All language subtitles for Alles.Atze.S04E08[de]

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Original subtitles

Morgen, Schatz.

Morgen.

Glaubst du, es regnet heute?

Die Wahrscheinlichkeit liegt bei 43%.

Gibt es nicht noch genauer?

Das kannst du haben, Mäuschen.

Im Süden vermehrt Wolkenbildung, die dann im Laufe

des Tages vom Föhn nach Osten vertrieben werden.

Im Norden mäßiger Wind, im Westen vereinzelte Niederschläge.

In Sachsen Schauer und zeitweise Gewitter.

Örtlich ist sogar mit Schneefall zu rechnen.

Dann kommt auch noch eine gewaltige Nebelwand auf

uns zu.

Der Gerratensauwetter.

Atze, ich will nur wissen, brauche ich heute

einen Regenschirm oder nicht?

Für dich scheint den ganzen Tag die Sonne.

Was soll ich denn in deinem blöden Keller?

Gucken, Lernen und Staunen.

Du siehst hier ein logistisches Wunder.

Perfekte Lagerhaltung auf engstem Raum.

Das wird so perfekt.

Noch nicht, aber in 3 Stunden, wenn du

hier aufgeräumt hast.

Mann, Mann, Mann.

Hier sieht es aus wie ein Wettbewerbsstadion nach

einer 0-5-Klatsche.

Sag mal, soll der Krempel hier in den

Müll?

Müll?

Das ist meine Ahnengalerie.

Ein Meilenstein deutscher Geschichte.

Da siehst du, wie groß wir Schröder schon

immer waren.

Ich kann mich an keinen großen Schröder erinnern.

Hier, etwas mehr Respekt vor meiner Dynastie.

Wir haben schon in allen Epochen Unglaubliches geleistet.

Als tapfere Seefahrer, geniale Erfinder.

Von strammen Nazis.

Ach, da ist mein Opa.

Der zeigt den Nachbarn gerade, wie hoch seine

Tomaten stehen.

So hoch nämlich.

Sicher, im 3.

Reich haben alle nur Tomaten gezüchtet.

Klar war das damals hier eine braune Kloake.

Aber mein Opa war sauber.

Der stand nämlich links.

Guck mal hier, auf dem Foto.

Da ist er nur halb drauf.

So weit links stand er.

Wenn man auf dem Foto links steht, ist

man doch rechts.

Oh, oh, oh.

Da hat es aber einer auf meinen Opa

abgesehen.

Dabei war er ein echter Held.

Guck doch mal hier, die Frisur.

Mein Opa war der Einzige im Reich, der

nicht mit so einer Altölmurmel rumrammte.

Gleich erzählst du mir noch, er war Widerstandskämpfer.

Ja, sicher.

Und ich erzähl dir sogar, wie es dazu

kam.

Ich sag mal, Sommer 1941.

Es ist so gegen 8 Uhr morgens.

Hatze, wollen wir nicht lieber aufräumen?

Klappe, Murat.

Gleich kommt mein Opa.

Heil Hitler!

Früher hieß er guten Morgen, du Klappspahn.

Ich hab dir immer gesagt, du musst dich

anpassen, um dich anzuecken.

Und du musst dich waschen, um nicht aufzufliegen.

Ach, Schmierfink.

Tu doch mal einen Bohnenkaffee.

Hoffentlich ist der gut.

Was ist los?

Kommt hoher Besuch?

Kriegst du heute offiziell den Reichsweichkeksorden verliehen?

Quatsch nicht.

Ich erwarte eine Dame.

Die Schwester vom Gauleiter.

Amalie von Pürstenberg-Zenne.

Ja, was bist du schäbig?

Kaum sind die Männer an der Front schon,

gräbst du dir einen Kalinen an.

Einer muss sich doch um die armen Dinger

kümmern.

Hitler.

Hector, Harald.

Na, alles groß im Schoß?

Herbert, Führer kommt morgen.

Klingt eher nass im Schritt.

Führer kommt morgen.

Hat der einen Sprung im Grammophon?

Nee, der hat einen Auftrag von der Wache.

Die wollen eine Fahne aufhängen für den Führer.

Wieso ist die denn hier?

Weil Trudi noch waschen und bügeln muss.

Ich mach heute gar nichts mehr.

So ist es richtig.

Lass dir nichts gefallen von diesem Scheitel-Heini.

Was, für den Führer?

Dann muss ich ja doch noch ran.

Ah, ist ja nur eine Fahne.

Und die auch noch vom falschen Verein.

Morgen früh muss sie fertig sein.

Das ist viel zu knapp.

Ja, dann ist das Teil halt erst übermorgen

fertig.

Wie jetzt?

Da ist der Führer doch schon wieder weg.

Dann haben wir auch endlich einen Grund, so

aufzuhängen.

Das war der ganze Widerstand?

Eine blöde Fahne später bügeln?

Morat, eine Fahne hatte damals noch echte Bedeutung.

Wir hatten mehr Fahnen als Feinde.

Da musste jeder 100 Stück gehabt haben.

Ja sicher.

Wer hat denn im Krieg die meiste Pötte

geschäffelt?

Die Fahnenindustrie.

Sag mal, kann das sein, dass du meine

Geschichte nicht ganz ernst nimmst?

Kann es sein, dass sie nicht in die

Pötte kommt?

Morat, ich muss doch erst mal die Figuren

einführen.

Und wenn du die alle kennst, dann ...

Dann passiert endlich was?

Falsch.

Dann führe ich noch eine Figur ein.

Ach so, es reicht.

Und die bringt dann alle in akute Lebensgefahr.

Im Idealfall gibt es sogar Tote.

Soll ich jetzt weiter erzählen?

Ein paar Minuten kannst du ja noch.

Also, wo war ich?

Ah ja, Sommer 1941.

Circa 5 Minuten später.

Also geht das vielleicht ein bisschen schneller?

Du willst mehr Action?

Kannst du haben.

Pass auf.

Sie da!

Einer von den Zigeunerpack ist uns vom Lufthansa

gesprungen.

Sind sie hinter ihm her.

Wegen Gefährdung des Straßenverkehrs?

Schnauze!

Haben sie ihn gesehen?

Ja sicher.

Er ist da lang gelaufen.

Auf!

Danke.

Mann, das war echt knapp.

Stimmt, fast hätte ich neue Kundschaft gewonnen.

Ich heiße Marut.

Albert Schröder.

Stimmt das?

Du bist wirklich Zigeuner?

Ja.

Was ist das jetzt?

Dass ich erstmal die Kasse zumache.

Scheiße, was mache ich denn jetzt?

Ich würde in Deckung gehen.

Kommt die SS zurück?

Nee, aber der Boden muss dringend gefegt werden.

Albert, ich habe Kaffee verschüttet, mitten auf die

Fahne.

Und das bei den Kaffeepreisen.

Die verhaften mich.

Die denken doch, ich habe was gegen den

Führer.

Wieso das denn?

Jetzt ist die Fahne doch richtig wertvoll.

Wir sagen einfach, der Schäfer und von Goebbels

hat drauf geschissen.

Wer ist das denn?

Deine neue Bügelhilfe.

Was bin ich?

Dankbar, dass du noch am Leben bist.

Wer wär's?

Hector, Harald.

Na, alles blond an der Front?

Guck dir den an doch.

Der ist gut drauf.

Und der hat den Weltkrieg.

Ja, ich habe das große losgezogen.

Vor euch steht ein Kriegsgewinner.

Nee, Albert.

Hast du einen Sack Frühkartoffeln abgestaubt, oder was?

Besser.

Zwei Säcke?

Nichts Kartoffeln.

Ich habe was viel Besseres.

Wollt ihr mal sehen?

Du kannst fragen.

Er ist hier, Albert.

Ja, komm.

Ihr dürft mal gucken.

Aber nicht anpacken.

Hast du auch schon lange die Kommode.

Ja, und was ist da vor?

Ich sehe nur einen Arsch.

Harald, ich dole keine Beleidigung von Minderheiten.

Bist du bekloppt?

Da ist doch ein Zigeuner.

Meine Kollegen suchen ihn schon überall.

Ja, klar.

Gute Putzkräfte werden immer gesucht.

Wieso lässt er den Flüchtling für dich putzen?

Weil mir deutsche Reinigungskräfte zu teuer sind.

Riskant, Albert.

Wieso?

Ich bezahle den noch nicht schwarz.

Er bezahlt mich überhaupt nicht.

Klar nicht.

Es gibt ja auch keinen Arbeitsvertrag.

Dafür immer eine saubere Bude.

Für Flüchtlinge verstecken, kommt's im Bau.

Aber nur, wenn man erwischt wird.

Kacke.

Oder die Nerven verliert.

Na, was gibt's Neues von der Kalinenfront?

Wird schon scharf geschossen?

Erst Munition besorgen, dann ist Amalia fällig.

Blöde, du bist schon wie der Führer.

Klein, größenwahnsinnig und schlecht frisiert.

Aber ich zeige dir trotzdem was.

Und lass den armen Mann noch mal gucken.

Albert!

Ah!

Und?

Was siehst du?

Das ist ein Zigeuner.

Jetzt ist Albert fällig.

Nichts Zigeuner, das ist Manfred, ein Russlanddeutscher.

Ist nicht fällig.

Der ist aber ein bisschen dunkel.

Ja, der musste auch ständig im Freien pennen,

weil er vor Flucht war vor den Russen.

Die haben ihm wohl übel genommen, dass er

vier von ihnen verkloppt hat.

Hast du dem dreckigen Kommunisten gezeigt, wo der

Hammer hängt, was?

Das ist ein richtiger Held, Schröder.

Warum putzt er hier?

Damit er schön auf dem Boden bleibt.

Weiter so.

Das Reich braucht Kerle wie dich.

Dann ist mir um den Sieg nicht bange.

Mir schon, solange so viel von deiner Rasse

rumlaufen.

Heidler!

So einen echten Volksdeutschen kannst du auch jeden

Scheiß erzählen.

Kein Wunder, dass Adolf dich wahrgewonnen hat.

Wieso hast du das denn überhaupt gemacht?

Damit er offiziell anerkannt wird.

Als Deutscher, als Held und als meine Putze.

Du kannst mich mal.

Jetzt muss ich nur noch an seinem Verhalten

gegenüber Vorgesetzten arbeiten.

Tja, Murat.

So ist es halt bei guten Geschichten.

Erst sind alle glücklich.

Der Zigeuner, weil er gerettet ist.

Und mein Opa, weil die Arbeit zu zweit

besser läuft.

Aber dann ziehen dunkle Wolken auf.

Gerd, du stehst mir im Licht!

Knauze!

Wollen Sie uns verscheißern?

Ja, wie es ist.

Was darf es denn sein?

Käffchen, Zeitung, gefälschte Pässe.

Falls wir den Krieg doch noch verlieren.

Ein Zeuge hat behauptet, der Zigeuner ist in

Ihren Laden geflüchtet.

Was sagen Sie nun?

Tja, ich habe leider keinen Zigeuner.

Aber ich lege Ihnen gerne einen zurück, wenn

einer reinkommt.

Er will uns wirklich verscheißern.

Das haben schon ganz andere versucht.

Ja, und wer so alles?

Ja, also letzte Woche zum Beispiel.

Knauze!

Die ganze Bude auf links umkrempeln und kommt

mir ja nicht ohne die Rate zurück.

Sie haben doch nichts gegen die kleine Hausdurchsuchung,

oder?

Klar nicht.

Aber immer schön die Füße abtreten, Jungs.

Jetzt geht Ihnen aber ganz schön die Düse,

was?

Ja, nie.

Knauze!

Bäume durchsucht.

Leider keine Spur von der Ratte.

So ein Glück, dann kann ich mir ja

den Kammerjäger sparen.

Sparen Sie sich lieber Ihr Geschwätz.

Wir kriegen den Kerl.

Und wenn wir jedes Haus abfackeln, alle Straßen

sperren und die ganze Stadt platt machen müssen.

Ist da nicht der Feind für zuständig?

Knauze!

Abrücken!

Genau, Männer.

Immer geradeaus.

Und vor dem Ural stramm rechts.

Kirschröder.

Das war knapp.

Wo ist denn jetzt eigentlich mein Zigeuner?

Und, Mäuschen, was ist denn versteckt?

Ich glaube es ja wohl.

Da riskiere ich Kopf und Kragen und du

hast nichts Besseres zu tun als zu baden.

Wir sind ja immer ein sehr reinliches Volk.

Und ich kann alles noch mal waschen.

Was ist mit mir?

Gut, dass du fragst.

Du darfst gleich alles bügeln.

Mann, Mann, Mann, war das ein Arsch.

Ja.

Da rettet mein Opa Marut das Leben.

Und der denkt nur an sich.

Ich meine deinen Opa.

Der hat den Jungen auch total ausgenutzt.

Das war damals eine andere Zeit.

Sei froh, dass du da noch nie gelebt

hast.

Albert!

Das Hakenkreuz ist weg.

Wie weg?

Ich wollte den Kaffeefleck mit konzentriertem Ochsenfett auflösen.

Ich wusste nicht, wie toll das Mittel ist.

Dann mal doch einfach ein neues Hakenkreuz.

Wollte ich ja.

Aber dann habe ich einen Haken falsch gemalt.

Und dann habe ich das draus gemacht.

Das Haus von Nikolaus.

Großartig, Trudel!

Wirklich?

Meinst du, dem Führer gefällt das?

Ja, sag doch einfach, das wäre der Führerbunker.

Und drinnen wartet Eva Braun auf ihn.

Albert.

Und, Albert?

Was hast du für ein Problem?

Ich keins.

Aber wir.

Das Fliegeralarm?

Schlimmer.

Die SS war hier.

Die suchen den Zigeuner.

SS?

Das ist die Abkürzung für Schutzstaffel.

Nee, Albert.

Wieso sagst du unser Problem?

Ist ja dein Zigeuner.

Hat er recht.

Ja, sicher.

Aber als guter Freund bin ich verpflichtet, euch

zu warnen.

Wieso warnen?

Tja, ich sage es nur ungern.

Aber ihr wisst von meinem Zigeuner.

Das heißt, ihr steckt mit drin.

Hat er recht.

Kacke.

Und jetzt?

Könnt ihr froh sein, mich zu kennen.

Ich hole euch da schon raus.

Sauber, Albert.

Und was wolltest du jetzt machen?

Ja, den Zigeuner besser verstecken.

Warum setzt du den Zigeuner nicht einfach am

Bahnhof ab?

Kann er mit dem Zug nach Hause fahren?

Harald, Zigeuner, die haben kein Zuhause.

Ah ja, klar.

Dann behalte ich Marut eben.

Hauptsache, die Kundschaft hält ihn für einen Deutschen.

Bringt nix, ist doch überall SS.

Stimmt.

Und die erkennen den Zigeuner sofort.

Nicht, wenn er so aussieht wie du.

Schnittig, blond, aarisch.

Der sieht aber nicht so aus.

Der benimmt sich auch nicht so.

Tja, dann wisst ihr, dass eine Menge Arbeit

auf uns zukommt.

Das war jetzt nicht...

Das sieht irgendwie beknackt aus.

Ja, herrlich.

Das passt in das Bild vom hässlichen Deutschen.

Und jetzt üben wir doch mal deinen Stammbau.

Nein, Herr Albert, dann lasse ich mich lieber

von der SS foltern.

Marut, hier geht's um Leben und Tod.

Die Liste ist dein Leben.

Also, was willst du?

Dass du mich endlich in Ruhe lässt.

Wie heißt deine drittälteste Großtante mütterlicherseits?

Olga.

Nein, Elisabeth.

Gertrud.

Wo kommt die her?

Aus...

Das war irgend so ein kleiner Ort.

Ke Uelingen-Birkendorf.

Warum kommt die nicht aus so einer Stadt

wie Hamburg?

Das kann ich mir wenigstens merken.

Weil ihr Mann ernst aus nem Nachbarort Riedern

am Wald kommt.

Als Großstädterin hättste den noch nie kennengelernt.

Klingt logisch.

Deine Halbkusine, Eva.

Woher kommt die?

Kleiner Tipp.

Sie ist die Tochter der zweiten Frau des

jüngsten Bruders deines Vaters.

Mann, ich hab's vergessen!

Albert, das kannst du doch auch vergessen.

Der kann sich doch nix merken.

Er hat recht, das bringt alles nix.

Jedenfalls nicht ohne Probelauf.

Moment, da draußen ist die SS.

Die suchen mich.

Nicht dich.

Ein Zigeuner.

Du bist Deutscher.

Ich hab ein scheiß Gefühl.

Ja, das hätt ich aber auch.

Bei der Despesso.

Kacke.

Heiner, der Kettenhund vom Gauleiter, du.

Harte Knochen.

Ich geh wieder rein.

Marud, ein echter Deutscher knallt nie.

Klassäres Leder aus hartem Trumpfstahl springt hin.

Hein Hitler!

Ja, der Heiner.

Was darf's denn sein?

Die neue Heime im Reich schon da?

Kommt morgen.

Willst du den ausbauen?

Im Osten.

Sobald wir da unter uns sind.

Wer ist denn das?

Mein neuer Angestellter, Manfred.

Hein Hitler!

Wo kommst'n her?

Aus, wie heißt das noch?

Lenz an Mellingstedt.

Und meine Großtante heißt Elisabeth.

Nein, Gertrud.

Und sie kommt aus Ölingen-Dingsda.

Hat der zu viel Bohnen-Eintopf-Intus?

Nein, ich ernähre mich gesund.

Ich lebe von Schnitzeln und Sauerkraut.

Und literweise Bier.

Natürlich nach dem deutschen Reinheitsgebot gebraut.

Los, Manfred.

Ex.

Jawohl.

Der ist richtig.

Heil Hitler.

Na, bitte.

Ist doch großartig gelaufen.

Albert!

Albert!

Der Führer kommt.

Das weiß ich doch.

In deinen Laden.

Sonst trinkt die nie um die Zeit.

Ich hab nicht getrunken.

Er kommt wirklich.

Mann, Mann.

Bin ja schon ne große Nummer.

Aber, dass der Adolf zu mir will, dann

hätte ich nicht gedacht.

Brauchst du auch nicht.

Er will zum Russlanddeutschen.

Na, wenigstens ist der Laden sauber gefegt.

Albert, wenn der Führer den Zigeuner sieht, sind

wir alle dran.

Ich muss hier weg.

Besser wär das.

Ja, sag mal.

Seht ihr noch richtig?

Ich sehe keinen Zigeuner.

Der Führer wird begeistert sein von unserem Germanen.

Wieder einer.

Der ist doch dumm wie Brot.

Aber der Führer, der ist, ich mein...

Auch nicht ganz auf der Höhe.

Wer sich mit der halben Welt anlegt.

Mir wird ganz schlecht.

Ja, super.

Dann siehst du ja nicht so dunkel aus.

Das stehe ich nie durch.

Das kann ich mir.

Verdammt noch mal.

Wieso weiß der Führer überhaupt von unserem Russlanddeutschen?

Ja, die Antwort ist klein, feige und kann

in Ersche kriechen.

Na, Schröder, hab ich's drauf.

Ja, sicher, Plattmann.

Der Führer unter meinem Dach.

Ich will mich ja nicht loben, aber ich

bin doch eine Riesen-Nummer.

Dafür darfst du dem Führer bestimmt die Stiefel

lecken.

Brauchst dich nicht bedanken, hab ich nicht mehr

nötig.

Was ist denn mit denen?

Warum gucken die so?

Und warum ist der blond?

Ja, man muss aber tun, wenn der Führer

kommt.

Das sind doch keine echten Haare.

Klar nicht.

Ist ja auch kein echter Deutscher.

Ach, kein Deutscher.

Was sind?

Österreicher?

Keine Angst, ist er nicht.

Nur ein Zigeuner.

Zigeuner?

Schröder, der Führer kommt.

Und der freut sich, wie Bollen waschechten Zigeuner

die anzuschütteln.

Das hast du ja sauber hingekriegt, Plattmann.

Mein Führer!

Mein Führer!

Achtung, der Führer!

Mein Führer!

Weg mit dem Zwerg!

Hören Sie die hier!

Machen Sie Platz, Mann!

Der Führer wünscht, den tapferen Russlanddeutschen zu sehen.

Hitlermeister.

Manfred, komm!

Nicht so schüchtern!

Blond.

Jawohl.

Tapfer deutsches Vorbild für alle.

Herrlicher Herrenmensch, warum nicht an der Front?

Weil, weil...

Weil die sich ständig verschiebt.

Wie soll er die denn finden?

Guter Punkt.

Sieg Heil!

Ist klar.

Da ist doch der Zigeuner.

Moment.

Sie glauben doch nicht, dass unser Führer einen

Zigeuner umarmt.

Herr Obersturmbannführer, trauen Sie das unserem geliebten Führer

zu?

Nee, natürlich nicht!

Und Taschaführer Erhard, reißen Sie sich an der

Riemen!

Ich bin mir ganz sicher, der Bursche hat

doch eine Perücke auf.

Ja, du machst doch alles nur noch schlimmer.

Oder nicht?

Das sehe ich aber genauso.

Nehmen Sie Haltung, Andern!

Herr Obersturmbann, ich war der Partei immer treu

ergeben.

Diese Führer sind nicht mehr da.

Die Fahne!

Darauf habe ich den Eid geschworen.

Was ist denn das?

Sieht so aus wie das Haus von Nikolaus.

Müsste man da nicht eingreifen?

Aber ganz sicher!

Schützen!

Abführen!

Ja, aber ich kann doch nichts dafür!

Die Fahne!

In Ehrensabotage!

Ich bin unschuldig!

Schröder, sagen Sie mal!

Da wärst du heute mal besser im Bett

geblieben.

So, den Marlene Dietrichheim kannst du jetzt wieder

abnehmen.

Das ist zu riskant.

Wieso?

Der Führer hat dich als Deutschen erkannt.

Und was der sagt, ist Gesetz.

Ja, klar!

Und der Zigeuner hat später sogar noch einen

deutschen Pass gekriegt.

Und deswegen hat Marco den Krieg überlebt.

Ja, sicher.

Und mein Opa wurde ein echter Volksheld.

Ist klar.

Ein Haken in der ganzen Geschichte.

Ich glaube dir kein Wort.

Ich merke schon, du lässt dich auch nicht

mehr so leicht focken.

Morat, dir ist was runtergefahren.

Was denn?

Das Foto von meinem Opa Albert und Adolf.

Das würde ja dann heißen, dass ...

...

unter einer guten Frisur meistens auch ein guter

Mensch steckt.

Das ist ja der Hammer!

Ja, ne?

Willst du schon weg?

Klar, wir sind doch fertig mit dem Keller.

Ja, aber noch nicht mit der Erfolgsstory meiner

Familie.

Arze, mir reicht's für heute.

Ja, ich hab noch gar nicht von meinem

Vater erzählt.

Wusstest du eigentlich, dass die Beatles ursprünglich zu

fünft waren?

Arze, ich bin dann weg.

Ja, dein Pech.

Da hast du aber echt was verpasst.

Guck mal hier.

Auf diesem Foto.

Der ist ja nur halb drauf.

So weit links steht der.

Arze, wenn man links steht, dann steht man

auf dem Foto doch rechts.

Oh, oh, oh.

Was ist los?

Ich kann mich an keinen deutschen Schröder erinnern.

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