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Wilderer! - So ein Sauhaufen.
Brav.
Schnell, die sind gleich da!
Die werden sich wundern!
Halt! Stehen bleiben!
Bist du verrückt? Willst du ihn umbringen? Wilderer muss man stellen.
Brandner, der gehört uns.
Saukerl. Verdammt.
Was soll das jetzt?
Grüß dich, Nannerl. - Grüß dich.
Eichel, König... Ich sage Trumpf oder Kritischer.
Grüß Gott. - Grüß Gott, Nannerl.
Ich brauche ein paar Heilkräuter. - Komm mit, Nannerl.
Der Großvater ist immer noch krank. - Ich schau mal, ob ich was hab für ihn.
Du kannst wieder Reh auf die Karte setzen. - Ich warte schon lange. Wann denn?
Wenn's 3-mal an der Hintertür klopft. - Also, was möchtest du? Kräuter, Hafer...
Das schaffst du allein. Ich würde mich ungern blicken lassen.
Freilich. Nannerl hilft mir schon.
Schnell.
Wirt. Rudi!
Wo bleibst du denn? Der Pfarrer spielt schon wieder falsch. - Gauner.
Grüß Gott, Herr Bürgermeister. - Grüß Gott.
Ho! - Wo kommst du denn her?
Ich hab Futter der Großhandlung gefahren. - Was macht die da auf unserem Wagen?
Ich hab Nannerl per Zufall aufgelesen. - So, so. Per Zufall.
Von dem Windhund lässt du dich fahren? - Was geht das dich an, Alfons?
Mit uns ist es aus, das weißt du. - Wo ist der Brandner?
Lm Bett. Großvater ist krank. - Du kannst dem Kranken ausrichten,
ich hab seine Handschrift genau erkannt. Die hier nämlich!
Das nächste Mal erwisch ich ihn.
Und wenn er in zwei Tagen nicht zahlt, gehört seine Hütte mir!
Hüa.
Ewig geht das mit der Wilderei nicht mehr gut, Großvater.
Was ist schon ewig? - Und wenn der Bürgermeister merkt,
dass sein Futter nach Wild riecht? - Das müssen sie uns erst beweisen.
Dein Husten wird auch nicht besser. - Wer lang hustet, lebt lang.
Der Bürgermeister hat nach dir gefragt. Wo bleibst du denn? - Servus, Großknecht.
Wieso riecht das nach Wild? - Na ja, wird halt wildes Futter sein.
Komm rein, Toni. Dann wärme ich dich.
Nein, Resl, danke schön. Deine Hitze würde mich verbrennen.
Dein Vater sähe es gewiss lieber, du würdest mich statt den da wärmen.
Wildes Futter.
He, du da.
Willst du was von mir?
Grüß Gott miteinander.
Da. Zum Geburtstag. - Das ist kein Grund zum Feiern.
Ja, ich weiß schon. Das ist der Tag, an dem deine Mutter gestorben ist.
Aber weißt du, das war göttliche Fügung. Immerhin hat sie dich lebendig geboren.
Bist du neuerdings Philosoph, Alfons? - Was willst du, königlicher Hofjäger?
Der alte Prinz Carl vom Tegernsee macht morgen eine Treibjagd für einen Preußen.
Einen General a.D., der herziehen will. - Die Preußen sollen bleiben, wo sie sind.
Der Prinz möchte dich als Jagdhelfer. Weil du dich so gut auskennst. - So?
Ich bin schon mit seinem Bruder gegangen, unserem König. Das waren noch Zeiten.
Wild. Wald. Weiber. - So eine Bruchbude.
Ich hab ein gutes Wort für ihn eingelegt, damit er wieder auf die Füße kommt.
Und nicht mit Toni im Gefängnis landet. - Warum sollten die im Gefängnis landen?
Na, wegen dem Piff-Paff. Du weißt schon.
Nichts weiß ich.
Treiber werden auch gesucht. Also... - Aber nur, wenn du keinen Dank willst.
Keinen speziellen, meine ich.
Nannerl... - Es hat sich ausgenannerlt.
Bist du deswegen da, Bürgermeister?
Wo hast du das Geld her, so plötzlich?
Nimm deine Wucherzinsen und verschwinde. - Dankbar solltest du mir sein,
dass ich dir deine Sachen erhalten habe. - Dass du meine Notlage ausgenutzt hast,
damals nach Tod und Krieg und Cholera. - Und Suff, hast du noch vergessen.
Kugler, das wünsch ich nicht einmal dir, dass du erst deine Tochter verlierst,
dann deine Frau, und vorher im Krieg schon die Brüder.
Ist schon recht. Servus, Brandner.
Es geht wieder aufwärts. Das spüre ich. Du, die Hofjagd ist erst der Anfang.
Zum Wohle, Herr von Zieten, und Waidmannsheil.
Heute werden Sie als Brandenburger eine echte bayerische Treibjagd erleben.
Waidmannsdank, mein lieber Prinz.
So. Sind wir so weit, Herr Hofjäger? - Jawohl. Sofort.
Lästige Fliegen.
Gauner! Wo kommt plötzlich der Trumpf her? - Aller Segen kommt von oben.
Hab ich von Ihnen gelernt, Herr Pfarrer. - Also, Jäger und Treiber! Sammeln!
Lmmer schön zutreiben. Wir selber dürfen aus Höflichkeit nichts treffen.
Das Beste ist, ich bleib bei dem Preußen. Wenn er abdrückt, schieß ich auch,
damit wenigsten hier und da was umfällt. - Der Brandner führt uns.
Ja, was ist das jetzt?
Also, alles mir nach.
Da steht er.
Der Torex. - Jawoll!
Treffer!
Waidmannsheil. - Waidmannsdank!
Euer Gnaden.
Sag mal, hast du sie gern, meine Nannerl?
Schon. - Das ist doch gut.
Oh, ist das ein Prachtkerl.
Der ist viel zu schade für den Preußen.
Lauf!
Was ist das jetzt?
Verdammt.
Reiß dich zusammen vor den hohen Herren. - Was ist jetzt das für ein Spaß?
War ein Streifschuss. - Großvater! Ja, jetzt glaub ich's!
Ich muss zum Großvater. - Der überlebt es schon.
Das Treiben ist für Frauen verboten. Keinen Kreuzer kriegst du für heute.
Schade, dass wir den 16-Ender nicht haben. - Wenn der Feind gewitzter ist,
muss man ihm Respekt zollen. - Das gehört sich nicht, Kugler.
Sie wegen so was anzuschreien. - Was war das?
Willst du mir sagen, was sich gehört und was nicht? Was bildest du dir ein?
Der Alfons hat es doch gewusst. - Was hab ich? Nichts hab ich gewusst.
Du hast es mir doch selber angeboten. - Ich hab gesagt: Treiber werden gesucht.
Mehr nicht. - Windiger Kerl. Ich schlag dich zusammen!
Was? Komm her, du... - Aufhören! Lasst das!
Raufen vor den hohen Herrschaften! Pack deine Sachen! Auf der Stelle!
Vom Dienst jagen, mitten im Jahr? Das ist nicht lhr Ernst. - Sei still.
Pack, alle zusammen.
Mach es nicht noch schlimmer, sonst... - Was? Willst du mich wieder schlagen?
Willst du mir das ewig nachtragen? - Nein. Aber du fasst mich nicht mehr an.
Ja, was schaut ihr denn so?
Der Streifschuss ist harmlos. Aber der Herzschlag gefällt mir nicht.
Wahrscheinlich von dem Schrecken. - Der einzige Schrecken ist,
dass ich noch kein Bier hab.
Danke schön, Euer Gnaden. - Ach, Quatsch. Ich bin der Zieten.
Hat man wirklich nicht gesehen, wer es gewesen sein könnte?
Gewesen sein könnte es mancher. - Einen schwarzen Jäger hat er gesehen.
Einen Schwarzen? Ja, dann kann es am Ende unser Herr Pfarrer gewesen sein.
Nein. Der Pfarrer spielt bloß falsch. Ein Wilderer aus Tirol vielleicht.
Stimmt's, Herr Bürgermeister? - Wenn du es nicht weißt, wer dann?
Sie sind ja noch geschwächt. Blutverlust, Sie sind nicht mehr der Jüngste...
Sie können meinen Wagen haben. Der fährt Sie nach Hause. Na?
Wie Sie meinen, Euer Gnaden. - Zieten. Da.
Prost. - Prost.
Stimmung hier.
Sie sind doch gelernter Büchsenmacher. - War ich, ja.
Ich könnte für ein paar Aufträge sorgen. Im Tegernseer Tal, Brandner.
Oder sogar im Schloss. Schauen Sie nur, dass Sie bald wieder auf die Beine kommen.
So ein Geschiss um den alten Deppen.
Ich mach dir was zu essen.
Ich mag nix. Mensch, wenn der Prinz sein Wort hält...
Ich bring den Wagen zurück. - Nannerl soll mitfahren.
Ich lass dich jetzt nicht allein. - Du holst dir deinen Treiberlohn.
Da kann der Kugler nichts machen.
Vielleicht behält er dich ja als Knecht, wenn der Prinz Carl dabei ist.
Merkst du was? Sein Husten ist weg. - Der ist gar nicht zum Husten gekommen.
Vor lauter Aufregung und Bier und Schnaps.
Kennst du mich nicht?
Weißt du nicht, wer ich bin?
Mir ist, als ob ich das gar nicht wissen möchte.
Wir sind uns doch heute schon mal begegnet.
Ein Wilderer aus Tirol, stimmt's?
Aus Tirol bin ich nicht.
Aber treffen hätte er dich schon sollen, der Schuss vom Alfons.
Leider habe ich ihn fehlgeleitet, weil ich gar so gefroren habe.
Mir ist immer so kalt, wenn ich einen hole.
Was redest du für einen Unsinn zusammen? Was willst du von mir? - Na ja...
Ich hab dich nur fragen wollen, ob du vielleicht mit mir kommen möchtest.
Ich? Mit dir? Nein.
Schau, Kaspar, deine Zeit ist um.
Verstehst du?
Habe die Ehre. Verschwinde! - Mach es uns doch nicht so schwer.
Weil, holen muss ich dich. So ist es dir aufgesetzet.
Du bist der Boandlkramer... - Ja, so heißt man mich in Bayern.
Der Knochensammler. Lustig, gell?
Du bist der Tod. - Ja.
Kurz, verständlich, einprägsam. - Ich mag aber nicht.
Schau, dass du verschwindest. Raus, sage ich! Sonst schieße ich!
Was bist du denn so aggressiv? Jetzt heißt es für dich:
Es geht aufs Ende zu.
Ich hab dich nicht gerufen. - Ja, ich weiß.
Aber alle Menschen müssen sterben. - Ich nicht.
Ich bin gesund wie ein Fisch im Wasser. - Viele stecken noch voller Leben.
Und dennoch ist es ihnen unwidersprüchlich aufgesetzet.
Die ganze Flasche Kirschgeist sauf ich aus und stehe noch aufrecht wie ein Baum!
Nur zu. Vielleicht ist es dir aufgesetzet, dass du dich gleich ins Grab säufst.
Auch recht. Hauptsache, deine Uhr bleibt stehen.
Weißt du was?
Gescheiter als diese ganze Rederei wär, du trinkst einen mit.
Was, ich?
Einen Schnaps?
Du meinst... Ich sollte?
Ich dürfte?
Ich trinke nicht gern allein. Komm, machen wir es uns gemütlich.
Komm, auf dein Wohl.
Also, das hab ich auch noch nicht erlebt. So verrückt war noch keiner meiner Kunden.
Traust du dich nicht? - Geh! Trauen.
Also, ich traue mich schon.
Jetzt du.
Alles, was dir das Mitkommen erleichtert, soll gern geschehen, Kaspar.
Aber mitkommen musst du! So ist es dir aufgesetzet.
Gut. Gut!
Diese Menschen. Da jammern sie, das Leben ist gar so schwer.
Die Welt ist ein Jammertal. Und da komme ich, sie zu erlösen,
und sie wollen ums Verrecken weiterleben. Komm ich, ist es ihnen nicht recht,
komm ich nicht, schimpfen sie auch. - Wer geht denn auch freiwillig mit dir?
Schau dich doch mal an. Mit dir will doch niemand was zu tun haben.
Hast du einen einzigen Freund? - Wa... wie... Freund?
Nicht direkt. Aber Kundschaft hab ich viele.
Kundschaft. Du und Kundschaft. - Ja, viel Kundschaft.
Wenn dich einer sieht, läuft er doch weg. - Nicht alle, Kaspar!
Komm mit, dann zeige ich dir welche, die nicht davonlaufen können.
Da ist er ja endlich, nimm mich. - Nein, mich.
Ich mach nur, was aufgesetzet ist. - Schau mich an, hab Erbarmen mit mir.
Das ist nicht aufgesetzet, nein. - Bitte! Mein Kind!
Du bist nicht aufgesetzet. Aber dir, Kaspar, ist es aufgesetzet.
Sei gescheit. Komm mit.
Ich seh die alle im Jenseits wieder! Du spinnst ja. Keinen Schritt geh ich mit.
Sackzement, bist du zäh!
Schau mich doch an. Ich brauch nicht mal eine Brille.
Ich seh noch scharfwie ein Adler. Ich bin 69 und kerngesund. Schau mich an!
Eben.
Manch einer sagt, er ist kerngesund, und eine Viertelstunde später ist er tot.
Hin. Vorbei. Hinüber.
Bei dir tippe ich auf Darmverschluss, Schlaganfall, Herzinfarkt, irgend so was.
Besser, du gehst freiwillig mit und ersparst dir das Schlimmste.
Dir und der Welt. Machst die Augen zu, schläfst ein und die Sache hat sich.
Nein. Nie.
Nein, nie. Ich nicht. - Unverwüstlicher Hund, du musst. Kapiert?
Wo kommen wir denn hin, wenn wir fragen taten... täten... würden?
Du musst mit, ob du magst oder nicht. - Weißt du was?
Trinken wir noch einen.
Prost.
Das Trinken musst du aber noch lernen. So geht das, schau her.
Weg ist er. - Ich probiere es mal.
Was war das? Was ist das?
Bei dir macht das aber nicht so.
Freilich. Bei mir auch.
Mei, das macht schön warm.
Das musst du doch verstehen, Kaspar. Dein Leben hat schon lang genug gedauert.
Lang? Zu kurz. Viel zu kurz. Das ist vorbeigeraucht wie ein Wildbach.
Wir zwei haben sowieso noch ein Hühnchen zu rupfen.
Meine Tochter hast du mit 27 Jahren aus dem Kindbett herausgerissen!
Tut man das? Dafür gehörst du jetzt noch geohrfeigt.
Eine junge Mutter nach der Geburt umbringen!
Ich hab sie nicht umgebracht. Ich hab sie lediglich geholt.
Dafür hast du doch eine hübsche Enkelin bekommen. Export, lmport.
Da kann ich nichts machen. Es war ihnen aufgesetzet.
Auf dass sie sollen getröstet sein.
Schön, gell? Was ist? Magst du nicht doch mitkommen?
Schau, jetzt, wo es bei uns wieder aufwärts geht,
kommst du daher und drangsalierst mich, dass ich mitgehe. Freiwillig!
Ich sage dir was Schönes. Ich hole dich im Winter. Punktum.
Da ist es mir zu kalt. Punktum. - Ja...
Mir ist auch immer zu kalt. - Dann trink.
Der wärmt von innen raus.
Gut, komm ich halt im Frühjahr. Ende. Das ist mein allerletztes Angebot.
Im Frühjahr. Wenn alles wieder anfängt, da soll ich aufhören?
Das kannst du doch nicht im Ernst meinen. Komm, trink noch einen,
damit du zu Verstand kommst, du schwarzes Elend.
Erdenwurm, du!
Ich komm von der Allweisheit daher,
um dich zu geleiten in den ewigen Glanz... Aua!
Weißt du was, Kaspar? Jetzt trinken wir zwei aus.
Und dann gehen wir auf Reisen.
Als gute Freunde. Noch einen Schnaps.
Bitte.
Großknecht.
Da hast du dein Gerümpel.
Jetzt hab ich dir ein ganzes Jahr angeboten.
Aber du, du hast ja für alles eine Ausrede.
Ja, magst denn du noch 10 Jahre leben?
Mein Großvater ist 90 geworden. Und genau so alt möchte ich auch werden.
90...
80... 70...
Ja, was wird denn das...
alles zusammen?
Das sind genau 21 Jahre. - Nein!
Ja, bist du damisch? Das ist vollinhaltlich ausgeschlossen!
Was war das jetzt? - Ja, mein Zugpferd, was sonst?
Ist jetzt mal Ruhe, du sturer Gaul?
Jetzt wird er mir langsam ungeduldig. So lang hat er noch nie warten müssen.
Wegen mir müsst ihr nicht warten.
Ja, was ist das?
Der Boden bewegt sich. Auweh.
Das ist ja wie im Karussell. - Gefällt's dir? Das ist mal was anderes.
Jetzt reicht es. Brandner Kaspar, folge mir nach!
Sonst wende ich Gewalt an, die mir von da oben gegeben wurde.
Für so zähe Hunde, wie du einer bist. - Weißt du was?
Spielen wir Karten. - Moment mal. Was?
Gewinnst du, geh ich mit. Verlierst du, bleib ich da.
Jetzt will er Karten spielen. Ums ewige Leben!
Nein, nein. Nur um 21 Jahre. Komm, setz dich her, kriegst noch einen Schnaps.
Aber ich kann überhaupt nicht Karten spielen.
Da brauchst du nicht viel können. Prost. - Kann ich auch nicht.
Mischen. - Kann ich auch nicht.
Dann probierst du's halt mal. - Dann probier ich's halt mal.
Oha. Moment.
Und jetzt hebst du ab. - Hab ich doch gerade.
Einen Haufen sollst du abheben. Das ist dann der deine. - Was?
Wenn du da drin den Grasober findest... - Wie schaut denn der aus?
Den erkennst du an der Farbe und am Bild.
Wenn der Grasober in meinem Haufen ist, was ist dann?
Da geh ich mit dir. - So.
Und wenn der Grasober in deinem Haufen befindlich ist,
dann gehst du auch mit. Oder? - Nein.
Dann darfst du mir nicht mehr kommen, bis ich 90 bin.
Ah ja.
Auf geht's.
Du bist ein Depp. Du bist ja ein saudummer Depp.
Weißt du, warum?
Da nehme ich mir so viele Karten in meinen Haufen,
dass er in meinem Haufen sein muss!
Das ist gut. Das ist gut!
Ha! Da ist er!
Nein, das ist er nicht. Das ist der Schellenober.
Jetzt haben wir ihn! - Nein.
Der auch nicht. Das ist der Grasunter, nicht -ober. Unter.
Das ist der Grasunter... - Schau ihn dir gut an.
Dann schau halt mal in meinem Haufen. Wer weiß?
Ja! Da muss er sein.
Da ist er, der Hallodri.
Da ist er. Da ist er!
Das ist eine saublöde Geschichte.
Wo es dir doch aufgesetzet war.
Weißt du was? Wir trinken noch einen. Auf meinen 90!
Nein. Nein!
Ich mag nicht mehr! Du mit deinem hinterhältigen Kirschgeist.
Prost.
Und dann sieh zu, dass du Land gewinnst.
Ich mache...
Versprichst du mir was? - Was denn?
Hör auf zu wildern. Ich möchte dich nicht im Gefängnis besuchen Tag für Tag.
Das kann ich dir nicht versprechen. - Das musst du versprechen.
Ich kann es nicht. Besser im Gefängnis, als ein Tagelöhner auf ewig.
Toni?
Was sperrst du denn ab?
Toni. Lass mich rein!
Du sollst es auch nicht bereuen.
Herrschaftszeiten. Himmel noch mal. Was ist denn da los?
Ist da jemand? Hasso!
Lmmer müssen sie schnattern, die dummen Gänse.
Es geht schon wieder. Geht schon wieder.
Ich komm schon.
Wenn's dir früher reicht, ruf mich einfach und ich bin gleich da, Kaspar.
Geh! Das Leben ist schön!
Schön, ja. Nicht, dass du krank wirst und bettlägerig.
Dass du weder leben kannst noch sterben. Das ist wirklich nicht schön.
Ach, hau ab, du Besoffener. - Man sagt ja nichts, man redet ja nur.
Wo ist er? Ah, da ist er ja.
Bin schon da. Ich bin schon da. Ich bin da.
Servus! Bis in 21 Jahren!
Weg ist er, und weg bleibt er.
Fahr zu! Dummer Gaul.
Beschissen hab ich ihn, den Bazi.
90! Lena, komm.
90!
Ich bin unsterblich!
Ja, spinnt denn der? Der ist ja mit dem Teufel im Bund.
Toni?
Bis du jetzt wach?
Hörst du mich? Lass mich rein.
Wenn du nicht sofort aufmachst, schreie ich alles zusammen hier.
Ja, du gemeiner Rammler, du elendiger.
Grüß dich. - Grüß dich.
Grüß dich, Großvater. - Ja, wo kommt denn ihr her?
Ah!
Wie geht's dir? - Könnte nicht besser gehen.
Hast du heute Nacht den ganzen Kirschgeist ausgesoffen?
Um mich musst du dir keine Sorgen machen. Ich lebe noch lange. Noch sehr lange!
Den Treiberlohn habe ich. Aber der Kugler hat den Toni doch entlassen.
Macht nichts. Toni, du kommst zu uns. Wir brauchen noch zwei fleißige Hände.
Ich fang wieder mit dem Büchsenmachen an. - Das ist noch immer der Alkohol.
Und wenn schon. Ich bin dabei. - Ich krieg doch Aufträge vom Tegernsee.
Und vielleicht von ganz Bayern.
Für mich fängt jetzt ein Leben an, wie es ohne Beispiel ist auf dieser Welt.
Ein Leben ohne Sterben!
Auweh! Hab ich jetzt da was? Das brummt alles.
Was ist denn das? Wo bin ich?
Aloisius? Sag mal, Aloisius...
Wie spät haben wir es denn? Was ist denn passiert?
Der Brandner! Aloisius, jetzt haben wir zwei ein Problem.
Lhr werdet staunen, wie es aufwärts geht bei uns.
Jetzt, Kaspar.
Magst du einen? - Gib her.
Na, Kaspar? Erkennst du mich?
Du bist die Cousine von meiner verstorbenen Frau.
Du heißt Sophie und kommst von Schliersee.
Das ist meine Vroni. - Bist ein hübsches Mädchen geworden.
Kannst du mir die Gewehre richten? - Freilich.
Weißt du, mein Andreas liegt schon seit Jahr und Tag.
Auf die Jagd kann er nicht mehr gehen.
Aber es freut ihn halt, wenn die Gewehre gerichtet sind.
Schau mal, wo die Nannerl ist. Kennst sie doch noch.
Ich meine, da hat es den einen Lauf inwendig verzogen.
Ja, mit dem kannst du um die Ecke schießen.
Gehst du selber noch auf die Jagd? - Ja. Gut siehst du aus.
Ja, mir geht's auch gut.
Meine Arbeit, meinen Hund, mein Nannerl, der Wald... Mehr brauch ich nicht.
Weißt du noch, wie wir die Jungen geärgert haben als Kinder? - Freilich.
Alfons hat einen Frosch in die Hose gekriegt.
Toni haben wir einen Zettel angesteckt: "Nannerl, ich liebe dich."
Heute sagt er es freiwillig.
Kommst du bald wieder oder bleibst du gleich da? - Nein.
Das geht nicht.
Ich muss den Andreas pflegen. - Hast du keinen anderen dafür?
Das muss ich schon selber machen. Ich hab ihn doch lieb, den Andreas.
Aber...
Wenn der Andreas mich mal nicht mehr braucht...
Können wir so lange warten? Obwohl... Also, ich hab noch 20 Jahre!
Woher willst du das wissen? - Weil ich es weiß.
Was hat sie denn so lang gewollt?
Na ja.
Wir haben uns über Gott und die Welt unterhalten...
Knochensammler. Kannst du nicht den Andreas holen an meiner Stelle?
"Nein, dem Andreas ist es noch nicht aufgesetzet."
Verdammt.
Großartig. Hier würde ich gerne meinen Lebensabend verbringen.
Den Rest vom Schützenfest. - Schauen wir mal.
Man müsste es geschickt anfangen.
Was macht denn lhr Kreitmeir da?
Er bringt dem Brandner Holz.
Auf geht's.
Fragen Sie in 21 Jahren noch mal nach, Euer Hochwohlgeboren.
Entschuldigung. Falls Sie dann noch leben. Meine Milch bekommen Sie dafür umsonst.
21.
Und wenn ich Ihnen... Wie sagt man hierzulande?
Ein Austragshäusel bauen würde? - Einen Austrag?
Das ist doch was für alte Leute! Nicht für mich.
Toni? Möchtest du der Resl mal eure Werkstatt zeigen?
21. - Komm mit.
Man müsste ihm eine Fliege ins Bier schütten. - Eine Fliege?
Dann würde ich gegen eine kleine Provision schon dafür sorgen, dass er verkauft.
Eine Fliege ins Bier?
Respektive ein bisschen Holz vor die Hütte.
Ah!
Ich könnte ja sagen, das hast du gemacht.
Verschwinde, sonst rutscht mir die Hand aus.
Schlagen willst du mich auch noch?
Toni! So warte doch!
Und wo ist die Resl?
Da, Kugler. Aber ich schwöre dir, einmal ist die letzte Zahlung.
Ich hoffe es für dich.
Wie siehst denn du aus? Was ist passiert? - Was soll schon passiert sein?
Gämsen sollte man maljagen, Brandner.
Schnell!
Na so was, ein Preuße steht vor der Tür. Dabei sind die Weißwürste gerade richtig.
Die sollen bleiben, wo sie hingehören. Wozu haben sie einen eigenen Himmel?
Der Zieten soll's sein, der aus dem Busch. - Der für Friedrich die Schlacht gewann.
Ah, der Herr von Zieten. Wieder mal ein bisschen Urlaub machen bei uns?
Nein, mir ist schon schlecht, wenn ich Weißwürste nur seh oder rieche.
Aber der Kerl, der meinem Nachfahren sein Haus verkaufen soll, der lebt.
Dabei sollte er längst tot sein. Nur dann ist die Geschichte im Lot.
Wenn er lebt, kann mein Nachfahre nicht der erste Tourist in Bayern sein.
Und Abertausende nach sich ziehen. Dann gibt's kein Deutsches Reich.
Weil Bayern außen vor ist. - Ich verstehe kein Wort.
Der Preuße spricht immer den ganzen Denkvorgang mit,
der Bayer gibt nur das Ergebnis bekannt.
Das Ergebnis ist: Dieser Brandner bringt den göttlichen Weltenplan durcheinander.
Oder zumindest den von Bismarck. - Wo ist der Knochensammler?
Der wartet draußen vor der Tür. - Hol ihn her.
Ah. So ist es recht.
Ja, komm her.
Süßen Senf!
Der Knochensammler kommt.
Der Knochensammler kommt.
Ah, Freund Hein.
Nein, ich bin der... - Ja, ich weiß.
Hein heißt bei uns der Knochenkrämer. - Ist der Brandner Kaspar schon hier oben?
Der... der Brandner? Ja, freilich.
Ich hab ihn ja persönlich hergebracht. Vor bald einem Jahr schon.
Können Sie das beweisen? - Herr von Zieten. Beweise...
So was gibt's bei uns hier oben nicht. Hier gibt's nur Liebe und Vertrauen, gell?
Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. - Der Boandlkramer arbeitet gewissenhaft.
Schon seit über 1.000 Jahren. - Einmal ist immer das erste Mal.
Servus, Herr von Zieten. Ich lass mich ungern stören bei den Weißwürsten.
Verschwinde. Du hast hier nichts weiter verloren.
Ein Paradies ist, wenn einer aufpasst, dass kein Depp reinkommt.
Wo hab ich den jetzt hingelegt?
Aloisius, ich sage dir, da haben wir wirklich ein Riesenglück gehabt.
Fast wär das mit dem Brandner aufgeflogen. Wegen dem Preußen, dem hinterhältigen.
Was schaust du so? Ich brauch dich schon noch für kleinere Transporte.
Aber man muss auch ein bisschen mit der Zeit gehen. Jetzt ist er beleidigt.
Schau, Aloisius, das kannst du nicht.
Ah!
Was ist, Kaspar? Kannst du nicht schlafen?
Was willst du? Mir das Dasein verleiden, damit ich eher nach dir schreie?
Ja, drück zu!
Wenn nur alle paar Wochen einer kommt, würde ich auch bellen, Lena.
So, so, die hohe Obrigkeit. Was gibt's?
Verhören muss ich dich. - Verhaften, meinst du. Gleich. Alle zwei.
Setz dich erst mal, Lechleitner. Magst du ein Bier? - Ich bin im Dienst.
Du bist angeklagt, Anton Birk,
dass du die ehrbare Jungfrau Resl Kugler vergewaltigt und dabei geschwängert hast.
Freilich. - Da lacht er noch, der Verbrecher.
Die würde ich nicht mal mit der Feuerzange anfassen.
Das soll sie uns ins Gesicht sagen. - Du sei ganz still.
Den Lohn hast du dir damals erschlichen. - Sonst noch was oder war das jetzt alles?
Nein. Das ist nicht alles.
Mein Holz hast du mir gestohlen.
Und einen Zeugen habe ich auch. - Wen? Kreitmeir Leonhard.
Den Kreitmeir. Das ist der rechte Zeuge.
Machen wir eine Inspektion. Wo hast du dein Holz?
Dann zeige ich es euch halt. Kommt mit. Los.
Auf geht's.
Aha.
Da schau her. Da liegt es ja.
Das corpus delicti! - Das ist nicht mein Holz.
Eine dümmere Ausrede fällt ihm nicht ein.
Das passt in meinen Ofen gar nicht rein. - Das ist ja auch für meinen Kamin!
Außerdem hat der Kreitmeier gesehen, wie du es gestohlen hast. - Hör zu!
Es reicht mit Intrigieren und Verleumden! Ich mach euch doch nicht den Hanswurst!
Verschwindet von meinem Hof oder ich schieße! - Tu das Gewehr weg.
Verschwinde, Kugler!
Das Gewehr weg. - Verschwinde!
Das nächste Mal treffe ich, sag ich dir. - Das wirst du noch bereuen.
Hat das sein müssen? Am Ende kommst du noch ins Gefängnis.
Das wäre auch eine Möglichkeit, gell? 21 Jahre Gefängnis.
Darf ich? - Bitte schön.
Aber mit einem Falschspieler spiele ich nicht Karten.
Es wird viel geredet über euch zwei. - Über uns, ja. Nur mit uns redet keiner.
Ich hab dich in der Kirche nicht gesehen. - Ich war weiter hinten.
Es muss nicht immer die 1. Reihe sein. - Hast du ein schlechtes Gewissen?
Vor Gott kannst du dich nicht verstecken. - Tja, ihr geistlichen Herren.
Lhr redet viel, wenn der Tag lang ist, und wisst trotzdem nichts. Gar nichts.
Wir sind ja auch zum Glauben da.
Ja, und damit habt ihr auf alles eine bequeme Antwort, gell?
Die in euren kirchlichen Kram passt. - Vielleicht sind die Leute gegen dich,
weil deine Enkelin in Sünde mit dem Windhund da lebt.
Sammeln Sie für mich, damit ich meine Schulden abzahlen kann.
Beim bürgermeisterlichen Halsabschneider. Und übermorgen stehen sie vorm Altar.
Prost. - Prost.
Wally von der Schliersberg.
Mein Name ist Kramer. Boandlkramer.
Aloisius, einmal hauchen, bitte.
Das ist gut.
Ja, ich mag sie auch nicht, diese Tour.
Jetzt reiß dich aber zusammen.
Kriege ich heute ein Bier? - Und danach willst du mich mitnehmen.
Nee. Ich will Sie mitnehmen, Brandner.
Auf die Jagd. Zahl ich natürlich.
Kaspar.
Kaspar, geh da lang. Nicht den anderen Weg.
Los. Schnell. Auf die andere Seite. - Warum denn?
Der Fels kommt runter! Schnell.
Oha. Darum.
Ja. Darum.
Brandner, der Kugler versucht, Sie in Misskredit zu bringen.
'Ne Fliege ins Bier zu schmeißen.
Damit er an lhr Anwesen kommt. Um mir das später zu verkaufen.
Aber das ist gegen meine Ehre. - Na ja.
Ein Preuße ist halt auch ein Mensch, gell?
Deswegen könnten wir dem Kugler einen Strich durch die Rechnung machen.
Sie sichern mir ein Vorkaufsrecht im Falle lhres Todes.
Für lhre Enkelin wäre natürlich auf Lebenszeit gesorgt.
Wollen Sie nicht Gämsen jagen, Euer Gnaden?
Ganz schön stur, diese Bayern.
1... 2... 3.
Gratulation zum 70!
Danke schön, danke schön, danke schön.
Und wer zahlt die Musik? - Das kostet nichts.
Sie sind dir dankbar, dass du ihnen so billig die Gewehre gerichtet hast.
Wollt ihr vielleicht einen Kirschgeist?
Kugler will heute extra eine Rede auf dich halten beim Kirchweihfest.
Was steckt da schon wieder dahinter? - Ich muss los.
Wenn ich schon als Bedienung arbeiten darf.
Heute gibt's ein gutes Trinkgeld.
Es gibt noch was zu feiern. Wir zwei verloben uns heute.
Wir zwei? - Nein, wir zwei.
Gut.
Da, dein Bier. - Danke.
20 Gulden zahlt er für jede Gämse, der Huberwirt von Rottach.
Aber noch heute Nacht braucht er sie. - Ich kann nicht. Gerade heute.
Warum denn nicht, Toni? Gerade heute.
Wo die Jäger und Gendarmen alle hier feiern.
20 Gulden pro Gämse. Damit könnten wir auf einen Schlag alle Schulden abzahlen.
Warte mal. Tanzen wir?
Nimm die.
Und? Hat er angebissen?
Was? Ja, ja. - Was heißt das? Nichts weiter. Ich hab's ihm gesagt.
Und was hat er gesagt? - Nichts weiter.
Pass auf, Freundchen.
Wir wissen genau, wann und wie lange Wild bei dir auf der Speisekarte stand.
Lass ihn los. Gemein ist er, falsch ist er, aber dumm ist er nicht.
Heute an deinem Ehrentag sei es dir vergönnt, lieber Kaspar.
Wir wissen, du bist ein rechter Windhund. Und mit dem Teufel im Bund, wie man sagt.
Na, na, Bürgermeister. Das ist aber 'ne seltsame Lobrede.
Er kann halt nicht so zeigen, wie gern er mich mag.
Lassen wir die Vergangenheit ruhen. Heute, wo wir Verlobung feiern.
Noch eine Verlobung? - Verlobung feiern mit der Resl...
und meinem braven Kreitmeir. Kommt rauf.
Noch eine Verlobung? - Was meinst du denn damit?
Und eine Kindstaufe auch gleich noch?
Zu deinem 70., Kaspar,
wünsche ich dir im Namen der ganzen Gemeinde,
dass du in Frieden und Gesundheit deine wohlverdiente Ruhe genießen kannst.
Ja, und dass du mir meinen Hof abnehmen kannst.
Und dann weiterverkaufen kannst, gell?
Es denkt halt ein jeder bloß an seinen Vorteil.
Und vergisst dabei vollkommen, wie unser Dasein eigentlich ist:
Kurz und nichtig.
Schaut, es kann doch zu jedem von euch jeden Tag der Knochenkrämer kommen.
Und sagen: Auf geht's.
Du kommst mit. Oder du. - Nein, danke schön.
Oder du... kommst mit.
Auf geht's, es ist dir aufgesetzet.
Willst du uns den Spaß verderben? Gerade heute?
Nein. Musik!
Ich glaub, das war nichts.
Du Bazi, du verreckter.
Jetzt komm. Ein kleiner Tanz wird ja noch drin sein.
Aber nur, wenn es das Mädchen erlaubt. - Mich fasst du nicht an, du Penner.
Aufhören!
Aufhören!
Loslassen!
Was schaust du so? Ich bin nicht wegen dir da.
Der Brandner ist... seltsam, oder?
Den Schaden zahlst du mir. - Wende dich an den Bürgermeister.
Hört auf, ihr Deppen!
Auseinander!
Du, ich muss noch mal schnell los. Du hast ja eh zu tun.
Sei froh, wenn der Toni wieder heil zurück ist.
Wie meinst du das?
Wunder dich nicht, wenn Alfons auch gleich geht. Ich würde ihn aufhalten.
Wie schaust du denn aus?
Dir liegt ja so viel an mir. Auf einmal?
Warum nicht? Wir haben uns doch mal gern gehabt.
Bei mir ist das so geblieben, Nannerl.
Unrecht bist du nicht, Alfons.
Aber mir hat halt was gefehlt bei dir. - Und was?
Dass ich kein Hallodri bin und kein Wilderer?
Das nicht. Aber ein bisschen Zärtlichkeit.
Und ein Gespür für das, was ich möchte und fühle.
Vielleicht lernst du es mit einer anderen. - Ich will keine andere.
Wollt ihr mich jetzt alle allein lassen? - Lass mich in Ruhe. Es ist zu spät.
Toni!
Toni!
Jetzt hab ich dich.
Halt. Stehen bleiben, Anton Birk!
Stehen bleiben oder ich schieße!
Weißt du, wo Nannerl ist? - Fort ist sie.
Jetzt stehe ich ohne Bedienung da. Mantel und Hut hat sie auch mitgenommen.
Nicht Schell. Herz. Herz ist Trumpf. So ein Mist.
Pass besser auf, du Hirsch! - Ich war abgelenkt.
Pst. Ich hab's doch gewusst. Appropinquant fidem.
Was? Jetzt red Bayerisch, nicht Latein. - Es kommt jemand. Schau nach, Michael.
Flammenschwert, du Erzengel, du. - Jedes Mal vergesse ich es.
Geh rein.
Das Nannerl. Nur zu, komm rein.
Mit Verlaub, Eure Heiligkeit. - Ich bin doch keine Heiligkeit.
Ich bin... Aber das ist ja wurscht. Momentan. Komm, steh auf.
Vergelt's Gott. Darf man das hier sagen? - Was sonst? Vergelt's der Teufel?
Wieso musste ich jetzt schon herkommen? - Durfte, meinst du.
Das sagt dir der Pförtner der Seelen. - Ist das der Heilige Petrus?
Ja. In Ewigkeit und allerorten. - Wo ist er denn, der Pförtner Petrus?
Ad sausitios albos.
Wo, bitte? - Bei den Weißwürsten.
Wir haben kein direktes 12-Uhr-Läuten, weil es in der Ewigkeit keine Zeit gibt.
Aber man hat es halt im Gefühl, wann die Weißwürste fertig sind. Magst?
Nein, danke. Könnten Sie mir erklären, was passiert ist? Ich muss Toni warnen.
Darf sie ausnahmsweise mal durch den Fraunhofer schauen?
Nein. Wozu haben wir Regeln hier oben? - Ach. Komm.
Wer ist denn das?
Das ist der Mozart, der fliegt heute schon das dritte Mal vorbei. Nannerl?
Da ist eine Gestalt. Der Toni! - Das ist nicht der Toni. Das bist du.
Hängst du noch sehr am Leben?
Mitterer, Anna Katharina, aus Albach gebürtig.
Heimzurufen durch Gnade. Wird erwartet in Sehnsucht von ihren Eltern,
dem Mitterer Josef,
der ihre Mutter, die Brandner Magdalena, gefreit.
Und denen ein Kind geboren ward vor... 24 Jahren. - Ja.
24 Jahren... Wird ferner erwartet von ihren Großeltern Traudl und Kaspar...
Was? Der Großvater ist auch tot?
Schon lange. Seit 9 Monaten ist er schon da.
Ich will mich ja nicht versündigen gegen die Heilige Allwissenheit,
aber gerade war er noch unten. - Unten? Nein.
Wenn Euer Heiligkeit vielleicht hinunterschauen möchten?
Das will ich dann aber doch sehen.
Ja, verreck.
Toni. Nein.
Gefängnis übersteht der Toni nicht. - Das hast du von deiner Neugierde.
Hatte der Preuße doch Recht. - Oweh! Wenn ein Preuße Recht hat,
dann naht die Apokalypse. - Ist der Knochensammler noch da?
Nein. Der wollte kurz noch nach Erl. - Die Tiroler Passionsspiele.
Da verkriecht er sich. Schlechtes Gewissen.
Bring mir den her, Michael. Aber sofort. - Flammenschwert.
Verdammt.
Nanntwein kennt sich mit den Passionen aus.
Lhm haben sie damals in Wolfratshausen einen Märtyrertod bereitet. Wann war das?
1268 verbrannten sie mich. Ich war auf der Durchreise von Rom.
Sie brauchten halt einen Märtyrer. - So was käme heute nicht mehr vor.
Die Bayern sind auch nicht mehr das, was sie mal waren. Wo bleibt Michael?
Schal.
So, Freundchen. Jetzt machst du Rapport. - Was?
Beichten sollst du. - Ah ja.
Also... ich... vor... 9 Monate zuvor, so wie's aufgesetzet war...
Hier steht, er starb am Büchsenschuss. - Ja, ja. Nein... nein...
Was soll das heißen? - Es misslang.
Ich hab den Schuss zwar gelenket, indes hat er ihn leider nur gestriffen...
Gestreift. - Und dann? War er teuer.
Wer? - Der gute Rat.
In seiner Hütte hab ich ihn höflich, freundlich, dringlich aufgefordert,
dass er mitkommet... ginget... ganget... Doch er war obstinat.
Wie erscheinst du bloß den Leuten, dass sie sich gar so fürchten?
De nihilo nihil. Von nichts kommt nichts. - Das ist jetzt aber arg beleidigend.
Ich... Er hat mir ganz hinterhältig... - Na, was?
Eins hingestellt.
Was? - Ein Gefäß.
Bier? - Kirschgeist.
Ich trink es ganz in Gedanken, nicht wahr?
Und er schenkt immer wieder nach, gell? - Ja. Der Hund. Überlistet hat er mich!
Wie oft? Wie viele, meine ich? - Ja... na ja...
10?
12 Kirschgeist? Auf einmal? Auf nüchternen Magen?
Ja, dann glaub ich's. - Bitte, Herr Pförtner. Wenn Sie wüssten.
Nirgendwo ein Platz zum Wärmen. Feindseligkeit schlägt mir entgegen.
Überall. Und ein einziges Mal in Äonen schenkt mir einer einen Schnaps ein...
Und du versprichst ihm als Dank gleich das Weiterleben! - Ja. Nein.
Warum ist er dann nicht da? - Er hat mich beschissen! 'tschuldigung.
Tu dich nur freimütig äußern. Weiter. - Nämlich... wir haben Karten gespielt.
Das auch noch? Brav. Wie viel hast du ihm dann gütigst zugestanden in deinem Suff?
90. Wie sein Großvater.
21 Jahre mehr. Schämst du dich nicht? - Doch.
Und mir wäre leichter, wenn Sie mich richtig anschreien würden.
Mir fällt nichts ein. Ich weiß nicht, soll ich weinen oder lachen?
Lachen ginge auch. - Das könnte dir so passen, Bursche!
Gebeichtet ist alles. Ich empfehle mich und warte auf weitere Aufträge.
Der nächste Auftrag ist: Du holst den Brander. Auf der Stelle.
Fast hätte ich gesagt: Tot oder lebendig. - Nein. Nur das nicht.
Ich hab ihm doch mein Wort gegeben. - Missachtest du den Willen unseres Herrn?
Seinen göttlichen Plan? - Der Kaspar geht aber nicht mit.
Du holst ihn! Sonst kracht's!
Kaspar.
Brandner Kaspar!
Den Sarg wollen wir tragen.
Was will denn der da? Den will ich nicht sehen.
Der soll verschwinden. - Siehst du nicht, wie er leidet?
Hast du kein gutes Wort für ihn? - Nein.
Kaspar.
Ich bitte dich. Ich hab auch Schuld. In gewisser Weise.
Der Sarg ist zugenagelt. Lhr könnt ihn euch holen.
Jetzt kannst du ihn doch losbinden. Der läuft doch nicht davon.
Du verschwindest jetzt, du Mörder. - Halt. Hört auf!
Ja, schämt ihr euch gar nicht?
Von eurem Hass wird mein Nannerl auch nicht mehr lebendig!
Da.
Toni, ich wollte das nicht. Das war ein Unglück.
Wenn ich jetzt dem Alfons die Hand gebe,
meinst du nicht, du kannst das auch? Vielleicht nicht gleich, aber irgendwann?
Nein, nie.
Wenn du ihm jetzt deine Hand gibst, haben wir zwei uns mehr nichts zu sagen.
Ich sage vor Gericht aus, dass der Toni nicht gewildert hat.
Dann müssen sie ihn freilassen.
Na, komm.
Schmeckt's dir? - Gut ist es heute.
So gut war's schon lange nicht mehr.
Zur Beerdigung war's ihnen zu weit. Aber meinen Schweinsbraten fressen sie.
Kasper?
Ich wollte dir nur sagen, auch von der Vroni,
dass mein Haus, unser Haus, jederzeit offen steht für dich.
Ich danke dir, Sophie, aber...
Ich weiß. Wenn's dir in die Zeit passt. Ich wollte es dir halt nur sagen.
Zeit? Für was brauche denn ich noch Zeit jetzt?
Jetzt liegen sie alle drei da draußen unter der Erde.
Was hab ich euch getan?
Du bist doch eine Mutter. Ja, du musst doch ein Herz haben!
Sag mir was.
Schweigen.
Schämt euch!
Bist du jetzt so weit?
Das war der Platz meines Hundes! - Das mit deinem Hund war ich aber nicht.
Für Haustiere bin ich gar nicht zuständig. So was hätte ich dir gar nicht angetan.
Ich weiß doch, was einem Jäger sein Hund bedeutet.
Willst du mich jetzt mit Gewalt holen? - Was denkst denn du von mir, Kaspar?
Versprochen ist versprochen. Todsicher, wie man so schön sagt.
Es ist bloß so: Ich hab sonst niemanden, mit dem ich mal reden könnte.
Schmeckt dir denn die Zigarre?
Nein, aber ich rauche trotzdem.
Wie wäre es denn dann mit einem Schnaps? Ich würde nicht nein sagen.
Ich bin schon da. Ah, wie der schon riecht.
Komm, Kaspar, trinken wir auf dein irdisches Wohl. Prost.
Ich mag keinen.
Sag, rauscht das Leben immer noch so munter vorbei wie ein Wildbach?
Nein. Es tröpfelt nur noch. - Du bist überall nur noch im Weg.
Du gehörst nicht mehr hierher. Für dich kommt nichts als Winter und Eis.
Trüb, grau, dunkel, voller Schmerz werden die Tage dir sein. Sei doch klug.
Was willst denn du noch da? - Ja...
Aber da drüben warten doch ein paar Hundert Jahre Fegefeuer auf mich.
Ich könnte ein gutes Wort für dich einlegen.
Trotz deiner Gotteslästerei vorhin. - Dir glaube ich nichts.
Ja, höre ich richtig? - Glauben heißt nichts wissen.
An diesem Volksstamm kannst du zerschellen.
Ich glaub nur, was ich mit eigenen Augen sehe.
Du ungläubiger Atheist, du!
Ja, und...
Wenn ich's dir mal zeigen würde, das Paradies?
Du könntest mal reinschauen. Mit deinen eigenen Augen.
Nach einer Stunde wären wir wieder zurück. - Wenn du mich erst auf dem Karren hast...
Brandner! Magst du sie nicht noch mal sehen, deine Nannerl?
Jung. Und lebendig.
Das Nannerl...
Lebendig...
Eine gewaltige Stunde hättest du vor dir, Kaspar. Trau dich.
Was hast du denn zu verlieren?
Da, meine Hand. Schlag ein. Gilt's?
Es gilt. Aber nur für eine Stunde! - Ja, eine Stunde. Komm.
Auf geht's, der Weg ist weit. Na, komm.
Schau dich mal um.
Modern, gell?
Die ich sonst kutschiere, müssen liegen. Du hast es besser. Setz dich oben drauf.
Sag mal, liegt da gerade einer drin? - Nein, nein. Das ist frei.
Fahr zu.
Gefällt es dir? - Auf dem Weg soll es in den Himmel gehen?
Ja, und das schon Jahre. - Du spinnst. Fahr weiter.
Heute haben wir Glück mit dem Wetter.
Ist gleich vorbei. Da müssen wir durch. Da hilft nichts.
Haben wir ein Glück.
Komm her. Da, schau.
Schön, gell?
Komm. Komm mit.
So, da.
Komm her.
Hier heißt man es "zur ewigen Ruhe".
Ja.
Mein Reich. Zwischen Himmel und Erde.
Weißt du, wenn sie mal hier oben sind, die armen Seelen,
streifen sie alles Irdische ab und finden zur ewigen Ruhe.
Saß die Traudl auch hier? - Freilich.
Sie hat gefragt, ob du bald nachkommst. - Und meine Tochter?
Auch.
Und das Nannerl? - Jawohl.
Und jetzt darfst du ins Paradies schauen. Auf geht's. Eine Stunde ist schnell um.
Ja.
Ich muss draußen bleiben. Leider.
Auweh, falsche Hand.
Jetzt wärst du beinahe im Himmel für die Preußen gelandet.
Lena!
Nannerl.
Kaspar.
Die Traudl. Meine Frau. Und meine Tochter.
Unser Kaspar. - Und meine lieben Eltern.
Lhr habt euch überhaupt nicht verändert.
Ah! Appropinquant!
Appropinquant. Red Bayerisch! - Sie kommen.
Jetzt gehört er uns. - Flammenschwert. Verdammt.
Mein Lieber.
Reiß dich zusammen. Der Heilige Petrus.
Ist schon recht. Na, was ist?
Bleibst du jetzt da? - Schon. Aber...
Ich war nicht immer ein guter Mensch.
Mit wie viel Fegefeuer müsste ich denn rechnen? Also, so ungefähr?
Da. Oh, Mann.
Gewildert, gewildert... Gewildert.
Ich wollte es mir immer abgewöhnen. Aber der Trieb und das Fleisch...
Das Wildern kann man keinem Bayern nehmen. - Aha. Schindler, Sophie. Wir haben ihn.
Das wollte ich mir auch abgewöhnen. - Das 6. Gebot ist nur eine Empfehlung.
Und hier! Lästerung der himmlischen Mächte!
Das war der Schmerz. Ich kann's bezeugen. Da war er doch nicht bei sich.
Da! - Ich weiß schon. Das ist zu arg.
Er betrog die höchste göttliche Instanz!
Das war nicht seine Sünde, das war meine Blödheit.
Und der Kirschgeist, der hinterhältige.
Das ist nicht mehr deine Sache. Hau ab! - Dann fahren wir zurück.
Die Stunde ist eh bald um.
Nein.
Jetzt mag ich nicht mehr. Büßen muss ich so oder so.
Machen wir's doch gleich, dann hab ich's schneller hinter mir.
Ja, spinn ich? Das war ihm jetzt aber nicht aufgesetzet. - Na und?
Na und?
Die Hölle ist auch bayerisch. Und der Teufel heißt Sparifankerl.
Aber die Qualen sind international. - Was für Qualen denn? So in etwa?
Man wünscht sich, dass sie bald aufhören. Aber ein Guter hält es aus.
Und um einen Schlechten ist es nicht schade. Also. - Nicht!
Was willst du noch, du Wichtigtuer? - Nichts. Der Pförtner will ihn sehen.
Passt mal auf.
Ich habe die Geschichte vorgetragen. Ganz oben, bei der Heiligen Trinität.
Alle drei waren da. Und Maria. Sie wissen, dass der Brandner auch Gutes getan hat.
Mein Freund wollte sich für mich opfern! - Du bist jetzt mal still.
Sie meinen, dieser Fall ist nicht mal in ihren heiligsten Geboten vorgesehen.
Dass jemand...
Dass jemand...
den Tod...
den Tod beim Kartenspielen bescheißt.
Was soll die blöde Lacherei? Das ist ernst.
Nein, ernst ist das nicht mehr.
Ist alles schon...
vergeben.
Vergeben? Warum denn? - Weil...
Die haben ja so gelacht. - Was? Gelacht?
Darüber?
Vor allem über den Kirschgeist. Maria lacht immer noch.
So, jetzt darfst du niederknien.
Brandner, Kaspar Egidius, heimgerufen im 70. Lebensjahr.
Im 70. Lebensjahr.
Welche verziehen durch Gnade...
heimgekehrt im 71.,
erwartet von seinen Lieben und von der ganzen himmlischen Gmoa...
Gmoa? - Gemeinde. G-M-O-A.
In herzlicher Freude. Mensch, lach auch mal, Griesgram, himmlischer.
Weißt du was? Du holst dir den Rest vom Kirschgeist aus meiner Hütte.
Hab ich schon.
Und wenn sie nicht gestorben sind, dann...
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