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Es war einmal, lang, lang ist's her, eine
Königin.
Doch sie war keine Königin wie andere Königinnen.
Die Schwarze Königin war die grausamste, die böseste,
die erbarmungsloseste Königin.
Kurz gesagt, sie war unter allen bekannten Königinnen
die schlimmste Hexe.
Blitz!
Blitz!
Wo hattest du dich versteckt?
Ich hab einen Sprung rauf zu den Wolken
gemacht und Wasser geholt.
Warum holst du Wasser von den Wolken?
Was soll der Unsinn?
Was versteckst du da vor mir?
Was denn, Blumen?
Ich habe sie gepflanzt, zusammen mit Donner.
Sie haben so wunderschöne Farben, schaut doch!
Ich pfeife auf deine Farben!
Solches Grünzeug will ich in meinem Haus nicht
haben!
Sag mal, muss ich befürchten, dass du und
deine Schwester sich zu braven, zartbeseitigten Kindern entwickeln?
Äh, brav?
Nein, sicher nicht.
Wir wollten euch doch bloß ein bisschen ärgern.
Nun, dann sei dir verziehen.
Es wird immer schwieriger, böse zur Außenwelt zu
sein, also bleiben wir es wenigstens unter uns.
Es wäre doch jammerschade, nicht die schlimmsten Werte
zu pflegen.
Wie bin ich herrlich ekelhaft heute.
Hysterisch, übellaunig, cholerisch, ich bin unerträglich.
Das heißt also in Bestform, euer Majestät.
Nichts quält mich mehr als die Liebe, die
lähmt mich.
Die nimmt mir die Lust zu leben und
abscheuliche Taten zu vollbringen.
Seid ihr verliebt, euer Majestät?
Ich doch nicht, du Dummkopf!
Ich weiß aber von einem jungen Paar, dass
ich derartig lieb, dass ich ganz elend werde.
Und ich schwöre bei allen Teufeln, dass ich
nicht ruhe, bis ich sie getrennt hab.
Sind das die, denen Donner euer Spezialhochzeitsgeschenk gebracht
hat?
Ja, sag wieso hat sie sich noch nicht
gemeldet.
Stell sofort eine Verbindung mit ihr her.
Ich bin wirklich mal gespannt zu erfahren, was
aus deiner schwachsinnigen Schwester geworden ist.
Wie zum Teufelkriegen ist diese Stärküche nur fertig
mit aubem Sonnenschein zu leben.
Was bringst du den edlen Herrschaften als Hochzeitsgeschenk
mit?
Och, das weiß ich nicht, ich überbringe es
bloß von meiner Herren.
Dabei hat sie für die Hochzeit gar keine
Einladung bekommen.
Es ist sicher ein kostbares Geschenk, sie schenkt
nur wertvolle Dinge.
Wir alle hier bringen teure, kostbare Geschenke.
Weg zu den Waffen, hör mit dem Geld
auf, denn man kennt nicht alles, was wir
haben.
Gib den Kasten her.
Stehen, wolltest du vielleicht abhauen?
Verschluckt, das ist die falsche Luft, endlos.
Hör auf, du!
Hör sofort auf zu kreischen, der Räuber soll
kaum geschlägt, keine alten Frauen tauschen, aber wenn
sie unerträglich schreien, dann aber wird er zum
Tier.
Meilenweit ist kein Mensch.
Lass sie in Hoffnung fahren, dass dich jemand
hört.
Ob sie jemand hört?
Der Befehl geht für alles.
Glaubt ihr im Ernst, dass ein Befehl von
einem wie euch nicht aufzuhalten vermag?
Wenn mein Befehl euch nicht aufhalten kann, dann
wird es was Schweres tun.
Ihr müsst von der Garde des Königs sein.
Nein, wir sind die Garde der Königin.
Und ich rate euch, ergebt euch, wie eure
Männer es schon getan haben.
Ich nie, kämpft mit mir, aber ich sage
euch eins, Fremder, noch niemals war ich einem
Mann im Zweikampf unterlegt, vielleicht wird euch auch
nie ein Mann besiegen.
Euch ist es gelungen.
Ich bin aber eine Frau.
Dann müsst ihr Fantaghiro sein.
Ihr habt es erraten.
Nun legt die Waffe nieder und steigt wieder
aufs Pferd.
Wer will eine Frau sein, eine Sterbliche?
Es ist ekelerregend.
Sie ist aber nicht irgendeine Frau.
Sie ist die Königin höchstpersönlich, die Verlobte.
Und ihre Liebe macht euch üble Laune.
Meine Weine.
Ich möchte doch zu gern wissen, wer dieser
männliche Schwachkopf ist, der wegen dieser sogenannten Frau
sein Herz verliert.
Und was passiert jetzt?
Was zum Teufel starrt deine schwachsinnige Schwester Donner
an?
Liefert jetzt alle eure Waffen ab.
Und ich warne euch, kommt unter keinen Umständen
wieder bewaffnet in mein Land.
Ab mit euch!
Los, weg von hier!
Aufs Pferd!
Ja, was ist denn das?
Abfahrt!
Aber wir sehen uns wieder.
Und zwar bald.
Gern, wenn ihr in friedlicher Absicht kommt.
Andernfalls muss ich wohl von eurer Niederlage durchführen.
Und durch die Hand einer Frau berichten.
Allerdings wäre es möglich, dass einer eurer Kumpane
es schon vor mir tut.
Hey, was gibt es da zu lachen?
Und was euch betrifft.
In nicht allzu ferner Zeit müsst ihr in
ein fremdes Land gehen und am selben Tag
werdet ihr erleben, was ich einer Frau auch
ohne Waffen antun kann.
Und nun lebt wohl, meine Königin.
Hilfe!
Ich kann nicht schwimmen!
Hilfe!
Hilfe!
Habe ich geschworen, nicht ohne den Vater der
Königin zurückzukehren.
Hört ihr das?
Hilfe!
Ich kann nicht mehr!
Hilfe!
Ich bringe euch ans Ufer.
Hilf hier raus!
Keine Angst, mein Fräulein.
Wir tun dir bestimmt nichts.
Immerhin hat sich ein König gerettet.
Jetzt sind wir schon wochenlang unterwegs.
Lass uns nicht noch mehr Zeit verlieren, Romualdo.
Seid ihr vielleicht König Romualdo?
Ja.
Und wer bist du, kleine Dame?
Was hältst du denn da so fest in
deinen Armen?
Na, sag.
Dafür, dass er nur ein Mann ist, ist
er gar nicht zu abstoßen.
Wenn mir ein Feind gefällt, macht es mir
unvergleichlich mehr Freude im Unmenschen.
Es ist mir nicht möglich, ihm wirkliche Qualen
zuzufügen.
Sie ist ein direkter Abkömmling der Schlange aus
dem Paradies.
Schnell!
Schnell, Herrin!
König Romualdo ist gerade zurückgekehrt.
Haben Sie meinen Vater gefunden?
Nein, leider nein.
Und Romualdo ist deshalb sehr traurig und enttäuscht.
Aber wann hört ihr endlich mit der Jagd
nach?
Räubern und Rebellen auch!
Was soll ich denn sonst machen?
Kochen und nähen?
Romualdo kennt mich inzwischen.
Er lässt mich gewähren.
Ihr seid wie immer eigenwillig.
Wann werdet ihr euch endlich entschließen...
Eine Frau zu werden?
Tja, an dem Tag, an dem du mich
nicht mehr wie ein Kind behandelst.
Oh, wie wunderbar!
Wie schön das ist!
Oh, und dies!
Oh, noch nie habe ich so viele kostbare
Geschenke gesehen.
Sag, was mag das wohl sein?
Oh, das möchte ich doch zu gerne sehen.
Oh, das ist ja einmalig!
Carolina!
Carolina, mach dich wieder an die Arbeit.
Los, setz dich, Schwester.
Wenn du mir nicht hilfst, wird das Kleid
nie bis zum Hochzeitstag fertig.
Wenn Fantagiro rumläuft und keine Handarbeiten macht, sagst
du nie etwas.
Ich komme ja nicht dazu.
Kao hört sie die Pferde der königlichen Garde
stampfen, hat sie schon die Rüstung an und
sitzt im Sattel.
Wer sitzt im Sattel?
Habt ihr zur Abwechslung mal wieder schlecht über
mich geredet?
Wir haben deinen Vater
überall gesucht.
Aber wir haben ihn nicht gefunden.
Verzeih mir.
Ich habe dir nichts zu verzeihen.
Du hast es versucht.
Und das beweist mir, wie groß deine Liebe
ist.
Ich möchte dir auch meine Liebe zeigen.
Nur steht zu befürchten, dass ein Leben dafür
nicht reicht.
Ist ja ekelhaft!
In meinem ganzen Leben habe ich noch nicht
so unendlich abscheuliches Gesicht.
Genau, abscheulich und ekelerregend.
Richtig, und ich muss unbedingt etwas inszenieren, um
die beiden vor der Hochzeit auseinanderzubringen, du Dummkopf.
Und das Geschenk, das ich ihnen geschickt habe?
Das wirst du beobachten, wenn Donner nicht anwesend
ist.
Mein Zauber ist ohne Wirkung auf ihrem Gebiet.
Irgendwie muss ich mein Ziel erreichen, in drei
Teufels Namen!
Diese zwei sind eine Beleidigung für mich und
meine Sehnsucht nach Niedertracht.
Seht es mal so, Majestät.
Wenn ihr den Frieden wollt, müsst ihr mit
diesem Krieg aufhören.
Ach, natürlich, ja!
Nein, verzeiht, das hätte ich nicht sagen sollen.
Na klar, doch, daran hätte ich selber denken
sollen.
Denn ja, ein Krieg!
Wir müssen ihnen den Krieg erklären!
Aber ihr habt doch nichts.
Weder Waffen noch eine Armee.
Da irrst du dich aber gewaltig.
Ah!
Majestät!
Wohin kommt ihr denn so schnell?
Kleine Ritte aus Ton, und das soll euer
Heer sein?
Ja.
Und ihr wollt einen Krieg führen?
Mit einer Armee aus Tonsoldaten?
Warum nicht?
Hast du nicht bemerkt, was sie für prächtige
Waffen haben?
Ja, aber das sind doch nur Spielsachen.
Es waren Spielsachen.
Oh!
Schau runter!
Potzblitz, wie habt ihr das gemacht?
Nun sind wir zum Kampf gerüstet.
Werdet ihr die Armee gegen sie ausschütten, Majestät?
Das ist unmöglich, meine Magie hat in ihrem
Reich keine Macht.
Außerhalb unseres Gebiets würden die Ritter wieder zu
Spielzeug werden.
Dann lockt ihr also ihre Armee zu uns?
Das ist genau, was ich im Sinn hatte.
Aber wie denn?
Sie haben keinen Grund, herzukommen und gegen uns
zu kämpfen.
Du sagst es, und deshalb muss ich einen
für sie finden.
Und außerdem auch noch so schnell wie möglich.
Weil nichts anderes als ein Krieg die beiden
Turtel-Täubchen, die sich ach so furchtbar lieben,
voneinander trennen kann.
Wunderschön.
Ganz wunderbar.
Das ist unser Hochzeitsgeschenk für dich.
Du meine Güte, wie mühsam die Stickerei war.
Und alles mit meinen Fingerchen.
Ich würde sagen, alles in deinen Fingerchen, siehlos.
Danke.
Auch ich habe ein Geschenk für dich.
Meine Mutter hat mir diesen Ring gegeben, bevor
sie starb.
Ich habe ihn von da an immer getragen.
Aber von nun an soll er in deinen
Besitz übergehen.
Entschuldige, es tut mir so leid.
Aber das macht doch nichts.
Wenn er zu weit ist, hängen die um
den Hals.
Oh, schau mal.
Das ist wunderschön.
Sieh bloß.
Wer mag uns das geschickt haben?
Nicht anfassen!
Fass das nicht an!
Und komm ihm nicht zu nahe.
Das ist gefährlich.
Der Vogel stammt aus dem Reich des Bösen.
Er ist ein Geschenk für dich.
Das Geschenk der schwarzen Königin.
Die schwarze Königin!
Oh Gott, die schwarze Königin!
Macht Platz!
Wo steckt deine Schwester, diese dumme Trine?
Stell eine Verbindung her, Drottel!
Möglicherweise gibt es Neuigkeiten.
Wer ist denn dieser Mümmelkreis?
Warte, warte.
Königin, ich bin keine dumme Trine.
Und dieser Mümmelkreis, das ist der Vater, der
Vater von Fantagiro.
Der Vater?
Der Vater!
Das ist der perfekte Grund, die ganze verhasste
Bande zu mir zu locken.
Mein Hochzeitsgeschenk, Romualdo, ist ein Versprechen.
Und ich wünsche, dass meine Freundin mir hilft,
es zu halten.
Die weiße Hexe.
Ich verspreche dir, dass du sie nicht verlieren
wirst.
Von jetzt an keine Waffe mehr zu verwenden.
Dass ich mein Schwert für alle Zeiten ruhen
lassen werde.
Damit habe ich anscheinend etwas gesagt, was bei
allen auf große Zustimmung stößt.
Ich weiß, welches Opfer das für dich bedeutet.
Bist du sicher, dass du es tun willst?
Ja, Romualdo.
Kein Mensch soll je wieder dieses Schwert ergreifen
dürfen.
Es soll von nun an auf ewige Zeiten
das heilige Symbol eines immerwährenden Friedens sein.
Meint ihr nicht, dass es Zeit ist, ins
Schloss zurückzukehren, Majestät?
Die Welt ist mein Schloss.
Aber die Hochzeit zwischen eurer Tochter Fantagiro und
Romualdo findet bald statt.
Ich dachte, eure Majestät möchten den Feiern beiwohnen.
Bitte.
Sicher möchte ich Ihnen beiwohnen.
Aber ich habe abgedankt und wenn ein Herrscher
einmal geht, sollte er es nicht verpassen.
Er sollte lieber nicht zurückkommen.
Machen wir still.
Weg mit den Waffen!
Das ist besser für euch.
Ich will ein König!
Ja, mach mir keine Angst.
Wenn ich sterben soll, werde ich in Ehren
sterben.
Zur Hilfe!
Nein!
Haltet ein!
Hier, mein Schwert.
Verschont meinen Knappen.
Wendet ihn!
Bringt den Knappen zu mir.
So, nehmt Zepter und Schwert und bringt sie
ins Schloss.
Wenn Sie den Vaterleben wiedernehmen wollen, müssen Sie
auf alle Herrschermacht zugunsten des schwarzen Königs verzichten.
Nun geht!
Diese Demütigung werde ich euch reinzahlen.
Lasst die Tauben frei zum Zeiten der Liebe
und des immerwährenden Krieges.
An diesem Tag, der ein Fest und eine
Freude für alle Menschen unseres ganzen Reiches ist,
sind wir zusammengekommen in das ewige Bündnis zweier
Seelen, die einander lieben, zuweihen.
Zweier Seelen, die sich so unendlich verwandt sind.
Brüder und Schwestern, wir wohnen der Verbindung zweier
Herzen bei, die bereits verbunden sind.
Romualdo, nimm die Hand von Fantaghiro.
Fantaghiro, heute endlich nehme ich dich zur Frau.
Ich verspreche dir ewige Liebe, meinen Schutz und
Ehrerbittung.
Die Welt der Unsterblichen und der Sterblichen sei
mein Zeuge.
Ich will für alle Ewigkeit dein Gemahl werden.
Du machst mich sehr glücklich.
Und ich bin Zeuge dieses Versprechens.
Fantaghiro, nun ist an dir die Reihe.
Nimm die Hand Romualdos.
Ich nehme nicht auf.
Ich freue mich nach Hause.
Nur noch wenige Meter und wir sind da.
Romualdo, heute nehme ich dich zu meinem Gemahl.
Und ich verspreche dir ewige Liebe, meinen Schutz
und Ehrerbittung.
Die Welt der Unsterblichen und der Sterblichen sei
mein Zeuge.
Vor ihnen tue ich diesen Schwur.
Ich will vom heutigen Tage bis...
Fantaghiro, der König.
Fantaghiro, es fehlt doch nur noch ein Sätzchen.
Sprecht es aus, sonst könnt ihr euch nicht
als verheiratet betrachten.
Fantaghiro, Fantaghiro.
Fantaghiro, der König, euer Vater.
Oh mein Gott, du Ärmster, sprich, was ist
vorgefallen?
Ich flehe euch an, Wasser für mich und
mein Pferd.
Sprich doch, was ist?
Was ist mit meinem Vater geschehen?
Wasser, Wasser.
Hier, trink.
Wir wollten eben unser Nachtlager aufschlagen, als die
schwarzen Ritter uns überfielen.
Wir waren ihrer Übermacht unterlegen.
Aber er ist doch nicht...
Nein, er lebt.
Sie haben ihn als Geisel genommen.
Deshalb ließen sie mich auch am Leben, damit
ich euch berichte, dass ihr, wenn ihr den
Königleben wiedersehen wollt, aus eurer Herrschaft verzichten und
abtacken müsst von Trodent der Krode zugunsten des
schwarzen Königs.
Das ist eine unannehmbare Forderung.
Wir müssen unsere Armee sammeln.
Meine tapferen Soldaten, dies ist eine traurige Wende.
So traurig wie unerwartet.
Heute ging die Sonne auf, um einen Festtag
zu erhellen.
Doch bei ihrem Untergang wirft sie die Sonne.
Die Schatten eines Krieges.
Ich gebe euch aber mein Wort.
Ich werde diesen Krieg abwenden und unseren geliebten
König nach Hause holen.
Lebendig und gesund.
Und koste es mein eigenes Leben.
Ich bin wieder zurück, bevor er geboren wird,
das verspreche ich dir.
Wenn es länger dauert, mach dir um uns
keine Sorgen, das möchte ich nicht.
Um ihn auf die Welt zu bringen, mag
ich genügen.
Aber dich braucht er, um aufzuwachsen.
Trage mein Bild stets bei dir, mein Herr.
Es soll dich während deiner Abwesenheit immer daran
erinnern, wer daheim auf dich wartet.
Dein Bildnis zu betrachten, wird mein Verlangen steigern,
zum Original zurückzukehren, meine Angebetete.
Du, Haldo, ich möchte dich begleiten.
Unmöglich, dein Platz ist hier, liebst.
Wie kann ich hierbleiben, wenn ich weiß, dass
mein Vater jetzt...
Du hast geschworen.
Und in unserer Abwesenheit braucht das Volk jemanden,
der es führt, mit starker Hand.
Meine Schwestern.
Da sind ihre Kinder, die bald geboren werden,
liebst.
Sie können unsere Burg nicht verteidigen.
Ja, das stimmt, aber...
Du könntest doch Ivaldo oder Cataldo oder einen
deiner Männer zur Bewachung des Schlosses dalassen.
Mein Mann zur Bewachung des Schlosses bist du.
Hätte ich einen besseren wählen können?
Wie ich dich liebe.
Ich hätte es wissen müssen.
Dahinter steckt eine heimtückische Hexe.
Mit welchen Wolleschauern erfüllt es mich doch, euch
in Ketten vor mir zu sehen?
Und welche süße Worte euer Mund zu sprechen
vermag?
Heimtückisch?
Für mich eines der schmeichelhaftesten Komplimente.
Ihr kämpft mit den Mitteln der Magie.
Ihr könnt niemandem den Krieg erklären, der gewöhnliche
Waffen benutzt, um zu kämpfen, wie ihr.
Ich habe auch gar nicht die Ansicht.
Das verlasse ich meinem König.
Dein König?
Sollte es hier wirklich einen König geben, verlange
ich mit ihm zu sprechen.
Wie bedauerlich, dass er kein besonderes Interesse daran
hat, eure Bekanntschaft zu machen.
Er ist im Augenblick beschäftigt.
Er bereitet den Leuten, die euch befreien kommen,
einen würdigen Empfang.
Ich werde hier nicht ohnmächtig zusehen, wie ihr
euren teuflischen Plänen spiegelt.
Ohnmächtig seid ihr durchaus nicht.
Oh nein, mein lieber König, nein.
Ihr seid ganz meiner Willkür ausgeliefert.
Von jetzt an werdet ihr all meinen Launen
befahren.
Ich werde euch keineswegs untätig zusehen lassen.
Ihr werdet sogar sehr viel für mich tun.
Viel, mein König.
Viel, ihr werdet sehen.
Ich muss meiner Eingebung folgen.
Ich bin ihr schon einmal gefolgt.
Und das war eine weise Entscheidung.
Auch diesmal wird es richtig sein.
Verzeih mir, aber ich muss mein Versprechen brechen.
Es tut mir leid, weiße Hexe.
Aber ich brauche wieder mein Schwert.
Aus der Zauber beschützt das Schwert.
Und dein Schwur hat es besiegelt.
Nur die weiße Hexe kann es befreien.
Aber ich brauche mein Schwert.
Falter, Giro, fängst du wieder an?
Oh nein.
Die Haare.
Nun komm, Carolina, nicht schon wieder eine Ohnmacht.
Du bist fast Mutter.
Du änderst dich niemals.
Das sagst gerade du.
Ich muss fort.
Das wisst ihr genauso gut wie ich.
Doch diesmal hast du nicht einmal eine Waffe.
Das macht nichts.
Wenn ich mein Schwert nicht habe, dann nehme
ich eben ein anderes.
Dieses hier ist auch erstklassig.
Nein, ich glaube, da bist du im Irrtum,
Schwesterherz.
Nehme ich eben das hier.
Das ist ganz verzögert.
Das macht sogar euch mutigen Frauen Angst.
Sieht gefährlich aus, ne?
Was ist denn nur los?
Und heute alle bringen mich wegen deines Schwurs.
Ja gut, ich habe geschworen, kein Schwert mehr
zu führen.
Aber ich habe nie versprochen, den Rest meines
Lebens in diesem Schloss zu verbringen.
Nein, warte.
Das ist sinnlos, Carolina.
Hat sie in all den Jahren je auf
uns gehört?
Was hast
du zu jammern, Goldwine?
Wir ziehen wieder in den Krieg.
Ist das nicht eine Freude?
Das Gegenteil ist der Fall.
Ah, wir reden jetzt also.
Und seit wann?
Ach, schon immer.
Jedoch nur, wenn keine anderen in der Nähe
sind.
Du bist aber die Einzige, die versteht, was
ich sage.
Die weiße Hexe hat dich doch gelehrt, die
Sprache der Tiere zu verstehen.
Da sage ich dir auch gleich, dass ich
deinen Entschluss nicht belege.
Das macht nichts.
Auf die Meinung der anderen konnte ich schon
immer verzichten, Goldwine.
Und das gilt auch für deine, mein Freund.
Freund nennt sie einen und führt mich aufs
Schlachtfeld.
Vielen Tagen
unterwegs, ohne einmal richtig Rast zu machen.
Die Männer sind erschöpft.
Suchen wir uns einen Lagerplatz.
Nein.
Erst wenn wir in Sichtweiten des Schwarzen Schlosses
der Stimme Romualdo zu.
Der Schwarze König ist kein Tückisch.
Aber solange wir in Bewegung sind, wird er
uns nicht angreifen.
Dort sind wir auf neutralem Boden.
Hier sind wir ungefährlich.
Habt ihr das gehört?
Wird irgendein Tier gewesen sein.
Ja, aber seien wir auf der Hut.
Man kann nie wissen.
Ich habe das Gefühl, dass wir schon seit
Wochen in diesem Land unterwegs sind.
Sag mal, bist du sicher, dass dies der
Weg zum Schwarzen Schloss ist?
Ich hoffe es.
Ich hoffe es?
Was ist denn das für eine Antwort?
Du hast mir versichert, du wüsstest es.
Was willst du?
Irre bist du, entschuldige.
Aber du bist ein Pferd.
Mal im Ernst jetzt.
Wo sind wir, weißt du?
Ganz egal.
Hauptsache nicht in der Nähe des Schwarzen Schlosses.
Heißt das, du hast das absichtlich gemacht?
Naja, ich würde es so sagen.
Ich bin bei der Nase nachgegangen.
Das ist ja nicht zu fassen.
Lieber gehe ich doch allein, als mit einem
verlogenen Pferd.
Das hätte ich nicht erwartet.
Nicht von dir, Goldmähne.
Und ich hätte nicht erwartet, dass du den
Krieg grenzt, wie ein stürmischer Maushuhn.
Ich habe dafür gute Gründe.
Aber was weißt du schon?
Auf einen falschen Freund pfeife ich.
Ich habe genug von dir.
Adieu.
Willst du gut Wetter machen?
Du sollst mir nicht folgen.
Sei nicht so.
Passiert wird's wieder.
Kommt, nicht in Frage.
Gib dir keine Mühe.
Ich will dich nicht bei mir haben.
Ich erlaube dir nicht hinterher zu gehen.
Nicht mal, wenn du auf Knien bittest.
Warte, ich komme.
Ich zieh dich da raus.
Halt keine Angst, ich rette dich aus.
Goldmähne!
Goldmähne!
Hilfe!
Was ist denn da unten los?
Wo ist Ritter Gandalf geblieben?
Hey!
Feuer!
Feuer!
Sieh doch, ein Baum hat ihn gefangen.
Ich bin kein Baum.
Seid ihr auf einer teuflischen Sinnestäuschung?
Nein, das war echt.
Mehr als echt.
Verlass dich drauf.
Dann war's Zauberei.
Blödsinn.
Alles Blödsinn.
Wir sind keine Zauberwesen.
Wir sind die Waldelfe.
Die Waldelfe?
Ihr seid doch friedlich heißt es.
Jetzt nicht mehr.
Leg deine Waffen wieder, Fremder.
Und ergieb dich.
Mich ergeben?
Erdefliege!
Mach keine hastigen Bewegungen.
Wem soll ich mich ergeben?
Mir.
Ich stehe vor dir.
Wenn ich mich schon ergeben soll, dann zeig
dich wenigstens.
Ich bin ein Luftelf.
Du kannst mich nicht sehen.
Niemand kann es.
Die Erdelfe und die Borkenelfe haben deine Ritter
bereits besiegt.
Jetzt ist es nur noch an dir, mir
dein Schwers auszuhändigen und keine dummen Geschichten.
Sag, warum seid ihr so kriegerisch?
Sind wir nicht.
Nur lassen wir nicht so einfach bewaffnete Fremde
durch unser Gebiet ziehen.
Wir wussten nicht, dass es euch gehört.
Da war keine See.
Dabei waren wir alle direkt vor euren Augen.
Aber ihr Menschen seht ja nicht weiter als
bis zu euren Nasenspitzen.
Bis bald!
Wo bringt ihr uns hin?
Zu jemandem, der entscheiden wird, ob ihr eure
Reise fortsetzen dürft oder...
...oder ob ihr nie wieder reisen werdet.
Was habt ihr mit meinem Pferd gemacht?
Langsam, reg dich nicht auf, mein Jungchen.
Nur Ruhe.
Ich würde mir an deiner Stelle nicht so
viele Gedanken um die alte Mähre machen.
Oder kannst du ohne deinen Gaul nicht leben,
mein Knäbelein?
Lass mich!
Könnt ihr es wagen?
Wo hast du's?
Wo hast du's versteckt?
Ich habe nichts verstanden!
Stell mich auf den Kopf!
Ich muss euch zeigen!
Lass mich wieder runter!
Lass mich los!
Lila, hörst du was?
Und eins und zwei und drei!
So behandelt ihr Männer, die euch besuchen wollen?
Ja, wenn sie blank sind.
Jetzt halt die Klappe und arbeite!
Und was soll ich tun, würdet ihr mir
das netterweise sagen?
Du musst Zitronen auspressen.
Zitronen auspressen?
Und wie?
Du reißt sie mit den Händen in zwei
Teile und dann drückst du sie mit den
Zähnen aus.
Beeil dich, unser Hauptmann hat Lust!
Und, ähm, wer ist euer Hauptmann?
Der wilde Zitronenfresser ist unser Hauptmann und diese
Höhle ist sein Hauptquartier.
Wenn das so ist, möchte ich mit ihm
reden.
Stellt mich vor!
Was willst du ihm sagen?
Äh, natürlich, wo mein Schatz versteckt ist.
Wusstest doch, ein Herrschi wie du ist nicht
ohne Gold unterwegs.
Aber sei vorsichtig, wenn du wieder gelogen hast,
gebe ich dir ein, diese Zitronen zu fressen.
Stützfüchse!
Hey, lass mich los, ich kann selber laufen!
Brauchst du eine Einladung?
Bist du furchtbar!
Hör schon auf damit!
Schluss jetzt, du Stück Bordel!
Auf die Knie!
Oh, der Elfenkönigin hat ihr zu knien!
Eine Königin?
Wo, wo ist sie?
Ich sehe keine Königin!
Und sicher gibt es keine, es sei denn,
sie ist auch aus Luft.
Nein, du hast Unrecht!
Das stimmt nicht, Ritter!
Du irrst dich!
Leider muss ich dich enttäuschen.
Es tut mir leid, Fremdling, aber du hast
gegen unsere Gesetze verstoßen.
Und ich bin gezwungen, dich zu bestrafen.
Was haben wir denn verbrochen?
Wir haben nichts Böses getan, wir haben lediglich
euer Gebiet durchquert, um zum Schwarzen Schloss zu
gelangen.
Deine Beweggründe interessieren mich nicht.
Ihr seid bewaffnet, und damit tragt ihr Zerstörung
und den Tod mit euch.
Eure bloße Anwesenheit.
Vergiftet die Beschaulichkeit und das friedvolle Zusammenleben in
unserer Natur.
Und als Wegegeld durch euren Wald fordert ihr
unser Leben.
Du hast es erfasst.
Ich kann verstehen, dass ihr unsere Waffen verachtet,
Majestät.
Aber warum wollt ihr uns verurteilen, ohne dass
wir uns verteidigen dürfen?
Ja, er hat Recht, das stimmt!
Steh auf!
Deine Worte scheinen aufrichtig, Fremde.
Warum will ich dir eine Möglichkeit geben, dich
zu retten?
Äh, warte, ich habe gesagt, eine.
Eigentlich hätte ich sagen müssen, drei.
Solltest du es fertig bringen, nur eine von
den drei Prüfungen zu bestehen, lasse ich euch
weiterziehen und verzichte darauf, euch weitere Hindernisse in
den Weg zu legen.
Ich werde mich allen drei stecken.
Einverstanden.
So werde ich feststellen können, wie tapfer, edelmütig
und behändig du bist.
Hier habe ich eine Sanduhr.
Sie läuft nur kurz.
Bevor das obere Glas leer, das letzte Sandkorn
durchgefallen ist, sollst du in unserem Wald zehn
Tiere von verschiedenen Arten finden, von denen du
zwei erjagen und töten musst.
Scheiterst du, werden deine Gefährten vor deinen Augen
an den Ästen dieses Baumes aufgehängt.
Lass dich lieber nicht darauf ein.
Ich bin sicher, dass es in diesem Wald
gar nicht so viele Tierarten gibt.
Sei unbesorgt, Romualdo.
Du weißt, ich kann die Stimmen aller Waldbewohner
nachhaben.
Es ist gar keine Schwierigkeit für mich, all
diese Tiere aus ihrem Bau zu locken und
du mit deiner Treffsicherheit kannst sie gleich töten.
Was denn, du zögerst?
Solltest du vielleicht keine Erfahrung als Jäger haben?
Ich will mich einer Prüfung dieser Art nicht
unterziehen.
Recht so.
Ein weiser Entschluss.
Aber nicht aus Gründen, die ihr vermutet.
Ich denke, dies ist nicht der richtige Anlass,
um auch nur ein einziges Tier zu töten.
Solltet ihr die Bewohner eures Waldes nicht schützen?
Es tut mir leid, Königin, aber ich kann
das nicht tun.
Du weigerst dich also, Fremder, ja?
Ihr habt gesagt, mindestens eine von dreien.
Hören wir uns die zwei anderen an.
Und wenn dies nun die leichteste von den
dreien ist?
Hast du das bedacht?
Hauptmann, diesen Klaven hier haben wir eben gefangen.
Er sagt, er hat einen Schatz versteckt, will
aber nicht verraten, wo.
Was sollen wir jetzt mit ihm machen, hä?
Aber mir sagst du doch, wo du deinen
Schatz versteckt hast, was, Bürschchen?
In meinem Schloss ist er.
Kommt mit mir dorthin, dann werde ich ihn
euch aushändigen.
Nun erzähl doch mal, was ist das für
ein Schloss, du Einfallspinsel?
Äh, tja, das schwarze Schloss.
Und wer bist du dann, hä?
Der heimliche Sohn der schwarzen Königin, hä?
Du bist ein kleiner Lügner, ein Unverschämter.
Der wilde Zitronenfresser lässt sich von dir nicht
auf den Arm nehmen.
Ich nehme euch nicht auf den Arm, bestimmt
nicht.
Ich habe viel zu viel Angst vor diesem
quittegelben Gesicht.
Nicht mal witzig, was soll ich mit einem
wie dir anfangen?
Wenn das so ist, überlass ihn mir.
Ja, ich habe eine fabelhafte Idee, wie man
sich mit ihm amüsieren kann.
Äh, hast du ihn dir mal angesehen?
Den kann man ja nicht mal ausquetschen.
Du musst ihn dir ansehen, Hauptmann.
Er hat so ein weiches und glattes Fretzchen.
Sieh dir nur diese feinen Linien an.
Glaub mir, als Frau zurechtgemacht wird er ein
wunderhübsches Püppchen sein.
Ganz reizend.
Zumindest werden wir was zu lachen haben, meinst
du nicht?
Sehr gut, Goldauge.
Du denkst sogar noch ein Stückchen weiter als
der Teufel.
Da fiert mir dieses Jüngelchen als Frau aus.
Jetzt werde ich dir heimzahlen.
Widerling!
Ich will nicht!
Lass mich runter!
Lass mich!
Hilfe!
Hilfe!
Dies ist der älteste und stattlichste Baum des
ganzen Waldes.
Es hat Jahrhunderte gedauert, bis sein Stamm so
umfangreich und hoch war.
Die Eiche ist härter als Stahl oder irgendein
anderes Metall.
Wenn du sie schlagen kannst, bevor das letzte
Sandkorn das obere Glas verlassen hat, seid ihr
frei.
Das ist eine gute Axt.
Sie wird ihren Zweck erfüllen.
Du schlägst zwei Kerben in die gegenüberliegenden Seiten.
Das ist keine Frage von Kraft, sondern von
Präzision.
Nein, Romualdo.
Das ist eine Falle.
Du hast sie gehört.
Dieser Baum ist annähernd tausend Jahre alt.
Steinhart vom Alter.
Die Königin hätte es dir nie zur Aufgabe
gemacht, den Baum zu fällen, wenn sie nicht
völlig sicher wäre, dass es unmöglich ist.
Dieser Baum lebt.
Ich kann es nicht.
Ich will es auch nicht.
Selbst wenn ich es nicht schaffen würde, ihn
zu fällen, würde ich ihm viele Wunden zufügen.
Mehr als jeder Blitz oder jeder Sturm.
Verzeiht, Herrin des Waldes und der Tiere.
Kommen wir zur letzten Prüfung.
Sie wird gewiss vernünftiger sein als die ersten
beiden.
Du bist toll, kühn Fremdling.
Niemand konnte je die dritte Aufgabe lösen.
Lass mich runter.
Ich kann selber laufen.
Verweile dieses himmlische Knallhalses mit.
Was wünschen die jungen Herzen für ein Gewand?
Wie soll ich Ihnen als kleines Fräulein ansprechen,
verirrtes kleines Fräulein?
Möchtet ihr in eine Magd verwandelt werden?
Oder lieber in eine süße Königsdame?
In unserer Behausung haben wir Garderobe jeder Art,
von den Seidenskleidern großer Damen bis zu den
Schleimern einer Tänzerin.
Eine Tänzerin?
Ich will nicht, lasst mich in Ruhe.
Wie soll denn der Ihre Tänzerin vergleichen, wenn
er sich nicht ausziehen lassen will?
Er kann sich einfach nicht vorstellen, wie entzückend
er aussieht.
Du wirst es nicht sehen.
Ich arbeite mich allein an.
Ich würde das nie mehr ausziehen.
Hey Kinder, wisst ihr noch was das ist?
Das ist der Schwalb der Stute von dem
Zauberer aus dem Norden.
Das ist der Schwanz der Vier.
Wir können daraus einen schönen Zopf lechten.
Aber das ist ja die reinste Hexerei.
Du siehst ja besser aus als eine echte
Frau.
Also, da bin ich.
Ich hab's getragen.
Und wir geben dir noch den letzten Schliff,
kleine Unterliebste.
Was ist das für ein Wedel?
Dieser Wedel war der Schweif einer wunderschönen Stute.
Er kann wieder, denn die Stute zu der
er gehört hat, war verzaubert.
Also geht's schöner, dass du nicht aus Versehen
mit dem Schwanz wedelst.
Du könntest gar nicht verführerischer aussehen, schau nur.
Du bist wirklich die perfekte Bauchtänzerin.
Romualdo.
Der entscheidende Augenblick ist da, Ritter.
Wir sind nun bei der dritten Prüfung angelangt.
Der letzten, die dir offen steht.
Danach kannst du nicht mehr wählen.
Sag mir, was ich tun soll.
Dieser Fluss fließt zum Meer.
Aber wenn es dir gelingt, seinen Lauf zu
ändern, bevor das letzte Korn auf den Boden
der Sanduhr gefallen ist, schenke ich euch das
Leben.
Wie versprochen.
Nein, denk erst darüber nach.
Dies ist keine leichte Aufgabe.
Und jetzt entfernt euch.
Gönnt ihm Bedenkzeit.
Wir werden unter der großen Eiche auf dich
warten.
Überlege gut und triff die richtige Entscheidung.
Warte, Romualdo.
Es ist nicht einfach, aber es geht.
Das ist genau, was ich schon bei uns
machen wollte.
Deiche bangen.
Suchen wir uns die flachste Fort, wo es
für dich am leichtesten ist, mit der Arbeit
anzufangen.
Ist gut.
Mein verehrter Herr Edelmann, ich bitte euch, verzichtet
gnädigst darauf, den Flusslauf umzuleiten.
Das ist doch unser Fluss.
Der Fisch hat recht, Herr Ritter.
Wir können mit dem Wasser des Flusses zum
Meer gelangen.
Verstehst du das?
Und dann?
Wenn wir genug im Meer geschwommen sind, können
wir wieder zur Quelle zurück.
Endet der Fluss seinen Lauf, dann werden eine
ganze Reihe Schildkröten, Krebse, Fische, ihre Familie nicht
wiedersehen.
Nein, nein, tu es nicht.
Nein, nein, tu es nicht.
Nein, nein.
Ich bitte dich, tu es nicht.
Ich bitte dich, tu es nicht.
Nein, tu es nicht.
Nein.
Nein, nein, ich bitte dich, nein, nein.
Nein, bitte nicht, Edler Ritter, tu es nicht.
Nein, bitte nicht, Edler Ritter, tu es nicht.
Bitte, nein.
Goldaugen, Goldaugen, wir haben das Bauchtänzeramt von was
jungen Oberliske.
Ruhe, Ruhe!
Alles hinsetzen!
Zum Ergötzen dieser trefflichen Runde kommt jetzt eine
prachtvolle Frau.
Eine junge Tänzerin aus dem Morgenland von großer
Klasse.
Du Feigling!
Das wirst du mir büßen.
Meine liebe Fata Giro, ihr habt euch über
mich lustig gemacht.
Jetzt bin ich an der Reihe.
Ihr Damen und Herren, seid verschwenderisch mit eurem
Beifall für unseren jungen Freund.
Oh, verzeiht mir für unsere junge Freundin.
Ist ja nicht zu fassen.
Du hast keineswegs übertrieben.
In diesen Gewändern kann man nicht glatt für
eine Frau sein.
Ich wette, du würdest nicht mal eine Hochzeit
mit ihm ablehnen.
Ich jedenfalls würde ihn heiraten.
Obwohl ich doch weiß, dass er...
Das ist überhaupt eine Idee.
Fändet ihr das nicht lustig?
Was meint ihr, wollen wir nicht Hochzeit feiern?
Jetzt gleich sofort auf der Stelle.
Nein, nein, nein, nein.
Erst wollen wir uns ein bisschen an ihr
erfreuen.
Du sollst doch eine Tänzerin aus dem Morgenland
sein, also da tanzt.
Ich will euch gewiss nicht widersprechen, edler Herr.
Ich kenne jedoch keinen einzigen Tanzstück.
Frauen können von Geburt an tanzen.
Möglich, ich hasse Tanzen aber.
Und ich tue niemals.
Niemals etwas, das ich nicht mag.
Hey, nun sei nicht so frech.
Die Kleine ist umgezogen.
Du führst dich auf wie eine Prinzessin, dabei
bist du bloß eine Tänzerin.
Nun sei nicht so widerborstig.
Tanze, spiel hier nicht die Schwierigen.
Ich will nicht.
Ich will nicht.
Ich will nicht, ob du nun ein Mann
bist oder eine Frau.
Langweilig bist du jedenfalls.
Schlaf dir weg und bring dein Pferd hier
rein.
Nein.
Warum soll mein Pferd hier rein?
Meine Freunde haben damit gerechnet, dass du tanzt.
Du wolltest nicht tanzen und nun sind sie
sehr enttäuscht.
Aber ich weiß, was den bitteren Geschmack der
Enttäuschung zu verdrehen bewahrt.
Ein saftiges Pferdesteck.
Nein, bitte nicht Goldbeete.
Ich will nicht.
Bitte lasst ihn leben.
Ich werde tanzen.
Ich werde die ganze Nacht tanzen, wenn ihr
es verlangt.
Das klingt schon besser.
Macht ein bisschen Musik.
Du bist
wahrhaftig eine Frau.
Orientalisch heißblütig.
Wunderschön.
Das Würstchen macht das wirklich übel.
Du bist
eine Frau.
Weißt du, was du bist?
Mein Gefangener.
Bleib stehen.
Ihr geht keinen Schritt weiter.
Oder er ist tot.
Komm mit.
Zurück, oder ich röste ihn.
Auch du gehst mir aus dem Weg, Goldauge.
Ich will ihn nicht.
Ich will ihn nicht.
Lauft, Goldauge.
Lauft zum Licht.
Lauft.
Lauft weg, Goldauge.
Lauft.
Schnell raus.
Dann bleibst wenigstens du am Leben.
Ich kann dich doch wirklich zurücklassen.
Ich bitte dich, lauf jetzt.
Na los.
Ab jetzt läuft die Zeit für die Prüfung.
Ihr könnt die Sanduhr wieder umdrehen.
Auch diese Aufgabe werde ich nicht lösen, Königin.
Auch diese nicht.
Sag, bist du verrückt?
Das ist doch einfach.
Das krieg sogar ich fertig.
Ich werde den Flusslauf nicht verändern.
Die Fische wollen es nicht.
Die Fische?
Seit wann fragen wir jetzt die Fische um
ihre Meinung?
Seitdem mein Herz ihre Bitten gehört hat, Ivaldo.
Seitdem.
Geh nu.
Das kannst du nicht.
Du bist von seinem Tod, Ivaldo.
Geh weg, Ivaldo.
Nein.
Binde sie los.
Ihr müsst sie aufhalten.
Ich bitte euch, Majestät.
Nehmt mich, aber lasst sie ziehen.
Tötet mich.
Verzaubert mich in Luft, in Wasser, in Holz.
Aber ich bitte euch, schenkt meinen Freunden das
Leben.
Sie tun doch nur, was ich befehle.
Verschont sie.
Du lässt mir keine Wahl.
Was?
Was?
Du machst nicht sein Gesicht, König Ivaldo.
Du kannst unbesorgt weiterreisen.
Was soll das?
Du hast die drei Prüfungen ehrenvoll bestanden.
Sie sind überhaupt nur auf eine Art zu
bestehen.
Man darf sich gar nicht darauf einlassen.
Deine Weigerung, meinen Tieren das Leben zu nehmen,
meinen Bäumen und meinen Fischen.
Du hast bewiesen, dass du deine Waffen nicht
trägst, um anzugreifen, sondern um dich zu verteidigen.
Geh jetzt und möge dein Weg erleuchtet sein
von der höheren Weisheit deines fühlenden Herzens.
Die Stunde der Abrechnung ist gekommen, Königin.
Schon morgen früh wird dir der Zitronenfresser deinen
hübschen Kopf abschneiden.
Mich hat jedoch Mitleid überkommen.
Und ich konnte ihn überreden, dir einen letzten
Ausweg aus der Misere aufzulassen.
Du wirst also hingerichtet?
Oder aber du heiratest den Unterzeichneten.
Das wäre ein noch schlimmerer Tod.
Du hast ja noch die ganze Nacht vor
dir, um deinen Entscheid zu treffen.
Und deinen Entschluss zu überprüfen, meine Süße.
Was soll ich nur machen?
Sterben will ich nicht.
Ich will aber auch nicht die Frau dieses
widerlichen Mannes werden.
Sei still, Federmaus!
Hier sind anständige Leute, die zu schlafen versuchen.
Bist du endlich deine absurde schwarze Schnauze?
Während der Nacht haben sogar wir Würmer das
Recht zu ruhen.
Mit deiner gültigen Erlaubnis.
Also halt die Schnauze, Frau Fledermaus.
Frechheit.
Ich bin keine Fledermaus.
Was du nicht sagst.
Wie kommt es dann, dass du an der
Decke hängst?
Tun doch nur Fledermäute.
Ich bin ein Mensch.
Die Räuber hier haben mich in diesem Netz
gefangen.
Trotzdem entschuldige, dass ich dich geweckt habe.
Von jetzt an werde ich den Mund halten,
Wurm.
Wenn du ein Mensch bist, wie kommt es
dann, dass du verstehst, was ich sage?
Die weiße Hexe hat mir beigebracht, die Tiere
zu verstehen und mit ihnen zu sprechen.
Tatsächlich?
Nein, wie aufregend.
Dann kannst du ja nur von der Giro
sein, nicht?
Ja.
Und ich bin die Gefangene von Zitronenfresser.
Könnt ihr mir vielleicht helfen zu fliehen?
Das lässt sich ohne weiteres machen.
Vergnügen?
Nichts steht ihnen im Wege.
Es ist uns eine Ehre.
Bist du bereit?
Wir müssen der Armen helfen.
Mitfeindlich.
Es ist mir eine Ehre.
Eine Ehre und ein Vergnügen.
Aufgepasst.
Gleich fällst du auf den Boden.
Danke, meine Frau.
Sprich doch leise.
Pass auf den Wächter auf, der am Ausgang
Wache hält.
Bleib wohl, Vater Giro.
Schau dir jetzt davon ab, wie genau ich
treffe.
Nein!
Du beabsichtigst nicht, zufällig mit mir zu werfen.
Warum denn nicht?
Ich muss dringend von hier fort.
Das mag ja sein, aber ich habe nichts
vor, Leuten an den Kopf zu fliegen.
Ich mag das nicht und nimm deinen Finger
aus meinem Gesicht.
Aber das tut doch dem anderen weh, nicht
dir.
Woher weißt du das so genau?
Nun zieh dich nicht mehr und tu deine
Pflicht.
Ah!
Hilfe!
Hilfe!
Hilfe!
Zurückgekommen, wie machst du das?
Ist gar nichts dabei.
Das ist für mich normal.
Ich bin doch der berühmte Zurückkehrstein.
Das habe ich noch nie gehört.
Ein Zurückkehrstein?
Eines der letzten Exemplare einer im Aussterben begriffenen
Art.
Deshalb solltest du mich pfleglich behandeln und schonig.
Sicher, das versteht sich.
Ich verspreche es dir.
Was müssen meine armen Augen da sehen?
Großes Mädchen, das du bist, steckst du immer
noch die Finger in den Mund.
Nein, ich wollte nur pfeifen, meinem Pferd.
Du bist aber schlau.
Mit der Pfeiferei wächst du doch hundertprozentig die
Räuber.
Stimmt, ja.
Aber wie soll ich es dann rufen?
Mit dem Schatz.
Du bist ein Genie.
Was höre ich da für ein Hübsches?
Ja.
Wo bistest du?
Ja, ja, ich bin's nur.
Enttäuscht, he?
Du musst mich verzeihen.
Ich bin entzückt, dass du mich befreit hast.
Nur, wenn es ein hübscher, jünger Schmied gewesen
wäre.
Das nächste Mal, ja?
Jetzt machen wir uns aber auf den Weg.
Seit Tagen reiten wir im Kreis und keine
Spur vom Schwarzen Schloss.
Vielleicht ist es unsichtbar.
Ja, vielleicht finden wir es nie.
Vielleicht sollten wir auch mal rasten.
Vielleicht mal schlafen.
Total doch.
Du hast recht.
Wir machen Rast.
Suchen wir uns einen sicheren Platz für die
Zelte.
Man sieht fast nichts.
Da könnte ein Abgrund sein.
Schau doch, der Nebel lichtet sich.
Ja, und der Boden ist weicher.
Ich würde sagen, wir kampieren hier.
Hier ist es.
Da, seht doch.
Das Schwarze Schloss.
Wir haben es gefunden.
Er ist schon da.
Und sie wird nicht lange auf sich warten
lassen.
Nur wenige Stunden muss ich ausharren, dann werden
die beiden wieder vereint sein.
Und je näher sie einander sind, umso getrennter
werden sie sein.
Und wie die Zeit verrinnt, werden ihre Herzen
dann schließlich für alle Ewigkeit getrennt sein.
Oh nein!
Nein?
Oh nein?
Was soll das heißen?
Die Ewigkeit.
Ich finde, das ist ein Haufen Zeit.
Könnte man daraus vielleicht nicht, ich weiß nicht,
ein paar Jahrhunderte machen?
Unsere Kleine, die es so schön donnern lässt.
Du bist also nicht einverstanden, dass ich sie
für alle Ewigkeit trennen will?
Nein, nein, ich meine ja bloß...
Ich habe gedacht, wenn mich und Blitz einer
für alle Ewigkeit trennen würde, dann würde mir
das furchtbar leid tun.
Was höre ich da?
Willst du damit vielleicht sagen, dass du Blitz
ins Herz geschlossen hast?
Blitz?
Ein ganz klein wenig.
Nein, sie lügt.
Sie findet mich furchtbar.
Sei still, sie soll sprechen.
Und weiter.
Ja, ich finde ihn widerlich.
Nein, ich hasse diesen Blitz.
Und jetzt hören wir, was du sagst.
Wie sind deine Gefühle für sie?
Ich hasse sie auch.
Selbstverständlich.
Ich muss gestehen, dass ihr mich für eine
Sekunde ein wenig verwirrt habt.
Wie auch immer, kann ich denn wenigstens davon
ausgehen, dass ihr mich genauso hasst?
Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie sehr, Herr
Majestät...
Wie schön.
Es gibt keine Tore.
Ja, und nicht mal einen Geheimgang.
Dann müssen wir wohl oder übel raufklettern.
Gehen wir.
Also los.
Ich bin König Romualdo.
Und ich will mit eurem Herrscher reden.
Ihr haltet unseren alten König als Geisel fest.
Ich will über seine Freilassung verhandeln.
Ich trau' Ihnen nicht.
Halten wir lieber die Aufrufe.
Warum sollten Sie uns angreifen?
Erst werden Sie sich doch unser Angebot anhören.
Außerdem sind wir noch gar nicht mit Ihnen
im Krieg.
Sie können...
Die Schlitze!
Hey, ihr da!
Ist das euer Willkommensgruß?
Sicher, wir kommen nicht als Freunde.
Aber wir wollen mit euch verhandeln.
Feinde sind wir keine.
Bitte!
Unser König wird euch anhören.
Folgt mir!
Wem trauen, Romualdo?
Es bleibt uns nichts anderes übrig.
Du hast genug getrunken.
Und jetzt weiter.
Ich könnte noch stundenlang weitertrinken.
Das schwarze Schloss muss, glaube ich, in diesem
Wald sein.
Ja, das fürchte ich auch.
Und das ist auch der Grund, weshalb ich
nicht mehr trinke.
Goldmähne hat recht.
Nimm dich in Acht, Fantaghiro.
Wenn ihr erst einmal diese Bäume kassiert habt,
bist du im Reich der schwarzen Königin.
Da kann meine Magie nichts mehr ausrichten.
Hier, nimm das mit.
Das ist eine magische Fiole.
Mit ihr kannst du ein Feuer entfachen.
Aber überlege gut.
Du kannst sie nur ein einziges Mal benutzen.
Ich weiß nicht, was ich ohne dich tun
würde.
Danke, weiße Hexe.
Tretet näher, Ritter.
Wir wollen verhandeln, nicht kämpfen.
Meine Männer sind von Natur aus angriffslustig.
Wer weiß, wie man euren Kopf verkackt.
Ihr habt meinen König gefangen, Genoch.
Ich verlange seine Freilassung.
Übergebt ihr euer Königreich und mit Freunden werde
ich euren Wunsch erfüllen.
Diese Forderung ist nicht annehmbar.
Dann beziehen wir dich an.
Ihr zwingt mich, euch den Krieg zu erklären.
So sei denn, Krieg.
Sie sind ja aus Ton.
Hinter dir, Katarina!
Ich gebe euch diese Nacht Zeit, den König
freizulassen.
Ich erwarte ihn morgen früh im Lager.
Solltet ihr nicht Folge leisten, wird mein Tier
euch hüten greifen.
Legt die Waffen nieder.
Euer Ultimatum ist ein Paradebeispiel für Überheblichkeit.
Ich werde euch für den Augenblick euer elendes
Leben schenken.
Nur um des Vergnügens willen euch eine albtraumgequälte
Nacht zu bescheren.
Stellt euch vor, wackerer Romualdo, wie süß ihr
ruhen werdet, wenn ihr die Gewissheit habt, dass
morgen bei Sonnenaufgang ihr und eure Männer zu
existieren aufhört.
Kümmert euch lieber um euren eigenen Seelenfrieden und
überlasst die Entscheidung dem Schlachtenglück.
Ich weiß nicht, wer heute Nacht schlechter schlägt.
Die schwarze Königin ist gleichfalls eine Frau.
Sie kann es durch Betrug dazu bringen, dass
Romualdo sich in sie verliebt.
Das ist völlig unmöglich.
Das gelingt ihr niemals.
Wir lieben uns und werden einander nie verraten.
Unterschätze nicht die Macht der schwarzen Magie, Fantaghiro.
Falls es ihr unter irgendeinem Vorwand gelingt, ihn
auf den Mund zu küssen, wird er dich
sogleich vergessen.
Romualdo würde nie eine andere Frau küssen.
Du bist dir deiner zu sicher, Fantaghiro.
Und das könnte dich zu Unvorsichtigkeiten verleiten.
Nun, dann komm doch mit mir.
Wenn ich in diesen Wald ginge, dann würde
ich all meine Macht verlieren und wäre dir
in keiner Weise mehr nützlich, sondern nur eine
Last.
Das bedeutet, ich muss mich mit deinen Ratschlägen
begnügen.
Halt!
Wohin wollt ihr?
Was für eine Frage!
Zu Romualdo natürlich.
Wer seid ihr?
Wie denn?
Kennst du mich nicht mehr?
Hat sich meine Stimme so verändert?
Romualdo.
Was?
Ist es schon Tag?
Nein, aber ich habe zwei Nachrichten für dich.
Eine gute und eine schlechte.
Die schlechte zuerst.
Fantaghiro hat ihr Versprechen gebrochen und das Schloss
verlassen.
Das wundert mich nicht.
Das wundert mich überhaupt nicht.
Und die andere?
Die gute.
Die gute.
Die gute, mein Freund, lautet, sie ist hier
bei uns.
Ich konnte es fern von dir einfach nicht
aushalten.
Willst du nicht aufstehen und mich umarmen kommen?
Verantwortungslos wie immer.
Ich hatte doch gesagt, du sollst unter keinen
Umständen das Schloss verlassen.
Ich musste es einfach tun.
Ich habe wundervolle Nachrichten für Cataldo und Ivaldo.
Eure Kinder sind zur Welt gekommen.
Es sind beides Junge.
Nun müssen deine Freunde auf schnellstem Wege in
das Schloss zurückkehren.
Was sagst du da?
Das kommt nicht infrage.
Wir müssen morgen früh kämpfen.
Unsere Soldaten sind bestimmt tapfer.
Trotzdem können wir sie nicht allein lassen.
Ja, morgen geht ihr auf das Schlachtfeld.
Und wenn ihr geht, setzt ihr euer Leben
aufs Spiel.
Und zurückbleiben zwei Weisen.
Und wenn wir den Kampf verlieren?
Wer wird das Schloss verteidigen?
Eure Frauen?
Eure Kinder?
In Ordnung.
Sie hat recht.
Euer Platz kann jetzt nicht hier sein.
Wenn der Schwarze König uns besiegen sollte, würde
sein Heer sofort in unser Land einfallen.
Sollte das geschehen, müsst ihr die Verteidigung organisieren.
Nichts würde ich lieber als meinen Sohn sehen.
Aber wir können dich unmöglich im Stich lassen.
Ich verlasse dich auch nicht.
Du würdest die Truppen alleine befähigen müssen.
Er wird nicht allein sein.
Ich bin ja in seiner Nähe.
Und ihr wisst, wie gut ich kämpfen kann.
Und auch, dass ich tapfer bin.
Geht nur, Freunde.
Und reitet bald los, solange es noch dunkel
ist.
Eure Söhne sind unsere Zukunft.
Verteidigt sie, dann verteidigt ihr auch uns.
Seht ihr das ein?
Vielleicht erreichen wir das Schloss in zwei Tagen.
Ich finde Fantaghiro Handlungsweise großartig.
Sie bricht ihr Versprechen und greift wieder zum
Schwert, um uns die Kunde zu bringen.
Ich kann mir vorstellen, wie sie den armen
Goldmähner auf dem Ripp geschunden hat.
Ja, und damit wir schnell zu Hause sind,
müssen wir unsere Pferde genauso schinden.
Weißt du...
Was hast du?
Was machst du für ein Gesicht?
Warum habe ich nicht gleich daran gedacht?
Was bin ich für ein Dummkopf?
Woran gedacht?
Na, ihr Pferd.
Das war nicht Fantaghiro Pferd, erinnerst du dich?
Auch das Schwert war nicht ihrs.
Wir sind getäuscht worden.
Komm schnell, reiten wir zurück, bevor es zu
spät ist.
Romualdo.
Jetzt ist wirklich nicht die Zeit zum Schlafen.
Ich bin doch da.
Warum siehst du mich nicht an?
Schämst du dich vielleicht?
Ich bin ja nicht nackt unter meiner Rüstung.
Seit ich hier bin, hast du mich noch
kein einziges Mal angelächelt.
Wie könnte ich dich anlächeln, Fantaghiro?
Morgen muss ich in den Kampf und ich
bin schon ganz erschöpft.
Wenn du willst.
Dann kann ich dir zu einer wundervoll süßen
Ruhe verhelfen.
Wie denn?
Küss mich und du wirst sehen.
Du hast versprochen, das Schloss nicht zu verlassen.
Und dann tust du doch, was du willst.
Und das gefällt mir nicht.
Ist das das Einzige, was dir an mir
nicht gefällt?
Oder gibt es vielleicht noch etwas anderes?
Wir haben nie miteinander eine Nacht verbracht, Liebster.
Die Nacht vor der Schlacht.
Es wäre möglich, dass dies unsere erste und
letzte Nacht ist.
Ich schlafe auf dem Boden.
Sei mir nicht böse.
Ich bin todmüde.
Wie du willst.
Dann lasse ich dich jetzt schlafen, Liebster.
Aber ich habe einen Wunsch und sei nicht
so herzlos, in mir abzuschlafen.
Einen Gute-Nacht-Kuss.
Willkommen, Romualdo.
Geh ein in das Reich des Bösen, der
Finsternis.
Geh auch ein in mein Herz.
Nimm für alle Zeiten Abschied von deiner Fantaghiro.
Von diesem Augenblick an, König, liebst du nur
noch eine.
Und zwar mich.
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