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Und wie war ich?
Was liest du denn da?
Seine Muskeln waren wie Eisen.
Seine Nüstern beten wie die eines edlen Hünstes.
Seine Augen waren Quellen von strahlendem Licht.
Das heißt, Strombinde der Liebe.
Ach, er ist einfach fantastisch, dieser Ramon.
Das heißt Roman, Baby.
Nein, Ramon ist der Neffe des Grafen.
Ende.
Ach, das war schön.
Mensch, Atze, ich hätte Lust, auch mal so
einen Roman zu schreiben.
Na ja, von einer Frau, die total Glück
hat im Leben.
In der Liebe und so, die voll die
Erfüllung findet.
Titel, mein Leben mit Atze Schröder.
So, Moritz, jetzt halte ich die Hüfte fest.
Etwa daran?
Genau.
2800 edle Einheiten des besten Schreibwerkzeugs das zurzeit
in Litauen auf dem Markt ist.
Und ich dachte schon, die kaputten Puppen aus
Polen waren der Höhepunkt.
Moritz, das müssen die Eltern doch erst mal
checken, dass sie ihren Kindern damit Verständnis für
Behinderte beibringen können.
Mensch, Moritz, was hab ich dir denn gesagt?
Die Brause-Ufos immer neben die Science-Fiction
-Hefte, wegen dem Cross-Marketing.
Cross-was?
Ja, nicht mit dem Moped durch den Wald
gucken.
Cross-Marketing heißt, zielübergreifende Produkte werden nebeneinander
platziert.
Wer Science-Fiction liest, frisst Brause-Ufos.
Wer Brause-Ufos frisst, wird dick.
Und wer dick wird, der braucht, ne?
Bewegung.
Blödsinn.
Alkohol.
Wegen den Depressionen.
Und wer Alkohol trinkt, braucht Aspirin.
Verstanden.
Später stelle ich dann die kaputten polnischen Puppen
neben die Arzt-Romane.
Bravo.
Anscheinend sind meine Anstrengungen doch nicht völlig für
die Wurst.
Schröder?
Ja.
Moment.
Moritz, euer Familien-Overhaupt.
Hallo, Mama.
Hier hast du neue Cyber-Macs und die
Invasion der außerirdischen Zombies.
Ja, klar.
Und noch ein bisschen abgefahrenen, spacigen Knabberspaß dazu.
Damit ich fett werde und Depressionen kriege, ich
bin doch nicht bescheuert.
Aber ich seh mir nicht gleich mit dem
Schnaps einsteigen sollen.
So, Moritz, einräumen.
Ähm, hattest du schlechte Nachrichten?
Wieso, was ist los?
Hat Mama dir aus Versehen Büttelchen mit Schweineleberwurst
gemacht?
Mein Onkel Erdogan ist für eine Woche weg
und ich soll in der Zeit die Dönerbude
machen.
Ach ja?
Ich kann mich aber gar nicht daran erinnern,
dass du einen Urlaubsantrag eingereicht hast, Morat.
Ich hab's, ähm, ich hab meiner Mutter schon
gesagt.
Ach ja?
Du hast seiner Mutter schon zugesagt?
Wenn ich mich recht erinnere, bin ich hier
der Arschtrittgeber und du bist der Arschtrittnehmer.
Wann du welche Bude wechselst, bestimm immer noch
ich.
Lass mich doch mal ausreden.
Ich hab meiner Mutter schon gesagt, dass du
ohne mich nicht klarkommst.
Wie bitte?
Ich komm nicht klar?
Ohne wen?
Na ja, wir haben doch eine Menge Stress
zurzeit, oder?
Ja, aber doch wohl nur mit deiner Ausbildung.
Was denn für eine Ausbildung?
Ja, was glaubst du, wo du das Selbstbewusstsein
her hast, so eine blöde Frage zu stellen?
Na ja, ist vielleicht gar nicht schlecht, wenn
ich mal eine Woche nicht ständig über dich
stolpern muss.
Wenn du meinst, Atze.
Ja, sicher.
Denk aber an die Vorsteuereinmeldung.
Ja, ja, ja.
Und die Bestellung für Eiscreme.
Und spätestens nächsten Mittwoch muss der Verlag die
Zeit abholen.
Ja, nee, ist klar, Murat.
Du musst den Haifisch nicht ans Fressen erinnern,
ja?
Okay, Atze, dann.
Ja komm, hau ab.
Brauchst dich nicht bedanken, gibt eh kein Geld
für die Woche.
Morgen.
Steuerbeträge, wie vom letzten Abnehmer eines innergemeinschaftlichen Dreiecks.
Also nach Paragraph 5...
Biene?
Ja, Atze, was ist denn?
Sag mal eine Zahl zwischen 1 und 500.
349.
Danke.
3, 4, 9.
Und, hab ich jetzt was gewonnen?
Ja, sicher, Süße.
Einen lieben Kuss.
Nicht so wild, Atze.
Biene, sollen wir uns nicht noch mal einschließen
und nachgucken, ob an uns beiden noch alles
dran ist?
Das wäre ganz süß, Atze.
Aber im Moment ist es schlecht.
Ich bin gerade so gut drin.
Das würde ich auch gern von mir sagen.
Ich schreibe noch eben das Kapitel zu Ende,
ja?
Ja, nee, ist klar.
Und dann lese ich es dir vor.
Am besten liest du es erst, wenn du
soweit fertig bist, Süße.
Meinst du?
Das dauert dann aber noch ein bisschen.
Na, Atze?
Ja, der Harry.
Alles klar?
Tee, Skinkaffee?
Muss zum Training.
Gib mal Kaumis.
Ist die neue Eisenbahn glücklich schon da?
Ja, müsste jeden Moment kommen.
Wie geht es Jacqueline?
Sag mal, bist du bekloppt?
Mach hin, lass die Beinpresse wieder besetzt.
Ja, es gab eine Zeit, Harry, da hatten
die Menschen Muße füreinander.
Und Nachbarnpflichten, das Gespräch.
Und...
Stimmt so.
Und wussten, dass Beinpressen keine Antworten geben.
Ich weiß nicht, ob die Nachbarn auch ihre
Fragen hatten.
Biene?
Ja, Atze?
Biene?
Ich hätte da einen echten Knaller aus unserer
Erotikabteilung für dich.
Ach, Atze, entschuldige.
Aber ich habe aus Versehen ein neues Kapitel
angefangen.
Affenscheiße.
Was hast du gesagt?
Ich sagte, ich gehe mal kurz zu Morat
rüber.
Pass mal so lange auf die Bude auf,
ja?
In Ordnung.
Mann, Mann, Mann.
Immer, wenn ich hier reinkomme, denke ich, ich
habe meine Badekappe vergessen.
Hi, Atze.
Na, Morat, hast du mich ganz schön vermisst,
was?
Ich schiebe dir eine verdammt ruhige Kugel hier.
Ja, geht so.
Und bei dir?
Auch alles ruhig?
Ruhig?
Oh ja, ungefähr so ruhig wie bei der
Maueröffnung.
Echt?
Aber hallo, ich sage nur, Fülle aus Litauen.
Konsumflächenbrand.
Absoluter Goldraut.
Ich muss nur noch 5 Minuten raus.
Das ist mir zusammengebrochen.
Ja, nee, ist klar.
Willst du einen Tee?
Lass mal.
Die Beutelkanone hat er sich ja schon wie
ein Belagerer.
Was ist das denn hier?
Das?
Das ist ein Dönermesser.
Das gibt es aber auch schon elektrisch.
Meine Fresse, soll das etwa eine Kasse sein?
Wieso steckst du deine Kohle nicht sofort in
den Strumpf?
Hast du denn gar nichts gelernt bei mir?
Nennst du das etwa Produktpräsentation?
Atze, ich glaube, deine Methoden passen dir nicht
so.
Morat, die Regeln für den internationalen Weltmarkt sind
überall gleich.
Beispiel Zigaretten.
Hast du nicht?
Da bricht dir doch gleich ein ganzes Marktsegment
weg.
Zigaretten gibt es doch überall.
Ja eben, hallo?
Ich in deinem Alter hätte über Nacht eine
Konsumachterbahn gemacht aus dieser Furzvorbereitungsbude hier.
Ist klar, Atze.
Na ja, ich muss mich jetzt den Kräften
des freien Wettbewerbs überlassen.
In meinem Geschäft warte eine Menge Kaufkraft auf
ihre fachmännische Abschöpfung.
Weißt du, Atze, wir sind ganz zufrieden hier
so.
Ja, nee, ist klar, Morat.
Was?
Zufriedenheit ist das Todesurteil für jeden Unternehmer.
Mach's gut.
Genug.
Atze, Chefin.
Ah, Messer.
Atze!
Victor!
Und?
Bestens!
Ohne Morat?
Super!
Mit Personal, das weißt du doch, hast du
nix als Ärger.
Und sonst, was gibt's Neues?
Ach nicht.
Hannes Stepputat.
Nein.
Doch.
Alkohol?
Anabolika.
Hör auf.
Seine Alte hat ihn nach einem Bodybuilding geschickt.
Weil er so scheiße aussieht?
Oder wegen der sturmfreien Bude.
Wat ne arme Sau.
Da sagste wat, Atze.
Die haben doch alle einen kleinen Pimmel, die
Pumper.
Wie war dat mit den Pumpern, Bläte?
Ey, Atze, ist die neue Eisenbach-Lüdig immer
noch nicht da?
Ja, aber sicher, Harry.
Und ein Fitmacher.
Und ein Päckchen Zigaretten.
Kippen nicht.
Wie, hast du etwa aufgehört?
Quatsch.
Schon bei Murat gekauft.
Bei wem?
Bei deinem Murat.
Ja, nee, ist klar.
Du kaufst deine Kippen jetzt bei Murat.
Ja und?
Der ist gar nicht so blöd, wie ich
gedacht hab.
Der hat mir sogar einen Tee angeboten.
Umsonst?
Ja, sicher.
Jungs, passt mir mal für 10 Minuten auf
den Laden auf, ja?
Und dass der Bläte seine Griffel von der
Magazine lässt.
Ciao.
Na, Fotos?
Ciao.
Hey, Atze.
Murat.
Ja?
Alles klar bei dir?
Sicher, alles bestens.
Eine Frage nur.
Ja?
Sag mal, für wie blöd hältst du mich
eigentlich?
Hast du ernsthaft gedacht, du kommst mit der
Sache durch?
Was für eine Sache?
Diese Sache.
Diese Sache?
Ja, so was lässt sich nicht geheimaten.
So was kommt raus.
Die Welt ist klein und ich hab überall
meine Leute.
Ich hab keine Ahnung, wovon du redest, Atze.
Unser Unschuldslamm hat keine Ahnung.
Unschlechtes Gewissen kennst du wohl gar nicht, wa?
Dann weshalb sollte ich?
Wie kommst du dazu, Harry Zigaretten zu verkaufen?
Naja, er wollte welche haben.
Och, und wenn die kleinen Schulkinder hier reinkommen
und mal ein bisschen Heroin kriegen, sind das
auch, wa?
Hey, jetzt mach mal halblang.
Ich hab nur ein paar Zigaretten verkauft.
Klar, nur ein paar Zigaretten.
Aber an meine Kunden.
Meine, verstehst du?
Du hast meinen Kunden gar nichts zu verkaufen.
Es sei denn in meinem Laden.
Such dir deine eigenen Kunden, klar?
Gibt doch genug Türken hier im Film.
Atze, was ist denn jetzt kaputt?
Fängst du schon an wie Plato oder was?
Och, was haben wir denn hier?
Eine Teekanne.
Eine neue Teekanne.
Da will's aber einer wissen, wa?
Also gut, Atze.
Wenn du Angst vor Konkurrenz hast, dann pack
ich die Kippen weg und die Teekanne schenk
ich dir.
Ich Angst vor Konkurrenz?
Ha, ha, ha.
Ich lach um jede Zerrung.
Ha, ha, ha.
Kannst dich an den Kiosk erinnern, der jetzt
in der Reinigung ist?
Der Typ wollte auch mit mir konkurrieren.
Hat ihn das Leben gekostet.
Der ist vom Bus gelaufen, Atze.
Dann kannst mal sehen, wozu ihn seine Verzweiflung
getrieben hat.
Harry, halt mal die Leiter fest.
Sag mal, Harry.
Was denn?
Du hast einen ziemlich kleinen Pimmel, oder?
Der Harry, halt die Leiter fest!
Was suchst du denn überhaupt da oben?
Ja, das hier.
Ich erweitere mein Sortiment.
Wieso, vertickst du jetzt Tafeln?
He, he, he.
Döner!
Ha, ha, ha.
Mit Fladenbrot und allem Zipp und Zapp.
Das ist ein Hammer, wa?
Ich nehm einen.
Brauch ich auch.
Mit viel Soße.
Äh.
Biene!
Sekunde.
Ich glaub, was ist los?
Was muss denn?
Hallo, Schatz.
Hoffe, Badehose.
Biene, du kennst doch diese türkische Spelunke deiner
Adlerstraße.
Kannst du mal schnell rüberspringen und uns ein
paar Döner holen?
Döner?
Wieso lassen wir das nicht einfach in die
Pizza kommen, Atze?
Ja, die sind doch nicht für uns, Süße.
Da kippt ein ganz neuer Segment in meine
Angebotsstruktur.
Echt?
Ja.
Ich seh das schon genau vor mir.
Das könnte eine Kette werden.
Vielleicht sogar ein Imperium.
Das gibt mir irrsinns Nachfrage.
Die Leute rennen mir jetzt schon die Bude
ein.
Ey, Atze, vergiss das mal mit den Dönern.
Wir nehmen uns ein paar Erdnüsse.
Mach gut, wo?
Tschüss.
Das schmeckt ganz ausgezeichnet, Herr Schröder.
Ja, Frau Schäfer.
Wie heißt denn so schön?
Das Auge ist mit.
Wurde auch Zeit für ein anständiges deutsches Essen
bei all dem ausländischen Fraß hier an der
Nachbarschaft.
Ja, nee, ist klar, Frau Schäfer.
10 Stunden im Dönergeschäft und zack, Marktführer.
Murat.
Mach's kurz.
Was?
Ja, deine Kapitulationserklärung.
Sag einfach Entschuldigung, lieber Atze, und fertig ist
die Laube.
Warum soll ich mich denn entschuldigen?
Ja, weil du erkannt hast, dass dein Schüppchen
nicht groß genug ist, um mir das Wasser
abzugraben.
Wen meinst du denn das?
Murat, vor dir steht der Bill Gates der
Teichtaschen.
Über 100 Döner an einem Tag.
Echt?
Ja, ja, ja.
Du hast es echt drauf, Atze.
Murat, ich hab's drauf, ich hab's drin und
ich hab's drunter.
Hi, Murat, schön, dass du kommst.
Hat Atze schon erzählt?
Die Leute waren total begeistert von deinen Dönern.
Stimmt's, Atze?
Wieso seinen Dönern?
Klar, der Dönerladen in der Adlerstraße hatte doch
zu.
Da bin ich natürlich zu ihm gegangen.
Ich hol dir noch ein Glas, Murat.
Das wird dir noch leid tun, dich mit
mir auf ein Gefecht eingelassen zu haben.
Gefecht?
Hört sich an, als hätten wir Handelskrieg.
Ach, du willst Krieg?
Den kannst du haben.
Ja, wenn du damit anfängst.
Murat, bei Krieg kommt es nicht darauf an,
wer anfängt, sondern wer gewinnt.
Döner.
Atze.
Victor.
Und?
Muss.
Hör mal, hast du Zahnstocher?
Klar.
Ich hab alles.
Murat hat keine.
Ach, Döner gehabt?
Jo.
Und?
Lecker.
Schön saftig.
Danke.
Mensch, Atze, bei Murat war vielleicht was los.
Wie schön, Biene.
Da trifft sich echt Hinz und Kunz.
Kannst du mir mal einen vernünftigen Grund sagen,
wieso plötzlich alle bei Murat einkaufen?
Der hat doch nix im Sortiment, was ich
nicht auch hab.
Nee, stimmt eigentlich.
Der hat Zeitung, du hast Zeitung.
Der hat Döner, du hast Döner.
Aber ehrlich gesagt, Atze, sein Döner ist einfach
leckerer, irgendwie würziger.
Ja, aber wieso denn?
Ich hab mein Fleisch direkt bei Kukuschinski gekauft.
Ich hab Fladenbrot mit Rosinen drin und ich
hab einen Schweißbrenner mit Edelstahldüse.
Murat sind saftiger.
Sag mal, Atze, warum willst du unbedingt Döner
verkaufen?
Er verkauft sie ja nicht.
Er verschenkt sie ja.
Ja, warum?
Weil sie zum Verkaufen nicht saftig genug sind.
Tschüss.
Jetzt reicht's.
Hallo?
Ja, die Nummer vom Gesundheitsamt, bitte.
Ja, ich warte.
Jetzt schießen wir dem Frosch Enkel die Klocke
vom Sack.
Sag mal, Schröder, du musst doch mal kleiner
sein.
So wie du die Döner sehr verschärfeln tust.
Blöde, halt dich da raus.
Ich versteh was vom Geschäft und du hast
Ahnung von Essen auf Rädern.
Atze, Schröder.
Oh, hoher Besuch.
Hallo, Murat.
Schön, dass du kommst.
Ich hab grad ein neues Kapitel fertig.
Na, setz dich und mach's dir bequem.
Ich les es euch vor.
Jetzt nicht.
Was ist denn los?
Bei mir drüben ist ein Typ vom Gesundheitsamt.
Der stellt die ganze Bude auf den Kopf.
Der will den Laden zumachen, wenn er irgendwas
findet.
Angeblich ist jemandem schlecht geworden von meinem Döner.
Tja, da muss man sich wohl überlegen, warum
man so was demnächst kauft.
Und weißt du, warum der da ist?
Weil mich einer angeschissen hat, anonym.
Was sagst du dazu?
Mensch, Bläte.
Diesmal bist du aber wirklich zu weit gegangen.
Ich?
Ich war das nicht.
Wieso ich?
Ja, wer sonst käme auf so eine miese,
niederträchtige Nummer?
Du!
Ich?
Atze?
Dann gib's doch zu.
Stell dich hin und mach's auf unschuldig.
Nur damit du's weißt.
Wir sind geschiedene Leute.
Mensch, Atze.
Den Murat hat's ganz schön mitgenommen.
Tja, Biene, fürs Geschäftsleben muss man Nerven wie
Drahtseile haben.
Keine Schmiersenke.
Meinst du, die machen ihm den Laden zu?
Ja, wenn er wirklich Mist gebaut hat.
Du musst ihm helfen.
Ihr seid doch Freunde.
Komm, Atze.
Du weißt doch, wie man mit den Leuten
von der Behörde redet.
Bitte.
Der arme Murat.
Ja, nee.
Ist klar.
Komm, dann wollen wir mal nicht so sein
und dem kleinen Scheißer unter die Ärmel greifen.
Du bist super, Atze.
Manchmal glaub ich, Murat weiß gar nicht, was
er zu alles für ihn tut.
Tja.
Wovon diesen anonymen Anrufer nun schlecht geworden sein
soll, das weiß ich auch nicht.
Von ihrem Essen ganz bestimmt nicht.
Jedenfalls nicht nach meinen Erkenntnissen.
Ich hab Ihnen ja gleich gesagt, dass bei
uns alles hundertprozentig in Ordnung ist.
Naja, hundertprozentig aber auch wieder nicht, ne?
Die Absperrkette war nicht vorgehängt.
Da besteht Verletzungsgefahr, falls sich jemand unbefugt hinter
Ihrem Tresen aufhält.
Ja.
Das war's dann?
Sieht ganz so aus, ja.
Wenn Sie es nochmal durchlesen würden und dann
dort unterschreiben, wo das Kreuz ist.
Ja, hallo.
Was gibt das denn hier, wenn's mal fertig
ist?
Atze!
Ich hab gesagt, wir sind fertig miteinander.
Keine Panik, Murat.
Ich helf dir, ich regel das für dich.
Bist du der von der Würstchen-Stasi?
Was wollen Sie von mir?
Was ich will.
Was will der hier?
Und was willst du hier, du Botschafter des
schlechten Geschmacks?
Mach dich vermackert.
Das verbitt ich mir, ja?
Atze, ich brauch deine Hilfe nicht.
Mach dich fort hier.
Wo soll ich unterschreiben?
Dort bitte.
Moment, hier wird gar nichts unterschrieben.
Das fehlte noch.
Atze, was machst du da?
Weißt du, was das war?
Ja, fast ein dicker Fehler von dir, Murat.
Weißt du, das passiert jeden Mal.
Macht dir nichts draus.
Und jetzt zu dir.
Kaum ruft dich irgend so ein perverser Penner
an, schon bretterst du los und machst mal
schnell deine Existenz kaputt, ne?
Sie sind ja verrückt.
Ja, sicher.
Weil mich das verrückt macht, wenn so ein
Geistesalbino wie du in anderen Leuten Dreck fühlst.
Gib's ihm, Atze!
Wer ist denn dieser Mann?
Das ist...
Ich bin dein ganz persönlicher Albtraum, du Erbsenzähler.
Atze, bitte!
Sitz dir einen Furz quer.
Hat deine Alte dich mal wieder nicht in
der Garage gelassen oder bist du einfach nur
ein ganz normales Arschloch?
So seid ihr Schlapperschlipse.
Bei Omas Behinderten und wehrlosen Ausländern, da habt
ihr große Fresse.
Aber kaum steht mal ein richtiger Kerl vor
euch, da geht euch plötzlich der Stich...
Atze, nicht!
Oh, doch!
So, da bin ich aber auch gerade noch
mal rechtzeitig gekommen, ne?
Was ist denn jetzt, Murat?
Ich denke, jetzt wäre mal langsam ein kleines
Dankeschön fällig.
Was für?
Dass mein Onkel eine neue Fritteuse braucht und
nicht im Knast sitzt?
Nee, aber dafür, dass ich mich so für
dich eingesetzt habe.
Dass dieser Typ sich beim Fallen so ungeschickt
angestellt hat, war natürlich nicht eingalkuliert.
Danke, Atze.
Das wäre echt nicht nötig gewesen.
Da riskiere ich Kopf und Kragen für den
Jungen.
Und was macht er?
Meckert ununterbrochen rum.
Mann, der Laden war picobello, blitzblank.
Kannst du mal sehen, was du zum Thema
Reinlichkeit und Hygiene bei mir schon alles gelernt
hast.
Ach komm, Atze.
Wer ist denn schuld an dem ganzen Scheiß?
Wer ist denn schuld daran, dass wir im
Knast sitzen, ne?
Was meinst du, was mein Onkel Adol mit
mir macht?
Mach dir nix draus, Murat.
Als ich in deinem Alter war, habe ich
auch ne Menge Scheiße gebaut.
Komm, Murat.
Dein Krautsalat war auf jeden Fall besser als
meiner.
Zuerst habe ich echt gedacht, du hättest den
Typen auf mich gehetzt.
Murat, ganz ehrlich.
Jetzt bin ich ein kleines bisschen enttäuscht von
dir.
Gut.
Nach all dem, was vorgefallen ist, wird es
dich vielleicht wundern, wenn ich dir vorschlage, dass
du wieder bei mir arbeitest.
Das heißt, du fragst mich, ob ich zu
dir zurückkomme?
Ich frage dich, ob du mich fragen willst,
ob du wieder zurückkommen darfst.
Von wegen, ich hab dich gefragt, ob du
mich fragst, ob ich dich frage.
Ja, das könnte dir so passen.
Ich denke ja gar nicht dran, dich zu
fragen, ob ich dich fragen kann, ob du
mich fragst.
Na, dann ist ja alles klar.
Also, ab Montag.
Montag.
Da will euch jemand sprechen.
Gott sei Dank, Biene.
Biene.
Ach, Atze.
Ich hab die Kaution bezahlt.
Na dann, nix wie raus hier.
Das dauert einen kleinen Moment.
Der Kollege mit den Papieren macht Mittag.
Halbe Stunde.
Macht doch nix.
Lassen Sie sich ruhig Zeit.
Dann lese ich euch was aus meinem Roman
vor.
Äh, Biene.
Biene.
Am besten, du schreibst ihn erst ganz fertig
und liest ihn dann vor, oder?
Ihr habt völlig recht.
Aber er ist ja fertig.
Setzt euch.
Merhaba Murat.
Merhaba.
Tunca Abi.
Merhaba Can.
Hakan Abi.
Merhaba.
Merhaba.
Sana bichi sorecekti, Murat.
Hani, shu kıvırcık saçlı bir üşütük var.
Nerde?
Atze.
O yok bugün.
Heide geil gedeckt.
Mensch, Murat.
Wird nicht Kriech den Krautsalat schneller kleingeschnüllt als
sein Onkel und sein Sohn in der Mannschaftsformation?
Du hast mir das gesagt, oder?
Murat, du siehst ja, ich bin scheiße.
Ich weiß.
Can't find what you're looking for?
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