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* Titelmusik: "Life Changes" von The Yesters *
Frank Schott Tina Schneider
Carlo Werner
Sabrina Schneider
Es ist ein kleiner Verlag,
auf englische Kinderbücher spezialisiert.
Die machen auch so Ratgeber, weißt du?
Für Gärten und Antiquitäten.
Die suchen ständig Übersetzer, du kannst doch gut Englisch.
Da kann ich einfach anrufen, den kennst du?
Ja, Timothy ist ein wahnsinnig netter Kerl.
Ach, Tina.
Ich werde immer sentimental, wenn Mädchen bei mir aufhören.
Aber ich habe dich immer vor dem Tag gewarnt.
Hab ich oder hab ich nicht?
* "Goodbye" von David Lawrence und Samuel Brookes *
(Frau) Am besten ist, das hab ich dir immer gesagt,
du machst etwas ganz anderes.
Du hast dir doch was aufgebaut in all den Jahren.
Ja, hast du denn nie darüber nachgedacht,
was du mal machen willst?
Tina.
Mit 29 steht dir alles offen.
Du musst nur den Mut dazu haben.
Ich könnte niemals studieren, ich hab kein Abitur.
Nichts gelernt.
Was willst du denn studieren?
Ich hab Theaterwissenschaft studiert.
Ich weiß nur noch, dass William Butler Yeats
zwei Katzen hatte, Minnaloushe und Papalani,
das werde ich nie vergessen.
Wie hieß der? Minnaloushe und Papalani.
Nee, der Typ.
William Butler Yeats,
berühmter irischer Dichter, Anfang 20. Jahrhundert.
Ah.
* Sie stöhnt. *
Mach mal die Augen zu.
Warum?
Mach mal. Und versuch, an gar nichts zu denken.
Und jetzt? Mach mal.
* Sie seufzt. *
Jetzt sag mal:
"Hier wäre ich gerne."
Hier wäre ich gerne.
Und?
Wo bist du?
Wie, wo bin ich?
In deiner Fantasie.
Isabella! Isabella!
Komm her, Maus.
Komm, Maus. Komm da raus.
Sehr gut, nicht den Kopf stoßen. Aufpassen, jetzt steigen wir rüber.
Tut mir leid. - Nichts passiert.
Okay. Jetzt gehen wir bald nach Hause.
Wo ist denn dein Schwein? Hm?
Wo ist denn dein Schwein?
* "Goodbye" von David Lawrence und Samuel Brookes *
Ein Vogelhäuschen. Wie kommst du denn darauf?
Ja, mit so einem Walmdach und richtig kleinen Fensterchen.
Ich weiß auch nicht, woher ich das hab.
Weißt du, was ich mir immer vorgestellt hab,
als ich das gemacht hab?
Also: Ich lieg nachts am Strand.
Ganz feiner, weißer Sand.
Nackt? Logo, wenn schon, denn schon.
Und auf einmal kommt Andy García auf mich zu.
(mit spanischer Aussprache) García.
Mitten aus dem Meer, direkt auf mich zu.
Auch nackt? Klar.
Und? Nix und.
Wir haben uns geliebt.
Drei Tage und drei Nächte.
Hinter seinem Rücken ging die Sonne immer auf und unter.
Auf und unter.
Ach, Mensch, du hast es gut.
Und ich träume von Vogelhäuschen und Familie und kleinen Kinderchen.
Weil du keine hast, ist doch logisch.
Und ich träume von Andy García. García.
Ich finde ja, dass Carlo ihm ähnlich sieht.
Carlo? Mhm.
Vor ein paar Jahren, als wir uns kennengelernt haben, früher.
Carlo.
Wenn ich aufs Land ziehen will, soll ich es jetzt machen?
Wann denn sonst?
Verlass dich doch einfach mal auf dein Gefühl.
* Vogelzwitschern *
Mensch, ist das schön hier.
Stell dir mal vor, wie das im Sommer aussieht,
wenn alles blüht. Hm?
Wie bei Dornröschen.
Ja. Vor allem hinter den sieben Bergen.
Komm, so weit weg ist es doch gar nicht, hm?
Schau mal, hier sind lauter Babyspinnen.
(Mann) Frau Schneider?
Wir sind hier.
Wenn ich 50 wäre und Geld hätte, würde ich sagen: "Ja."
Aber 800 Mark ist doch wahnsinnig billig.
Guck mal, was du hier renovieren musst.
So was kannst du doch, macht dir doch Spaß.
Ja, ja, so was kann ich.
Meinst du, ich hab Lust,
hier anderthalb Jahre Handwerker zu spielen?
Macht mir Spaß, ja.
Guck dir das an, alles im Arsch.
Musst du alles neu machen.
Grüß Gott, Frau Schneider. Herr Gabelsberger.
Guten Tag. Mein Mann. Guten Tag.
Und, sagen Sie selbst, habe ich Ihnen zu viel versprochen?
Sie dürfen sich vom Zustand nicht schrecken lassen.
Die Substanz selber ist einwandfrei.
Das sind alles alte Ziegelmauern. Ja?
Ich find's gut.
In dem Anbau da hinten ist genug Platz für deine Werkstatt.
Wenn Sie Interesse an dem Objekt haben,
schlage ich vor, wir machen einen Vorvertrag.
Ich habe das Haus erst eine Woche an der Hand
und schon zwei ernsthafte Anfragen.
Ich ziehe hier nicht ein. Warum denn nicht?
Muss ja nicht perfekt sein, ich kann auch helfen.
Tina, das sind anderthalb Stunden von der Stadt.
Ist mir zu abgelegen.
Da kannst du nicht ins Kino oder schnell was einkaufen.
Okay. Schau, wir haben hier einen Garten und viel Platz.
Vielleicht ist mir das andere nicht mehr wichtig.
Wie oft waren wir im Kino in letzter Zeit?
Außerdem werden die anderen sowieso die ... Sag mal!
Ist doch ideal hier für Carola und die Kleine.
Ja, ja.
Ja, da hat Ihre Frau recht.
Also, hier draußen ist wirklich ein Paradies für Kinder.
Für Kinder vielleicht, aber nicht für mich.
Also, ich fahre jetzt, kommst du mit?
Nein!
Ich möchte den Vorvertrag jetzt gerne machen.
Und Ihr, Ihr Mann?
Ich habe nur Schecks dabei, ist das okay?
Ja. Gut, ähm ...
Ich hol dann eben meine Unterlagen.
* Motor startet. *
Hey. Es ist kurz vor halb, komm mal bitte endlich raus.
Die sind da!
Ich bade jetzt. Wenn ich fertig bin, bin ich fertig.
Toll.
Wahnsinnig witzig, super. * Türklingel *
Ich ziehe trotzdem nicht aufs Land.
Hallo. Guten Tag. Kommen Sie rein.
Wenn Sie Fragen haben, wenden Sie sich an mich.
(Mann) Frau Schneider? Ja.
Guten Tag.
Hallo.
Guten Tag. Kommen Sie rein, immer geradeaus.
(Frau) Wofür ist denn die Ablöse?
Die ist ziemlich hoch.
Na ja, wir haben alles renoviert.
Ihnen gehört die Wohnung, Sie sind die Vermieterin?
Ja, die Wohnung gehört mir.
Meinst du, das ist echter Marmor? Nee, ne?
Aber ganz schön.
Tag.
Entschuldigung, darf ich mal?
Danke.
Wann soll diese Wohnung frei werden?
Keine Ahnung.
Frank!
Da ist ein Typ, der hat meine Ohrringe geklaut.
Wo denn? Der Typ mit der roten Jacke.
Der hat meine Ohrringe gerade eingesteckt.
Wo ist er denn? Er? Er.
Hast du gesehen, was er genommen hat?
Ja. Jetzt geh doch mal hin!
Ähm ... Entschuldigung.
Haben Sie so Ohrringe gesehen, zufällig?
Nee, tut mir leid. Das stimmt doch gar nicht.
Ich habe gesehen, wie Sie sie genommen haben.
Schau in seiner Tasche.
Er sagt, er hat sie nicht ...
Hey, was soll denn das?
Und, was ist da? Die sind da drin!
Der Typ hat meine Ohrringe geklaut, die sind in seiner Tasche!
Hey, ich will meine Ohrringe wieder!
* Stimmengewirr *
Verdammt, die spinnt!
Ist ja gut, ich hab gar nichts gemacht.
Nichts gemacht?
Okay, pass mal auf. Spinnt ihr?
Und was ist das? Das ist mein Ohrring.
Komm, jetzt hau ab, du Arschloch. Verpiss dich!
Blöder Pisser!
Ganz schön tough.
Die Dinger waren nämlich teuer.
Wirklich hübsch.
Finde ich auch.
Ich würde sofort die Wohnung nehmen.
Wie sind meine Chancen?
Nicht schlecht. Oh.
Wenn das so ist ...
Hier ist meine Nummer.
Wenn du mich anrufst, würde ich mich ...
Wirklich sehr freuen.
Bye.
(Mann) Sie werden wissen, wie die Ablöse ...
Ich hab damit nichts zu tun,
von mir aus müssen Sie gar keine zahlen, okay?
Aber die Küche ...
Tina, erklär den Leuten mal, wofür du die Ablöse willst.
Wo willst du hin?
An die frische Luft, ist mir zu blöd hier.
Kühlschränke bleiben auch da, oder?
Bleib da, Frank. Ich will gar nicht mehr aufs Land.
Das war eine Schnapsidee, du hast recht. Bitte, ich ...
Wir auf dem Land, das ist Selbstmord.
Wir streiten sowieso genug.
Komm, lass uns die Wohnung behalten, ja?
Ach ja, jetzt plötzlich? Ja.
Ist die Wohnung nun zu mieten oder nicht?
Nein. Was heißt nein?
Nein heißt nein. So.
Vielen Dank.
Die Besichtigung ist jetzt vorbei.
Darf ich Sie alle bitten? Wir rufen Sie an, ja?
Vielen herzlichen Dank.
Wir werden uns bei Ihnen melden.
* Stimmengewirr *
(Mann) Unverschämtheit!
Die Besichtigung ist vorbei!
Ja, ich weiß. Ja, ja.
Sie können uns nicht stundenlang Hoffnungen machen ...
Ja, ja, ja. Tut mir leid.
Es tut mir wirklich leid.
* Alle reden entrüstet durcheinander. *
Vorbei!
Jetzt blasen Sie sich mal alle nicht so auf, ja?
Fassen Sie mich nicht an! Ich hab Sie nicht angefasst.
Wenn Sie bitte rausgehen würden.
Lassen Sie mich in Ruhe! Ja, ja.
Denken Sie, was Sie wollen, aber bitte draußen. Danke.
Lassen Sie mich los!
Entschuldigen Sie vielmals. Entschuldigung, Entschuldigung.
* Klopfen * Ruhe da draußen.
Puh.
Weißt du, ich habe immer so Momente, da weiß ich genau, was ich will.
Und wenn ich es dann mache, will ich es schon gar nicht mehr.
Ich glaub, ich hab MPS.
Was?
MPS.
Multiple Persönlichkeitsstörung.
Was ist denn das?
Das heißt ...
Ich bin viele, verstehst du?
Eins, zwei, drei, vier ...
Eins, zwei, drei, vier.
Willst du auch welche?
Sind Restbestände.
Von Carlo. Oh, Entschuldigung.
Wo ist sie denn?
Huch, ist sie das?
Nein, die war doch irgendwie viel ...
Dicker. Und, und, und knackiger.
Das ist keine Peperoni. Das, ähm, ist 'ne Schnecke.
'ne Weinbergschnecke auf dem Weg nach oben.
Sei mal ruhig.
Ich glaub, ich hör was. Was?
Ich hör Applaus.
Applaus?
Ich glaube, einer ist durchgekommen.
Einer von 80 Millionen hat's geschafft.
Hoffentlich ist jemand zu Hause.
* entfernte Kinderstimmen *
Knovliceck.
Herr Knovliceck, mein Name ist Werner Carlo.
Ja? Wir haben gestern telefoniert.
Wegen der Überbrückungshilfe, dem Überbrückungshilfekredit.
Ich hab die Bürgschaftserklärung dabei, Herr Knovliceck.
Ja, das war erster Stock, ne? Bitte.
Gut. * Türanlage summt. *
Ist irgendwas nicht in Ordnung?
Nee, nee, ich suche nur gerade
die Nummer vom Personalausweis Ihrer Frau.
Haben Sie die wo notiert? Brauchen Sie die auch?
Unterschrieben hat sie ja da auf Seite zwei, unten.
Nein, da Ihre Frau für Sie bürgt, ist sie quasi die Kreditnehmerin,
und deshalb brauche ich die Nummer vom Personalausweis.
Wir sind doch verheiratet.
Ich hab mit Ihrem Mann telefoniert...
Nein, nein,
Sie haben mit mir telefoniert und ich habe gesagt:
"Ich brauche den Personalausweis Ihrer Frau."
Den hab ich jetzt nicht dabei.
Na, Herr Carlo, das macht doch gar nichts.
Da rufen wir mal eben kurz an.
Die Nummer habe ich ja hier in den Akten, ja.
Knovliceck. Kann ich bitte mal Frau Carlo sprechen?
Ja, guten Tag. Kann ich Ihnen helfen?
Ja, Knovliceck.
Frau Carlo, Ihr Mann sitzt mir hier gerade gegenüber.
Es dreht sich um den Kredit und den Personalausweis und die ...
Die Nummer, ja.
Nee, tut mir leid. Das muss ein Irrtum sein.
Nein, ich habe auch nichts unterschrieben.
Ganz bestimmt nicht.
Tut mir leid, da müssen Sie mich irgendwie verwechseln.
Zeigen Sie mich jetzt an?
Herr Carlo, ich bitte Sie.
* Lachen, Husten *
Wir sind doch da, um Ihnen zu helfen.
Sie können also keine Bürgschaft vorlegen.
Gut.
Da habe ich ein günstiges Angebot für Sie.
Unser Existenzgründungsdarlehen.
Wenn Sie da kurz mal eben reinschauen wollen.
Mhm.
Das ist auch optisch ganz schön gemacht
für unsere Kunden. Mhm.
Ja, dann ...
Ich glaub, dann nehme ich das.
Ich bin's noch mal, jetzt ist 19:30 Uhr.
Bitte ruf uns dringend zurück, wenn du wieder da bist, ja? Tschau.
Er ist nicht da.
Was willst du mit Olaf?
Der kennt sich nicht aus. Der Kredit ist in Ordnung.
Das ist mir scheißegal. Wie kann man da wieder rauskommen?
Das sind Verbrecher. So ein Kredit ist illegal.
35 Prozent Zinsen. Das sind keine Zinsen.
Das ist doch eine Provision. Und das sind nie 35 Prozent.
Wir sind verheiratet, ich hafte für dich mit.
Am Schluss stehe ich da mit dem Kind und darf deine Schulden abbezahlen.
Bitte lass dir doch von Olaf helfen. Olaf ist für mich gestorben.
Und zwar für immer.
Ach.
Carola, Liebling.
Jetzt hör doch mal zu. Warum hast du das gemacht?
Das kannst du doch nie zurückzahlen. Ich schaffe das schon.
Du musst nur an mich glauben, weißt du?
Das wird gut, alles wird gut.
Ich muss da dranbleiben, weißt du?
Ich kann das nicht mehr hören. Mit dir schaffe ich das.
Das betrifft dich, das ist dein ... Lass los!
Das ist dein Problem.
Du musst das lösen, nicht wir!
* Das Kind weint. *
Mama. Wir schaffen das!
Ja, Papa kommt ja.
Ja, mein Schatz.
Papa. Ja, jetzt wein doch nicht, ne?
So, mein Schatz, guck mal, da ist das Häslein.
Hm? Ich ... Ich ...
Ja, ich muss dir was Wichtiges sagen, weißt du?
Wein doch nicht. Weißt du, Mama und du,
ihr müsst nur ... ihr müsst nur an mich glauben, hm?
Wir müssen etwas sparsam sein in der nächsten Zeit.
Aber ... aber ... sparsam ... verstehst du sparsam, hm?
Sparsam, na ja. Geh halt zur Mama.
Isabella, komm. Sparsam, verstehst du?
Das heißt, dass es jetzt öfters Spaghetti gibt.
Aber die hast du doch eh so gerne.
Und ...
Dass der Weihnachtsmann dieses Jahr nicht so viel bringt wie sonst.
Aber das ... aber nächstes Jahr, das verspreche ich dir.
Da wird alles besser, da ...
Da wird es uns so gut gehen wie noch nie, hm?
Ja, da guckst du, was?
* gedämpfte Tanzmusik *
Na, bitte, wer sagt's denn, hm?
Arami.
* Applaus und Pfiffe *
Hey. Hey, alles Gute zur Eröffnung.
Danke.
17 Anzüge sind schon vorbestellt.
Wenn das hier schiefgeht, ne, Kann ich auswandern.
Warum ist Olaf nicht da? Warum hast du ihn nicht eingeladen?
Ja, wie Olaf? Das ist hier keine Privatparty.
Das ist Business. Er kann mir gestohlen bleiben.
Hättest ihn trotzdem einladen können, hm?
Ach.
Ja, und? Wie findet ihr's?
* langes Ausatmen *
Mich erinnert es irgendwie an so 'ne ... Eisdiele.
Ah, ja.
Ich meine, es ist gut, Carlo. Das Schild sieht scheiße aus.
Ich hab selbst alles versucht.
Ach, alles versucht. Es flackert doch immer noch.
Delo macht das bestimmt. Das machen wir.
Das kann ja heiter werden.
Ich glaub, die kommen später.
Hoffentlich kommt Olaf nicht. Jetzt wart's doch ab.
Was? Wart's ab.
(lachend) Hallo.
Für Isabella. Och, Mann. Weihnachtsgeschenke.
Für euch was Kleines. Ist ja toll.
Wir haben nichts für euch.
Vor lauter Hektik bin ich zu nichts gekommen.
Hi. Wollt ihr was trinken?
Es gibt nur Wasser und Weißwein. Carlo hat Angst um den Teppichboden.
Ist ja richtig vornehm geworden bei euch.
Ich bin fix und fertig. Drei Nächte ohne Schlaf.
Das liegt am Trafo. Nein, ich habe es repariert.
Sicher liegt es am Trafo. Woran sonst?
Heute gemacht. Ah.
Ja, 'n Abend, 'n Abend, grüße Sie. 'n Abend. Schön, dass Sie da sind.
Da ist die Kollektion. Wenn Sie ordern möchten:
Alles hier ist lieferbar. Aschenbecher kommt gleich.
Wenn Sie vielleicht ablegen möchten? Ja, ich nehme das.
So, ja.
Carola, sag mal, riecht das hier immer noch nach Pizzakäse,
oder bilde ich mir das nur ein?
Findest du das auch? Carlo behauptet, das ist vom Teppichbodenkleber.
Er hat 500 Einladungen verschickt. Mhm.
Was macht denn Olaf hier?
Der hat Nerven.
Guten Abend, hallo.
Ich habe ihm gesagt, er soll kommen, auch ohne Einladung.
Das gibt Ärger.
Carlo hat ihm endgültig die Freundschaft gekündigt.
Mein Gott, Carlo soll sich nicht so anstellen, ja?
Das ist albern. Als ob Olaf ihm was Böses will.
Brauchst du mir nicht zu erzählen. Erzähl das Carlo.
Wo ist denn unser Textilkaufmann?
Wenn du so anfängst, gehst du am besten gleich wieder.
(Olaf) Ja, ist ja gut.
Ich kaufe ihm auch einen Anzug ab, ehrlich.
Sag mal, ihr nehmt doch auch Kreditkarten, oder?
Sehr witzig, Olaf. Immer einen guten Spruch auf Lager.
Och, Carola, es war doch nicht so gemeint.
Mann, sind die empfindlich.
Nur weil ich Carlos Geschäftsideen scheiße finde.
(lachend) Oh, Mann, so viele Blumen.
Also, da oben ist das Büro. Und ...
* Musik übertönt Carolas Stimme. *
Wir brauchen mehr Aschenbecher. Da sind schon zwei Löcher.
Olaf ist da. Was? Wo? Ja?
Da hinten bei Frank.
Hallo. Danke.
Wenn Sie einen Anzug brauchen, ich mache Ihnen einen guten Preis.
Was will Olaf hier? Ich will den nicht sehen.
Frank hat ihn eingeladen.
Aber ich nicht. Ich habe das Hausrecht.
Sei nicht kindisch, geh zu ihm. Wieso? Soll er doch kommen.
Wenn er nach mir fragt: Ich bin im Büro.
* gelassene Musik *
Hallo, Carlo. Olaf, was machst du denn hier?
Ach, ich dachte, ich schau mal vorbei.
Mhm, wird ziemlich voll heute.
Kommen ja auch alle, die wichtig sind.
Fernsehen kommt auch. Oh, Fernsehen auch?
Mhm, so ein Privatsender.
Aber später, gegen elf.
Die Versicherung hat ja ordentlich gezahlt, was?
Steckt 'ne Stange Geld hier drin. Ich kann mich nicht beklagen.
Sag mal, hast du nur Weißwein oder hast du auch was Ordentliches?
Nee, nur Weißwein und Bier.
Gibt noch was anderes, aber das ist privat.
Und, willst du mir nichts anbieten?
* Carlo seufzt. *
Was willst du denn?
Was hast du denn? Ja, was du willst.
Ah, ja, mhm.
Dann, ähm, dann nehme ich einen ...
Mokkalikör.
Mokkalikör? Seit wann trinkst du denn so was?
Ach du, ab und zu.
Hab ich nicht.
Hast du nicht? Nee.
Ja gut, dann,
dann nehme ich 'nen ...
Edelkirsch.
Ah, Edelkirsch.
Hab ich auch nicht.
Ah. Tja, ja, dann ...
Nehme ich halt dasselbe wie du. Aha.
Auf die Arschlöcher dieser Welt. Auf die Arschlöcher.
Die Welt ist voll davon.
Das Problem ist nur, dass man ohne sie nicht mehr auskommt.
Och, ich sag mir immer: "Man muss es versuchen."
Versuch's halt mal.
Carlo gibt mir gerade zu verstehen, dass er mich mag.
Frank, der Mann ist gestört.
Und zwar nicht nur hier, sondern auch hier.
Ja, ich bin gestört. Ja, du.
Sag mal, was sagst denn du als Freund dazu?
Ach Jungs, ich denke, die Wahrheit ist:
Ihr seid beide gestört. Aber ist doch 'n schöner Anblick.
Zwei Männer im besten Alter mit 'nem Glas in der Hand.
Man kann denken, da stehen Freunde, die sich lange nicht gesehen haben.
Du redest eine Scheiße. Aber du, hm?
Hauptsache, ihr redet miteinander.
Von mir ist das nicht ausgegangen. Von mir auch nicht.
Jetzt Ruhe. * Sie reden durcheinander. *
Komm, einen Schluck. Hey, hey.
Nein, das ist meine Privatbar.
Du hast schon genug. Hey.
Prost.
Natürlich ist das ein Spottpreis.
'ne Woche Vollpension, Flug, Hotel, alles für 1150 Mark.
Plus hundert Mark Zuschlag,
weil unser Hotel in einem Krisengebiet liegt.
Letzte Woche wurden wieder Touristen beschossen.
Zypern ist kein Krisengebiet.
100 Mark ist ein Sicherheitszuschlag vom Hotel.
Das ist doch 'ne Art Reiseversicherung.
(Olaf) Mittwoch kann ich nicht.
Donnerstag? - Ja.
Donnerstag. Tschüss.
Ich glaube so an Málaga.
Spanische Eisdiele aus den Siebzigern find ich gut.
Wo hast 'n die Lampen her? Ach, die, aus'm alten Intershop.
Aber brutal teuer. Aber macht sich gut, ne?
Sehr schön. Olaf, hast du's jetzt mal?
(genervt) Ja, ja.
Carlo, was macht deine Frau mit dem schönen Mann da hinten, hm?
Was? Wo? Na, da.
Jetzt hat er sie schon wieder angefasst.
Ach, das ist ihr Chef von der Autovermietung.
Ich finde, Carlo sollte besser auf seine Frau aufpassen.
Schöne Ferien, ja? Ja.
Außerdem ist der ganz harmlos, der ist schwul, weißt du?
Ja, gut. Ja.
Mach's gut. Hol dir keinen Sonnenbrand.
(lachend) Nee. Tschüss.
Frohe Weihnachten, ne? Ja.
Olaf. Also, bleib sauber.
Mhm. Arschloch.
(lachend) Nichts für ungut.
Wir fahren morgen früh zu meinen Eltern.
Kommst du auch runter?
(seufzend) Ich weiß nicht.
Kommt deine Schwester auch?
Sabrina kommt auch.
Mit Metz.
Heiligabend. * Olaf schnauft. *
Tja.
Dann ...
Fröhliche Weihnachten.
Tschau, Olaf. Tschau.
* "Goodbye" von David Lawrence und Samuel Brookes *
* Telefon klingelt. *
Ja? Wer spricht denn da?
Ah.
Für dich.
Hallo?
(genervt) Ja.
* Seufzen *
Nein. Mhm.
Bleib mal dran, okay? Moment.
Ich geh gerade mal rüber. Legst du dann bitte auf?
Okay, Schatz, du kannst einhängen.
(am Telefon) "Also, mach schnell."
Was ist das für ein Vorschlag?
(Olaf) "Pass auf."
Wir vergiften deinen Mann, du kommst zu mir
und wir sind glücklich bis an unser Lebensende.
Es war ein Fehler damals. Ich hätte dich nicht verlassen sollen.
Ja, du hast du mich verlassen, ich hab dich verlassen.
Ja, ich bereue es auch.
Doch. Ich hätte viel früher Schluss machen sollen.
Wenn du 40 bist, dann ist er 70, und wenn du 50 bist, dann ist er 80.
Hast du mal darüber nachgedacht?
Ach, Olaf. Fang doch nicht schon wieder damit an.
Weißt du, dass ich wegen dir Anwalt geworden bin?
Wegen dir hab ich das alles gemacht.
Das hab ich dir nie gesagt, aber ... es ist wahr.
"Weißt du noch, wie du damals Schauspielerin werden wolltest
und ich dann deine Verträge aushandeln sollte?
Deshalb hab ich studiert.
Hm?"
Hey, bist du noch dran? Sabrina?
* Er legt auf. *
* "Goodbye" von David Lawrence und Samuel Brookes *
War das wieder dein verrückter Ex-Freund?
Mhm.
Armes Schwein.
Irgendwann wird er es schon noch kapieren.
Komm.
Jetzt ärgere dich nicht.
Wir bleiben nur bis übermorgen, ja? Versprich mir das.
Okay. Und du versuchst mal, netter zu sein.
Und red mal mehr, ja?
(Frau) Seid ihr das? Ja, wer sonst?
Ja, wir sind's.
Mama. Ja, grüß dich.
Hallo, hier. Danke.
Kommt rein.
* "Goodbye" von David Lawrence und Samuel Brookes *
Papa. Hallo.
* unverständliche Gespräche *
Wir müssen zu C, steht doch hier. Carlo, jetzt frag doch mal einen.
Keine Hektik, es ist Viertel vor neun.
Wir haben jede Menge Zeit, der Flieger geht in zwei Stunden.
Wir müssen zwei Stunden vor Abflug da sein.
Ja, ja, immer mit der Ruhe.
Siehst du? Noch kein Mensch da. Wir sind viel zu früh.
Jetzt gib mal die Tickets und die Pässe.
Frohe Weihnachten.
Guten Tag. Tag.
Nichtraucher, bitte.
Haben Sie eine ganze Reihe, wegen dem Kind?
Sie wollen nach Larnaka? Ja, steht doch drauf, oder?
Herr Carlo, wir fliegen heute nicht.
Wie bitte?
Der Flug war gestern, am 23.
Wir fliegen zweimal die Woche, Sie waren für gestern gebucht.
(Isabella) Mama?
Wie, gestern?
Da, sehen Sie? Hier steht's. 23.12., 10:45 Uhr.
Das war gestern. Sie sind leider einen Tag zu spät dran.
Ja, und was heißt das jetzt?
Und heute fliegen Sie überhaupt nicht, oder wie?
Nein, tut mir leid.
Und was machen wir jetzt?
Ist doch alles schon bezahlt, Hotel, Flug ...
Tut mir leid, ich kann Ihnen da nicht weiterhelfen.
Moment, das heißt, wir können überhaupt nicht umbuchen?
Bei Nichtantritt verfällt das Ticket.
Tut mir leid für Sie, aber das ist so.
Ach, das ist nun mal so, ja? Jetzt sage ich Ihnen mal was.
Ich finde das nicht komisch.
Ich weiß nicht, was Ihre Funktion hier ist,
aber ich bestehe darauf, dass Sie das auszahlen.
Dann nehme ich eine andere Gesellschaft.
Tut mir furchtbar leid, aber da ist nichts zu machen.
Erzählen Sie nicht, dass es Ihnen leidtut.
Ich warte hier so lange,
bis Sie jemanden bringen, der verantwortlich ist.
* Carola lacht weiter. *
Carlo, jetzt komm. Nein, wieso? Ich bleib hier.
Dann flieg alleine. Ja, dann fliege ich alleine.
Mensch, jetzt komm. Jetzt komm schon.
Das Gepäck. Ach, ja.
Ja. Wo ist ein Lebensmittelladen?
Sie hören noch von mir. Das Geld kriege ich wieder.
Das sage ich Ihnen, das kriege ich wieder.
Jetzt hör doch auf.
Komm, Maus.
87,50 Mark, die haben ja den Arsch offen.
Was ist das für ein Laden?
Wir müssen ja essen über die Feiertage.
Außerdem habe ich bezahlt, komm, ist doch egal.
Isabella, komm her.
Will Flieger haben.
Jetzt komm. (Isabella) Ein Flieger.
(Carola) Jetzt will sie auch noch den Flieger.
Ja. Jetzt hört mal alle zu.
Wir lassen uns Weihnachten nicht vermiesen, okay?
(Isabella) Okay!
Wir werden schön feiern, okay? Zu Hause. Ist eh viel gemütlicher.
Du bist schon ein Komiker. Mir doch egal.
Nicht rumerzählen, sonst heißt es, wir sind zu blöd zum Reisen.
Sind wir aber. Sind wir nicht.
Die Tante im Reisebüro sagte 24. Dezember,
da gucke ich nicht aufs Ticket.
Ja, ja, du hast recht.
Und Weihnachten ist zu Hause am schönsten.
Eben.
Dann ist ja alles in Ordnung. Ist es auch.
Ja! Ich habe "Ja." gesagt.
Ich freue mich, wir freuen uns, alle freuen sich.
* Seufzen *
Ma... Mama. Mama, jetzt mach dich doch nicht verrückt.
Wir schlafen in der Kammer.
Ja, Karl-Heinz macht das nichts aus.
Für eine Nacht ist das schon okay.
Ja. Jetzt mach dir doch keinen Stress.
Nein.
Ach, natürlich essen wir Fleisch.
Was du immer denkst.
So ein Quatsch.
Nein. Ich mache jetzt Schluss, ja?
* Hupen *
Ja. Ja, tschüss.
* rhythmische Musik *
* Hupen *
Ras nicht so.
Mein Gott, meinst du, wir kommen so früher an?
Lass ihn doch endlich vorbeifahren!
Ja, los!
Lass ihn doch endlich überholen!
* Reifenquietschen *
Du Drecksau!
* lautes Hupen, Reifenquietschen *
Österreich zwei kriegst du jetzt auch.
Ich hab dir alles eingestellt.
Das Erste ist auf eins, ZDF auf zwei.
Und RTL eins und zwei ist bei dir jetzt auf drei und vier.
Ach, Olaf, mach dir doch nicht so viel Mühe.
Ich brauche doch so viele Programme gar nicht.
Kenne mich doch nicht aus.
Pass auf, ich schreibe dir das auf. Du musst nur noch draufdrücken.
Das kannst du ja wohl, oder?
Willst du nicht mitkommen?
Frau Häusler und die Nachbarn würden dich so gern sehen.
Ich gehe nicht in die Kirche, ich gehe nie in die Kirche.
Auch Heiligabend nicht.
Wie du meinst.
* Glockenläuten *
Sag mal, wie läufst du eigentlich?
Wie eine 80-Jährige. So alt bist du doch noch gar nicht.
Entschuldigung, es ist rutschig.
* "Life Changes" von The Yesters *
Soll ich dich hinfahren? - Du?
Du hast mir zu viel getrunken.
Die frische Luft tut mir ganz gut.
Untertitel im Auftrag des ZDF, 2021
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