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Zulu
Das ist Luzi, der Schreckin der Straße, die
Piratin der Milchstraße, die Herrscherin der Meerestiefen.
Das alles ist Luzi in ihren Träumen.
In Wirklichkeit ist sie ein kleines Mädchen und
wenn die Ferien vorbei sind, wird sie zum
ersten Mal zur Schule gehen.
Sie freut sich schon sehr darauf.
Aber jetzt sind noch Ferien und alle ihre
Freundinnen sind verreist.
Niemand war in der Stadt, der mit Luzi
spielen konnte.
Nur die Oswald-Bande war da und der
geht man besser aus dem Weg.
Aber leider hat Luzi das nicht getan.
Sie hatte sich in den Kopf gesetzt, unbedingt
ein Mitglied der Oswald-Bande zu werden.
Sie wollte nicht mehr allein sein, sie wollte
mit jemandem spielen und dafür war sie bereit,
alles zu tun.
Oswald wollte die kleine Nervensäge, die sich an
seiner Fersen geheftet hatte, endlich loswerden.
Und so stellte er Luzi für eine schreckliche
Aufgabe.
Sie sollte etwas klauen, das heißt also stehlen
und Luzi gehorchte.
Sie stahl ein Päckchen Knetmasse.
Aber man soll doch nicht stehlen.
Pfui, pfui, das wissen wir doch alle.
Aber wie durch Zauberei wurde der Diebstahl nicht
entdeckt.
Und zu ihrem größten Erstaunen drückte man der
verwirrten Luzi, die sich überhaupt nicht erklären konnte,
wie das alles kam, eine große Schachtel Pralinen
in die Hand.
Es war die größte, die es im ganzen
Kaufhaus gab.
Oswald platzte fast verneugiert.
Er wollte unbedingt herauskriegen, was Luzi da in
ihrer Mütze davontrug.
Aber so viel er auch spionierte und spionierte,
er kam nicht dahinter.
Aber wie konnte er auch ahnen, dass Luzi
aus dem Kaufhaus zwei Knetmännchen mitgenommen hatte.
Ein kleines und ein großes.
Und dass sie ihnen versprochen hatte, sie noch
vor Schulbeginn ins Kaufhaus zurückzubringen.
Denn pfui, pfui, pfui, stehlen soll man nicht.
Diese Knetmännchen, mit denen sich im Sommer niemand
abgeben wollte, waren plötzlich ebenso wenig allein wie
Luzi.
Übrigens sind solche Knetmännchen in einem modernen Haushalt
sehr brauchbarer Helfer.
Und eben diesen Knetmännchen war es auch zu
verdanken, dass Luzi die Herrscherin der Meerestiefen wurde.
Das war natürlich ein Riesenspaß, wenn auch ein
wenig feucht.
Luzi hatte einen furchtbaren Kampf gegen eine grässliche
Riesenkrake zu bestehen und vergaß dabei völlig, dass
sie zu Hause im Esszimmer war.
Es gibt gewisse Dinge, die man seinen Eltern
nur schwer erklären kann.
Und wenn es manchmal nur so eine Kleinigkeit
wie ein Wasserstrom auf der Haustreppe ist, oder
sagen wir, sagen wir, ein Meeresfisch in der
elterlichen Wohnung.
Dabei wussten weder Mama noch Papa, dass es
jetzt noch mehr hungrige Mäuler im Haus gab,
die zu stopfen waren.
Und die waren ganz schön anspruchsvoll.
Eines war jedenfalls sicher.
Mit dem großen und dem kleinen Knetmännchen hat
eine herrliche Zeit begonnen.
Und Luzi war jetzt endlich nicht mehr allein.
Eins, zwei, drei, vier.
Aufstehen!
Was ist?
Hey Kleiner und Großer, aufstehen!
Habt ihr denn nicht gehört?
Ihr sollt aufstehen!
Das können wir nicht, weil wir Eisbären sind
und wir halten Sommer schlafen.
Das kommt dir nicht infrage.
Jetzt ist Sommer, also seid ihr auch Sommerbären.
Und die müssen morgens aufstehen.
Lass uns doch ein Weilchen schlafen, Luzi.
Ja bitte.
Nur noch fünf Minuten.
Gut, fünf Minuten.
Aber dann kommt ihr zum Spielen.
Mami, Mami.
Ach Luzi, geh schlafen.
Es ist mir noch zu früh.
Sei ein gutes Kind.
Ich will aber nicht mehr schlafen.
Ich habe großen Durst.
Dann nimm dir einen Apfel oder trink ein
Glas Wasser.
Aber wo seid ihr?
Wo steckt ihr, Bären?
Macht mich bloß nicht ärgerlich.
Ich sag's euch.
Wo steckt ihr?
Großer!
Kleiner!
Versucht mich nicht zu ärgern, sonst werde ich
wild.
Kleiner!
Großer!
Wo versteckt ihr euch denn?
Ich sehe euch sowieso.
Und wenn ihr kommt und spielen wollt, das
sage ich euch, dann spiele ich nicht mit
euch.
Wo steckt ihr denn, Bären?
Papa, schlaf nicht mehr.
Was könnten wir miteinander spielen?
Gar nichts.
Papa, bitte.
Hör doch auf damit, Luzi.
Dann sag, was wir zusammen spielen können.
Es ist erst sechs.
Marsch in dein Bett, sonst kriegst du ein
paar Hinten drauf.
Pfui, pfui, pfui.
Das dürft ihr morgens nicht mit mir machen,
sonst werde ich wegen euch geschimpft.
Ihr Fischer ist schon gereicht.
Komm, wir spielen was anderes.
Ach, schon wieder das.
Das hat er gestern den ganzen Abend gemacht.
Hör auf damit.
Er hat immer gesagt, ich bin Frank Thomas,
der Herrscher der Welt.
Jawohl.
Und er hat auch den ganzen Badezimmerspiegel vollgeschmiert.
Dort hat er hingeschrieben, ich war hier, Frank
Thomas.
Was?
Schreiben könnt ihr auch?
Und wie?
Da wunderst du dich, was?
Na ja.
Ja.
Und du?
Du petzt nicht immer.
Ist doch auch wahr.
Ach du liebe Güte.
Ich war...
Tja, wir können aber noch ganz andere Dinge,
wenn du willst.
Willst du?
Ja, jetzt aber nicht hergucken, ich möchte mich
waschen.
Ich schau dir nichts weg.
Ich war hier, Frank Thomas.
Kannst du schreiben?
Nicht viel, nur ein I, O, ein A.
F und M?
Das E und F verwechsel ich noch manchmal.
Ich war hier, Frank Thomas.
Ich weiß nicht, was du damit beweisen willst.
Ich?
Du vielleicht, gestern.
Nein, heute.
Bitte.
Vorsicht.
Sie führt ja schon wieder Selbstgespräche.
Ach, Quatsch.
Ist das normal?
Sie ist normal, aber wer sowas auf den
Spiegel schreibt...
Wo ist die Aufschrift?
Was für eine Aufschrift?
Welche Aufschrift?
Was für eine Aufschrift, Papa?
Mami, darf ich rausgehen?
Natürlich nach dem Frühstück.
Ich habe mich auch schon gewaschen, sehr gründlich
sogar.
Diese Aufschrift war da.
Hey, komm.
Hopp.
So kannst du nie größer werden.
Du bleibst immer so klein, weil du so
naschhaft bist.
Pralinen und Zucker isst du wohl, aber dass
du mal was Richtiges isst wie eine Salzstange,
nein.
Ach, übrigens, ich weiß überhaupt nicht, wie er
heißt.
Das kannst du nicht wissen, weil es ein
furchtbares Geheimnis ist.
Wenn du unseren Namen erfahren würdest, würdest du
graue Haare bekommen und du würdest bis an
dein Lebensende zittern wie Süße.
Jawohl, weil wir nämlich...
Weil wir nämlich was?
Weil wir nämlich keine Ahnung haben, wie wir
heißen.
Auf der Packung, in der du uns gefunden
hast, stand extra bunte, super feine...
Super feine Knetmasse.
Copyright.
Copyright.
Super feine Knetmasse.
Warenzeichen.
Bei Heißhuber Schubmeister.
Friedrich und Friedrich Aktiengesellschaft.
Ja, du kannst es dir aussuchen.
Du kannst uns auch empfohlener Ladenpreis nennen, wenn
du willst.
Empfohlener Ladenpreis, so heißt keiner.
Friedrich und Friedrich.
Ja, ja, ja.
Friedrich und Friedrich.
Der Große und der Kleine.
Da gab's mal einen König.
Ich weiß nicht mehr, ob im Fernsehen und
ob er gut war oder böse.
Den Zucker lasst ihr jedenfalls.
Geht jetzt zu Oswald und ärgert ihn.
Ja, ich komm gleich runter.
Hallo.
Gestern hab ich wegen dieser nassen Zimmerdecke eine
Ohrfeige gekriegt.
Oswald, jetzt bist du dran.
Zuerst werden wir dich schön langsam foltern, dass
du bis an dein Lebensende zittern wirst wie
Süße.
Und bei dieser Folter erleidest du Tantalusquale.
In deinem Schädel wird es hämmern wie ein
Wecker am Morgen.
Fein.
Da freu ich mich schon.
Und viele Grüße an die Frau Mama.
Hey, was machst du denn mit uns?
Das wird dir nicht helfen.
Gut, dass ich meine Turnschuhe hab.
So blöde Tricks hab ich schon oft gesehen.
Ta-ta-ta-ta!
Na endlich.
Uh!
Ah!
Ta-ta-ta-ta!
Wir haben dich gewarnt.
Wer hat mich gewarnt?
Hast du das gesagt?
Ich?
Nein.
Warum?
Oswald ahnt sich ja schon was.
Er will sich euch unter den Nagel reißen.
Er stiehlt euch einfach.
So, so.
Jetzt lauf los und schau dich nicht um.
Wir müssen die Straßenkreuzung erreichen.
Wir werden schon mit ihm fertig werden.
Lauf!
Schnell!
Na los!
Wenn wir sie erwischen, wird sie es bereuen.
Ich hab mir schreckliche Qualen für sie ausgedacht.
Was für Qualen denn?
Tantalusqualen.
Und ein Hämmern im Kopf.
Davon kriegt sie graue Haare und zittert wie
Süße.
Und wenn's ein Knirps ist, rutscht sie das
Geländer besser runter als du.
Und wenn sie auch noch zaubern kann, haben
wir mit ihr mehr verdient.
Das sagst du.
Jedenfalls besser als Lutscher zu klaren und nur
rumzuhängen.
Wartet!
Ich weiß schon, wo wir uns verstecken.
Wir müssen nur noch über die Straße.
Ihr noch!
Ich glaube, die kann wirklich zaubern.
Langsam, langsam!
Sonst fällst du auf die Nase und wir
müssen dich hier noch behandeln.
Ich fahr' schon nicht hin.
Ich geh' zu meiner Mama.
Genau dort wollen wir auch hin.
Wir müssen uns fünf Zähne ziehen lassen.
Vielleicht sogar sieben.
Schuhüberzüge.
Komm her, komm her.
Ich?
Ja.
Das hat hier nichts zu suchen.
Komm.
Ich bewahr' es für dich auch.
Du schau mal, wie wackelt dein Zahn.
Mir auch.
In der unteren Reihe.
Wenn du willst, zieht in dir meine Mami
raus und du spürst überhaupt nichts.
Ich kann in dir aber auch ziehen, wenn
du willst.
Warum?
Nein, ich will nicht.
Soll ich dir was Lustiges zeigen?
Prima!
Findest du nicht?
Es bläst genau wie ein Föhn.
Raus da!
Du nicht!
Das Mädchen!
Ich will hier aber nicht weggehen.
Mir gefällt's hier.
Das wär' schon mal geklärt.
Sie kann nicht zaubern und für das Gäst
'nern wirst du mir büßen.
Schau da!
Seehunde!
Fantomas.
Ein Schwert, das sich ohne große Schwierigkeiten in
einen leibhaftigen Dackel verwandelt.
Genau.
Und der wurde noch dazu lebendig und kroch
am Fußboden herum.
Das ist aber noch nicht alles.
Am Abend hab' ich Geschirr gespült und plötzlich
fällt ein Teller auseinander.
Von ganz allein.
Irgendein Streich.
Wenn du fünf Kinder hättest, würdest du die
Sache wahrscheinlich anders sehen.
Ich verschreib' dir ein paar Pillen, ja?
Guten Tag, Mama!
Was macht ihr hier, Luzi?
Habt ihr alle Zahnschmerzen?
Nein.
Wir begleiten nur alle Oswald.
Nur damit er weiß, wo es ist.
Aber hier hab' ich einen Jungen, dem wackelt
der obere Einsatzzahn hin und her, Mama.
Jetzt tut er mich nicht mehr weh.
Nur keine Diagnosen, Luzi.
Schwester!
Na, was ist?
Nichts passiert?
Aber es tut wirklich überhaupt nicht weh.
Im Gegenteil.
Was soll denn das?
Kommt mit.
Bitte, Schwester.
Entschuldigen Sie bitte, Herr Doktor.
Wie heißt er denn?
Oswald.
Richter.
Rosenweg 15.
Mund auf.
Lass' mal sehen.
Du gehst wohl nicht gern zum Zahnarzt, wie?
Das bringen wir in Ordnung.
Schwester, die Sieben im Unterkiefer bekommt eine Füllung.
Spiel aus.
Hier, Herr Doktor.
Ist das richtig so?
Das müssen Sie doch wissen.
So, jetzt gehen wir wieder, Mami.
Auf Wiedersehen.
Auf Wiedersehen.
Tschüss.
Auf Wiedersehen.
Frau Kollegin!
Dieser Dackel, war der nicht vielleicht ein Seehund?
Er war doch winzig, hast du gesagt.
Er
war
doch winzig, hast du gesagt.
Hey!
Hey!
Huh?
Oh mein Gott.
Rock, my baby.
Rock, my baby.
Willst du mal sehen, der Einsatz am Oben
und die haben dort auch Seehunde, ganz kleine,
die spielen Ball.
Der eine ist grün und der andere ist
orangefarben.
Wirklich wahr.
Und muss man da eintritt sein?
Nein, das ist ganz umsonst.
Und mit dem Fahrstuhl kannst du auch noch
auf und runter fahren.
Guten Tag.
Äh, halt!
Wohin?
Antwort?
Zu den Seehunden.
Zu wen willst du?
Zu den Seehunden.
Und mit dem Fahrstuhl auf und runter fahren,
das kostet ja nichts.
Dazu musst du in den Zoo gehen oder
auf den Rummelplatz.
Raus mit dir!
Meine Damen und Herren, ich wünsche Ihnen guten
Appetit.
Oh, danke sehr.
Nein, du darfst doch nicht alles alleine essen.
Friedrich und Friedrich wollen auch noch was.
Ich weiß nur leider manchmal nicht, wo sie
sind.
Großer, sagt mal, in was habt ihr euch
verwandelt?
Kleiner, wo steckt ihr denn wieder?
Da bitte, da habt ihr es.
Irgendwo sind sie wieder.
Aber Kleiner, Großer, wo seid ihr?
Da.
Eine für dich, eine für mich.
Hier oben
im dritten Stock ist es.
Der eine ist grün und der andere ist
orangefarben.
Und sie spielen Ball.
Du lügst, das gibt's nur im Zirkus.
So?
Willst du vielleicht wetten?
Ich war dort, die haben mich rausgeschmissen.
Hast du gesagt, dass du Zahnschmerzen hast?
Nein, warum?
Taschentücher raus!
Tut so, als hättet ihr Zahnweh!
Nimm die Kirschen!
Alle mir nach!
Alle Taschentücher raus und auf die Wange halten!
Alles in den dritten Stock!
Im dritten Stock werden Zahnschmerzen behandelt.
Alles in den dritten Stock!
Hm?
Hm?
In den dritten Stock!
Siehst du, es hat nicht wehgetan.
Jetzt ausspülen.
Ich bin schon da.
Siehst du, sie hat auch keine Angst.
Tut dir ein Zahn weh?
Dann wartest du auf jemand.
Ich möchte zu Herrn Doktor.
Du warst doch schon mal hier.
Hab ich dir nicht deinen Zahn gezogen?
Ja, aber da wackelt schon wieder einer.
Alle wackeln.
Bei mir auch.
Ich war aber vorhin da und bei mir
wackelt auch ein Zahn.
Wir kommen, weil wir die Seehunde sehen wollen.
Der eine ist grün und der andere auch
rostfarbig.
Hier waren sie, ich hab sie gesehen.
Seehunde, ganz winzige Seehunde.
Also tschau.
Tschau.
Tschau.
Tschüss.
Tschüss.
Tschau, bis morgen.
Tschau.
Tschau.
Brrr.
Und Papp.
Can't find what you're looking for?
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