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.
Untertitelung: BR 2018
* Stöhnen *
(Frauenstimme aus anderem Zimmer) Fuck me. Fuck me.
* Nebenan Stöhnen und Schreien *
Ich bring dir alles bei, was du wissen musst.
* Sie stöhnt laut. *
* laute Musik *
25, bitte.
Der Rest ist für dich. - Danke.
Sehr gut. Dann schau mal. Das musst du bitte ausfüllen.
Ich brauche ein paar Unterlagen von dir.
Ich geb dir noch eine Nummer von einem Arzt
für den Gesundheitsausweis.
Der wird dir den ausstellen.
Ich würd dich zum 15. einstellen, wenn's für dich okay ist.
Auf Lohnsteuerkarte? - Ja. Super.
Hat mich gefreut. Bis bald. - Mich auch. Tschüss.
* Sie pfeift. *
Hey!
You did it. - Yeah!
Frau Theodorakou? - Ja.
Sie sprechen Deutsch? - Ja.
Bitte.
Es tut mir leid, aber Ihr Arbeitgeber möchte,
dass ich hier "uneingeschränkt arbeitsfähig" attestiere.
Das kann ich leider nicht.
Bin ich krank? - Nein. Im Gegenteil.
Hallo. - Kalimera.
Ti kanis? - Kala.
Kreta-Urlaub vor zehn Jahren.
Das war sehr gut. - Komm rein.
Tessa Berg. - Elena.
Und das hier ist Lotte.
Komm.
Was hast du vorher gemacht?
Ich hab bei der griechischen Tourismuszentrale gearbeitet.
Warum sprichst du so gut Deutsch? - Wir hatten oft deutsche Gäste.
Und ich hab Germanistik und Englisch studiert.
Was willst du denn? - Bist du eine Freundin von Miriam?
Nein, ich kenne sie über eine Freundin.
Sie hat uns ganz schön im Regen stehen lassen.
Von einem auf den anderen Tag gekündigt.
Wir brauchen jemanden, auf den wir uns verlassen können.
Und ab wann wäre das? - Ab sofort.
Ab nächster Woche kann ich keinen Urlaub mehr nehmen.
Ich könnte ab sofort. - Ja?
Komm, Lotte. Hier.
Willst du Lotte mal nehmen? - Ja.
Komm her. Hallo.
Willst du dich mal setzen?
Doch zur Mama?
Ist vielleicht noch ein bisschen früh.
Na, guck mal, wer da kommt. Das ist ein Hase.
* Sie sagt einen Kinderreim auf Griechisch. *
Hast du schon mal mit Kindern gearbeitet?
* Handy *
Hier hab ich eine Excel-Tabelle gemacht.
Das ist in etwa der Tagesablauf.
Mittagsschlaf am besten hier.
Mittagessen, Zwischenmahlzeit und Nachmittagsbrei.
Irgendwann solltest du kochen.
Den Biosupermarkt zeig ich dir noch. - Okay.
Meine Krankenkassenkarte, gilt auch für Lotte.
Dein Handy. Hab's bitte immer an und aufgeladen.
Wenn das Guthaben alle ist, sagst du Bescheid.
Wenn irgendwas ist, rufst du sofort an. - Okay.
Das, das, das ...
Ich glaub, das war's erst mal für den Anfang.
Dann wünsch ich euch beiden einen schönen ersten Tag.
Tschüss, mein Mäuschen.
Tschüss.
Ach, Elena, wegen dem Ausweis ...
Den hab ich dabei.
Hier.
Das ist ein Ausweis? - Ja.
Vielleicht könntest du mir
deine Adresse in Frankfurt noch aufschreiben.
Mach ich. Okay.
Gut. Also, Tschüss.
* Sie singt Lotte auf Griechisch vor. *
(leise) Yes!
(flüstert) Das war aber schön.
Ich wollte dich nicht erschrecken.
Hallo, Tessa. - Hallo.
Ich hab früher Schluss gemacht. War alles gut?
Ja. Sie hat gut gegessen. Gut gespielt.
Gut.
Elena, die Wohnung in Zukunft bitte sauber hinterlassen, ja?
Ja, okay.
Ähm ... Hast du die gegessen?
Nur einen. Den Rest hat Lotte gegessen.
Du kannst essen, was du willst.
Aber Lotte bitte nur ein Stück Süßigkeit am Tag.
Was meinen Sie mit "ein Stück"?
Na ja, ein Keks, ein Stück Schokolade, ein Gummibärchen.
Okay.
* Lotte weint. *
* Handy *
Hallo? - "Ist alles in Ordnung?"
Ja. Wir waren nur Windeln wechseln.
"Wir sind in einem Café. Kannst du sie herbringen?
Adresse simse ich dir gleich." - Natürlich. Bis gleich.
* Lotte weint immer noch. *
Ja, wir sind schon unterwegs. Nein, Lotte geht's gut.
Sie ist nur etwas schlecht gelaunt.
Ja, okay.
Bis gleich.
Hallo. - Hallo.
Bitte schön. - Eins davon.
Einfach auf die Hand?
Das sind 1,40 Euro. - Danke.
Guck mal, Lotte. Guck mal.
Rosinenbrötchen, ist bio.
Ja.
(Lotte) Mama. - (Jan) Ach, da ist ja meine Süße.
Margot, meine Mutter. Elena. - Hallo.
Und, war alles gut? - Alles okay.
Wann sind Sie denn geboren, Frau Berg?
Am 19. Dezember 1975.
Dann kommen Sie mal mit.
Vorsicht, kalt.
Wir schauen uns das jetzt in aller Ruhe mal an.
Es ist alles in Ordnung. - Wirklich?
Sieht absolut in Ordnung aus.
11., 12. Woche, schätze ich.
Sehen Sie, hier schlägt schon das Herz.
Aber das mit dem Blut macht mir Sorgen.
Waren Sie schon bei einer Vorsorgeuntersuchung?
Nein. - Sie haben keine Krankenversicherung?
Ihre Plazenta sitzt ziemlich tief.
Unter solchen Voraussetzungen
müssen Sie alle vier Wochen zur Vorsorgeuntersuchung.
Stress und körperliche Anstrengung sollten Sie unbedingt vermeiden,
wenn Sie Ihr Kind behalten wollen. Wollen Sie eine DVD?
Ja.
Super, wie du das alles schaffst.
Dass du nur Mutter bist, hätt ich mir nicht vorstellen können.
Manche werden ja total langweilig oder anstrengend.
Ihr zwei macht das toll. Ihr seid coole Eltern.
Wenn die Eltern glücklich sind,
dann ist das Kind auch glücklich,
sagen alle egoistischen Eltern.
Ich hab neulich eine Doku gesehen,
ist es gerade wirklich so schlimm in Griechenland?
Es ist nicht einfach.
Mit den Hilfsgeldern haben wir nur unser Gewissen beruhigt.
Lotte ist müde. Bringst du sie ins Bett?
Entschuldigung.
Komm mal her. - Gute Nacht, Mäuschen.
Du sollst auf Lotte aufpassen, nicht rumstehen, ja?
Ich dachte ...
Gehen wir schlafen?
Elena, könntest du heute ein bisschen länger bleiben?
Dann könntest du in der Küche noch Klarschiff machen. Danke.
* Lotte weint laut. *
Was ist denn hier los?
Ich mach ihr schnell was zu essen.
Was ist denn hier los?
Du musst sie doch auf den Arm nehmen, wenn sie so schreit.
Die Windel ist ja total voll.
Nein, lass. Ich mach das schon.
Danke, du kannst jetzt gehen.
Hallo, Elena. - Hallo.
Alles okay? Hat dir Tessa dein Geld schon gegeben? - Nein.
Das ist doch alles scheiße hier!
Elena!
Hier sieht's aus wie im Saustall.
Ich hatte keine Zeit. Lotte war heute echt anstrengend.
Mich fragt auch keiner, ob ich Stress hab.
Ich erwarte, dass die Arbeit gemacht ist!
Was ist dir wichtiger, ein paar Teller oder Lotte?
Das ist alles doch nicht so wild.
Es wäre schön, wenn du wenigstens einmal hinter mir stehen würdest.
Tessa, bitte!
Ist okay, du kannst schon gehen.
Tessa.
* Handy *
"Ich will bei dir sein. Ich liebe dich."
* Sie klingelt. *
* Tür geht auf. *
Hallo. - Hallo.
Ich hab's nicht gehört. Ich war mit Lotte im Kinderzimmer.
Sie schläft noch.
Gehst du heute nicht arbeiten?
Ähm, nein, ich habe mir heute freigenommen.
Hab mich in der Küche geschnitten. Ich gehe hoch, ja? - Okay.
Mach dir ruhig einen Kaffee, bis Lotte wach ist.
Super.
Fertig.
Mütze? Die Mütze ziehen wir gleich an.
* Sie klopft an. * Ja?
Willst du vielleicht mit uns rauskommen?
Ja. Warum eigentlich nicht?
Ich komm gleich.
Vorsicht, ist heiß.
Entschuldige wegen gestern, Elena.
Bist du eigentlich ganz alleine nach Deutschland gekommen? - Ja.
Aber mein Freund kommt bald.
Und deine Eltern sind aber noch in Griechenland?
Meine Mutter ist noch da.
Und deine Eltern, wo wohnen die? Sehen die Lotte oft?
Wir haben wenig Kontakt.
Mein Vater hat noch mal geheiratet.
Und meine Mutter, ...
... die lebt immer noch in Berlin, aber die hat's nicht so mit Kindern.
* Lotte weint. *
Ich mach schon.
Ist ja gut.
Ich mach mal ein Foto von euch.
Ihr müsst nur ein bisschen näher kommen.
Hallo.
Super.
Was hast du denn da Schönes?
Oh, das ist ein Elefant.
Das hier?
Konntest du schnell wieder arbeiten gehen nach der Geburt?
Ich war anderthalb Jahre zu Hause. - So lange.
Ich hätte auch früher wieder arbeiten können,
aber ich wollte die Zeit mit Lotte genießen.
Das war bestimmt schön, oder?
Es war langweilig.
Ich konnte es kaum abwarten, wieder zu arbeiten.
Aber jetzt ...
Jetzt sitze ich da und frage mich: Was mache ich eigentlich hier?
Ich sollte zu Hause bei meiner Tochter sein.
Tja, Luxus-Probleme.
Darf ich dich um einen Gefallen bitten? - Ja.
Kann ich mich bei dir melden? Also in die Wohnung melden.
Bei meiner Freundin, da wohne ich nicht offiziell.
Offiziell, sagt man das so? - Ja.
Ohne Meldebescheinigung kriege ich keine Krankenversicherung.
Du bist nicht krankenversichert?
Elena, das geht nicht.
Natürlich können wir das machen. Gar kein Problem.
Wirklich? - Ja.
Ich rede mit Jan und der setzt dir einen Mietvertrag auf.
Echt? Danke. Danke.
Vielen Dank.
* Handy *
Guten Tag, ich hatte einen Termin bei der Frau Doktor um 17.45 Uhr.
Kann ich das verschieben?
"Morgen um 11.30 Uhr?" - Tagsüber ist schlecht.
"Dann hab ich erst was in drei Wochen." - Das geht.
"Wann war die letzte Vorsorgeuntersuchung?"
Ich hatte noch keine.
"In welcher Woche sind Sie?" - 15.
"Dann würde ich Ihnen empfehlen, den heutigen Termin wahrzunehmen."
"Das ist der Anschluss von Tessa Berg.
Bitte versuchen Sie es später noch einmal."
Ist ja gut.
Hallo. - Noch mal so eins.
Noch mal dasselbe. Bitte sehr. - Danke.
Das Wechselgeld ist für mich? - Das ist okay.
Lotte?
Haben Sie ein kleines Mädchen gesehen?
Weiße Mütze? - Nein.
Lotte?
* Kind weint. *
Lotte.
Spinnen Sie? Hauen Sie ab.
Ich hab's nur inhaltlich abgenommen.
An der Formatierung hab ich nichts verändert.
Hast du es als EIF verschickt? - Was soll das sein?
Sie hat's als PDF verschickt. Und das muss morgen zum Kunden.
Du hast mir nicht gesagt, dass das konvertiert werden muss.
Mir hat man beigebracht,
dass der Projektleiter die Final Sheets als EIF verschickt.
Enhanced Image File.
Das hast du vielleicht im Mutterschutz nicht mitbekommen.
So eine Unverschämtheit. - Lass gut sein.
Hysterie bringt uns nicht weiter. Regle das.
(Lotte) Mama. - Ach, da ist ja meine Süße.
Meine Mutter Margot. Elena. - Hallo.
War alles gut? - Alles okay.
So. Jetzt gleich mal zur Oma?
Nein, gib sie erst mal Tessa. Das Kind braucht auch mal die Mutter.
* Handy *
Oh, das ist wichtig. Entschuldigung.
Tessa, muss das jetzt sein? - Ja.
Mama.
Herr Scherer? Vielen Dank für Ihren Rückruf.
Wie geht es Ihnen? Ja, auch gut. Danke.
Herr Scherer, ich bräuchte 2000 A4-Offsets.
Allerdings schon bis morgen.
* Lotte weint.
Ja. Ja. Ich weiß, dass das eigentlich unmöglich ist.
Aber ...
(schluchzend) Mama.
Ja.
Ich würde Sie nicht darum bitten, wenn es kein Notfall wäre.
Ich hab gestern und heute alle Druckereien abtelefoniert.
Was soll ich dir sagen, es tut mir leid, Stefan.
Ich hab totalen Mist gebaut.
Ja, bis morgen, Stefan.
* Lotte weint in der Wohnung. *
* Sie seufzt. *
Was ist denn hier los?
Ich mach ihr nur schnell was zu essen.
Du musst sie doch auf den Arm nehmen, wenn sie so weint.
Und die Windel ist ganz voll.
Nein, lass, ich mach das schon.
Ist ja gut.
Guck mal hier, dein Häschen.
Das darf doch nicht wahr sein.
Sie hat ihr doch den ganzen Tag nicht die Windel gewechselt.
Nicht mehr weinen, Lotte.
Das ist doch alles scheiße hier!
Elena!
Hier sieht's aus wie im Saustall.
Ich hatte keine Zeit. Lotte war heute anstrengend.
Mich fragt auch keiner, ob ich Stress hab.
Ich erwarte, dass die Arbeit gemacht ist!
Was ist dir wichtiger, ein paar Teller oder Lotte?
Das ist doch alles nicht so wild, oder?
Es wäre schön, wenn du wenigstens einmal hinter mir stehen würdest!
Tessa, bitte.
Tessa?
Hi.
Sie spielt.
Ich fand das auch nicht korrekt von Elena.
Aber das gerade geht nicht.
Was denn?
Na ja, dass du sie anschreist, mich anschreist, und das Ganze vor Lotte.
Tut mir leid, ich hatte einen Scheißtag auf der Arbeit.
Hab ich auch, trotzdem schrei ich nicht rum.
Trotzdem versuch ich, mich einzubringen.
Trotzdem versuche ich, da zu sein für Lotte.
Ich bin halt einfach scheiße.
Mit der Haltung machst du es dir wahnsinnig einfach.
Ja.
Wenn du wenigstens Spaß hättest an deiner Arbeit.
Aber ich verdien doch genug für uns beide.
Das tut mir schon weh, wenn Lotte dir hinterherschreit,
weil du weggehst zum Telefonieren.
Und wofür das Ganze?
Für die paar Euro, die nach Abzug der Nanny-Kosten bleiben?
Nee, damit ich nicht von so einem Arschloch wie dir abhängig bin.
Jetzt reiß dich doch mal zusammen bitte.
Weißt du, was, Jan? Lass mich in Ruhe.
Hau ab, ja?
Ich hau nicht einfach ab aus meiner Wohnung.
Doch, du haust jetzt ab.
Sag mal, hast du ... - Verpiss dich jetzt! Raus!
* Lotte weint. *
Wenn du nicht gehst, geh ich.
Gib mir Lotte. - Nicht in dem Zustand.
Du gibst mir ... - Du kommst erst mal runter.
Gibst du mir jetzt mein Kind? - Du bist ja total Psycho!
Es tut mir leid.
Komm her. Du blutest.
Wisch das erst mal weg.
Du sollst mir jetzt Lotte geben.
Gib mir Lotte.
Okay. Geh zu Mama. Geh zu Mama.
Komm her, komm. Ist gut.
Bitte hör auf zu weinen, Lotte. Bitte.
Lotte, warte. Warte, warte, warte.
Bitte warte ganz kurz, bitte.
Genau, hier ist der Hund. Den kannst du auch mal streicheln.
Guck mal, der schläft. Ganz leise sein.
Hallo.
Wie geht's deiner Hand?
Es tut mir wirklich leid, das wollte ich nicht.
Tessa, ich will so nicht weitermachen.
Ich find's toll, dass du wieder arbeitest.
Ich weiß, dass es schwer für dich ist.
Ich, ich werd hinter dir stehen, versprochen.
Und wo warst du? Bei Mama?
So sind wir doch nicht.
Ich hab mal eine Excel-Tabelle gemacht.
Und zwar mit Dingen,
die wir vor Lotte gemacht haben und seitdem nicht mehr.
Ohne Anspruch auf Vollständigkeit.
Mehr als einmal im Monat Sex haben.
Mal spontan ins Hotel.
Auf Ecstasy eine Nacht durchtanzen.
Du hast doch noch nie Ecstasy genommen.
Ich wollt nur wissen, ob du zuhörst.
Also, zu Punkt eins und zwei:
Ich hab schon gebucht.
Was gebucht?
Ich hab Elena eine SMS geschickt,
dass wir nicht vor acht zu Hause sind.
Du kannst ja länger bleiben, wenn du willst.
Geh ins Spa oder so.
Die Flasche habe ich reingeschmuggelt,
also eine Massage müsste drin sein.
Auf?
Auf ex.
Krieg ich noch einen?
* Tessa lacht. *
Was?
* Handy *
Oh, Entschuldigung.
Das machen wir jetzt aus.
* Tessa muss lachen. *
Ich weiß auch nicht ... - Was ist?
Ist komisch gerade. Ich reiß mich jetzt zusammen, okay?
Entspann dich doch mal.
Ich kann das jetzt nicht.
(leise) Was ist?
Ich weiß auch nicht, es kommt mir irgendwie alles so gewollt vor.
Ich weiß ja, dass du dir Mühe gibst.
Aber das macht nicht plötzlich alles wieder gut.
Entschuldige.
War eine blöde Idee.
So hab ich's doch nicht gemeint.
Ach, vergiss es.
Ist doch jetzt sowieso im Arsch.
Tut mir wirklich leid.
Aber der Champagner ist nicht schlecht.
Der ist gut.
Oh Mann.
Bist du sicher? Du kannst wirklich länger bleiben.
Nein, ich will nach Hause zu Lotte. Es ist schon fast neun. Arme Elena.
Das Handy ist aus.
Akku leer? - Sie hat mehrmals versucht, mich anzurufen.
Ich versuch's mal zu Hause.
Geht nicht ran. Ich schmeiß sie raus.
Ich schmeiß sie sofort raus!
Jetzt mach dir nicht solche Sorgen. Dafür gibt's bestimmt eine Erklärung.
Was denn für eine? Sie hat erreichbar zu sein, Punkt.
Ist das die Ihrer Tochter?
Passanten haben den leeren Kinderwagen
vor dem Bioladen gefunden.
Die Kollegen waren in der Wohnung. Die Adresse stimmt.
Frau Theodorakou hat dort bei einer Freundin gewohnt.
Und?
Sie ist nicht mehr da.
Und ihr Pass ist weg.
Sie scheint Hals über Kopf aufgebrochen zu sein.
Tut mir leid.
Sie hat sie mitgenommen.
Warum sollte sie sonst abgehauen sein?
Das ist doch Quatsch, es kann doch auch eine andere Erklärung geben.
(lacht) Ja, klar, und alles ist gut. Und wir haben alle keine Probleme.
Tessa, es kann dafür auch eine andere Erklärung geben.
Lass mich los.
Komm her. Jetzt ...
Ich würde Ihnen jetzt gerne ein Beruhigungsmittel geben.
(Jan, leise) Morgen, wenn du aufwachst, ist Lotte wieder da.
Tessa.
Jan hat mich gestern Nacht noch angerufen.
Ich bin gleich in den Zug gestiegen.
Hat man Elena gefunden?
Nein. Krankenhäuser auch Fehlanzeige.
Überprüfen Sie die Grenzen?
Flughäfen und Autobahnen natürlich. Aber Griechenland ist EU.
Wir können nicht jede Nebenstraße kontrollieren.
Ich versteh nicht,
wie ihr Lotte einer wildfremden Person anvertrauen konntet.
Halt deine blöde Fresse, Margot!
Was soll das?
Was soll denn der Scheiß?
Du hast kein Recht, dich so zu verhalten.
Wegen mir haben wir Elena nicht eingestellt, weißt du?.
Du bist nicht die Einzige, die das betrifft.
Ja?
Ich bin Tessa Berg, ich suche Elena Theodorakou.
Ich weiß, wer Sie sind. Ist Ihr Kind wieder da?
Wo ist Elena?
Ich weiß es nicht, das hab ich der Polizei schon erzählt.
Ist sie hier?
Hey, was soll denn das?
Kommen Sie zurück.
Warum ist sie einfach weg? Hatte sie mein Kind dabei?
Ich weiß nicht, was los ist, aber Elena würde so etwas nie machen.
Wo wohnt sie in Griechenland? - Ich weiß es nicht.
Sie hat bei ihrem Freund gewohnt.
Wie heißt der Freund? - Costas.
Und weiter? - Weiß ich nicht.
Vielleicht in welcher Stadt?
Wo warst du denn?
Tessa?
Wo gehst du denn jetzt hin?
Was machst du denn jetzt?
Ich flieg nach Athen.
Das ist doch verrückt, das ist Sache der Polizei.
Ruf mich an, wenn es was Neues gibt. - Was willst du denn da bewirken?
Es ist Zeit, jetzt mal runterzukommen.
Du solltest noch mal mit der Psychologin sprechen.
* Musik *
Als Konsulat haben wir keine Exekutivgewalt.
Die Polizei tut ihr Möglichstes.
Na ja, sonst hätten sie sie schon gefunden.
Athen hat über vier Millionen Einwohner.
Und Elena Theodorakou:
Das ist hier die Sandra Müller. - Sie wollen mir nicht helfen?
Dann geh ich selber zur Polizei.
Die meisten Beamten hier sprechen nicht mal Englisch.
Ich habe wirklich großes Verständnis. - Ja.
Aber Sie können hier nichts ausrichten.
* Handy *
Und? - (Jan) "Wo bist du?"
In Athen. Gibt es Neuigkeiten?
"Nein. Aber sie fahnden wie verrückt. Was machst du da drüben?"
Die Botschaft kannst du vergessen.
"Keiner glaubt, dass Lotte in Athen ist."
Ich kümmere mich selber drum.
"Weißt du, dass das egoistisch ist von dir?"
Ruf mich an, wenn's was Neues gibt. "Hast du mal ..."
(Anrufbeantworter) "Hier ist Meike,
ich hab das gerade gehört von ..."
"Hier ist Ida. Ich hab gerade die Nachrichten gesehen ..."
"Hallo, Tessa, Stefan aus dem Büro.
Wir haben mitbekommen, was passiert ist.
Wenn du irgendwas brauchst ..."
* Es klopft. *
Guten Tag, mein Name ist Tiberios Laskaris.
Tessa Berg.
Vom Hotel sagte man mir, Sie benötigen einen Übersetzer.
Ja.
"Ich suche nach meiner Tochter Lotte
und ihrem Babysitter Elena Theodorakou.
Die Frau ist 1,75 m groß, hat dunkelbraune Haare und blaue Augen.
Sie spricht Deutsch und war bis vor Kurzem in Frankfurt.
Hinweise, die zur Auffindung führen,
werden mit bis zu 20.000 Euro belohnt."
Und dann diese griechische Handynummer.
Sehr gut.
Handelt es sich um Ihre Tochter?
Ja.
Könnten Sie den Mann fragen ...
Sind Sie aus Deutschland? - Ja.
Mein Name ist Kouvalkis, ich leite das Informationsbüro.
Elena Theodorakou hat hier gearbeitet.
Wissen Sie, wo ich sie finden kann?
Wir erteilen keine Auskünfte über Personal.
Sie hat meine Tochter entführt.
Seit drei Tagen ist sie verschwunden, mit meiner Tochter.
Sie arbeitet seit über einem Jahr nicht mehr hier.
Es muss doch Personal-Listen geben. Oder jemand, der sie näher kannte.
Ich kann Ihnen nicht weiterhelfen.
Vielen Dank! Danke schön.
Ich häng das hier jetzt noch auf.
Darf ich fragen, was genau mit Ihrer Tochter passiert ist?
Sie war mit ihr zusammen.
Seit zwei Tagen sind beide verschwunden.
Sind Sie sicher, dass sie Ihr Kind entführt hat?
Ich verstehe die Frage nicht.
Vielleicht gibt es andere Gründe für das Verschwinden?
Was macht das für einen Unterschied?
Weil Sie Frau Theodorakou damit zu einer Kriminellen abstempeln.
Sie machen ihre Perspektiven kaputt. Sie findet keinen Job.
Ich bezahl Sie nicht für Ihre Meinung.
Tut mir leid.
Keiner dabei.
Er sagt, dass er die Plakate schon gesehen hat.
Ja und? Was macht er?
Er sagt, dass sie von 47 Elena Theodorakous
28 an ihrem Wohnort gefunden und überprüft haben.
Und was ist mit dem Rest?
Was hat er gesagt?
Würden Sie mir bitte mal übersetzen, was er gesagt hat?
Er sagt, dass die Polizei nicht glaubt, dass Ihre Tochter hier ist.
Ja und? Was heißt das? Sie machen jetzt nichts, oder was?
Ich fürchte ja.
Ich werde hier nicht eher weggehen, bis er meine Tochter sucht.
Sagen Sie ihm das.
Übersetzen Sie so, wie ich es Ihnen gesagt habe.
Er sagt, er kann für nichts garantieren,
aber er kann sich bemühen ...
Ich bezahl Sie hier, also übersetzen Sie, was er gesagt hat.
Er meint, dass Frau Theodorakou
vermutlich aus Angst vor den Konsequenzen geflohen ist.
Was für Konsequenzen?
Die Beamten glauben, dass es einen Unfall gab.
Und dass Ihre Tochter tot ist.
Ich möchte jetzt gehen.
Es tut mir sehr leid, dass wir nichts erreicht haben.
Hier, Ihr Geld.
Ich meld mich.
* Handy *
Hello?
* Männerstimme, Griechisch *
Sorry, I don't speak Greek. Do you speak English?
Hello?
"I know about your daughter."
What do you know? Where is she?
"Can we meet?"
Who are you?
"I am a friend of Elena Theodorakou."
What do you know about her?
"We should meet. I want 5000 euros."
I cannot just meet you. You have to tell me more.
* Mann am Handy hat aufgelegt. *
Hello?
* Handy *
Hello?
"If you want to know about your daughter,
be at Syntagma Square in 30 minutes, at the fountain.
Alone. I won't call again."
Okay.
* Tessa schreit. *
Shut up! Shut the fuck up!
Where, where is the rest? I said 5000!
I couldn't get more from the machine.
You fucking cunt!
* Tessa schluchzt. *
* Handy *
(Tiberius) "Frau Berg?
Entschuldigung, ich bin eingeschlafen.
Ist alles in Ordnung mit Ihnen?"
Können Sie bitte kommen?
Wo sind wir?
Hier wohne ich.
Sie hätten mich ins Hotel bringen sollen.
Nein, Sie kommen jetzt mal mit zu mir, ja?
Essen ist gleich fertig.
Ein bisschen Tee?
Ja, danke. - Ich stell es hin.
Danke schön.
Wohnen Sie hier ganz alleine?
Meine Wohnung in der Stadt musste ich verkaufen.
Leider.
Und haben Sie keine Familie?
Ich hab's irgendwie verpasst zu heiraten.
Aber in dieser Zeit hat es doch etwas Positives,
nur die Verantwortung für sich selbst zu tragen.
Und Sie?
Sie leben mit Lottes Vater zusammen?
Mhm.
Ich will nicht indiskret sein, aber wo ist er jetzt?
Er ist zu Hause in Frankfurt.
Er gibt mir die Schuld an allem.
Wieso?
Er wollte nicht, dass ich wieder arbeite.
Und er hatte recht, ohne mich wäre das alles nicht passiert.
Das ist doch Unsinn.
Manche Dinge passieren einfach. Und niemand kann etwas dafür.
Ich muss die ganze Zeit an sie denken.
Ich frag mich, wie es ihr geht, und wie einsam sie sich fühlen muss.
Und wenn irgendjemand ihr etwas antut,
dann hoff ich, dass sie wenigstens nicht leiden muss.
Sie müssen sich vergeben, Frau Berg.
Das kann ich nicht.
Niemals.
Jetzt essen Sie erst einmal.
Danke schön.
Vielen Dank für alles.
* Handy *
Hat Frau Theodorakou Englisch und Deutsch studiert?
Wo ist Lotte?
Was hast du mit ihr gemacht? - Es tut mir leid.
Was hast du mit ihr gemacht?
Wo ist mein Kind? Wo ist mein Kind?
Wo ist sie? Ist sie da drin?
Lotte!
Lotte, Lotte! Wo ist sie? - Ich weiß nicht.
Es tut mir leid. - Ist sie da drin? Lotte!
Und?
Ihnen droht eine Anzeige wegen Hausfriedensbruch.
Was ist mit meiner Tochter?
Die Polizei hat alle ihre Angaben überprüft.
Sie haben auch bereits den Fahrer des Busses aus Ljubljana befragt.
Sie hatte kein Kind dabei.
Sie war einfach überfordert mit der Situation.
Wussten Sie, dass sie schwanger ist?
Irgendjemand hat Ihr Kind genommen, Frau Berg.
Aber nicht Elena Theodorakou.
Tessa.
Tessa!
Ich will mit dir reden.
Tessa. - Lass mich in Ruhe.
Bitte.
Hast du nicht gehört? Du sollst mich in Ruhe lassen.
Tessa.
Ich wusste nicht, wo ihr wart, ich hab dich nicht erreicht.
Ach so, jetzt bin ich schuld, ja?
Nein, ich hatte einen Arzttermin wegen meinem Kind.
Dein Kind ist mir scheißegal.
Du hattest auf mein Kind aufzupassen.
Ich würde alles tun, es wiedergutzumachen.
Das kannst du aber nicht!
Nichts kann wiedergutmachen, was du mir angetan hast. - Bitte.
Verzeih mir. Tessa, bitte. - Lass mich los! Du sollst mich ...
* Elena stöhnt vor Schmerz. *
Tessa, bitte.
Hilf mir. Bitte.
Oh nein! - Steh auf.
Ich kann nicht. - Jetzt reiß dich zusammen.
Das kannst du. Atme langsam ein und langsam aus.
Konzentrier dich. Konzentrier dich. Ein und aus.
Und ein und aus. - Ich kann nicht.
Ein uns aus. Langsam.
Elena, konzentrier dich aufs Atmen.
Ich kann nicht mehr. - Du konzentrierst dich aufs Atmen.
Guck mich jetzt an. Guck mich an.
Atme. Guck mich an.
She is pregnant.
You have to stay here, please.
* Es klopft. *
You have left this in the bar, Miss Berg.
Thanks.
(Mailbox) "Sie haben 20 neue Nachrichten. Nachricht eins:
* Kinderstimme *
(Jan) "Sie ist wieder da, Tessa. Lotte ist wieder da.
Hörst du sie?
Es war eine psychisch labile Frau.
Sie hat sich der Polizei gestellt und ...
Aber Lotte geht es gut, sie hat sie gut behandelt."
(Lotte) "Mama, Mama."
Sie schläft gleich. Machst du die Tür zu?
Wir haben wirklich Glück.
Hast du Elena eigentlich gefunden?
Nein.
Jetzt fahren wir nach Hause.
Na, los jetzt.
Untertitelung: BR 2018
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