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Hey, mach ich nicht auf Lichtorge.
Entscheide ich an oder aus.
Dann muss ich dir wohl erst auf die
Sprünge helfen.
Wo bin ich?
Auf deiner letzten Reise, hat sie.
Die wollte ich eigentlich ein bisschen später buchen.
Mann, Mann, Schröder.
Ich hab dich nach meinem Ebenbild erschaffen.
Aber nicht, damit du in ein blankes Kabel
greifst.
Ja.
Du machst es jetzt mal wieder ganz schön
einfach.
Einfach?
Ich muss mich um die ganze Welt kümmern.
Und dann sitzt du hier im Glitzeranzug rum.
Mann, der war doch schon bei Elvis außer
Mode.
Sicher?
Hey, Elvis!
Was erzählst du mir denn für eine Scheiße?
Danke, Alex.
Du könntest mir einen kleinen Gefallen tun.
Ist klar.
Ich sorge dafür, dass du Marilyn triffst.
Hm, darauf komme ich vielleicht etwas später zurück.
Erstmal würde ich gerne mein Besuchsrecht da unten
verlängern.
Auch noch Sonderrechte beanspruchen?
Hau bloß ab, Mensch!
Und was ist mit der Lampe?
Ich seh schon.
Wir verstehen uns.
Oh, mach keine Zähne!
Was ist denn los, Murat?
Siehst du doch, ich kann das alles wegschmeißen.
Das Zeug ist sowieso schlecht für die Zähne.
Und schlecht für das Geschäft.
Das kannst du ja nie mehr weiterverkaufen.
Ich werd's überleben.
Schön, dass du so entspannt bist.
Ich bin doch im Prinzip immer entspannt.
Obwohl, nicht so extrem entspannt wie in den
letzten Wochen.
Woran liegt das bloß?
Ist das die Luft?
Sind's die Sterne?
Hat mein Wohlfühlzentrum im Lotto gewonnen?
Massierst du mich heimlich, Murat?
Wahrscheinlich hast du tollen Sex.
Hab ich auch schon dran gedacht, aber den
hab ich ja immer.
Dann liegt's am schönen Wetter.
Hey, gestern hat's geregnet und ich hab Petrus
ins Gesicht gelacht.
Es muss was anderes sein.
Hallo, Atze.
Ich bin wieder zurück.
Hallo, Murat.
Ach, war das herrlich in Bad Kissingen.
Die Luft, die Wälder, die Wanderwege.
Ich weiß gar nicht, wo ich zuerst anfangen
soll.
Ist Sabine da?
Ich muss ihr alles sofort erzählen.
Sabine!
Hey, Meister.
Ich bin hier Taxifahrung, kein Kofferträger.
Und außerdem krieg ich noch 30 Euro.
Bruder!
Da steht ein Taxi, genau vor meiner Haustür.
Jetzt weiß ich, warum, Murat.
Hildegard war in Kur.
Ich hab lange hin und her überlegt.
Hab diverse Möglichkeiten gegeneinander abgefrogen.
Bin alle Argumente sorgfältig durchgegangen.
Aber es steht fest, es gibt nur eine
Lösung für mein Problem.
Hildegard muss weg.
Wie weg?
Ja, weg!
Weg aus meinem Haus, weg aus meiner Straße.
Am besten weg aus meiner Stadt.
Willst du sie umbringen, oder was?
Interessanter Vorschlag.
Komm vielleicht mal später drauf zurück.
Äh, wer bin ich aber nicht so richtig
begeistert von.
Da kann ich jetzt keine Rücksicht drauf nehmen.
Hildegard nervt.
Fast hätte ich gar nicht gemerkt, wie diese
Frau sich in mein Leben geschlichen hat.
Und vor allem, ihr Gift verbreitet wie eine
argentinische Langnasennatter.
Die Frau ist wie Treibstand.
Erst merkst du nix, und wenn's zu spät
ist, kommst du nicht mehr raus aus dem
Loch.
Wahnsinn.
Aber jetzt ist Schluss.
Kein sinnloses Gequatsche mehr beim Frühstück.
Keine langen Fernsehabende mehr mit Heimatfilmen.
Keine labbrigen Schlüpfer mehr auf der Wäscheleine.
Hast du denn irgendeinen Plan, wie du sie
loswerden kannst?
Also ich meine, ohne strafrechtlich in Erscheinung zu
treten?
Viktor, ich hab viele Pläne.
Er hat keinen einzigen.
Ja gut, vielleicht hab ich noch keinen Plan,
du Schlaumeier.
Aber vielleicht ist auch gerade das meine Chance.
Was ist denn das für eine Chance?
Das macht mich unberechenbar.
Erst recht, wenn die Sonne scheint.
Da muss man sich aber auch einkremen.
Oder in Schatten gehen.
Aber regnen muss es auch manchmal.
Atze, setz dich doch.
Ich erzähle gerade von meiner Pur.
Na, jetzt klappt mal wieder so richtig durchgelüftet.
Ich bin topfit.
Ach Kinder, die schöne Zeit ist wie im
Flugvergangen.
Und dabei bist du mit dem Zug gefahren.
Im Bus wäre es mir auch zu stickig.
Na, was hast du eigentlich den ganzen Tag
so gemacht?
Ach, alles Mögliche.
Wir haben oft Kanaster gespielt.
Abends gab es herrliche Konzerte.
Und ich bin viel spazieren gegangen, über traumhafte
Promenaden.
Hast du denn auch Fotos gemacht?
Leider nicht.
Aber Ferdinand will mir welche schicken.
Oh, Ferdinand?
Ist das auch ein Kurgast?
Ferdinand war mein Tischnachbar.
Ein sehr galanter und gebildeter Mann.
Und dazu noch so unterhaltsam.
Das klingt ja nach einem richtig feschen Typen.
Da ist er sicher noch mehr gelaufen, würde
ich sagen.
Nein.
Ferdinand ist ein Gentleman.
Mit allerfeinsten Manieren.
Also, was du immer gleich denkst.
Man konnte so herrlich mit ihm lachen.
Und lachen ist ja auch wichtig in einer
Kur.
Immer dieser Ferdinand.
Kommt der denn eigentlich auch aus Essen?
Nein, er wohnt in Düsseldorf.
Düsseldorf?
Mensch, was bin ich froh, dass Hildegard wieder
da ist.
Vier Wochen sind ja auch eine ganz schön
lange Zeit.
Und ich habe jede Minute davon gezählt, Mäuschen.
Ich freue mich jedenfalls total, dass Mutti zurück
ist.
Wie alle Biene.
Nur bei Hildegard bin ich mir nicht so
sicher.
Wie kommst du denn darauf?
Wegen Ferdinand.
So viel, wie die von dem erzählt.
Nur weil du alles über ihn wissen wolltest.
Ja, klar.
Aber das kann auch sein, dass sie sich
so ein bisschen in ihn verguckt hat.
Das hat sie doch überhaupt nicht gesagt.
Na, na, na.
Ist da jemand ein bisschen eifersüchtig?
Quatsch.
Mutti will doch nichts von dem.
Und sie ist auch nicht mehr die Jüngste.
Das stimmt.
Aber dürfen wir deshalb absprechen, im Alltag glücklich
zu sein?
Jetzt hör aber auf.
Vier Wochen Kur sind doch viel zu kurz,
um einen Menschen kennenzulernen.
Und deshalb wollte ich Ferdinand auch einladen.
Atze, er ist nur eine nette Kurbekanntschaft.
Sonst nichts.
Aber nicht, wenn das Publikum Zugabe ruft.
Moin, Atze.
Hey, Viktor.
Was darf's sein?
Zeitung, Käsewürstchen, Käffchen?
Guck dir den an, der ist ja gut
drauf.
Atze, warum?
Ich hab den Masterplan.
Nie mehr lange und Hildegard ist Geschichte.
Ich hätte doch eigentlich eher drauf kommen können.
Womit löst man alle Probleme dieser Welt?
Mit der Faust.
Nee, Harry.
Mit Liebe.
Die Liebe ist der Schlüssel zum Glück.
Das Pulver im Fass, das Chili in der
Schote, das Zapfen an der Tanne.
Mit Liebe geht alles.
Ja, ohne Idee.
Ja, und filigraner als die von Harry.
Was ist sie?
Gerade auf dem Weg in den Kiosk.
Was ist das denn für ein Vogel?
Das ist Ferdinand.
66 Jahre jung, ledig, gut situiert, großes Haus
in Düsseldorf.
Der perfekte Mann für Hildegard.
Mit dem ist Hildegard zusammen?
Noch nicht, aber ich arbeite dran.
Ferdinand!
Wie schön, Sie zu sehen.
Ich freue mich auch sehr.
Guten Tag.
Sie müssen Herr Atze sein.
Ganz genau.
Und das sind meine Kumpels, Herr Victor und
Herr Harry.
Angenehm.
Und uns erst mal.
Hier ist er.
Tja, Ihr Geschäft ist ja ein ganz erzückendes
Kleinod.
Ach, getreu dem Motto, außen hui, innen hui.
Köstlich.
Ihre Frau Schwiegermama hat nicht übertrieben.
Sie haben einen goldigen Humor.
Sie hat aber auch einiges von Ihnen erzählt.
Ich glaube ja, die Hilde ist ganz vernaht
in Sie.
Tatsächlich?
Atze?
Willst du lieber Tee oder Kaffee zum ...
Ferdinand!
Was machen Sie denn hier?
Ja, Herr Schwiegermama, Sohn hat mich doch angerufen.
Aber ...
Warum, Atze?
Hildegard, ich hab's ja nicht so mit Briefe
geschrieben.
Wegen der Fotos aus Bad Kissingen, die Sie
haben wollten.
Boah, schon zischt die Luft aus dem Ballon.
Da ist die Überraschung dahinten.
Hildegard, ich wollte sie dir zum Geburtstag schenken.
Das ist aber wirklich eine Überraschung.
Und dafür kommen Sie extra aus Düsseldorf?
Ferdinand, würden Sie uns einen Moment entschuldigen?
Aber gern.
Hildegard, sowas kannst du noch nicht fragen.
Warum denn nicht?
Weil du ihn verlegen machst.
Merkst du nix?
Der steht auf dich.
Wirklich?
Davon habe ich aber in Bad Kissingen nichts
gemerkt.
Ja, so sind die Herren alter Schule.
Was mache ich denn jetzt?
Auf keinen Fall so unhöflich sein und ihn
wieder nach Hause schicken.
Nein, nein, natürlich nicht.
Ferdinand?
Ja?
Dürfte ich Sie zu einem Tessin-Café einladen?
Aber sehr gerne.
Bei der Gelegenheit könnten Sie auch gleich meine
Tochter kennenlernen.
Oh, das ist aber sehr schön.
Ich bestelle uns schon mal einen Tisch für
heute Abend.
Liebe geht ja bekanntlich durch den Magen.
Möchten Sie es gleich vorschenkeln?
Jetzt passt mal auf, ich zum Ober.
Danke, ich bin mit meinen Beinen ganz zufrieden.
Der Ferdi, der holt es da raus.
Ich darf doch Ferdi sagen.
Ja, selbstverständlich.
Und war doch nur ein kleines, albernes Witz.
Für mich der König unter den Schenkelklopfern.
Jetzt mal nicht so bescheiden.
Wer so viel Spaß in den Backen hat,
das kann kein schlechter Mensch sein, Biene.
Naja, es gibt auch noch andere Eigenschaften, die
wichtig sind.
Na, Cola hat er bestimmt auch, wenn du
das meinst.
Eigentlich heize ich mein Haus mit Erdgas.
Ja, mein guter, richtiger Ferdi-Brüller.
Sag mal, Biene, möchtest du was?
Ja, du willst Mutti diesen Ferdinand aufschwatzen.
Ich glaub, der ist gar nicht mehr nötig.
Guck dir mal die glücklichen Augen an.
Könnte auch in zwei Gläsern Wein liegen, hm?
Ferdi, was hab ich gehört?
Du wohnst da so schön in Düsseldorf.
Wir können uns das nächstes Mal auch gerne
bei mir treffen.
Also, ich bin dabei.
Ich bin mir ganz sicher auch.
Naja, gucken wir mal.
Ah, der Salat.
Erdbeer-Balsamico-Vinaigrette mit kantierten Walnusscroutons.
Hm, gewagte Kombination, oder was meinst du?
Für mich kann es ja gar nicht gewagt
genug sein.
Wie meinst du denn das?
So wie ich sage, man muss da immer
offen sein für Experimente.
Das sehe ich genauso.
Kinas, ich geh jetzt erst mal Rotwein verklappen.
Ich bin gleich wieder am Start.
Meine Damen, auf den schönen Abend.
Auf den wunderschönen.
So, wenn die Damen mich jetzt auch nochmal
entschuldigen, ja?
Ja.
Ah, hey, na?
Schönen Druck auf den Füller?
Kann man so sagen.
Und du?
100 Bar, hier wächst gleich neuer Rebstock.
Schönes Teil.
Der Gürtel?
Ja, der auch.
Danke, dass du ferneinander eingeladen hast.
Ich trau's mich ja selbst gar nicht zu
sagen, aber ich glaube, er ist wirklich der
Richtige für mich.
Herzl, und, was ist gelaufen?
Nicht viel.
Guck mal, grad ist er aus dem Bett.
Nee, wegen gestern Abend.
Ach, das meinst du?
Ja, das ist im Prinzip super gelaufen.
Hildegard glüht jetzt schon wie ne kubanische Kuiba.
Ja, klingt doch super.
Und er?
Richtig scharf auf sie?
Nee, auf mich.
Das ist ein Ernst.
Der Typ ist so schwul wie der Lieblingsdaddy
von Elton John.
Ist das hier sauber hingekriegt, Herzl?
Der spannt seiner Schwiegermutter den Kerl aus.
Ja, ist so lustig auch hier eigentlich.
Ja, stimmt.
Im Masterplan kannst du knicken, Herzl.
Ja, so weit war ich auch schon, Viktor.
Und war das jetzt vor?
Ja, was wohl?
Hildegard kann den Typen wieder ausreden, bevor sie
merkt, dass er die Briefmarke von der anderen
Seite lenkt.
Das wird auch nicht leicht, Herzl.
Zum Glück hab ich ja Biene mit im
Boot.
Die war von Anfang an gegen Ferdi.
Tut mir leid, ich bin ein bisschen spät
dran.
Dann kriegst du deinen Anschluss auch ein bisschen
später.
Was ist denn los?
Arztes neuer Schwiegervater ist schwul.
Arzte, hast du das mitgekriegt?
Ja, ja, unser Ferdi.
Man kann so wunderbar mit ihm lachen.
Tja, Hildegard, und genau da liegt das Problem.
Im Alter ist ja wohl etwas mehr Ernsthaftigkeit
angesagt.
Ernst kann man immer noch sein, wenn man
tot ist.
Und Lachen ist ja auch gesund.
Wer lacht, ist glücklich.
Und deshalb gehe ich morgen auch wieder mit
Ferdinand essen.
Wie sagt man so schön?
Liebe geht durch den Magen.
Hildegard, im Moment von Liebe zu springen, ist
doch wohl ein bisschen verfrüht, oder?
Stimmt.
Wir haben uns ja noch nicht mal geküsst.
Und wenn du uns fragst, solltest du den
Speck auch erstmal richtig hochhängen.
Oder, Biene?
Biene, sag doch mal was.
Na, was soll ich denn dazu sagen?
Zum Beispiel, dass sie Ferdi kaum kennt.
Atze, wir dürfen uns da nicht einmischen, solange
Mutti glücklich ist.
Was ziehst du denn morgen an?
Am besten, wir gehen gleich in die Stadt.
Gute Idee.
Ich mach mich mal schnell frisch.
Sag mal, kann es sein, dass da jemand
vielleicht ein bisschen eifersüchtig ist auf Ferdinand?
Süße, der ist doch nur eine nette Kurbekanntschaft.
Na, vielleicht zieht Mutti sogar irgendwann zu ihm.
Ja, und genau davor graut's mir.
Keine eiternen Gespräche mehr, keine munteren Heimatmelodien, nie
mehr dieses poetische Bild ihrer Venen unterwäschen.
Also, jetzt übertreibst du aber.
Ich mach mir halt Sorgen um deine Mutti.
Du bist so süß.
Aber du brauchst dich nicht zu schämen, weil
du Mutti und Ferdinand zusammenbringst.
Ja, niemals.
Ist klar.
Na, hat sie schon nervös vom ersten Date?
Du, du musst aufpassen.
Wahnsinnig aufpassen.
Ich kann den aber auch verstehen.
Du, hast aber auch einen knackigen Arsch.
Klar, der muss ja vorne auch einiges halten.
Ist schon lustig, dass ein Kerl auf dich
steht, oder?
Ich komm aus dem Lachen gar nicht mehr
raus.
Aber damit ist jetzt Schluss.
Hallo.
Mensch, es ist eine Hitze.
Aber hier drüben ist ja noch heißer als
draußen.
Jetzt spüre ich die Wärme auch.
Du, ich wollte mich noch für den reizenden
Abend bedanken.
Ja, klar.
Ich geb's dir Hildegard.
Nein, nein, Arze, die ist für dich.
Ey, wie kommst du dazu, mir so einen
Unkraut zu schenken?
Ich bin ein Kerl, Ferdi.
Oh ja, und was für einer.
Moit, geht's noch?
Ich komm schon klar.
Ja, ich auch, solange du draußen bist.
Verstehe, ihr wollt allein sein.
Ab!
Ferdi, wir haben ein Problem.
Du bist schwul.
Ja, das ist mir bekannt.
Das ist dir sicher auch bekannt, dass Hildegard
eine Frau ist.
Wie kommst du überhaupt dazu, ihr schöne Augen
zu machen?
Hab ich doch gar nicht.
Jetzt kommen wir doch nicht mit tuntigen Feinheiten.
Fakt ist, die steht auf dich.
Wie hab ich das denn geschafft?
Du gar nicht.
Ich war das.
Ach so.
Ja, dann?
Dann ist das ja eigentlich deine Schuld, Arze.
Ich hab doch gesagt, kommen wir nicht mit
Feinheiten.
Was machen wir denn jetzt?
Gottchen, am besten Hildegard die Wahrheit sagen.
Für einen Coming-out mit 66 ist es
ja wohl ein bisschen spät.
Ich habe meine Neigung noch nie verheimlichen müssen.
Ich habe auch nie behauptet, dass ich hetero
bin.
Ist klar.
Aber mit den Weibern Kanasta spielen, auf der
Promenade galante Handküsse verteilen, mitdenken, Ferdi, mitdenken.
Ja, aber was ist denn so schlimm daran,
wenn ich ihr die Wahrheit sage?
Ja, das kann ich dir ganz genau sagen.
Dann ist sie unglücklich.
Und wenn Hildegard unglücklich ist, ist Biene unglücklich.
Und wenn Biene unglücklich ist, dann bist du
es auch, Arze.
So ist es.
Und dann werde ich zum Tier.
Ja, das glaube ich.
Dann halte ich mich von deiner Frau Schwiegermutter
einfach fern.
Und schon ist sie wieder unglücklich.
Arze, wir haben ein Problem.
Ein Riesenproblem, mehr als ein Mann stemmen kann.
Aber ich sage dir was, Ferdi, da ist
die geballte heterosexuelle Intelligenz gefragt.
So Männer, die Aufgabenstellung ist klar.
Hildegard ist bis über beide Ohren verliebt in
Ferdi.
Und wir müssen ihm einen schönen Abgang verschaffen,
ohne großes Geschrei.
Das ist nicht einfach.
Dann klebst du Schwuchtel auch unsere Kalinen an.
Gute Einbahnpläte.
Also komm, Ideen auf den Tisch.
Wenn es schnell geht, macht nichts, ihr Blitzbienen.
Ich könnte Ferdinand festnehmen.
Wie, festnehmen?
Bloß, weil ich schwul bin?
Nee, weil du ein Heiratsschwindler bist.
Das können wir nicht machen, das fällt auf
mich zurück.
Ich habe Ferdi doch hier vorgestellt.
Wir sagen, er wäre ein entflohener Sträfling.
Da müssen wir noch ein Stückchen drauflegen.
Mann, dann schick ihn doch einfach in die
Wüste.
Das ist es.
Wie jetzt, Schröder?
Ferdi hat ein Hilfsprojekt in Afrika.
Oh ja, herrlich, Afrika.
Das glaubt die Hilde nie.
Klar, wir müssen nur dick genug auftragen, dann
wird es uns ja hinschmelzen.
Ich sehe das schon vor mir.
Also wie in Jenseits von Afrika.
Ich habe eine Farm.
Super, so will ich Sie hören.
Wir sind innerlich zerrissen, weil ich liebe Hildegard
von Herzen.
Aber die Sehnsucht nach meiner Kaffeeplantage lässt mir
keine Ruhe.
Du kannst Hildegard doch nicht für einen Sack
Kaffeebohnen verlassen.
Ich leite außerdem auch noch ein Krankenhaus, was
wir für die vielen armen Kinder aufgebaut haben.
Schon besser.
Wie viele Betten, wenn Hildegard mal fragt?
Ja, so 100.
Aber ich nehme unbegrenzt auf, weil ich helfen
will, wo ich helfen kann.
Genial, die Hilde steht auf rührselige Geschichten.
Und dann ist da natürlich auch noch dieser
fesche Buschpilot, der abends mit seiner Heimat Cessna...
Ferdi, den Buschpilot, den lässt bei Hildegard lieber
weg.
Atze, eins kapiere ich nicht.
Wenn er nach Afrika geht, dann ist Hilde
doch erst recht unglücklich.
Ja, sicher ist sie unglücklich.
Aber Atze ist nicht schuld dran.
Das könnte gut gehen.
Ja, okay Männer, alles klar.
Ich organisiere ein Abendessen, wir haben uns alle
lieb.
Und Ferdi erzählt schön von Afrika.
Super, Problem gelöst.
Da gibt es noch eine Schwierigkeit.
Ich kann ganz schlecht lügen.
Okay, dann muss der Chef wohl mal wieder
selber die Gurken aus dem Schmarrn fischen.
Arme Mutti, ausgerechnet jetzt muss Ferdinand nach Afrika.
Wenn wir an die vielen armen Kinder denken,
da wird unser Herz doch schon wieder leicht.
Ja schon, aber in dem Krankenhaus gibt es
sicher genug Ärzte, die sich um die Kinder
kümmern.
Aber die können sich eben nur um 100
kümmern.
Und Ferdinand?
Der nimmt unbegrenzt auf, weil er hilft, wo
er nur kann.
Und wer hilft Mutti?
Ja, wir beiden Süße.
Hildegard, du musst die ganze Sache jetzt auch
mal positiv sehen.
Der Mann, den ich liebe, fährt nach Afrika,
vielleicht für immer.
Was soll denn daran positiv sein?
Ja, dass du so einen tollen Menschen überhaupt
kennengelernt hast.
Stimmt, Herr Ferdinand ist wirklich was ganz Besonderes.
Er ist mehr, er ist ein Held.
Natürlich, aber...
Kein Aber, Hildegard.
Er ist eine Lichtgestalt, auf den die Menschheit
stolz sein kann.
Dafür muss man schon mal auf sein privates
Glück verzichten.
Du hast recht, Atte.
Auch ein bisschen traurig bin ich trotzdem.
Und damit hebst du dich auf Wohltu und
ab vom kalten Rest der Welt.
Hildegard, euch beiden bleibt doch immer noch Bad
Kissing.
Naja.
Und vielleicht auch noch ein bisschen mehr.
Ja, wie jetzt?
Naja, wenn ich Ferdinand schon in Afrika verliere,
dann will ich ihn wenigstens einmal ganz für
mich.
Hildegard, soll das heißen, du willst mit Ferdinand
kissen?
Warum nicht?
In meinem Alter hat man nicht mehr so
viele Chancen.
Da muss man die Gelegenheit auch mal beim
Schopf packen.
Aber die Ehre.
Bin ich zu früh?
Nee, genau im richtigen Moment.
Mitkommen.
Gibt es ein Problem?
Nee, alles Bestens.
Hildegard hat die Afrika-Story komplett geschluckt.
Mann, du, läuft das super.
Bis auf eine kleine Programmänderung.
Was denn?
Du musst mal kurz mit Hildegard in die
Kiste.
Das ist nicht dein Ernst?
Mir?
Atze, du weißt, dass ich in dieser Hinsicht
etwas anders gestrickt bin.
Baby, das ist jetzt keine Frage von sexuellen
Neigungen.
Atze, du kannst doch nicht einen Schwulen auf
deine Schwiegermutter ansetzen.
Murat, wie lange arbeitest du schon hier?
Schon klar, du kannst.
Darf ich vielleicht auch mal was sagen?
Ich habe noch nie mit einer Frau geschlafen.
Warum nicht?
Das ist doch super.
Der Unterschied zwischen Mann und Frau ist eigentlich
gar nicht so groß.
Im Zweifel ist er bei einer Frau sogar
noch ein bisschen weicher.
Gut, ich bin raus.
Da wäre ich keine Hilfe gewesen.
Eigentlich ist alles ganz einfach.
Du brauchst mit Hildegard ...
Bitte, Atze, jetzt ist aber auch langsam mal
gut.
Wir stehen so kurz vor der Ziellinie, da
müssen wir einfach auch mal praktisch denken.
Du gehst mit Hildegard in die Kiste, anschließend
wird sie so enttäuscht von dir, dass sie
dich gar nicht mehr vermisst.
So, und wie mache ich das, dass sie
enttäuscht von mir ist?
Zum Beispiel lässt du schon mal das Vorspiel
weg.
Den Kacklassier auch mal weg.
Im Gegensatz zu den Socken, die lässt du
natürlich an.
Und dann geht es ans Eingemachte.
30 Sekunden, wenn es hochkommt.
Atze, das halte ich nicht mal drei Sekunden
aus.
Frau Katzen wird dir bestimmt von seiner rosa
Wolke tausend Küsse rüberschicken.
Denk doch dabei einfach an Filme.
Neuneinhalb Wochen.
Hier, da ist er wieder, unser Ferdi.
Aus den Boxen, Joe Cockers Reibreisenstimme, ich bin
nackt bis auf den Hut auf dem Kopf
und eine Erdbeere im Bauchnabel.
Bart, du hast Obst auf dem Bauch?
Ja, natürlich, ich bin doch Kim Basinger.
Nichts, Kim Basinger, du bist Mickey Rook, der
...
Mensch, Atze, ich kann das nicht.
Das hat doch überhaupt keinen Sinn.
Was ist los mit dir?
Ach, ich hatte einen Traum von einem Leben
in Glück und Frieden.
Ist das denn wirklich zu viel verlangt?
Nein, natürlich nicht.
Ich wollte doch nur, dass Biene glücklich ist.
Nee, ich wollte eigentlich, dass ich glücklich bin.
Atze ...
Ich weiß, du kannst es einfach nicht.
Doch.
Ich tue es für dich.
Nee, Ferdi, bist du dir sicher?
Ganz sicher.
Und wenn Hildegard dann ganz enttäuscht von mir
ist, dann schlage ich mich einfach durch die
Hintertür raus.
Das Wäldchen Hintertür lassen wir heute einfach mal
weg.
Jungs, Ferdinand schon in Afrika?
Nee, noch bei Hildegard.
Was ist denn da los?
Das kann ich mir wohl vorstellen.
Ich auch, aber ich will es nicht.
Ich verstehe nicht, der ist doch schwul.
Deshalb habe ich ihn auch den Tipp gegeben,
sich beim sechsten Mann vorzustellen.
Und wir wissen alle, wer er ist.
Ich sauf.
Ich sauf.
Jetzt ist aber auch langsam mal gut.
Wir sind kurz vor der Ziellinie.
Hey, mach hier nicht auf Licht ...
Lichtorgel.
Ja, unschlechtes Geschäft.
Das kannst du doch eigentlich jetzt weg ...
Hey, mach hier nicht auf Lichtorgel.
Lichtorgel.
Keine munteren Heimatmelodien mehr.
Nie mehr dieses poetische ...
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