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Original subtitles

DAS SCHLOSS MEINER MUTTER

Damals war ich noch ein kleiner Junge,

aber ich habe die Liebe meines Lebens getroffen,

die Hügel der Provence.

Ein wunderbarer Sommer, der wie im Traum vergangen ist!

Lili!

Marcel!

Lili!

Aber die Ferien waren zu Ende

Ich wusste bereits, dass ich es nicht ertragen würde, ein ganzes Jahr zu warten,

um meine Hügel wiederzufinden.

Ich musste einen Weg finden;

ich war zu allem bereit.

Marcel!...

Marcel!

Mama...

Jeden Tag begann von neuem die einfache und schöne Geschichte von Augustine

und ihren drei Männern.

Joseph, mein Vater, hat sein vorheriges Leben wieder aufgenommen,

als ob das Glück der großen Ferien nicht gezählt hätte.

Er ging mit uns zur Schule.

Wir gingen mit ihm zur Schule...

Guten Tag, Herr Lehrer,

und die Ferien?

... Von allen Papas,

war mein Vater der einzige, der durch die Türe gehen durfte...

Der Herbst, Komma,

mit seinen Windböen,

Komma,

seinen langen Seufzern...

Anstelle des Diktats hörte ich das blecherne Stimmengewirr der Grillen.

Komma,

diese aufgeweichten Wege...

Ich sah Feigen- und Olivenbäume. ... man denkt an den Wintern, der näher kommt.

Ich war nicht in der Klasse, ich streifte durch meine Hügel...

Punkt. Ende!

"HERR DIREKTOR"

Treten Sie ein!

Er ist es!

Sie sind es!

Du bist es!

Ich bin es?

Bravo!

Glückwunsch! Sehr bemerkenswert,

- sehr, sehr bemerkenswert. - Bravo, bravo!

Es war keine Strafe, sondern ein viel schlimmeres Schicksal, das mir bestimmt war.

Ich wurde nämlich dazu bestimmt, bei der furchtbaren Stipendiatsprüfung

die Farben der Grundschule zu verteidigen...

Als ernannter Champion der Schule

hatte ich das Recht auf ein intensives Training...

Man ließ mir keine Atempause mehr.

... Cambrai, Douai, Dunkerque, Valenciennes, Avesnes.

Bien. Pas-de-Calai?

Hauptstadt: Arras; Unterpräfekturen: Béthune, Boulogne.

Wir haben

schöne Ferien verbracht...

Die schönen Ferien, DIE wir verbracht haben

Die schönen Ferien, die wir verbracht

hab-e-n!

Ah!

Marcel, geht es Dir gut?

Also Augustine!

Es ist der Mangel an Bildung, der schaden kann, nicht das Übermaß.

- Hast Du auch kein Kopfweh? - Oh!

Meine zärtliche Augustine pflegte mich wie einen Rekonvaleszenten...

... und bereitete mir köstliche Speisen zu,

denen leider ein

großer Löffel Lebertran vorausging.

Aber als ich donnerstags zur Schule gehen musste...

- Marcel, es ist Donnerstag! - Na und?

Schlaf ein, Colin, mein kleiner Bruder...

Ja, selbst am Donnerstag, diesem heiligen freien Tag!

Ich hatte eine Anwandlung von Revolution, deren Ziel der brave Paul war...

Marcel!

Aber das ist Paul!

Selbst Papa geht donnerstags nicht zur Schule!

Die Lehrer lösten sich bei mir ab,

wie Polizeiinspektoren bei der Vernehmung eines Verdächtigen...

La Fontaine lehrt uns...

Eines Donnerstagmorgens,

machte ich einen Umweg...

Sicher, mein Vater hatte es mir oft genug wiederholt,

ich wusste, dass Gott nicht existierte,

aber ich war mir dessen nicht ganz sicher...

Die Seefahrer kennen den Ruf der Weite.

Ich spürte gerade den Ruf der Hügel.

Ja, sie riefen mich zu sich, meine lieben Hügel.

Garlaban,

Taoumé

Rotkopf...

Ich grüße euch!

- Papa! - Ja!

- Ich muss Dir etwas sagen. - Ja gut, ich Dir auch...

Ja, aber meins ist ganz wichtig!

Ich glaube, die Stadtluft tut Mama nicht gut...

Woher hast Du das denn?

Du hast das doch gesagt... dass sie für ihre Gesundheit frische Luft braucht...

Naja, das ist so eine Redensweise... Und?

Also habe ich eine Idee...

Es wäre besser für Mama, wenn wir das ganze Jahr über da oben wohnen würden, in den Hügeln!

- Und die Schule? - Aber für die Schule ist Vorsorge getroffen!

Wir gehen jeden Morgen nach Marseille hinunter und jeden Abend hinauf.

- Wer WIR? - Na, Du und ich!

Zu Fuß?

Aber natürlich nicht: mit dem Fahrrad.

- Hey, welches Fahrrad? - Onkel Jules kann Dir seins leihen.

Ein Fahrrad für 2?

Du setzt mich auf den Lenker!

Ha! Und im Winter, wenn es dunkel ist?

Werden wir eine Laterne haben! Und ich werde sie halten!

Geh, Marcel! Du siehst doch selbst, dass Deine Idee auf tönernen Füßen steht...

Papa...

Du warst doch auch glücklich in den Hügeln, diesen Sommer?

Aber sicher!

Also warum willst Du nicht dorthin zurückkehren?

Ich war sehr glücklich in den Hügeln.

Weißt Du,

wir waren alle sehr glücklich in den Hügeln.

Nicht wahr, Augustine?

Und darum gehen wir alle über Weihnachten dorthin!

An Weihnachten?

Wir verbringen die Feiertage dort. Was, hat Papa es Dir nicht gesagt?

He, Marcel hat mich nicht zu Wort kommen lassen.

- Papa! - Diese Ferien, meine Kinder,

sind eine Idee von Mama und sie hat so darauf gedrängt, dass ich nachgeben musste,

wie gewöhnlich!...

Mama!

Danke... Mama!

Meine Mutter, ganz in Pelz gekleidet,

vom Kaninchen selbstverständlich,

sah wie die schönen kanadischen Schlittschuhläuferinnen aus,

die über den Postkalender glitten...

- Gehen wir auch wenn es regnet? - Aber ja!

Wir machen uns ganz schlank, laufen ganz schnell mit geschlossenen Augen

und schlüpfen so zwischen den Tropfen durch.

Vielleicht gibt es Schnee?

- Wie am Nordpol! - Wie am Nordpol.

Vielleicht gibt es auch Bären?

Hm, naja!

- Sieb. Ja. Trichter. Ja. -

- Pfanne. Ja. Kaffeemühle. Ja. -

- Käsereibe. Nein! -

Wie nein? Marcel! Käsereibe!

- Schrubber. Ja. Kerzen. Ja. Gewehrschachtel. Ja. - Mama! Dochte!

- Ich muss Pipi. - Ja. Streichhölzer. Alles da.

- Schau, hier ist die Käsereibe. - Gut. Gib sie mir.

- Marcel! - Ja, Mama.

- Da, nimm! - Danke.

Komm her!

Los, vorwärts! Auf den Weg, Gefährten!

Erinnere Dich, Augustine,

hier sind die Schlösser, die wir nicht durchqueren können...

Wir müssen einen großen Umweg laufen, hier...

Das sind noch wieviel Kilometer zu laufen? Sechs...

Das ist ziemlich weit, aber gut..

Wir haben die ganzen Ferien, um uns zu erholen.. Auf den Weg, Gefährten!

- Mama, gib mir Dein Bündel... - Du hast genug mit Deinem...

Mama!

Ich muss Pipi!

Schon wieder! Beeil Dich!

Unter einer kleinen Wintersonne,

bleich und geschoren wie ein Mönch,

haben wir den Weg der großen Ferien gefunden.

Dezember, Nachtwächter,

hat die übermütigen Kräuter abgefackelt und den Fuß der Mauer entblößt.

Weder Grillen noch Heuschrecken.

Kein Laut, keine Bewegung.

Ich denke an Lili, Lili aus Belons...

Dieser kleine Bauer war mein Freund, er hatte mir alles von seinen Hügeln beigebracht.

Vielleicht war er auf dem Weg, um mich zu empfangen?

Lili!

Marcel?

Hallo Kollege!

Du hast mich also erwartet.

Oh nein, ich wollte Falter-Ede besuchen... aber er ist nicht zu Hause,

also wartete ich, um zu sehen, ob er nicht bald zurückkäme.

Ah gut...

Guten Abend, die Herrschaften!

Ich war glücklich, denn ich wusste, dass er mich angelogen hatte.

Guten Tag, Herr Joseph!

Ja, er war gekommen um mich in diesem kalten Weihnachts-Regen zu erwarten,

dessen glänzende Tropfen an seinen langen Wimpern hingen.

Er war schon seit Stunden da, mein kleiner Bruder der Hügel.

Ah, Herr Lehrer, also immer noch in den Ferien?

Oh, übertreiben wir nichts...

Oh, ich nehme nie Urlaub... Nebenbei bemerkt,

ich arbeite auch nicht, also...

Gib mir Dein Bündel.

Wir sind von Marseille gekommen, man kann nichts sehen, die Straßen...

- Oh, in den Hügeln war auch Nebel, in den Bäumen.

Das Feuer ist eine Verbrennung,

der Sauerstoff aus der Luft erlaubt diese Verbrennung.

Und das Kohlendioxid, Papa? Ach ja!

An diesem Abend,

dem Weihnachtsabend,

verspürte ich ein neues Gefühl.

Die Flamme des Feuers flackerte und ich sah in dem leichten Rauch

einen blauen Vogel mit goldenem Kopf entfliegen.

Im negschdn Joa, wemma nimma da san, simma net wenger.

Ich hab nichts verstanden.

Das heißt: "Im nächsten Jahr,

wenn wir nicht mehr hier sind, sind wir hier doch nicht weniger!"

Das ist sehr hübsch...

Das bringt Glück ins Haus und es ist gut, dass es das Ihre ist.

Und bei Dir zu Hause feierst Du nicht Weihnachten?

Nein, mein Vater sagt, dass es ein Tag wie jeder andere sei.

- Geht er nicht zur Mitternachtsmesse? - Nein!

Und vor allem nicht in diesem Jahr, weil es zu trocken war.

Und nun geht er nicht dorthin, bis es regnet. Er hat nämlich gesagt,

dass der liebe Gott einer Lektion bedarf.

Fröhliche Weihnachten! -

- Mama! - Du lieber Gott!...

Pst... die kleine Schwester schläft...

Ich habe schon von den 13 Nachspeisen gehört,

aber ich sehe sie zum ersten Mal alle zusammen.

Ich auch!

Und ich verspreche euch, dass ihr sie nicht nur sehen werdet.

- Oh, Mandarinen! - Stopp, Vielfraße!

Bevor ihr sie esst, müsst ihr mir diese 13 Nachspeisen aufzählen!

Oh, Joseph, glaubst Du wirklich, dass das der richtige Augenblick ist?

Man darf nie...

... eine Gelegenheit versäumen, sich zu bilden.

Zunächst die 4 Bettler,

Feigen, Mandeln, Haselnüsse, Rosinen.

Und dann die Äpfel, Birnen, Pflaumen, Walnüsse... das sind 8.

Mandarinen, Melone, weißer Nugat, schwarzer Nugat...

Ah, es fehlt eins...

Ja, das ist die Ölpumpe... ... die Fougasse.

- Bravo! Bravo! - Bravo, Mama! Bravo, Augustine!

- Fröhliche Weihnachten! - Onkel Jules!

Onkel Jules.

Wir freuen uns über Ihr Kommen, aber wir haben Sie nicht erwartet.

Haben Sie Rose und das Baby alleine gelassen?

Mein lieber Joseph, seit meiner Kindheit

habe ich nie versäumt, an einer Mitternachtsmesse teilzunehmen.

Also habe ich mit Hilfe des Fahrrads entschieden,

sie hier zu hören, in der Kirche von Treille,

und dann hoch zu kommen, um die Geburt des Heilands mit euch zu feiern.

Diese Messe

war sehr schön.

Es gab eine riesige Krippe,

die Kirche war mit blühendem Rosmarin bestückt,

und die Kinder haben wunderbare Weihnachtslieder aus dem 14. Jahrhundert gesungen.

Es ist bedauerlich, dass Sie nicht gekommen sind!

Ich wäre nur als Schaulustiger gekommen.

Und ich nehme an, dass die Leute, die für das Schauspiel und die Musik in die Kirche kommen,

nicht den Glauben der anderen respektieren...

Das ist ein schönes Empfinden!

Kommt, Freunde, schaut, schnell, schnell, schnell,

schnell, Marcel, sieh mal!

- Danke, Onkel Jules. Danke, Onkel Jules! - Danke, Onkel Jules!

Übrigens, Joseph,

ob Sie nun zu dieser Messe gekommen sind oder nicht, Sie waren doch da heute Abend.

Ach, und wie war ich dort?

Sie waren mit der ganzen Familie dort,

denn ich habe lange für Sie gebetet.

Und welche Gunst haben Sie vom Allmächtigen erbeten?

Die schönste von allen.

Ich habe Ihn inständig gebeten, Ihnen nicht länger Seine Anwesenheit vorzuenthalten

und Ihnen Glauben zu senden.

Wissen Sie, ich glaube nicht,

dass der Schöpfer des Universums

geruht, sich mit Mikroben, die wir sind, zu beschäftigen...

Aber Ihr Gebet,

mein lieber Jules,

ist ein schöner und guter Beweis für die Freundschaft, die Sie uns entgegenbringen.

Und ich danke Ihnen!

Fröhliche Weihnachten, mein lieber Joseph!

Lili!

Marcel!

Papa, wann kommen wir wieder hierher?

Hm, ja, in den nächsten Ferien...

Wann ist das?

Naja, Ostern.

Wieviele Tage sind das Papa?

Nun, das macht... oh, Du nervst!

Wobei, nein, schau, das ist eine ausgezeichnete Übung für Deine Stipendiatsprüfung:

Du rechnest die Zahl der Tage bis Ostern und

auch die Minuten und Sekunden...

2472 Stunden...

eine Stunden hat 60 Minuten, also zweitausend...

Meine Liebe zu den Hügeln triumphierte über die mathematische Grausamkeit.

103 Tage, 148.320 Minuten

und 8.899.200 Sekunden später...

... waren wir zurück im verwunschenen Landhaus...

- Onkel Jules! Onkel Jules! - Tante Rose!

Und Onkel Jules verstieß nicht gegen die Tradition.

Fröhliche Ostern, mein lieber Joseph!

Fröhliche Ostern, mein lieber Jules!

Und hier etwas für die Naschkatzen!

Ach, ist das schön!

Ah, nun sind also die schönen Tage des schönen

Vogels und der schönen Liebe zurückgekehrt.

Stopp, kleine Kröte! Wo gehst Du hin!

Na, in die Hügel...

Und Deine Erdkundehausaufgaben?

Ich habe Lili versprochen, die Fallen zu kontrollieren...

Dein Freund Lili wird sich alleine auf den Weg machen.

Das ist nicht möglich! Er hat Haare an den Beinen!

Haare an den Beinen, ja und?

Also sein Vater hat gesagt, dass er nun ein Mann sei und er ihn bei der Arbeit brauche...

Na, ich brauche Dich auch bei der Arbeit, und zwar schnell!

Mama hat mir gesagt, ich solle Thymian pflücken.

Marcel, denk daran, dass Deine Prüfung in drei Monaten stattfindet.

Und mein Hasenpfeffer findet in drei Stunden statt...

Ach, der Hasenpfeffer. Also dann selbstverständlich.

Ich war ziemlich wenig informiert über die Sitten und Gebräuche des schwachen Geschlechts.

Ich verkehrte nur mit meiner Mutter und meiner Tante, die keine Frauen waren,

sondern eine Mutter und eine Tante.

Welcher Weg führt nach Belons?

- Hast Du Dich verlaufen? - Ja,

aber das ist kein Grund mich zu duzen.

Ich bin keine Bäuerin.

Ich fand dieses seltsame Geschöpf sehr eingebildet.

Ich schloss daraus, dass sie reich war.

Nun, in welche Richtung muss man gehen?

Den Weg rechts...

Oh nein! Sie wissen doch genau, dass er durch ein riesiges Spinnennetz versperrt wird!

Sie müssen nur darum herum laufen.

Ja, aber dann muss man durch diese hohen Kräuter laufen...

und ich habe ein schreckliches Tier vorbeihuschen gesehen, das lang und grün war.

Ich begriff, dass sie eine Eidechse gesehen hatte...Aber weil sie mich ärgerte...

Das muss eine Schlange sein.

Hier ist das Tal der Schlangen. Sie ernähren sich von Ratten.

Und weil es viele Ratten gibt, gibt es auch viele Schlangen.

Oh mein Gott!

Wenn ein Junge galant ist, verlässt er niemals eine junge Frau an einem solch gefährlichen Ort.

Ich gestatte Ihnen, mich zwei oder drei Mal zu duzen, wenn Sie die Spinnen verjagen.

Ich muss Sie deswegen nicht duzen.

Gehen wir!

Warten Sie!

Komm,

hier ist Ihr Weg. Dort, an der Wegbiegung, sehen Sie Belons.

Ich habe Angst, mich nochmals zu verlaufen...

Ich gestatte Ihnen, mich zu begleiten.

Ich dachte an den Thymian, an meine Hausaufgaben,

an die Fallen, die zum Festmahl der Füchse und Ameisen wurden...

Wenn es an einem anderen Tag wäre, vielleicht. Aber heute kann ich nicht.

Trotzdem danke.

Bleiben Sie hier?

Ja: ich warte, dass jemand vorbeikommt.

Hier kommt niemals jemand vorbei.

Na, dann macht es auch nichts. Wenn meine Mutter sieht, dass ich nicht zurückkehre,

benachrichtigt sie die Bauern und die Polizei, aber sie werden zu spät kommen...

Zu spät???

Weil ich tot sein werde, so ist es!

Erdolcht, blutüberströmt!

Aber...

Diese Dinge druckt man in den Zeitungen.

Das kann ich Ihnen versichern, denn meine Vater ist bei einer Zeitung, die "Le Petit Marseillais" heißt.

Also kommen Sie.

Den "Petit Marseillais" liest mein Onkel jeden Tag wegen der Politik...

Mit der Politik beschäftigt sich mein Vater nicht. Er ist mehr als das.

Ist er der Direktor?

- Oh, mehr als das! Er korrigiert alle Artikel - der anderen. Oh?!

Aber ja! Und darüber hinaus schreibt er Gedichte, die in Zeitschriften in Paris veröffentlicht werden.

Gedichte mit Reimen, wie Victor Hugo?

Genau, mein Herr.

Wie heißt Ihr Vater?

Lois de Montmajour!

Wie?

LO-ISS DE MONTMAJOUR!

Nein, diesen Namen hatte ich nicht in meinem Buch.

Ich wagte es nicht, es ihr zu sagen, denn ich wurde von Respekt ergriffen bei dem Gedanken, dass sie adlig ist.

Daher

durfte man sie nicht duzen...

Und Sie, was macht Ihr Vater?

Er ist Professor.

Ein Professor wofür?

Für alles. Er ist in der Schule Chemin des Chartreux

Eine staatliche Schule? Er ist Schulmeister...

Das ist sehr gut, aber es ist weniger als ein Professor...

Geht Ihr Vater auf die Jagd?

Oh! Was ist das denn?

Thymian.

Riechen Sie!

Oh! Wie abscheulich!

Was?

Ihre Hände! Man könnte meinen, Hände eines Bettlers.

Das ist sauber. Das ist Erde.

Ich habe Ihnen erlaubt, mich zu duzen. Ich frage mich, warum Sie das nicht ausnutzen?

Weil man die Leute von Adel niemals duzt.

Es ist wohl eher, weil ich Sie beeindrucke.

Mich? Überhaupt nicht!

Ich bin es nicht, die Sie einschüchtert, es ist meine Schönheit.

Mein Name ist Isabelle...

Ich sage ihn Dir und Du wirst ihn nie vergessen.

Und Du?

Ich heiße Marcel.

Das ist nicht übel,

aber weniger hübsch als Isabelle.

Aber letztlich ist das nicht Deine Schuld.

Kommst Du?

Oh, Babette!

Das seid Ihr ja endlich!

Stellen Sie sich vor, von Blume zu Blume habe ich mich verlaufen.

Ich habe mich schon gefragt, ob Sie nicht der Wolf gefressen habe.

Lachen Sie nicht, Mama, lachen Sie nicht.

Ich war sogar von zischenden Schlagen umgeben.

Glücklicherweise hat mich ein Junge gerettet und mich bis hierher begleitet.

Seine Hände sind ziemlich schmutzig, aber er ist sehr mutig.

Es stimmt, dass er schmutzige Hände hat.

Sehr schmutzige sogar.

Das kommt daher, weil ich für meine Mutter Thymian gepflückt habe.

Ich würde diesen Jungen gerne einladen, zu Ihnen zum Spielen zu kommen,

wenn ich sicher wäre, dass er keine Schimpfworte benutzt.

Ich kenne einige Schimpfworte, aber ich benutze sie niemals.

Ich wusste es! So macht man das ganz und gar nicht.

Wie dann?

Du darfst nicht meine Hand anheben:

Du bist es, der seinen Kopf senken muss, um mich zu grüßen.

Fang nochmal an!

Das ist nicht schlecht.

Ich werde es Dich

heute Nachmittag lehren.

Ah! Jetzt aber! Ah!

Nun!

Du hast Dir aber Zeit gelassen... Wenn ich mit dem Hasenpfeffer auf Dich gewartet hätte...

Auf einem Stein habe ich ein Mädchen getroffen.

Tot?

Nein, es war ein verirrtes Mädchen.

Ein noch gefährlicheres Treffen!

Wie alt ist sie?

Sie ist so groß wie ich.

Und wo wohnt sie?

In dem langen Haus von Belons.

Ich habe ihre Mutter gesehen: sie ist prachtvoll.

Seht ihr?

Und das Mädchen?

Sie ist sehr hübsch. Hat ganz runde Waden...

Sieh an... das hast Du bemerkt?

Gefällt sie Dir?

Einigermaßen...

- Sie sagt "Sie" zu ihrer Mutter. - Dann ist es nicht ihre Mutter.

Doch, es ist ihre Mutter, weil sie sie Mama nennt.

Pst! Und ihr Vater?

Ihr Vater schreibt herrliche Gedichte,

und er ist ein Adliger:

Er heißt Lois de Montmajour.

Hm, Lois de Montmajour... das ist offensichtlich ein Künstlername.

Diese Dichter leben in einem Traum

und das endet mit dem Hungertod...

Oh, nicht alle!

Der Mann von Lucienne, der Lieder für das Alcazar schreibt,

dem zahlt man kein schlechtes Geld...

Aber seine Lieder sind voller Anzüglichkeiten.

Ja, aber es reimt sich.

Rose Sie haben eine seltsame Vorstellung von Poesie...

Das ist der Geborene, das ist die Nacktheit, das ist der Leuchtturm, das ist die Seerose,

Das ist das "wenn", das ist der Rücken, das ist das "weder" meiner Sidonie.

Die Nase in meinem "wenn", die Nacktheit ihres Rückens

der Leuchtturm meines "weder", das ist die Seerosenmanie.

- Also wirklich!

Sie hatten gut lachen,

ich hörte ihnen nicht mehr zu, dachte an die erstaunliche Isabelle,

die mir die Hand zum Kuss reichte und die mich erwartete.

Gefällt Ihnen das?

Oh ja!

Aber das Beste ist, dass sie mit beiden Händen gleichzeitig spielen,

und mit allen Fingern!

Nächstes Jahr stelle ich mich beim Konservatorium vor.

Liebst du die Musik?

Ich weiß nicht!

Leg Dich hin!

- Wohin? - Zu meinen Füßen!

Zu Ihren Füßen?

Los!

Nun presse Dein Ohr an das Klavier!

Ich betrachtete ihre so kleinen Hände, die so viel Musik entstehen ließen,

und ich begriff, dass es eine Fee war, die den Schlüssel zu meinen geheimsten Schlössern hatte.

Prinzessin!

Ah, das ist mein Vater!

Ich grüße Euch, Prinzessin!

Papa, lassen Sie mich Ihnen den Jungen vorstellen, der...

Da ist also der Ritter, der die Viper hetzt

und die Spinne in ihrem Schlupfwinkel gespalten hat!

Es war eine Natter...

Pagen meines Kastells, blast den Olifanten

zur Erinnerung an den Helden, der mein Kind gerettet hat.

Ohh Lois!

Lois!

Kinder, für den Dichter bedarf es unverzüglich des Absinth mit den grünen Augen.

Bereitet den Nektar vor!

Ohh Lois, Lois!

Oh, wenn ihr wüsstet, wie mich die Muse zermürbt.

Lois!

Ich versuche seit vier Tagen, einen reizlosen Reim zu ersetzen.

Es ist wie ein brauner Fleck auf einer Alabasterstatue,

wie Mehltau auf einem Rosenstock.

Stopp!

Und doch,

ist das Wort nicht fern. Es ist da.

Es flattert um meine Leier...

Der Poet dichtet.

Der Besuch ist zu Ende.

Seht es als Euer Paar an, O, seht, Infantin,

Blitz der Büsche, im Ergrünen des Absinth.

Ho, Kollege!

- Lili! - Und, was machen die Fallen?

- Warte, mir ist da eine lustige Geschichte passiert. - Oh, ich weiß, Paul hat es mir erzählt.

Was hat er dir gesagt?

Dass Du Dich mit einem Mädchen amüsiert hast. Einer Idiotin, die Angst vor Spinnen hat.

Eine Idiotin? Ich wollte, Du würdest sie Klavier spielen hören!

Pah, eine Handkurbel zu drehen ist nicht schwierig.

Im Verein bin häufig ich es, der das macht.

Was für eine Handkurbel? Das ist ein richtiges Klavier. Sie ist es, die spielt, mit allen Fingern, beider Hände!

Ja, ja. Aber in dieser Zeit haben der Fuchs und die Ameisen sicherlich ein Festmahl genossen.

Vielleicht ist es noch nicht zu spät...

Nicht zu spät? Die Ameisen sind nicht gefühlvoll.

Adieu!

Es war Ostersonntag.

Ich wollte Isabelle damit überraschen, dass ich sie beim Verlassen der Messe grüßte.

Außerdem ist ihr Vater ein Trinker!

Von wem sprichst Du?

Das weißt Du sehr gut.

Wer hat Dir gesagt, dass er ein Trinker ist?

Mein Vater.

Er hat einmal den Herrn gesehen, der auf der Straße auf allen Vieren gelaufen ist.

Die Wahrheit ist, dass Dein Vater ein Lügner ist!

Ich mag es gar nicht, als Lügner bezeichnet zu werden! Schon gar nicht von einem aus Marseille!

Wenn es wahr ist, dass er auf allen Vieren auf der Erde herumlief, dann war er wohl krank.

Oh ja, das kann jedem passieren, krank zu sein, ja.

Was Du nicht sagst! Er hat seine ganzen Pernod erbrochen.

Das ist eine lustige Krankheit!

Wenn man vom Teufel spricht...

Er ist gut begossen zur Kommunion gegangen.

Ich schwöre meiner Königin Gehorsam und Treue...

... Und ich bin bereit, für sie zu sterben.

... Und ich bin bereit, für sie zu

Zu sterben!

Zu sterben.

Es ist gut, erheben Sie sich.

Was ist das für ein Spiel?

Ich bin die Königin und du mein Ritter.

Und weiter?

Nun musst Du tun, was ich Dir sage.

Alles?

Alles!

Die Königin wollte meine Kraft und meinen Mut testen.

Sie erklärte mir, wenn ich dieses Monster streicheln würde...

Ernenne ich Dich zum Hauptmann meiner Wache.

- Mich? - Ja!

Ich bewegte mich auf den Rehbraunen zu,

und zählte auf den bekannten Magnetismus des menschlichen Blicks einerseits und

andererseits auf die Haltbarkeit der Kette...

Es war ein zärtlicher und leidenschaftlicher Einzelgänger, eine liebestolle Bestie.

Er wäre mir bis ans Ende der Welt gefolgt...

Ritter,

ich bin zufrieden mit Euch.

Nachdem sie meine Tapferkeit gemessen hatte,

gefiel es ihr, meine männlichen Tugenden zu erniedrigen.

An diesem Nachmittag war ich nacheinander...

... der treue Negersklave,

Schleppenträger und Fächerbeweger...

Öffne den Mund, schließe die Augen!

... und ich endete als blutrünstigen Hund, Schaum auf den Lefzen.

Brutus, bei Fuß!

Mach Männchen!

Leg ab, aus.

Los!

Platz!

Schließe die Augen!

Öffne den Mund!

... Und danach hat sie ihn auf allen Vieren laufen lassen!

Bellend!

Das ist aber ein merkwürdiges Spiel!

... Und das bringt überhaupt nichts! Nie in meinem Leben würde ein Mädchen

mich dazu bringen, auf allen Vieren zu laufen!

Mich auch nicht, niemals in meinem Leben!

Aber das ist das Spiel vom Ritter und der Königin! Das ist Poesie, das könnt ihr nicht verstehen.

Und die Heuschrecke? Ist die Heuschrecke Poesie?

Die Heuschrecke?

Sie hat ihm gesagt: "Schließe die Augen, öffne den Mund!"

und sie hat ihm eine Heuschrecke gegeben.

Lebend.

- Und Du hast sie geknabbert! - Nein!

Doch, Du hast sie geknabbert!

Nein, das ist nicht wahr! Ich hab sie ausgespuckt! Genau!

Das ist die Wahrheit, das habe ich auch gesehen!

Na, ob ausgespuckt oder geknabbert, ich finde diese Art von Scherzen völlig idiotisch,

und es ganz eindeutig, dass dieses Mädchen Dich für einen Dummkopf hält.

Ich verbiete Dir, nochmals zu diesen Leuten zu gehen. Hast Du verstanden?

- Aber Papa... - Diskutiere nicht!

Wenn die Mädchen Dich heute Heuschrecken essen lassen,

dann frage ich mich, was sie Dich später essen lassen.

Diese Kleine haben wir doch in der Messe mit ihren Eltern gesehen.

Sie ist recht niedlich,

aber sie wirkt eingebildet und heimtückisch.

Oh, das ist doch aber kein Drama!

Ja, sicher, aber Marcel ist so sensibel,

ich weiß, dass er leiden wird.

Ich weigere mich zuzulassen, dass mein Sohn den Kasper macht,

um die Tochter eines Säufers zu amüsieren!

Ich war verzweifelt ob der plötzlichen Feindseligkeit meiner ganzen Familie.

Ihr aller Irrtum war,

dass sie die Kraft eines weltweit einzigartigen Gefühls nicht verstanden,

und dass sie es selbst niemals verspürt hatten, da es nur eine einzige Isabelle gab.

und die kannten sie nicht!

Isabelle!

Sprichst Du mit mir?

Ich spreche nicht mit Spionen,

ich spreche mit meinem Herzen.

Du wirst gaga!

Was ist los?...

Isabelle ist unten.

Treten Sie ruhig ein!

Seit meiner frühesten Kindheit ertrug ich schlecht diese tierische Ergebenheit,

welche das Menschsein lächerlich macht.

Ah, Marcel! Du kommst mitten in eine Katastrophe!

Zunächst habe ich mich erkältet,

ich hatte die ganze Nacht Fieber.

Und jetzt bin ich krank,

verstehst Du, krank!

Das ist nicht das Schlimmste, denn das hatte ich schon einmal...

Aber was gerade noch fehlte...

Riechst Du nichts?

Pst!

Ein ekelhafter Geruch verpestete mit einem Mal meine Nasenlöcher...

Das ist schon wieder diese gemeine Katze: sie hat Abscheuliches in die Ecken gemacht!

Was noch fehlte, werde ich Dir sagen... was noch fehlte...

Oh weh! Ich wusste bereits, was noch fehlte...

Was noch fehlte war, dass meine Königin am Tag unseres

Liebesschwurs ganz einfach Durchfall hatte...

... und nun Katzendreck suchte.

Isabelle Cassignol.

Ich fragte mich, wer diese Isabelle Cassignol war...

... als ich einen Umschlag entdeckte der an

"Herrn Adolphe Cassignol, Korrektor beim Petit Marseillais,

Qaui du Canal, Marseille" adressiert war.

Ich verstand nichts mehr...

... Und nun erfährst Du, was noch fehlte:

Mein Vater hat sich mit dem Direktor des Petit Marseillais gestritten,

der ein Dummkopf und ein Neidhammel ist.

Wir müssen heute Nachmittag in die Stadt zurückkehren!

Das Haus wird verkauft werden,

ich werde nicht wiederkommen... Nie wieder...

Das ist aber schade!

Mehr macht es Dir nicht aus?

Ich dachte, Du würdest weinen.

Ich auch...

Also wenn der Wagen kommt,

werde ich Kummer haben, das weiß ich,

und Du wirst bestimmt verstehen warum!

Ja...

Das da, sind das Ihre Schulhefte?

Äh! Ich werde Dir ein Abschiedsstück spielen.

Ich hoffe, das bringt Dich dann zum Weinen.

Oh!

Warte auf mich! Ich komme gleich wieder.

Oben machte Frau Cassignol vor der Abreise sauber...

Ah, diese Scheiß-Tasche, jedes Mal, wenn ich verreise

muss ich sie verlieren!

... Und Lois de Montmajour war Adolphe Cassignol,

der einen falschen Namen angenommen hatte wie ein entlaufener Sträfling.

Scheiße!

Der Marmor des Kamins war gesprungen,

der Uhr fehlte ein Zeiger,

der wertvolle Teppich war nichts als ein großer Fetzen,

und die Königin hieß Isabelle Cassignol...

... und hatte Durchfall!

Brauchst Du was?

Nein: ich komme Dich besuchen.

Falter-Ede hat heute Morgen einen ganzen Trupp Zugvögel gesehen,

wenn Du nur Zeit hättest...

Nun werde ich Zeit haben.

Ich habe beschlossen, nicht mehr dorthin zu gehen. Ich habe es ihr gerade gesagt.

Und wie hat sie es aufgenommen?

Nun, sie hat geweint. Ich glaube, sie wird abreisen.

Das geschieht ihr Recht!

Sie hat Dich für einen Hund gehalten...

- Hältst Du Dich für einen Hund? - Nein!

Mit Fußtritten in den Hintern wohl schon.

Los, schnell! Gehen wir zu den Fallen.

Hast Du ihr von Deiner Schule erzählt?

Ja.

Na dann, wenn sie Dich liebt,

wird sie Dir schreiben.

Isab...

Sie ist fort!

Fort!

Also los, Marcel,

sei kein Dummkopf... hm, Marcel!

Sei kein Dummkopf...

Sei kein Dummkopf...

Zunächst einmal sind Mädchen missglückte Jungen!

Na, das ist ja ein lustige Idee!

Du hast das doch gesagt, von der Cousine von Papa,

jene die Zigaretten raucht.

Ach ja... weil "missglückter Junge" heißt...

Das heißt, dass Mädchen ein Irrtum der Natur sind.

Der Beweis ist, dass sie wegen nichts rot werden und ständig heulen.

Wohingegen wir das nicht tun! Und wir können sogar pfeifen und spucken!

Ach ja, das beweist, das ihr gelungene Jungen seid.

Man könnte meinen, Du seist ein bisschen weniger unglücklich.

Ja, aber das sieht man nicht...

Ah, natürlich wird es Dir wegen dieser Geschichte schwer fallen,

wieder hierher in die Ferien zu kommen.

Mama! Ich werde meine Hügel niemals für ein Mädchen aufgeben.

Joseph, wir müssen jeden Samstag in die Hügel!

Jeden Samstag?

Ja.

Wenn wir die Straßenbahn bis Treille haben...

Wenn wir die Straßenbahn haben, haben unsere Kinder Schnurrbärte!

Schau sie an:

sie sehen nie so gut aus...

Und ich esse sonst nie mit solch einen guten Appetit...

Ich weiß wohl, aber... einen guten Appetit...

Wenn ich meine Meinung sagen darf: Augustine hat Recht.

Die Stadtluft ist verbraucht.

Zweifellos, aber wir haben nicht die Mittel, uns einen Pferdewagen leisten zu können.

Und der Fußweg dauert 4 Stunden.

Wir kommen hier am Samstagabend um 8 Uhr an,

und müssen am Sonntagnachmittag wieder zurück.

Und warum nicht Montagmorgen?

Weil ich pünktlich um 8 in der Schule sein muss, das weißt Du doch.

Ich habe eine Idee!

Augustines Idee war nicht schlecht.

Sie traf häufig die Frau des Schuldirektors auf dem Markt.

Das war eine große und schöne Person, die eine lange goldene Halskette trug.

Meine Mutter, schüchtern und schmächtig,

grüßte sie zurückhaltend von Weitem...

Aber weil sie für ihre Kinder zu allem fähig war,

begann sie, ihrem Gruß Nachdruck zu verleihen.

Sie näherte sich nach und nach... und streifte schließlich die Hand

der Frau Schuldirektor in einem Korb mit Kartoffeln...

Diese Frau, die ein gutes Herz hatte, riet meiner Mutter vom Kauf

dieser Knollne ab und führte sie zu einem anderen Händler.

Zwei Tage

später machten sie ihre Einkäufe gemeinsam.

Beim nächsten Mal lud die Frau Schuldirektor meine Mutter auf eine

Tasse englischen Kräutertrank, den man Tee nannte, bei sich ein.

Und um ihr Werk zu vollenden,

nutze Augustine ihr Talent als Näherin.

Joseph wusste nichts von dieser Eroberung.

Und er war ganz überrascht, als er auf dem Dienstplan

eine ihn betreffende Entscheidung des Direktors las...

Dieser allmächtige Chef hatte aufgrund einer plötzlichen Laune verfügt,

dass meinem Vater zukünftig...

... die Aufsicht am Donnerstagmorgen...

übertragen sei. Aber im Gegenzug übernahmen die Gesangs- und Gymnastiklehrer

seine Schüler

... montagmorgens...

... Was uns erlauben wird, unsere Wochenenden in den Hügeln zu verbringen.

Ja.

Aber muss ich dem Herrn Direktor danken...

Nein.

... denn das hieße anzuerkennen, dass er die Arbeitszeiten einer staatlichen Schule

für die Bequemlichkeit eines Lehrers umgestellt hat...

... Dennoch muss man etwas finden...

Sei ganz ruhig, ich habe daran gedacht.

Ich habe der Frau Direktor einen Blumenstrauß geschickt.

Ich weiß nicht, ob diese Geste nicht zu... familiär wirkt.

Nein, nein, sie das sehr gut aufgenommen.

Sie hat mir sogar gesagt, ich sei "eine Liebe".

Aber, Du hast mit ihr gesprochen?

Aber sicher!

Wir machen unsere Einkäufe zusammen,

und sie nennt mich sogar Augustine.

Also warst... Du... diejenige...

Ja.

Meine Kinder,

eure Mutter hat eine Begabung für Intrigen.

Auf diese Weise konnte wir jeden Samstag

in die Hügel steigen.

Nun, Augustine, ich sage Dir, dass in einer zukünftigen Gesellschaft

alle Schlösser in Krankenhäuser umgewandelt werden,

alle Mauern eingerissen werden, all die unzugänglichen Privatwege...

Also willst Du eine neue Revolution anzetteln?

Oh nein! Man muss keine Revolution machen. "Revolution" ist ein schlecht gewähltes Wort,

denn das bedeutet: eine komplette Umdrehung. Als Konsequenz folgt daraus,

dass diejenigen, die oben sind, absteigen, aber dann

steigen sie zu ihrem ursprünglichen Platz auf... und alles beginnt von vorne!

Ich bewunderte die sozio-politischen Vorträge meines Vaters,

und ich fragte mich, warum der Präsident der Republik

nie daran gedacht hatte, ihn an seine Seite zu rufen, wenigsten während des Urlaubs,

denn er hätte in drei Wochen das Glück der Menschheit hergestellt...

Herr Joseph!

Bouzigue! Was machst Du denn hier?

Ich? Ich, ich mache meine Arbeit, Herr Joseph.

Ich bin Kanalaufseher, und zwar dank Ihnen,

das kann ich Ihnen sagen.

Sie haben sich sehr viel Mühe gegeben für mein Zeugnis.

Und nun bin ich also Aufseher!

Aufseher? Aber was beaufsichtigst Du?

Endlich kann ich Ihnen mal etwas beibringen, ha, ha!

Aufseher bedeutet, dass ich den Kanal überwache...

- Mit einer Pike? - Aber nicht doch!

Mit diesem T-Schlüssel...

und diesem kleinen schwarzen Heftchen...

Mit dem Schlüssel öffne und schließe ich die Entnahmerohre

und überprüfe den Durchfluss.

Und wenn ich einen kleinen Spalt in der Böschung sehe,

oder, äh, eine kleine Brücke, die etwas schwach im Kreuz ist,

notiere ich das in meinem Büchlein und mache abends meinen Bericht.

Das scheint nicht besonders ermüdend zu sein...

Oh nein, äh, bestimmt nicht,

das ist nicht wie im Knast!

Übrigens, sagen Sie, hm,

brav wie ich bin, wer sollte mich denn in den Knast schicken?

Ich habe nie etwas Unrechtes getan!

Außer in der Rechtschreibung...

Oh, aber das, äh, da habe ich Fortschritte gemacht, zwangsweise,

wegen dem Ausfüllen meiner Anzeigen!

Des Ausfüllens!

Oh, sagen Sie nur, Herr Joseph, schikanieren Sie mich nicht mehr, hm.

Aber ich sehe, dass die kleine Familie größer geworden ist, nicht wahr.

Frau Joseph ist nicht kräftiger geworden,

aber sie ist immer noch genauso charmant.

Aber wohin gehen Sie mit ihrer ganzen Last?

Meine Güte, wir gehen zu unserem Landhaus hinauf.

Haben Sie ein Vermögen gemacht?

Nicht wirklich... aber...

Hey, geben Sie mir ein paar Päckchen, ich möchte Sie begleiten.

Du bist sehr nett Bouzigue, aber Du weißt nicht, dass wir sehr weit laufen...

Erzählen Sie mir nicht, dass Sie bis Camoen laufen.

Weiter.

- Bis nach Treilles? - Nein, nach Belons.

- Und wo sind sie aus der Straßenbahn gestiegen? - In La Barasse.

Sie Ärmsten!

Das macht für sie mindestens 8 Kilometer zu Fuß!

Oh, 9!

Und machen sie das häufig?

Fast jeden Samstag.

Sie Ärmsten!

Na, das ist natürlich etwas lang, aber wenn wir dort sind, bedauern wir die Mühe nicht.

Ich bedauere immer meine Mühe!

Aber ich habe eine Idee! Heute machen sie keine 9 Kilometer!

Oh nein, sie kommen mit mir und wir folgen der Böschung des Kanals,

der in gerader Linie die, äh, Grundstücke durchquert...

In einer halben Stunde

werden wir uns ans untere Ende von La Treille begeben haben.

- Aber... - Vorwärts, folgen Sie mir.

Bouzigue,

bist Du sicher, dass das völlig legal ist?

Aber was tun wir Schlechtes?

Ich habe meinen Lehrer getroffen,

und ich bin stolz, ihm zeigen zu können, wo ich arbeite.

Das kann teuer zu stehen kommen. Wenn Deine Vorgesetzten das wüssten...

Ha, äh, wenn es den kleinsten Zwischenfall geben sollt, werde ich alles deichseln...

denn meine Schwester ist

so gut wie

verheiratet mit einem Generalrat!

Und zudem hat sie die Ernennung von Bistange veranlasst, dem Dirigenten des Kanals.

Und wenn Bistange mich auch nur leise kritisiert,

wird sie ihn mit einem Schlag mit der Nackenrolle k.o. schlagen.

Vorwärts

- los, Vorwärts, schnell, schnell! - Ach, das ist gut. Gehen wir!

Hier ist also mein Kanal!

Er sieht nach nichts aus,

aber dank seiner kann man sich in Marseille einen Salat oder die Füße waschen.

Das ist sehr hübsch...

Die kleine Brücke da, die habe ich mit wasserfestem Zement

reparieren lassen.

Holla! Da ist aber dennoch ein Riss...

- Wo denn? - Hier.

Das ist kein wasserfester Zement.

Außerdem ist der Anteil des Sandes zu hoch.

Was? Sind sie sicher?

Ah, ganz sicher!

Mein Vater war beim Bau und ich kenne mich ganz gut aus.

Wenn Du diesen Spalt nicht abdichtest, dann wird

er in einem Monat vier Finger breit sein.

Ich werde das in meinen Bericht schreiben.

Man wird den Unternehmer, der das gemacht hat, die Ohren lang ziehen.

- Ich danke Ihnen sehr, Herr Joseph. - Aber nicht doch!

Doch, doch sie leisten der Gemeinschaft einen Dienst.

Oh! Mein Gott!

Wir erreichen die Schlösser.

Der selbe Schlüssel für alle Türen,

das ist sehr bequem.

Das hier ist das Schloss eines Adligen. Ein Graf.

Wenn dieser Aristokrat uns bei sich antrifft, könnte ihm das missfallen.

Ich mag die Adligen nicht allzu sehr.

Von diesem Adligen spricht man nicht schlecht in der Gegend.

Ja, aber vielleicht, weil man ihn nicht kennt.

Aber er hat gewiss irgendwelche Schergen in seinem Dienst.

Schergen... nein,

aber einen Wächter schon.

Ein Riese. Ich habe ihn manchmal getroffen, aber er

spricht nicht mit mir. Guten Tag, guten Abend, das ist alles.

Das hier gehört einem Notar.

Es ist immer geschlossen, außer im August.

Es gibt nur einen Bauern, der sich um den Obstgarten kümmert.

Dieses Schloss hier ist das größte und das schönste.

Der Eigentümer wohnt in Paris,

auch ein Adliger, äh, ein Baron glaube ich.

Hier ist niemand außer dem Wächter.

Ja, aber dieser Wächter, ist das Dein Freund?

Nicht wirklich, nein, nein. Das ist, das ist ein alter Adjutant. Er ist immer voll wie eine Haubitze.

Er hat ein steifes Bein.

Falls er Sie je sehen sollte,

und das wäre ganz außergewöhnlich, dann müssen Sie nur einen Schritt schneller laufen.

Er ist unfähig, Sie zu fangen, selbst mit seinem Hund.

Er hat eine Hund?

Ja, einen riesigen Hund,

aber

der ist mindestens 20 Jahre alt und kann sich kaum bewegen.

Er heißt Mastoc.

Mastoc!

Ich versichere Ihnen, dass keine Gefahr besteht.

Der Weg ist frei. Vorwärts packen sie zusammen.

Los, los!

Aber ducken sie sich trotzdem!

Und nun die Überraschung!

Der Platz der 4 Jahreszeiten!

Mein Gott! Das ist nicht möglich.

Wir haben gerade in 24 Minuten eine Strecke

zurückgelegt, für die wir normalerweise

2 Stunden 45 brauchen.

Sowas!

Ich habe es Ihnen doch gesagt. Dieser Schlüssel ist schneller als ein Automobil.

Und nun trinken wir ein Glas.

Oh nein, es tut mir leid, aber...

Herr Joseph! Zieren Sie sich nicht! Das ist meine Runde.

Mein Herr, haben Sie ein wenig Vichy-Wasser?

Oh, wenn Ihnen daran liegt, ich habe eins im Keller.

Haben Sie Leberprobleme?

Nein, nein, aber... ich bevorzuge es, den Weißwein mit

diesem Heilwasser aus der Apotheke zu vermischen.

Das verleiht ihm einen Champagnergeschmack.

Sehr angenehm!

- Meine Dame? - Oh, nein!

Diese Mal

bin ich überhaupt nicht müde.

Wenn wir das nur jeden Samstag machen könnten...

Also, Frau Joseph,

ich erlaube mir, Ihnen ein Geschenk zu machen.

Nehmen Sie ihn, Frau Joseph, ich schenke ihn den.

Aber um was damit zu tun?

Um 2 Stunden auf dem Hinweg und

nochmal 2 Stunden auf dem Rückweg zu gewinnen. Nehmen Sie ihn, ich habe noch einen anderen.

Nein, nein, das ist unmöglich!

Und warum?

Na, weil ich auch Staatsbediensteter bin.

Ich sehe von hier schon das Gesicht vom Herrn Akademieinspektor,

wenn man ihm sagt, dass einer seiner Lehrer,

versehen mit einem falschen Schlüssel, heimlich auf den Grundstücken anderer herumspaziert.

Aber er ist nicht falsch.

- Das ist ein Verwaltungsschlüssel. - Ein Grund mehr!

Du hast nicht das Recht, ihn wegzugeben!

Aber es wird Ihnen niemand etwas sagen.

Sie haben doch gesehen, wie gut das geklappt hat.

Ah, ich habe meine Prinzipien.

Uiuiuih!

Prinzipien, uiuiui!

Los, sagen Sie mal, Herr Joseph!

Welche Prinzipien?

Es wäre mir peinlich, mich heimlich bei anderen einzuschleichen,

und vor allem zu ganz persönlichen Zwecken, meinem Privatinteresse.

Es erscheint mir nicht ehrenhaft, dass ein Lehrer den Kindern Moral beibringt...

Doch, doch, doch, er sähe seinen Vater wie einen Dieb am Gebüsch entlang schleichen.

Was würde er von ihm denken?

Ich würde denken, dass es viel kürzer wäre.

Er hat Recht!

Hör mal Joseph, ich kenne viele, die nicht zögern würden.

2 Stunden samstags und 2 Stunden montagmorgens, das macht 4 gewonnene Stunden...

Ich bevorzuge es, 4 Stunden zu laufen und meine Selbstachtung zu behalten.

Ich habe eine andere Idee, wie wir alles hinkriegen: ich gebe Ihnen eine Kanalmütze.

Eine Kanalmütze auf dem Kopf eines Lehrers!

Aber weißt Du nicht, dass das vor dem Strafgericht enden kann!

Es ist aber trotzdem schade, die Kinder marschieren zu lassen,

als wären sie in der Fremdenlegion.

Und mit einem solch schrecklichen Gepäck

und Waden wie Spaghetti!

Und Frau Joseph, die auch nicht sehr dick ist...

Und vor allem, äh, vor allem

ist es schade für den Kanal.

Für den Kanal? Was willst Du damit sagen?

Wie?

Also, Sie sind sich wohl nicht im Klaren darüber, was Sie mir über den wasserfesten Zement gesagt haben?

Das stimmt, Joseph, darüber bist Du Dir nicht im Klaren.

Darüber ist er sich nicht im Klaren...

Wissen Sie nicht, dass der Unternehmer, der zu viel Sand hineingemischt hat

gezwungen sein wird, uns vielleicht 2000 Francs zu erstatten...

und vielleicht sogar 2500 Francs!

Denn ich, ich werde einen Bericht schreiben,

und dieser Betrüger wird in der Klemme sitzen. Dank wem?

Zusammengefasst: Du glaubst, dass meine

geheime-und kostenlose- Zusammenarbeit

irgendwie als Bezahlung für unsere Durchquerung dienen könne?

10 Mal, 1000 Mal, 1000 Mal!

Und ich würde, wenn Sie mir jeden Montag eine kleine Nachricht,

einen Bericht, geben,

diesen sofort abschreiben,

wobei ich natürlich einige Rechtschreibfehler hinzufügen würde...

... ah, oh... und ich würde ihn meinen Vorgesetzten vorlegen.

Stellen Sie sich vor, in welch schöne Lage Sie mich da bringen.

Ein wenig Sie, ein wenig meine Schwester,

und in einem Jahr bin ich Sektionschef!

Tatsächlich...

Joseph...

Bevor Du ablehnst, solltest Du nachdenken.

Das tue ich gerade.

- Und dann: Was für eine Ersparnis bei den Schuhsohlen für die Kinder

Bei den Schuhsohlen, das glaube ich wohl!

Es ist offensichtlich, dass ich der Gemeinschaft einen Dienst erweise,

selbst auf eine etwas ordnungswidrige Weise.

Und außerdem könnte ich Dir helfen.

Mir helfen? Das würde bedeuten, dass dies meine ganze Karriere ändern könnte!

Oh, da bin ich nicht sicher, aber schließlich

werde ich darüber nachdenken.

Ich weiß noch nicht, ob ich ihn benutzen werde.

Wir werden sehen...

Die Möglichkeit, den Zauberschlüssel zu benutzen, bot sich am nächsten Montag,

zum Zeitpunkt der Rückkehr zur Stadt....

Aber... habt ihr gesehen, wie spät es ist?

Beeilen wir uns! Beeilen wir uns!

Aber Joseph, Du vergisst den Schlüssel.

Nein... nein, nicht heute...

Aber Papa...

Ich habe nein gesagt!

Es ist nicht nötig, heute Morgen ein Risiko einzugehen...

Zum einen haben wir keine Verpflegung mehr zu tragen,

zum anderen ist es viel einfacher, runter zu laufen, als hoch.

Am darauffolgenden Samstag waren wir vor der ersten Türe.

... Mein Vater hatte Frieden mit seinem Gewissen geschlossen,

denn er überschritt die verbotene Schwelle nicht etwa

um unseren allzu langen Weg abzukürzen...

... sondern um den wertvollen Kanal vor dem Verfall zu bewahren,

und Marseille vor der Dürre zu retten.

Dennoch fürchtete er die Wachen.

Daher hat er mir die Rolle des Aufklärers übertragen...

Kommt!

Kommt!

Die Mauer des letzten Schlosses erschien uns plötzlich

wie eine uneinnehmbare Festung.

Ich spürte, wie Augustines Hand in der meinen zitterte...

Hinter der Mauer war der große Trunkenbold.

Und sein Hund; Bouzigue hat gesagt, er sei riesig...

Also, sagte Papa...

Das spitze Messer!

Das ist für den Wachmann!

Wenn er kommt, um Dich zu erdolchen, springe ich hinter ihn und töte seinen Hintern!

Das ist sehr mutig, aber Du bist noch etwas klein:

gib es mir...

Du, die Du groß bist, piekst ihm ins Auge!

Zitternd durchquerten wir das Anwesen.

Paul! Paul! Oh!

Glücklicherweise sahen wir weder Mensch noch Tier...

Dank dem Schlüssel verwandelte sich unser Leben...

Paul wuchs mit einem Mal, als ob ein Teufel aus seiner Schachtel springen würde.

Augustine bekam wieder Farbe.

Und ich dachte nicht einmal mehr an meine Prüfung, deren Termin sich doch

gefährlich näherte.

Was Joseph betraf...

Wenn ich eine kleine Schlange wäre,

O unvergleichliche Glückseligkeit...

Aber diese gute Laune, welche die ganze Woche über anhielt,

überdauerte nicht den Sonnenaufgang am Samstag, denn seit dem Aufstehen

nahm er seinen Mut zusammen,

um in die Illegalität einzutreten...

Hab kein Angst, geh weiter!

- Guten Tag, mein Herr. - Guten Tag...

Ich habe auf Sie gewartet.

Ich denke, mein Herr, ich habe die Ehre, mit dem Eigentümer des Schlosses zu sprechen.

Allerdings, mein Herr.

Na dann lassen Sie mich Ihnen erklären, was...

Nein, unnötig, mein Herr!

Seit einiger Zeit beobachte ich, trotz aller Vorkehrungen, die Sie treffen, um sich zu verbergen,

Ihre Schliche, meinen Grund und Boden zu überqueren.

Ich will sagen, dass... einer meiner Freunde,

Kanalaufseher...

Ja, ich weiß, ja. Ich habe ihn heute Morgen kommen lassen, diesen

Boutique?

Nein, Bouzigue. Das ist mein ehemaliger Schüler, denn ich bin Lehrer...

Ja, ich weiß: dieser Boutique hat mir alles gesagt.

Das Landhaus in den Hügeln, die zu kurze Straßenbahn,

der zu lange Weg,

die Kinder und die Pakete...

Übrigens... da haben wir eine kleine Dame,

die mir sehr beladen zu sein scheint...

Erlauben Sie mir?

- Wladimir! - Ja!

Nimm die Pakete der Kinder.

- Guten Tag, mein Herr! - Guten Tag!

Gib!

Gib!

Und Du, gib!

Nun steig auf!

Darf ich, Papa?

Los, verspäten Sie sich nicht!

Oh, mein Herr, ich weiß nicht, wie ich Ihnen danken soll, und ich bin ganz gerührt.

Wirklich gerührt...

Das sehe ich wohl und ich bin geschmeichelt von diesem unverbrauchten Gefühl.

Aber was? Das, was ich Ihnen anbiete, ist keine große Sache.

Sie kommen bei mir vorbei, ganz bescheiden, ohne etwas zu zerstören. Ich habe nichts dagegen, das ist alles.

Es gibt also keinen Grund, laut "Wunder" zu rufen.

Wie heißt

- dieses nette kleine Mädchen? - Germaine.

Guten Tag, Germaine...

Germaine!

Ja, ich vergesse leicht

diese Narbe:

das war der letzte Säbelhieb eine Ulanen in einem Hopfenfeld im Elsass

vor 35 Jahren...

Aber dieses Kind ist noch ein wenig jung, um militärische Tugenden zu schätzen...

- Sie sagen ihr am Besten, dass mich eine Katze gekratzt hat:

dann zieht sie daraus wenigstens eine Lehre in Sachen Vorsicht.

Und ich bitte Sie, in Zukunft am Parkgitter zu klingeln

und die Hauptallee zu benutzen,

der Weg ist auf dieser Seite viel kürzer.

Mein Herr!

Meine Dame...

Seit diesem denkwürdigen Tag

wurde die Durchquerung des ersten Schlosses der Höhepunkt

des Samstages...

Wissen Sie, wie diese Rosen heißen, meine liebe Dame?

Das sind die "Königsrosen",

eine Sorte, die ich selbst gezüchtet habe...

Lassen Sie mich sie Ihnen schenken...

Unsere republikanische Familie

wurde durch diese "Königsrose" geadelt...

He, dort!

Wohin gehen Sie?

Und?

Machen Sie sich keine Sorgen. Ich tu nur so,

weil die Chefs uns von da oben zusehen.

... Ich hoffe, der Alte

wird bald abkratzen.

Nach Aussage des Arztes hat er nicht mehr lange...

Zeigen Sie mir ihr Büchlein.

He, er will, dass ich Ihre Papiere verlange...

- Ich heiße... - Sie heißen

Esmenard, Victor,

wohnhaft in der

Straße der Republik 82.

Nun rennen Sie weg, damit das einen guten Eindruck macht...

Das nächste Mal wird es dafür Gewehrschüsse geben!

- Das nächste Mal gehen Sie auf der anderen Seite, an den Tomaten entlang, das ist nicht so riskant...

Aber es blieb noch da letzte Schloss, das des Wächters mit Hund...

Augustine?

Was ist los, Augustine... Aber... Du hast ja Todesangst.

Hm, ja...

Ich bin sicher, dass der Wächter uns schon mehrmals gesehen hat,

und des ihm egal ist.

Joseph, ich habe Angst.

Das ist vielleicht dumm, aber ich habe Angst.

Aber welchen Grund hätte er, uns zu jagen?

Mit seinem steifen Bein und seinem kranken Hund:

Joseph, ich bitte Dich!

Das sind die Nerven...

das geht vorbei.

Das sind ganz einfach die Nerven.

Schau,

es ist vorbei...

Gehen wir!

Wir gingen also und alles lief sehr gut ab...

Der Monat Juni wurde ein Monat ohne Hügel.

Konjunktiv.

... Er erschien mir voll hoher Mauern...

Kartoffel.

... und der lange Flur dieses Gefängnisses war verschlossen...

Gleichschenklig.

... durch eine dicke Eisentüre...

Ich weiß nicht.

... die Türe der Stipendien.

... Ich verstehe davon selbst nichts, also, äh...

Das ist mindestens ein Problem für einen Mittelschulabschluss.

Bitte, bin ich angenommen?

Es ist offensichtlich, dass der Verfasser dieser Aufgabe noch nie mit Kindern gesprochen hat!

Für mich weist man klar die komplizierte Verschlagenheit

und die subtilen Betrügereien von Nebensächlichkeiten nach!

- Ich beglückwünsche Dich,

davon nichts verstanden zu haben!

Aber nun, bin ich angenommen?

Natürlich! Du bist angenommen,

das würde aber auch noch fehlen!

Allein - es gibt angenommen und angenommen...

Ich hatte überall geglänzt.

Aber ich bin über ein Problem gestolpert, das die Legierung betraf...

... Seine Problemstellung wurde mit solcher Tücke verfasst,

dass ich nur den zweiten Platz erreichte.

Natürlich hätte ich den ersten bevorzugt, Aber schließlich

hast Du das Stipendium und Du gehst auf die Oberschule, das ist das Wichtigste...

Das ist gut, Marcel,

das ist gut...

Er war stolz darauf, der kleine Lehrer,

der nie die Tür zur Oberschule durchschritten hatte.

Aber er litt plötzlich an einem heimlichen Schmerz...

A, B, C, D,

das ist meine ganze Wissenschaft,

und ich werde sie mein ganzes Leben unterrichten.

Eines Tages wirst Du Dich vielleicht meiner schämen.

Papa!

Ich habe Angst, Dich zu verlieren, kleine Kröte...

Warum sagst Du das? ich bin doch da!

Jetzt bist Du da... aber wenn die Professoren der Oberschule

aus Dir einen sehr gebildete Mann gemacht haben werden...

Dann, Papa, werde ich zurückkommen, um Dir alles beizubringen, was ich weiß.

Draußen begannen die großen Ferien...

Sie können weitergehen! Es besteht keine Gefahr!

Hier ist die Familie Esmenar, die vorbeigeht und Sie grüßt!

Hallo,

Esmenard, Victor!

Joseph, ich habe ein Vorahnung!

Ich auch!

Ich habe eine Vorahnung, dass wir

wunderbare Ferien haben werden!

Kommt schnell, der Wächter ist nicht da!

Aber was weißt Du? Er versteckt sich vielleicht hinter einem Fensterladen

und beobachtet uns durch ein Loch...

Also weißt Du! Du hast eine krankhafte Einbildungskraft. Aber um Deine Nerven zu schonen,

spielen wir Indianer...

Wir kamen vor der letzten Türe an,

die Zaubertüre, die aufgehen würde

für die großen Ferien.

Und.. Dein Gefühl?

Mach schnell auf, ich flehe Dich an! Schnell!

Nun also, reg Dich nicht auf: Du siehst doch, dass es vorbei ist.

Jemand hat eine Kette und ein Vorhängeschloss angebracht.

Ich wusste es!

Mein Gott, wir sind Gefangene hier!

Aber wir können die Kette losreißen.

Unglücklicher! Das wäre ein Einbruch!

He, ein Einbruch!

Ah, ein Einbruch, das bringt ungefähr... hm...

3 Monate Gefängnis ein!

Ruhig, Mastoc!

Was machen Sie hier?

Wer hat Ihnen erlaubt, den Grund und Boden des Herrn Baron zu betreten?

Sind Sie sein Besuch, vielleicht seine Verwandten?

Zunächst: Wie ist Ihr Name?

Esmenard, Victor!

Sei still! Das ist nicht der Moment zum Scherzen.

Also!

Nun ja,

da haben wir jemanden, der gut erzogen ist. Er kann sogar schon einen falschen Namen angeben.

Lehrer! Oh, oh, oh, oh,...

das ist die Höhe!

Ein Lehrer, der heimlich in das Anwesen eines anderen eindringt.

Ein Lehrer!

Andererseits ist das vielleicht nicht wahr: Wenn der Sohn

einen falschen Namen angeben kann, kann der Vater einen falschen Ausweis haben.

Mein Herr... für die Durchquerung dieses Anwesens

hatten wir einen anderen Grund, als den Weg abzukürzen...

Ja, man beginnt damit, den Weg abzukürzen, dann

verschwindet man mit den Silbersachen.

Aber sehen Sie doch, wie wir beladen sind,

sehen Sie die Müdigkeit meiner Frau, meiner Kinder...

Hör auf, ihm alles zu erklären, Papa! Du siehst doch, dass er nichts verstehen möchte.

Bleib nicht hier. Spiel ein wenig entfernt mit Deinem Bruder.

Du bewegst Dich nicht! Auf dass Dir das als Lehre dient!

Ruhig, Mastoc, ruhig!

- Haben Sie diesen Schlüssel hergestellt? - Nein!

Das ist ein Verwaltungsschlüssel. Haben Sie ihn gestohlen?

Sie wissen genau, dass dem nicht so ist.

Also?

Ich habe ihn gefunden.

Ach ja, das ist es,

Sie haben ihn auf der Straße gefunden, sie haben sofort verstanden, dass... dass er die

Türen zum Kanal öffnet...

Wer hat ihn Ihnen gegeben?

Wer hat ihn Ihnen gegeben?

Das kann ich Ihnen nicht sagen.

Gut, dann werde ich Ihnen sagen, dass es ein Staatsdiener ohne Gewissen war.

Ich habe ihn 10 Mal gesehen, wie er Feigen geklaut hat...

He, da irren Sie sich, denn ich halte ihn für völlig ehrenhaft...

Der Beweis ist, dass er Ihnen den dienstlichen Schlüssel gegeben hat.

Er hat es zum Wohle des Kanals gemacht...

Ruhig, Mastoc!

- Ruhig! - Ich habe gewisse Kenntnisse im Bereich Zement und Mörtel,

die es mir erlauben... übrigens, hier, sehen Sie sich dieses Büchlein an.

- Sie behaupten also, Sie seien als Sachverständiger - hier? In gewisser Weise...

Und die hier, sind das auch Sachverständige?

Ich habe noch nie Sachverständige in diesem Alter gesehen!

Da haben wir ein Büchlein, das einen herrlichen Beweis liefern wird

- Dazu haben Sie kein Recht! - Ich habe alle Rechte!

... Sie werden jetzt alle diese Pakete da öffnen!

- Nein! - Nein!

Das sind persönliche Gegenstände.

Sie weigern sich? Seien Sie vorsichtig!

Ich bin vereidigter Wachmann.

Man könnte meinen, ein Einbruch in einem Lebensmittelladen! Ah...

- Ist das geladen? - Nein.

Das ist ein Glück für Sie.

Es ist sauber!

Das ist auch ein Glück für Sie...

Mit dieser Art Knallbüchse kann man zwar leicht ein Rebhuhn verfehlen, aber

es ist möglich, einen Wächter zu erschießen...

Einen Wächter, der sich keiner Gefahr bewusst ist...

Gut.

Also nun werden Sie diesen ganzen Krempel einsammeln, Ihre Pakte schnüren

und dorthin zurückgehen, wo sie hergekommen sind!

Ich werde meine Anzeige schreiben.

Ich wusste gar nicht, dass man im Schulwesen so gut bezahlt wird.

Na, wenn man Sie entlässt, dann ist das Ihre Schuld. Ich kann nichts dafür.

Vorwärts, vorwärts! Mastoc, komm.

Papa, Papa!

Nettes Schauspiel, aber das hilft nichts.

Los, komm!

Wie schwach man ist, wenn man im Unrecht ist!

Aber Joseph, das ist doch nicht das Ende der Welt...

Solange ich Lehrer bin, sind wir in den Ferien. Aber ich es in 8 Tagen nicht mehr bin,

dann werde ich arbeitslos sein...

Guter Gott,

die nackte Frau ist zerbrochen.

Papa, die nackte Frau ist zerbrochen!

Der Schlüssel! Er hat den Schlüssel behalten!

Das war das erste Mal, dass ich einen Einbrecher bei der Arbeit gesehen habe,

und dieser Kriminelle war mein Vater!

Soviel dazu, mich anzuklagen!

Wir haben wenigstens die Höflichkeit, sie zu schließen...

Wir mussten einen riesigen Umweg machen... Wir erreichten endlich das Landhaus,

das uns in der Dämmerung erwartete.

Joseph,

Du übertreibst:

man wird Dich deswegen schon nicht köpfen.

Sicher nicht.

Aber Du kennst den Akademieinspektor nicht. Er wird den Bericht dem Rektor weiterleiten

und das kann bis zur Entlassung führen.

Aber geh! Deswegen musst Du Dir keine grauen Haare wachsen lassen.

Vielleicht...

Vielleicht... Aber

man wir einem Lehrer sicher einen

Verweis erteilen.

Und für mich

ist ein Verweis gleichbedeutend mit einer Entlassung,

denn ich werde kündigen, Augustine, ich werde kündigen.

Wie? Du verzichtest doch nicht auf Dein Rente?

Doch...

Aber dann...

wovon sollen wir leben?

Das weiß ich nicht, aber ich werde darüber nachdenken.

Du könntest freiberuflicher Lehrer werden,

Privatunterricht geben...

Oh nein! Nein!

Nein, ich werde Raspagnetto besuchen...

Raspagnetto,

den Kartoffelhändler?

Ja, Du weißt, dass wir zusammen zur Schule gingen.

Also, vor einiger Zeit hat er mir gesagt: "Oh, Du, Du warst so gut im Rechnen.

Meine Geschäfte sind größer geworden. Ich könnte gut einen Mann wie Dich brauchen"

Ihm könnte ich die Sache erklären und er würde mich nicht verachten.

Hm, man kann immer auf Freunde zählen.

Ich weiß, aber

Raspagnetto schuldet mir viel:

Ich habe ihm die Lösung bei den Zeugnisprüfungen vorgesagt, hm!

Und dann...

Ich habe es Dir nie gesagt,

aber...

ich habe Wertpapiere der Eisenbahn,

für 780 Francs.

Sie sind im großen Atlas versteckt...

Nicht möglich!

Du hast Geheimnisse vor mir?

Das war für den Notfall... Na, das war in guter Absicht...

Entschuldige Dich nicht.

Denn ich habe das Gleiche gemacht...

Augustine!

... Aber ich habe 210 Francs.

Das ist alles was ich sparen konnte von dem Geld,...das Du mir jeden Morgen gibst

Augustine...

Papa 780,

Mama 210,

das macht 990...

Ich selbst hatte 7 Francs in meiner Sparbüchse, und Paul,

trotz seiner Geheimnistuerei, besaß mindestens 4 Francs.

Das machte 10001 Francs.

Ich war sofort beruhigt und der Sandmann hat mir eine Handvoll Sand zugeworfen.

Aber treten Sie doch ein!

Weil... da ist ein Herr, der Sie sehen möchte.

Also dann lassen Sie ihn eintreten.

Hier ist er.

Oh Joseph, sieh an!

Welche Überraschung!

Ich wähnte Sie in den Ferien!

Rose ist mit dem kleine Pierre in das Rousillion gefahren;

ich befürchte, dass, oh, dass er den Dialekt annimmt! Ha!

Jules, ich bin gekommen, um Ihnen eine Neuigkeit zu bringen...

Aber ich kenne Ihre Neuigkeit bereits! Ha...

Aber... Wie?

Aber ja! Ich habe die vom Rektor unterschriebene Liste gesehen.

Meine ganz herzlichen Glückwünsche!

Aber das ist ein Missverständnis, ich...

Also, also, geben Sie nicht den Bescheidenen.

Die Akademischen Palmen in Ihrem Alter, das ist außerordentlich!

Bravo!

Wie schwach man ist, wenn man im Unrecht ist!

Aber Joseph!

Joseph!

Aber das ist ein Tragödie!

Bei uns wurde ein Polizist aus Aubagne von einem getötet, einem tapferen Mann vom Land,

weil er ihn anzeigen wollte.

Eine Anzeige, das ist Schimpf und Schande und der Ruin.

He, dieser Wächter macht nur Schwierigkeiten.

Er hat mich zwei Mal bei den Zuständigen für Jagdscheine denunziert:

Weil ich vier Drosseln unter meinen Hut hatte.

4 Francs musste ich bezahlten.

Also?

Ja, also?

Eine Minute! Erlauben Sie, dass ich mir die Kehle benetze.

Gut denn!

Also, ich habe ihn gesehen, den Wächter. Er war dabei, die Anzeige zu schreiben. Ohhhh....

Also sage ich ihm, das nicht zu tun. Dann sagt er mir: "Das werde ich mir nicht verkneifen."

Dann sage ich: "Warum?"

Er sagt mir: Die Lehrer haben immer Ferien

Dann sage ich ihm, dass Dein Vater der mit den Rothühnern ist.

Dann sagt er mir: Das ist mir völlig egal

Dann sage ich ihm...

Und dann sagst Du ihm...

Und dann sage ich ihm... nichts mehr!

Er fuhr fort, die Anzeige zu schreiben und ich... habe genau gesehen, dass er sich freute

Wenn dieser Wächter jemals in unsere Hügel kommt,

dann wird er nicht lange auf den Gewehrschuss warten, der ihm gebührt. So!

Man kann doch keinen Staatsdiener ausmustern, der die Akademischen Palmen hat!

Papa!

Papa!

Oh doch,

man kann immer einen Staatsdiener von der Beförderungsliste streichen,

der einen Verweis bekommt...

Papa, Du solltest Gärtner werden!

Na, das ist eine Idee!

Wenn Papa den Beruf wechseln muss...

Aber ja, jedoch diesen Beruf habe ich nicht gelernt, ich...

Man muss kein Spezialist sein, wenn alles von alleine wächst.

Sehen Sie, die Kichererbsen...

brauchen kein Wasser, keinen Mist,

sogar keine Erde!

Oder auch die hastigen Bohnen...

Hastig?

Ja, die Frühbohnen sozusagen.

Nun, man macht ein kleines Loch,

legt die Bohne hinein, deckt sie mit Erde zu

und rennt schnell weg! Sonst fängt sie einen!

Natürlich ist das ein wenig übertrieben, aber es soll heißen, dass sie sehr schnell wächst

Ich geh ein wenig schlafen.

- Und Bouzigue? - Er war nicht daheim.

Willst Du nichts essen? Nein, nichts, nichts...

Herr Joseeeeeph!

Herr Joseph!

Bouzigue!

- Bouzigue, huhu! - Bouzigue! Bouzigue! Bouzigue! Bouzigue!

So, für Sie!

Mein Büchlein.

Hat Dir das der Wächter gegeben?

Ho, na nicht gegeben, nein, ha, ha, das kann man nicht sagen...

Heute morgen, nachdem ich Ihre kleine Nachricht gefunden hatte,

habe ich mir Verstärkung geholt:

Binucci, der Aufseher wie ich ist...

Herrschaften!

Mein Herr!

Und Fenestrelle, der Brunnenmeister ist.

Herrschaften!

Mein Herr!

Und dann...

Los Anzeige!

"Es ist strengsten verboten,

das Öffnen und Schließen der Kanaltüren zu behindern..."

... Artikel 82 des Abkommens!

... Mich anzeigen?

Ihr Name, Vorname, Geburtsdatum und -ort.

Das werde Sie doch nicht tun, oder?

Weigern Sie sich?

Sehen Sie sich vor, ich habe das Gesetz auf meiner Seite.

Eine Anzeige? Und das mir, mir?

Warten Sie, warten Sie!

Dieses Vorhängeschloss war nicht für Sie bestimmt, das schwöre ich!

Es diente dazu, Leute zu erwischen, die das Grundstück

mit einem falschen Schlüssel überquerten.

Einem falschen Schlüssel? Ha, ha, hörst Du das, Binucci? Hä!

Ein falscher Schlüssel! Ein falscher Schlüssel, jaja!

Wenn das alles ist, was Sie gefunden haben...

Hier ist er, der Beweis!

Als Beweisstück beschlagnahmt!

Andere Beweise?

Nun, das Büchlein, das ich dem Anführer der Bande abgenommen habe,

einem, einem Lehrer!

Als Beweisstück beschlagnahmt!

Und da ist auch noch mein Bericht an Ihre Dienststelle...

Konfisziert!

Und dann vor allem meine Anzeige...

mit...

Konfisziert!

Es fehlt nur noch der Schlüssel für das Vorhängeschloss.

Der ist hier!

Danke.

Zu Ihren Diensten, meine Herren!

Und?

Alles ist in Ordnung, oder?

Oh, Unglücklicher!

Armer Unglücklicher! In einem offiziellen Bericht geben Sie zu...

Was?

Sie geben zu, dass Sie ein Kette und ein Vorhängeschloss

an eine Türe der Verwaltung angebracht haben!

Was werden Sie also nun tun?

Ruhig, Mastoc, ruhig!

Ruhig!

Oh, der Arme, er scheint ganz verwirrt zu sein.

Hey, man könnte vielleicht... für dieses Mal...

He, das Gesetz ist das Gesetz...

außer vielleicht...

Ja?

Man müsste all diese Beweisstücke vernichten,

aber ich kann die Verantwortung dafür nicht übernehmen...

Aber ich kann es!

Wenn Sie es auf Ihre Kappe nehmen...

Vollzug!

Los, zerreißen Sie das alles!

Los!

So, das haben wir!

Hey, viel kleiner, Konfetti!

Oh, noch kleiner!

Ah, so, so?

Ja, kleiner, viel kleiner.

Warten Sie... Nein, warten Sie!

Auf diese Weise sind Sie als Wächter gut aufgehoben.

Aber...

Mastoc! Mastoc! Los, fang!

Mastoc!

Mastoc aus! Mastoc... aus,

aus Mastoc, Mastoc aus, Mastov, ruhig!

Nein, ruhig, ruhig, ruhig, ruhig, Mastoc, ruhig

Nein, nein, nein, ruhig, brav, Mastoc, aus, aus,

aus, nein, aus Mastoc, Mastoc...

Ah, da ist er ja!

Ruhig, Mastoc.

Los, friss ihn, friss ihn!

Die Angelegenheit ist begraben, aber

es wäre besser, wenn Sie nicht mehr dort entlang gingen...

Oh, selbst wenn man uns die Erlaubnis gäbe,

hätte ich nie wieder den Mut, diesen Ort wiederzusehen.

Ich glaube, ich würde in Ohnmacht fallen...

Oh, sei versichert, in Zukunft fahren wir mit dem Wagen!

Wie Onkel Jules?

Ja, wie Onkel Jules...

Holla, haben Sie in der Lotterie gewonnen?

Joseph wird die Akademischen Palmen erhalten:

er wechselt in die dritte Klasse

und bekommt 22 Francs pro Monat mehr...

- Mein Gott! - Bravo Papa, es lebe Papa, es lebe Papa!

Appetitlich!

Marcel,

geh und hol mir die Flaschen von Onkel Jules!

Aber Herr Joseph,

es ist immer noch der Wein, der am wenigsten schadet!

Hier trinken Sie das Wasser aus der Zisterne. Und wissen Sie, was da drin ist?

Wasser vom Himmel...

Ja, ja, Wasser, das von der Sonne destilliert wurde. Jau!

Und, und ich wette mit Ihnen, dass man darin auch ein Dutzend schwarze Spinnen findet...

... zwei oder drei Eidechsen...

... und eine ganze Krötenfamilie!

Das Zisternenwasser

ist Krötenpipiessenz!

Ja, was aber nichts daran ändert, dass dieser Alkohol für Deine Gesundheit...

Joseph,

Joseph, Du nervst mich!

Die Zeit vergeht

und dreht das Rad des Lebens wie das Wasser das Mühlrad.

5 Jahre später...

.. Lief ich hinter einem schwarzen Wagen, dessen Räder so hoch waren,

dass ich die Hufe der Pferde sehen konnte.

Ich war schwarz gekleidet,

und die Hand des kleine Paul hielt die meine mit aller Kraft fest.

Man fuhr unsere Mutter für immer weg...

Während der Jahre,

bis zum Mannesalter, hatten wir nicht den Mut, von ihr zu sprechen...

Dann ist der kleine Paul sehr groß geworden.

Er trug einen Bart aus Seide.

In den Sternenhügeln, die er niemals verlassen wollte,

hütete er seine Ziegenherde.

Er war der letzte der letzte Ziegenhirt von Virgile.

Aber im Alter von 30 Jahre verschwand er bei einer Wanderung.

Mein lieber Lili wartete schon jahrelang auf dem Friedhof von La Treille auf ihn,

unter einem Viereck aus Strohblumen:

1917 beendete in einem schwarzen Wald im Norden

eine Kugel mitten in die Stirn sein junges Leben,

und er ist auf kalte Pflanzenbüschel gefallen,

deren Namen er nicht kannte.

So ist das menschliche Leben...

Einige Freuden sind schnell ausgelöscht von unvergesslichem Kummer.

Das muss man aber nicht den Kindern sagen...

Da ist sie...

Da ist sie, hast Du sie gesehen?

Hast Du sie zurückkommen sehen, die Aufgedonnerte?

Sprich, Luder, Schlampe...

Noch weitere 10 Jahre und ich gründete eine Filmgesellschaft.

Der Erfolg krönte das Unternehmen.

Du Stück Dreck, jetzt kommst Du wieder. zurück, was, und diese armselige Bommel, sag..

Und dann hatte ich den Ehrgeiz, unter dem Himmel meiner Provence

eine Kinostadt zu errichten.

Mein Notar machte sich auf die Suche nach einem entsprechend großen Grundstück,

um dieses schöne Projekt aufzunehmen...

Er fand etwas, während ich in Paris war,

und per Telefon hat er mich von seiner Entdeckung informiert...

Sein Enthusiasmus war groß und ich wusste, dass er aufrichtig war.

Ich kaufte also dieses Grundstück, ohne es gesehen zu haben...

8 Tage später nahmen mein Team und ich

das versprochene Land in Besitz...

Es war kein historisches Gebäude,

sondern der riesige Wohnsitz eines großen Bourgeois des zweiten Kaiserreichs...

Ich betrachtete stolz die Geburt eines großen, Unternehmens

als ich von Weitem eine Buchsbaumhecke sah...

Mein Atem stockte und, ohne den Grund zu wissen,

machte ich mich auf eine verrückten Weg über die Wiese und durch die Zeit...

Erst als ich ihn unterhalb der Hecke sah,

erkannte ich das Schloss wieder.

Das der Angst,

der Angst meiner Mutter...

Marcel! Marcel...

Ja, da war es!

Das war wirklich der Kanal meiner Kindheit.

Ich ging noch einmal langsam den Weg meiner Ferien als kleiner Junge,

und die teuren Schatten der Vergangenheit gingen neben mir...

Am Fuße der Mauer, ganz nahe bei dem Kanal,

war die schwarze Tür,

diejenige, welche sich nicht für die Ferien öffnen wollte,

die Tür des beschämten Vaters...

Es schien mir, als könne ich besser atmen,

dass der böse Zauber gebannt sei...

Aber auf der anderen Seite der Zeit,

war seit vielen Jahren

eine sehr junge braunhaarige Frau, die immer noch die Königsrosen

an ihr zerbrechliches Herz drückte.

Sie hörte die Schreie des Wächters und den heiseren Atem des Hundes...

... Bleich und zitternd,

und für immer untröstlich,

wusste Sie nicht, dass sie bei ihrem Sohn war...

DAS SCHLOSS MEINER MUTTER

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