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Die falschen Märchen, die das Fernsehen sendet, bringen
das Märchenland ganz durcheinander.
Auf Wunsch von Prinzessin Arabella macht sich der
mächtige Hofzauberer Vigo auf, um Herrn Mayer zu
besuchen und alles wieder in Ordnung zu bringen.
Arabella, die zusammen mit ihrer Schwester Xenia den
Zauberer begleitet, verliebt sich in Mayers Sohn Peter
und kann ihm beim Examen in Gestalt einer
Fliege vorsagen.
Doch trotz Mayers Versprechen, das Fernsehmärchen bei der
nächsten Sendung richtig zu erzählen, wird wieder ein
falsches gesendet.
Zur Strafe verwandelt Vigo Herrn Mayer in einen
Dackel, denn so kann er nicht mehr im
Fernsehen auftreten.
Er ahnt nicht, dass nicht Mayer, sondern Rumburag
schuld an diesen Vorgängen ist.
Durch diese Machenschaft will Rumburag das halbe Königreich
und die Hand Arabellas erobern.
Mami, ist Vati mit uns am Tisch oder
mit Waldi auf dem Boden?
Was?
Na hört mal!
Komm!
Komm, Waldi!
Du ist selbstverständlich mit uns am Tisch.
Wie kannst du auch nur sowas Dummes fragen?
Los, hol den Zucker!
Au!
Hier hast du nichts verloren, Waldi!
Pass auf, wo du hintrittst!
Und nenn mich ja nicht Waldi!
Wie soll ich euch denn unterscheiden?
Kennst du deinen eigenen Vater nicht?
Vielleicht geben wir ihm ein anderes Halsband, dann
können wir sie besser auseinanderhalten.
Schmatz nicht so!
Karli, komm!
Komm zu mir auf den Schoß!
Ja?
Vorsicht, pack mich nicht so wie eine Katze!
Guten Appetit allerseits!
Was sagen wir, wenn jemand fragt?
Ich kann doch nicht sagen, dass mein Vater
ein Dackel ist!
Bist du verrückt?
Willst du meine Karriere kaputt machen?
Komm!
Da engagiert mich doch keiner mehr!
Pass auf und bekleckere dich nicht!
Lass mich in Frieden!
Keiner darf etwas davon erfahren!
Hast du verstanden, Hansi?
Kein Sterbenswörtchen!
Wenn dich jemand fragt, dann sag einfach, dein
Vater sei schwer krank geworden.
Verstanden?
Mhm, verstanden.
Schau mal!
Der da ist ungefähr wie mein Vater.
Du bist wohl übergeschnappt.
Ein Vater kann doch unmöglich ein Dackel sein.
Ein normaler Vater nicht, das stimmt, aber meiner
ist eben einer.
Du hast echt einen Vogel.
Ich schwör's aber!
Mein Vater ist jetzt wirklich ein Dackel.
Und schwer krank, falls sich mal jemand fragt.
Ja, Karli, es wird dich ja niemand erkennen.
Nein.
Lauf jetzt ein bisschen spazieren.
Es ist so schön draußen.
Spazieren laufen, spazieren laufen.
Ja.
Ich hab keine Lust.
Geh doch ein bisschen raus.
Oder mach zusammen mit Waldi.
Was mit Waldi?
Ja, ihr könntet etwas aufspüren, ja?
Ach, such's doch selber.
Nein, jetzt weiß ich, was du tun kannst.
Spiel damit, die Haustür ist ja offen.
Hopp!
Ja, ein Tennisball, das ist richtig.
Aber der hart.
Ach, je.
Ist das ein Unglück.
Die ganze Nacht hab ich wach gelegen.
Ist das eine Tragödie.
Was, Mami?
Hauptsache, er ist gesund.
Was, was fangen wir bloß an?
Zuerst müssen wir die Ursache kennen.
Und wie es dazu gekommen ist.
Und so weiter.
Gestern hast du gesagt, die drei hätten die
Hand im Spiel.
Dieser Botschafter und diese beiden Mädchen.
Aber wissen wir bestimmt, dass sie es waren?
Na, hör mal.
Die sind aus dem Fenster davon geflogen, als
wären sie Tauben.
Aber waren das auch wirklich sie?
Du nimmst die drei in Schutz und ich
weiß auch warum.
Weil dir dieses Mädchen gefällt.
Welches Mädchen?
Tu doch nicht so harmlos.
Sei vorsichtig, Peter.
Peter Mayer?
Wen bitte?
Nein, das geht nicht.
Er ist schwer krank.
Was ihm fehlt?
Das Fernsehen, groß.
Lass dir was einfallen.
Herr Groß?
Es handelt sich um eine Störung.
Nein, nicht im Telefon.
Eine geistige.
Er sagt, er wäre geistesgestört.
Dann richte deinem Vater aus, Peter, dass ich
heute Nachmittag zu ihm komme.
Das ist völlig unmöglich.
Fatih erkennt niemanden.
Er will ihn besuchen kommen.
Nein, nein, nein, nein.
Nein, das geht nicht.
Sonst beißt er sie vielleicht.
Was denkt das Fernsehen jetzt von uns?
Das ist kein schlechter Witz.
Dann sag deinem Vater, dass wir inzwischen einen
Ersatz für ihn gefunden haben.
Er soll uns nicht böse sein.
Tschüss.
Also Mayers Geistesstörung hat uns wirklich der Himmel
geschickt.
So müssen wir ihm wenigstens nicht sagen, dass
wir eine Tonne Zuschriften von Eltern haben, die
nicht wollen, dass Mayer ihre Kinder verdirbt.
Das da ist auch noch gekommen.
Ich sag's ja.
Heute Nachmittag wird alles in Ordnung gehen.
Wir haben Vorkehrungen getroffen, dass uns niemand mehr
hineinfunken kann.
Sehr gut.
Ja bitte.
Hallo.
Hallo.
Was ist denn?
Geht's deinem Vater schlechter?
Naja, so könnte man sagen.
Was ist passiert?
Sag mal Georg, was würdest du tun, wenn
zum Beispiel, wenn sich zum Beispiel deine Mutter
in einen Bernardiner verwandeln würde?
Hat dein Vater Halluzinationen?
Mein Vater?
Nein.
Wer dann?
Willst du mir jetzt endlich sagen, was los
ist?
Augenblick Georg.
Du bist der Einzige, dem ich mich anvertrauen
kann.
Was würdest du tun, wenn du in einem
Examen plötzlich Mattscheibe hättest und es würde dann
eine Fliege kommen und dir alles vorsagen?
Korrektur der Phasenverschiebung, Einfluss der sekundären Parameter, einfach
perfekt?
Komisch was?
Das hast du irgendwo gelesen.
Eben nicht, ich hab es erlebt.
Ich weiß auch, wer diese Fliege war.
Ein Mädchen, ein fantastisches Mädchen.
Sie ist dann mit einem alten Kerl bei
uns erschienen.
Und der hat Vati dann in einen Dackel
verwandelt.
Sie sind als Tauben durchs Fenster davongeflogen.
Was sagst du dazu?
Es wäre am besten, wenn du hierbleiben würdest.
Ich dachte immer, alle Mädchen wären dumme Gänse.
Und dass ich mich nie verlieben könnte.
Jetzt aber, das ist ein fantastisches Gefühl.
Und wieso?
Wegen einer Fliege.
Ich meine wegen einer Taube.
Einer Taube.
Wir versuchen es mal mit Renoxin.
Du gehst nicht weg.
Ach Quatsch, mir fehlt doch nichts.
Das sagt hier jeder, Peter.
Ich wollte nur deinen Rat.
Warum bin ich auch hierher gekommen?
Aber du leidest an Halluzinationen, Peter.
Arabella ist keine Halluzination.
Ich kann nicht sagen, dass es mir im
Menschenreich nicht gefallen hat.
Aber interessiert hat mich nur eines.
Sag lieber nur einer.
Was hast du denn da an den Wangen,
Xenia?
Ein Färbungsmittel oder was?
Wenn die Menschen so herumlaufen, warum sollte ich
es nicht auch?
Damit kann ich mich überhaupt nicht einverstanden erklären.
Kannst du mir sagen, warum nicht?
Wenn du sehen würdest, wie die Menschen gekleidet
sind und wie wir dagegen herumlaufen, würdest du
dich schämen.
Man trägt doch die Röcke so kurz, nicht
wahr?
Also, pfui.
Wir sind hier hundert Jahre zurück.
Ihr würdet Augen machen, was es dort alles
gibt.
Was gibt es denn dort alles?
Erzähl uns doch mal ein bisschen, Xenia.
Hier bei uns ist gar nichts los.
Dort aber ist Trubel.
Die Straßen sind voller Autos.
Alle Kamine rauchen.
Sogar die Menschen rauchen.
Überall liegen Papiere.
Dort ist alles hochmodern.
Hör bitte auf damit.
Das ist doch Unsinn.
Willst du mir etwa befehlen?
Wenn dir nicht gefällt, was ich sage, verschwinde
einfach.
Ich gehe ja schon.
Aber, aber nicht doch.
Kinder, ihr sollt nicht streiten.
Ich wollte keinen Streit.
Ich wollte dir nur einen sehr wichtigen Vorschlag
machen.
Führe jedoch diese Autos, Mode, diese Häuser ein.
Ich bitte dich inständig, Xenia.
Das könnte für unser Königreich von größter Bedeutung
sein.
Draußen wartet Prinz Philipp bald, Hoheit.
Nein, im Gegenteil.
Das würde das Ende unseres Königreichs bedeuten.
Das ist ohnehin absehbar.
Ach.
So, und jetzt zieh dich zurück, Xenia.
Ich habe eine wichtige Unterredung mit Prinz Willi
bald.
Also los.
Mit Prinz Willi bald?
Seit meiner frühesten Jugend habe ich mich euch
mit allem anvertraut.
Und ihr habt mich nie enttäuscht.
Dann lasst mich doch wissen, womit ich euch
diesmal helfen kann.
Ich habe dieses Bild hier bekommen.
Wisst ihr, wer das ist?
Peter Meyer.
Es ist mir nicht entgangen, dass er euch
gefällt.
Sympathischer Jüngling.
Und was weiter?
Könntet ihr dieses Bild...
Ich meine, könntet ihr es vielleicht...
Ihr meint für Leben?
Das geht leider nicht.
Ich kann Verschiedenes, aber das nicht.
Und außerdem, mein Kind, die Liebe ist eins
der größten Wunder, die es geben kann.
Gegen sie ist auch mein Hokuspokus die Stümperei
eines Anfängers.
Ihr könnt also überhaupt nichts für mich tun.
Vielleicht doch.
Würde es euch gefallen, wenn er euch zulächelt?
Wenn er mir zulächelt, würde ich ihm auch
zulächeln.
Dann passt jetzt mal gut auf.
Was sagt ihr nun dazu?
Vielen Dank, Herr Vigo.
Danke.
Ich möchte euch diesen Stab überlassen.
Selbst der härteste Stein, er weicht von seiner
Berührung.
Ich habe stets meine Pflicht getan und brauche
euch ein treuer Diener, Hoheit.
Aber was ihr jetzt verlangt...
Ich bin ein Ehrenmann und von Adel.
Ihr erlaubt euch zu widersprechen?
Das könntet ihr irgendwann bereuen.
Wieso?
Wieso denn ihr diesen Ton?
Der Prinz ist in einer schwierigen Situation.
Ich liebe Dornröschen mit der ganzen Kraft meines
Herzens.
Quatsch, komm nicht mit Liebe.
Jetzt hat dieser Meier das Märchen umgearbeitet.
Schlag dir Dornröschen aus dem Kopf.
Es steht dir nur bei der Erfüllung deiner
Pflichten im Wege.
Du findest eine andere.
Ihr müsst verstehen, Prinz.
Es ist mir selbstverständlich sehr viel daran gelegen,
dass die Märchen sich so abspielen wie Millionen
von Kindern sie seit jeher kennen.
Ich halte es also für unsere Pflicht.
Glaubt mir, wir können es einfach nicht zulassen,
dass dieser, dieser Meier...
Ich unterwerfe mich eurem Wunsch, Hoheit, die jedoch
schweren Herzens.
Ich werde also zum Verbrecher werden.
Ich danke euch, mein Freund.
Haushofmeister, habt bitte die Freundlichkeit und begleitet ihn
hinaus, unseren guten Prinzen.
Und nun zu euch, meine liebe Königin.
Ich möchte euch sagen, dass ich mit euch
überaus unzufrieden bin.
Was denn?
Was stinkt euch denn schon wieder?
Ihr führt euch wie ein Machtweib auf.
Benimmt sich so etwa eine Königin?
Komm morgen wieder her.
Die Köche backen morgen Kuchen.
Herein.
Pflegt dieses Tier auch zu dir?
Es sitzt jeden Tag auf meinem Fensterbrett.
Es hat sich an mich gewöhnt.
Ich füttere es mit Kuchenkrummen.
Tja, ich füttere diese Taube mit nichts.
Und trotzdem kommt sie geflogen.
Was ist denn das?
Ein Bildchen.
Wirf es weg.
Für so etwas bist du noch zu jung.
Du könntest bei uns im Märchenreich keine größere
Dummheit begehen, als dich in einen Jüngling aus
der Menschenwelt zu verlieben.
Schreib dir das für alle Fälle hinter die
Ohren.
Ich möchte dich gerne um etwas bitten.
Arabella, du bist mir von allem Gimena stehen
am nächsten.
Warum quälst du mich so, Fatih?
Es gibt in letzter Zeit Missverständnisse zwischen deiner
Mutter und mir.
Es ist, als wäre sie eine andere geworden.
Und außerdem habe ich auch große Sorgen um
das Schicksal unseres Reiches.
Dieses Unglück mit Rotkäppchen und dann dieser arme
Willi bald.
Komm heute zu mir.
Ich möchte nach dem Abendbrot ein bisschen mit
dir plaudern.
Alles wird gut, keine Angst.
Es wird alles gut ausgehen.
Wenn du
nur wüsstest, wie gern ich jetzt bei dir
wäre.
Dort ist es sicher viel ruhiger.
Was ist hier los?
Macht man das in der Pause?
Wer hat damit angefangen?
Das war der Meier.
Er hat mir und Karlchen einfach eine reingehauen.
Setzen!
Meier, steh auf!
Macht man sowas?
Mitschüler aufstehen lassen?
Die haben gesagt, dass mein Vater verrückt wäre.
Jedenfalls darf ich wegen seinem Vater seit einiger
Zeit nicht mehr fernsehen.
Mein Vater sagt, ich werde davon noch umgezogener.
Ruhe!
Ruhe, Ruhe, Ruhe!
Karlchen, setzen!
Ich weiß es.
Mein Vater ist Professor im Irrenhaus und der
sagt, dass dieser Meier vom Fernsehen verrückt sei.
Na warte!
Nein, so geht es nicht, Meier.
Sowas wirst du hier nicht tun.
Was glaubst du denn?
Wir können ja beim Herrn Direktor reden.
Das habt ihr davon.
Jetzt wird er vielleicht von der Schule geworfen.
Ist mir doch egal.
Du sagst jetzt deinem Vater?
Er möchte gleich morgen früh in der Schule
erscheinen.
Das kann er nicht.
Wieso nicht?
Ich frage dich, wieso nicht?
Weil er ein Hund ist.
Und außerdem schwer krank.
Eine noch dümmere Antwort fällt dir wohl nicht
ein.
Antworte anständig!
Wie ist eure Telefonnummer?
Na?
1-3-2 1-5-2 Ja?
Guten Tag, hier ist Schuldirektor Duda.
Liebe Frau Meier, Ihr Sohn hat hier behauptet
...
Er wäre ein Hund?
Das ist sicher ein Missverständnis.
Er liegt schwer krank im Bett.
Nein, nein, kommen kann er leider nicht.
Sowas wie ...
wie eine seelische Störung.
Selbstverständlich, Herr Schuldirektor.
Ich kann kommen.
Jawohl, auf Wiederhören.
Also unser Hansi ...
Haben Sie dieses Tier vom Gleichenzüchter?
Ja, das haben wir.
Aber das sollten Sie besser nicht tun.
Er mag es nämlich nicht.
Lassen Sie ihn ruhig runter.
Ich verstehe mich aber immer gut mit Hunden.
Wie alt ist er?
Zeig mal dein Gebiss.
Welchen Namen haben Sie ihm gegeben?
Na, selbstverständlich ...
Lumpi.
Komm, Lumpi, ich muss wieder gehen.
Das Waschpulver gebe ich Ihnen dann morgen wieder.
Das eilt aber überhaupt nicht, Frau Herrmann.
Was für ein blöder Name.
Furchteufel, Lumpi.
Das nächste Mal beiße ich euch beide.
Nicht wahr, Waldi?
Verzeih' bitte, aber es ist mir nichts Besseres
eingefallen.
Und ich werde Dich doch nicht vor ihr
Karl nennen.
Ach, dann nenn' mich von mir aus Lumpi.
Lumpi Meier.
Furchteufel.
Richte Dich doch bitte nicht so auf.
Wir müssen jetzt alle unsere Nerven behalten.
Starke Nerven.
Nerven, Nerven.
Ich kann keine Nacht mehr richtig schlafen.
Dornröschen fiel in tiefen Schlaf.
Sie schlief und schlief, bis sie hundert Jahre
verschlafen hatte.
Sehr gut, Herrmann.
Ausgezeichnet.
Du kannst Dich setzen.
So, und wie ging es weiter?
Na, Karlchen?
Was bitte?
Du hast nicht aufgepasst.
Wir haben davon gesprochen, wie das Märchen von
Dornröschen wirklich lautet.
Das ist dieses Märchen, das gestern von Meiers
Vater im Fernsehen verpatzt wurde.
Weißt Du das?
Natürlich nicht, hatte ich mir gedacht.
Setz Dich.
Maja?
Na?
Dornröschen lag lange in tiefem Schlaf.
Richtig.
Doch dann kam eines Tages ein Prinz und
fand das Schloss von einer Dornenhecke umgeben.
Edle Prinzessin, wie gern würde ich Euch mit
einem Kuss befreien.
Ich bin aber gezwungen, den Räuber zu spielen.
Ja.
Prinzessin, Euch hätte ich hier nicht erwartet.
Ihr lasst es an Sorgfalt fehlen.
Müsstet Ihr nicht auch diese Herren da berauben?
Das hole ich sofort nach.
Ich bin ein Ehrenmann und von Adel.
Haltet ruhig ein, Willibald.
Das ist jetzt nicht das Wichtigste.
Ich muss dringend mit Euch reden.
Zu Euren Diensten.
Nennt mich Xenia oder Xenia.
Oder besser Teure Xenia.
Und bekennt doch gleich, seid Ihr eigentlich immer
noch verliebt in diese dumme Pute Dornröschen?
Das würde ich mir nie erlauben.
Teure Xenia.
Das freut mich.
Du, Vati, ich möchte Dir nur sagen, dass
ich bald Hochzeit halten werde.
Was faselst Du da?
Ich muss schon sehr bitten.
Störe uns nicht.
Wir lösen gerade Staatsprobleme.
Und ist das vielleicht kein Staatsproblem?
Mein Bräutigam wird Dein Thronfolger sein.
Ah, und wer ist das, Dein, Dein, Dein
Bräutigam?
Prinz Willibald.
Dafür verweigere ich meine Erlaubnis.
Darf ich auch wissen, wieso?
Nein.
Wieso?
Prinz Willibald.
Prinz Willibald.
Ein niederträchtiger Räuber, der schlafende Leute bestiehlt, soll
mein Schwiegersohn werden?
Augenblick mal.
Wer hat ihn denn flehentlich gebeten, zum Räuber
zu werden?
Du.
Und wer hat gehorsam Deinen Befehl befolgt?
Prinz Willibald.
Er ist ein ehrbarer, untertäniger Edelmann.
Er wird mir bestimmt ein guter Ehemann und
dem Reich ein guter König sein.
Ich lehe Dich an, Xenia.
Nein.
Macht ruhig weiter, meine Herren.
Mein Schwiegersohn.
Ein Verbrecher.
Königliche Hoheit, es wird höchste Zeit, sich an
diese sprechende Kiste zu setzen, damit Eure Königliche
Hoheit sich davon überzeugen könne, dass ich bei
Herrn...
Ja, ich...
Oh ja.
Ich hab doch gesagt, Du sollst kein Sterbenswörtchen
erwähnen.
Ich weiß.
Da siehst Du's.
Und jetzt weiß es die ganze Schule.
Und es weiß auch die ganze psychiatrische Klinik.
Quatschköpfe.
Aber, Vati, ich wollte Dir nur helfen.
Ich dachte, Georg könnte mir einen Rat geben.
Jetzt siehst Du, was Du davon hast.
Ja, siehst Du.
Und Du rührst Dich zur Strafe nicht einen
Schritt aus dem Haus.
Jetzt kommt sowieso gleich das Märchen im Fernsehen.
Frau Humolka, ist alles in Ordnung?
Warum nicht?
Danke.
Bitte, wir können.
Liebe Kinder, Ihr hört jetzt wieder Euer Märchen
zur guten Nacht.
Hinter den sieben Bergen, bei den sieben Zwergen,
stand einst ein Schloss, in dem eine wunderschöne
Königin wohnte.
Und jeden Tag stellte sie sich vor ihren
Zauberspiegel und fragte ihn, Spieklein, Spieklein, an der
Wand.
Ich weiß nicht, wie ich meine Dachterker zum
Ausdruck bringen soll, mein lieber Viro.
Als Schneewittchen nach ihrem langen Schlaf dann erwachte,
fand es sich in einem kleinen sauberen Bettchen
und über sich die Köpfe der sieben Zwerge.
Verwundert, fragte Schneewittchen den kleinsten der Zwerge.
Sag mir bitte, wie Du heißt.
Der Zwerg erschrak und wurde gleich purpurot und
er stammelte.
Ich weiß nicht.
So, jetzt können wir anfangen, Stuck.
Und dann begannen sie alle, Schneewittchen den Hof
zu machen.
Schneewittchen tat der arme Knirps aber leid.
Sie neigte sich zu, wollte nicht über den
Kopf.
Die anderen Zwerge hatten sich bereits in einen
dunklen Schloss der Hütte zurückgezogen.
Sie versuchten gemeinsam, das Schloss von der Truhe
zu reißen.
Alle waren gespannt, was wohl darin sein würde.
Der älteste Zwerg öffnete die Truhe und dann
schnurrte Schneewittchen über den Kopf.
Dann holte er ein großes Bündel Dynamitpatronen aus
der Truhe und grinste den jüngsten Zwerg an.
Jetzt haben wir endlich Gelegenheit, das ganze blöde
Königreich in die Luft zu sprengen.
Vergnügt applaudierte ihm der jüngste Zwerg.
Nein, bitte sagen Sie mir, Herr Vigo, was
hat das zu bedeuten?
Keine Ahnung, Hoheit.
Mir fehlen einfach die Worte.
Aber wie ist das möglich?
Herr Meyer, es setzt doch ein Dackel.
...
und einem Feuerzeug bewaffnet, schlichen die Zwerge in
die verschlungenen dunklen Gänge der Burgkeller.
Natürlich ist Ihnen das nicht leicht gefallen, aber
zwei der Zwerge bohrten Löcher in die Grundmauern
der Burg...
Ja, aber wieso ist er jetzt auf dem
Bildschirm?
Ich habe gedacht, er wäre krank.
Hören Sie, was der da herumquatscht, das ist
ja ganz schrecklich.
Keine Aufregung, keine Aufregung.
Wie Sie meinen?
Ein Geistesgestörter.
Und so kam es zum Untergang von ihm
nicht mal ein Stein auf dem anderen.
Und was machen wir jetzt?
Was, äh, was wir machen sollen?
Wir lassen uns von diesem falschen Meyer nicht
nochmal die Sendung verfuschen.
Wir schmeißen die Märchen aus dem Programm.
Das kommt überhaupt nicht in Frage.
Und was wird aus mir?
Da kam eine kleine Maus und die Sache
mit den Fernsehmärchen war aus.
Lumpi...
Nein, ich wollte sagen Karl.
Was ist denn?
Was hat er?
Er ist in Ohnmacht gefallen, als er sich
im Fernsehen gesehen hat.
Wie konnte er auf dem Bildschirm erscheinen?
Das widerspricht dem gesunden Menschenverstand.
Und dass er plötzlich vier Beine hat, widerspricht
das nicht dem gesunden Menschenverstand?
Wie viele sollte er denn sonst haben als
Hund?
Was werden wir tun, königliche Hoheit?
Sollen wir vielleicht zusehen, wie diese Zwerge unser
Königreich in die Luft sprengen?
Oder sollen wir sie etwa sogar dazu zwingen?
Sag doch endlich was!
Ich bin völlig ratlos.
Und wenn ich völlig ratlos bin, kann ich
einfach nicht regieren.
Du liebe Goethe, Hoheit werden doch jetzt nicht
abdanken wollen.
Ich werde die Hälfte meines Königreichs und die
Hand von Prinzessin Arabella demjenigen anbieten, der unser
Reich retten kann.
Aber Vati, das ist nicht dein Ernst.
Ich habe leider keine andere Wahl.
Was gibt es Neues, liebe Kollegin?
Der König bietet die Hälfte seines Königreichs an
und die Hand von Prinzessin Arabella.
So, genau darauf habe ich doch gewartet.
Ja, genau.
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