhören, es reicht.

Was soll das?

Wir wollen keine Zeit mit diesem Lumpenpack verlieren.

Ihr habt recht.

Verzeiht mir, Herr.

Das Heer hat sein Lager aufgeschlagen.

Ihr begleitet mich zum Schloss.

Beeilen wir uns Männer.

Ich will nicht noch eine Nacht verlieren.

Wir haben nur noch drei Reisetage vor uns.

Nur noch zwei, Herr.

Sei still!

Sprecht den König nicht an, wenn du dich

gefragt hast.

Lasst sie in Frieden.

Was denn?

Du wagst es dem König zu widersprechen?

Die Schneeschmelze in den Bergen treibt dieses Jahr

viel früher an als gewöhnlich.

Also der Schnee sollte für euch kein Hindernis

sein.

Da hörst du es.

Ich kann es gar nicht erwarten, heimzukehren.

So viele Jahre sah ich meinen Sohn nicht.

Und sollte wirklich kein Schnee liegen, so schaffen

wir es auch an einem Tag.

Auf geht's.

Lasst uns keine Zeit verlieren.

Für heute hattest du noch mal Glück, Kleine.

Wir nehmen deine Vorräte nicht.

Aber beim nächsten Mal solltest du aufpassen, was

du sagst.

Ich hoffe nur, es wird kein nichtses mehr

geben.

Mein geliebter Sohn Demian wird der wahre Lohn

für meinen Sieg sein.

Ich kann es kaum erwarten, ihn wiederzusehen.

Er wird so kühn und stark sein wie

ihr, Herr.

Ich bin begierig, den Krieger zu erblicken, den

ich gezeugt habe.

Wenn mein Sohn nach mir schlägt, dann wird

er jetzt wild und grausam sein.

Ja, unbezwingbar.

Demian!

Demian!

Demian!

Hier bin ich, Mutter.

Es ist ein Trupp des Heeres gesichtet worden.

Er kommt aus dem Gebirge.

Dein Vater ist bei Ihnen.

Oh, wenn das wahr sein sollte, dann bleibt

mir nicht mehr viel Zeit.

Was tust du denn da?

Ich schreibe ein Lied, das ich für ihn

erdacht habe.

Daran arbeitest du morgen weiter.

Jetzt gehst du zu Bett.

Es ist schon sehr spät.

Aber ich bin nicht müde.

Und morgen wirst du deine Westkleider anlegen.

Diese dumme Rüstung für einen kleinen Krieger.

So ist es doch viel bequemer.

Ach bitte, Mutter.

Lass mich doch bei meiner Musik.

Aber soll das bedeuten, dass du wirklich die

Musik dazu komponiert hast?

Ja, denn ich möchte unbedingt lernen, Musik zu

komponieren.

Ich will, dass mein Vater stolz auf mich

ist.

Ich will zuhören.

Nein, ich will auch zuhören.

Halt, so warte doch.

Erst muss ich die Kleinen versorgen.

Hey, was soll das?

Könnt ihr denn nicht einen Augenblick lang stillsitzen?

Nicht doch, was machst du denn?

Was ist für Mutter?

Schluss jetzt.

Denkt auch an sie.

Das schmeckt gut.

Du warst heute sehr beherzt, Alizea.

Aber auch leichtsinnig.

Du hättest mich mit ihnen reden lassen sollen.

Nein, Mutter, wie hättest du das tun wollen?

So und jetzt ist etwas.

Zum Glück hatte es der König viel zu

eilig, zu seinem Sohn zurückzukehren.

Ja, zum Glück.

Ich wäre gern der Sohn von einem König.

Was denkst du denn, wie ein Königssohn ist?

Ganz bestimmt ist er ein verwöhnter Junge, der

nur das Beste ist.

So lange bis er platzt.

Sicher ist er hartherzig und eingebildet und will

immer nur Befehle erteilen.

Ach, wie wundervoll.

Ich sage euch, er ist ganz sicher altklug

und unleidlich und kommt mit dem Leben nicht

zurecht.

Und noch dazu der Sohn von so einem

Vater.

Tja, ihr habt den König ja nicht gesehen.

Aber ich...

Und, wie war der König?

Groß war er, schön und stolz.

Aber in seinen Augen war nur Bosheit und

Hochmut zu sehen.

Aber der König hat dich ja nicht mal

getötet.

Warum bitte?

Hätte er das auch tun sollten.

So, ins Bett jetzt.

Es wird Zeit für euch.

Los, ins Bett.

Vorwärts.

Nein, lieber Schwester, ich bin auch gar nicht

müde.

Weg da!

Der König kommt!

Euer König ist zurückgekehrt.

Verbeugt euch vor ihm.

Wo sind die Würdenträger des Hofes?

Wo ist die Königin?

Ist das etwa der Empfang für einen König?

Ich bringe euch den Sieg.

Und eure Schöne zurück.

Eine Menge Sklaven in Ketten.

Und das ist euer Dank?

So heißt er mich willkommen?

Willkommen, mein Gebieter.

Ich habe die ganze Nacht voller Sorge auf

deine Ankunft gewartet.

Statt voller Sorge zu warten, hättest du einen

besseren Empfang vorbereiten können.

Oder hast du etwa inzwischen meinem Volk beigebracht,

nur dich zu lieben?

Rudolf.

Deine Untertanen achten dich mehr als du denkst.

Aber sie haben niemals große Angst, dir ihre

Liebe zu zeigen.

Was fürchten sie?

Ich bin ihr König.

Also habe ich die Gewalt über Leben und

Tod des Volkes.

Deswegen fürchten sie dich.

Bei allem, was sie tun, haben sie Angst,

etwas falsch zu machen.

Dann sollen sie eben nichts tun.

Je mehr man geliebt wird, desto mehr verweichlicht

man.

Wo ist mein Sohn?

Es ist für euch ein heißes Bad zubereitet

worden und es findet ein Bankett statt.

Penze, Wein, Festlichkeiten während der ganzen Nacht.

Ich fragte dich, wo Demian ist.

Wo ist mein kleiner Krieger?

Ich dachte, du möchtest dich erst ein wenig

aufheitern lassen nach den Anstrengungen.

Lass ihn sofort hierher bringen.

Ich will ihm meinen Männern zeigen.

Ja.

Wir wollen unseren zukünftigen Befehlshaber sehen.

Diesen Sieg hat der König allein seinem Sohn

gewidmet.

Ja, das ist wahr.

Nur für ihn habe ich diesen Sieg errungen.

Dann kommt.

Er ist mit den anderen Jünglingen des Hofes

auf dem Turnierplatz.

Habt ihr gehört?

Na los, folgt mir.

Dann werden wir ihn gleich in Aktion sehen.

Demian.

Steh bitte auf und begrüße deinen Vater.

Was?

Du sollst mein Sohn sein?

Ich entbiete euch meinen Gruß, Vater.

Dies ist ein Geschenk von mir zu Ehren

eures Sieges und eurer Rückkehr.

Was ist das?

Ein Gedicht in Versen und Musik, die ich

für euch verfasst habe, um eure Heldentaten zu

besingen.

Ich werde es heute Abend auf dem Fest

für euch und das Volk vortragen.

Du wirst was auf dem Fest machen?

Ich werde mein Gedicht vorsingen.

Du hast das hier geschrieben?

Ja, Vater.

Fünf Jahre war ich im Krieg und muss

bei meiner Rückkehr feststellen, dass aus meinem Sohn

ein Poet geworden ist.

Nein, Vater, warum habt ihr das getan?

Los, zeig sie mir.

Wo sind deine Muskeln?

Ist das etwa der Wurstkorb eines jungen Kriegers,

der seine Rüstung stützen sollte?

Was hast du aus ihm gemacht, Frau?

Hast du ihn in ein Weibsbild verwandelt?

Er hat Studien betrieben und er liest.

Er komponiert Musik.

Er kennt die Zahlen und außerdem schreibt er

und verfasst Gedichte.

Ich zeige dir, was ich mit seinen Gedichten

mache!

Von morgen an werde ich mich seiner annehmen.

Es wäre doch gelacht, wenn ich keinen Mann

aus ihm machen würde.

Es tut mir so leid, Demian.

Er hat deine Arbeit zerstört.

Das macht nichts, Mutter.

Ich habe es auswendig gelernt.

Alizea?

Alizea, wo bist du?

Es kommt ein Sturm auf, Mutter.

Sie ist dabei, das Stroh abzudecken.

Aber ich will nicht, dass sie nachts hinausgeht.

Es ist viel zu gefährlich.

Ich weiß, ich habe es ihr auch gesagt.

Aber du weißt, wie das Schwesterchen ist.

Sie hört auf niemanden.

Ich werde ihr sagen, sie soll reinkommen.

Nein, nein, meine Gotteswillen.

Ich will nicht, dass sie hinausgeht.

Hörst du?

Ich will es nicht.

Schwesterchen!

Schwesterchen!

Willst du sofort das Fenster zumachen, oder willst

du, dass alle krank werden?

Du sollst wieder reinkommen.

Mutter sorgt sich um dich.

Ich komme, so wie ich hier fertig bin.

Und jetzt schließt du das Fenster.

Hast du denn gar keine Angst?

Aber wovor denn?

Hörst du nicht?

Mach das Fenster wieder zu.

Das Einzige, wovor ich Angst habe, ist der

Sturm.

Ist da jemand?

Welcher Narr läuft bei solch einem Wetter schon

im Wald herum?

Ach, nichts als Einbildung.

Siehst du?

Wer soll schon hier sein?

Geh zu Bett.

Du bist bestimmt ganz durchgefroren.

Schlaf bitte, Mutter.

Es ist alles in bester Ordnung.

Das Stroh ist abgedeckt.

Nun kann der Sturm ruhig losgehen.

Jetzt macht er mir keine Angst mehr.

Da ist ein Mann am Fenster.

Wer soll denn da schon sein?

Leg dich wieder hin und schlaf weiter.

Ich schwöre dir, da war einer.

Ich hab ihn gesehen.

Pst.

Wirst du wohl still sein?

Willst du deine Brüder fetten?

Schlaf sofort weiter.

Da war ein Mann.

Ich hab ihn gesehen.

Kein Mensch ist da draußen.

Beruhige dich.

Siehst du?

Ich hab recht.

Nein, nicht aufmachen.

Vielleicht schlägt dein Zweig gegen die Tür.

Wär doch nett.

Nein, Kind, ich flehe dich an.

Öffne nicht die Tür.

Nein.

Nein, Kind.

Öffne nicht die Tür.

Der Mann mit einem armen Fremden, der sich

verirrt hat.

Ich habe Hunger und Durst.

Und wer seid ihr?

Ich bin auf dem Weg zum Schloss des

Königs, aber der Sturm wird gleich losgehen.

Seid barmherzig.

Ich bitte euch nur darum, mir in eurem

Haus für die Nacht Obdach zu geben.

Tu es nicht.

Aber er hat Hunger.

Und er friert bestimmt.

Nein, wir dürfen ihn da draußen nicht stehen

lassen.

Schnell.

Schnell kommt er rein.

Aber ich bitte euch, leise zu sprechen.

Sonst bachen meine kleinen Brüder auf.

Verzeiht, dass ich euch störe zu so später

Stunde.

Sicher habt ihr schon geschlafen.

Nein, nein.

Ich war noch nicht im Bett.

Meine Mutter ist sehr krank.

Ich werde mich für eure Gastfreundschaft sehr dankbar

erweisen, gute Frau.

Ich bitte nur um Unterschlupf.

Ein bescheidenes Lager, wenn es geht.

Und wenn es keine Umstände macht, etwas Warmes

zu essen.

Ich mach das schon.

Schlaf du nur, Mutter.

Ich werde euch ein wenig Suppe wärmen.

Hier könnt ihr euch ausruhen.

Verzeiht, aber wir können leider nichts Besseres anbieten.

Das ist mehr als ich erhoffte.

Ich danke dir.

Für wie ist dein Name?

Alle nennen mich Schwesterchen.

Und euer Name?

Ach, beim Namen nennt mich schon lange keiner

mehr so, wie es das.

Weißt du, ich lebe allein nun ja.

Mein Name...

Mein Name ist Arzt Charlotte.

Ein Prachtexemplar von einem Weib.

Gut gemacht, Frau.

Verstehst du es mich?

Sie meldet sich.

Sie ist eine echte Schönheit.

Wie lange schon habt ihr eine solche Frau

nicht mehr gesehen?

Seit Jahrhunderten.

Was für Augen!

Für so ein Weib würde ich alles tun.

Diese weiblichen Augen.

Ja.

Ich will dich sehen.

Warum legst du die Schleier nicht ab?

Ich frage mich, Dionira, was würdest du sagen,

wenn ich mir so eine Frau anziehen würde?

Du kannst tun und lassen, was du willst.

Das hast du ja immer gemacht.

Auf die Gefühle anderer hast du ja niemals

Rücksicht genommen.

Und wenn ich sie küsse?

Sie könnte höchstens etwas dagegen haben.

Es gibt keine Frau, die sie mir verweigern

würde.

Was ist das?

Ein Scherz?

Eine Beleidigung?

Weder das eine noch das andere.

Um deine Rückkehr gebührend zu feiern, ließ ich

eine Truppe von Gauglern kommen.

Es sind Seiltänzer, Akrobaten, Zauberer, die wundersamsten Künstler

aller Zirkusse der Welt.

Eine wertige Frau.

Ist das etwa mein Lohn?

Sag mir, ob das bloß ein Scherz von

dir ist.

Oder etwa deine Rache?

Halte mir die Sonnenleuer vom Leib!

Ich will sie nicht sehen!

Es ist schon merkwürdig.

Du, der du in wirkliche Ungeheuer gewöhnt bist,

fürchtest dich vor diesen armen Zauberkünstlern.

Zieh dich vor, Kodak.

Sie stehen unter dem Schutz der Götter des

Glücks.

Ich werde diesen Kreaturen zeigen, wo ihr Glück

aufhört.

Und zwar bei meiner Schwertspitze.

Fort aus meinen Augen, ihr Ungeheuer!

Verschwendet!

Und hört sofort auf mit dieser Musik!

Wollt ihr, dass ich rauskomme?

Ich will euch ja nicht mehr sehen!

Was gibt es mehr zu lachen?

Schluss mit der Musik, hab ich gesagt!

Auf zu lachen, du!

Oder ist es das letzte Lachen deines Lebens?

Das schwöre ich!

Wir lachen nicht über euch.

Wir lachen über sie.

Da hattest du noch mal Glück.

Und jetzt wünsche ich Ruhe.

Ruhe, verstanden?

Kein Wort will ich mehr hören.

Ihr beendet euer Essen und Trinken ins Schweigen

und werdet dann auch gehen.

Und was dich betrifft, Diomira, wo kommt diese

Musik her?

Verjage diese Spiele, auf der Stelle!

Rege dich nicht auf.

Es ist im Dämian.

Aufhören mit diesem Geheule!

Ich will dich nie wieder musizieren hören!

Ich bitte dich, tu das nicht!

Nein, Vater, die Musik ist das, was ich

am meisten liebe.

Heute wirst du sie nicht mehr lieben.

Schluss mit diesen Büchern!

Von heute an lernst du andere Dinge zu

lieben!

Schluss mit diesen Büchern!

Und Schluss mit dem Zeichnen und diesen Schriften!

Ich will davon nichts mehr sehen!

Und ich verbiete dir auch diese dumme Dichterei!

Ich habe keinen Sohn gezeugt, damit er ein

Poet wird!

Ich will einen Krieger!

Verstanden?

Weg mit diesem unnützen Zeug!

Von jetzt an will ich hier drinnen nur

noch Waffen sehen.

Keine Bücher!

Ich warne dich, nie wieder diesen lächerlichen Weiberkram!

Mutso, vernichte alles!

Vernichte seine Bücher!

Aber ihn wirst du nicht anrühren!

Keine Angst, Mutter, denn er kann es nicht

auslöschen, was in mir ist.

Seid ihr da nicht so sicher?

Du wirst schon sehen, was ich kann.

Ich weiß, wie ich dich verändern kann, Weichling.

Gleich morgen beginnen wir.

Ich will, dass du ein Mann wirst.

Wie ich

es mir vorgestellt habe, Swerth, du bist doch

schön, sanft und voller Lebenskraft.

Jener Lebenskraft, die ich brauche, um mein müdes

Alter zu schützen.

Du wirst mein sein.

Du wirst mein sein.

Na, was ist hier?

Vorwärts!

Höher!

Schneller!

Los, los, los!

Na los, beweg dich!

Spring!

Los!

Na, was ist denn?

Spring!

Du sollst springen!

Los, beweg dich!

Vorwärts!

Spring!

Was ist?

Steh wieder auf!

Das würde sogar ein Krüppel besser machen.

Kannst du nicht mal springen?

Ich bin doch kein Grashüpfer.

Das wirst du aber werden müssen.

Schneller!

Vorwärts!

Spring!

Wie ein Grashüpfer!

Ist das nicht euer ausdrücklicher Wunsch, dass ich

ein Mann werde?

Springe wie ein Grashüpfer!

Ich wusste nicht, dass Männer den Grashüpfern ähneln.

Hab ein Einsehen.

Hör doch auf damit.

Und los, los, los, los, los!

Er ist mein Sohn.

Also mache ich mit ihm, was ich will.

Aber er ist auch mein Sohn.

Und ich will auf keinen Fall, dass er

so wird wie du.

Interessant.

Das willst du nicht?

Seit wann ist es wichtig, was du willst

oder nicht willst?

Du hast wohl schon vergessen, dass du eine

Sklavin bist.

Eine Kriegsbeute.

Nichts weiter.

Und wenn ich dir befehle, zu schweigen, dann

schweigst du.

Verstanden?

Lass sofort meine Mutter in Ruhe!

Nimm das Schwert.

Verteil' sie dir.

Nein, tu's nicht.

Brühe das Schwert nicht an.

Oh doch, tu es.

Nimm das Schwert.

Du hast mich.

Bravo.

Genauso will ich dich haben.

Ja, hasse mich nur, wenn ich auf diese

Weise deine Wut zu sehen kriege.

Na, was ist?

Benimm dich wie ein Mann und greife mich

an.

Fahrwärts.

Kämpfe.

Fang an.

Los.

Ist das das, was ihr von mir wollt?

Denkt ihr etwa, ich könnte mit dem Schwert

nicht umgehen?

Gut.

Großartig.

Wunderbar.

Genauso will ich dich haben.

Ja, zeig' deine Wut.

Ich will sie in deinen Augen funkeln sehen.

Aber ich will das nicht.

Wenn das für euch bedeutet, ein Mann zu

sein, dann bleibe ich lieber ein Grashüpfer.

Schneller vorwärts.

Und los, los, los, los, los.

Ihr Scherz, was wollt ihr kaufen?

Nein, nicht was, sondern wen.

Ich will eure Tochter kaufen.

Aber sie ist nicht käuflich.

Ach, ich verstehe.

Dann erhöhe ich eben den Preis.

Das würde reichen, um in die Stadt ziehen

zu können, sich ein Haus zu kaufen und

einen ruhigen Lebensabend zu verbringen.

Was bedeutet euch ein Kind weniger?

Ihr habt ja schon so viel.

Nehmt euer Geld und verschwindet.

Hört ihr, meine Tochter ist nicht zu verkaufen.

Es ist schon viel, dass ich sie von

euch erbitte und euch ein Vermögen biete.

Ich könnte eure Tochter auch für viel weniger

haben.

Und zwar für sehr viel weniger.

Das ist schändlich.

Das hier werdet ihr bekommen.

Hinaus, raus mit euch.

Verschwindet aus meinem Haus.

Ich will euer Gesicht hier nie wieder sehen.

Mein Geld.

Vorsicht, Frau.

Ich bin Azareth.

Und was ich will, das nehme ich mir.

Was war das gerade?

Es war ein furchterregender, seltsamer Windzug.

Blitzschnell und gewaltig.

Und das Merkwürdige war, er ergriff nur dich.

Mich hat er nicht einmal gestreift.

Naja, im Augenblick habe ich keine Zeit darüber

nachzudenken.

Bald geht die Sonne unter und ich muss

noch mindestens einen Baum fällen.

Ach, alte Eiche.

Diesmal hast du mir einen sehr harten Baum

ausgesucht.

Merkwürdig.

Hey.

Das gibt es doch nicht.

Als ob er sich nicht fällen lassen wollte.

Ja, vielleicht bist du ja nur zu müde.

Hack doch die Äste von dem ab, den

du schon gefällt hast.

Du hast recht, ich darf keine Zeit verlieren.

Es ist schon spät.

Entschuldige, liebe Axt, aber ein bisschen müssen wir

noch arbeiten.

Fangen wir mit diesem Ast hier an.

Wie du willst.

Nein, nein, dafür kann ich nichts.

Ich habe alle Kraft eingesetzt.

Das schwöre ich dir.

Das habe ich auch.

Wenn ich nur wüsste, was hier vorgeht, weißt

du es?

Wieso fragst du das ausgerechnet mich?

Woher soll ich das wissen, also wirklich?

Es scheint ein Zauber zu sein.

Vielleicht war es dieser Wind.

Ein Zauber gegen mich?

Aber wieso?

Wer macht denn nur so etwas?

Ich tat doch gar nichts Schlechtes.

Lass mich nachdenken.

Nein, nein, nein, das kann nicht sein.

Das ist nicht sein Territorium.

Sag schon, an wen denkst du?

Ich kenne nur einen wirklich bösen und ganz

gemeinen Zauberer, der zu so etwas fähig wäre.

Er ist der Teufel in Person.

Aber er lebt in der Burg vom Dunklen

Tal.

In der Burg vom Dunklen Tal?

Und wo ist das?

Weit weg von hier, sehr weit.

Deshalb glaube ich auch nicht, dass er es

gewesen sein kann.

Er kommt nie in diese Gegend.

Ich weiß, dass der alte Arzarett...

Arzarett hast du gesagt?

Ist das etwa sein Name?

Ja, warum?

Dann darf ich keine Zeit verlieren.

Er war bei uns, wir haben ihm Obdach

gewährt.

Bist du sicher, dass er ein böser Zauberer

ist?

Sagt ich etwa böse?

Glaub mir, Alizea, der alte Arzarett ist durch

und durch schlecht.

Oh nein, meine Mutter, meine kleinen Brüder, sie

sind allein mit ihm.

Entschuldige, alte Eiche, aber ich muss sofort nach

Hause.

Ja, aber pass nur auf und widersprich ihm

nicht.

Dein Arzarett ist doch sehr rachsüchtig.

Jetzt!

Hör auf, dich zu produzieren und fang an

zu packen, Tizio.

Ich wollte nur nicht aus der Übung kommen.

Auf diesem Schloss hier hatte ich noch nicht

mal die Gelegenheit, meine Nummer zu zeigen.

Da hast du Glück gehabt.

Ich habe meine gezeigt und glaub mir, es

war nicht sehr angenehm.

Hier, danke.

Alle her?

Steht doch, steht!

Da kommt ein Haufen Leute.

Na los, bewegt dich!

Los, lauf!

Los, Karo!

Jetzt werdet ihr sehen, was mit denen geschieht,

die aus meinen Gefängnissen fliehen.

Wo ist mein Sohn?

Hier ist der Herr, er kommt.

Du wirst die Ehre haben, diesen Mann zu

bestrafen.

Was verlangst du von mir?

Du wirst ihn auspeitschen.

Ich?

Aber warum?

Weil du nur so lernst, dir Respekt zu

verschaffen.

Aber man zeugt mir schon Respekt.

Außerdem habe ich noch nie jemanden ausgepeitscht.

Peitsch ihn aus!

Befehl ist dir.

Vorwärts!

Los, peitsch ihn aus!

Dreißig Hiebe.

Nein.

Nein, das kann ich nicht.

Na wunderbar.

Ein Sohn, der meinen Befehlen vor den Augen

meines Volkes nicht gehorcht.

Wie irgendein Rebell.

Du hast es so gewollt.

Wenn du ihn nicht auspeitschen willst, dann wirst

du an seiner Stelle bestraft.

Führt ihn ab.

Und bindet ihn an Händen und Füßen.

Versuche ja nicht auszureißen.

Keine Sorge, das werde ich schon nicht.

Du bekommst die Strafe, die du verdienst.

Dein Hochmut ist grenzenlos.

Und der, dem du Gnade erwiesen hast, wird

dich bestrafen.

Komm her, Rebell!

Na los, komm her!

Hier ist die Peitsche.

Na los, fang an!

Jetzt will ich von dir hören, wie du

um Verzeihung winselst.

Tue es, sonst wird es nur noch schlimmer.

Peitsch ihn aus!

Nochmal.

Und hör nicht auf, bis ich es dir

befehle.

Ah!

Ah!

Prost und um Verzeihung.

Zeig, was du bereust.

Lass es alle hören.

Schrei deinen Schmerz heraus.

Heule!

Heule!

Los, ich befehle es dir!

Hör sofort auf!

Was erlaubst du dir?

Du schlägst den Sohn des Königs?

Ja, aber ihr habt es mir doch befohlen.

Hier, erbitte ihn los.

Für dieses schreckliche Vergehen verurteile ich dich zum

Tode.

Nein!

Hingerichtet wirst du durch meinen Sohn.

Ich lehe euch an, bitte tut es nicht.

Nein!

Morgen früh wirst du ihn hinrichten.

Beeilt euch!

Macht euch fertig!

Wir müssen sofort weg!

Wir müssen hier fort!

Sag uns, warum?

Er ist sehr böse und rachsüchtig.

Aber was kann er schon machen, außer uns

zu verbieten?

Mein Kind!

Mein Kind, bitte hör auf, mein Kind, nicht

anwenden!

Nein, tu es nicht!

Lass ihn gehen!

Er ist hier, mein Kind!

Mutter!

Nein, bleib hier!

Hilfe!

Nein, nein!

Lass ihn los!

Lass ihn doch los!

Lass ihn doch gehen!

Nein, Mutter, geh nicht hinaus!

Meine Kinder!

Meine Kinder!

Nein, Mutter, bleib hier!

Nein!

Schwesterchen!

Nein, lass ihn los!

Ich hab gesagt, lass ihn los!

Gib mir meinen Bruder zurück!

Lass ihn los!

Versteckt euch, ihr zwei, na los!

Versteckt euch!

Schwesterchen, Schwesterchen, hilft mir!

Ich hab Angst!

Hilf mir doch!

Schwesterchen, ich hab so große Angst!

Hilf mir doch!

Mutter, wo bist du?

Mutter!

Meine Brüderchen!

Mutter, wo seid ihr?

Hier bin ich, mein Kind!

Mutter!

Oh nein, Mutter!

Nein!

Mutter!

Mein Herz tut so weh.

Ich fühl mich so schwach.

Ganz ruhig, jetzt bin ich ja da, Mutter.

Ich bring dich nach Hause, aber du musst

mir helfen.

Allein werde ich es nicht schaffen.

Deine Brüder.

Versuch ihnen zu helfen.

Kümmere dich nicht um mich.

Für mich ist es zu spät, Kind.

Nein, bitte, Mutter, sag so etwas nicht.

Du wirst es schaffen, ich helfe dir.

Sie stirbt, Alisea.

Hilf ihr in Frieden einzuschlafen.

Was redest du da?

Hör auf!

Sie wird sich gleich erholen und wieder zu

Kräften kommen.

Wenn ich nur etwas Wasser hätte.

Wenn du weiter nichts willst.

Aber glaube mir, das wird nicht ausreichen.

Hörst du mich, Mutter?

Antworte mir, ich bitte dich.

Versuche wieder zu Kräften zu kommen.

Geh nicht fort von mir.

Denk bitte an die Kleinen, sie brauchen dich

doch.

Sie sind wieder zu Hause, weißt du?

Der Zauber ist vorbei.

Sie sind alle zurückgekehrt und warten bereits auf

dich.

Streng dich ein bisschen an, Mutter.

Sie brauchen dich.

Und ich auch.

Sie sind wirklich wieder da?

Ja, glaub mir.

Armes Töchterchen.

Du hast noch nie besonders gut lügen können.

Aber ich danke dir trotzdem.

Nein, es ist wahr, glaub mir.

Sie sind zu Hause und warten nur auf

dich.

Versprich mir.

Dass du alles tun wirst, um sie wiederzufinden.

Schwöre mir.

Dass ihr alle irgendwann wieder zusammen sein werdet.

Nein, Mutter.

Kannst es nur du.

Nein, wir machen es gemeinsam.

Sobald, sobald es dir besser geht.

Ja, du musst nur die Kraft aufbringen, dass

wir nach Hause gehen können.

Ich werde dich stützen.

Einen Schritt nach dem anderen.

Wenn wir daheim sind, wird alles wieder gut.

Du wirst sehen, es wird alles wieder so

wie früher.

Du schaffst es, ich weiß es.

Sag bitte etwas, Mutter.

Was ist denn?

Sag bitte etwas.

Warum sagst du nichts, Mutter?

Lass mich deine Stimme hören.

Bitte, Mutter.

Du musst jetzt tapfer sein.

Deine Mutter ist nun in einer anderen Welt.

In einer Welt, wo sie ihren Frieden finden

wird.

Nein, alte Eiche.

Nein.

Was soll ich denn jetzt tun?

Allein.

Nein, du bist nicht allein, mein Kind.

Du hast deine kleinen Brüder, die auf dich

warten.

Und du hast deine Aufgabe.

Ein Versprechen, was du einhalten musst.

Ja, ich.

Ich werde zu Azerith gehen und ihn in

seiner Burg ausfindig machen.

Ich werde alles tun, um meine Brüder zurückzuholen.

Aber nicht jetzt.

Lasse deine Tränen fließen.

Zeige deinen Schmerz.

Siehst du, auch der Himmel weint mit dir.

Und ich auch.

Lebe deinen Schmerz aus.

Weine, weine, mein Kind.

Ja, weine.

Lass alles heraus.

Weine.

Ich schwöre euch, dass ich alles tun werde,

um unsere Familie wieder zu vereinen.

Wo meine Brüder auch sein mögen.

Ich werde sie finden.

Und ihnen die Freiheit zurückgeben, die ihnen genommen

wurde.

Helft mir bitte, wenn ihr könnt.

Das ist kein Lebewohl.

Ich komme bald wieder.

Und schwöre, dass ich nicht allein sein werde.

Wenn ich wieder da bin.

Wie konntet ihr nur diesen Menschen heiraten, Mutter?

Es war nicht meine Wahl, Damien.

Er hat meinen Vater besiegt und wollte mich

zur Frau haben, um mich wie eine Trophäe

herumzuzeigen.

Als lebenden Beweis seiner ungeheuren Macht.

Ja.

Er hätte mein Volk vernichtet, wenn ich ihn

damals nicht geheiratet hätte.

Damien, du bist das einzig Gute, was ich

je von ihm bekam.

Aber jetzt riskiert ihr mich zu verlieren, denn

ich werde diesen Gefangenen niemals töten.

Ja, das weiß ich.

Und deshalb musst du fort von hier.

So schnell wie möglich.

Ich habe keine Angst vor ihm.

Nein, ich werde nicht fliehen.

Sei nicht törich, der ist zu allem fähig.

Und wenn du ihm gegenüber ungehorsam zeigst, wird

er dich umbringen.

Komm mit mir, schnell.

Wie weit ist es denn nur, dieses dunkle

Tal?

Ach, liebe Eiche, wenn ich nur ein paar

Hinweise hätte, das würde mir schon reichen.

Zum Beispiel, welcher dieser beiden Wege ist wohl

der richtige?

Hier lang, liebes Mädchen.

Hier lang.

Wo bist du?

Hier bin ich.

Wo denn?

Na hier, siehst du mich nicht?

Hier bin ich.

Wo versteckst du dich?

Ich verstecke mich doch nicht.

Ich bin hier.

Sieh nur richtig hin.

Ich bin hier, auf diesem alten, umgestürzten Baum.

Ich erkenne dich wieder.

Ich weiß, du bist der Schuh von meinem

ältesten Brüderchen.

Ja, während Azereth einen kleinen Brüder zu seiner

Burg brachte, geschlossen sie alle zusammen, den ganzen

Weg unter größter Vorsicht mit ihren Schuhen zu

markieren.

Ich bin der erste von zehn Schuhen.

Die anderen wirst du dann auf dem Weg

schon finden.

So finde ich die Burg des alten Zauberers

ganz sicher.

Und du willst wirklich dorthin?

Ja, möchtest du denn nicht wieder an den

kleinen Fuß meines Brüderchens?

Na, was dachtest du denn?

Gut, also nehme ich dich mit.

Ich danke dir.

Das ist das erste Mal, dass ich von

jemandem getroffen werde.

Wenn wir also die anderen neuen finden, sind

wir da.

Schnell, Dingan.

Schnell.

Also hier sind fünf, sechs, sieben, acht und

neun.

Es fehlt nur noch eine.

Aber der Weg ist zu Ende und ich

sehe keine Burg und kein Tal.

Da bin ich doch.

Siehst du mich nicht?

Da bin ich doch.

Du bist der Letzte.

Dann müsste ich ja eigentlich da sein.

Tja, aber wo?

Was heißt hier wo?

Sie über den Hügel.

Und du wirst sie sehen.

Glaubst du mir nicht?

Sieh nur.

So beeilt euch doch.

Schnell.

Ihr dürft es noch mehr Zeit verlieren.

Wenn ich aufwache, müssen wir schon weit weg

sein.

Bitte Mutter, kommt auch mit.

Versteh doch.

Ich kann mein Volk nicht verlassen.

Ich bin seine einzige Hoffnung.

Nämlich wären sie den Zorn deines Vaters schutzlos

ausgeliefert.

Aber er wird euch bestrafen.

Er wird alles an euch auslassen.

Er kann mit mir machen, was er will.

Dass du fern von hier bist, mein geliebter

Sohn.

Du hattest immer so viele schöne Träume.

Gib diese Träume niemals auf.

Bewirklich sie.

Und wenn du dich einsam fühlst, sieh diesen

Ring an.

Behalt ihn auf.

Er wird dich immer daran erinnern, dass er

dir auch ein Teil von mir ist.

Und dass meine Gedanken immer bei dir sind.

Ich will euch nicht verlassen.

Hilf mir, Mutter.

Beschütze mich.

Ich habe keine Angst.

Aber wenn du bei mir bist, dann fühle

ich mich noch mutiger.

Wo steckst du, Azareth?

Wo hast du meine kleinen Brüder versteckt?

Versuch es dir schön.

Uns nicht, aber Mutter und dir.

Mutter ist daheim.

Sorgt euch nicht.

Ich werde alles in Ordnung bringen.

Ihr werdet mit mir kommen.

Nun, das hängt ganz von eurer Schwester ab.

Davon, was sie bereit ist, für mich zu

tun.

Ist das der Dank dafür, dass ich euch

aufnahme?

Ich rettete euch vor dem Sturm.

Meine Mutter.

Meine arme Mutter.

Ja, sie war sehr krank, die arme Frau.

Aber wenn ich du wäre, würde ich nicht

mehr an sie denken.

Ich an deiner Stelle würde mich mehr um

deine armen kleinen Brüder sorgen, wenn du sie

wirklich retten willst.

Lass sie!

Lass sie sofort in Ruhe und sag mir,

was ich tun soll.

Mein magisches Zimmer muss gesäubert werden.

Ich will, dass es blanker als ein Spiegel

glätzt.

Und wenn du deine Arbeit gut machst, dann

darfst du deine Brüder wiedersehen.

Wenn du weiter nichts verlangst, es ist schon

so gut wie getan, Azareth.

Er ist sicher nicht zu Fuß geflüchtet.

So dumm ist er nicht.

Wieso sagst du, er sei geflüchtet?

Vielleicht ist Demian fortgegangen, weil für ihn hier

nichts mehr von Interesse war.

Nein, nein.

Er ist geflüchtet, weil er sich fürchtete.

Weil er ein Feigling ist.

Vielleicht hat er sich ein Pferd genommen.

Es fehlt aber keins.

Wo sind diese Ungeheuer?

Wo sind diese entsetzlichen Akrobaten geblieben?

Sie sind heute bei Tagesanbruch abgefahren.

Und du, was machst du noch hier?

Verfolge sie!

Fangen sie ein!

Bring mir meinen Sohn zurück!

Kommt mit!

Ich will ihn umgehend hier haben.

Das hier ist mein Reich.

Du musst die Spinnweben entfernen und du darfst

das Staubwischen nicht vergessen.

Wische den Boden auf und vergiss ja nicht,

meinen Arbeitstisch aufzuräumen.

Aber sei vorsichtig.

Das hier sind Zaubersöfte.

Du darfst sie nicht berühren.

Anderenfalls würde dieser dich verschwinden lassen.

Der hier würde dich in eine Fledermaus verwandeln

und dieser verfügt über die Kraft, dich einen

Monat lang schlafen zu lassen.

Und wenn du schläfst, kannst du nicht Ordnung

halten.

Und wenn du nicht Ordnung hältst, wirst du

deine Brüder nicht wiedersehen.

Aber das wird furchtbar lange dauern.

Ich habe keine Eile und du hast alles,

was du brauchst.

Besen, Wischlappen

und einen Eimer.

Wie du siehst, es fehlt dir nicht an

Putzzeug.

Ach, und den Schmutz fickst du hiermit auf.

Sobald du mit der Arbeit fertig bist, komme

ich es mir ansehen.

Aber sieh zu, dass du dich beeilst.

Denn ich muss meine Experimente wieder aufnennen.

Und danach wirst du dich auf keinen Fall

ausruhen.

Du begibst dich dann in die Küche und

wirst mir ein königliches Mal zubereiten.

Hast du mich verstanden?

Ja.

Und führe alles zu meiner Zufriedenheit aus.

Ja, Arzahed, ich werde alles so schnell wie

möglich erledigen.

Brav.

Umso besser für dich.

Was soll's?

Es hat keinen Zweck, Zeit zu verlieren.

Am besten, ich fange gleich an.

Hände weg!

Was willst du hier?

Nimm ja die Hände weg!

Was hast du hier zu suchen?

Denk ja nicht, dass wir arbeiten.

Arbeiten?

Habe ich hier etwas von Arbeiten gehört?

Ach, ich denke gar nicht daran.

Das kommt gar nicht in Frage.

Doch, ich brauche dich.

Nein, nein, ich will aber nicht.

Lass mich sofort wieder runter.

Ich bitte dich, helf mir.

Das kannst du vergessen.

Ich habe nicht die geringste Lust, auf dem

Boden herumzurutschen.

Ich hab dir gesagt, du sollst mich runterlassen.

Du bist aber gar nicht freundlich.

Lass mich runter!

Macht nichts.

Du bist ja nicht der Einzige hier.

Ich schaffe das doch ganz gut ohne dich.

Fangen wir mit der Treppe an.

Ja, bist du denn verrückt?

Ich leide doch unter einer Stauballergie.

Das fängt ja gut an.

Ich verstehe.

Dann fangen wir doch hier an.

Sag mal, spinne ich jetzt oder versuchst du

hier wirklich, mein Haus zu zerstören?

Nein, sauber mache ich, sonst nicht.

Was würdest du tun, wenn man dir dein

Haus zerstören würde?

Dein Spinngewebe macht die ganze Decke schmutzig.

Du schämst dich wohl gar nicht.

Erst zerstörst du mein Haus und dann beleidigst

du mich auch noch, du ungezogenes Kind.

Ich verstehe.

Ihr seid alle gegen mich.

Jawohl, du bist ein ungezogenes Kind.

So werde ich das nie schaffen.

Wohin fahren sie auf einmal?

Wohin fahren sie?

Warum trennen wir uns jetzt?

Wir wollen sie ein wenig irrefühlen.

Es wird nicht viel nützen, aber selbst eine

einzige Minute kann für uns kostbar sein.

Wir werden es ohnehin nicht schaffen und das

tut mir sehr leid für euch.

Vertrau mir, sie werden dich nicht finden.

Sei beruhigt.

Willst du ein Beispiel?

Siehst du meine Schwester hier?

Hm.

Abracadabra.

Hocus Pocus.

Tja, und jetzt ist sie nicht mehr da.

Wie lange müssen wir?

Tut mir leid, aber Zaubertricks dürfen nicht verraten

werden.

Also wenn ihr mich verschwinden lasst, wird es

schlimmer.

Sie werden alles in Brand stecken.

Ihr werdet sehen.

Hey, sieh nicht so schwarz.

Du wirst sehen, dass auch dein Leben irgendwann

bessere Tage bereithält.

Zeig, ob dein Schicksal es gut mit dir

meint.

Das steht in meiner Hand?

Ja, alles, mein Junge.

Aber man muss es zu lesen verstehen und

ich kann das ausgezeichnet.

Dann wollen wir mal.

Eine große Liebe sehe ich.

Eine große Liebe?

Ganz ehrlich, als ob ich dafür jetzt die

Zeit hätte.

Aber was redest du?

Die Liebeslinie ist am stärksten und am deutlichsten

ausgeprägt.

Also wird sie für dein Schicksal wichtig sein.

Aber was haben wir da?

Ich sehe ein wunderschönes Mädchen, in das du

dich verlieben wirst.

Und zwar schon bald.

Ich mich verlieben?

Keinen Gedanken verschwende ich daran.

Das interessiert mich nicht.

Sag mal, und du kannst sie wirklich sehen?

Erzähl schon, wie sieht sie aus?

Wieso fragst du?

Hattest du nicht gesagt, dass dich die Liebe

nicht interessiert?

Im Grunde nur so aus Neugierde.

Na gut, versuchen wir es mal.

Ah, da.

Da haben wir sie.

Sie hat wundervolles dunkles Haar.

Sie lacht.

Aber ich verstehe nicht recht, was sie da

macht.

Ah, jetzt erkenne ich es.

Sie putzt.

Sie geht woanders hin.

Sie hüpft.

Und hüpft gleich nochmal.

Jetzt kniet sie und wischt den Boden auf.

Sie scheint fertig zu sein.

Es sieht so aus, als würde sie tanzen.

Sie steht keinen Moment still.

Sie muss Tänzerin sein.

Ich habe das Gefühl, sie ist glücklich.

Wunderbar.

Jetzt ist alles sauber.

Sauber nennst du das?

Was hast du die ganze Zeit getan?

Nicht.

Oh nein.

Nein.

Doch.

Doch.

Du musst lernen, gehorsam zu sein.

Denn das ist das Einzige, was eine Frau

wirklich auszeichnet.

Aber so werde ich doch nie fertig.

Wann du fertig bist, das werde ich entscheiden.

Hier drinnen darf niemand schlafen.

Außer euch.

Nicht einmal ich.

Ich bin immer wach.

Er ist immer wach.

Genau.

Er darf nicht immer wach bleiben.

Ja, eben.

Ja, wir sind immer wach.

Hier in der Burg, da schläft niemand von

uns.

Und du darfst das auch nicht.

Du hast Azareth ja gehört.

Du musst arbeiten.

Nein, das ist der für die Fledermaus.

Du musst arbeiten.

Immer arbeiten.

Ohne aufzuhören.

Du wirst dich niemals ausruhen können.

Durch den wird man unsichtbar.

Ja, das ist er.

Ich werde dich keine Sekunde aus den Augen

lassen.

Und das Tag für Tag.

Woche für Woche.

Jahr für Jahr.

Ohne je zu schlafen.

Nein, was tust du denn da?

Was tust du das nicht?

Es funktioniert.

Ja.

Ja.

Na endlich.

Du musst schneller werden.

Das dauert einfach zu lange.

Verzeiht mir Azareth, das ist das erste Mal,

aber ich fand mich nicht in eurer Küche

zurecht.

Ich werde schneller sein, das verspreche ich.

Was hast du hineingetan?

Äh, ich?

Gar nichts.

Eine Suppe, die man mit nichts kocht?

Ich wollte sagen, nichts besonderes.

Das übliche, was ich immer hineintue.

Karotten, viel Kartoffeln.

Das Rezept ist mein Geheimnis.

Auch das Kochen ist eine Art Zauberei.

Ihr würdet doch auch nie die Zutaten eurer

Zaubertränke verraten.

Ich bin ich und du bist du.

Und du darfst keine Geheimnisse haben.

Wieso siehst du mich so an?

Aus Sorge, ob es euch auch schmeckt, Herr.

Na, und?

Sie ist gut.

Aber du kannst es noch besser.

Ich werde eine bessere machen, das verspreche ich.

So, und jetzt gehe ich wieder putzen.

Und wie gesagt, die nächste wird sicher sehr

gut, ganz bestimmt.

Sie ist wirklich gut.

Ja, sie schmeckt gut.

Sie ist schmackhaft.

Ich habe seit Ewigkeiten nicht mehr so gut

gegessen.

Mh.

Mh.

Ich habe es geschafft.

Jetzt muss ich meine kleinen Brüder wieder finden.

Liebes Mädchen.

Liebes Mädchen.

Schnell, komm her.

So macht er doch, bevor er aufwacht.

Komm, schnell.

Wir müssen mit dir sprechen.

Wir sind hier.

Versuch, Azereth zurückzuschieben.

Lehn ihn an den Stuhl.

Darauf falle ich nicht herein, Azereth.

Das ist einer deiner Tricks.

Nein, bitte glaub mir.

Wir werden dir zeigen, dass wir ehrlich sind.

Wir sagen dir, wie du zum Verlies am

Boden des Brunnens gelangen kannst.

Im Gang, wo die Rüstungen stehen, da gibt

es eine Treppe, die zu den Verliesen herunterführt.

Der Schlüssel dazu hängt dicht bei den Regeln.

Die findest du leicht.

Ich glaube euch.

Hoffentlich muss ich das nicht bereuen.

Nein, nein, ganz bestimmt nicht.

Glaube uns.

Liebes Mädchen.

Und jetzt?

Wir sind hier.

Kannst du uns denn nicht sehen?

Schnapp ihm das Gewand auf.

Ja, lass uns raus.

Befreie uns.

Bitte, befreie uns.

Befreie uns.

Mach schnell.

Befreie uns.

Alles ist gut.

Befreie uns.

Befreie uns.

Vielen Dank.

Wir danken dir, Alicia.

Und jetzt hör uns bitte gut zu.

Nein, nein.

Nein, du brauchst keine Angst zu haben.

Wir sind Azereths Beute.

Wir waren noch Kinder, als er uns hier

in seiner Burg aufwachsen ließ.

Wir waren gefangen, und er hielt uns wie

Sklaven.

Und als wir dann erwachsen waren, da heiratete

uns Azereth.

Noch am selben Tag, als wir seine Ehefrauen

wurden, beraubte er uns unsere Jugend, indem er

uns im Meer verliebt hat.

im wahrsten Sinne des Wortes einverleibt.

Und dasselbe wird er auch mit dir machen.

Er wird dich als Gefangene in der Burg

halten und du musst für ihn arbeiten, bis

du erwachsen bist.

Und wenn du erst alt genug bist, du

wirst sehen, dann wird er auch dich ehelichen.

Ja, und an jenem Tag wirst du in

ihm aufgehen, indem du ihm seine Jugend schenkst,

genauso wie es uns einst erging.

Siehst du nicht, wie alt er schon ist?

Hüte dich, denn er wartet nur, dass du

wächst.

Rette uns, befreie uns von ihm, nur dann

wirst du dich selbst retten können.

Ja, gut, sag mir, was ich tun soll.

Sieh mal, dort hinten auf dem Tisch, dort

muss eine Truhe stehen.

Na los, geh sie öffnen.

Ja, geh und öffne sie, schnell.

Verliere keine Zeit, Alicea.

Geh, nur Mut.

Dieser Deutscher hat Zauberkraft.

Er ist der Einzige, der Axareth töten kann.

Worauf wartest du?

Hab keine Angst, nimm ihn, nimm ihn.

Gut so, und jetzt komm wieder her.

Worauf wartest du?

Komm zurück.

Und jetzt stoss den Dolch in sein Herz,

direkt ins Herz.

Stoss den Dolch in sein Herz.

Alicea, stoss den Dolch in sein Herz.

Alicea, stoss den Dolch in sein Herz.

Stoss den Dolch in sein Herz.

Nein, das kann es nicht tun.

Nein, geh nicht rein.

Bitte.

Komm doch wieder zurück.

Betreue uns von ihm.

Betreue uns von ihm.

Brüderchen.

Brüderchen, wo seid ihr?

Da bin ich.

Da bin ich, ja da bin ich.

Aber nicht schreien, der Zauberer schläft und wir

wollen ihn nicht betten.

Aber worin gehen wir?

Wenn es uns gelingt an einen Ort, wo

wir in Sicherheit sind.

Wo ist das?

Wo finden wir ihn?

Wie heißt er?

Vater erzählte uns immer davon.

Er hatte eine Vision, einen Traum.

Er nannte ihn die neue Welt und er

glaubte, sie liege jenseits der Wüste, wo weder

das Böse noch die Angst herrscht.

Ein herrlicher Platz, wo wir...

Das ist überhaupt nicht hoch, hier können wir

runterspringen.

Aber wie sollen wir die neue Welt finden?

Es heißt, wer sie wirklich erreichen will, braucht

sie gar nicht zu suchen.

Sie zieht dich zu sich.

Ja, sie ruft dich.

Aber jetzt erst mal vorwärts.

Lass du dich als erster hinab.

Beeil dich, komm.

Los, jetzt bist du dran.

Mach schnell.

Los jetzt, schnell, fang den auf.

Hilf ihm.

Komm Schwesterchen, sei vorsichtig.

Gleich hast du es geschafft.

Gleich hast du es geschafft.

Sei bitte still.

Beeilt euch jetzt, aber nicht sie weg.

Lauft, macht schon, bevor es zu spät ist.

Schnell.

Beeilt euch.

Schnell.

Was machen wir nun?

Sie werden uns einholen.

Wir trennen uns, dann werden sie mich verfolgen.

Ich vertraue sie dir an, verstanden?

Führe sie in die Wüste, in die neue

Welt.

Lass uns zusammen gehen.

Nein, die Besen sind nur hinter mir her.

Los, lauft so schnell ihr könnt.

Pass auf dich auf Schwesterchen.

Du enttäuscht uns nicht.

Der einzige Ort, Demian, ist die neue Welt.

Jenseits der Wüste.

Dort kann dir niemand etwas Böses antun.

Mach dir also keine Sorgen.

Ach, mein Vater könnte sie erobern, nur um

mich zu finden.

Nein, alles Böse ist aus der neuen Welt.

Verbannt, Frau.

Sie wird von einer hoffnungsvollen Kraft beschützt.

Wer in mir etwas Böses tun will, wird

gar nicht erst eingelassen.

Sie ist eine Insel des Friedens, wo alle

glücklich miteinander leben und jeder den anderen achtnimmt.

Ich könnte dort dichten und komponieren und sogar

davon leben?

Aber gewiss, und wir werden dort hoffentlich von

unseren Vorführungen leben können.

Also dann sollten wir uns beeilen, Titione.

Ich will nicht mehr flüchten, ich will jetzt

ankommen.

Und ich schwöre euch, nichts wird mich davon

abhalten.

Hilfe!

Hilfe, lasst mich in Ruhe!

Helft mir!

Ich bitte euch!

Lasst mich doch, ich bitte euch!

So helft mir doch!

Lasst mich bitte in Ruhe!

Was tust du denn?

Gib mir ein Schwert!

Was hast du vor, Demian?

Sei auf der Hut, das ist echte Zauberei!

Nicht wie die Unsrige!

Halt die Klappe auf!

Was willst du nicht halten?

Es geht doch!

Komm, reich mir die Hand, schnell!

Steh auf!

Wer hat mich denn gerufen?

Ihr kriegt auch was ab!

Verschwindet!

Wohin gehst du mich hin?

Gott, wohin gehen wir?

Sie holen mich, es hat keinen Schlag!

Steck auf!

Na gemacht, Titione!

Ich würde sagen, die haben genug.

Ich werde dir etwas verraten!

Wenn du einen Zauber ohne Trick besiegen willst,

dann musst du einen Trick anwenden!

Wohin fahrt ihr mit mir?

Ich gehe nicht zur Arztsache zurück!

Beruhige dich doch, bedankt man sich so vielleicht

bei seinen Rätseln?

Das ist von unserem Aussehen täuschen lassen!

Sie sind nicht böse, das musst du uns

glauben!

Die Arme, sie ist nur verwirrt, aber sie

hat nichts gegen uns.

Sie muss allerhand durchgemacht haben, aber bestimmt hast

du Hunger und Lust.

Ja, nimm es ruhig!

Und trink ein wenig Wasser, dann geht es

dir gleich besser!

So ist es gut!

Ich will, dass du zuerst trinkst!

Hey, du bist wirklich misstrauisch, nach all der

Mühe, die ich mit deiner Rettung gehabt habe,

sei nichts alber!

Verzeiht mir bitte, aber wenn ihr wüsstet, was

ich bereits alles hinter mir habe!

Jetzt bist du bei Freunden, du brauchst keine

Angst mehr zu haben und nun erzähl uns,

was dir widerfahren ist.

Wie ist dein Name?

Mein Name ist Alizea, aber meistens nennt man

mich Schwesterchen.

Was ist?

Wagenspuren!

Ja, ja, aber da sind noch andere.

Und dort sind noch welche!

Die Wagen haben sich getrennt, um uns in

die Irre zu führen.

Welche Spur sollen wir verfolgen?

Die Zerwüste oder die andere?

Wir wollen die neue Welt erreichen.

Vorwärts!

Ja!

Und jetzt weiß ich nicht mehr, wo meine

Brüder sind.

Aber was hätte ich denn machen sollen?

Sich von ihnen zu trennen war richtig.

Ganz bestimmt hätten euch diese verhexten Besen früher

oder später gefangen.

Wenn sie die Straße zur Wüste genommen haben,

dann werden wir sie irgendwann schon treffen.

Verzweifle nicht, wir werden sie finden.

Hier, trockne dir die Tränen ab.

Jetzt bist du bei Freunden, du musst nicht

mehr alleine kämpfen.

Aber Azarat wird ganz sicher alles versuchen, um

mich zurückzuholen, das weiß ich.

Ganz ruhig, ich werde dich verteidigen.

Vertraust du mir?

Ja, gewiss.

Denn wenn du nicht gewesen wärst, dann...

Dann lächle mich an.

So ist unser Schwesterchen also keine Ballerina.

Und sie ist auch keine Sirene, wie wir

alle sehen können.

Naja, man kann sich ja auch irren, nicht

wahr, Demian?

Mach dich ja nicht über mich lustig.

Wieso sollte ich denn eine Ballerina oder eine

Sirene sein?

Nun, weil das Schicksal von Demian...

Lasse bitte diese Albernheiten.

Du darfst sie nicht ernst nehmen.

Sie machen nur Spaß.

Warum soll man nicht mal einen Spaß machen?

Man kann ja schließlich nicht ewig weinen.

Komm her.

Ich werde dir mal aus der Hand lesen.

Kannst du wirklich die Zukunft voraussagen?

Werde ich meine Brüder wiederfinden?

Holt Azarat mich?

Schaffen wir es bis zur neuen Welt?

Moment mal, Moment mal, alles hüpft der Reihe

nach.

Na ja, was haben wir denn da?

Willst du wissen, was ich sehe, Demian?

Ich sehe bei ihr dieselbe Linie, wie ich

sie bei dir gesehen habe.

Ach wirklich?

Was für ein Glück für sie.

Titione, ich werde dich ablösen.

Du bist sicher müde vom Kutschieren.

Aber was hat er denn nur?

Kümmer dich nicht darum, wer weiß.

Interessiert dich denn gar nicht, was in deiner

Hand steht?

Doch, natürlich.

Erzähl schon, was gibt es für Wichtiges?

Eine große Liebe.

Ja.

Erzähl schon, was hat sie dir aus der

Hand gelesen?

Ach, nur albernes Zeug, so wie bei dir

auch.

Also wenn es so wie bei mir ist,

ist es gar nicht so albern.

Ich habe so viele Probleme.

Was geht mich da die Liebe an?

Da geht es mir so wie dir.

Was ist dir denn wichtig?

Ich schreibe gerne, komponiere, spiele Musik und ich

trage Gedichte vor.

Also dann bist du ein Künstler.

Ich habe noch nie jemanden kennengelernt, der so

etwas kann.

Erzähl schon, und was ist wichtig für dich?

Frei sein, meine Brüder wiederfinden und dann mit

ihnen ganz von vorne anfangen.

Ja, aber ich wollte wissen, was dir persönlich

wichtig ist.

Das weiß ich nicht.

Ich habe noch nie an mich selbst gedacht,

denn ich musste bisher immer zuerst an die

anderen denken.

Dann denke jetzt daran.

Oh, das ist schwer.

Ich wüsste nicht, woran ich denken sollte.

Aber es wird doch sicher etwas geben, was

du gerne tust.

Wenn es Arzorett nicht gäbe, wenn deine Brüder

jemanden hätten, der für sie sorgen würde, wenn

du wirklich nur an dich selbst denken dürftest.

Dann, dann würde ich, dann würde, ich weiß

es nicht, ich kann einfach nicht nur an

mich denken.

Vielleicht, weil ich es nicht verdiene.

Vielleicht, weil ich auf dieser Welt nicht nur

zum Arbeiten bin, zum Holzhacken, Kochen und Putzen.

Nein, das ist nur, weil du nicht daran

gewöhnt bist, auf dein Herz zu hören.

Weißt du, ich höre ständig auf meins.

Heißt das etwa, es spricht?

Ja, immer, auch jetzt.

Und was sagt es?

Hörst du es nicht?

Du sitzt ja auch viel zu weit weg.

Komm näher, nicht so schüchtern, lehn dich an

mich.

Du wirst sehen, gleich hörst du es.

So?

Aber ich höre gar nicht.

Gut, dann erzähle ich dir, was es sagt.

Nein, lehn dich ruhig wieder an.

Es ist überzeugt, dass du die Pferde lenken

willst.

Aber das ist nicht wahr.

Ich habe so etwas noch nie getan.

Nein, es ist ganz leicht.

Hier, halte die Zügel.

Aber ich habe Angst, wir fahren ganz sicher

irgendwo gegen.

Nein, wir halten sie zu zweit.

Siehst du?

Wichtig ist, dass sie die Zügel und die

Bremse spüren.

Wenn du nach links steuern willst, ziehst du

einfach von dieser Seite.

Und wenn du nach rechts steuern willst, ziehst

du auf die andere.

Siehst du?

Du musst die Pferde spüren, dann spüren sie

auch dich.

Das ist wundervoll, es stimmt, du hast recht.

Jetzt knall mit den Zügeln, das ist wie

ein sanfter Peitschen.

Höher!

Siehst du, sie laufen schneller.

Weißt du, so ein Gefühl habe ich noch

nie gehabt.

Das ist schön, es gefällt mir, ich bin

begeistert.

Es ist herrlich.

Höher!

Höher!

Siehst du, mein Herz sagte die Wahrheit.

Und ich finde es schön, dich zu sehen,

wenn du von Herzen lachst.

Gib mir von meiner Mutter nur den Ring.

Meine Mutter ist im Geist immer bei mir.

Ich brauche nichts, um mich an sie zu

erinnern.

Aber deine lebt.

Wenn du also etwas von ihr besitzt, ist

das schön, denn du kannst sie immer wieder

sehen.

Doch meine sehe ich niemals wieder.

Aber in meinem Herzen, da ist sie lebendig.

Wenn ich einen Ring von ihr hätte, würde

das nicht viel bedeuten.

Damit will ich natürlich nichts gegen deinen sagen.

Weißt du, dass ich deinen Vater sogar schon

mal sah?

Jawohl, den König.

Dann weißt du ja auch, warum ich fortgegangen

bin.

Ja, tut mir leid, aber ich dachte gerade

an meine Brüder.

Wenn du wüsstest, wie sie dich beneiden.

Ja, was würden sie dafür geben, um so

zu leben wie der Sohn eines Königs.

Jetzt geht es ihnen allerdings auch nicht besser,

den Ärmsten, denn im Moment sind sie wie

du.

Auf der Flucht.

Tja, es gibt keinen Unterschied mehr zwischen euch.

Nur, dass du eben noch diesen Ring hast.

Dieser Ring hat es dir ja angetan.

Hey, wieso trägst du ihn nicht, Alter?

Nein, wirklich, behalte ihn nur.

Meine Hände sind herzig.

Komm schon, versuch es doch, ja?

Hey, was ist denn da passiert?

Lass uns mal den Hals wiederholen.

Demian, komm zurück!

Komm wieder zurück!

Haben sie uns angegriffen?

Was ist denn geschehen?

Der Ring, Demian hat seinen Ring verloren.

Demian!

Demian, sag was!

Wo bist du?

Demian!

Antworte mir!

Demian!

Ich hab was durchgekommen.

Demian!

Ich bin hier unten.

Sieh dir das an.

Demian, das ist ja wunderschön.

So einen Ort hab ich noch nie zuvor

gesehen.

Komm, setz dich neben mich, Alizea.

Du hast mich Alizea genannt.

Eigenartig.

So nannte mich sonst nur meine Mutter.

Alle anderen, Schwesterchen.

Aber ich werde dich immer und nur Alizea

nennen.

Ich möchte der Einzige sein, der dich so

nennt.

Und wieso?

Gefällt dir Schwesterchen nicht?

Alle, die die Schwesterchen nannten, die wollten stets

etwas von dir.

Du solltest etwas für sie tun.

Und du willst nichts von mir?

Nur, dass du bei mir bleibst.

So wie jetzt.

An einem Ort wie diesem könnte ich für

immer bleiben.

Ich auch, Demian.

Hier könnte uns niemals etwas Böses zustoßen.

Das spüre ich.

Du hast ihn wiedergefunden.

Aber sie ist nicht hässlich und verquollen, wie

du gesagt hast.

Ach, weißt du, das kommt vom Putzen und

Scheuern.

Nein, für mich ist sie wunderschön.

Ich habe Durst.

Lass uns aus der Quelle trinken.

Nein.

Ich möchte, dass du aus meinen Händen trinkst,

Alizea.

Nein, tu es nicht, wenn du ihn nicht

wirklich liebst.

Das ist meine Quelle.

Hütet euch, ich kenne ihre Macht genau.

Verzeiht uns, wir hatten euch nicht gesehen und

wussten nicht, dass dies eure Quelle ist.

Nein, nein, es tut gut.

Trinkt nur von der Quelle, ich erlaube es.

Es war seit ewigen Zeiten niemand mehr hier

und ich bin sehr glücklich darüber, dass ihr

zwei hierher gelangt seid.

Viel zu versteckt liegt dieser Ort, sodass nie

Menschen herkommen.

Stets bin ich allein.

Es muss doch herrlich sein für euch, ständig

hier zu leben.

Nein, und bitte wundert euch nicht.

Ich wurde aus der Spiegelung der Sonne im

Wasser geboren.

Ich bin die Tochter des Taus, der die

Pflanzen am Morgen befeuchtet.

Ich bin die Seele dieser Zauberquelle.

Ich bin ihr guter Geist.

Der Geist dieses magischen Wassers.

Dieses Wasser hat Zauberkraft?

Und welche Macht hat es?

Die Macht, die wahre Liebe zu beschützen.

Wenn zwei Liebende dieses Wasser trinken, einer aus

den Händen des anderen, dann kann niemand sie

jemals wieder trinken.

Gut, dann möchte ich aus deinen Händen trinken,

Alizea.

Und ich aus deinen, Demian.

Bitte trinke, denn ich will dich für immer

lieben.

Aber eins sei noch gesagt.

Wenn einer von euch nicht wirklich von ganzem

Herzen lebt, dann tritt das Gegenteil ein.

Dann trennen sich eure Wege, und zwar für

immer.

Überlegt es euch gut, bevor ihr was trinkt.

Ich will nicht, dass euch etwas Böses geschieht.

Ich finde euch zwei sehr nett.

Ich denke, jetzt solltest du wahrhaftig auf dein

Herz hören.

Ich hege keinen Zweifel.

Und du?

Nein.

Wenn eure Herzen aufrichtig sind, wird das Wasser

meiner Quelle eure Liebe auf ewig beschützen.

Und euer Glück wird das meine sein.

Denn ich verehre die glückliche Liebe.

Danke dir!

Ich werde diesen Ort nie wieder vergessen.

Weißt du, was das bedeutet?

Dass Atarek dich niemals wiederfindet.

Und auch dein Vater wird dich nicht finden.

Denn niemand kann uns trennen.

Sieh doch, nur da sind sie.

Das da hinten sind die anderen Wagen.

Sie sind vor uns angekommen.

Jetzt fahren wir gemeinsam weiter bis zur neuen

Welt.

Wir konnten sie abschütteln.

Ja, es musste für uns so aussehen.

Oh leider nein, seht euch das an.

Um Gottes willen, das gefährdet in Bewegung die

Zyone.

Wir müssen sie umzingeln und ihnen keinen Ausweg

lassen.

Das sind keine Soldaten.

Sie entwischen uns nicht.

Schnell, beeilt euch!

Wir müssen die Wagen im Kreis aufstellen.

Das sind Kurgoks, Leute.

Wir müssen uns verteidigen.

Lasst euch bloß nicht von ihren Tricks täuschen.

Holt sie euch!

Mit ein paar Tricks könnten wir sie uns

vielleicht vom Leib halten.

Weißt du wie lange?

Wir sind nicht bewaffnet.

Wir haben nicht mal Pfeil und Bogen.

Achtung!

Ereignete Momente spielen?

Wer sagt es, dass wir spielen?

Ja!

Wir schaffen es, Alizea.

Sie können nicht siegen, weil sie uns nicht

trennen können.

Ja, das ist wahr.

Der Quälters hat gesagt, dass niemand uns trennen

kann, wenn wir uns lieben.

Sie haben die Barrikaden über uns.

Ja!

Ja!

Ja!

Ihr entkommt uns nicht!

Ja!

Ja!

Hier geblieben!

Es wird euch nicht gelingen zu siegen.

Ihr werdet uns nicht siegen.

Wir müssen kämpfen.

Ich weiche nicht von deiner Seite.

Keiner kann uns trennen.

Auf mein Zeichen!

Jetzt!

Los!

Die Zionist-List hat funktioniert.

Jetzt sind wir gerettet.

Es reicht.

Die Waffen der Menschen reichen nicht aus für

Kreaturen wie diese.

Du dachtest wirklich, du hättest dich befreit von

mir?

Nein.

Du kannst mich nicht zurückholen, Azareth.

Du kannst mich nicht von Demian trennen.

Wirklich?

Ja, weil ich ihn liebe.

Und er liebt mich.

Und wenn wir uns lieben, können wir nie

getrennt werden.

Das heißt, einer von euch beiden liebt den

anderen nicht genug.

Denn ich werde euch trennen.

Du hörst diese jungen Menschen nicht an!

Was ist das für ein Zauber?

Ihr habt keine Möglichkeit.

Ich kann mich nicht bewegen.

Meine Füße werden festgehalten.

Na los!

Holt euch euren Prinzen zurück!

Nein!

Azareth, lass mich los!

Nein, Demian!

Wieso liebst du mich nicht mehr?

Lass ihn los!

Nein!

Demian!

Demian!

Nein, Azareth!

Lass mich los!

Demian!

Lieb mich auch!

Nein, vergiss ihn.

Seine Liebe zu dir ist nicht stark genug.

Er gibt dich mir und denkt an deine

Brüder.

Ja, ich habe sie wieder.

Was hast du denn geglaubt?

Ich bin es nicht, der aufgehört hat, sich

zu lieben.

Ihr schafft es nicht, mich von ihr fernzuhalten.

Alizea!

Da bin ich!

Achtung, Demian!

Ich werde dich retten, wenn du...

Nein!

Nein!

Nein, ihm gehörst du nicht.

Vergiss ihn!

Dann gehorche, als er plötzlich auftauchte!

Sorgt euch bitte nicht.

Jetzt bin ich auch wieder da.

Ich werde ihm nicht erlauben, euch etwas anzutun.

Meinst du nicht, dass du eine Bestrafung verdient

hast?

Ich bin doch schon genug bestraft.

Die Feststellung, dass Demians Liebe zu mir nur

ein Trugschluss war, ist meine Strafe.

Meint ihr nicht auch?

Das reicht nicht.

Ich muss dich bestrafen.

Deine Brüder hören von heute an auf zu

wachsen.

Sie bleiben Kinder.

Für immer.

Mutter!

Demian!

Oh, mein Sohn.

Es tut mir so leid.

Ich konnte ihn leider nicht davon abhalten.

Ich kann nicht raus.

Er verbietet es mir.

Ist das, dass er euch wie eine Gefangene

hier einsperrt?

Ja.

Genauso ist es.

Das ist meine Strafe für dich, Demian.

Deine Mutter darf ihre Gemächer auf keinen Fall

verlassen.

Und wenn sie es doch tut, haben meine

treuen Wächter Anweisung, sie auf der Stelle zu

töten.

Und nichts wird sie davon abhalten.

Bestrafe mich nicht sie!

Nur du kannst sie befreien.

Erst wenn du der tapfere, schonungslose, starke Krieger

geworden bist, der du meinem Willen nach werden

sollst, erst an dem Tag wird deine Mutter

wieder frei sein.

Was hast du mit deiner nutzlosen Flucht erreicht?

Deine Brüder hast du damit nicht gerettet.

Im Gegenteil.

Du hast ihre Situation verschlechtert.

Hast du gedacht, die Liebe zu finden?

Die Liebe?

Du bist eine Träumerin, nichts weiter.

Wie konntest du nur glauben, dass ein junger

Prinz dich wirklich lieben könne?

Wäre seine Liebe echt gewesen, dann hättet ihr

euch niemals getrennt.

Genug, es reicht!

Aufhören!

Quält mich doch nicht immer wieder.

Ich werde alles tun, was ihr wollt, um

meine kleinen Brüder zu befreien.

Das ist mir wichtiger als alles andere.

Das gefällt mir.

Sei gehorsam und demütig.

Und in dem Augenblick, wo ich von deiner

Treue überzeugt bin, werde ich deine Brüder freilassen,

das verspreche ich.

Und jetzt, mein Kind, ruh dich besser aus.

Denn von morgen an putzt du wieder die

Burg.

Hast du verstanden?

Ja, das werde ich.

Ich werde es tun.

Jetzt muss ich versuchen, zu schlafen.

Oh, Quälgeist, ihr hattet ja so recht.

Wir hätten uns nicht ewige Liebe schwören dürfen.

Sie haben es geschafft, uns zu trennen.

Demian liebte mich nicht genug.

Nein, so ist es nicht, Alisea, weil wenn...

Sieh doch, wer da angelaufen kommt.

Alisea!

Alisea, meine Liebe!

Demian!

Oh, Demian!

Oh, Demian!

Oh, mein Geliebter, wieso hast du aufgehört, mich

zu lieben?

Ich hatte keinen Grund, an meiner Liebe zu

dir zu zweifeln.

Es ist schön, es wenigstens im Traum von

dir zu hören.

Aber auch ich träume.

Dies ist mein Traum.

Nein, es ist meiner.

Seid beruhigt, jeder von euch träumt es.

Und das ist auch gut so, weil euch

zwei die Liebe durch diesen Traum wieder vereint.

Es ist nicht wahr, dass einer den anderen

nicht genug liebte, hört ihr?

Ihr liebt euch, beide, sehr stark und wie

immer.

Aber wieso schafften sie es dann, uns beide

zu trennen?

Ihr seid nur im wirklichen Leben getrennt und

über dieses habe ich leider keine Macht.

Im geistigen Leben seid ihr aber nicht getrennt

und so habt ihr die Möglichkeit, euch in

euren Träumen zu begegnen.

Und ich hab gedacht, du liebst mich nicht

mehr.

Auch ich habe an dir gezweifelt, aber nun

können wir immer zusammenbleiben.

Ich versuche, wieder zu fliehen.

Ich werde es auch wieder schaffen, Arzareth zu

täuschen.

Nein, ich kann es nicht, wegen meiner Brüder.

Ich auch nicht, wegen meiner Mutter.

Unsere Liebe scheint keine Hoffnung zu haben, Quellgeist.

Nein, das ist nicht wahr.

Hoffnung gibt es immer.

Es ist nur eine Frage der Zeit, Demian.

Gewiss, es wird sicher einige Jahre dauern, bis

Kurdog die Humira wieder freilassen wird und Arzareth

dir deine Brüder zurückgibt.

Aber dieser Tag wird irgendwann da sein und

dann findet ihr zwei euch wieder.

Jahre?

Wie viele Jahre?

Hast du etwa Angst, dass die Jahre deine

Liebe vielleicht sterben lassen könnten?

Nein, nicht meine.

Und meine auch nicht, lieber Quellgeist.

Hilf uns doch bitte, ja?

Ja, hilf uns.

Bitte, du musst uns helfen.

Keine Angst, ich helfe euch.

Ihr seid die einzigen Freunde, die ich habe

und ich werde alles tun, um euch zu

helfen.

So, und jetzt hört mir gut zu.

Wir werden sieben Jahre verstreichen lassen und genau

von heute an in sieben Jahren, ja, das

schwöre ich euch, da werdet ihr euch wiedersehen

und zwar hier, an meiner Quelle, in euren

Träumen.

Aber selbstverständlich wird das nur geschehen, wenn ihr

euch dann auch noch liebt.

Ja, von heute an in sieben Jahren.

Ich werde da sein.

Ich auch, mein geliebter.

Vergesst es nicht.

Von heute an in sieben Jahren sehen wir

uns wieder.

Aber das ist eine schrecklich lange Zeit.

Nein, nicht weinen.

Wir wollen diesen Traum nicht mit Tränen verderben.

Nein, ich darf nicht traurig sein.

Und die Erinnerung an diesen Traum wird mir

helfen, die langen Jahre ohne dich zu ertragen.

Da sie mich zu dir zurückbringen, werden sie

ganz schnell vergehen.

Sie werden vergehen wie ein Blitz.

Drück mich, drück mich ganz fest.

Was ist denn?

Was geschieht mit dir?

Ich glaube, sie holen mich.

Nein, ich will es nicht.

Geh nicht vor.

Ich will nicht.

Dagegen tun sie Wetten mich.

Nein, wach einfach nicht auf.

Ich bitte dich, mein Lieber, wach nicht auf.

Nein.

Zehn Jahre.

Ich will nicht.

Nein.

Ich will nicht.

Nein.

Wach auf.

Los, wach schon auf.

Jetzt mach schon.

Los.

Aufwachen.

Aufwachen.

Wirst du wohl aufwachen?

Ich will aber nicht aufwachen.

Genug geschlafen.

Beginne mit deiner Ausbildung.

Wie ihr wisst, wird dieser Brunnen hier von

einer natürlichen Quelle gespeist.

Ein Brunnen von ungeheurer Tiefe.

Man sagt, sein Grundliege im Innersten der Erde.

Das sind nur Legenden, Vater.

Nur Legenden.

Umso besser für dich.

Dann wird dir deine Aufgabe sehr viel leichter

fallen.

Los, gib mir den Ring deiner Mutter.

Hm, wir fangen aber schlecht an.

Beweist du mir so deinen Gehorsam?

Wenn es dir gelingt, diesen Ring wieder herauszuholen,

wirst du auch fähig sein, mein Heer anzuführen.

Und jetzt los.

Hol ihn wieder raus.

Nein, das schaffe ich nie.

Ohne meinen Körper gestärkt zu haben, kann ich

doch nicht ins Innere der Erde schwimmen.

Ich weiß, dass du es nicht schaffst, aber

versuche es.

Fang an, es zu versuchen, und wenn du

es nicht für mich schaffen kannst, oder für

dich selbst, dann denk an deine Mutter.

Erst wenn mein Sohn das schafft, was ich

von ihm verlange, erst dann werde ich ihm

die Befehlsgewalt über mein Heer anverbinden.

Und nur dann wird er würdig sein, an

meine Stelle zu treten.

Ich habe es nicht geschafft.

Ich schaffe es nicht.

Gibst du etwa schon auf?

Was soll das?

Versuche es erneut und jedes Mal tauchst du

jetzt etwas tiefer.

Tiefer sage ich!

Tiefer!

Hier ist

der Ring!

Und jetzt lasst meine Mutter frei!

Von heute an erlaube ich dir diesen Ring

zu tragen, Demian.

Jetzt gehört er dir.

Und keiner kann ihn dir je wieder wegholen.

Ja!

Die Tür ist offen, ihr dürft gehen.

Vorwärts, los!

Ihr seid frei, dankt eurer Schwester.

Kommt jetzt!

Los, lauft zu ihr und umarmt sie.

Vorwärts, wenn ihr nicht wollt, dass ich euch

in Ratten verwandle.

Schwester!

Schwester!

Schwester!

Oh ja, natürlich, ich hatte das Gefühl, dass

dies ein besonderer Tag ist für mich.

Und das nicht nur, weil ihr jetzt endlich

frei seid.

Noch ein weiteres Jahr des Gehorsams und der

Unterwerfung und deine Brüder dürfen wieder wachsen.

Jetzt, wo meine Mutter frei ist, bin ich

aufgeregt und kann von Neuem über mein Leben

nachdenken.

Wenn ich in einem Jahr oberster Heerführer bin,

Lusters, dann kann ich endlich die Frau heiraten,

die ich liebe.

Du wirst eine Frau wählen müssen, die deinem

Rang gemäß ist, Demir.

Nein, denn meine Wahl traf ich schon vor

vielen Jahren.

Und heute Nacht werde ich wissen, ob sie

mich noch liebt.

Heute Nacht kann ich sie nun endlich wiedersehen.

Dazu musst du das Schloss verlassen.

Brauchst du meine Hilfe?

Nein, doch ja, du kannst mir helfen, aber

nicht, um das Schloss zu verlassen.

Komm, ich erkläre dir, was du tun musst.

Du musst nur Wache halten vor der Tür.

Niemand darf zu mir herein und mich wecken.

Aber wenn du die ganze Nacht schläfst, wie

kannst du sie dann treffen?

Mach dir deswegen keine Gedanken, Lusters.

Ich weiß schon, wie ich sie wiedersehe.

Sieh du nur zu, dass du nicht einschläfst

und pass auf, dass hier keiner hereinkommt.

Klar.

Ich würde gern die ganze Nacht hierbleiben, um

euch anzusehen.

Aber heute Nacht kann ich nicht.

Ich warte auf diesen Augenblick seit vielen Jahren.

Ich habe eine Verabredung, die muss ich unbedingt

einhalten.

Hilf mir, heute Nacht zu schlafen.

Und mach, dass mich niemand plötzlich weckt.

Begleite mich dorthin, wo ihr auf mich wartet.

Aber wenn er nicht da ist, dann bitte

ich dich, weck mich ganz schnell, damit ich

nicht allein bleibe und in meiner Einsamkeit versinke.

Hilf mir zu schlafen.

Schlafen.

Da bin ich friedlicher Quell meiner Träume.

Ich bin zurückgekehrt und hoffe, nicht allein zu

sein.

Sagt schon, wird er zu mir zurückkehren?

Alizea!

Demian!

Hier bin ich!

Oh Demian, du bist zu mir zurückgekehrt.

Wieso zweifelst du?

Also ich war ganz sicher.

Aber du siehst hier noch genauso aus wie

damals.

Die Jahre haben dich gar nicht verändert.

Das stimmt nicht, du hast dich nicht verändert.

Nein, ich bin jetzt eine Frau.

Doch du bist unverändert, du siehst immer noch

genauso aus wie vor sieben Jahren.

Das ist nicht wahr, du siehst noch aus

wie ein Mädchen.

Ich dagegen bin ein junger Krieger geworden.

Ich habe das Gefühl, wir belügen uns.

Vielleicht sind wir Opfer eines Zaubers.

Ja, wir sind verzaubert worden.

Warum sollten wir uns belügen?

Vielleicht lügen wir uns ja gar nicht an,

Demian.

Demian!

Demian!

Demian!

Demian!

Demian!

Und umarmst du mich deshalb nicht?

Aber du umarmst mich ja auch nicht.

Die Hauptsache ist, dass du da bist.

Oh ja, aber das war doch klar, dass

ich komme.

Nur das zählt.

Das bedeutet, dass du mich noch liebst.

Hast du vielleicht daran gezweifelt?

Oh nein, aber...

Dich aufhören zu lieben, Demian, nein.

Oh Alizea.

Mein Herz schlug nur für dich.

In meinen Gedanken war ich stets bei dir.

Auch ich war in meinen Gedanken immer bei

dir, Alizea.

Warum sehe ich dich denn nicht so, wie

du bist?

Und wieso kann ich dich nicht so sehen,

wie du jetzt bist?

Verzweifelt nicht, meine Freunde.

Das ist völlig normal.

Ihr begegnet euch zwar wirklich, aber dennoch bleibt

es für euch immer nur ein Traum.

Und das, was ihr träumt, steigt aus eurer

Fantasie auf.

Jeder von euch träumt seinen Traum.

Aber wieso sehe ich Demian so, wie er

als Junge war?

Weil dies das einzige Bild von Demian ist,

das du kennst, Alizea.

Du weißt nicht, wie Demian als Erwachsener aussieht.

In deinem Gedächtnis existiert sein Bild als Erwachsener

nicht.

Träumen kannst du deswegen nur so von ihm.

Aber sei unbesorgt, er liebt dich noch.

Und nur das zählt.

Also geschieht das auch mit mir?

Aber gewiss?

Ja, auch du kannst im Traum nur die

Alizea sehen, die du von früher kennst.

Die, die du das letzte Mal im wirklichen

Leben gesehen hast.

Dann wirst du für mich immer ein Kind

sein.

Und auch du für mich.

Aber deshalb höre ich nicht auf, dich zu

lieben.

Aber das ist so, weil wir uns nur

im Traum treffen.

Wir müssen uns im wirklichen Leben sehen.

Aber dann müssen wir noch ein weiteres Jahr

warten.

Das werden wir überstehen.

Aber dann werde ich der Anführer meines Heeres

sein.

Und ich werde frei sein und kann heiraten,

wen ich will.

Ja, aber was ist, wenn du mich in

einem Jahr nicht mehr liebst?

Und du?

Du könntest mich doch auch vergessen.

Warum die Angst?

Ihr zwei habt sieben Jahre gewartet.

Und erschreckt jetzt vor einem einzigen kurzen Jahr?

Ich schenke euch noch einen Traum, meine lieben

Freunde.

Ihr könnt, wenn ihr wollt, euch wieder zur

gleichen Zeit in einem Jahr hier treffen.

Und solltet ihr zwei hier wieder erscheinen, dann

ist das das Zeichen, dass ihr euch immer

noch liebt.

Was ist ein Jahr?

Ein Jahr ist doch gar nichts.

Nur ein Jahr.

Es wird so lang sein wie ein kleiner

Seufzer oder wie ein fröhliches Lachen.

Auf bald!

Ich werde hier sein, Liebste.

Der Quellgeist hat recht.

Was ist schon ein weiteres Jahr?

Auch ich werde da sein.

Ich muss nicht wissen, wie du jetzt bist,

um dich zu lieben.

Nimm diesen Ring als Pfand meiner Liebe.

Oh, mein Geliebter.

Ich bringe ihn dir in einem Jahr zurück.

Nein!

Nein, wach nicht auf!

Wach nicht auf!

Gib mir nur einen Kuss, bitte!

Nein, ich will nicht fortgehen.

Hey, was macht ihr denn hier?

Beobachtet ihr mich etwa im Schlaf?

Du hast so merkwürdig geredet.

Du hast gesagt, Demian, Demian.

Wer ist denn dieser Demian?

Und du hast dein Kissen umarmt, so, und

hast gesagt, küss mich, mein Liebster.

Nein.

Das ist nicht wahr.

Es stimmt nicht.

Und einen Kuss, den bekam er auch nicht.

Hast du geträumt?

Ja.

Und trotzdem war es die Wirklichkeit.

War es ein schöner Traum?

Oh ja, er war wunderbar.

Ich habe geträumt, dass wir frei wären und

fröhlich und alle zusammen in die neue Welt

unterwegs waren, wo es das Böse nicht gibt,

wo alle glücklich leben und mit der Welt

zufrieden sind.

Und dort gehen wir auch hin, und zwar

zusammen.

Und Demian?

Hör auf, dich über mich lustig zu machen.

Sieh mal, sieh mal, was ich gefunden habe.

Ein Ringschwesterchen.

Sieh doch.

Er ist kostbar.

Er sieht sehr kostbar aus.

Wie kommt der denn in dein Bett?

Und was hat es damit auf sich?

Das bedeutet, es war nicht nur ein Traum.

Und dass Demian mich wirklich liebt.

Ja, er liebt dich, Alicia.

Ja, ihr liebt euch beide.

Du weißt aber noch nicht, dass du in

einem Jahr mich heiraten wirst.

Und deinen Demian wirst du nie wiedersehen, weil...

weil die Sörd dich leider am Träumen hindern

wird.

Und in einem Jahr, wenn du deine große

Liebe wiedersehen willst, wirst du leider nicht von

ihm träumen können.

Und Demian wartet dann vergeblich unten an der

Quelle der Träume.

Und selbst wenn er käme, um dich zu

suchen, wird er dich nie finden.

Denn du wirst hier sein.

Alicia!

Alicia!

Hier bin ich.

Ich komme schon.

Ich bin hier, Arterit.

Es ist schön, wenn du lachst.

Ich nehme an, es ist die Freude darüber,

dass du wieder mit deinen Brüdern zusammenleben kannst.

Ja, das ist wahr.

Das ist meine einzige Freude.

Wie du siehst, habe ich deinen Traum am

Ende doch noch verwirklicht.

Und jetzt liegt es bei dir.

Betrage dich noch ein Jahr gut und ich

lasse zu, dass deine Brüder wieder wachsen und

groß, stark und...

und frei sein werden.

Danke, Arterit.

Ich möchte mit dir anstoßen.

Dann stoßen wir auf meine Brüder an.

Nein, stoßen wir auf die Träume an.

Auf die Träume, die wahr werden.

Gut, auf die Träume.

Ja, auf die Träume, die du nicht mehr

träumen wirst, Alicia.

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