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Ich hab schon vor einem Monat gesagt, dass
wir hier im Bad was machen müssen.
Wieso?
Das sieht doch alles noch ganz proper aus.
Proper?
Guck doch mal!
Die Armatur vom Waschbecken ist locker.
Der Spiegel hängt ein Stück zu hoch.
Und die Fliesen sind total schmierig, Nene-Atze.
Wir müssen unbedingt renovieren.
Ja, nee, ist klar, Mäuske.
Vielleicht sollten wir vor dem Renovieren nochmal kurz
durchfegen.
Genau so muss mein Tag anfangen.
Die Sonne scheint, die Röcke wehen und die
Tauben haben gesunden Stuhlgang.
Jetzt noch ein Rahm drum und ich vertick
den Mist als moderne Kunst.
Schulder, schon Bekanntschaft mit meinen Tauben gemacht?
Wie jetzt?
Das sind deine Viecher?
Von deinen neuen Nachbarn.
Ich hab mir im Hof einen 1a-Taubenschlag
gebastelt.
Seit wann stehst du denn auf Flugraten?
Ja, weil ich im Taubenzug vereint bin.
Da wird Kameradschaft nur groß geschrieben.
Warum nehmen die dann so einen kleinen Benner
wie dich auf?
Damit sie dir so richtig schön auf den
Sack gehen können.
Mann, Mann, Mann.
So kommen die Flugscheißer nie auf die Artenschutzliste.
Was machst du denn da?
Jetzt mal gucken, wer drauf ist.
Komm rein da jetzt.
Moin, Atze.
Moin, Harry.
Moin, Atze.
Wie ist es?
Es ist ja beschissen.
Mann, du hast recht.
Der ist ja wirklich schlecht drauf.
Du hättest doch gleich gesagt.
Ist doch kein Wunder.
Der Morat war immerhin 6 Jahre hier.
Und das ist Atzes erster Tag ohne ihn.
Ja, und jetzt?
Jetzt müsst ihr ihn trösten.
Ihr seid doch schließlich seine besten Freunde.
Was ne Sauerei.
Kannst du das nicht machen?
Nö.
Ich gehe jetzt zu meiner besten Freundin.
Komm, weißt du was?
Wir hauen ab.
Was habt ihr denn vor?
Ihr seid doch gerade erst gekommen.
Na ja, klar.
Ja, Atze.
Und sonst?
Sie ist ja überall Dreck.
Und was macht der?
Der lässt sich einfach stehen.
Nicht fein.
Was bildet der Kerl sich eigentlich ein?
Zum Glück habe ich ja noch ein Luftgewehr.
Nee, Atze.
Amoklaufen ist doch keine Lösung.
So kommt Morat auch nie zurück.
Morat?
Was hat der denn mit Play des Tauben
zu tun?
Bee-Tauben.
Wir dachten, du wärst total fertig, weil Morat
nicht mehr da ist.
Ich?
Fertig?
Wegen Morat?
Nicht?
Gerade das ist doch die Maracuja-Kirsche auf
der Torte.
Keiner, der mir dauernd im Weg steht.
Nicht ständig dieses Atze.
Ich weiß nicht, ob das wirklich eine gute
Idee ist.
Und es riecht viel besser ohne Morat.
Aber mit Morat hat es auch nie gerochen.
Ja, dann könnt ihr mal sehen.
Für mich hat sich nichts verändert.
Alles ist wie immer.
Gut.
Dann tu doch mal ein Käsebrötchen.
Wie immer.
Ja, und mir kannst du mal ein Käffchen
geben.
Morat!
Das war ein alter Reflex.
Harry, koch du mal Kaffee.
Ich?
Ich weiß ja gar nicht, was er machen
soll.
Tja, habe ich wohl keine andere Wahl.
Ich muss eine neue Aushilfe einstellen.
Ja.
Dann können die im Arbeitsamt mal einen Tag
frei machen.
Tja, Morat.
Na?
Na?
So, genug gequatscht.
Nur zur Erinnerung, du arbeitest nicht mehr hier.
Ich würde auch nicht mehr bei dir anfangen.
Ich würde dich auch gar nicht mehr anstellen.
Gneide?
Ja?
Nein, ich möchte die Theke in anthracite und
nicht in grau.
Mit Alu-Abstoßleisten und Halogenstrahler.
Ja.
Das stand aber auch schon alles im Fax.
Es ist mir völlig egal, was Sie schöner
finden.
Läuft wohl nicht so wie geplant.
Was?
Immer Ärger mit Personal.
Tja, die Sorge habe ich ja seit drei
Tagen nicht mehr.
Morat!
Ich wusste doch, dass ich die Stimme kenne.
Äh, Biene, nur so fürs Protokoll.
Morat, der war ja nur angestellt.
Wir sind nicht mit dem verwandt.
Na, aber fast.
Erzähl mal, wie läuft's?
Man hört ja schon so viel von deinem
neuen Kiosk.
Läuft gut.
Freitag ist die Eröffnung.
Na, hoffentlich sind wir auch eingeladen.
Deswegen bin ich ja hier.
Ich würde mich freuen, wenn ihr beide kommt.
Wir kommen sehr gerne, Morat.
Gibt's denn auch frei Bier?
Klar.
Typischer Anfängerfehler.
Ein guter Geschäftsmann hat nichts zu verschenken.
Das lernt der Morat bestimmt auch noch.
Und bei dir?
Kommst du klar alleine?
Bombig!
Besser als vorher.
Wenn wir ehrlich sind, du hast doch eh
kaum gearbeitet.
Worauf warten die denn alle?
Hast du wieder ein besonders beklopptes Angebot?
Aufblasbare Bowlingkugeln oder so was?
Nee.
Diesmal habe ich ein sehr seriöses Angebot.
Geilen Job.
Du machst aber ziemlich schnell Nägel mit Köpfen.
Tja.
Das Thema langsam ist ja auch mit dir
abgehakt.
Morgen, Leute!
Morgen!
Mein Name ist Axel Schröder.
Erstmal danke, dass so viele gekommen sind.
Es tut mir leid, dass ihr ein bisschen
warten musstet.
Jemand ein Käffchen?
Dann trinkt ihr mal schön zu Hause.
Ihr sollt hier Kaffee kochen, nicht Kaffee saufen.
Auf Wiedersehen!
Der Rest kommt mit mir rein zum Gasdienerlaufen.
Ich sehe viel Hoffnung in euren erinnerungslosen Gesichtern,
aber wenn ihr glaubt, dass das hier ein
Spaziergang wird, dann habt ihr euch geschnitten.
Ihr werdet wenig schlafen, wenig essen, wenig trinken.
Ihr werdet fluchen, ihr werdet schwitzen.
Aber ihr werdet auch eine Menge Spaß haben.
Schon irgendwelche Fragen bis hierhin?
Ja.
Was ist denn mit den Zeitungen da unten?
Die warten darauf, eingeräumt zu werden.
Der Schnellste gewinnt.
Danke, das war's.
Ihr seid draußen.
Wieso denn?
Wieso, wieso?
Weil ihr nicht gemerkt habt, dass die Zeitung
von gestern ist.
Tschüss!
So, was machen wir jetzt damit?
Ah, die wird entsorgt.
Du wirst entsorgen.
So ein altes Exemplar, das kann man doch
immer noch unter die aktuellen Tageszeitungen mischen.
Das ist aber gar nicht erlaubt.
Warte, erlaubt ist oder nicht, das ist bestimmt
immer noch der Chef.
Ist das angekommen?
So, dann kommen wir mal zu den Referenzen.
Hat irgendjemand von euch schon mal im Kiosk
gearbeitet?
Ja, in zwei verschiedenen.
Ich sogar in drei.
Fachidioten kann ich nicht gebrauchen.
Auf Wiedersehen.
Noch jemand, der stolz auf seine Zeugnisse ist?
Gut, bevor wir zur Entscheidung kommen, die Eckdaten.
Gearbeitet wird von 8 bis 8, Gehalt ab
dem zweiten Jahr und Urlaub nur in Ausnahmefällen.
Irgendetwas einzubinden?
Ja, das ist echt eine Frechheit.
Courage gut, Loyalität mangelhaft.
Abgang!
So, und das ist er.
Der Mann, der einen sicheren Arbeitsplatz zu schätzen
weiß.
Der alle Klippen umschwommen hat, der sich durch
nichts erschrecken lässt.
Ich habe eine verdammt gute Nachricht für dich,
Mann.
Du hast den Job.
Ich verstehe nicht.
Weißt du, wo der Halteport Stadtwunderli ist?
Ja, eine Straße lang und dann immer dem
Matjesgeruch nach.
Frau Bollermann!
Ja, was darf es denn sein?
Vielleicht Kaffee mit Frico?
Das Essen am Kontinentalfrühstück?
Wird immer wieder gegengenommen.
Nein, einmal Kaugummi.
Ja, nee, ist klar.
Bitteschön.
Herbert!
Ja, Arze.
Tu mal eine Flasche.
Herbert, auf dich ist wenigstens Volllast.
Dafür brenne ich dir auch noch ein paar
Einsersprüche in deine Festplatte.
Nee, lass mal.
Ich bin noch mit ein paar Kumpels am
Weiher verabredet.
Tu anschreiben.
Grüße mir, die Enten.
Jackie, wie schön, dich zu sehen.
Hallo, Arze.
Ist Biene da?
Ich habe da ein Problem.
Ja, da helfe ich doch gern.
Biene, Jackie ist da.
Und wir beide beleuchten das Problem mal von
allen Seiten und finden eine zufriedenstellende Lösung.
Und?
Wie und?
Ja, komm, wo brennt's?
Hallo, Jackie.
Mensch, Biene, weißt du, was du auf Morats
Eröffnungsfeier anziehst?
Naja, ist ja eher so ein Schickimicki-Laden,
ne?
Da wäre was Edles vielleicht besser.
Ich habe aber nichts Edles im Schrank.
Oh, das klingt nach einem schwierigen Fall.
Aber ich hätte da vielleicht schon eine Idee.
Am besten, wir gehen gleich in die Stadt
und kaufen dir was Schönes.
Ach, das ist eine gute Idee.
Ja, aber ihr habt doch meine Idee noch
gar nicht gehört.
Sag mal, kann das sein, dass du dich
irgendwie langweilst, seitdem Murat weg ist?
Ich?
Langeweile?
Na, dann ist ja gut.
Tja, Schröder.
Entweder du unterhältst dich jetzt mit dir selbst,
oder du kümmerst dich mal um die örtlichen
Eigentumsverhältnisse.
Ey, wollt ihr einen Bolzenschneider holen?
Nee, da mach ich ja das Schloss kaputt.
Klau dir doch einen neuen, sonst kommst du
ja jetzt auch nicht mehr drauf an.
Das ist mein Fahrrad.
Ich hab den Schlüssel irgendwo da hinten verloren.
Eine gute Ausrede wohl auch, ne?
Sag mal, bist du Türke?
Jo, aber in Essen geboren.
Hast du einen festen Job?
Nee, leider zur Zeit nicht.
Überhaupt schon mal gearbeitet?
Ja, in der Autowaschanlage, als Fahrradkurier und Kinokarten
abgerissen.
Aber noch nie im Kiosk gejobbt?
Nee.
Das ist ja ein spitzen Lebenslauf.
Sag mal, ich hab eine gute Nachricht für
dich, Kleiner.
Du bist meine neue Aushilfe.
Wie heißt du eigentlich?
Öcalan.
Katze!
Ich hab die Küche gewischt.
Was soll ich jetzt machen?
Schon Zeitung eingeräumt?
Jo.
Großmarkt angerufen?
Jo.
Dann wisch die Küche noch mal.
Jo.
Katze, nur zur Information, man kann auch mal
Nein sagen.
Jo.
Moin, Katze.
Moin, Katze.
Harry, Viktor, seid ein bisschen spät dran.
Ja, wir sind mal beim Murat vorbeigelatscht.
Der hat jetzt sogar Computers in der Ecke
stehen.
Alles kalter Pudding.
Hier gibt's richtig Schmand auf der Nülle.
Öcalan!
Ja, Katze?
Was ist das denn?
Meine neue Aushilfe.
Sag mal, hallo.
Hallo.
Und, kann er was?
Jede Menge.
Stell dich mal auf den Kopf, Ötzi.
Ötzi, Kundschaft.
Guten Morgen.
Was darf's sein?
Wahnsinn, oder?
Er ist seit zwölf Jahren im Tourenverein.
Ja, merkt man.
Aber das Beste ist, der kann sogar Kaffee
kochen.
Ötzi, mach uns mal eine Kanne.
Boah.
Der tut alles, was du sagst.
Ja, und genau da könnte das Problem liegen.
Ist doch irgendwie ganz hip der Laden, oder?
Vielleicht noch ein bisschen kühlen.
Ja, aber mal was anderes.
Alter, was ein Kiosk braucht.
Ah, Kippen, Kippmacher.
Ah, und Teenäfte.
Ja, klar, dass du wieder an sowas denkst.
Schön, dass ihr da seid.
Bedient euch.
Und Atze und Bide kommen nicht?
Wir dachten, die sind schon hier.
Ist doch egal.
Bleibt für uns mehr als zum Saufen.
Genau.
Könnt ihr mal alles kurz zuhören, bitte.
Ich freue mich, dass ihr alle gekommen seid.
Ich möchte jetzt auch keine großen Reden schwingen.
Dafür bin ich ja auch zuständig.
Hallo, Murat.
Hallo.
Ich dachte, ihr kommt nicht mehr.
So ein großes Ereignis lassen wir uns doch
nicht entgehen.
Ich hab euch ja schon viel von ihm
erzählt.
Wenn ihr nicht erkannt habt, das ist Atze
Schröder, mein ehemaliger Chef.
Und ständiges Vorbild.
Schöner Laden, Murat.
Gefällt's dir?
Jo.
Hast du sauer hingekriegt.
Ich hab ja auch viel gelernt bei dir.
Du hast ja immer gut aufgepasst, wenn ich
was erzählen darf.
Und du hast ziemlich viel erzählt.
Nee, muss man sagen, hast du prima hingekriegt.
Bis auf die Zeitschriften.
Was damit?
Die sind schlecht positioniert.
Zeitschrift immer auf dem Weg zur Theke.
Ich mach's halt so.
Ja, falsch.
Nur weil ich's anders mache, regst du dich
auf.
Ja, weil ich's besser weiß.
Ach, Herr Schröder hat die Weisheit mit Löffeln
gefressen.
Ja.
Und der Herr Günayden könnte ruhig mal ein
Häppchen davon nehmen.
Der Herr Günayden hat aber keinen Hunger.
Weil du keinen Stil hast.
Das muss mir einer sagen, der mit so
einer Frisur rumrennt.
Ja, die ist wenigstens originell und nicht so
ein abgetretener Gebetsdeppich wie auf deiner Birne.
Sag mal, seid ihr jetzt fertig?
Ich noch nicht ganz.
Ich auch nicht.
Jetzt hört aber auf.
Hier weiß doch sowieso jeder Bescheid.
Worüber denn, Mäuschen?
Dass ihr eigentlich Freunde seid.
Murat hat einen total schönen Kiosk, oder?
Wieso sagst du nix?
Weil die Erde sich jetzt auch langsam mal
wieder um die Sonne drehen könnte.
Sag mal, bist du immer noch sauer?
Sauer?
Quatsch.
Ich bin enttäuscht.
Oder, sagen wir mal, besorgt.
Ich habe Murat doch das komplette Einmaleins eines
Unternehmers beigebracht.
Und was macht der Kerl?
Er hat eben seine eigenen Vorstellungen.
Ja, und genau da liegt das Problem.
Murat will immer mit dem Kopf durch die
Wand.
Immerhin ist es seine eigene Wand.
Ja, und wenn es eine tragende Wand ist?
Der Kerl plustert sich auf.
Dabei hat er noch nicht mal eine Tafel
Schokolade verkauft.
Du vermisst Murat, stimmt's?
Sag mal, hast du ein Gläschen zu viel
getrunken?
Warum soll ich den denn vermissen?
Du hattest doch immer total viel Spaß mit
ihm.
Nix Spaß.
Eine Heidenarbeit hatte ich mit dem.
Aber der Spaß geht jetzt zurück.
Und zwar mit meinem jungen Talent Ötzi.
Ötzerlein kann man doch überhaupt nicht mit Murat
vergleichen.
Stimmt.
Murat hatte nachts immer sein Handy ausgeschaltet.
Jo?
Ötzi, schwing dich von deinem Diva an.
Ich habe einen Spezialauftrag für dich.
Ja, Ötzi, ich sehe es dir an.
Der juckt dir den Finger.
Du willst den Schlauch unbedingt halten.
Das ist die richtige Einstellung.
So, jetzt zeigen wir Murat, wo der Zebra
die Schablone kauft.
Gehören die Tauben dem Murat?
Ja, eben nicht.
Deshalb können wir ihm die Schandtat doch auch
anhängen.
Warum?
Weil er einen riesen Streit gibt.
Weißt du, was das heißt?
Nichts als Ärger?
Einen riesen Spaß.
Und er wird sogar noch größer, wenn wir
ihm die toten Viecher in die Klimaanlage legen.
Dann steht es aber ganz schön doll bei
dem.
Ja, das ist es doch.
Komm, leg los.
Warte mal, warte mal.
Du willst das doch jetzt nicht wirklich, oder?
Nee, aber du, Ötzi, die Tauben sind auch
Lebewesen.
Das gibt doch bestimmt noch eine humanere Methode
als ertrinken.
Wie willst du mit vergiften oder wenigstens anbraten?
Alles, was du willst, Atze.
Dann machen wir es kurz und schmerzlos.
Hier, wackel sie ab.
Sag mal, spinnst du?
Kein...
Ötzi, ich weiß nicht, ob das wirklich so
eine gute Idee ist.
Du bist der Boss.
Ja, aber dir ist schon klar, dass die
Flammen auch aufs Haus übergreifen können.
Ist ja nicht mein Haus.
Ach nee, ist klar.
Ich habe eine bessere Idee.
Ich bin ganz ohr.
Und genau darauf haue ich mich jetzt.
Gute Nacht, Ötzi.
Morgen, Schröder.
Gut geschlafen?
Bombe, ich plätze.
Bestimmt nicht.
Die Tauben waren ganz schön laut.
Allmählich nerven die doch ein bisschen.
Ist doch schön, wenn man in deinem Art
und Art dazulernt.
Ja klar, deswegen verdoppel ich auch meinen Bestand.
Nur um dich zu ärgern.
Mach doch.
Hör mal, kann das sein, dass der Schröder
nicht gut drauf ist?
Nee.
Gestern war alles in Ordnung.
Und, Ötzi?
Läuft?
Wie immer, Harry.
Wird ein schöner Tag, ne?
Wenn du das sagst, Viktor...
Auf jeden Fall wird er lustig.
Da kommt Theo.
Oh, Theo, wie läuft es?
Beschissen.
So lange ich mit so Arschkram wie euch
in eurem Viertel wohne...
Hör mal, Viktor, ist er der Hammer?
Findet der scheinbar nicht.
Ötzi?
Was ist los?
Lach doch mal.
Worüber denn?
Über Theo.
Ach, das ist ja doch immer dasselbe.
Soll vielleicht Ötzi noch mal so einen Handstand
machen?
Soll ich den mal rufen?
Ja, mach mal.
Ich muss dem sowieso noch was sagen.
Ötzi?
Jo?
Was gibt's?
Hier, mach mal deinen Handstand.
Ötzi, stell dich mal wieder richtig hin.
Ja.
Und jetzt?
Jetzt steil ab.
Du bist echt ein prima Kerl, aber geh
nach Hause.
Mach eine vernünftige Ausbildung.
Angekommen?
Ja.
Noch was?
Ja.
Du musst jetzt mal ganz schnell lernen, Nein
zu sagen.
Ja.
Tschüss.
Jetzt kapier ich gar nichts mehr.
Dafür weiß ich jetzt, was zu tun ist.
Weißt du, was er meint?
Weil du weißt irgendwas aus.
Jetzt wohl, sagst du.
Atze, was machst du denn da?
Gleich schiffen wir aus Genecki.
Das wird doch geschlossen.
Ja, sehr, Atze.
Ich glaube, er meint es ernst.
Warum?
Ja, warum?
Ja genau, warum?
Weil es reicht.
Wie, weil es reicht?
Das war doch immer so lustig hier.
Ja, aber ich habe doch jeden Witz erzählt,
jeden Spruch erfunden.
Jeden Stein in Essen umgedreht.
Willst du dann auch aus Essen wegziehen?
Was?
Wer will hier wegziehen?
Ja, Atze.
Mal gucken.
Vielleicht machen wir auch eine Kanutour auf den
Amazonas.
Oder eröffnen eine Strandbar auf Tahiti.
Vielleicht verkaufen wir auch Stangeneis am Nordkap.
Das wollten wir doch immer schon mal machen,
Mäuschen.
Ja, schon, aber das kommt trotzdem ein bisschen
plötzlich.
Atze?
Du bist das Letzte.
Murat, ich freue mich auch, dich zu sehen.
Ach komm, jetzt hör auf mit der Laberei.
Könnt ihr es mal allein lassen?
Ja, ich brauche wieso erstmal einen Schnaps.
Ja, ich bin dabei.
Ja, ich sowieso.
Ich auch.
Was soll der Scheiß?
Das war nur ein Trick von dir, um
mich fertig zu machen.
Murat, diesmal ist das ernst gemeint.
Ja klar, du machst den Laden zu, oder
was?
Genau.
Wie?
Im Ernst?
Warum denn?
Murat, alles hat seine Zeit.
Und irgendwann kauft der Frosch sich eben Kampf.
Ey, jetzt guck nicht so.
Du hast das doch auch gemerkt.
Warum machst du denn selber einen Kiosk auf?
Hier, geht zum letzten Mal auf Kosten des
Hauses.
Und zum ersten Mal.
Du hast noch nie ein Bier ausgegeben.
Besser später als nie.
Ach ja.
Aus die alten Zeiten.
Gib ihm mal dein Messer.
Ich hab kein Messer.
Du bist mir vielleicht ein Türke.
Nee, ist klar.
Wo ist Murat eigentlich?
Der Grieche?
Er ist doch Türke, Mama.
Na ja, wahrscheinlich amüsiert er sich schon irgendwo
köstlich.
Und warum hat er dabei meine Klamotten an?
Murat, anderes Wort für träge.
Vier Buchstaben.
Atze?
Kollege bei fünf Millionen Arbeitslosen steppst du auf
ganz schön dünnen Eis.
Das ist der Laden von meinem Onkel.
Ist doch gut, dann bleibst du alles in
der Familie.
Ja, mein Auto, Murat.
Dann weißt du nicht, wie ernst es mir
ist.
Scheiße, Scheiße, Scheiße.
Ich möchte keine gebrochenen Arme haben.
Ruhig, Murat.
Ich bring dich hier schon raus.
Du hast uns doch hier reingeritten.
Vor allem bist du mit zwei Gipsarmen völlig
nutzlos für deinen Arbeitgeber.
Atze Schröder.
Als Allah das Arschloch erfunden hat, dann muss
er vergessen haben, dass es dich schon gibt.
Ich wusste es.
Gib mir sofort den Hörer.
Murat ist wirklich nicht da.
Der hängt ja nur noch bei seiner Freundin
ab.
Achso, ich habe ihm vom Kritterhorn gar nichts
erzählt.
Ja, das scheint mir aber auch so, Murat.
Ich bin verdammt, da ist nicht was drin.
Ja, und jetzt gehst du da raus.
Ich geh da raus.
Ja, und du machst den Gegner fertig.
Ich mach ihn fertig.
Und du packst ihn.
Und dann schlägst du einfach zu.
Ja, ich schlag einfach zu.
Ich kündige.
Alles.
Mein Job.
Meine Freundschaft.
Und zwar fristlos.
Diese Stadt ist zu klein für uns zwei,
Gringo.
Ja.
Scheiße, Scheiße, Scheiße.
Eine Menge zu fegen, ne?
Was?
Ey, ich hätte tot sein können.
Und wer soll dann fegen?
Ah!
Oh!
Murat!
Hast du eine Latte, Scheiß?
Was sagst du bitte?
Hör auf!
Wie aufhören?
Ich fang doch gerade erst mal an.
Nein!
Hilfe!
Ey, was würdest du wohl im echten Notfall
machen?
War das der Notfall?
Hallo?
Das Haus brennt!
Hm.
Ist doch eigentlich ganz gut gelaufen, ne?
Gut gelaufen?
Guck mal, wie ich aussehe.
Ihr Südländer seid die Hitzhacken eher gewohnt.
Ja, wir haben schon eine Menge erlebt, was?
Ja.
Ohne dich, Schisser, hätte ich überhaupt so viel
Spaß gehabt.
Ich glaube, das war jetzt ein Kompliment.
Ja, sicher.
So einen neunmal klugen Berufsbesserwisser wie dich finde
ich doch nie wieder.
Naja, so einen Riesenarschloch wie dich trifft man
auch nicht alle Tage.
War immer lustig.
Jo, das war's.
Und?
Dein neuer Kiosk, macht das Spaß?
Ja, es ist zwar eine Menge Verantwortung, aber
es geht ganz gut bisher.
Ja, ich hab's mir auch ein bisschen aufregender
vorgestellt.
Das ist dein neuer Kiosk.
So was.
Das Paradies.
Das ist immer da, wo man gerade nicht
ist.
Aber das Wichtigste im Leben ist, dass man
Visionen hat.
Aber ich hätte keine Ahnung, was ich sonst
machen sollte.
Murat, Visionen.
Alles ist möglich.
Immer und überall.
Wir könnten zum Beispiel in Kuala Lumpur ein
Edelbuch eröffnen und reiche Touristen abzocken.
Oder in Schottland Lachse züchten.
Oder wir kaufen uns eine Muschelfarm in Australien.
Alles ist möglich.
Oder wir bleiben in Essen.
Wie jetzt?
Ja.
Du hast einen Kiosk.
Ich hab einen Kiosk.
Wir könnten fusionieren.
Wir beide?
Du bist mir ein verrückter Türke, du.
Ja, sicher.
Der Trick wäre natürlich, dass wir beim Finanzamt
nur ein Kiosk angeben.
Ich weiß nicht, ob das eine gute Idee
ist.
Jetzt wird erst mal angestoßen.
Säckchen?
Säckchen.
Säckchen.
Was ist denn los?
Die guten alten Zeiten.
Sekt oder Schnaps?
Na beides.
Warum die jetzt mal sagen?
Die sind ja so ein T-Horse.
Jede wird Augen machen.
Die sollen alle herkommen.
Erstens.
Wir müssen es genauer wissen.
Dann wird es eine scheiße Idee.
Can't find what you're looking for?
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