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... Musik ...
So, dich hätten wir geschafft.
Jetzt raus mit dir in den Korridor.
Sag mal, ist diese Immobilienfirma wirklich zuverlässig?
So zuverlässig wie jede andere wahrscheinlich, Frau Langara.
Naja, ihr müsst ja wissen, was ihr tut. Ich bin ja nur eine lästige Tante.
Aber ich bin immerhin die einzige lebende Verwandte von Cecily. Und wenn
mich gehört hätte...
Also, Mäwes, musst du Zeitungspapier nehmen, um die Schubladen auszulegen?
Man sagt, die Motten hassen es.
Sieht doch grässlich gewöhnlich aus.
Da schau das Bild von diesem schrecklichen Mörder.
Ausgerechnet.
Sieht gut aus.
Groß und schlank und männlich.
Mäwes, ich bitte dich.
Hoffentlich ist dir nichts passiert.
Wem, Cecilie?
Der Verkehr in dieser Stadt, grauenvoll.
Diese Lichter immer grün -rot, gelb -rot.
Ach, Möwes Kindchen, du wirst einsam sein. Hoffentlich wirst du nicht allzu
Bitterkeit empfinden.
Bitterkeit? So lange warst du jetzt mit Cecilie. Ein Herz und eine Seele und
immer zusammen. Und dann geht sie hin und heiratet.
Naja, wir werden alle nicht jünger.
Wem sagen Sie das?
Immerhin, meine Zähne habe ich noch.
Klug von dir, gleich nach der Hochzeit auch wegzufahren. Wirklich sehr klug.
Wie bedrückend wäre das alles gewesen, diese Wohnung so ganz ohne Cecily und
Lachen? Wie bist du?
Ich mache mir Sorgen.
Cecily scheint mir so ein bisschen ganz durcheinander, seit sie diese
20 .000 Pfund im Lotto gewonnen hat. 10 .000?
Die andere Hälfte gehört mir.
Gut, also 10 .000.
Aber hat dir das nicht völlig durcheinander gebracht?
Na, Kunststück. Wenn einer geplagten Sekretärin plötzlich 10 .000 Pfund in
Schoß fallen.
Du willst mich nicht verstehen. Ich meine das mit Neidl. Du weißt genau, was
meine.
Nein.
Also ich stelle mir das anders vor. Eine junge Braut. Wie?
Soll sie den ganzen Tag Kränze flechten und den Hochzeitsmarsch singen? Mein
liebes Kind, es gibt Zeiten, wo du recht anstrengend sein kannst.
Hallo.
Ja, eine Vier -Zimmer -Wohnung.
Ja, für drei Monate.
Wie?
Ja, vier Pfund.
Na ja, natürlich können Sie kommen, jederzeit, wann immer Sie wollen.
Diesen Morgen nicht, wo doch Nigel ankommt. Hallo, nein, heute Nachmittag
es nicht.
Nein, also hören Sie doch, es... Hallo?
Hallo?
Was soll denn das?
Verfilmt!
Will jemand die Wohnung ansehen, kommen Sie fort.
Ich versuche ihn aufzuhalten, sagt er einfach, ich komme sofort.
Ist offenbar ein rasch entschlossener Charakter.
Klein bisschen wie ein Amerikaner. Ah, das erklärt alles.
Das ist es nun.
Du wirst völlig erschöpft sein, jetzt so in der Stadt rumzulaufen.
Dabei sollte sie frisch sein wie eine Blume, wo doch ihr Bräutigam.
Mein armes Kind. Du hast doch 10 .000 Pfund gewonnen. Dass du dich allein in
diesen Rummel stürzt.
Diese Leute in all den Läden. Ich war nur in einem Laden und da war kein
Und jetzt wird die gute alte Tante Lulu taktvoll, wie immer, für ein paar
Stunden weggehen. Aber das ist doch nicht nötig, Tante Lulu. Was jetzt nötig
ist, weiß Tante Lulu besser als du, Kleine.
Nigel kommt und jetzt will man allein sein.
Oh, ich hoffe, ich habe Kleingeld für den Bus. Ich habe, Tante Lulu, hier, ein
Pfund. So viel brauche ich gar nicht.
Vielleicht doch, für einen kleinen Schein.
Du bist
eine Enttäuschung. Wieso?
Du reagierst nicht. Sie wünscht sich jetzt holderholtete Wangen,
dazu den passenden Glanz in deinen Augen und das entsprechende Herzknopf. Ich
auch. Du weißt genau,
was los ist.
Nein, was soll denn los sein?
Na ja, wie mir zumute.
Wegen Nigel.
Ach so, Nigel.
Ja, das quält mich so.
Was, dass du und Nigel... Ja, seit Jahren kennen wir uns jetzt schon.
Ist eine ziemlich kühle Romanze geworden.
Romanze? Sag mal, was stellst du dir denn vor? Leidenschaft und Mondlicht?
Gott, was Aufregendes.
Das Leben war so tödlich monoton bis jetzt.
Monoton muss es für Nigel gewesen sein, im Sudan. Ich weiß, aber er kommt nach
England zurück und schon das ist für ihn eine große Veränderung. Mein Sudan, das
war das Büro, das ist der Unterschied.
Tja, da hast du irgendwie recht. Tag für Tag, Jahr für Jahr, aufstehen am
Morgen, Kaffee trinken, U -Bahn fahren, zündlich im Büro sein und immer die
ordentliche Sekretärin. Ja zu Henry, nein zu Henry, gewiss zu Henry. Oh, ich
möchte leben, bevor ich alt bin und grau und tot.
Ich glaube, ich bringe dir ein Glas.
Ich weiß, es klingt ein bisschen kindisch, das alles, aber ganz tief
warte ich immer auf ein Abenteuer. Ja, das ist ein dummes Wort.
Und wie wir all das Geld gewonnen hatten, ich habe seitdem einfach das
jetzt hätte ich doch eine Chance.
Weißt du, was ich zuerst getan habe, als ich erfuhr, dass wir gewonnen hatten?
Nein, ich habe keine Ahnung.
Ich habe Nigel geschrieben, ob wir die Hochzeit nicht noch verschieben könnten.
Ja.
Ich habe ihm geschrieben, ich möchte noch ein kleines bisschen meine Freiheit
genießen. Auf meine eigene Art.
Und Nigel? Ja, wir hätten doch alles schon verbrieft und besiegelt.
Verbrieft und besiegelt, hat er zurückgeschrieben.
Eine Woche nach seiner Ankunft pünktlich heiraten, dann 14 Tage genau auf
Litterwochen, natürlich in England. Er hatte sein Vaterland so lange nicht
gesehen. Ja, ja. Und das alles hast du ja geplant, mein Schätzchen. Du hast ja
hundertmal gesagt...
Nigel, die Pantoffeln vor dem Kaminfeuer.
Jetzt möchte er nur noch ein bisschen Zeit mehr für mich.
Wollt ihr einfach alles sehen und liegen lassen und ihm diesen Brief
hinterlassen?
Und? Ich möchte noch ein letztes Mal bitten, die Heirat zu verschieben.
Und wenn Nigel nicht will?
Dann ist es eben aus.
Du bist nicht mehr trost.
Das blöde Geld hat dir den Kopf verdreht.
Neidischer ist das Beste, was dir überhaupt passieren kann. Du kannst es
doch gar nicht leisten. Aber was,
du bist hier überdreht.
Ja, mein Schätzchen, total überdreht.
Die Chance deines Lebens wegzuwerfen für was?
Für irgendeine fixe Idee.
Leben. Was soll denn das heißen?
Was stehst du dir denn darunter vor? Na ja, zum Beispiel, wir könnten reisen.
Verlies wahrscheinlich.
Nachtclubs, Garçons, Eichhörnchen, oder Monte Carlo, alte Herren in Panama
-Hüten, die dir im Casino heimlich in den Popo gelangen.
Die weite Welt, Meere, Inseln, und ein Tag voll rum.
I love Paris in the morning, oh Gott, oh Gott, oh Gott, oh Gott.
Sag mal, weißt du, was du tust? Du bist unmöglich und völlig beständnislos.
Tja, das kann sein.
Also jedenfalls werde ich mich jetzt, ach, so taktvoll wie Tante Lulu,
zurückziehen.
Na, ich kann ja jeden Augenblick hier sein.
Nur Mut, mein kleines Entchen.
Wird schon alles bestens geregelt werden. Bestens.
Wirst schon weh, ja?
Hallo.
Ich bin gleich hergekommen.
Ja, wer sind Sie denn?
Wie sind Sie denn da reingekommen?
Durch die Tür. Sie war offen.
Ja, aber... Ich hätte natürlich läuten sollen.
Darf ich es nachholen?
Ich habe gedacht, Sie wären jemand anderes.
Tut mir leid, dass ich bin, der ich bin.
Ja, und? Was wollen Sie hier?
Wir haben doch telefoniert. Sie vermieten doch die Wohnung.
Ach, Wohnung.
Ja, jetzt verstehe ich. Sie haben wahrscheinlich mit meiner Freundin
telefoniert. Das wird es wohl sein.
Ihre Stimme kam mir gleich so verändert vor.
Ja? Ja, Ihre gefällt mir besser.
Bitte wollen Sie sich nicht setzen. Danke.
Entschuldigen Sie die fürchterliche Unordnung, aber wir sind gerade beim
Sie bieten ja wieder Sitz, wenn man... Wenn man jemanden erwartet und ein
anderer kommt.
Ja.
Wen erwarten? Oh, verzeihen Sie mich. Nein, nein, ich erwarte meinen
Er kommt heute aus dem Sudan zurück.
Wie schön für Sie. Ja, sehr schön.
Ja, dann will ich Ihnen mal die Wohnung zeigen.
Das hier ist das Wohnzimmer, aber... Ja.
Sehr wohnlich.
Sehr geschmackvoll.
Ich meine die Atmosphäre.
Für mich ist die Atmosphäre wesentlich.
Für Sie auch.
Ich weiß nicht.
Aber ich weiß es.
Und das ist eine meiner wenigen guten Eigenschaften, dass ich sofort weiß, mit
wem ich es zu tun habe.
Ich habe so eine Gabe, in die Menschen hineinzusehen.
Ach, und?
Wissen Sie schon, mit wem Sie es zu tun haben?
Nur ganz vage.
Sie sind kein leichter Fall.
Das hier ist das offene.
Wie hübsch.
Ach, und das Bild, das ist... Das ist irgendwo in Griechenland.
Wenn Sie wüssten, wie oft ich da vorbeigefahren bin.
Wirklich? Ja, das ist Capsunio. Ja.
Dieses Licht.
Das gibt es nur noch irgendwo in Mexiko.
Und dann das Meer, diese Farben.
Alle Schattierungen von Blau. Dann ein tiefes Violett.
Manchmal ist es Grünbillarde.
Das muss wunderbar sein.
Tja. Ich bin noch nie aus England rausgekommen.
Aber Sie möchten gerne.
Es ist das, was ich am allermeisten möchte.
Alle Menschen sollten reisen. Das fällt den Geist lebendig, die Luft am
Abenteuer aber.
Was tun die meisten?
Lehnen alles Aufregende ab und verkriechen sich in eine muffige Ecke
Wenn Sie wüssten, wie sehr das stimmt.
Sie scheinen Sinn für das Schöne zu haben.
Das habe ich gewiss.
Für wie lange wollen Sie denn die Wohnung mieten?
Ja, wie lange ist für den Preis?
Meine Freundin wird ungefähr drei Monate fort sein. Okay.
Brauchen Sie Wäsche und Geschirr?
Wäsche und Geschirr? Ja.
Ja, Teller. Ich muss ja schließlich essen.
Und Bestecke?
Sie müssen mich ja für einen völligen Wilden halten.
Aber... Das ist das erste Mal, dass ich eine Wohnung miete.
Bis jetzt bin ich nur von Kontinent zu Kontinent gefahren.
Zuerst nach Südafrika, dann in den Osten, nach Indochina.
Da lebte ich eine Weile mit einem Stammeshauptling.
Das war ein hoch anständiges, nettes, kleines Volk.
Außer die Nächte, wenn sie Feste feierten. Aber ich langweile sie. Aber
nein, ganz und gar nicht. Erzählen Sie noch weiter.
Aber bitte wollen Sie sich nicht setzen.
Kurz darauf war ich ein bisschen in Japan.
Die letzten zwei Jahre habe ich in einer armseligen Hütte an einem Fluss in
Nordkanada gelebt. Wie spannend.
Ja, eher einsam.
Niemand, mit dem man hätte reden können.
Wie sehen Sie?
Sie müssen entschuldigen, wenn ich etwas unzivilisiert bin. Ich finde es eine
sehr hübsche Abwechslung, einem nicht allzu zivilisierten Wesen zu begegnen.
meisten Damen sind der andere Ansicht. Wirklich? Ja, Frauen lieben im
Allgemeinen das bequeme Leben. Sie lieben bequeme Sessel.
Dauerwellen, Fernsehen, Kino und so weiter. Und Halbgefroren.
Sie hassen das Unvorhergesehene, das Abenteuer. Vielleicht bietet sich Ihnen
eine Chance, das Unvorhergesehene zu ergreifen.
Und wenn die Chance käme, würden Sie sie verpassen? Ich nicht.
Bestimmt nicht.
Nein? Nein.
Vielleicht sind Sie anders.
Das heißt, ich weiß, dass Sie anders sind.
Sie möchten also die Wohnung nehmen, Herr... Entschuldigen Sie, sehen Sie,
mal vorgestellt habe ich mich. Lobel, bloß Lobel. Herrington, Cicely
Warten Sie, ich sehe... Nicht nötig, ich notiere mir das gleich.
Wie ungewöhnlich methodisch.
Cicely Herrington, mit Doppel R.
Ich bin viel ordentlicher, als Sie vielleicht glauben.
Wenn man so ganz alleine lebt und nicht auf Ordnung hält, würde man allmählich
völlig verkommen.
Ich verstehe.
Sie würden mich totladen, wenn Sie wissen, was ich da alles aufschreibe.
Hier zum Beispiel, da ist eine Antragung alle zwei Wochen.
Raten Sie mal. Keine Ahnung.
Bruce, Haare schneiden.
Also jetzt sollten wir uns aber wirklich mal wie Geschäftspartner unterhalten.
Sie wollen also die Wohnung nehmen?
Sicher, sie ist wie nach Mars.
Sie können sich nicht vorstellen, wie aufregend es ist, nach all den Jahren
wieder in London zu sein. Ich habe schon gar nicht mehr dran geglaubt.
Da bin ich wieder.
Ein bisschen Geld ist auch da.
Keine fetten Pläne, aber das ist ein ganz angenehmes Gefühl. Ja, das kenne
Jahrelang habe ich Pläne gemacht in meinem Büro.
Immer habe ich davon geträumt, mal ein bisschen Geld zu haben. Habe immer
geglaubt, dass es ein Traum bleiben müsste.
Und plötzlich wird dieses dumme Märchen wahr.
Mehmet, meine Freundin und ich, wir haben im Lotto gewonnen. Ach.
Und wie viel? 20 .000 Pfund. 10 .000 für jeden.
20 .000 Pfund?
Darf ich Sie mal ansehen?
Ich habe nämlich noch nie jemanden gesehen, der so viel Geld einfach
hat.
Es ist ungezogen zu fragen, was Sie mit all dem Geld machen wollen.
Ich nehme an, erst eine große Reise.
Ich hätte es eigentlich heiraten sollen.
Heiraten sollen?
Das klingt so komisch.
Ja, es ist aber mal alles ganz anders.
Sie wollen sagen, Sie sind für Geld gekommen und möchten erst noch mal Ihre
Freiheit genießen.
Woher wissen Sie das?
Habe ich nicht gesagt, ich hatte eine Gabe, in die Menschen hineinzusehen?
Möchten Sie eine Präferenz?
Danke.
Tausende und eine Nacht.
Das weckt eine Hirscher Erinnerung. Ich weiß noch, wie mir als Kind die arme
kleine Leiter, die dem Sultan all die Geschichten erzählt hat.
Scheußliche Gedanken, jede Nacht eine Geschichte erzählen zu müssen, um am
zu bleiben.
Wie lange sind Sie schon verlobt?
Seit ungefähr fünf Jahren.
Und wann haben Sie ihn zuletzt gesehen?
Vor zwei Jahren.
Ich weiß, wie Ihnen zur Mutter ist.
Ich habe das auch schon durchgemacht.
Sie? Ja.
Ich habe schon viele Frauen kennengelernt, bei denen alles ganz okay
wäre, aber ich habe immer gewollt, eines Tages, gerade dann, wenn ich es am
wenigsten erwarte, dann komme ich irgendwo herein und sehe Sie.
Dann ist alles andere vorbei.
Mit einem Schlag, so.
Und Sie glauben, sowas geschieht einfach so?
Es ist geschehen.
Heute.
Es sind die Augen hinter mich.
Vom ersten Augenblick an.
Wie sie sich umdrehten, hier beim Kamin. Da wusste ich es.
Sie dachten erst, es sei ihr Verlobter, aber in ihren Augen war nur der Wunsch
zu flehen und dahinter diese Luft zu leben.
Habe ich recht?
Ja. Das darf hier nicht zu Ende sein. Ich sehe Sie wieder, bald, heute noch.
sind ein bisschen impulsiv. Sie auch.
Sie wussten es nur nicht.
Wir werden jetzt zusammen essen. Vielleicht könnte ich Ihnen dann doch
machen, dass ich Bohnen nicht mit dem Messer zerschneide und nicht auf deine
Schlägereien mit Kellnern anlasse.
Wir könnten auch ein bisschen im Park aufhören. Ich glaube, es wird gleich
regnen. Das ist nur ein Schauer, das geht gleich vorbei.
Sie sind wohl von Beruf, Überredungskünstler.
Ich erwarte Sie in Gold gegenüber.
Nein.
Nein, ich werde nicht kommen. Ich werde nicht kommen.
Das ist neidisch.
Was mache ich jetzt nur?
Die Türe öffnen.
Hallo, Zepi.
Ja,
grüß dich.
Das ist Herr Lovell, der neue Mieter. Das ist Nigel Brooks, mein Verlobter.
Angenehm. Herr Lovell wollte mir soeben... Ja?
Was wollte Herr Lovell soeben?
Danken für die schöne Wohnung.
Sie sind einfach hinsichtlich.
Keine Nachbarn.
Nichts. Nur ein bisschen abgelegen.
Das ist doch das Schöne zu haben.
Kein Hühnergegacker, keine Lautsprecher, kein Auto, kein Telefon.
Zurück zur Natur.
Kaum zu glauben, dass es erst sechs Wochen hält. Und schon verheiratet.
Dass ich gestern einfach stehen gelassen
habe und ich jetzt gleich in die Dunkelkammer.
Im Keller, meinst du? In der Keller wird meine Dunkelkraft.
Was hast du denn da drin?
Nur so Fotozeugs.
Aber warte mal da.
Da habe ich etwas, das wird dir gefallen.
Nur tut es mir so geheimnisvoll mit diesem Kasten. Das werden wir ja sehen.
Hey, was ist denn das?
Von einem Mann.
In Hongkong, glaube ich.
Oh. Das ist herrlich.
Ich danke dir.
Das ist ein wunderbarer Garten.
Machen wir nur noch Sorgen wegen des Preises.
5 .000 Pfund, findest du nicht ein bisschen viel? Oh mein Gott, nein.
Denk doch mal an all die scheußlichen Häuser, die wir angesehen haben.
Alles doppelt so teuer.
Bist du enttäuscht?
Weil wenn ich gleich noch reisen will... Nein, es ist doch eine sehr hübsche
Idee erst im Herbst. zu reisen, mit vielen Sommertouristen.
So, da ist der Mann, von dem der Makler erzählt hat. Ja, Hocken, hoffentlich hat
er sein Rollen mal abgelegt.
Wer ist mit Mädchen bei Ihnen?
Ich weiß nicht, ich kenne mich mit Gärtnern nicht aus. Bringen die ihre
mit zur Arbeit? Keine Ahnung.
Morgen, Herr Hocken.
Morgen.
Morgen, Herr Hocken, morgen.
Es tut mir leid, Frau, dass ich nicht da war, als Sie das erste Mal hierher
gekommen sind. Aber ich hatte so ein schreckliches Rheuma.
Und Dr. Gribbel hat gesagt, ich soll mal ein paar Tage ausspannen.
Und jetzt möchte ich die verlorene Zeit gerne nachholen, wenn es Ihnen recht
ist. Ja, ja, wir bitten darum.
Ja, da ist noch etwas.
Ich habe mich nämlich gefragt, ob Sie nicht vielleicht jemanden brauchen für
Hausarbeiten. Ach so.
Daran haben wir noch gar nicht gedacht.
Ja, da wäre nämlich meine Nichte Lisa.
Sie ist ein braves Kind. Ich habe sie gleich mal mitgebracht, falls Sie sie
sehen. Ja, holen Sie sie doch ein.
Rein kommen, Lisa.
Sie ist nicht gerade im Kirchenlicht, Frau.
Aber sie war auf einer guten Schule, hat Klavierstunden gehabt und so Zeugs.
Tag, Lisa. Tag, Fräulein.
Nee, Frau.
Ihr Onkel hat uns gesagt, Sie würden eventuell den Haushalt bei uns besorgen.
hat er das gesagt? Na, das habe ich mir gleich gedacht, dass er das gesagt
hätte.
Ihre Mutter möchte Sie nachts gerne zu Hause haben.
Aber sie kann abends natürlich so lange bleiben, wie Sie es wünschen.
Dann klappt ja alles.
Darf ich du sagen?
Vielleicht fängst du gleich mal an, die Küche in Ordnung zu bringen. Ja,
natürlich.
Die packt zu, das muss man sagen. Ja, sie
ist ein braves Kind.
nie jemand ein Hausmädchen gehabt, das nachts hier geschlafen hat. In all den
Jahren, die ich hier arbeite, seit Mr. Dunning das Haus umgebaut hat, das war
vor dem Krieg.
Früher war es nämlich eine Schenke.
So,
ich glaube, ich muss jetzt wieder an die Arbeit.
Bei diesem Frühlingswetter sieht man richtig, wie das Unkraut wächst.
Vielleicht schneiden Sie uns ein bisschen Flieder, weißen und violetten,
ja, ja.
Ja, dann packe ich den da mal aus.
Die Überzüge sind auch nicht mehr gut.
Die müssen wir neu überziehen lassen, wenn wir wegreisen.
Nächstes Jahr werden die aussehen wie neu.
Das ist ungeheure Waffe von dir, meine Liebe.
Das kommt für nächstes Jahr zu planen, aber vergessen wir darüber nicht die
Dinge, die jetzt zu tun sind.
Ich brauche ein paar Unterschriften von dir.
Was sind für Unterschriften? Nur der letzte Formularkunstkampf aus dem
Papierkrieg, den wir geführt haben, um dieses Haus zu erobern.
Formulare, Formulare.
Wenn du endlich mein Geld aus Amerika geben, weißt du, teufel ich doch die
Staaten in meiner Bank. Endes Unterzeichnete bestätigt hiermit, dass
Grundstück mit der Katasternummer 1625... Machst du was aus, wenn ich das
lese? Natürlich nicht, du Krone der Geschäftsuntüchtigkeit.
Hier, hier in der Mitte.
Es ist der schönste Augenblick meines Lebens.
Du und ich.
Wir zwei.
In unserem Haus.
Allein.
Ah, jetzt habe ich euch ertappt.
Hallo.
Na,
ist die mir nicht gelungen? Eine kleine Überraschung, meine Lieben.
Tut mir leid, meine Nase ist ziemlich kalt.
Das ist es also, euer kleines Flitterwochen -Nest.
Stellt euch vor, heute gab es eine verbilligte Fahrt in diese
Gegend. Settli, wie du ausschaust, einfach frech.
Sind Sie nicht stolz auf die Brut? Darauf können Sie Gift nehmen.
Ich Gift? Wie schrecklich. Komm, Settli, doch bist du sicher müde von der Reise.
Müde? Ich? Hast du mich je müde gesehen? Ich wollte dir nur sagen, dass ich ein
fabelhaftes Dienstmädchen für euch gefunden habe. Sie ist zwar leider eine
Schwester aus dem Orden von Plymouth, aber sie wird ja auch was anderes können
als beten. Und du weißt wenigstens, mit wem du es zu tun hast.
Sagen Sie, da ist ein kolossales Paket angekommen. Der Postbote hat es eben
gebracht. Ich glaube, es sind Bücher. Aber du hast ja bereits jemanden. Warum
hast du das nicht gehört? Ja, vielen Dank, Lisa. Du kannst übrigens diesen
Kasten da in den Keller runterbringen. Nein, nein, lass mich das nur, liebe.
habe nicht gerne, wenn jemand seine Nase in meine Sachen steckt.
Der Keller wird mein Privatissimo.
Ja, bitte, wenn du willst.
Ja, hallo.
Es ist in Ordnung, Lisa, du kannst gehen.
Du kannst gehen, vielen Dank.
Das sind die Bücher, die ich mir beim Juli und Co bestellt habe.
Rühmte Kriminalfälle.
Oh, was für ein entsetzliches Bild. Also wirklich groß. Ich kann nur so
schreckliche Bücher lesen.
Oh Gott, ich bin neidisch.
Ja, lieber Gott.
Foto vom Tatort.
Das entkleidete Opfer von... Nicht zu fassen. Empört und das nur vor dem
Mittagessen. Sind da noch mehr solche Bilder drin?
Fotos.
Wann hatten Sie das mitgehabt? Aha, wohl etwas, das ich nicht sehen darf.
Diese hübsche Dame mit dem schönen Schal. Wer ist das?
Das ist meine Schwester.
Nur keine Verlegenheit, mein Junge. Ich bin eine Frau von Welt.
Ich helfe Ihnen, das auszupacken. Das schaffe ich schon alleine. Das sind nur
meine Fotosachen. Die werde ich gleich aus dem Weg holen.
Wo hast du diesen zauberhaften Schal her, Sessi? Wie war der jetzt schön?
hat ihn mir eben geschenkt.
So einen habe ich schon einmal gesehen.
Wo denn?
Weiß nicht.
Hoffentlich habt ihr da keine Katze im Sack gekauft, mein Liebes. Was habt ihr
denn bezahlt? 5000 Pfund? Gott, oh Gott, das ist ein Haufen Geld.
Dieser Keller wird die beste Dunkelkammer, die ich je hatte.
Aber einen Tag werde ich von der Braut, um ihn aufzuräumen.
Der Flieger geht vor. Vielen Dank, Herr Knitter.
Wunderbar. Schau, Tante, wie du aus unserem Garten.
Fantastisch und kostet nichts.
Lisa, bitte gib Wasser hier in die Vase.
Dann ist das also euer Gärtner, nicht wahr?
Richtig. Da kann Ihnen dieses Buch hier besonders nützlich sein. Ich habe es
antiquarisch gekauft, der Gartenkalender.
Darin steht alles, was Sie an jedem Tag im Jahr im Garten zu tun haben. Wir
wollen gleich mal nachsehen, was da unter April drin steht.
Ich habe diesen Garten jetzt 30 Jahre lang ohne ein Buch gemacht und ich habe
nicht die geringste Absicht, aber auch nicht die allergeringste. Aber wir
ja mit der Zeit gehen.
Was haben wir denn hier?
Ach,
ja.
Zinnien in Töpfe sehen, bei einer Temperatur von 28 Grad halten, ist das
indes zu nässlich.
Nässlich, was für ein Wort.
Jetzt ist er fort.
Hey!
Was hast du denn?
Was ist denn?
Schon wieder in Ordnung.
Und was hast du denn gehabt?
Nichts.
Mir war ein bisschen schwindelig, das ist alles.
Wahrscheinlich hat mich der Überfall von Tante Lulu etwas mitgenommen.
Komm, sitz.
So. Und ich hole jetzt einen Arzt. Nein, nein, ich will keinen Arzt. Aber warum
denn? Ich will keinen Arzt!
Prost.
Entschuldige.
Ich bringe dir ein Glas Wasser.
Na, du lass doch.
Mach doch jetzt kein Theater.
Kann ich dir nicht irgendwas für dich tun?
Doch. Was?
Du kannst hierher kommen und dich neben mir setzen.
Geht's dir wirklich wieder besser?
Es geht mir ausgezeichnet, wenn du mich nicht alleine lässt. Und wie sollte ich
denn...
Das
ist das Paradies.
Das heißt ab 8 .15 Uhr.
Wieso ab 8 .15 Uhr?
Da geht dann du los, Zug.
Wo willst du hin?
Hin mit mir, Mr. Laughlin. Die mich erschrecken. Nein, für alle Male. Ich
nicht, dass jemand seine Nase in meine dunkle Pfanne stellt. Aber ich wollte
doch nur runterkommen, um Ihnen zu sagen, dass es Tee gibt. Das habe ich
gedacht.
Was hat der Herr Pedant heute in seinem Büchlein?
Das möchtest du gerne wissen.
H2O2. Heute hast du nur das aufgekriegt. Was ist denn das?
Was Chemisches.
Das brauche ich für mein neues Entwicklerbad.
Ach, du mit deiner dummen Fotografiererei.
Siehst nicht mehr gut aus seit dem Anfall neulich.
Und jetzt siehst du sogar noch schlechter aus.
Dafür siehst du aus wie das blühende Leben.
Mach dir keine Sorgen.
Mein Kreislauf geht manchmal ein bisschen auf den Fugen. Das ist alles
gewesen.
Wann ist denn das?
So dann und wann.
Machst du dir Sorgen über irgendwas?
Du bist manchmal so abwesend für kurze Augenblicke.
Komisch. Habe ich gar nicht gemerkt.
Manchmal frage ich mich, ob dieser Ort dir gut tut.
Diese Einsamkeit.
Hast du dich jetzt schon entschlossen, wohin wir zuerst reisen wollen?
Und wir gehen in irgendein Reisebüro, machen da einfach die Augen zu und
eine Nadel in eine Landkarte.
Was du dir immer alles ausdenkst.
Ich denke noch ganz anderes.
Meine Anwälte schreiben, dass ich mein Geld bald kriege. Ich hoffe doch, dass
da ist, bevor wir abreisen.
Mir hat Mavis geschrieben.
Er ist gerade zurückgekommen.
Aha.
Was schreibt sie denn?
Sie möchte, dass wir Freunde bleiben und...
Ich möchte mal für einen Tag herkommen.
Wollen wir uns denn wirklich das Haus einrennen lassen, die letzten Tage hier?
Aber oft kann sie ja nicht kommen, sie arbeitet ja schon wieder.
Ja, das habe ich vergessen.
Du willst ihr Adieu sagen, das kann ich verstehen.
Dann soll sie... Dann
soll sie am 25.
kommen.
Das ist ein Freitag, heute in 14 Tagen.
Wir reisen dann Samstag.
Hoffentlich kommt sie nicht auf den Gedanken, uns zum Bahnhof zu bringen
zum Flugplatz. Ich hasse Abschiede. Ich auch.
Dann müssen wir noch sehen, dass mir Tante Lulu irgendwie an Ketten liegt.
glaube kaum, dass sie noch mal kommt. Du warst sehr deutlich das letzte Mal.
Na schön.
Dann schreibt Mevi, sie soll am 25.
kommen.
Aber nicht zum Übernachten.
Sie schreibt doch was von Nigel.
Dann wirst du mich auch einladen.
Mavis meint, er sei so durcheinander, weil er mich nicht sehen könnte.
Und sie glaubt, wenn wir uns einfach als Freunde wieder einmal treffen könnten,
dann würde er... Das ist doch Quatsch! Schon gut, schon gut.
Ich könnte ja eigentlich stolz sein.
Bist du richtig eifersüchtig?
Natürlich bin ich eifersüchtig.
Hast du dein Auto gehalten?
Ja, hab ich ganz vergessen. Hab ihn heute Morgen bestellt, als ich da weg
Wen? Dr.
Kribbel. Warum tust du sowas?
Ich habe dir wieder und wieder gesagt, ich mag keine Ärzte. Ich hasse diese
Quacksalber. Ich ertrage das nicht, Leute, die einfach reinkommen und
rumschnüffeln. Aber alle im Dorf mögen. Das Dorf, Gotthard und Halbidioten. Ich
kann ihn ja nicht rauswerfen, wenn du ihn schon bestellt hast.
Da ist er schon.
Guten Tag, Herr Doktor.
Die haben sich ja ganz fabelhaft versteckt hier.
Das ist mein Mann, Dr.
Kribbel. Na?
Wie geht's denn?
Wir leben hier sehr zurückgezogen und haben unsere Ruhe.
Ja, die Ruhe.
Das ist ein ganz außerordentlicher Luxus heutzutage.
Tja, ich habe den alten Haxen draußen gesehen. Der arbeitet offenbar für Sie.
Ja, komischer alter Knabe. Ein kapitaler Schufter, sage ich Ihnen.
Wenn der mal ein Glas zu viel getrunken hat, drüben im Roten Löwen, dann ruft er
mich ganz laut vor allen Leuten, Doc. Dr.
Leichenmacher.
Stellen Sie sich das vor, Dr.
Leichenmacher.
Und ich lasse mir das seit Jahren gefallen.
Trinken Sie eine Tasse Tee mit uns?
Nein, danke. Kommen wir doch gleich zur Sache.
Ihre Frau möchte, dass ich sie mir mal etwas näher anschaue.
Bei mir werden Sie nichts finden.
Ja, eine kleine Inspektion kann auf keinen Fall schaden.
Wo sind wir?
Am besten oben.
Ja, danke schön.
Na, wollen Sie mir nicht den Weg zeigen?
Wenn Sie wollen.
Aber ich bin sicher, dass wir Sie umsonst ja bemüht haben. Ach, keine
Ich rede Ihnen Leuten seit Jahren, dass es klüger ist, den Arzt zu rufen, wenn
es zu früh ist, als wenn es zu spät ist.
Aber glauben Sie nicht, die Bauernkirchen sehen das ein?
Ach, keine Scheiße.
Aber pass mich auf.
Lisa!
Willst du bitte abrollen?
Was bringen Sie denn Schönes?
Ja, ich wollte nur wissen, Mrs. Lovell, ob Sie mir das vielleicht erklären
können. Was ist es denn?
Ja, das will ich Sie ja eben fragen.
Habe ich beim Graben gefunden, drüben bei dem kleinen Hügel. Vielleicht ein
verborgener Schatz?
Ja.
Das machen Sie.
Soll ich ein Messer holen? Nee, danke.
Das mache ich mit meinen Fingern.
Schnaps.
Schnaps? Vielleicht.
Das ist auch ein komischer Schnaps. Kenn ich nicht.
Aber da steht was auf dem Etikett.
Vielleicht Medizin?
Hydrogen?
Hydrogen, Superoxid, Nanu. Ist da sonst noch was drin?
Na, sieht nicht gerade nach einem verborgenen Schatz aus.
Nichts wie leere Flaschen.
Wie sind die bloß in den Boden gekommen?
Ich bin doch den ganzen Tag hier.
Die muss einer nachts vergraben haben.
Vielleicht hat es was zu tun mit dem Fotografieren von meinem Mann. Der
so Chemikalien. Ach so, Chemikalien. Soll ich Sie auf den Abfallhaufen
Nein, nein, lassen Sie nur. Ich frage meinen Mann.
Na ja, dann... Hallo, Haxen. Na, was macht das liebe alte Rheuma?
Das ist weg, Doktor. An dem verdienen Sie nichts mehr. Hat mich auch
reich gemacht.
Aber ich habe Ihnen ja gesagt, es wird verschwinden.
Ein warmer Sommer ist der beste Arzt.
Und schickt nicht mal Rechnungen.
Nun, Herr Doktor?
Er zieht sich wieder an.
Haben Sie was gefunden?
Kleine Hypertonie.
Hypertonie, was ist denn das?
Erhöhter Blutdruck. Aber das ist nichts Schlimmes.
Ach nein.
Da bin ich froh.
Tja, jetzt noch eine kleine Frage.
Sagen Sie mal, hat Ihr Mann vielleicht Schwierigkeiten? Ich meine...
Vielleicht geschäftlicher Natur.
Nein, nein, nie.
Wenn er Geschäftssorgen hätte, würde man es bestimmt gesagt haben. Ich habe ihn
natürlich gefragt, aber er hat so heftig mit Nein geantwortet, dass es nicht
ganz überzeugend klang.
Gibt es da nicht irgendwas?
Aber nein, gar nichts.
Warum fragen Sie so?
Naja, es ist nichts Ernstes, aber wie soll ich Ihnen das sagen?
Er hat einen fliegenden Puls.
Ach so?
Naja, es kommt häufig vor.
Wichtig ist nur, dass es nicht schlimmer wird.
Er gehört wohl zu der sehr leicht erregbaren Sorte Menschen.
Nein, das würde ich nicht direkt sagen, aber in letzter Zeit war er vielleicht
ein bisschen nervös.
Sie glauben gar nicht, wie er sich aufgeregt hat, als ich ihm vorschlug,
Herzspezialisten aufzusuchen. Also sowas von Ablehnung.
Wird er wohl reisen können? Wir wollen nämlich ins Ausland fahren, Ende dieses
Monats.
Na ja, ich glaube schon. Ja, sicher, wenn er sich bis dann ruhig hält.
Ich will ihm etwas schicken. Das soll er dreimal täglich nehmen, wie es auf der
Flasche steht.
So, jetzt ist höchste Zeit für meine weiteren Krankenbesuche.
Auch sehr freundlich.
Dankeschön.
So, ich will dann den Kopf nochmal reinstecken. Vielen Dank, Herr Doktor.
Morgen. Auf Wiedersehen. Auf Wiedersehen.
Komischer Kauz, dieser Dr.
Leichenmacher. Aber ganz nett.
Ich bin sehr froh, dass du ihn magst.
Ah ja, Bruce, ich wollte dich was fragen.
Schau mal, was Haxen hier im Garten ausgegraben hat.
Laute alte Flaschen mit Superoxid oder sowas steht drauf.
Haxen sagt, die können noch nicht so lange dort gelegen haben.
Ist das nicht merkwürdig?
Ja, sehr sonderbar.
Puh, da ist noch was drin.
Wirklich?
Weißt du was von all dem?
Nein, nein, wie sollte ich?
Haxen und ich haben geglaubt, es sei ein verborgener Schatz. Also dann, weg
damit. Ich will nur ein bisschen in den Garten gehen, bevor es dunkel wird.
Haxen hat mir gezeigt, wie man Rosen schneidet. Ich helfe dir. Nein, hast du
vergessen, was der Arzt mir gesagt hat? Du setzt dich jetzt schön hierher und
liest.
Na schön, dann nicht.
Aber bleib nicht zu lange.
Ein idiotischer Ort ist das, wo nach 8 Uhr kein Zug mehr geht.
Sag mal, wie spät ist es eigentlich?
Es geht schon seit Wochen nicht mehr, wir haben den Schlüssel verloren.
Es ist jetzt ungefähr 7.
Willst du noch was trinken?
Ja, ein Whisky.
Bruce kommt sicher noch runter, um dir Adieu zu sagen.
Ja, er war am Ende seiner Kräfte nach dem Tee.
Es war absolut das Klügste, von ihm hinaufzugehen und sich hinzulegen.
Er legt sich doch jeden Nachmittag hin.
Geht ihm wirklich nichts sehr gut?
Ich habe noch nie eine solche Veränderung an einem Menschen gesehen.
Es ist wirklich idiotisch, von dir auf Reisen zu gehen mit Brust bei seiner
Verfassung. Er hat sich in den Kopf gesetzt. Kannst du es ihm nicht
Wir hatten einen...
Wir hatten beinahe einen Krach deswegen. Heute Morgen, bevor du gekommen bist.
Und was sagt der Arzt? Aber hört doch nicht auf ihn. Das letzte Mal war er
richtig grob zu Dr. Greppel.
Naja, ich hoffe nur, dass nichts passiert.
Dass dir nichts passiert.
Hey, was ist denn das? Ist das dein? Das ist das Notizbuch vom Beruf. Ist
komisch. Da lässt er sonst nicht was rumliegen. Ist immer so ordentlich, so
methodisch. Macht sich Notizen über die läppischsten Dinge.
Das hat er wohl für heute aufgeschrieben.
Sag mal, wird er nicht böse, wenn du in seinen Geheimnissen rumstörst? Woher hat
man sich ja so oft gezeigt?
Warte mal, da, das ist heute.
25. September, Mavis bis zum Abend.
Nein, welch ungeheuerliche Ehre. Habe ich nicht gesagt?
Da steht noch was.
Neun Uhr abends.
Neun Uhr abends?
Was ist denn das?
Ein Rendezvous. Oh, meine Liebe, die absolute Schönheitskönigin des Dorfes
wir im Haus.
Lisa.
Schmerz von sämtlichen Briefboden und Milchmännern. Also ich glaube, das soll
ihn daran erinnern, seine Dunkelkammer aufzuräumen. Na hör mal, das schreibt
sich ja nicht auf.
Also hör mal, dieses Notizbuch ist wirklich komisch.
Hör mal zu.
25. März, Cecily heiraten.
7. April, Haare schneiden.
Das steht da regelmäßig, alle 14 Tage.
15. April, ins Landhaus übersiedeln.
Und dann steht da wieder dieses Chemiezeug, H2O2.
Das steht da alle zwei Wochen, seit Beginn des Jahres.
H2O2? Naja, er braucht es zum Entwickeln seiner Bilder im Labor.
Was? Braucht man Wasserstoff -Superoxid in einem Fotolabor?
Ja, aber H2O2 ist doch nicht Wasserstoff -Superoxid.
Naja, natürlich ist es Wasserstoff -Superoxid, das weiß ich ganz genau.
Hoxton hat eine ganze Menge alter Flaschen mit H2O2 drauf im Garten
Ich habe Bruce danach gefragt, aber er hat mir gesagt, er weiß nicht, woher sie
kommen.
Vermerkwürdig.
Vielleicht kriegt er graue Haare. Das will er dir verheimlichen.
Ein paar silberne Fäden im goldenen Strom.
Süße Lydia.
Ich bin nicht mit der Bahn gekommen.
Wie? Mit Nigels Wagen.
Ist Nigel hier?
Ja, er wartet in der Dorfschenke da in diesem roten Löwen.
Wir haben so eine kleine Verschwörung angezettelt.
Eine Verschwörung?
Ich habe Nigel gesagt, er soll mich um sieben Uhr hier abholen.
Ja, aber glaubst du nicht, dass... Aber was? Also er bleibt doch nur fünf
Minuten. Und wenn Bruce runterfällt, dann trage ich es schon mit ihm aus. Ja,
ich weiß aber wirklich nicht, ob ich... Oh, welche Pracht! Was sind denn das für
Blumen?
Penstemonien.
Penste, die sind ja zauberhaft.
Ja, ja, ein ganz schönes Fleckchen hier mit all den Blumen.
Wenn es einem nichts ausmacht, in einer Einsiedelei zu leben.
Diesen Ort gibt es ja nicht mal auf einer Landkarte. Ja, deswegen hat Mr.
Dunning das Haus ja auch so billig verkauft. Ja, so billig war es auch
nicht. 5 .000.
Was? 5 .000? 5 .000?
Unmöglich, Mrs. Lovell.
Mr. Dunning hat 2 .500 dafür verlangt. Das weiß ich ganz genau. Aber Sie irren
sich, Harkon. Woher wollen Sie das wissen?
Ich habe doch selber gehört, wie Mr. Dunning geflucht hat, dass er das Haus
nicht teurer verkaufen konnte.
Im ganzen Dorf hat er rumgeschimpft. Also den ganzen Kauf hat mein Mann
mit dem Makler. Aber was ich dafür bezahlt habe, das weiß ich ganz genau.
habe selber den Scheck unterschrieben.
Dann haben Sie vielleicht die Wiesen dazu gekauft. Nein, nur das Haus.
Ja, aber dann sind doch 2 .500... Also diese Blumen sind wirklich zauberhaft.
Na schön, dann gehe ich jetzt besser raus und kümmere mich um mein
Recht sonderbare Sache.
Im Dorf erzählt man sich die ungeheuerlichsten Geschichten.
Ich habe mal im Roten Löwen zwei Sherry Brandy getrunken. Seitdem heißt es
überall, ich sei eine Quartalsäuferin.
Du, aber das Haus, das hast du selber gekauft?
Ich habe das Geld groß vorgeschossen, weil sein Geld im Moment blockiert ist.
Ach, weißt du so Anwaltsgeschichten. Ja, ja, ich verstehe das schon.
Das ist neidisch.
Sieht doch gut aus.
Ich darf doch reinkommen. Ja, bitte.
Ja, ich glaube, dann werde ich mal nach draußen schauen.
was Hacken mit seinen Chrysanthemen und seinen Penste... Penste -Dingsbombs
macht.
Schön, dich wieder mal zu sehen.
Du weißt gar nicht, wie sehr ich dir... Willst du was trinken? Willst du eine
Zigarette oder... Langsam, langsam.
Komm, setzen wir uns erst mal.
Habe ich immer noch.
Und?
Ich bin so gespannt zu hören, was du alles erlebt hast.
Du weißt gar nicht, wie froh ich bin, dass du so gut aussiehst.
Ja, darum wollte ich auch, dass du mich liebst.
Bevor du dich auf deine abenteuerlichen Reisen begibst, wollte ich dir doch
zeigen, dass du aus mir kein elendes, dem Trunk verfallenes Subjekt gemacht
hast. Ach, lass doch das.
Und du?
Geht's dir gut?
Ja, sehr gut. Das freut mich. Das ist nett von dir.
Das freut mich ehrlich.
Ich glaube ja nicht, dass ich so einen hochedlen Charakter habe.
Aber warum soll ich in Büsternis und Schwermut versinken, nur weil deine Ehe
klappt und es dir gut geht?
Das ist mir schon lieber. Ich freue mich mit dir. Reicht das, du?
Nein, wirklich, es ist wunderbar mit Brust.
Manchmal allerdings mache ich mir Sorgen. Warum?
Es geht ihm gesundheitlich nicht so gut, seitdem wir hier sind.
Aber das Reisen wird ihm gut tun. Wo ihn Vater nennen?
Irgendwo hin, überall hin.
Was für eine überaus präzise Reiseroute.
Aber das hast du dir immer gewünscht. Ja.
Aber weißt du, was komisch ist? Jetzt bin ich auf einmal traurig, dass ich
weg muss.
Lach nur. Ich weiß, ich bin verrückt zu tun.
Ich war verrückt.
Damals, als du die Verlobung aufgelöst hast.
Weißt du, der verfluchte Sudan hat mich doch ziemlich mitgenommen.
Na ja.
Lebst du mal jahrelang vom Büchsenspargel mit Sand in den Ohren.
doch gar nicht an allem schuld. Das stimmt.
Dich hat damals das verdammte Lotto -Geld verrückt gemacht. Und ich habe das
nicht wahrhaben wollen, weil ich Wüstensand im Kopf hatte.
Du bist ein feiner Kerl, dass du es so nimmst.
Ich glaube aber gar nicht, dass ich dich nicht mehr gerne habe.
Und komm mir nicht mit dem Spruch eines Tages, wirst du ein reizendes, junges
Mädchen kennenlernen. Ich will kein reizendes und kein junges und überhaupt
Mädchen kennenlernen, das mich interessiert.
So.
Kann ich für euch einen Vortrag halten über alle Blumen, die mit Pente
Ich bin jetzt Spezialistin in Pentologie.
Ich glaube, wir müssen das Gesellige beisammen sein.
Abbrechen, wir müssen zurück. Aber nein, ihr dürft noch nicht wegfahren, bevor
ihr was gegessen habt.
Warte mal, wenn Bruce... Ach so, ja.
Na wartet mal einen Moment, ich laufe schnell rauf und sage es ihm.
Sie ist doch zufrieden, oder?
Findest du? Was frage ich dich?
Also weißt du, Nigel, ein paar Dinge kommen mir jetzt sehr merkwürdig vor.
Er sieht so verändert aus.
Es ist wirklich idiotisch von Cecily, mit ihm auf Reisen zu gehen.
Am liebsten würde ich selber mal mit dem Arzt sprechen.
Ja, und dann ist noch so eine Unklarheit wegen des Hauspreises. Was, der Preis
für das Haus hier?
Ja, also ein paar Dinge sind nicht ganz in Ordnung. Irgendwas ist da merkwürdig.
Du, und dann habe ich noch herausgefunden, dass Bruce...
Jetzt nehme ich dir den ganzen Tag rum, ist jetzt der auch noch.
Nigel, ich glaube, wir müssen gehen.
Ja, selten ist mir etwas dermaßen klar geworden.
Es tut mir so leid, aber Bruce fühlt sich etwas sehr nervös. Ihr versteht es
doch, dass ich... Na, schon gut, wir verstehen.
Außerdem ist ja alles gesagt, was ich dir sagen wollte und... Na ja, gesehen
habe ich dich auch.
Also machen wir es kurz.
Es wird ja wirklich nur spät.
Bis wir zurück in London sind.
Schade. Ich hätte euch so gern hier behalten.
Sag mal, bist du ganz sicher, dass alles in Ordnung ist? Das sollte nicht in
Ordnung sein.
Weißt du was?
Ich rufe dich an, wenn ich zu Hause bin.
Ach Gott, nur so, um dir gute Nacht zu sagen. Aber wir haben doch kein Telefon.
Ach ja, kein Telefon.
Sag mal, wie macht ihr das? Habt ihr einen Brieftaub?
Also, Cecily, alles Gute.
Und pack auf dich auf.
Ach, Haxen.
Sind die Chrysanthemen in Ordnung? Und die Tulpenzwiebel versorgt?
Alles in Ordnung, Mrs. Lovell.
Ich gehe jetzt nach Hause und schaue übermorgen noch mal rein, wenn Sie weg
sind. Ich wollte Ihnen nur Adieu sagen und vielen Dank für alles. Wir danken
Ihnen, Hudson.
Das ist die letzte Baccarat. Schön, danke.
Guten Tag.
Ich gehe.
Gut, Lisa.
Der Mann hat mir noch zehn Schillinge gegeben, extra, dass ich heute auf den
Jahrmarkt gehen kann.
Wieso, ist denn hier Jahrmarkt heute? Ja, Mrs. Lovell, der ist ja immer spät
Jahr. Aber ihr Mann hat gesagt, ich könnte schon jetzt nach Hause gehen und
ihm gleich, wie lange ich bleibe. Das geht die ganze Nacht durch.
Aber er hat gesagt, Sie brauchen mich nicht morgen früh.
Ach so, das ist mir aber neu.
Darf ich dann nicht gehen?
Natürlich darfst du nicht.
Du bleibst, solange du gebraucht wirst. Nein, nein, geh nur, Lisa. Mein Mann hat
ganz recht, wir brauchen dich morgen früh, wirklich.
Vielen, vielen Dank, Mrs. Lovell, vielen Dank.
Sie verderben das Mädchen noch völlig.
Ich hoffe nicht.
Jetzt läuft ja auch der Briefbote vom Nachbardorf noch nach.
Eines Tages wird sie die ganze britische Post heiraten müssen.
Also wenn ich schon beim Verderben bin, dann müssen Sie auch dran glauben. Hier,
nehmen Sie diesen Whisky. Die Flasche ist noch fast voll. Ich bringe Ihnen ein
Glas aus der Küche. Oh, danke schön. Ich brauche kein Glas. Aus der Flasche
schmeckt er am besten. Dann Prost. Ja, Prost.
Vielen Dank, Mrs. Lovell. Und gute Reise.
Das wäre jetzt doch eine freudige Überraschung. Tante Lulu, um Himmels
wie kommst du denn noch hierher?
Na, ich verreise doch morgen. Stell dir vor, ich habe heute, du weißt ja, ich
habe doch manchmal die zu klötzlichen, genialen Einfälle. Bitte sei leide,
Lulu. Warum?
Er schläft, es geht ihm heute nicht so gut.
Na schön.
Er wird ja sicher bald aufwachen. Weißt du, Liebes, heute Morgen hatte ich ein
so ungutes Gefühl. Wir sind ja das letzte Mal nicht gerade freundlich
auseinandergegangen. Zwischen Bruce und mir hat es doch einfach recht schrille,
wie soll ich sagen, Misstöne gegeben.
Und heute, da gehe ich beim Judis vorbei. Du kennst doch diese entsetzlich
Buchhandlung. Und sehe im Schaufenster den neuesten Band aus der Reihe Berühmte
Kriminalfälle. Und da bin ich ein... Ich bin einfach reingegangen und habe den
Band gekauft für Bruce.
Wenn er solche Sachen schon gern hat, als Versöhnungsgeschenk. Ein grauenhaft
schreckliches Buch. Hoffentlich hat er es noch nicht.
Es ist vor einem halben Jahr erschienen. Also, ich sage dir, der Prozess gegen
Darkie Bellingham, selbstverständlich in Amerika.
So etwas könnte in England ja gar nicht passieren.
Ich möchte auf keinen Fall, dass Bruce... Ach so, Bruce.
Wir können ja flüstern, bis er aufwacht. Ich sage dir, diese amerikanische
Geschichte mit Darkie Bellingham, grauenhaft.
Man hat ihn des Mordes angeklagt, stellt er vor an fünf Frauen, aber sein
Verteidiger war so ein gerissener Halunke, dass man ihn hat freisprechen
Dann ist er verschwunden.
Später hat man alle Indizien gehabt, dass er der Mörder gewesen sein muss,
er soll wie vom Erdboden verschwunden sein. Schau ihn dir mal an.
Da drin ist ein Bild von ihm.
Sieht der nicht schlichtweg bezaubernd aus?
Jetzt verstehst du wohl auch seinen Spitznamen, Darky, dieses fabelhafte
Haar. Ich habe noch nie so einen gutaussehenden Mörder gesehen. Ich mag
Gesicht nicht, die Brille, der Schnurrbart und sowas Geschniegeliges.
nur so eine Art Maske.
Mit solchen Massenmördern scheint es seine eigene Bewandtnis zu haben. Nach
einem Mord sind sie irgendwie befreit, erlöst von einem ungeheuren Druck. Steht
alles in diesem Buch, aber ganz allmählich weg.
Dieser Druck wieder wird stärker und stärker, bis es dich wieder befreien
mit einem neuen Mord. Ist das nicht entsetzlich aufregend? Im Grunde sind es
Kranke, gehören alle ins Irrenhaus.
Oh, du erwartest doch nicht etwa Besuch. Keine Ahnung, ob das sein könnte, ja?
Oh.
Herr Doktor, Sie habe ich nicht erwartet. Darf ich einen Moment?
Das ist Dr. Grimmel, das ist Miss Gerrit, meine Tante. Hallo.
Verzeihen Sie die Störung, Mrs. Lobel, aber da waren eben ein paar Freunde von
Ihnen bei mir, eine gewisse Mavis Wilson und ihr Freund. Und die sagten mir,
dass Ihr Mann sich heute ganz besonders schlecht fühlt.
Ja, ich sehe es einfach als meine Pflicht an, Ihnen noch einmal davor zu
morgen auf eine so strapaziöse Reise zu gehen.
Was ist denn mit Bruce? Ist er krank? Nein, nein, Tante Lou, aber ich muss Sie
leider beide bitten, er ist heute so auf... Und er verträgt einfach keinen
Besuch. Er würde fuchsstoffelwild werden, wenn ich... Gerade wenn er so
übernervös ist, darf er keinesfalls auf Reisen gehen.
Wo ist er? Er ist oben, er schläft. Aber nein, bitte lassen Sie ihn nicht.
Da will ich mal ganz sachte da oben anklopfen.
Ach, Mr. Lovels, ich wollte gerade auf ein Plauderminütchen vorbeikommen. Wo
denn dein Liebster?
Vergessen wir doch unser kleines Geschenk vom letzten Mal. Ich habe
geht es nicht so gut.
Ich habe dir was Interessantes mitgebracht. Raus mit euch.
Wie bitte?
Ich habe gesagt, raus mit euch beiden und zwar sofort. Aber Bruce, wie kannst
nur? Aber mein Lieber, ich versichere Ihnen... War ich etwa nicht deutlich
genug? Schon vor drei Tagen habe ich Ihnen gesagt, klipp und klar, dass das
letzter Krankenbesuch bei uns gewesen ist. Aber Bruce, Dr. Kribbel wollte ich
doch nur verabschieden und Tante Lulu auch.
Da ist schon lange eine Verschwörung gegen mich im Gange. Erst Mavis und
und jetzt noch dieser Dr.
Leichenmacher. Dieser alte Gang.
Also, ich lasse mir ja manches gefallen, aber dass mir jemand schlankweg ins
Gesicht sagt, dass ich alt bin...
Mr. Lovell, haben Sie eigentlich nie an Ihre Frau gedacht?
Stellen Sie sich mal vor, Ihnen passiert was. Was wollen Sie?
Sollen Sie rauswerfen?
Sie und das Brautzimmer!
Entschuldigen Sie, Herr Doktor.
Bitte, bitte.
Keine Ursache.
Gute Reise.
Herr Doktor, Sie sind ja sicher mit dem Wagen hier.
Dann könnten Sie mich ja mitnehmen ins Dorf.
Lieber übernachte ich in einem Stall.
Lass mich, ich noch eine Minute länger hierbleibe, als ganz zu mir zu sein.
Was ist
nur los mit dir?
Es tut mir so leid, Lili.
Ich bin so am Ende meiner Kräfte. Den ganzen Tag geht er von so.
Du wirst sehen, morgen bin ich ein anderer Mensch.
Wir werden eine wunderbare Zeit zusammen verlieben.
Vergibst du mir?
Das ist mein Notizbuch. Ja, das hast du hier rumliegen lassen.
Es bedeutet eigentlich 9 Uhr abends.
9 Uhr abends? Ja, das hast du für heute in dein Buch eingetragen.
Ach ja, ja richtig.
Ja, da will ich meine Dunkelkammer aufräumen um 9 Uhr abends. Das habe ich
gedacht.
Du wirst mir dabei helfen, mein Schatz, nicht wahr?
Ja.
Jetzt hat er uns zum Abschied gebracht.
Du weißt, was er gesagt hat?
Dieser Mr.
Dunning, der das Haus hier verkauft hat, hat überall herum erzählt, er hätte nur
2500 dafür gekriegt. Sind wir vielleicht übertöpelt worden? Wäre das möglich?
Natürlich nicht. Dieser Haxen ist ein verdammter alter Idiot. Du weißt genau,
was in so einem Nest alles geschwätzt wird.
Darf ich dich mal was fragen?
Ich will dir ausnahmsweise mal die Erlaubnis geben.
Sag mal, brauchst du vielleicht, aber bitte nicht böse werden, brauchst du
vielleicht ein bisschen Wasserstoff -Superoxid für deine Haare?
Was hast du gefragt?
Ich habe nur gefragt, ob du vielleicht ein bisschen Wasserstoff -Superoxid für
deine Haare brauchst.
Wer hat dir gesagt, ich färbe mein Haar? Es geht ja nicht ums Haarfärben. Das
ist eine verdammte Lüge.
Ich bin blond und ich war immer blond. Ja, ja, natürlich, Brut.
Was soll's denn?
Ich habe nur gedacht, dass du vielleicht hier und da ein graues Haar gefunden
hast und dass dich das vielleicht gestört hat. Also mich würde es nämlich
stören.
Ich verstehe, graue Haare.
Ich dachte... Was?
Ich denke nicht mehr daran.
Ich habe noch nie einen Tropfen Wasserstoff -Superoxid im Haus gehabt.
ist dann H2O2?
Wieso? Herr Mabels hat mir gesagt, es ist die chemische Formel für Wasserstoff
-Superoxid. Und diese verdammte Kräuter, was mischt die denn? Aber sie mischt
sich ja nirgends rein. Ich habe ihr nur gesagt, dass du es zum Entwickeln deiner
Bilder brauchst. Das hast du mir doch gesagt. Das stimmt doch.
Na ja.
Na ja, natürlich brauche ich es für das Entwickeln. Aber du hast mich ja
vollkommen durcheinandergebracht mit deinem dummen Gerede vom Haare färben.
ist schon gut, schon gut.
Entschuldige.
Das ist ganz und gar unwichtig. Reden wir vorher anders.
Tante Lulu hat ein Geschenk für dich.
Sie war so bis zum Rande angefüllt mit einem grandiosen Versöhnungswillen.
Sag mal, erinnert dich der da nicht an irgendjemanden?
Boos.
Du.
Und Gott sei Dank, Boos, was ist denn?
Wie ist das Foto wieder in das Buch gekommen? Wieder hineingekommen? Ich
rausgeschnitten. Rausgeschnitten? Wo? Sie verstehen dich nicht. Ich habe es
verbrannt.
Ich habe es verbrannt.
Wo? Schau mich doch nicht so an.
Ich will dir ja alles erklären. Dieses Buch hat Tante Lulu... Tante Lulu.
Dr. Goebel, Mavis und du.
Was holst du denn rausfinden?
Gib das Buch her.
Was ist denn los?
Warum schlacht du mich so an?
Du hast mich erschreckt.
Erschreckt? Habe ich das?
Das war nicht meine Absicht.
Aber da ist doch gar nichts Sonderbares dran, Bruce.
Ich habe dir in der Fotografie aus einem Buch gezeigt, dass Tante Lulu dir heute
ein Geschenk machen wollte.
Woher konnte ich denn wissen, dass du es schon hast?
Das war das Geschenk von Tante Lulu? Ja.
Wie kommt die denn auf sowas? Na ja, sie merkt sich eben alles, die Gute.
Das letzte Mal hat sie ja gesehen, dass diese Bücher dein Hobby sind.
Warum hast du das nicht gleich gesagt?
Sie hat mich ja gleich so angebrüllt.
Wirklich, Bruce.
Ich habe einen Augenblick lang geglaubt, dass sie es übergeschnappt hat.
Deswegen war ich auch so erschrocken.
Na, das war dumm von mir.
Ich bin so unbeherrscht, es tut mir leid. Es muss dir nicht leid tun, du
eben jetzt einfach ein bisschen, was sagen wir, gereizt, stimmt's? Ich hab
manchmal so Laune und du musst nicht denken... Ich verstehe das sehr gut, es
muss wirklich ein ekelhafter Tag für dich gewesen sein, immer diese Ruhe und
dann auf einmal so viel Besuch. Morgen ist alles wieder gut.
Es war aber dumm von mir, in dieses Buch dahin einzuschauen.
Solche Sachen erschrecken mich immer fürchterlich.
Darum habe ich ja auch das Bild dieses Mannes verbrannt.
Und mit dem da machen wir jetzt das Gleiche.
Einverstanden?
Ich verbrenne es auch.
Lisa! Lisa!
Hallo, Liebling.
Bist du raus?
Ich wollte noch ins Dorf gehen. Ich muss noch was holen.
Was denn?
Ein bisschen Öl für den Salat.
Die Geschäfte sind zu. Bei Jameson kann ich auch zur Hintertür rein.
Da wird niemand sein. Alles ist auf dem Jahrmarkt. Aber wenn ich mich vereine...
Nein, nein, nein.
Nein.
Mir ist lieber, du gehst nicht.
Jetzt sind so viel zweifelhafte Leute unterwegs.
Du weißt, was auf Jahrmärkten alles zusammenläuft. Gott weiß, was für
sich heute herumtritt.
Wir bleiben besser hier.
Hier sind wir sicher.
Ja, du hast ganz recht.
Ich hatte ja keine Ahnung, dass es schon so spät ist.
Ja, ich glaube, dann mache ich jetzt besser das Abendessen.
Ich helfe dir.
Was ist denn? Nichts, nur ein bisschen schwindelig.
Schon wieder vorbei.
Das ist der Hunger.
Natürlich der Hunger. Ja, es wird wohl der Hunger sein.
Aber es ist schon wieder vorbei.
Oder? Sehe ich schlecht aus?
Du siehst bezaubernd aus, meine Liebe.
Einfach hinreißend.
Also, dann mache ich jetzt das Essen.
Fabelhaft.
Wie du Lisa das beigebracht hast, zu einem exquisiten Hühnersalat zu machen.
Freut mich, dass es dir schmeckt.
Heute ist ja auch ein besonderer Tag.
Sozusagen eine Feier. Eine Feier? Ach ja, morgen verreisen wir.
Warum lachst du?
Nur so.
Ist noch ein Kognak?
Nein, nein, danke schön.
Du willst mich wohl betrunken machen, Schätzchen.
Die zwei Gläschen machen doch nichts.
Das reicht vollkommen.
Ich habe so ein komisches Summen im Kopf.
Ein Hämmern.
Nicht schlimm.
Ich habe das vorher auch schon. Es ist nur meine Aufregung.
Weil wir morgen wegfahren.
Ich glaube, du solltest jetzt dein Gepäck fertig machen.
Weißt du, was ich gefunden habe beim Packen?
Den Schlüssel zu der alten Standuhr.
Wie spät ist es?
Es ist jetzt viertel vor neun. Aber das lohnt sich doch nicht mehr, die
aufzuziehen. Morgen sind wir doch weg.
Für mich ist es immer ungeheuer aufregend, zu sehen, wie Minute um
vorbeizieht im Gesicht so einer roten Uhr.
Ich habe die Hintertür abgesperrt, Liebes, wie du das Essen gebracht hast.
Ich habe nur den Kaffee geholt.
Dein Kaffee, Bruce.
Warte. Dein Kaffee.
So von weit her kommt sie, deine Fimme.
Das muss mein Kopf sein.
Weiß nicht besser, du wirst dich jetzt hinlegen. Nein, nein, nein, nein.
Das wird ganz und gar nicht unangenehm.
Das wird dir komisch vorkommen, aber irgendwie habe ich das gerne.
Wenn das Hämmern schneller und schneller wird, wird es fast wie Musik.
Die Konturen aller Dinge verschwinden.
Aber die Farben beginnen zu leuchten.
Wie spät ist es?
Es ist jetzt zehn vor neun.
Bald müssen wir uns an die Arbeit machen.
Wäre es nicht besser, wir würden heute gar nichts mehr tun und bis morgen...
Meine Pläne für heute sind gemacht.
Ja, schon gut, ich weiß.
Du bist doch ein vernünftiges Mädchen.
Die Schwachheit des Weibes ist die Chance des Mannes.
Hat das jemand geschrieben oder habe ich das selbst ausgedacht?
Wenn es von mir ist, dann ist das trotzdem gut.
Das war bis Schwachheit.
Jetzt ist meine Chance.
Heute siehst du mal wirklich auf den Grund der Dinge. Noch Kaffee?
Gerne. Ja.
Ich will tief in die Menschen hinein.
Und ich habe Macht über Frauen.
Weiter los.
Wenn man ein bisschen anders ist, wie die gewöhnlichen Kerle, die sie um sich
haben.
Ich habe gleich gedacht, wie der Häusermakler mir sagte, dass deine
vermieten sei, weil du im Lotto gewonnen hast.
Dann war es richtig lahm.
Romantische Geschichten, fast wie im Märchen.
Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute.
So stickige Luft hier.
Kein Wunder, alle Fenster und Türen sind ja zu.
Ich kann kaum mehr atmen.
Du zitterst.
Komm.
Trink eine Tasse Toki.
Das wird dir guttun.
Sonderbarer Zufall, dass Tante Lulu mir ein Buch schenkt, das ich schon habe.
Meistens ist das ja alles hoffnungsloser Quatsch.
Da schreiben Sie, die meisten Mörder seien Verrückte. Wie idiotisch.
Ein Mörder ist sehr oft ein Mann, der wacher ist wie die gewöhnlichen Leute.
Findest du nicht auch?
Ich weiß nicht.
Ja, ich glaube schon.
Armstrong war klug.
Aber nicht klug genug.
Dieser Palmer aus Ragli, sein Erfolg hat ihn übermittig gemacht.
Den meisten geht es so. Es ist pötlich.
Aber dieser Bellingham, was hältst du von diesem Bellingham?
Ach, weißt du, ich lese ja solche Sachen nicht. Ich weiß nichts von ihm.
Das ist schade.
Es lohnt sich, ihn zu kennen. Er ist der Schlauste von allen. Er macht nie
Fehler.
Immer wieder sind sie ihm um den Hals gefallen, sind mit ihm aufs Land
haben ihm ihr Vermögen überschrieben.
Ein schlauer Bursche muss das sein.
Ein schlauer Bursche?
Der ist ein Genie.
Bruce, wenn du nichts dagegen hast, ich gehe jetzt ins Bett.
Ich bin schrecklich müde.
Hast du vergessen?
Du hast versprochen, mir zu helfen.
Ich habe eine Idee.
Lies mir vor.
Lies mir aus dem Buch vor.
Lies mir die Geschichte von diesem Bellingham vor.
Fang mit der Anführung an.
George, Edward Bellingham, um ihn bei dem Namen zu nennen, unter welchem er
gerichtlich belangt wurde.
Sein wirklicher Name ist stets noch ein Geheimnis.
Er hat eine Vielzahl von Wegnahmen.
Sein populärer Übername ist Darkie Bellingham, auch der kalifornische
genannt.
Er wurde angeklagt des Mordes in folge unzureichender Beweise und durch die
Geschicklichkeit seines Verteidigers freigesprochen.
Obwohl er im Verdacht stand, nicht weniger als fünf junge Frauen umgebracht
haben. Nach dem Freispruch verschwand Bellingham. Drei Monate später lagen die
erdrückenden Beweise seiner Schuld offen vor.
Lauter bitte!
Die Körper von vier Opfern wurden gefunden.
Jeder einzelne war im Keller des jeweiligen Hauses vergraben, das er wohl
diesem Zwecke gemietet hatte. Kannst du nicht lauter sprechen?
Er pflegte die Bekanntschaft einer jungen Frau zu machen und schlug ihr im
Verlauf von wenigen Wochen, ja manchmal nur Tagen, vor, ihn zu heiraten.
Dann überredete er sie, jeglichen Besitz an Geld ihm zu geben.
Ich verstehe immer noch kein Wort.
Gewöhnlich mietete er ein kleines Landhaus in irgendeinem abgelegenen
Bauerndorf. Wenn er mit der Frau da zwei oder drei Monate gelebt hatte, gab er
seinen Nachbarn oder Bekannten zu verstehen, dass er und seine Frau für
Zeit verreisen würden, ins Ausland oder in einen anderen Erdteil.
Die Tatsache, dass Bellingham nie beobachtet wurde, wie er den Ort
nie Verdacht erregt. Und doch war in jedem Keller des jeweils verlassenen
ein blutiges Geheimnis verborgen.
Und... Zeig mal, Bruce,
wenn eine von diesen Frauen...
vorher herausgefunden hätte, was er mit ihr vorhatte und ihn um Erbarmen gebeten
hätte.
Glaubst du, das hätte ihn erweichen können?
Warum fragst du das?
Es interessiert mich nur zu wissen, wie das Gehirn eines solchen Mannes
arbeitet.
Glaubst du, wenn er die Frau gern gehabt hätte und...
Man muss doch annehmen, dass er einige gern gehabt hat. Auf seine Weise schon.
Also gut, glaubst du, wenn er sie gern gehabt hätte, er würde ihre Bitte erhört
haben, sie nicht zu töten?
Er hätte gar nicht können.
Aber stell dir vor, sie hätte zu ihm gesagt, ich bin dir auf Gnade und
ausgeliefert. Nimm mein Geld und alles, was ich habe.
Das Geld hatte er ja schon.
Ja, aber wenn sie zu ihm gesagt hätte, wenn du mir auch alles wegnimmst, lass
mich nur leben.
Ich würde, ich werde es niemandem erzählen.
Ich werde dich nicht verfolgen lassen. Ich werde es nicht der Polizei erzählen.
Man müsste doch annehmen, dass er hätte froh sein können für jede Chance, diesem
Schrecken, der auf ihn zukam, zu entfliehen.
Aber vielleicht war es für ihn gar kein Schrecken.
Eben.
Da klingen noch andere Seiten mit.
Macht.
Ein Höhepunkt.
Ein Gefühl, gottähnlich zu sein.
Einen Menschen in den Armen zu halten.
Und im nächsten Augenblick ist dieser Mensch nur noch ein Ding.
Komm.
Nein.
Nein, warte.
Ich muss dir noch was sagen. Ich will nichts hören.
Es ist wichtig.
Es geht um Mord. Was?
Ich wusste, dass dich das interessieren würde.
Es betrifft dich.
Dein Leben.
Wieso?
Wäre das nicht eine seltsame Geschichte, Bruce?
Wenn ein Mörder eine Mörderin heiraten würde?
Ja, eine sonderbare Idee.
Das ist meine Geschichte, Bruce.
Ich habe einen Mann getötet und niemand hat es hier herausgefunden.
Du? Du weißt, wie das ist, so ein Geheimnis zu verbergen.
Ja, manchmal ist es qualvoll.
Ich war schon einmal verheiratet, aber niemand hat es gewusst, nur meine
Wann war das?
Ich war damals 18, ich war seine Sekretärin. Er hatte Geld und alles.
Ich war zart, ihm arm zu sein. So habe ich gedacht, er sei mein Ausleger. Aber
er war ekelhaft. Jeden Penny hat er mir vorgehalten. Er selbst hat mir die Idee
in den Kopf gesetzt. Er hat immer zu mir gesagt, wenn wir jetzt sparen, dann
wirst du einmal mehr haben, wenn ich sterbe. Wo war das?
Irgendwo an der Ostküste.
Kleines Nest, furchtbar immer.
Wind, Wind, Wind.
Weiter.
Einen Plan nach dem anderen habe ich verworfen.
Aber dann kam meine Gelegenheit.
Gift.
Frauen töten, was nicht mitgeht. Nein, nein, meine Waffe war viel sicherer. In
diesem Winter wurde er sehr krank, eine Lungenentzündung. Ich täuschte große
Sorgen vor. Alle hatten viel Mitleid mit mir. Aber selbst während seiner
Krankheit war seine Knausrigkeit stärker als sein Leiden. Er wollte nicht einmal
eine Krankenschwester. Ich habe ihn geprägt.
Wie schlau von dir.
Das gab mir sehr genaue Anweisungen, die Wärme des Krankenzimmers und so weiter.
Eines Nachts, ich war allein mit ihm, kam die Krise. Ich bittete an sein Bett,
dass er doch sterben möge.
Ich musste ja lange Zeit so gekniet haben, denn als ich aufschaute, sah
dass er in tiefen Schlaf gesunken war. Die Krise war vorüber und es hätte ihm
nun besser gehen müssen. Da ging ich zum Fenster.
Ich erinnere mich heute noch, wie ich dort stand.
Der Frost hatte Eisblumen auf das Glas gezaubert.
Da stand ich und... Du hast das Fenster geöffnet.
Die Luft war kalt und schneidend wie ein Messer.
Ich zog ihm die Bettdecke weg und ließ die Tür offen. Es dauerte gar nicht
lange, als ich wieder ins Zimmer zurückkam, war er tot.
Dann schloss ich den Fenster, machte Feuer am Kamin und legte sogar zwei neue
Wärmflaschen ins Bett. Und dann rief ich den Arzt an.
Und das Geld?
Ach Gott, ich war ziemlich dumm damals. Ich habe es sehr schnell durchgebracht.
Wie ich das verstehe.
Nur eines verstehe ich nicht.
Warum erzählst du mir das ausgerechnet jetzt?
Jetzt weißt du alles über mich. Ich kann dich nicht anzeigen, Rosi.
Ich dachte, wir könnten einander nützlich sein.
Eigentlich eine ganz gute Idee.
Das hast du dir schlau ausgedacht, Cicely.
mir so etwas Spannendes zu erzählen, um mich aufzuhalten.
Ich weiß genau, wo du die Geschichte herhast.
Ich habe sie selbst gelesen.
Ich erinnere mich noch genau an die Wärmflasche.
Gute Idee, das.
Habe ich schon damals gedacht.
Du hast doch nicht erwartet, dass ich dir das abkaufe, mein Liebling.
Nein.
Nein, nie.
Nicht einen Augenblick.
Es ist mir auch völlig gleich, ob du es glaubst oder nicht.
Wieso gleichgültig?
Du hast etwas vergessen.
Eine Kleinigkeit.
Ich habe keinen Kaffee getrunken.
Was hat der Kaffee damit zu tun?
Ich wollte nur Zeit gewinnen.
Zeit wofür? Für das Gift.
Es muss dir wirken.
Das glaube ich dir nicht.
Das ist wieder so ein Märchen.
Das hättest du nicht tun können. Du nicht.
Allein vielleicht nicht.
Aber Dr. Grimmel hat mir das Gift gegeben.
Er hat Verdacht geschöpft. Er kennt den Fall Bellingham.
Dr. Greibel?
Es ist doch ganz einfach, verstehst du? Er hat dich schon seit einiger Zeit
verdächtigt.
Er kriegt überall hin.
Jetzt kannst du dich nicht mehr bewegen.
Ruth.
Oh Gott, er ist tot.
Tot.
Sein Herz.
Er hat geglaubt, ich hätte ihn vergiftet.
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