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*
* Wasser plätschert. *
* Krähenrufe *
* Vogelrufe *
Janko, komm her.
Jetzt zeig mir mal, wie du den Bogen hältst.
Die Sehne mehr zur Seite, sonst schlägt sie dir ins Gesicht.
Und runter mit den Schultern.
Ziele nicht nur mit deiner Hand.
Auch nicht nur mit dem Auge.
Benutz dein Hirn.
Wie oft habe ich gesagt,
du sollst mit dem Bogen nicht im Hof spielen?
Du musst sehr viel üben.
Schnell, Kinder, kommt her.
* leises Lachen *
* entfernte Schreie *
* Glockenläuten *
* Schreie und Kampflärm *
Die Osmanen!
An die Waffen!
Ruft die anderen, los! Alle zum Tor! Beeilt euch!
Schneller, Leute! - (Mann:) Zum Tor, schneller!
Hör mir gut zu. Versteck dich.
Was auch passiert, tu, was deine Mutter sagt.
Ich kämpfe mit dir. - Janko!
* lauter Tumult *
Öffnet sofort das Tor! - Nicht wegrennen!
Deine Aufgabe ist, das hier zu überleben.
Hol mein Schwert. Dann tu, was deine Mutter sagt.
Alles wird gut, hab keine Furcht. Ihr sollt das verdammte Tor öffnen!
Lasst unsere Leute rein!
Versteck dich! Öffnet sofort das Tor!
(Mann:) Aber Herr! - Ihr sollt öffnen!
Aus dem Weg!
Schnell rein! Beeilt euch!
Rein, rein!
* Schreie, Tumult *
Lass mich los!
Loslassen!
* Protestlaute * Du sollst loslassen!
Janko! Janko! Wo ist mein ... * Aufschrei *
* Er ruft nach seiner Frau. *
* Rufe, Schreie *
* düstere, verzerrte Musik *
* Krähenrufe *
* düstere Klänge *
* melancholische Musik *
(schwach:) Komm ...
Janko.
* leises Klirren *
* melancholische Musik *
* kämpferische Musik *
* leises Klirren *
* ruhige, schicksalhafte Musik *
* Titelmusik *
*Untertitel: Iyuno *im Auftrag des ORF
*
*
*
*
* dynamische Musik *
*
* Pferd wiehert. *
* Tierlaute *
* spannungsvolle Klänge *
* Grollen und Fauchen *
* Grollen *
* Jaulen *
War das denn notwendig?
Was meint Ihr?
Ich hätte ihn selbst töten können. - Ich dachte, er zerreißt Euch.
Nun gehört der Wolf Euch.
Helft Ihr mir zurück zur Burg?
Ich bin Janos Hunyadi.
Ich weiß, wer Ihr seid. Jedes Mädchen kennt Euren Namen.
Ihr geht immer mit meinem Bruder trinken.
Seid Ihr Mihos Schwester? Die kleine Erzsébet Szilágy?
Was tut Ihr hier?
Ich habe die Königin begleitet. * Schnauben *
Erzsébet. Hast du ihn unterwegs aufgelesen?
Ich habe SIE im Wald gefunden. - Du warst auf der Jagd?
Der Tag ist wichtig für Vater.
Ich dachte, ein Geschenk zu Ehren des Königs ist willkommen.
Aber eigentlich, meine Schöne, gehört das Geschenk dir.
He, Janko! Der Wolf gehört natürlich mir.
Du hast ihn auf serbischem Boden getötet.
Gehen wir rein.
Ich habe ihn aber Eurer Tochter geschenkt.
Du siehst wie ein Wilder aus. Geh dich waschen.
Der König kommt. Ich meine, dein König.
Ist Sigismund immer noch nicht da? - Nur die Königin.
Der König ist wohl noch mit seinen Konkubinen beschäftigt.
Vater. - Verzeih mir, Kind.
Janko.
Ich bin ehrlich. Dieser Abend ist sehr wichtig für mich.
Wenn du den König erzürnst, setzt du keinen Fuß mehr unter mein Dach.
Benimm dich angemessen.
Das wird er natürlich.
Oder? Das machst du doch, ja?
(Mann:) Erzsébet?
Wie ein junges Fohlen.
Ständig muss ich ihr hinterherlaufen.
Erzsébet Szilágyi ist mir versprochen.
Das ist schade.
Ich habe Miklos immer gesagt,
man darf solche Entscheidungen nicht übereilt treffen.
Wo seid Ihr gewesen? - Auf der Jagd.
Benehmt Euch, wie es sich ziemt. - Ich bin nicht Eure Frau, Miklos.
Noch nicht.
Euer Hoheit.
Wir kommen zu spät.
Nur so viel wie geplant. Bleib vorerst bei mir.
Wenn die Kinder des Königs überdrüssig werden, geh mit ihnen.
Halt mich aus deinen schmutzigen Plänen raus.
Bleib bei deiner Schwester.
Ich will alles über sie und Hunyadi wissen.
Halt meine Schwester da raus!
Tu einfach, was ich von dir verlange.
* lebhafte höfische Musik *
Euer Majestät? - Kommt, Cilli!
Ich frage den lieben Branković,
wie er sich die Zukunft seiner jüngsten Tochter vorstellt.
Ich wette, dass jede Menge Bienen diese hübsche Blume umschwirren.
Habt Ihr Euch schon um die Zukunft Eurer Tochter gekümmert, Branković?
Sie könnte sich als Hofdame meiner Gemahlin anschließen.
Eine großartige Idee, Euer Majestät.
Ich wähle meine Hofdamen selbst.
Wie Ihr Eure Huren.
* lautes Lachen *
Ich brauche Mara hier. Sie hilft mir in allem.
Es tut mir leid, Majestät.
Ich kann sie nicht an Euren Hof in Ungarn geben.
Tanzen wir.
* höfische Musik *
Ihr schon wieder?
Ihr seid genauso arrogant, wie ich es erwartet habe.
Aber Ihr tanzt gut.
Wird Mara nicht eifersüchtig sein?
Sicher nicht so sehr wie Euer Ujlaki.
Ihr verdient einen viel Besseren als ihn.
Das denke ich auch.
Vielleicht ist er aber genau der Richtige für Euch.
Entschuldigt mich.
Euer Majestät?
Was reden die? - Ich weiß nicht.
Gar nichts.
Wer ist das? - Ein osmanischer Gesandter.
Worüber reden sie? - Wer weiß.
Aber vertrauliche Gespräche mit einem Osmanen heißen nichts Gutes.
* Gesprächsfetzen *
Wirklich? Das ist wundervoll, Katalin!
Darauf trinken wir. * Jubel *
Aber wo ist ihr Vater, der verehrte Graf Ulrich der Gute?
Cilli. - Irgendwo im Arsch des Königs.
* Gelächter * Ulrich ist wundervoll.
Und irgendwann wird er über ganz Ungarn herrschen.
Und ein guter Vater sein.
Ich würde mich gern zurückziehen. - Möchtest du nicht noch tanzen?
Denkst du, du bekommst alles, was du willst?
* Kichern *
Sie werden uns hören. - Nein.
Ich kann nicht.
Warum nicht? Weil ich ein Niemand bin?
Weil jemand wie du nie einen wie mich heiratet?
Ich liebe dich. Du weißt, wie sehr.
Ich werde noch ein Jemand werden.
Ich schwör's dir.
Dann ist dein Vater glücklich, mich an deiner Seite zu wissen.
Du bist verrückt.
Ja, und daran bist du schuld.
Bevor ich herkam, war ich völlig vernünftig.
Du warst immer schon verrückt.
Die Tradition verbietet uns nicht, Verrückte zu heiraten.
Und das ... geschieht bei uns sogar erstaunlich oft.
* gefühlvolle Musik *
(Mann:) Zu den Waffen!
* Glockenschläge *
Was ist passiert?
* Poltern, Rufe *
(Mann:) Versammelt euch!
Wo ist Branković? - Er mobilisiert seine Truppen.
Wie konnte das passieren? - Keine Ahnung.
Wenn die Osmanen die Festung Golubac besetzt haben,
bekommt Branković meine Macht zu spüren.
Ein Hauptmann soll das Tor für Gold geöffnet haben.
Und ein osmanisches Regiment machte zufällig da Rast?
Wie viele Soldaten haben wir? - Ein paar hundert.
Genug, um die Festung zurückzuerobern?
Der Fels ist uneinnehmbar.
Aber wir brauchen mehr Soldaten und Material.
Wenn wir die Donau mit Schiffen überqueren,
reicht ein einziger Angriff.
Morgen Abend habt Ihr den Überfall vergessen.
Findet Branković. Er hat sich nicht an die Vereinbarung gehalten!
Schickt einen Kurier.
Die Schiffe sollen bei Golubac vor Land ankern.
Ein einziger Angriff! - Lasst uns Kundschafter schicken.
Für wen hältst du dich?
Steck deine Nase nicht in etwas, das für dich zu groß ist.
Was suchst du hier? - Und für wen haltet Ihr Euch?
Ich bin Ulrich Cilli aus altem Adel. - Unkundig der Kriegsführung.
Irgendwas stimmt nicht. Majestät, schickt Kundschafter.
Hier findet ein Kriegsrat statt. - Ich bin ...
Es reicht! - Ich bin ein ungarischer Adliger.
Branković ist dein Dienstherr. - Ich komme auf jeden Fall mit.
Einverstanden.
Geh zurück zu deinen Kameraden.
Machen wir weiter? - Majestät.
Der Mann hat recht. - Wir brechen im Morgengrauen auf.
Ich hoffe, Ihr behaltet recht, Cilli.
Janko!
Darauf warte ich schon lange.
Auf den Kampf oder auf meine Umarmung?
Na ja. - Nein, nicht antworten.
Pass auf dich auf.
Ich werde zurückkommen und dich nie mehr loslassen.
Und bis dahin gehört das dir.
Gib ihn mir, wenn du zurückgekehrt bist.
Er soll dich beschützen, Janko.
Die Flotte ist bereit, Euer Majestät.
(Frau:) Nehmt das hier. - Ich bin Erzsébet Szilágyi.
Wir kennen uns noch nicht.
Keine Zeit für Förmlichkeiten. Was wollt Ihr?
Ich möchte mit Euch aufs Schiff.
Solche Schlachten sind nichts für vornehme Damen.
Gebt mir die Liste.
Nehmt auch die mit an Bord, und beeilt euch.
Ich bin so nützlich wie ein Mann. - Ich habe keine Zeit für Euch.
Aber Ihr seid selbst eine Frau. Und von Adel.
Bitte weist mich nicht zurück.
Folgt mir. Wenn Ihr getötet werdet, ist es allein Eure Schuld.
Bleib an Land, Schwester.
Bleib hier!
Sie ist deine Verlobte, also tu was.
Ich habe an die 300 Mann. - Wofür?
Wir gehen nach Golubac. Wir müssen den Ungarn helfen.
Wir gehen nirgendwo hin.
Du hast mich gerufen? - Würdet ihr uns allein lassen?
Aber Vater! - Stefan, ich bitte dich.
Meine Mara. Setz dich.
Liebes Kind.
Unsere Heimat und unser Volk sind in großer Gefahr.
Das Schicksal stellt uns vor schwere Entscheidungen.
Und Herausforderungen.
Ich wünsche mir, wie jeder Vater an meiner Stelle,
nur eins.
Dass du glücklich wirst. - Vater, ich bin nicht wie du.
Mir bedeutet unser Reichtum nichts.
All diese Burgen, Schlösser, Ländereien, Kleider.
Notfalls verzichte ich auf unseren Namen, das Erbe.
Nur ... - Nur was?
Bitte lass mich Janos Hunyadi heiraten.
* Auflachen *
Wie jung und naiv du doch bist, Töchterchen.
Was?
Vergiss diesen Hunyadi.
Hör mir jetzt genau zu, Kind.
Die Osmanen unterjochen die Ungarn, in fünf, zehn oder 50 Jahren.
Und unser Serbien ist gefangen zwischen zwei verfeindeten Reichen.
Zwei unglaublich starken Mächten. Es wird verschwinden.
Einfach spurlos von der Erde verschwinden.
Der Preis dafür, dass Murad serbisches Blut verschont,
wird hoch sein.
Ein erschreckender, furchtbarer Preis.
Golubac.
Ist das der Preis, den er will?
Du hast unsere Freunde verraten? Golubac an die Osmanen verkauft?
Was redest du denn da? Unsinn!
Ich habe den Osmanen den Weg durch Serbien gestattet.
Ich würde es wieder tun, um mein Volk zu retten.
Warum sollen wir Serben untergehen? Um die Ungarn zu schützen?
* Seufzen *
Aber darum bist du nicht hier. Es gibt etwas Schlimmeres.
Und was ist es?
Sag es.
* Seufzen *
Mara.
Bist du bereit, deinem Volk aufopferungsvoll zu dienen?
Ja, immer, Vater.
Auch wenn es dich dein Glück kostet?
Ja, natürlich.
Und würdest du dein Leben für dein Volk geben?
Das weißt du doch selbst.
Ich bin so stolz auf dich, meine Tochter.
Sag mir endlich, was ich tun soll, und ich werde es tun.
Mara.
Du wirst die Frau des Sultans werden.
Wie bitte?
Es gibt keine andere Möglichkeit.
Ist das wirklich dein Wunsch?
Nein. Nein, mein Kind.
Ich würde dich niemals ... niemals jemandem geben,
wenn ich nicht müsste.
Er will es so, der Sultan.
* zittriges Atmen *
Achtung!
Wir kämpfen in erlesener Gesellschaft.
Ist der König selbst hier, wird es ein leichter Sieg.
Sigismund geht nie ein Risiko ein.
* Kampflärm *
* Geräusche klingen abwechselnd dumpf und laut. *
* Brüllen *
*
* düstere, sphärische Klänge *
* dramatische Musik *
Murads Truppen kommen auf uns zu!
Wie konnten sie so weit vorrücken? - Wen schert das? Sie sind hier!
* dramatische Musik *
Für unsere Heimat!
Sofort Rückzug!
Ujlaki! Wo willst du hin?
Der König!
Ihm nach! Beschützt unsern König!
* heroische Musik *
* Musik *
*
*
Majestät!
Der König! Er ertrinkt!
Ruderer! Auf ihn zu!
Wir müssen ihn rausziehen!
Majestät, ein Boot kommt. Wir müssen so lange aushalten.
Zieht ihn raus! - Ruderer, mehr nach links!
* dramatische Musik *
Ruder hoch! Nach links halten!
* epische Musik *
* Kampflärm, Pferdewiehern *
*
* melancholische Musik *
Der Titel des Sultans lautet Allahs Stellvertreter auf Erden,
Oberster Herrscher aller Herrscher der Welt,
König der Könige, Herr über Leben und Tod,
König der Gläubigen und Ungläubigen,
Kaiser von Osten und Westen, Zuflucht aller Leidenden der Welt,
Klang der allmächtigen Stille, die die Erde bedeckt,
der Schatten Gottes.
Der Schatten Gottes.
Für uns nur "Erhabener Sultan Murad".
Verneigen wir uns und warten auf ihn.
Schafft ihr das?
Ihr habt es gehört.
Kniet nieder und verbeugt euch.
Warum kriechen wir? Vor ihm?
Er hat unsere Verbündeten abgeschlachtet.
Verneigt ihr euch nicht vor ihm, wird er auch euch ermorden.
Einen nach dem anderen.
Gregor, Stefan. Tut, was er euch gesagt hat.
Kniet.
Worauf wartest du denn?
* zittriges Atmen *
* düstere Klänge *
Erhabener Sultan Murad.
In gutem Willen knien wir vor dir und in Freundschaft.
*
* ruhige, sphärische Musik *
Du bist sehr schön.
Erhabener Sultan.
Ich habe Eure Armee durch Serbien marschieren lassen.
Behandelt uns bitte mit Gnade.
Er spricht die Wahrheit.
Wir werden die Ungarn schnell besiegen.
Ihr sagtet,
der König sei ohne Schutz und leicht zu ergreifen.
Aber Sigismund ist noch immer nicht unser.
Denn unsere Vereinbarung war eine andere.
Wieso sollte ich Serbien nicht vernichten?
Nennt mir einen überzeugenden Grund.
Ich wüsste einen.
Du wagst es? Geh zurück!
Mara, besinn dich. Gehorche seinem Befehl.
Mein Vater sagte mir, dass ich Eure Frau werden würde.
Mara hat die beste Erziehung. Sie beherrscht Latein und Türkisch.
Natürlich ist sie unberührt.
Maria wird eine hervorragende Gefährtin sein.
Ich komme mit Euch,
aber versprecht, mein Volk in Frieden zu lassen.
Wenn der Sultan dich etwas fragt, darfst du antworten, sonst nicht.
Vergebt meiner Tochter, erhabener Sultan.
Mara ist jung und unwissend.
(leise:) Seht es ihr nach. Sie lernt den passenden Umgang.
Ich verspreche es.
Deinem Volk wird kein Schaden zugefügt.
Das war sehr gut.
Macht Euch bereit. Man bringt Euch nach Edirne.
Bald folgt der Sultan Euch nach. Ihr müsst nichts packen lassen.
Alles, was Ihr braucht, erhaltet Ihr dort.
Es wird ein gutes Leben.
Ein Mädchen wäre schön. - Was?
Das Kind meiner Schwester Katalin. Ein Mädchen, Euer Kind.
Ich hoffe, Ihr werdet es auf die gleiche Weise verlieren.
Du hättest nicht dort sein dürfen. - Ich konnte nicht mal kämpfen.
Eine Frau hat da nichts zu suchen.
Zumindest hat SIE sich nicht gedrückt.
So redest du nicht mit mir! - Ist ja gut.
Weil du den König rausgeholt hast, bist du kein Held. - Hört auf.
Mit dir bin ich noch nicht fertig! - Lass meine Schwester in Ruhe.
Janos?
Der König möchte Euch sehen. - Mich?
Das ist eine besondere Ehre. * spöttisches Lachen *
Ihr habt nach mir geschickt, Majestät?
Komm mal her. Lassen wir die Formalitäten.
Danke.
Warum du hier bist, weißt du?
Dein Vater war einer meiner besten Soldaten.
Deshalb habe ich ihm den Ring geschenkt.
Und plötzlich schließt sich damit der Kreis.
Der Sohn des großen Veik hat mir das Leben gerettet, wie sein Vater.
Was verlangst du als Belohnung?
Wir hätten nicht vor den Osmanen fliehen sollen.
Murad muss vernichtet werden.
Ich wollte kämpfen.
Aber ich kann meine Männer nicht in den sicheren Tod führen.
Der Tod ist besser als die Schande. - Ich mag deine Begeisterung.
Das ist naiv, aber es gefällt mir. Du wirst mich begleiten.
Nach Buda.
Ich nehme dich auf in mein Banderium.
Nein.
Nein?
Ich fühle mich geschmeichelt. Aber ich habe da nichts zu suchen.
Hier sind die Osmanen. Hier muss ich für Euch da sein.
Nun gut, wie du willst.
Aber eine Bitte hätte ich.
Könnte ... Euer Majestät seinen Segen erteilen
für meine Heirat mit Mara Branković?
Ich habe weder den Titel noch den Rang,
aber wenn der König es will, sagt auch Branković nicht Nein.
* melancholische Musik *
Leider kann ich da nichts für dich tun.
Mara ist bereits auf dem Weg nach Edirne.
Branković hat uns verraten, mein Sohn.
Er hat einen Pakt mit Murad geschlossen.
Das ist die einzige Erklärung.
Wie sonst hätte der Sultan ohne unser Wissen
mit seinem Heer durch ganz Serbien ziehen können?
* dramatische Musik *
Kommt ja nicht näher!
Ich muss mit Mara Branković reden. - Halt!
Erlaubt mir bitte ein kurzes Gespräch.
Was soll das alles?
Hm?
Was machst du denn hier?
* Seufzen *
* leises Schluchzen * Ich bring dich nach Hause.
Nein, unmöglich.
Kümmere dich um dich selbst, Janko.
Was auch immer zwischen uns war, es ist vorbei.
Warum, Mara?
* emotionale Musik *
Akzeptiere es, Janko. Es ist nun mal unser Schicksal.
Nicht nur meins, auch deins.
Nein, ich akzeptiere das nicht.
Ich könnte niemals deine Frau werden, Janko.
Jedenfalls nicht auf dieser Welt.
Was redest du denn da?
Weil mein Vater mich an den Sultan verkauft hat.
Das ist der Preis für den Frieden.
Es gibt keinen Frieden.
Bis ich dich zurückbekomme, wird immer Krieg sein.
Wir werden uns nie wiedersehen.
Warum sagst du so was?
Du liebst mich doch zutiefst.
Also steig jetzt bitte auf dein Pferd
und reite ohne Rast nach Hunyad.
* Sie atmet zittrig. *
Miklos.
Ich will nicht Eure Frau sein.
Was?
Mir ist das schon lange klar.
Unsere Ehe ist für alle ein Gewinn. Eure Familie kann nur gewinnen.
Weil das halbe Land Euch gehört?
Das könnt Ihr nicht tun. Ihr dürft mich nicht demütigen!
Das habe ich auch nicht vor.
Jeder sagt, ich sei die wohl glücklichste Frau der Welt.
Bitte löst unsere Verlobung.
Sagt allen, ich sei nicht gut genug für Euch.
Ihr habt genügend Gründe dafür.
Aber warum?
Liebt Ihr einen anderen? Hm?
Ach, Unsinn.
Ich habe Euch nie wirklich geliebt.
Und ich weiß, Euch geht es ebenso.
Wenn wir uns belügen, hassen wir uns irgendwann.
Das wünsche ich weder Euch noch mir.
* orientalische Musik *
*
Ich heiße dich willkommen im Paradies auf Erden.
Du bist auch Ungarin?
Murad mag ungarische Mädchen.
Es ist eine unglaubliche Ehre und Lust,
die Konkubine des Sultans zu sein.
Ich verrate dir jetzt ein Geheimnis.
Das Geheimnis der Haremsfrauen.
Wenn du die Lust als Gewalt empfindest,
wird sie sehr wehtun.
Empfindest du sie aber als Genuss ...
.. wirst du hier hervorragend behandelt werden.
Majestät?
Ihr habt mich gerufen.
Setzt Euch.
Wein?
Ich behalte gern einen klaren Kopf, Majestät.
Eine weise Entscheidung.
Jedoch füllt mir den Kelch.
Nun denn.
Auf Euch.
Und auf Euren neuen Schwager.
Sultan Murad.
Die Situation ist auch für mich neu, Majestät.
Das verstehe ich.
Bestimmt habt Ihr erwogen, welche Konsequenzen ich ziehe.
Selbstverständlich.
Dann haltet damit nicht hinterm Berg.
Eine Anhörung gewähre ich jedem,
dessen Kopf sich noch auf seinen Schultern befindet.
Nun denn, ich hoffe, Ihr habt nicht die Absicht,
einen Eurer bedeutendsten Unterstützer zu bedrohen.
Ihr habt mich verraten. - Auf keinen Fall.
Auf meine Art habe ich Euch geholfen.
Achtet auf Eure Worte.
Wenn Ihr mir erlaubt, die Ereignisse zusammenzufassen,
dann war das unzweifelhaft ein entscheidender Sieg.
Sieg also? Das nennt Ihr einen Sieg?
Natürlich, Euer Majestät.
Wir haben eine Festung verloren, aber dafür Edirne erobert.
Ist das wirklich so?
Ihr habt einen Speichellecker verloren
und einen wertvollen Verbündeten gewonnen.
Ich glaube, das ...
Könntet Ihr das ausführlicher erklären?
Wie Ihr sagtet, ist der Sultan mein Schwager geworden.
Und meine Schwägerin des Sultans Konkubine.
Mara ist eine sehr kluge Frau.
Jetzt ist sie wütend, aber sie wird sich beruhigen.
Sie wird ihrer Schwester alles sagen.
Und ihre Schwester ist meine Frau.
Mara wird alles aufschreiben, was sie sieht und hört.
Wir haben wen in Murads engstem Kreis.
Wir werden über jeden Schritt Bescheid wissen.
Nun versteht Ihr sicher, warum Ihr mich
als neuesten und besten Freund betrachten solltet.
So leicht kommt Ihr nicht davon.
Natürlich nicht, Euer Majestät.
Für meine Reise zum Heiligen Vater könnte ich mir Geld vorstellen.
Es ist mir eine Freude, Euch behilflich zu sein.
* ruhige orientalische Musik *
*
*
*
*
* Gänse schnattern. *
* Hahn kräht. *
Willkommen zurück, Herr.
Tante Magda.
* melancholische Klänge *
*
Mein Padischah, ich bin bereit für euch.
Hast du Furcht?
Nein.
* schicksalhafte Musik *
*Untertitel: Iyuno *im Auftrag des ORF, 2024
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