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Es war einmal vor langer, langer Zeit, da herrschte
ein kriegerischer König.
Dieser König war sehr stark und sein Machthunger
war grenzenlos.
Bleib unten, mein Sohn, bleib unten!
Majestät, wir müssen fliehen!
Schon so viele Völker hat er sich mit
Waffengewalt untertan gemacht.
Und schon so viele Könige hatten sich gegen
ihn aufgelehnt, weil sie seine Herrschaft nicht anerkennen
wollten.
Schnell weg!
Der König hatte noch jeden Aufstand erfolgreich niedergeschlagen.
Kein anderes Volk der Welt hatte es bisher
geschafft, sich ihm zu widersetzen oder ihn gar
zu besiegen.
Gegen ihn waren alle machtlos.
Komm, weiter!
Sie dürfen dich nicht kriegen!
Schnell, weg!
Der Rebell flieht!
Er versucht, in den Wald zu entkommen!
Her zu mir, Männer!
Na los doch, ihm nach!
Er darf uns auf keinen Fall entwischen!
Nach, nach, flieh!
Flieh nach!
Wir müssen ihn erwischen!
Reil dich, Viktor!
Lauf schneller!
Lauf schneller!
Ihr müsst sie aufhalten!
Haltet sie auf!
Viktor, mein lieber Sohn!
Noch am heutigen Tage sollst du mein Nachfolger
werden.
Und sehr bald schon, mein Sohn, wird der
Tag nahen, an dem du wieder zurückkehren wirst,
um auf unserem Thron zu regieren.
Und lass dich nur von deiner Liebe leiten,
denn so viel ist dein Schicksal.
Vergiss das niemals, mein Sohn.
Und nun leb wohl, mein Junge.
Geh jetzt!
Lauf!
Lauf weg!
Aber Vater, was wird mit euch?
Ich hatte dir befohlen, zu gehen!
Willst du deinem König nicht gehorchen?
Willst du deinem König tatsächlich den Gehorsam verweigern?
Willst du das?
Lauf, hab ich gesagt!
Tu es für mich!
Ja, Vater!
Bleibt stehen!
Eure Flucht ist zu Ende!
Ihr habt die Schlacht verloren, also ergebt euch,
König Karl.
Legt eure Waffen nieder und ich schenke euch
das Leben.
Solange in dem Herzen meines Volkes und in
meinem nur ein Funken Hoffnung ist, solange kämpfen
wir weiter.
Solange werden wir unsere Freiheit gegen euch verteidigen.
Niemand kann sich jemals der Macht des Drachen
widersetzen.
Die große Macht des Drachen besteht doch nur
aus Hass!
Dieser Macht werde ich mich nie beugen!
Lieber sterbe ich, als dass ich mich euch
unterwerfe!
Nun gut, ganz wie ihr wollt.
Ich werde euren Willen respektieren.
So mögen die Götter euch gnädig sein.
Und wieder einmal hatte der König des Drachen
gesiegt.
Vor sehr langer Zeit war ihm geweisagt worden,
dass er eines Tages durch einen jungen Rebellen
seinen Thron verlieren würde.
Und aus diesem Grund war er so gnadenlos
und grausam gegen jeden, der es wagte, sich
seiner Macht zu widersetzen.
Denn er glaubte fest daran, auch das Schicksal
besiegen zu können.
Eure Majestät, wäre es nicht besser, wenn wir
in einer der Höhlen Schutz suchen würden, bis
der Sturm vorüber ist?
Was sollte uns das bisschen Schnee schon anhaben?
Ich habe bereits einen Boten zum Schluss vorausgeschickt,
um unsere Rückkehr zu melden.
Nichts kann uns aufhalten!
Das Reich des Königs des Drachen erstreckte sich
so weit, dass im Norden des Reiches der
Winter tobte, während im Süden Hochsommer war.
Seht ihr sie schon?
Nein, meine Königin, das ist unmöglich!
Der Wind hat alle Feuer gelöscht!
Aber sie müssten doch schon längst wieder hier
sein!
Kommt lieber herein, Majestät!
Hier draußen ist es viel zu kalt und
Desideria wird nicht schlagen gehen, wenn ihr das
hier nicht sagt!
Schließt sofort alle Fenster, aber lasst die Fackeln
hinter den Scheiben brennen!
Ja, Eure Majestät!
Es ist Zeit für dich zum Schlafengehen, Desideria.
Aber ihr habt mir doch versprochen, dass ich
heute Abend von Vater zu Bett gebracht werde.
Das ist richtig, meine kleine Prinzessin, aber euer
Vater ist noch nicht wieder zurückgekehrt und wenn
er nicht sofort schlafen geht, dann kommt er
auch nicht.
Dann gehe ich sofort ins Bett, damit Vater
bald wieder hier ist.
Mein Liebling.
Ruhig, ganz ruhig.
Was hören euch da?
Tu bloß nicht so, als würdest du schon
schlafen, Desideria.
Wer hat da zu mir gesprochen?
Du allein bist schuld daran, dass dein Vater
noch nicht nach Hause gekommen ist, Desideria.
Ja, da hat sie völlig recht!
Du bist wirklich kein braves Mädchen, weil du
nicht schläfst.
Also wird dein Vater auch nicht nach Hause
kommen und nur weil du nicht artig bist
und nicht schläfst, wird sich deine Mutter immer
größere Sorgen machen.
Oh ja, und bald werden sie dahinter kommen,
dass nur du allein daran schuld bist.
Ja, du wirst schon sehen, zur Strafe werden
sie dir all deine Puppen wegnehmen und dann
wissen wir nicht mehr, mit wem wir noch
spielen sollen.
Schlaf jetzt!
Du musst jetzt schlafen!
Schlaf jetzt!
Sofort einschlafen!
Schlaf jetzt!
Du musst jetzt schlafen!
Pst!
Das ist aber doch nicht wahr!
Und überhaupt, wie soll ich bei diesem Lärm
schlafen können?
Was habt ihr denn, meine kleine Desideria?
Das ist alles sehr böse!
Mit wem habt ihr gesprochen?
Schlaft ihr denn immer noch nicht?
Nein, ich kann nicht einschlafen.
Meine Puppen sprechen dauernd zu mir und lassen
mich nicht einschlafen.
Und wenn ich nicht bald schlafe, dann wird
mein Vater bestimmt nicht mehr zurückkommen.
Desideria, es gibt doch keine Puppen, die reden
können.
Meine können es aber!
Hm?
Jetzt wird aber geschlafen.
Jetzt machen wir die Augen zu und wenn
ihr morgen früh aufwacht, dann ist euer Vater
wieder da.
Und wenn meine Puppen mich wieder nicht schlafen
lassen?
Wenn das so ist, dann habe ich eine
wunderbare Idee.
Sieht mal, was wir jetzt machen.
Wir nehmen alle eure Puppen und setzen sie
zusammen auf einen Stuhl.
So, das hätten wir.
Und wenn sie nun reden wollen, dann müssen
sie es eben ohne euch tun.
Nein, Amel, lasst mich Soriso hier, denn er
redet nicht.
Oh, dann ist Soriso aber ein ganz braver
Bursche.
Gute Nacht.
Gute Nacht.
Da ist
ja ein kleines Kind.
Ein kleines Kind unter den Wölfen.
Du bist ja ein Mädchen.
Wer hat es nur gewagt, dich hier auszusetzen?
Nein, nein, du hast keinen Grund mehr zu
weinen.
Denn ab jetzt hast du deinen Vater und
dein Zuhause.
Sei ganz ruhig, ich nehme dich mit mir.
Dann warst du das.
Du hast also den Sturm ausgelöst, der ganze
Wald hat mit dir geweint.
Ihr himmlischen Geister der Nacht!
Seid ihr es gewesen?
Habt ihr mir dieses kleine Mädchen geschickt, als
ein gutes Zeichen von euch?
Dann danke ich euch.
Und ich schwöre, dass ich sehr gut für
sie sorgen werde.
So als wäre sie meine eigene Tochter.
Lass mich vorbei, verschwinde!
Ich habe dir keines deiner Kinder genommen.
Es ist ein Menschenkind.
Und es ist an mir, für dieses Kind
zu sorgen.
Nicht an dir.
Endlich haben wir euch wiedergefunden, euer Majestät.
Seht her, ein wohlgemeintes Zeichen.
Die Geister haben mir noch eine Tochter geschenkt.
Reiten wir zu den anderen zurück, ich will
schnell wieder ins Schloss.
Geht nur, das Schicksal wird sich erfüllen.
Lebe wohl, meine über alles geliebte Tochter.
Und denk dran, wohin dich dein Weg auch
führen mag.
Du wirst die sein, die am meisten geliebt
wird.
Und wenn erst der Tag gekommen ist, an
dem dir dieses ganze Königreich gehören wird, dann
wird es auch uns gehören und wir werden
endlich wieder zu Menschen.
Sieh die Tür auf!
Der König ist wieder da!
Der König ist da!
Meine Königin.
Ich wusste ja, dass der Sturm euch nicht
aufhalten kann.
Ich weiß, wie stark und mutig ihr seid.
Was war das?
Sie ist ein Geschenk der Geister des Waldes.
Eine zweite Tochter.
Sie ist ja wunderschön.
Wie ist denn ihr Name?
Ihr Name?
Lass mich nachdenken.
Ich habe sie im verschneiten Wald in einer
Wolfshöhle gefunden.
Ich weiß, wie wir sie nennen werden.
Selvatscha.
Siehst du wohl, mein Vater ist zurückgekommen, obwohl
ich nicht geschlafen habe.
Ach, nimm schnell warmes Wasser, um sie zu
waschen.
Und sie muss Milch besorgen.
Und ihr müsst noch eine Wiege für sie
richten.
Sie braucht sicher viel Schlaf.
Gib es ihr erst.
Dieses Mädchen wird uns viel Glück bringen.
Habt ihr gesehen, wie zart sie ist?
Oh ja, ein so schönes Mädchen habe ich
noch nie gesehen.
Desideria, was ist denn da unten nur für
ein Durcheinander?
Mein Vater ist zurückgekommen und hat mir ein
Schwesterchen mitgebracht.
Wie bitte?
Ja, und sie ist sehr hübsch.
Arme Desideria, du bist als Baby auch einmal
sehr hübsch gewesen.
Ja, aber jetzt ist deine neue kleine Schwester
da und sie ist noch viel hübscher als
du.
Nein, das ist nicht wahr.
Oh doch, dein Vater hat sie schon jetzt
sehr, sehr lieb.
Und deine Mutter erst.
Sie hat nur noch Augen für sie.
Und vielleicht bekommt uns dein neues Schwesterchen, damit
es mit uns spielen kann.
Nein, das ist nicht wahr.
Du wirst sehr bald merken, dass es wahr
ist.
Schon bald werden alle sie mehr mögen als
dich.
Ja und vor allem dein Vater.
Du wirst schon sehen, Desideria.
Das stimmt nicht, ihr lügt.
Mein Vater liebt mich über alles.
Ich bin seine Tochter und er hat mir
bestimmt viele Geschenke mitgebracht.
Das stimmt schon, du bist die Tochter des
Königs.
Aber deine kleine Schwester ist bestimmt die Tochter
eines großen Zauberers.
Wie schön, ich wollte schon immer mal mit
der Tochter eines Zauberers spielen.
Ihr seid gemein.
Entweder hört jetzt sofort auf damit oder ich
lasse euch alle verbrennen.
Das ist nun mal die Wahrheit, Desideria.
Dein neues Schwesterchen ist viel schöner und gehorsamer
als du.
Alle werden sie lieber mögen als dich.
Mein Schwesterchen sollte ich nicht auch noch besitzen.
Sorriso, du bleibst bei mir.
Es stimmt doch, du willst doch bei mir
bleiben.
Keine Angst, Sorriso.
Es ist bestimmt dein Schwesterchen, das da weint.
Du bist genauso neugierig wie ich und willst
sie unbedingt sehen.
Aber wir müssen uns sehr beeilen, sonst werden
wir noch entdeckt und dann werden wir bestraft.
Willst du wirklich hineingehen?
Willst du nicht vielleicht auch lieber bis morgen
warten?
Ich könnte schon warten, aber meine Poppa will
sie unbedingt sehen.
Das würde ich mir an deiner Stelle nochmal
gut überlegen, Desideria.
Hörst du, wie sie weint?
Vielleicht hört sie auf zu weinen, wenn ich
ihr mein Sorriso zeige.
Na ja gut, wenn du ihr wirklich etwas
Gutes tun willst, äh, geh nur hinein.
Aber bitte nur für ein paar Minuten.
Versprochen.
Wir müssen
ganz leise sein, Sorriso.
Da, wo sie schläft.
Du brauchst sie von mir nicht zu fürchten.
Sie ist mein kleines Mädchen.
Sie ist immer noch viel kleiner.
Du kannst sie dir jetzt ansehen, aber wir
müssen aufpassen, dass wir sie nicht aufwinden.
Sieh doch Sorriso, sie hat die Augen aufgenommen.
Ich bin Desideria, deine Schwester.
Ich bin gekommen, um dich zu besuchen.
Lass dich mal anfassen.
Ah, sie hat mich gebissen.
Im Namen aller Götter.
Was ist nur geschehen?
Nicht doch, meine Kleine.
Nicht fallen.
Du musst doch nicht fallen.
Wie konnte das passieren?
Wer war das?
Hier haben wir den Übeltäter, euer Meister.
Los geht's.
Dass du es gewagt hast.
Nein Vater, es war keine Absicht, ich schwöre
es euch.
Ich wollte sie nur mal besuchen, dann hat
sie mich in die Hand gebissen.
Du Lügnerin.
Wie soll dich so ein kleines, unschuldiges Kind
beißen können?
Es ist unglaublich.
Ich habe sie den Gefahren des Waldes entrissen.
Und ihr versprochen sie zu schützen.
Und dabei sind die Gefahren hier wohl noch
größer.
Oh bitte, verzeiht mir Vater, ich wollte es
doch nicht.
Bringt sie sofort in ihr Zimmer.
Zur Strafe nehmt ihr alle Puppen weg.
Sie hat nichts anderes verdient.
Nehmt ihr alle Puppen weg.
Sie soll allein bleiben.
Nun lasst mich mal nach eurer verletzten Hand
sehen.
Das wird ein bisschen wehtun.
Sie muss allein bleiben, Befehl des Königs.
Ich werde erst gehen, wenn ich ihr die
Hand verbunden habe.
Außerdem müssen wir ihr alle Puppen wegnehmen.
Nehmt sie nur mit.
Es war Salvatore.
Sie hat mich in die Hand gebissen, aber
es will mir niemand glauben.
Aber ich glaube euch.
Aber vergesst das jetzt und morgen schließt ihr
wieder Frieden.
Und ihr auch, Amit.
Hinaus.
Ich gehe erst, wenn ich fertig bin.
Ihr seid schön artig und geht in euer
Bettchen.
Verzuckt.
Denn wenn ihr früh ins Bettchen geht, dann
wird es ganz schnell morgen.
Amit!
Los, macht ihr, dass ihr rauskommt.
Gute Nacht.
Schlaft schön, Prinzessin.
Gott sei Dank.
Dich haben sie mir nicht weggenommen.
Ihr wisst, dass euer Vater befohlen hat, euch
alle Puppen wegzunehmen.
Nein, nicht zu riechen.
Ich habe aber keine Lust, euretwegen bestraft zu
werden.
Aber er stört doch niemanden.
Na los, schon eher.
Aber ihr habt doch stets gehört, was euer
Vater befohlen hat.
Bitte.
Seht, was ihr angestellt habt.
Seid ihr jetzt zufrieden?
Ihr habt sie kaputt gemacht.
Warum nur, warum nur?
Sowieso kann auch Arma sowieso.
Das ist alles so ungerecht.
So, jetzt ist es soweit.
Jetzt wollen wir mal sehen, wie gut euer
Kuchen geworden ist.
Oh, der ist ja wundervoll geworden.
Seht nur, wie gut er geworden ist.
Selvatscha, ihr werdet mal eine sehr gute Köchin
werden.
Das habt ihr wunderbar gemacht.
Und nun werden wir auch gleich sehen, wie
euer Kuchen geworden ist, diese Derea.
Oh, euer Kuchen ist auch wundervoll geworden.
Ich muss sagen, wirklich perfekt.
Ich bin sehr stolz auf euch beide.
Das habt ihr wirklich großartig gemacht.
Dein Kuchen ist viel besser aufgegangen als meiner,
diese Derea.
Ich glaube, er wird auch viel besser schmecken
als meiner.
Ich weiß auch nicht warum, aber er sieht
so weich aus.
Und was für eine schöne braune Kruste er
bekommen hat.
Wie ist denn das nur möglich?
Er ist zusammengefallen.
Oh, wie konnte das nur passieren?
Das tut mir wirklich leid.
Was habe ich denn nur diesmal wieder falsch
gemacht?
Ich habe ihn doch genauso gebacken wie Selvatscha.
Das ist nicht gerecht.
Macht euch darüber keine Sorgen, mein kleiner Liebling.
Seht nur.
Er ist trotzdem sehr gut gelungen.
Aber bei Tisch wird der von Selvatscha aufgetragen.
Wir können ja deinen Kuchen zusammen mit der
Dienerschaft aufessen.
Nun komm Prinzessin, nehmt es nicht so schwer.
Ich wäre es, wenn ihr eurer Mutter den
Umhang zeigt, den ihr für den Geburtstag des
Königs genäht habt.
Hm?
Ich habe gehört, dass ihr in der Küche
großartige Leistungen vollbracht habt, vor allem Selvatscha.
Ja Mutter, aber diesen Umhang hier habe ich
ganz alleine genäht.
Immerhin ist Selvatscha ja auch kleiner als du,
aber in einem Jahr wird sie auch so
gut nähen können.
Ist er nicht wunderschön geworden?
Ich glaube, er wird meinem Vater gut gefallen.
Wenn du etwas sorgfältiger gearbeitet hättest, würde ihm
der Umhang bestimmt besser gefallen.
Aber ich schwöre, ich habe sorgfältig genäht.
Du solltest mir lieber versprechen, dass du es
beim nächsten Mal besser machen wirst.
Aber sie weiß es doch auch, ich habe
sorgfältig genäht.
Du hast doch gesehen, wie...
Was hast du da hinter dem Rücken versteckt?
Nichts!
Zeig sofort her!
Ah, jetzt verstehe ich.
Es war Selvatscha, sie hat die Naht aufgetrennt.
Die Sideria!
Jetzt gibt es doch noch deiner Schwester die
Schuld.
Du bist die Ältere und du solltest ihr
ein Vorbild sein.
Was?
Die Sideria!
Komm sofort wieder zurück!
Du sollst wieder zurückkommen!
Nein, ich darf nicht weinen.
Die Sideria!
Die Sideria!
Was ist denn nun schon wieder geschehen?
Ich bin zu Unrecht bestraft worden.
Und meine Mutter will mir nicht glauben.
Warum hast du deine Sachen gepackt?
Was hast du denn vor?
Ich werde weglaufen.
Sei doch nicht dumm, die Sideria!
Wo willst du denn hin?
Ganz weit weg.
Ihr hattet recht.
Selvatscha wird von allen lieber gemocht.
Alles was sie macht, ist in Ordnung.
Und sie ist immer die Beste.
Und solange sie hier ist, wird mich niemand
mehr beachten.
Nein, nein!
Warte, dein Party, die Sideria!
Du darfst nicht fortgehen!
Wir brauchen dich doch!
Ihr lügt!
Ich versuche zu spielen.
Aber keine Sorge, das könnt ihr jetzt auch.
Geh nicht fort!
Nimm uns mit!
Die Sideria!
Die Sideria!
Sie ist nicht hier.
Sie hat ihren Seidenumhang genommen.
Bestimmt hat sie das Schloss verlassen.
Nein, das ist unmöglich.
Der König hat den Mädchen ausdrücklich verboten, das
Schloss zu verlassen.
Aber vielleicht ist sie auf den Turm gestiegen.
Ganz sicher.
Ihr habt sicher recht, Mutter.
Sie würde es nie wagen, dem König den
Gehorsam zu verweigern.
Rasch, Ambe, wir müssen auf den Turm nach
sie.
Wartet auf mich, Mutter!
Ich komme auch mit!
Wo kommst du, hässlicher, schwarzer Vogel?
Wenn du einen guten Rat willst, überleg dir,
was du sagst.
Ich brauche keine guten Ratschläge.
Und am allerwenigsten von dir.
An deiner Stelle wäre ich mir da gar
nicht so sicher, Selvatscha.
Was ist denn das?
Woher kennst du meinen Namen?
Ich komme aus dem dunklen Wald, in dem
du geboren wurdest.
Und ich bin hier, um dir dabei zu
helfen, deiner Schwester den Thron wegzunehmen.
Du musst Königin dieses Reiches werden, Selvatscha.
Und der Ring des Drachen muss unbedingt dir
gehören.
Wir werden von der Königin erwartet.
Wer seid ihr?
Wir sind die Stickeris, die Königin hat nach
uns rufen lassen.
Gut, kommt da rein, den Weg kennt ihr
ja.
Meldet euch bei den Dienerinnen.
Ja, danke.
Das ist ja die Tochter des Königs.
Ach, da
steckt also deine Schwester.
Ich glaube, es wäre besser, das Volk zu
beruhigen.
Lauf lieber schnell zu deiner Mutter und sag
ihr Bescheid.
Mutter, Mutter!
Die Sideria war ungehorsam, die ist aus dem
Schloss hinausgelaufen.
Nein, Hilfe!
Lass mich mal!
Hilfe!
Hilfe!
König!
Gott sei Dank, die Sideria.
Ich bin so froh, dass ihr lebt.
Was hattet ihr denn nur vor?
Wo wolltet ihr denn bloß hin?
Ich wollte weglaufen.
Wie habt ihr euch denn das vorgestellt?
Mit solchen Kleidern müsst ihr ja überall aufwachen.
Beim nächsten Mal werde ich mich ärmlich kleiden
und mich überall mit Ruß beschmieren.
Also, was hast du zu deiner Verteidigung vorzubringen?
Ich wollte mich euren Befehlen nicht widersetzen, mein
Vater.
Und warum hast du es dann doch getan?
Ich wollte für immer weglaufen.
Was hast du da gerade gesagt?
Sprich gefälligst lauter.
Und sieh mir in die Augen.
Ja, ich wollte weglaufen.
Ich bin es leid, ständig von euch und
von meiner Mutter ungerecht bestraft zu werden.
Ungerecht?
Dein Vater und deine Mutter sind also ungerecht
zu dir?
Ein König und eine Königin sind niemals ungerecht.
Das ist doch nicht wahr.
Das Volk sagt auch, dass es keine Gerechtigkeit
mehr gibt.
Wer?
Das gemeine Volk?
Was weiß denn schon das Volk davon?
Woher soll das Volk wissen, was gerecht ist
und was ungerecht?
Ich habe die Menschen gehört.
Sie haben große Angst, sie haben Hunger und
sie sind müde.
Ich wusste gar nicht, dass ich eine so
rebellische Tochter habe.
So ist das also.
Du schenkst dem die Rede der Leute mehr
Glauben als deinem Vater.
Du zweifelst an den Worten des Königs.
Ja, weil ihr mir gegenüber auch immer ungerecht
seid.
Ihr steht immer nur auf Sylvatias Seite.
Alles, was sie macht, ist gut.
Aber was ich mache...
Sylvatia ist doch noch so klein.
Sie ist doch wirklich nur ein kleines Mädchen.
Du bist größer.
Und du bist ohnehin viel mehr.
Und weißt du auch warum?
Weil eines Tages, das hier dir gehören wird.
Dies ist mein Ring.
Wenn du dich vermählst, wird er dir gehören.
Dies ist der Ring des Drachen.
Der Ring der Herren.
Der Ring der absoluten Macht.
Nur wer ihn besitzt, hat das Recht, über
dieses Reich zu herrschen.
Du bist meine erstgeborene Tochter.
Du bist dazu bestimmt, ihn zu tragen.
Und wenn du erst eines Tages auf diesem
Thron sitzt und das Volk dann auch behauptet,
du seist grausam und ungerecht, dann ist es
vonnöten, dass du hart und unbeugsam bist und
unnachgiebig.
Denn nur wenn du hart zum Volk bist,
wirst du deine Macht halten können.
Dann gib den Ring Selvatscha.
Mich interessiert er nicht mehr.
Geh weg!
Geh mir aus den Augen!
Ihr müsst verstehen, dass euer Vater eine enorme
Verantwortung trägt.
Mit der Kraft seines Schwertes hat er hunderte
von Reichen erobert, die jetzt alle unter seiner
Herrschaft stehen.
Und wenn er nicht so hart und streng
wäre, wie würde er sich dann den nötigen
Respekt verschaffen?
Aber man kann sich Respekt auch mit Liebe
und Güte verschaffen.
Hm, das stimmt.
Dann wäre alles noch viel schöner.
Aber wenn es um Krieg und Macht geht,
dann hat die Liebe keinen Platz mehr.
Dann will ich auch die Macht nicht haben,
die mein Vater mir geben will.
Ich will den Ring des Drachen nicht haben.
Hiermit schwöre ich, dass du eines Tages mir
gehören wirst.
Für alle Ewigkeit.
Der Ring, das
wird mir Unglück bringen.
Euer Majestät, im Norden ist wieder eine Rebellion
entflammt.
Euer Wappen brennt und das Volk verlangt die
Unabhängigkeit.
Wenn das Volk will, dass es brennt, dann
wird es Feuer bekommen.
Zieht die Truppen zusammen.
Im Morgengrauen brechen wir auf.
Ist denn schon wieder Krieg, mein König?
Ja, es ist Krieg.
Wenn der Ring des Drachen erst euch gehört,
dann könnt ihr die Freiheit, die Gerechtigkeit und
den Frieden wieder einsetzen.
Aber wie soll ich das denn machen?
Mach euch darüber jetzt keine Gedanken, Desideria.
Ihr werdet schon sehen, wie schnell die Tage
vergehen werden.
Und ebenso die Kriege.
Und ihr, ihr werdet schnell lernen, das Gute
vom Bösen zu unterscheiden.
Ihr werdet lernen, Salvatia ihre kleinen Streife zu
verzahnen.
Ihr werdet lernen, dass es nicht nur wichtig
ist, geliebt zu werden, sondern auch zu lieben.
...
ausgesucht.
Desideria, wo habt ihr euch denn wieder versteckt?
Hier oben bin ich.
Ich pflücke nur ein paar Orangen für die
Tafel.
Es wäre besser, ihr würdet euch einen Garten
aussuchen, als euch um die Orangen zu kümmern.
Aber warum denn das?
Kannst du an nichts anderes mehr denken?
Wie soll ich mir einen Garten aussuchen, wenn
ich nicht mal verliebt bin?
Wie wollt ihr euch auch verlieben, wenn ihr
euch hartnäckig weigert, euch die Portraits anzusehen, die
der Hofmaler von allen Prinzen angefertigt hat, die
um eure Hand anhalten?
Die Portraits?
Wie soll ich mich verlieben, wenn ich mir
ein Portrait ansehe?
Aber so hört doch.
Wenn ihr euch die Portraits anseht, kann euch
klar werden, ob einer dabei ist, der euch
gefällt oder nicht.
Und außerdem ist für euren Vater die Zeit
gekommen, jemanden zu finden, dem er die Führung
seines Heeres anvertrauen kann.
Und es wird auch höchste Zeit für euch,
Königin zu werden.
Aber eine Königin ohne König gibt es nicht
und ihr werdet den Ring des Drachen nicht
bekommen, wenn ihr euch nicht vermählt.
Und was ist, wenn ich mich gar nicht
vermählen will?
Ihr wisst doch ganz genau, was dann passieren
wird.
Dann bekommt Sylvatia das Reich und sie würde
ohne zu überleben den erstbesten Prinzen heiraten, der
um ihre Hand anhält.
Und das nur, um Königin zu werden.
Oh, Eure Hoheit!
Welch eine Ehre!
Ich wollte gerade noch einige Änderungen an euren
Portraits vornehmen, aber euch als Modell zu haben,
ist ein sehr großes, unschätzbares Privileg und ein
unerwartetes Glück.
Ich bin nicht hergekommen, um zu posieren.
Ich will mir nur die Portraits der Freier
ansehen, die um meine Hand anhalten.
Oh!
Es wird mir eine große Ehre sein, euch
all meine Entwürfe zu zeigen.
Ich habe sie in den Schlössern der verschiedenen
Reiche angefertigt, die euer ruhmreicher Vater erobert hat.
Bitte sehr, Hoheit!
Ah, das hier.
Das hier ist der Prinz vom See, Agisilau.
Er ist ein tapferer Krieger.
Und das hier ist Sigismondo.
Es wird gesagt, er sei ein großer Mathematiker.
Ah, und der schüchterne Parslem.
Das hier, das und das.
Ah, das ist unser guter Merlik.
Und, oh, das hier.
Das ist der grausame Lisandro.
In den Kriegen hatte eurem Vater den größten
Widerstand geleistet.
Nein, den will ich nicht.
Seine Augen lassen keinen Funken von Liebe erkennen.
Und wer ist dieser hier?
Nein, der nicht, Prinzessin.
Bitte verzeiht mir.
Wieso nicht?
Zeig doch her.
Das Porträt ist mir nicht gelungen, es hat
keine Ähnlichkeit.
Und ein Künstler zeigt seine Fehler nur sehr
ungern.
Dann wollt ihr mir also damit sagen, dass
die anderen Bilder ähnlich sind?
Ja, natürlich, Hoheit.
So, als würdet ihr die Prinzen in Fleisch
und Blut vor euch sehen.
Aber warum wollen mich all diese Prinzen heiraten?
Ich verstehe das einfach nicht.
Es gibt doch noch andere hübsche Prinzessinnen.
Warum wollen sie ausgerechnet mich heiraten?
Weil du ihre einzige Hoffnung bist, endlich wieder
frei zu sein.
Das heißt aber nicht, dass sie dich nicht
lieben würden.
Ja, aber natürlich lieben sie dich, Desideria.
Wer würde eine zukünftige Königin denn nicht lieben?
Also komm, sag mir.
Welcher dieser Prinzen gefällt dir am besten?
Keiner offengesagt.
Das tut mir aber wirklich leid.
Hier bei Hofe können es alle kaum erwarten,
dass du endlich heiratest.
Du kannst uns doch nicht enttäuschen, indem du
nicht heiratest.
Ich glaube ja nicht, dass du besonders enttäuscht
wärst, wenn ich nicht heiraten würde.
Bist du mir böse, weil ich die Wahrheit
gesagt habe?
Es ist nicht immer schön, die Wahrheit zu
hören.
Ich will nicht nur deshalb geliebt werden, weil
ich mal Königin sein werde.
Wenn das so ist, dann verzichte doch auf
den Thron.
Ich würde ihn dir ja sehr gerne überlassen,
wenn...
Wenn du mir vertrauen würdest, nicht wahr?
Ich habe sehr oft den Eindruck, dass du
mir nicht sehr freundlich gesinnt bist.
Wie oft hast du dafür gesorgt, dass ich
ungerecht bestraft wurde, als wir klein waren?
Ja.
Vielleicht war ich eifersüchtig auf dich.
Du?
Auf mich eifersüchtig?
Aber warst du denn nicht immer in allem
die Beste?
Und die Liebste?
Du warst die Lieblingstochter.
Ja.
Aber ich war nie eine echte Tochter.
Das tut mir leid.
Daran habe ich nie gedacht.
Aber das ist nicht meine Schuld.
Ich wollte dich bestimmt nicht verletzen.
Ach komm, schenk mir doch ein Lächeln.
Und ich werde noch viel mehr für dich
tun.
Nun sag mir mal, nachdem dir keiner von
diesen Prinzen gefällt, beschreibe mir, wie du dir
deinen Traumprinzen vorstellst.
Ich weiß nicht.
Eigentlich habe ich darüber nie nachgedacht.
Na komm schon.
Versuchen, dir vorzustellen.
Oh, Selvatja.
Das ist wunderschön.
Wie machst du das bloß?
Achte jetzt nicht auf die Rose.
Erzähl mir von ihm.
Na ja.
Natürlich hätte ich es sehr gern, wenn er
zum Beispiel groß und stark wäre.
Aber natürlich nicht nur das.
Er müsste vor allem auch sehr selbstsicher sein.
Und stolz.
Und frei.
Und für die Dinge, an die er glaubt,
muss er auch zu kämpfen bereit sein.
Und es müsste ihm egal sein, dass ich
Königin werde.
Natürlich müsste er gerecht sein.
Und freundlich.
Das ist wirklich die schönste Rose, die ich
in meinem Leben gesehen habe.
Jede Rose hat ihre Dorne.
Ich habe dir doch gesagt, du sollst sie
nicht anfassen.
Deine kleinen Zaubereien machen mir keine Angst.
Selvatja.
Sieh doch nur.
In diesem Gesicht spiegelt sich das, was ich
im Herzen trage.
Er hat so stolze und gütige Augen.
Aber dieser Mann wird nie dein Geliebter werden.
Warum?
Komm hierher, dann siehst du es.
Oh nein.
Er ist ein Rebell.
Los, runter vom Wagen.
Ja, ich glaube gar nicht, dass du fliehen
kannst.
Das ist Prinz Viktor, Eure Majestät.
Senkt euren Blick, Prinz Viktor.
Vergesst nicht, dass ihr besiegt worden seid.
Ich bin nur euer Gefangener.
Eure Ketten machen aus mir noch lange keinen
Besiegten.
Das werden wir noch sehen.
Runter mit dir!
Und das hier bekommt ihr für
euren Stolz.
Nein!
Da ist Babybelia.
Ihr könnt mich zu Boden werfen, aber niemals
bezwingen.
Nicht einmal durch eure Niederlage lasst ihr euch
beugen.
Ihr seid so dickköpfig und starrsinnig wie euer
Vater, Viktor.
Mein Volk gibt mir die Kraft dazu.
Das Vorbild meines Vaters wird mich immer leiden.
Wir werden immer für die Freiheit kämpfen.
Wir sind genauso frei geboren wie ihr.
Aber ihr werdet euer Leben in meinem Kerker
beschließen.
Bringt sie weg!
Eure Strafe soll das Volk zu unbedingtem Gehorsam
ermahnen.
Los, steht auf!
Wie lange glaubt ihr wohl, dass euer eigenes
Volk eure Ungerechtigkeit und eure Grausamkeit noch ertragen?
Für jeden Rebellen, den ihr ins Gefängnis werft,
werden gegen euch hundert andere bereitstehen.
Wer ihr auch seid, ihr wisst immerhin, was
Erbarmen ist.
Aber wenn ihr Erbarmen mit mir habt, dann
habt auch Erbarmen mit einem grausam unterdrückten Volk.
Sagt meinem Volk, falls ihr das je tun
könnt, es soll nicht aufhören, sich zu wehren.
Selbst dann nicht, wenn ich sterbe.
sollte.
Sagt meinem Volk, es muss weiterkämpfen, denn eines
Tages werden die Gerechtigkeit und die Freiheit triumphieren.
Hast du mich erschreckt?
Wo willst du denn hin so spät?
Ich möchte ihn so gern mal aus der
Nähe sehen.
Er ist verletzt.
Wie stellst du dir das vor?
Wie willst du zu ihm hinkommen?
Überall sind Wachen postiert.
Dann hilf du mir.
Setz deine Zauberkunst ein.
Was?
Hast du mir nicht gesagt, du hättest Angst
davor?
Ich bitte dich.
Bisher habe ich dich noch nie um etwas
gebeten.
Also gut, meinetwegen.
Aber pass auf, dass du nicht dabei entdeckt
wirst.
Und jetzt beeil dich.
Aber vergiss nicht, die Wirkung hält nur für
kurze Zeit an.
Was glaubst du eigentlich?
Das habe ich nicht nur für dich getan.
Du bist ja auf einmal so gütig geworden,
Selvatja.
Ich finde es schön, meiner verliebten Schwester zu
helfen.
Besonders dann, wenn der, den sie liebt, ein
Rebell ist.
Stell dir mal vor, mein Vater würde aufwachen
und die beiden zufällig entdecken.
Was glaubst du, was dann geschehen würde?
Aber warum sollte er denn plötzlich aufwachen?
Zur Beantwortung dieser Frage benutze deine Fantasie.
Wer seid ihr?
Bitte, ihr müsst mir helfen.
Ich bitte euch.
Desideria hilft dem Rebellen.
Deine Tochter ist bei Prinz Viktor.
Desideria ist wieder mal ungehorsam.
Desideria hilft dem rebellischen Prinzen.
Desideria ist bei dem Prinzen Viktor.
Jemand, der
Mitleid und Erbarmen mit euch hat.
Wenn ich hier bleibe, dann werde ich getötet.
Dann war all euer Mühen vergebens.
Ich bin die einzig wahre Hoffnung meines Volkes.
Befreit mich.
So etwas dürft ihr nicht sagen.
Ich darf doch dem Feind des Königs kein
Gehör schenken.
Der König ist der wahre Feind.
Wir alle hatten Frieden.
Aber er hat uns mit Waffengewalt unterworfen und
uns versklavt.
Wie soll ich denn hier für die Freiheit
meines Volkes kämpfen?
Bitte verwirrt mich nicht.
Desideria, meine eigene Tochter hat mich
verraten.
Wache!
Wache zu mir!
Oh nein!
Schnell, ich flehe euch an.
Wenn ihr an die Gerechtigkeit glaubt, dann befreit
mich.
Den Schlüssel.
Sie werden uns töten.
Warum habt ihr das getan?
Das kann doch nicht nur euer Mitleid sein.
Lasst mich euch ansehen.
Nein, schnell, ihr müsst fliehen.
Mit mir.
Nein, hier entlang.
Da unten ist der Stall, da findet ihr
ein Pferd.
Sagt mir wenigstens, wie ihr heißt.
Geht und beeilt euch.
Ich werde eure Stimme nie vergessen.
Da ist er.
Bleibt stehen, wer auch immer ihr seid.
Bleibt stehen.
Lasst mich durch, ich bin die Tochter des...
Nein, du bist nicht länger meine Tochter.
Nein!
Nein, tu das nicht.
Schließt sie in ihr Zimmer ein, bis ich
wieder da bin.
Jetzt muss ich mich erst um Prinz Victor
kümmern.
Mir nach.
Such den ganzen Hof nach ihm ab.
Er kann auf dem falschen Strand sein.
Hier.
Los.
Da ist er.
Hier, hier.
Schnappt ihn ein.
Ich will ihn tot oder lebendig.
Bringt ihn mir wieder her.
Ihr dürft ihn nicht entkommen lassen.
Ist dir eigentlich klar, welche schwere Schuld du
mit dieser Tat auf dich geladen hast?
Ist es eine Schuld, einem Volk zu helfen,
das weder Brot noch Gerechtigkeit hat?
Victor ist der größte Feind dieses Volkes.
Denn er ist der größte Feind seines Königs.
Er ist ein Rebell und ein Verräter.
Wie kann ein Prinz, der für seine Freiheit
kämpft, denn ein Verräter sein?
Ihr solltet doch lieber seinen Mut bewundern.
Ich kann solche Dummheiten nicht mehr länger dulden.
Die Zeit ist für dich gekommen, endlich deine
Pflichten zu übernehmen.
Gleich morgen werde ich die Prinzen aller Reiche,
die ich erobert habe, hier im Schloss zusammenrufen.
Und einer von ihnen wird dich zur Frau
bekommen.
Wo ist der Gefangene?
Er hat sich in den See des Kristallinenschwertes
gestürzt und ist verschwunden.
Ihr Nichtsnutzer!
Ihr solltet ihn gefangen nehmen!
Er ist mit Sicherheit tot, Euer Majestät.
Aber ich wollte, dass er hier im Schloss
hingerichtet wird.
Sein Tod sollte jedem, der sich auflehnt, eine
Wahrheit sein.
Es ist meine Schuld.
Nur ich bin schuld daran.
Hätte ich dir nicht zur Flucht verholfen, dann
wärst du jetzt noch am Leben.
Aber der Tod in Gefangenschaft wäre für dich
nur noch schlimmer gewesen.
Jetzt bist du endlich frei.
Und wo immer du jetzt bist, du sollst
wissen, dass ich dich liebe.
Ja, für alle Ewigkeit.
Ich liebe dich auch.
Ich liebe dich, Stimme ohne Gesicht.
Wie ich siehe, seid ihr erwacht.
Aber, wer seid ihr?
Seht mich an!
Wer seid ihr?
Vor euch steht der Geist der Quelle.
Wo bin ich hier?
Wer hat mich hierher gebracht?
Ihr saßt mitten in meinem Reich, im Reich
der Abgründe.
Ich habe euch aus der endlosen Tiefe meines
Reiches gewohnt.
Und euch an meinem Herzen gelegt, während ihr
mir in Tode gerungen habt.
Ja, aber, dann bin ich also tot?
In eurem Herzen tagt ihr den Hass, der
den Tod bedeutet.
Und auch den Wunsch nach Rache.
Und nur die Liebe, die in eurem Herzen
entflammt ist, hat euch wieder ins Leben zurückgebracht.
Die Liebe?
Aber woher wisst ihr denn von meiner Liebe?
Ich habe in eurem Herzen gelesen.
Aber, ich sehe in eurem Herzen kein Gesicht.
Ich höre dort nur eine Stimme.
Ja, es ist die Stimme derjenigen, die mich
befreit hat.
Und es ist die Stimme derjenigen, mit der
ihr eines Tages ein großes Reich des Friedens
errichten werdet.
Aber dazu muss ich doch weiter kämpfen.
Und ihr müsst sehr vorsichtig sein.
Denn der Weg zur Freiheit ist noch lang,
beschwerlich und voller Tücken und unerwarteter Gefahr.
Oh, ich bin gerne bereit, mich diesen Tücken
und Gefahren zu stellen, nur um die Macht
des Drachen zu besiegen.
Dann seht dort.
Vor euch seht ihr das magische Kristallschwert.
Nur seine Spitze vermag den Panzer des Drachen
zu durchdringen und ihn dadurch zu vernichten.
Nein, haltet ein, Victor.
Denjenigen, dessen Hand dieses Schwert von hier weg
nimmt, ist es bestimmt, den Rest seines Lebens
in diesen Abgründen zu verbringen.
Denn das ist sein Schicksal.
Aber das kann ich nicht.
Ich muss leben, um meinem Volk zu helfen.
Und um meine Liebe zu finden.
Dann müsst ihr euren Kampf nur mit euren
eigenen Kräften führen.
Aber verzweifelt nicht.
Euer Herz ist so rein und ohne Hass,
außer gegen die Ungerechtigkeit.
Vielleicht gelingt euch deshalb euer Unterfangen.
Und jetzt geht.
Meine Hand wird euch wie eine sanfte Strömung
wieder ans Ufer des Sees zurückbringen, Prinz Victor.
Lebt wohl, gute Fee.
Nein, nicht geht wohl, sondern auf Wiedersehen.
Denn viel früher, als ihr vielleicht glaubt, werden
wir uns wieder begegnen.
Mach Platz da, Platz!
Mir aus dem Weg!
Mach den künftigen Sieger den Weg frei.
Den Weg frei für Lysandro.
Platz für den künftigen Sieger des Turniers.
Ich an eurer Stelle wäre mir nicht so
sicher, Prinz Lysandro.
Denn ich habe keine Angst vor eurer Peitsche.
Ich werde euch nicht mit der Peitsche besiegen,
Hatschelsilau.
Für euch reicht ein Blick völlig aus.
Ich werde eure Oberfläche besiegen.
Ich werde eure Unverschämtheiten nicht länger hinnehmen.
Falls noch jemand Lust verspürt, soll er vortreten.
Franzist, komm her!
Dann brauche ich das Turnier nicht abzuwarten.
Wo ist der versprochene Preis?
Wo ist die Prinzessin?
Zeigt sie uns!
Zeigt sie uns, für wen wir uns schlagen
sollen!
Nein, geh nicht hinein, Desideria!
Warum nicht?
Ich will mit Salvaccia sprechen.
Aber jedes Mal, wenn du zu Salvaccia ins
Zimmer gehst, steckst du hinterher in der Klemme.
In der Klemme stecke ich sowieso schon.
Was da mir denn noch Schlimmeres passiert?
Jetzt übertreibst du, aber geh nur hinein.
Es war gar nicht schwer.
Der König hat nicht mal gemerkt, dass ich
es war, der ihm geflüstert hat, dass Desideria
bei ihm gefangen war.
Nun ist der König so wütend, dass er
seine Entscheidung, Desideria mit dem Turniersieger zu verheiraten,
bestimmt nicht rückgängig machen wird.
Du hast recht, aber sprich lieber nicht so
laut.
Man kann nie wissen, ob uns nicht vielleicht
doch jemand so hört.
Stimmt, genau.
Du hast gar nicht recht, Salvaccia.
Desideria!
Ich habe dich gar nicht hereinkommen hören.
Dadurch habe ich alles genau mit angehört.
Ach, wirklich?
Es gehört sich nicht, an fremde Türen zu
lauschen.
Ja, das stimmt wohl.
Aber dafür ist das, was du getan hast,
noch viel schlimmer.
Und jetzt verstehe ich auch, warum du mir
in jener Nacht geholfen hast.
Du wolltest, dass ich vom König entdeckt werde.
Ich habe dem Raben nicht gesagt, er soll
spionieren.
Er hat von alleine...
Hör auf zu lügen!
Und dabei habe ich dich immer beneidet.
Du hast es verstanden, dich bei allen beliebt
zu machen.
Und dabei warst du so geschickt, dass niemand
gemerkt hat, wie du wirklich bist.
Du bist wirklich eine kleine, naive, dumme Gans.
Wenn man so ist wie du, wird man
nie Königin...
Du wirst auch nicht Königin werden.
Und selbst wenn ich...
Du hast niemals den Mut, die Hand gegen
mich zu erheben.
Aber ich habe den Mut.
Du bist nur eine dumme Gans.
Du bist nur eine kleine, dumme Gans.
Das wirst du mir büßen, du Verräterin!
Aufhören!
Sofort aufhören!
Ihr solltet euch schämen!
Ich wundere mich sehr über dich, Desideria.
Selvatja hat mich verraten, Vater!
Das muss gerade sie behaupten.
Sie hat schließlich ihrem Vater den König verraten.
Selvatja hat recht.
Du bereitest mir nur noch Kummer.
Schon wieder.
Ihr glaubt mir nicht ein einziges Mal.
Ihr gebt mir nie recht.
Verdienst du es denn?
Nach allem, was du angerichtet hast?
Aber jetzt ist Schluss damit.
Bereite dich vor.
Die Prinzen erwarten dich.
Beeil dich!
Ein Hoch auf den König!
Auf den König!
Auf euer Wohl, euer Majestät!
Wir danken euch sehr für eure Großzügigkeit und
für eure Gastfreundschaft.
All diese Annehmlichkeiten lassen uns für einen Moment
vergessen, dass wir hier sind, um zu kämpfen.
Wo ist denn die Prinzessin?
Die Trophäe!
Ist etwa ihre Schönheit all unsere Mühen nicht
wert?
Überlegt euch gut, was ihr sagt.
Der Sieger dieses Turniers wird nicht nur die
Hand meiner Tochter erhalten, sondern auch die Freiheit
für sich und sein Volk.
Er wird König werden.
Sobald ich mich dazu entschlossen habe, habe ich
mich zurückzuziehen.
Aber mit Verlauf, euer Majestät.
Lissandro hat recht.
Wir sind ja nicht nur hierhergekommen, um für
ein Recht zu kämpfen, sondern wir kämpfen hier
auch um eine Frau.
Ja, er hat recht, ist wahr.
Zeigt uns doch wenigstens, ob Sie Ihren Bildnis
noch gleich seht.
Der Anblick der Prinzessin könnte uns während des
Kampfes ermutigen.
Zeigt uns Desideria, euer Majestät.
Wo ist die Prinzessin?
Kann es sein, dass die Prinzessin sich vor
unseren Blicken fürchtet?
Aber umso mehr eure Worte und eure Anmaßungen.
Merkt euch, ich bin kein Gegenstand.
Ich bin kein Preis.
Und ich bin auch keine Trophäe.
Und ich lege auch keinen Wert darauf, auf
dem Schlachtfeld erobert zu werden.
Das tut mir sehr leid für euch.
Aber es ist doch der Wille eures Vaters.
Und wir sind gekommen, um ihn zu erfüllen.
Aber wenn es nur nach mir ginge, so
könnte ich euch gewiss auch mühelos ohne das
Turnier erobern.
Ach, wirklich?
Wie würdet ihr mich denn erobern?
Vielleicht mit eurem Charme?
Ich weiß sehr genau, was die Frauen mögen.
Und glaubt nicht, dass ihr anders seid als
alle anderen Frauen.
Ich könnte euch nach meinem Willen gestalten und
formen.
Ohne weiteres.
Ein mutiger und starker Mann wie ich bringt
euch ohne Mühe zum Schmelzen wie Schnee in
der Sonne.
Ich kann es kaum noch erwarten.
Ich fürchte, ihr wartet umsonst.
Euer Einverständnis brauche ich dafür nicht.
Jetzt habe ich aber genug.
Ich habe dir noch nicht die Erlaubnis gegeben,
dich zu entfernen.
Was habt ihr nur für ein kaltes Herz,
dass ihr eure Tochter solchen Rüpeln überlassen wollt?
Wie soll ich so einen herzlosen Vater respektieren
können?
Wie kannst du es nur wagen, so mit
mir zu sprechen?
Komm sofort wieder zurück!
Das seht ihr ja!
Lass mich los!
Da seht ihr es.
Wir beide sind bereits verbunden.
Wartet nur meinem morgigen Sieg ab, euer Majestät.
Und ich kann euch versprechen, schon in kurzer
Zeit habe ich eure Tochter in ein sanftes
Lamm verwandelt.
Aufhören!
Los damit!
Ruhe!
Aufhören!
Sissi Gerier, was macht ihr denn da?
Warum zerreißt ihr denn euren Umhang?
Weil ich will, dass er alt und abgetragen
aussieht.
Aber...
Außerdem muss ich noch ein Kleid finden, das
ein wenig zerschlissen und verwaschen ist.
Aber...
Aber wozu denn?
Wenn ich jetzt wieder das Schloss verlasse, dann
will ich nicht, dass mich jemand erkennt.
Nein, das dürft ihr nicht tun, Desideria.
Denkt doch daran, welchen Schmerz ihr euren Eltern
zufügen würdet.
Kümmern sich denn meine Eltern darum, welchen Schmerz
sie mir zufügen?
Aber das ist doch noch nicht alles.
Wo wollt ihr denn überhaupt hin?
Ihr kennt die Welt nicht.
Sie ist sehr gefährlich.
Keine Gefahr, die es in der Welt da
draußen gibt, könnte auch nur annähernd so groß
sein wie die Gefahr hier.
Fasst bitte keine Entschlüsse, die ihr vielleicht bereuen
könntet.
Bitte hört mich an, Desideria.
Wenn ihr fortgeht, wird euch euer Vater dies
nie verzeihen.
Überlegt doch erst, was geschehen wird, wenn er
merkt, dass ihr geflohen seid.
Und außerdem, Desideria...
Ihr seid doch mein liebster Schatz.
Desideria, hört mir zu.
Seid ihr denn wirklich fest entschlossen und wo
wollt ihr denn hin?
Das Wichtigste ist erst einmal hier wegzukommen.
Das Schicksal wird mir dann schon meinen weiteren
Weg weisen.
Also gut, dann werde ich euch helfen.
Komm.
Jetzt wird euch niemand mehr erkennen.
Ihr werdet schon sehen.
Ihr werdet mir als Einzige in guter Erinnerung
bleiben.
Halt, wartet einen Moment!
Ich möchte gerne, dass ihr noch zwei Dinge
mit euch nehmt.
Das ist das eine.
Vergesst eure Familie niemals.
Ihr Anblick wird mir die Kraft geben, nie
mehr zurückzukommen.
Nein, nein, nein, nein.
Ihr Anblick wird euch helfen, ihnen zu verzeihen.
Halt!
Ihr habt das Zweite vergessen.
Seht nur, ich habe ihn schon vor Jahren
mit eigenen Händen wieder zusammengenäht.
Ich habe ihn euch nicht leicht gegeben, weil
ich befürchtete, sie würden ihn euch wieder wegnehmen.
Naja, und dann habe ich lange Zeit gedacht,
ihr würdet ihn vielleicht nicht mehr brauchen.
Aber jetzt...
Sorriso, mein lieber Sorriso.
Er wird euch beschützen.
Die gute Seefee hat ihn euch als Geschenk
am Tag eurer Geburt geschickt.
Ich war immer davon überzeugt, dass er euch
Glück bringen wird.
Wo bin ich nur?
Du bist aus dem Schloss weggelaufen und nun
bist du allein, mitten in der Wüste.
Wer hat da geredet?
Das hast du gut gemacht.
Im Schloss hat es mir sowieso schon lange
nicht mehr gefallen.
Dieser Ort muss verhext sein.
Wer bist du?
Zeig dich mir.
Hier bin ich.
Warte, ich komme.
Ich komme schon.
Gar nicht so leicht.
Hallo Desideria.
Wir haben uns seit Jahren nicht mehr gesehen.
Als kleines Mädchen warst du hübsch, aber jetzt
bist du eine richtige Schönheit geworden.
Und das, obwohl du schmutzig bist und dein
Kleid zerschlissen ist.
Sorriso, du?
Wie ist denn das nur möglich?
Vorsicht, Vorsicht!
Du bewegst dich.
Und du redest.
Deine Puppen haben doch auch jahrelang mit dir
gesprochen.
Nicht wahr?
Aber du hast nie gesprochen.
Bei dem ganzen Klatsch war das doch die
einzige Möglichkeit, von dir bemerkt zu werden.
Du hast recht, du warst ja auch immer
mein Liebling.
Wirklich?
Ja.
Nein, wirklich?
Ich freue mich wirklich, dich wiederzusehen.
Ich kann es kaum glauben, draußen an der
frischen Luft zu sein.
Es ist hier draußen doch nicht gefährlich, oder?
Ich weiß nicht.
Aber du bist ja da und wirst mich
beschützen.
Ja stimmt, ich bin da.
Aber wer beschützt mich?
Du hast schon einmal vor langer Zeit zugelassen,
dass ich in tausend Stücke zerfetzt worden bin,
weißt du noch?
Niemand wird dir noch einmal wehtun und niemandem
wird es gelingen, dich mir wegzunehmen.
Das verspreche ich dir.
Das beruhigt mich sehr und wenn ich ganz
ruhig bin, kann ich dir von unschätzbarem Nutzen
sein.
Aber wie denn?
Ich kann dir deine Wünsche erfüllen.
Es ist natürlich nicht gerade leicht, aber für
dich werde ich mir alle Mühe geben.
Nur begib dich bitte nicht in Schwierigkeiten.
Ich hätte lieber ein ruhiges Leben.
Es gibt tatsächlich etwas, was ich mir so
sehr wünsche.
Ja?
Ich würde wirklich gerne wissen, ob der Prinz
hier...
Das war doch nicht das Pferd.
Was war das?
Du kannst uns nicht entziehen, also bleib stehen!
Ich habe doch gewusst, dass sowas kommen würde.
Ich habe die Schwierigkeiten ja schon gerochen.
Ob ihr ernst nehmt?
Ich habe mit mir selbst gesprochen!
Ich habe mit mir selbst gesprochen!
Du hast doch gerade mit deiner Puppe gesprochen!
Was wollt ihr?
Nein!
Hört auf, mich in den Rahmen zu ziehen!
Lass mich doch fast los!
Siehst du noch, ich bin ja auch eine
Hexe!
Wir brauchen sowieso eine Dienlingung!
Nein, ich bin keine Hexe!
Lass mich doch los!
Wenn du keine Hexe bist, dann wirst du
uns nicht das Abendessen servieren, sondern du wirst
unser Abendessen sein!
Lauf nicht hier!
Lauf!
Warum hast du denn so schnell aufgelöst?
Gehört sie uns?
Gehört sie uns?
Endlich alles für sich sein!
Was ist jetzt da los?
Nein, nein, nein!
Lass mich los!
Nein!
Lass mich los!
Nein!
Lass sie los!
Hey!
Die hässlichen alten Weibchen, wir wollen sie loslassen!
Nein!
Mach das du verschwindest!
Ich weiß nicht warum, aber dieser Mann ist
mir sympathisch.
Habt keine Angst.
Wartet doch, ich werde euch nichts tun.
Ich will euch doch nur in Sicherheit bringen.
Habt keine Angst.
Nun kommt doch.
Traut ihr mir nicht?
Ihr habt nichts zu befürchten.
Ich werde euch nichts tun.
Niemand wird euch etwas tun, solange ihr bei
mir seid.
Also kommt, habt Vertrauen.
Das waren die bösen Wüstenhexen.
Ihr habt Glück, dass ich vorbeigekommen bin, sonst
wärt ihr in ihrem Kochtopf gelandet.
Ich bin übrigens kein Geist.
Ich heiße Viktor und ihr?
Habt ihr die Sprache verloren?
Haltet euch an mir fest.
Ihr werdet doch keine Angst haben mich anzufassen.
Haltet euch gut fest.
Ich bringe euch in mein Lager, da seid
ihr in Sicherheit.
Ho!
Wollt ihr
nicht trinken?
Habt ihr keinen Durst?
Soll ich euch vielleicht aus dem Sattel helfen?
Gebt mir eure Hand.
Aber ich wollte euch nur helfen.
Wollt ihr mir nicht euer Gesicht zeigen?
Seid ihr etwa auch so hässlich wie diese
drei Hexen?
Nein, ihr seid nur russverschmiert.
Wo seid ihr denn gewesen, in einem Kamin?
Na also, so ist es schon viel besser.
Es wäre ein Jammer, wenn ihr mich nicht
rettet.
Es wäre ein Jammer, wenn ihr im Kochtopf
gelandet wärt.
Ihr seid sehr hübsch.
Wie schade, dass ich eine andere liebe.
Sonst würde ich euch den Hof machen.
Soll ich euch sagen, wer sie ist?
Ich weiß es nicht.
Die Frau, die ich liebe, hat kein Gesicht.
Und keinen Namen.
Ich kenne nur ihre Stimme.
Da fällt mir ein, wie ist euer Name?
Ihr könnt wohl nicht sprechen, hm?
Schreibt euer Namen in den Sand.
Nein, wir werden hier schlafen.
Es ist besser, nachts nicht durch die Wüste
zu reiten.
Würdest du mir verraten, was du vorhast?
Ich habe so gut geschlafen.
Was denn, was denn?
Sei um Himmels Willen stillst du nicht so,
sonst weckst du mich noch auf.
Bitte bleib stehen.
Sei bitte leise, sei bitte leise.
Soll ich dir den Mund zunähen müssen?
Gut, wie du willst.
Ich werde ganz leise sein.
Warum willst du von ihm weglaufen und warum
tust du so, als wärst du stumm?
Wenn ich mit ihm spreche, wird er meine
Stimme erkennen.
Und dann weiß er sofort, dass ich es
war, die ihn befreit hat.
Aber das wäre doch umso besser.
Na ja, es macht schon Stimmen, Liebe macht
wirklich Blinde.
Zum Glück verlieben wir Puppen uns nie, denn
wir sind immer vernünftig.
Wenn er erst meine Stimme hört, dann wird
er mich mit Sicherheit erkennen, verstehst du?
Nein.
Und das würde bedeuten, dass ich ihm die
Wahrheit sagen muss.
Ich müsste ihm sagen, dass ich die Tochter
des Königs bin.
Natürlich.
Die Tochter seines Feindes.
Wie könnte er die Tochter des Mannes lieben,
den er hasst?
Es steht dir doch nicht ins Gesicht geschrieben,
dass du eine Prinzessin bist.
Und außerdem könntest du ihn ja anlügen.
Es wäre im Grunde genommen für einen guten
Zweck.
Nein.
Nein, das kann ich nicht tun.
Ich kann es einfach nicht.
Ich kann es einfach nicht.
Wenn er es erfahren würde, würde er mich
hassen.
Ich glaube, dann hast du keine allzu große
Wahl.
Und außerdem kannst du ja nicht ewig stumm
bleiben.
Du musst dich entscheiden.
Auch wenn ich ihn anlügen würde.
Meine Augen würden mich ja doch verraten.
Daran habe ich noch gar nicht gesagt.
Vielleicht hast du recht, Desideria.
Hör zu, du brauchst ihn doch gar nicht
anzulügen.
Im Grunde ist es doch immer besser, die
Wahrheit zu sagen.
Und wenn er dich wirklich liebt, dann ist
es ihm völlig gleichgültig, dass du die Tochter
seines Feindes bist.
Außerdem ist es dein größter Wunsch, an seiner
Seite zu leben, stimmt's?
Sorriso, ich muss sofort weg.
Nun, diese Entscheidung liegt doch kein bei dir,
Desideria.
Nun komm schon, weg, geh auf!
Ich habe mich entschieden.
Zu was denn?
Zu was hast du dich entschieden?
Weißt du, was ich an dir so mag?
Dass du immer auf meine Ratschlücke hörst.
Wo willst du denn hin?
Kalt, bleib hier!
Bleib hier!
Lass mich!
Lass mich!
Lass mich!
Wer hat dich hergeschickt, hm?
Wo bist du denn hin?
Wo willst du hin?
Bleib bei uns!
Du kommst nicht bei!
Hilfe!
Nein!
Hilfe!
Lass mich runter!
Ihr sollt mich runterlassen!
Hilfe!
Mein König, wir bitten euch ergebens vor dem
Turnier unsere Lanzen zu segnen.
Denn nur dann haben wir auch die Kraft,
uns dieser schweren Prüfung zu stellen.
Es sei gewährt, aber bevor ihr mit diesem
Turnier beginnt, soll gemeinsam mit mir auch meine
Tochter eure Lanzen segnen.
Das Turnier soll nicht ohne ihr einfließen.
Verständnis beginnen und das bekommt ihr, das verspreche
ich, sehr gut, ich glaube sie kommt gerade,
Desideria.
Meine Königin, ich habe nach Desideria geschickt, weil
ich sie zu sehen wünsche, warum ist sie
noch nicht hier?
Wo bleibt sie, wo ist Desideria, ist sie
noch immer nicht bereit, wie lange sollen wir
denn noch warten?
Unsere Tochter befindet sich nicht in ihren Gemärchen.
Was, sie widersetzt sich meinem Willen?
Ich befürchte, ich befürchte, dass sie in der
letzten Nacht weggelaufen ist, unsere Tochter ist weggelaufen.
So etwas dürft ihr noch nicht einmal denken,
was ist mit dem Turnier?
Es ist aber leider wahr, sie hat uns
verlassen, sie hat uns wie immer verlassen.
Der König muss sein Wort halten, darauf haben
wir ein Recht.
Nun denn, meine ehrenwerten Ritter, eine neue Herausforderung,
ein anderer Wettstreit, meine Tochter ist verschwunden.
Derjenige von euch, der sie findet und mir
zurückbringt, wird ihre Hand erhalten und meine Tochter.
Halt, wartet!
Ihr habt uns wegen eines Turniers herrufen lassen,
wir sollten von Morgengrauen bis Sonnenuntergang um die
Hand der Prinzessin kämpfen, die angeblich ungeduldig darauf
wartet, ihren zukünftigen Gatten kennenzulernen.
Wir sind hier, um zu kämpfen.
Zumindest habt ihr uns das gesagt und jetzt
sollen wir uns bis an die Grenzen der
Welt vorwagen und beißt Gott, welche Gefahren auf
uns nehmen, nur um eine Frau zu suchen,
die durch ihre heimliche Flucht bewiesen hat, dass
sie uns gar nicht haben will?
Und was ist, wenn wir sie nicht finden,
wenn unsere Suche jahrelang andauert, was dann?
Wir sind hergekommen, weil ihr uns zu einem
Turnier gerufen habt und nicht zu einer Beutejagd.
Vielleicht müssen wir sie ewig suchen und finden
sie nie, wir wollen, dass das Turnier stattfindet.
Das Turnier ist angesagt worden und es muss
stattfinden.
Wir stehen darauf.
Das Turnier muss stattfinden.
Der König muss sein Wort halten.
Wie ihr seht, sind alle meiner Meinung, und
das nur wegen eines Turniers.
Angenommen, wir würden uns im Krieg gegen euch
verbünden.
Ihr flößt mir keinerlei Furcht ein, ich habe
euch noch immer besiegt.
Ja, aber auch nur, weil ihr uns immer
einzeln angegriffen habt, immer nur einen.
Wollt ihr mir etwa drohen?
Antwortet!
Aber mitnichten.
Hier ist ja noch eine Prinzessin.
Ihr habt ja nicht nur eine Tochter.
Wir werden um Selvadja kämpfen.
Um Selvadja?
Das ist völlig unmöglich.
Diese Diri hast eure erstgeborene Tochter.
Nur ihr steht der Thron zu.
Ja, kämpfen wir um Selvadja.
Ja, auf Selvadja.
Auf Selvadja.
Der König hat sein Wort gegeben, er muss
es halten.
Ihr habt recht.
Ein König muss immer sein Wort halten.
Meine Tochter Desideria hat mit ihrer Flucht auf
den Ring des Drachen verzichtet.
Nun wird Selvadja die versprochene Braut.
Das Turnier findet statt.
Die Götter mögen euch beistehen, auf das der
Beste gewinnt.
Und ihm werde ich meine Tochter und mein
ganzes Reich anvertrauen.
Endlich ist der Augenblick, den ich all die
Jahre so herbeigesehnt habe, zum Greifen nah.
Endlich.
Nichts und niemand, der mich jetzt noch vom
Ring des Drachen zu trennen vermag.
Sollte doch jemand auf dieser Welt sich zwischen
mich und den Ring stellen wollen, so werde
ich ihm gegenüber nicht das geringste Erbarmen zeigen.
Er wird es bitter bereuen, dass er je
geboren wurde.
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