All language subtitles for Zwei.zu.eins.2024.German.1080p.BluRay.x264-DETAiLS

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Original subtitles

Das hätte ich auch nicht gedacht, dass uns mal die Arbeit ausgeht.

Wenn ich schon im stinkenden, parasitären Kapitalismus arbeite,

gehe ich zu Kempinski oder ins KaDeWe.

(andere Frau schnaubt)

- Ich will weiter weg. - Hättest du doch immer können.

Der Jannek hat einfach nicht in die Uniform gepasst.

Wieso? Schwangere Stewardessen sehen super aus, finde ich.

Ich will kein Geld für nicht arbeiten.

Ja, das ist jetzt aber so.

(Beamtin) 591, bitte.

Hey, wir lassen uns doch nicht unterkriegen.

- Oder? - Nee, auf keinen Fall.

(entspannte Bluesmusik)

(Lied: "In Hell I'll Be In Good Company" von The Dead South)

(munteres Pfeifen setzt ein)

(lässiges Banjospiel setzt ein)

Nee, das reicht nicht.

(er ächzt leicht)

- Jetzt. - Mensch, super.

Ja.

Du sollst zum Siegl.

Guck noch mal, ob die rundläuft.

Wie geht's dir?

Alles gut mit der Familie und so?

- Schön, dass du da bist. - Redest du weiter um den heißen Brei?

Nee.

Das war's.

Ist das eine Auszeichnung oder sagst du, dass ich entlassen bin?

Mensch, Robert, nimm es doch nicht so krumm.

Dass wir nicht mit jungen Frauen im Versand anfangen, versteht sich auch.

Ich würde jemand anderes auf null setzen.

Wenn du jetzt hier rumkämpfen möchtest, dann kann ich nur sagen:

Du wolltest immer Veränderung, jetzt hast du sie.

Wie kannst du eigentlich so aufrecht sitzen, ohne Rückgrat?

- (Polizist 1) Hey. - (Polizist 2) Was macht ihr?

Da sind sie wieder. Schnell weg, lauft.

(Polizist 1) Halt. Stopp!

(rockige Musik)

(Polizist 1) Stehen bleiben!

(ältere Frau) Jetzt bist du auch arbeitslos.

(Robert) Wer denn nicht? Jetzt entspannen wir erst mal.

(Frau) Der kleinste runde Tisch.

Ich weiß nicht. Der war doch nie rund, der war eckig.

- Ja. - Das wird schon wieder.

- Ich mache hier lang. - Stehen bleiben!

(rockige Musik)

Halt! Stopp!

(Polizist) Dahinten ist er.

Fühlt sich schon ganz anders an, hm? Der ist auch größer, oder?

Und ich habe wieder Geld auf dem Konto.

Tja, kurzfristig.

Na ja, aber ich genieße auch kurzfristig.

Schade, dass du uns das alles wieder zurückgeben musst.

Ja, weiß ich ja.

Aber lass es mich doch ruhig kurzfristig genießen.

Die Umschichtung.

(rockige Musik)

Ganz schön schnell, euer Sohnemann.

- Na, auch schon da? - Ich bin die ganze Zeit schon da.

- Wolltest du so was? - Ja, gerne.

Hey, Jannek, ich habe keine Lust, dass der ABV hier ständig klingelt.

Ah, der Genosse Abschnittsbevollmächtige.

Wir feiern. Solltet ihr auch. Willst du einen?

Nein, danke. Ich, ähm...

Also, falls ihr jemanden findet, der mit Farbdosen rumkleckst...

Was ist denn gegen so ein bisschen Farbe zu sagen?

Zerstörung staatlichen Eigentums.

Nicht sozialistischen Volkseigentums?

Nein, jetzt ist es staatlich, glaube ich.

Reiner, hast du die Leute, die auf der Mauer getanzt haben,

auch alle verhaftet?

Wenn der mir noch einmal über den Weg läuft, dann ist er dran.

(Frau) Verstanden.

Oh, was eine Zeit. Was eine geile Zeit.

(friedliche Klaviermusik)

Nichts los in Ungarn, oder was?

- Ach komm, lass. Lass doch. - Was willst du denn?

- Ach, ich wollte Hallo sagen. - Na ja, hast du ja jetzt.

- Maren, ich sagte, dass ich gehe. - Ja, fünf Minuten vorher.

- Ich wollte euch nicht gefährden. - Jaja, verstehe ich alles.

Maren...

Du hast mir nicht mal fünf Minuten gegeben, mich selber zu entscheiden.

Mit der schlafenden Dini auf dem Arm. So schnell konnte ich nicht gucken.

Da frage ich mich schon: Was machst du jetzt wieder hier?

- Maren, ich war da nicht zu Hause. - Ja.

(nachdenkliche Gitarrenmusik)

Ich war da nicht zu Hause.

- Guck mal, der Westler ist wieder da. - Schön, dich zu sehen.

- Deine Wohnung ist weg. - Ja, ich finde schon was.

(Robert) Die Wohnung von den Ziskos ist noch frei.

Sind die auch rüber?

Die werden sich auch in den Arsch beißen,

dass sie nicht geblieben sind.

- Hm, kennst du den noch? - Kennst du mich noch?

Du glaubst wohl, ich bin blöd.

Äh, nee, ganz sicher nicht.

- Du bist der Arsch. - (Robert) Hey.

- Wieso? Sie hat doch recht. - (sie kichern)

Willst du auf meine Schultern? Die sind höher als die von deinem Papa.

Auf meinen Schultern kannst du bis nach Timbuktu gucken.

- Timbuktu gibt es gar nicht. - Weißt du's?

- Warst du schon mal da? - Ja.

Vorsicht, nicht hauen. Nicht hauen, Vorsicht.

Ganz dünnes Eis.

(Freund) Du bist frech.

(Dini) Bäh.

(hoffnungsvolle Musik)

(Freund) Ich zeige dir Timbuktu.

(Dini) Stimmt gar nicht.

Da.

(alle schreien auf)

- Mann. - Hey, Lunke!

- Sag mal. - Wir feiern. Komm runter, mach mit.

La fiche, s'il vous plaît.

- (von Kassette) Bonne nuit, Monsieur. - Bonne nuit, Monsieur.

(von Kassette) Très bien. Votre passeport, s'il vous plaît.

Votre passeport, s'il vous plaît.

- (von Kassette) Voilà, mon passeport. - Voilà, mon passeport.

(Klacken)

Wollen wir nicht mal so richtig wegfahren?

(Robert) Ich will nicht weg.

Ich gehöre hierher.

Ich habe ja nicht gesagt abhauen. Wir kommen ja wieder.

Kanada. Madagaskar.

Haiti.

Wie wär's?

Wollen wir Volker nicht Bettzeug rüberbringen?

Si tu veux. (Klacken)

(von Kassette) La fiche, s'il vous plaît.

La fiche, s'il vous plaît.

- (von Kassette) Bonne nuit, Monsieur. - Bonne nuit, Monsieur.

(ruhige Gitarrenmusik)

Hier bist du.

Die Wohnung der Ziskos sieht aus, als kämen sie jederzeit wieder.

Ich wusste nicht, ob die Ziskos noch was haben.

Danke.

Haben die geschlossen oder richtig dichtgemacht?

Die haben schon vor einem halben Jahr zugemacht.

Na, guck mal an.

Glaubst du, Maren wird mir verzeihen?

Du hast nicht gefragt, ob wir mitkommen.

Das hat was mit ihr gemacht.

Ich dachte, ich gehe vor. Allein schon wegen Dini.

Ach, komm. Als ob andere nicht ihre Kinder dabei hatten.

- Das habe ich dann auch gesehen. - Gehen wir raus, oder?

Maren hat sich richtig Sorgen gemacht um dich. Und du?

Nicht mal eine Postkarte.

Du hast uns hier einfach sitzen lassen.

So sieht sie das.

Du machst Abenteuer.

All das, was wir uns vorgestellt haben, das machst du.

Und wir sitzen hier.

Devos Frau hat einen Zettel auf den Tisch gelegt.

Sie will jetzt mal die Welt sehen. Und dann war sie weg.

Ohne Kinder. Alles.

Ich frage mich immer noch, warum sie dich genommen hat.

Kleineres Übel?

Maren war schon immer eine Nummer zu groß für uns.

Sie ist wie so ein Schmetterling mit gestutzten Flügel.

Ja, heute könnten wir ihr nur noch dabei zusehen,

wie sie emporsteigt und einfach wegfliegt.

Der alte Schmetterling.

Wir sollten ihr den Staub von den Flügeln wischen.

Den brauchen die doch zum Fliegen, oder?

Ja, oder... Oder Staub drauf machen.

Vielleicht sollte ich ihr was kaufen.

Ich glaube, Maren braucht anderen Staub.

(er seufzt)

Was machen die da eigentlich?

Keine Ahnung. Das geht schon die ganzen letzten Nächte so.

Geht Richtung Komplexlager.

Das sind keine normalen Transporter.

Was verbuddeln die in den letzten Zügen?

- Vielleicht Akten? - Nee, Akten sind das nicht.

- Sag mal, dein Onkel... - Oh nee, nicht der.

Der arbeitet doch drüben im Wartungs- und Instandsetzungsdienst.

(ruhige Gitarrenmusik)

- (Volker) Können wir dich mitnehmen? - Wohin wollt ihr mich denn mitnehmen?

(Robert) Wohin du willst.

Dafür reicht euer Sprit nicht.

Na ja, bis da vorne, wo Sie arbeiten.

Was wollt ihr da?

- Nur mal gucken. - Nur mal gucken?

(Volker) Die Transporte, die bei euch reingehen, was ist da drin?

(Mann) Das geht euch nichts an.

Wir nehmen uns das Recht zu sehen, was der Staat vor uns versteckt hat.

- Ach, du bist das. - Ja.

Was seid denn ihr für Revoluzzer? Seid ihr nicht zu spät?

Dafür ist es doch nie zu spät.

Wen hast du gewählt?

Ich habe gar keinen gewählt.

- (Robert) Du kennst das Komplexlager. - (Mann) Was wollt ihr?

- Na, ins Komplexlager. - Ach, nee.

Erinnert ihr euch noch, 1976, als die Asche kam und alles abgesperrt hat

und sie Munition eingelagert haben?

- Wer weiß, was die noch getan haben? - Ja.

Da war das unser Spielplatz. Wir sind immer in die Schächte rein.

Manchmal.

Oder wir haben uns vorgestellt, wie wir rein sind.

Nur Maren ist wirklich reingeklettert.

Und ihr wollt jetzt wieder zehn sein?

Wir dachten uns, dass du nicht so leicht zu überzeugen bist.

(Flaschenklirren)

Hm?

- Wo habt ihr denn den her? - Mal was Neues.

Ich trinke lieber unseren.

Du siehst aus wie deine Mutter.

Halt an.

Halt an.

(Reifenquietschen)

Willst du lieber wie mein Bruder aussehen?

- Immerhin hast du nicht unsere Nase. - Es reicht.

Und deine Kinder? Sehen die auch so aus wie du?

Wir haben dir Bilder geschickt.

Mhm... Von Babys.

Wir dachten, du hast kein Interesse.

- Ich soll mir was Schwarzes anziehen? - (Robert) Ja.

- In der Hitze? - Na, auf jeden Fall was Dunkles.

(Maren) Mhm.

Und ist das legal, was wir da vorhaben?

Was legal oder illegal ist,

ist derzeit von der Seite des Betrachters abhängig, oder?

(ruhige Musik)

Was soll denn das? Spinnt ihr? Das ist ja Sperrgebiet.

Du sagst, es ist unser Recht, das zu sehen.

- Sage ich ja auch. - Und das machen wir jetzt.

Wenn du schon nicht in Ungarn dabei warst, dann gibt es jetzt Herzrasen.

Ich weiß nicht, ob du mich mit Adrenalin bestechen kannst.

Na, einen Versuch ist es wert, oder?

(Robert, leise) Marke.

Na, komm, komm, komm.

Hier lang.

Da ist er.

(sie lacht leicht)

(Robert) Ach, Scheiße.

- Äh, hast du einen Schlüssel? - Nee.

Also, hier waren die drei Eingänge. Und die waren zu.

Und dann waren hier, hier und hier, glaube ich, diese Lüftungsschächte.

Man sieht, dass ihr nicht unten wart.

- (Maren) Warum? - Das ist viel größer.

(er ächzt)

- Wie viele Kilometer sind denn das? - 67.000 Quadratmeter.

- (Robert) Boah. Unglaublich. - Wow.

Na ja, hier sind die Lüftungsschächte. Gibt's die noch?

Toll.

War doch eine schöne Idee.

Haben wir etwas Herzpumpen gehabt, vorne am Tor.

Reicht ja auch. Na los, kommt.

Weiß jemand, was wir zum Mittag wollen?

Du kannst ja was machen.

Marke, warte mal.

Wo gehst du immer rein?

Du hast uns hierher geführt, um uns zu zeigen,

dass wir nicht in die Schächte kommen?

Du hasst doch diesen Staat.

Du glaubst auch nicht an den Staat, wie er wird.

Eigentlich glaubst du an gar nichts. Was hast du zu verlieren?

- Meine Arbeit. - Deine Arbeit?

Du bist beim Militär. Was meinst du, wie lange du die noch hast?

Bitte.

(draufgängerische Musik)

(Maren) Die Betonröhren hatte ich so nicht in Erinnerung.

(Marke) Das war bestimmt der alte Teil. Der ist noch gemauert.

Hier ist kein Beton, ist alles verputzt.

Ah.

(spannungsvolle Musik)

(flüsternd) Ihr müsst jetzt einen Moment ruhig sein.

(Funkspruch)

Hey, Markowski? Markowski, warte mal.

- Ja? - Wie steht es gegen die Tschechen?

Ach, ihr kriegt ja keinen Empfang.

Wenn du mal eine Stunde auf deine Überwachung verzichten kannst...

(Wachhabende) Äh, was... Was machst du da?

Hey, nee.

Leider nur schwarz-weiß und ohne Ton. Aber könnt ihr euch ja vorstellen.

Ey, Marke, du bist super.

- Das ist doch dieser Littbarski. - Das wird was. Ich sag's euch.

(statisches Knistern)

(spannungsvolle Musik läuft weiter)

(er lacht)

(Marke) Da sind wir.

Da ist drin, was ihr sehen wollt.

Na los, mach auf.

Ich glaube nicht, dass ihr nur guckt, wenn ihr das erst mal seht.

Wir sind doch keine Diebe.

Nein, ich weiß. Ihr seid Revoluzzer.

Aber wenn ihr was mitnehmt, bin ich dabei.

(Tür quietscht metallisch)

- (Maren kichert) - (Volker) Also, ich sehe nichts.

Ah.

(Robert) Was ist das?

(sphärische Musik)

Scheiß die Wand an.

Was ist das denn?

- (Maren lacht) - (Marke) Geld.

Ja, viel Geld.

(Volker) Boah.

Das ist unser seit gestern ehemaliges Geld.

Das ist es.

Ja, nehmt was mit. Ist nur noch Altpapier.

(Volker) Ich glaube es nicht.

Ein Andenken an eine untergegangene Welt.

Ja, ihr seid lustig. Nehmt.

Echt jetzt?

- Wir dürfen das? - (Marke) Ey, das ist Klopapier.

- Na, warum nicht? - Na gut.

(Maren) Bist du sicher?

- Ja, na klar. - (Volker) Oh.

Und nehmt ordentlich. Fällt keinem auf hier.

(Maren) Schadet ja keinem mehr.

(Volker lacht)

- Sag mal. - Ey, ey, ey.

(sie lachen und kichern weiter)

Wahnsinn.

Das ist ja...

(Volker lacht schrill)

(Maren lacht)

(Robert und Volker lachen)

Aber warum verbrennen die das denn nicht einfach?

Zu gutes Material. Keine adäquaten Brennöfen.

Aber das da einfach so reinzustopfen, also...

Die D-Mark rollt an. Die braucht die Tresore.

Schreddern und verbrennen geht nicht. Dann ist das die beste Möglichkeit.

Oder die leichteste oder die einfachste.

Wie du willst.

Wasser drauf, Mauer vor, verrotten lassen.

(herannahendes Motorenbrummen)

Stopp. Los, kommt.

(Wache 1) Und... Ja!

(lauter Jubel)

- (Wache 1) Jawoll. - (Wache 2) Sauber.

(Maren lacht kurz auf)

(Wache 1) Der hat sich dagegen gestellt. Hm?

(Wache 2) Keine Ahnung. Die Abwehr steht überhaupt nicht.

(entfernter schriller Alarm)

Markowski, bist du das?

(Marke) Rennen.

(rasante Musik)

Links.

(Robert) Scheiße.

(heulender Alarm)

- Luftschächte. Wo sind die? - Da vorne.

(Schüsse)

(rasante Musik läuft weiter)

(rasante Musik klingt aus)

Die ist zu.

- Ach du Schande. - (Maren) Scheiße.

Was nun?

(Marke) Los. Rennt.

(rasante Musik setzt wieder ein)

(rasselndes Rattern)

(Volker) Wuhu!

(sie jubeln)

Wuhuhu. Einfach gut.

Ich habe in meinem ganzen Leben noch nicht so viel Spaß gehabt.

Unglaublich. Unglaublich. Unglaublich.

Gib mir auch.

(Volker lacht)

Sollen wir dich heimfahren, Marke?

(Marke) Nee.

- Nee? - (Marke) Nee.

(Maren) Glaubst du, du kriegst Ärger?

Wisst ihr, wo die mich sicher gerade nicht suchen?

Bei euch. Denn euch kenne ich ja im Grunde gar nicht.

- Boah. - Ja!

(sie lachen ausgelassen)

Ich soll noch eine Prüfung machen. Es geht um meine Qualifikation.

Es geht um die Rente. Ist doch ein Witz, oder?

- Ich wollte euch nur sagen... - (Robert) Komm erst mal rein, Käte.

Wollt ihr nicht langsam die Tür abschließen?

Hör auf zu spinnen. Ich hole dir einen Kaffee.

- Komm, setz dich erst mal. - Wir erklären es dir gleich.

Ach, schade, ey.

Jetzt haben wir so viel Geld, und es ist nichts wert.

Wie kannst du denn so was sagen? Nichts wert?

(Robert) Wir haben doch alle schon umgetauscht.

Willst du jetzt kommen und sagen, "Haben wir noch gefunden"?

- (Maren) Ja, wir sind durch. - Ich habe sabotiert.

Wie? Du hast noch nicht eingezahlt?

Ich denke gar nicht dran. Passiven Widerstand nennt man so was.

Ich habe in jedes Formular Fehler eingebaut.

Ja, ist halt doof, der Marke.

Wie viel?

Wie viel kannst du besitzen, ohne dass es auffällt?

Stopp, stopp, stopp. Nicht so schnell, bitte.

Nee, nee, nee. Äh... Wie viel hast du denn verdient?

920.

Alle Achtung. 920.

Sagen wir, er hat 20 Jahre lang

die Hälfte pro Monat zur Seite gelegt...

Die Hälfte? Wovon hätte ich denn Leben sollen?

Du warst halt sparsam.

Nee, du hast ja vor 20 Jahren nicht schon 920 verdient.

Nee, natürlich nicht.

Dann müssen wir sukzessive hochrechnen.

Dann sagen wir, 20 Jahre 300 im Monat.

- Das macht dann... - 72.000.

72.000. Höchstens. Das ist schon gewagt.

Wenn schon, denn schon. Leg noch 30.000 drauf.

- Meinst du? - Ja, von der Mutti, von der Oma.

Nee, das kannst du doch nicht machen. 100.000?

Seid ihr wahnsinnig? So viel hatte nie jemand von uns.

Die schicken uns in den Knast.

Die wissen doch nur noch, wie man mit Verkehrssündern umgeht,

die jetzt durch die Straßen knattern.

Die Straßenverkehrsordnung haben sie gefressen.

Die stirbt auch noch. Aber alles andere...

Ich meine, habt ihr mal unseren ABVer beobachtet?

Der hat doch die ganzen Dienstjahre über nach dem Gesetz gelebt

und es auch vehement verteidigt.

Und auf einmal wackelt alles.

Der ist froh über alles, was er nicht bemerkt.

Die Zeit überstehen und den Job nicht verlieren, das ist die Devise.

Hm, na gut, dann...

sagen wir 97.517.

Hört sich nicht so viel an und ist ungerade.

Das Geld juckt mich nicht. Was ihr damit macht, interessiert mich.

Was man mit Geld eben so macht.

Ich zahle das ein. Aber ich mache das nur, wenn ich euch beobachten darf.

Wie die Mäuse unterm Brennglas.

(Maren brummt ungeduldig)

(neckische Musik)

(sie lacht angespannt)

- Zeig mal. - Zeig mal her.

(er lacht) Mensch.

- 50.758. - Große Klasse.

50.000 durch vier, hm? 50.000 durch vier.

Hast du was zu trinken?

- Möchtest du ein Wasser? - (entschieden) Nee.

So?

Wieso machst du das?

Schleichender Selbstmord. Ich bin für den direkten zu feige.

- Und was machen wir jetzt damit? - Ja, ich zähle mal.

- Das bringt nichts. - Das interessiert mich einfach.

- Ich fange mit den Hundertern an. - Kann ich auch was?

Klar, du kannst alles nehmen, wenn wir fertig gezählt haben.

- Echt? - Ja.

Kannst du für deinen Kaufladen nehmen.

(Volker) Ich kaufe einen Cadillac.

Auf der Rücksitzbank eine Band,

die spielt, während ich quer durch Amerika reise.

"Ja, das möchste:

eine Villa im Grünen mit großer Terrasse,

vorn die Ostsee, hinten die Friedrichstraße.

Mit schöner Aussicht, ländlich-mondän,

vom Badezimmer ist die Zugspitze zu seh'n.

Abends zum Kino hast du's nicht weit.

Schlicht, voller Bescheidenheit: Neun Zimmer, nein, doch lieber zehn.

Ein Dachgarten, wo die Eichen drauf steh'n.

Und Geld. Und an Schmuck eine richtige Portion.

Und noch 'ne Million und noch 'ne Million.

Ja, das möchste."

Hey, was ist das denn?

Zweihunderter gibt es doch gar nicht.

- Zeig mal. - (Volker) Was?

Boah, der knistert richtig.

Und hier, ein Fünfhunderter.

Was soll das denn sein? Zeig mal.

Wo kommen die her?

Die wurden gedruckt, damit wir liquide sind,

wenn wir die BRD übernehmen.

(Volker) Wir die BRD?

ZK-Beschluss, 1986.

Gedruckt. Nie ausgegeben.

Ernsthaft?

- Das ist doch absurd. - Das war mal ein Plan, oder?

Was würdest du dir kaufen? VEB Nordbrand Nordhausen?

Nee, ich würde mir eine Insel kaufen. Mit ein paar ausgewählten Leuten.

Und dann würden wir ganz von vorne anfangen.

- Schön. - (Volker) Unverbesserlich.

Und du? Was würdest du dir kaufen?

- Traumlos glücklich. - (Maren) Hm.

Was denkt ihr, wie viel ist denn das?

Das sind ein paar Millionen.

- Dann wären wir Millionäre. - Wir wären Millionäre, ja.

- (Dini) Kann ich das jetzt haben? - Ja, nimm's.

Dini.

- Spiel dann weiter. - (Volker) Dahin geht sie.

Schwuppdiwupp ist sie Millionärin.

Du hast da ein paar Hunderttausend verloren.

Sag doch mal, was würdest du denn machen?

Ich sehe mich um, und alles zerlegt sich.

Der einzige Vorteil der Westler ist, dass sie Geld haben.

Und anders damit umgehen können.

Dass die im Hirn schon so eine Gewinnmaximierung drin haben.

Ich glaube, wir müssen schlau sein.

Vor allem schlau mit Geld.

Wo ist mein unverbesserlicher Optimist geblieben?

(sanfte Musik)

Ich würde den VEB übernehmen.

Genau.

Du bist so ein Fantast.

Ich weiß, ich weiß.

- (Türsummer) - Jannek.

ABV?

Guten Tag, Frau... Frau...

Jaritza.

Guten Tag, Herr Jaritza. Was für einen Herd haben Sie?

Einen Herd.

Dann habe ich genau das Richtige. Es geht nicht um kaufen, ja?

Ich möchte Ihnen nur etwas zeigen.

Und zwar dieses exquisite Topfset hier.

Leicht stapelbar, sieben verschiedene Größen.

Gold abgesetzte Henkel. Das ist wirklich edel, ja?

Sie werden sich vorkommen wie in einer Vier-Sterne-Küche.

Und jetzt kommt der Preis.

89 Mark und 99 Pfennige. Ja?

Darf ich reinkommen? Ist Ihre Frau zu sprechen?

Wir haben nur einen Haufen Ostgeld.

Eins zu sieben nehme ich auch euer Geld.

- Wie? Was? - Gut, weil du es bist. Eins zu sechs.

Andere machen dir keinen besseren Preis.

- Wollen Sie mich abzocken, oder was? - Nein.

Ich verdiene schon noch was. Mit dem Umtauschkurs.

Sie können nicht mehr einzahlen.

Aber Sie haben noch was?

Ja.

Sie haben ja noch reichlich. Wollen Sie noch eins?

- Für Ihre Oma oder sonst wen? - Äh, ja, ja.

Dachte ich mir, dass da noch was unterm Kopfkissen schlummert.

- So? - Mhm.

Aber was machen Sie jetzt mit dem Geld?

Na ja, man kann ja noch bis Freitag einzahlen.

Das sind noch volle drei Tage.

(neckische Musik)

Und ich bin Wessi. Ich warte immer bis zum Schluss.

Ja? Schlussverkauf quasi.

- Jaja. - Verstehen Sie?

- Gut, dann danke. - Ja.

- Viel Spaß. - Ja. Gut, danke.

Gutes Kochen.

- Sag mal, der nimmt noch Geld? - Der nimmt das Geld.

- Unser Geld? - Ja.

- Dann nehmen wir noch Ware. - Wie?

Na, wir nehmen die Waren.

(entschlossene Musik)

- Entschuldigung? - Braucht ihr noch was?

Ja, wir könnten so... einiges noch gebrauchen, ja.

Aha.

- Ne? Ja. - Ja.

Dann komme ich noch mal.

Wieso kann der noch tauschen?

Vielleicht hat der auch einen Marke, der bis zum Schluss wartet.

- Bis Freitag. - Also noch drei Tage.

Ja. Aber bis Freitag kriegen wir nicht alles Geld los.

Wir könnten ein paar Leute fragen, ob die uns helfen.

Mehr als Nein sagen können sie nicht.

Ja, warum nicht?

Ey, Janette!

Machst du mit?

Nee, ich kann nicht. Wir brauchen dich.

- Jetzt gleich oder geht auch nachher? - Jetzt wäre besser.

Klar, was gibt es denn?

- Au. Ah, Scheiße. - Hey, Lunke, bist ja da.

- Nenn mich nicht Lunke. - Ist ja gut.

Wir haben ein gutes Geschäft zu machen.

- Lebensversicherungen, oder was? - Nein.

(männliche Stimme im Fernseher)

Warum fragst du ausgerechnet mich?

Wir fragen nicht dich, wir fragen alle, die wir kennen.

Ich kaufe nichts. Auch nicht von dir.

Nicht kaufen. Wir geben dir Geld, und du kaufst bei den anderen.

Ja, klar. Mann, haut ab, ihr Spinner.

Es gäbe auch ein exquisites Topfset.

Gibt es denn... auch 'ne Mikrowelle?

Wieso ist denn der Lunke dabei?

Lass den doch.

Wenn wir nicht alle zusammenhalten, erzählt noch einer was.

- (Maren) Stimmt. - Ich fange mal an.

- (Maren) Viel Glück. - Danke.

Äh, liebe Leute.

Schön, dass ihr alle gekommen seid.

Es geht darum...

- Wir haben Geld. - Woher denn?

- Das ist egal. - (Nachbar) Das ist nicht egal.

Oder bist du jemand anderes, als du vorgibst?

Nee, der nicht.

Woher weißt denn du das?

Das war doch ein großer Laden. Meinst du, jeder hat jeden gekannt?

Er nicht.

Also, wir haben Geld.

(ungläubiges Getuschel)

(Robert) Ja?

Aber das... Das sind ja die alten.

- (Nachbar 2) Es ist nichts mehr wert. - (Nachbar 3) Verarscht ihr uns?

Doch, das ist noch was wert. Noch drei Tage.

Die Westler haben noch nicht eingezahlt.

Die zocken bis auf die letzte Minute.

Hier ist unser Plan: Jeder von euch kriegt jetzt Geld

und kauft damit, so viel er kann, bis die Westler nicht mehr kommen.

Danach verteilen wir alles gerecht und haben eine runde Sache.

(Käte) Also, wir reden über Geld,

was du, sagen wir mal so, gefunden hast und was dem Staat gehört.

Und weil wir eine Volkswirtschaft sind, gehört es dem Volk.

Ja, so ungefähr.

Mhm. Und da wir das Volk sind, gehört es quasi uns, das Geld.

- (zustimmendes Gemurmel) - Quasi.

Ja. So habe ich das gemeint.

Ja, kommt doch mal ran und guckt es euch an.

- (Nachbarin 2) Komm. - (Nachbar 4) Schauen wir mal.

Ich bin gleich wieder da.

(Nachbarin 3) Ich habe noch nie so viel Geld gesehen.

Wenn du ein Wessi wärst, wäre ich misstrauisch.

Aber ich glaube, so wie ich dich kenne, du meinst das echt so.

(entspannte Bluesmusik)

(Lied: "In Hell I'll Be In Good Company" von The Dead South)

(er summt munter vor sich hin)

Was soll das denn? Ich glaube, ich spinne.

Das kann doch nicht wahr sein.

Das kann ich mir wirklich nicht leisten. Wissen Sie?

Natürlich. Aber Sie haben Ihr ganzes Leben lang gespart.

Meinen Sie nicht, dass Sie jetzt diesen kleinen Luxus verdienen?

(entspannte Banjomusik)

(Türsummer)

Das kann ich mir wirklich nicht leisten, wissen Sie?

(Robert) Ja.

(entspannte Banjomusik läuft weiter)

Wunderbar. Komm, komm, komm. Wir haben heute noch viel zu tun.

So. Und ab.

(entspannte Banjomusik läuft weiter)

Ja, natürlich sind Sie jetzt dran. Keine Frage.

- Genau, danke. - (Mann) Schönen Tag.

(entspannte Banjomusik läuft weiter)

(er stößt Luft aus)

Na, Schnecke, spielst du was?

Nee, ich denke.

- Und du? Was machst du? - Och.

Ich denke mit.

Ich gehe mal.

Klar.

(Marke) Na, nicht zufrieden?

Riecht nicht mehr nach Westpaket.

Wenn das Westpaket das normale ist,

wird vielleicht das Ostpaket wieder was Besonderes.

Ich verstehe, warum du zurück bist. Hier ist es einfach am schönsten.

Und jeder weiß, warum du weggegangen bist.

Mit Politik hatte das nicht so viel zu tun.

Hat sie dir was erzählt?

Wieso erzählt? Das wussten doch alle.

Ihr drei habt zusammengehangen wie so ein Kaugummiklumpen.

Und dann kam Jannek und dann warst du der eine Klumpen zu viel.

Dini und du, ihr seid euch ganz schön ähnlich.

Wie meinst du das?

Na, wie Synchronschwimmer auf dem Trockenen.

Mir ist auch schon aufgefallen, dass dir Dini etwas sehr ähnlich ist.

(Janette) Na ja, aber hier geht's ja längst nicht mehr ums Private, oder?

Was ist denn?

Ähm, ist Maren da?

Hinten.

(Robert) Käte, die Zweihunderter und Fünfhunderter aussortieren.

Na?

Das ist Wahnsinn, oder?

- Ich muss mit dir reden. - Guck mal, was hier los ist.

- Lass uns reden, wenn hier Ruhe ist. - Nee, Maren...

Danke.

Ich muss mit dir reden.

- Ist es was Wichtiges? - Ja.

Danke. Warte mal.

- Ja. - (Türsummer)

- Achtung! - (Nachbar) Die Kiste kommt.

Robert? Maren? Ich glaube, das ist eher was für euch.

Sag mal...

- (Käte) Der ABVer steht vor der Tür. - Scheiße, Jannek.

Ich mache das, Käte.

Sie wissen, dass sie Ärger bekommen.

Da bist du ja, Bürschchen.

- (Klatschen) - Ah.

- Was macht ihr hier? - Ach...

Du weißt doch, die D-Mark.

Das ist so schade. Alle verfallen dem Materialismus.

Ja, der Kapitalismus hat uns, ne?

Ja, man könnte es auch freie Marktwirtschaft nennen.

Hört sich nicht so schlimm an.

Ist aber das Gleiche.

Das stimmt.

Ich höre nichts mehr. Ich glaube, er ist unten auf der Treppe.

- Geh mal gucken. - Ja.

(Fenster wird geöffnet)

Und? Ist er da noch? Kommt er raus? Ist er weg?

- (Maren) Nee, ich sehe keinen. - Ich gehe mal gucken.

Wir müssen das schnell runterschaffen.

Das war knapp. Jannek!

Du hast jetzt Hausarrest.

Die nächsten zweieinhalb Tage gehst du nicht ohne mich raus.

Hey. Verstanden?

Mhm.

- Scheiße. - Was macht ihr hier?

Ist schwer zu erklären.

So was Spannendes passiert auch mal, wenn man tagelang nicht zu Hause ist.

Skateboard.

Wie bitte?

Keine Ahnung, wo das Zeug her ist, aber ich will ein Skateboard.

Bald, ja?

(er pfeift kurz)

(kurzer Pfiff)

(ruhige Musik)

(Dini) Hallo?

Hallo?

Hallo?

Soll ich mal?

(Jannek ächzt)

Ist doch schon gut.

Du bist also der Jannek.

Du bist der, über den nicht geredet wird.

Schön, dich kennenzulernen.

Weißt du, mein Vati und ihr alle... Ich verstehe ja euren Frust.

Sehe ich frustriert aus?

Ich meine, ich stehe erst am Anfang. Bei mir ist noch alles offen.

Am Anfang von was?

Ich meine... ihr wart ja mitten drin, voll in der Arbeit.

Und plötzlich soll das alles anders sein.

Ich möchte dich mal erleben.

Du verliebst dich. Es ist eine Pfarrerstochter.

Dann kannst du nicht mehr studieren.

Trotzdem hast du nichts gemacht. So wie alle anderen auch.

Jetzt definier du mir mal "was machen", bitte.

Na, mal was sagen.

Wir haben was gesagt. Wir haben sehr viel gesagt.

- Hat aber nichts genützt. - Genau.

- Na ja, jetzt nützt es was. - Ja.

Jetzt nützt es was.

Da hast du doch Glück, oder?

- Danke. - Mach mal.

(verspielte Musik)

(geschäftiges Stimmengewirr)

- (Nachbar) Hast du? - (Nachbarin) Ja.

(verspielte Musik läuft weiter)

Oh ja, die sind gut. Besser als im Westen.

- Die sind von drüben. - Ja, aber hier schmecken sie besser.

(Volker) Mhm.

So, für alle. Fürs Rabotten. Greift zu.

(Nachbarin) Mmh.

(Nachbar) Kann ich mal? Warte mal.

- Alles klar, danke. - So.

Danke.

Ich muss mit dir reden.

Na klar, wir reden doch.

(Robert) Volker, wo hast du das Geld für all die Erdbeeren her?

- Na, von dem Geld. - Welchem Geld?

- Die kriegt man nur mit Westmark. - (Lunke) Was?

Wie, der hat die Erdbeeren mit unserem Geld gekauft?

- Ich habe es für alle getan. - Er wollte uns eine Freude machen.

Das geht doch nicht, dass jeder hier einfach an das Geld kann.

Er hat's nicht so gemeint.

Wie viel? Wie viel hat er nicht so gemeint?

- Er wollte uns eine Freude machen. - Jetzt pass mal auf.

Ich ackere nicht mehr dafür,

dass andere komische Entscheidungen treffen mit meinem Geld.

Ich bin der Herr meines Geldes. Verstehst du?

- Wir wollen das zusammen durchziehen. - Ich nicht.

Ich scheiße auf "zusammen". Versammlung.

Hätte ich nicht gedacht, dass wir das brauchen. Wo ist das Vertrauen?

Du warst schon immer vom Realismus ziemlich unbefleckt.

(Lunke) Das waren drei Paletten. Was weiß ich, was das gekostet hat.

(Robert) Seid doch mal ruhig.

Seid doch mal bitte ruhig.

Wem gehört denn jetzt das Geld? Wem gehören die Sachen?

Gehören sie dir? Gehören sie Volker?

Wem denn?

- Na ja, schon uns allen. - Eben.

Und deswegen sollten wir gemeinsam entscheiden, was damit passiert.

Wir könnten die Kohle jetzt aufteilen.

Aber das Geld, das gehört nicht euch, das gehört allen.

Und wenn ich "allen" sage, meine ich alle in diesem Staat.

Und deswegen sollten wir es auch allen zurückgeben.

- (Lunke) Wir müssen das zurückgeben? - Wir rächen uns doch an den Westlern.

- Ja, wir zocken die ab. - Wo zocken wir die ab?

- Die machen ein Riesengeschäft. - Wir aber auch.

Konzentriert euch. In anderthalb Tagen können wir ganz in Ruhe reden.

Es geht doch nur darum, dass wir noch so viel wie möglich rausholen.

(Volker) Wir haben genug.

Alles Weitere ist Gier.

- Boah. - Jeder Einzelne von uns hat genug.

- Mann. - Genau.

Lasst es uns aufteilen, und zwar sofort.

Merkst du nicht, dass du hier störst?

Gier frisst Hirn.

(Robert) Ach...

Du weißt genau, was das für ein Chaos auslöst.

Sind wir auch schon so weit, dass nicht mehr jeder alles sagen kann?

- Warum machst du das hier? - Hast du mal Käte gesehen?

Die hat Bäckchen wie ein junges Mädchen.

Vielleicht solltest dich um deine Familie kümmern.

- Wie meinst du das? - Ich gehöre hier auch hin.

- Hat nie jemand bezweifelt. - (Nachbar) Macht hinne.

Was bist du für ein Arschloch geworden?

Guck mir in die Augen, wenn du mich beleidigen willst.

- Ist er weg? - Ja.

Ganz weg?

Das weiß ich nicht.

(melancholische Klaviermusik)

Also, liebe Leute.

Wem in diesem Raum vertrauen wir alle?

Niemandem.

Wem misstrauen wir am wenigsten?

Ich mach's. Ich mache den Kassenwart.

Aber wieso bist du denn auf einmal vertrauenswürdig?

Ich werde dir mal was sagen, Junge.

Ich bin 73.

Ich bin in den Hunger nach dem Ersten Weltkrieg reingeboren.

Und den Zweiten Weltkrieg habe ich miterlebt.

Und wieder Hunger.

Wieder eine Währungsreform. Das Geld weg, wieder von vorne angefangen.

Ich habe mich angepasst. Ich habe mich abgerackert.

Auch mit Enthusiasmus, ja? Und jetzt?

Jetzt soll alles, an was ich die letzten 40 Jahre habe glauben sollen,

wieder um 180 Grad verschoben werden?

Ich werde dir was sagen.

Ich denke eher an Selbstmord, als mit deinen paar Penunzen durchzubrennen.

Gut, das verstehe ich, aber das Geld...

Ja, aber... Aber nichts, Lunke.

Die haben uns doch das mit dem Geld eingebrockt.

Sie sollen uns sagen, wohin damit.

(ruhige Bassmusik)

Na, das ist es doch. Eine für Ost, eine für West.

Sehr symbolisch. Waschmaschinen.

- Links Ost, rechts West? - Nee.

Geldwäsche.

Und jetzt macht euch fort. Ran an die Arbeit.

Erntezeit.

Ich sage immer: Vertraue auf Gott, aber binde dein Kamel fest.

Sieht gut aus.

Gucke ich abschreckend genug?

Auf jeden Fall.

(freudig) Jetzt sind wir die Kapitalisten.

Wieder was auszusetzen?

Nee.

(Reiner stößt Luft aus)

Ich weiß, dass ihr was macht.

Ich weiß nur nicht, was.

Na ja, machen...

Wenn wir wenigstens was Vernünftiges machen würden.

Kannst du mir ja sagen.

Ich bin nicht im Dienst.

Und? Was ist dein Plan?

Na, ja...

Mal sehen, wo du dich platzierst.

Ja, mal sehen.

Ist wie bei einer Hochzeit.

Beide haben schon alles.

Brettchen, Eierschneider.

Es wird dann immer nur eins behalten.

Hallo, Reiner.

Ihr haltet als Familie zusammen.

Das hättet ihr wohl gern,

dass wir uns nur noch ins Private zurückziehen.

- Tschüss. - (beide) Tschüss.

Das geht nicht, dass du immer abhaust.

Dann lass uns zusammen abhauen.

Du und ich.

Und Dini.

Ach, darum geht's.

- Du hättest es mir sagen müssen. - Es gab nie den richtigen Moment.

Weiß Robert es?

Oh Gott.

Guck mal, lass uns das Geld nehmen und was aufbauen. Für uns.

Schön spießige Kleinfamilie, ja?

Wir könnten uns auch hier ein gutes Leben aufbauen. Wir alle.

- Bist du hier überhaupt richtig? - Ich? Ja, doch.

Ich denke, ich bin hier genau richtig.

Und du auch.

Wir sind jetzt hier genau richtig.

(nachdenkliche Gitarrenmusik)

- Marke, was wolltest du mir erzählen? - Nee, nicht hier.

- (Robert) Passt noch ein großer? - (Janette) Ja.

- Wo ist eigentlich Marke? - Zigaretten holen.

- So. - Na, wieder da?

- Ja. - (Robert) Wo wart ihr?

- Na, Zigaretten holen. - Ach nee.

Ja.

(Robert) Und du? Auch wieder da?

(Volker) Willst du das alles alleine machen? Oder hast du mich vermisst?

- (Maren) Hast du noch Platz? - (Janette) Ja, das passt.

(Volker) Ich packe das rüber.

Unglaublich, was?

Ja.

Warum nicht größer denken?

Wie, noch größer?

Na ja, warum kaufen wir nicht den VEB?

Was?

Na, den VEB. Mit dem ganzen Geld.

Dafür haben wir nicht genug.

Im Vergleich dafür, was da über den Tisch gehen muss,

machen wir hier nur Pipikram.

Pipikram...

(Tür wird geöffnet)

(Volker) Sie will nicht loslassen. Ich glaube, sie ist angewachsen.

(Maren) Leg dich mit hin.

Weck sie nicht auf. Psch...

Sag mal, Volker...

Willst du jetzt hier schlafen?

Weißt du, wenn du so nett fragst...

(Tür wird geöffnet)

Psch...

So könnte es doch jetzt bleiben, oder?

(sanfte Gitarrenmusik)

(Lied: "It's Not True" von William Fitzsimmons)

- Scheiße. - Zweihunderter?

- Die gibt es doch gar nicht. - Ja.

- Kontaktieren Sie die Zentralbanken. - Natürlich.

Herr Bundesbankpräsident? Mein Name ist Bahlow.

Ich bin für die Überwachung der Währungsunion

hier im Hause zuständig.

Die umläufige Geldmenge ist größer geworden.

Ich bin ein Millionär! Ich bin reich!

Wuh!

- (Nachbar) Das müsste passen. - (Verkäufer) Ja.

(Nachbar 2) Stimmt so.

- Danke schön. - Ja, danke.

- Wissen Sie, welcher Tag heute ist? - Freitag.

Eben.

Scheiße.

(dynamische Musik)

(Hupen)

(Hupkonzert)

(Nachbar) Wir haben es geschafft.

(Jubel)

(Nachbarin) Oh mein Gott.

Ey, kommt! Kommt, lass mal gucken.

(sie jubeln)

(dynamische Musik läuft weiter)

(erleichterte Seufzer)

(Nachbarin) Toll.

(Nachbar) Haben wir toll gemacht.

- (Volker) Wen haben wir denn hier? - (Dini) Bernardo.

- (Robert) Damit fährt man jetzt? - (Jannek) Oh ja.

Schick, oder?

Na, hast du deine Zigaretten bekommen?

Ich bin eurer Zeit eben immer ein bisschen voraus.

- Sto Gramm. - (Robert) Na, Löwin?

- Es fehlt Geld. - Wie?

- Ich habe noch mal nachgezählt. - Wie viel?

Na ja, schon ein bisschen.

- Du solltest doch aufpassen. - Mache ich ja auch.

Aber irgendwann muss ich auch aufs Klo.

- Mach es doch sonst alleine. - Vom alten oder neuen?

Vom neuen.

Scheiße.

Wer macht denn so was?

Vielleicht verteilt es jemand. Das würde ich machen.

Nachts verteilen. An Schulen, Kindergärten.

Ärzte. An alle, die was tun.

- Wie, verteilen? - Einfach in den Briefkasten stecken.

Bist du jetzt vollkommen durchgeknallt?

Nein, das bin ich nicht. Und ich habe auch nichts genommen.

Ich klaue auch kein Geld.

- Na, ihr? - Na, Erwin?

Und?

Ja, alles wie immer.

(Volker) Ja, genau.

Sag mal, was macht ihr denn da?

(Nachbarin) Das ist leckerer Wein. Das ist nicht so ein Gesöff.

(Nachbarin 2) Gib mal.

(Nachbarin 3) Warte, der Korb kippt. Da müssen wir umbauen.

Ihr könnt das doch jetzt nicht alles auseinanderrupfen.

Das ist doch kein gerechtes Verteilen.

Wir wollen das doch hier zusammen machen.

Lässt du die VHS-Rekorder bitte stehen?

- Hört doch auf zu streiten. - Wir verteilen nur laut.

- Ich nehme den. - Sicher nicht.

- (Robert) Stopp! - Ey, sag mal.

- Robert. - Robert, entschuldige bitte.

Nein, lass mich.

- Kannst du was machen? - Klar.

Dann mach mal bitte was.

Ich weiß nicht, ob dir das dann gefällt.

Na ja, das ist jetzt wirklich wurscht.

Gut.

Ich habe mich da mal erkundigt.

Soll ich euch sagen, wie es weitergeht? Nicht rosig.

Keiner kann sich das so schwarz vorstellen.

Es wird ein einziger Scherbenhaufen.

Mindestens 25 Prozent Arbeitslosenquote.

Die Industrieproduktion wird sinken, noch in diesem Jahr.

Ich schätze mal, so auf 60 Prozent des Durchschnittsniveaus.

Und im nächsten Jahr 30 Prozent.

Aber mal ganz ehrlich,

ich meine, das ist doch hier alles Volkseigentum.

Habt ihr den Eindruck, dass ihr davon noch was seht?

Pff... Die Umtauschfrist ist vorbei. Selbst für die Westler.

(Nachbar) Ja, wir können gar nichts mehr machen.

Im Vertrag gibt es Ausnahmen. Das ist nur ein kleiner Satz.

Ja? Ganz klein.

"Staatsbürger der DDR, die im Ausland leben,

haben eine Frist bis 6. November."

Wer soll das sein? Außer die Bonzen, die ganz Wichtigen.

Die Reisekader.

Jawoll. Genau die.

Das ist Entführung.

Markowski würde sagen "Gastfreundschaft".

Was machst du, wenn er sich wehrt?

Unter Druck setzen.

Aha, und wie?

Na ja, so...

Erpressung, Überzeugungsarbeit.

Gehirnwäsche und so.

- Das machst du dann, ja? - Na klar. Mit Argumenten wie Dolche.

Mhm, genau.

Sag mal, das mit dir und Maren... Was ist denn da?

Nichts.

Ein bisschen viel nichts. Oder?

Herr Kulitzka? Genosse Kulitzka? Hier.

(Kulitzka) Schöner Wagen, Tschaika. Wo habt ihr den denn her, Genossen?

(Volker) Von den Russen getauscht. Gegen Kühlschränke und Toaster.

In die kleine Schlaufe da kann man eine Kalaschnikow hängen.

Ah.

Das ist ja Komfort. Kommt keiner mit.

Nee. Da kommt wirklich keiner mit.

Ich bin ja schon froh, dass überhaupt jemand da ist zum Abholen.

Da gab es ja überhaupt keine offizielle Verabschiedung.

Ich habe gefragt, ob ich erwünscht bin beim neuen Außenminister.

Antwort kam prompt.

Die kamen nach Stockholm und haben das Meissener Porzellan gezählt.

Ob ich auch nichts mitnehme.

Das ist doch keine Vereinigung.

Das ist eine reibungslose Übernahme.

(angespannte Musik)

Fahrt ihr nicht nach Berlin, Genossen?

Wir machen noch einen Umweg.

(Robert) Hey, ganz ruhig.

Genosse Kulitzka.

Wir wollen Ihnen einen Handel anbieten.

Sie als Diplomat und DDR-Bürger im Ausland können noch Geld tauschen.

Und wir haben Geld.

Woher?

Volkseigentum.

Also geklaut.

Verteilt.

An Leute, die ihr aussucht?

- Ja. - Sage ich doch. Geklaut.

- Genosse Kulitzka, wir wollen nur... - Ja.

Wir sind keine Verbrecher. Wir wollen nur Gerechtigkeit.

Ich habe schon Ja gesagt.

Wie viel kannst du denn wohl unauffällig besitzen?

Also, wie viel?

Na, 500.

Nur 500?

Na ja, 500.000.

(Marke) Na, ist doch prima.

Weißt du zufällig, ob noch Kollegen von dir anreisen und wann?

Verstehe.

- Wie viel Prozent kriege ich? - Zwei.

Wenn du uns vorstellst.

- Fünf. - 2,159.

Der ist gut.

Also, Erwin aus Uganda, der müsste demnächst aufschlagen.

Simmermann, Schweden.

USA, ähm, wie hieß der noch mal? Barnerski, Horst Barnerski.

Wann kommt der denn? Ich glaube, auch morgen oder so.

- (Volker) Du willst hier schlafen? - Nee, ich mache 'ne Fete.

Sagst du der Mutti, dass ich hier bin?

Ja, klar.

Und dem Vati auch?

Ja.

(sanfte Gitarrenmusik)

Der passt auf dich auf.

In die Ferne gucken nützt jetzt auch nichts.

Ich will nichts mit denen zu tun haben.

Komm wieder runter. Hat doch keinen Sinn.

Ich wäre dem fast an die Gurgel gesprungen.

500.000 kann er unauffällig umtauschen.

500.000. Unauffällig.

Ohne mit der Wimper zu zucken.

Und wir arbeiten für ein paar Hunnis.

Hat der kein Gewissen? Kein Schamgefühl?

All die Jahre wurden wir beschissen.

Das hast du doch immer schon gewusst.

Ja. Aber gehofft habe ich es anders.

Weißt du, was?

Das ist jetzt kein Pipikram mehr.

Da geht es jetzt richtig um Geld.

- Weiß ich noch nicht. - Doch, du kannst das besser.

(entfernte Rockmusik und Jubel)

(Maren) Los.

Erst die Diplomaten. Dann alle anderen, die im Ausland sind.

In Laos, die Professoren. Kleinvieh macht auch Mist.

Und dann die ganzen Studenten. Und die Matrosen, die auch.

(Robert) So, ähm... Auf die Stühle stellen?

- Ja. Das ist zu laut. - Dann mache ich die Musik aus. Gut?

(es läuft "La La Love" von Beau Black)

So wie früher.

Da musstest du es dir auch bunt saufen, wa?

Wir haben eine Gelddruckmaschine, und die läuft und läuft und läuft.

(Jannek) Ja.

Ich wollte dir mal zeigen, wie ich mir das gedacht habe.

Jannek? Kann ich deinen Stuhl haben?

- Warum? - Jetzt stellen wir uns auf den Stuhl.

Ja.

- (Musik endet abrupt) - Ganz kurz, Leute. Entschuldigung.

Wir müssen mal an euren gesunden Menschenverstand appellieren.

- Was seid ihr für Spielverderber? - Ja.

- Seid ihr zufrieden? - (Lunke) Geht so.

Einfach nur mehr Geld anhäufen, ist ja der Untergang, oder?

(Lunke) Ja, und scheiße für den Charakter.

Scheiße für den Charakter.

Dann ist gut, dass ich charakterlich ziemlich gut vorgebaut habe.

(Nachbar) Und das merkt man auch.

Also, wir haben uns was überlegt.

Wir kaufen unseren VEB.

(unruhiges Getuschel)

Nehmt es mir nicht übel, aber ich hab lieber eine Mikrowelle unterm Arm

als einen VEB am Hals.

(Maren) Ja.

Ich bin dabei. Weil es der einzig wirklich sinnvolle Vorschlag ist.

(Lunke) Schwachsinn. Was ist denn daran sinnvoll?

Weil es damit weitergeht. Weil wir damit eine sinnvolle Arbeit haben.

Das sind doch Sozialromantismen.

Das ist total unrealistisch.

Weißt du, was so ein VEB kostet? Millionen. Abermillionen.

Ja, wahrscheinlich.

Aber wir haben eine unendliche Kreditquelle.

- Ganz genau. - Wenn wir uns nicht erwischen lassen.

Wenn wir uns nicht erwischen lassen.

(er ächzt)

(Leiter klappert)

(Marke) Geht schon mal vor.

Weißt du, was passiert, wenn du in den Knast kommst?

Beruhige dich mal. Wird schon nichts passieren.

Die nehmen dir deine Kinder weg.

Was gefällt dir an dieser Aktion nicht?

Dass du nicht mehr der große Oberhäuptling bist?

Oder dass sich dein Mäuseexperiment verselbstständigt hat?

Los, komm.

- Darf ich dir jetzt mal was sagen? - Wenn's sein muss.

Wir haben uns uns nicht ausgesucht. Das nennt man Familie.

Mensch, ich will doch nur sagen, du gehörst jetzt dazu.

- (Volker) Jannek, hast du gefurzt? - Wieso soll ich furzen?

Ich rieche es genau. Das riecht wie faulige Babykacke.

- Ich habe nicht gefurzt. Ehrlich. - Na...

- Boah. - (Robert) Was ist das denn?

Ich dachte, die verdrängen den Vorfall.

Die glauben, wenn die hier vorne Zeug verspritzen, dass keiner mehr kommt.

Lustig, als wären wir Marder.

(Robert) Die wissen, dass wir hier waren?

Können die uns jetzt sehen?

- Haben die Kameras angebracht? - (Marke) Ich sehe nichts.

Der Plesnik ist rüber, ich bin weg.

Könnte sein, dass denen die Techniker fehlen.

Wir müssen so viel wie möglich mitnehmen. Ein letztes Mal.

- (Volker) Geld stinkt nicht, oder? - Ja...

Wieso bist du denn auf einmal so aktiv?

Erst haben wir den Sozialismus ruiniert.

Und jetzt ist der Kapitalismus dran.

Nu, pogodi.

- (Maren) Nu, pogodi. - (Volker) Nu, pogodi.

(Robert) Jannek.

(draufgängerische Musik)

- Geht's? - (Maren) Ja.

(unheilvolle Musik)

Oh Gott.

Ich sehe dich nicht, Marke. Ich sehe dich einfach nicht.

Danke.

Ich höre dich auch nicht.

- (Maren) Was machst du denn? - Mann...

(Maren) Die wird wieder.

(flüsternd) Komm jetzt mit. Nimm die Säcke. Komm jetzt.

- Scheiße, die ist... - Komm, Marke.

(angespannte Musik)

(entfernter heulender Alarm)

(dynamische Musik)

(Reifenquietschen)

(Oberst) Absitzen.

(Maren) Hier lang.

(Soldat 1) Hier ist nichts.

(Oberst) Bereich C klären, Bereich D sichern.

(Soldaten) Jawohl.

- (Soldat 1) Seid mal leise. - (Soldat 2) Die sind hier irgendwo.

(spannungsvolle Musik)

(Maren) Er soll hochgehen.

(lautlos)

(lautlos)

(Scheppern)

Da oben.

(Marke) Jungs, ihr habt recht. Ich habe unrecht. Ich...

Ihr solltet mich in Sicherheitsverwahrung nehmen.

Ich bin ja der Meinung, Geld ist nicht alles.

Aber es sieht schon verdammt lässig aus.

(Oberst) Wer ist denn noch hier? Ist jemand da oben? Holt die Leiter.

(Volker) Nein, wir sind hier.

(Soldat) Guck mal da.

(Oberst) Ihr wollt das alte Geld. Warum?

Wir sind Sammler.

Puh.

Ein bisschen mehr hätten wir schon mitnehmen können.

Du bist echt unser Bester, Marke.

Nein.

- Nein. - Wir schwimmen jetzt mit den Haien.

Da müssen wir unseren Besten schicken.

(Marke seufzt)

(Föhngebläse)

(coole Folkmusik)

(Lied: "Thunder and Lightning" von Brown Bird)

Hier, bitte. Manno.

(coole Folkmusik überlagert Dialog)

Da ist er.

Die haben mich gefragt, ob ich Geld habe zum Investieren.

Klar haben wir Geld. Wenn es nicht reicht, machen wir noch welches.

Haben wir ihn? Hast du es geschafft?

(überschwänglicher Jubel)

Sag mal, was hat der VEB gekostet?

Hast du gut verhandelt?

- Glaube schon. - Wie viel?

Ja, sag mal.

Eine Mark.

(Käte) Was?

Eine Mark?

Eine Westdeutsche Mark. Ich kann ja auch nichts dafür.

Sag mal, die wollen uns verarschen, oder?

Das... Das ist doch viel zu billig. Das geht nicht. Verstehst du?

Was meinst du, wie es mir geht, wenn ich so was mache?

Was meinst du, wie ich mich fühle da? In so einer Schlange von Schlangen.

Du hast überhaupt nicht verhandelt.

Ich musste nicht verhandeln.

Mensch, der Lunke ist so blass.

- Das kann man ja leicht ändern. - Ja?

- (Maren seufzt) - Da sind wir wieder, hm?

Als hätte irgendjemand ein Ventil aufgemacht.

Die ganze Luft ist raus.

- Ja, Mensch. - (Lunke seufzt)

Wir brauchen auf jeden Fall jede Menge Geld.

Für den Wiederaufbau, die Modernisierung.

(Maren) Mhm.

Das wird schlucken. Wir brauchen einen soliden Grundstock.

Auch, um die Gehälter zahlen zu können.

Zumindest bis sie wieder Aufträge bekommen.

Das ist eine Scheiße.

Und ich sage dir, die Bodensanierung, das wird so ein Batzen Geld.

- Bodensanierung? - Na ja...

- Das kann teuer werden. - Ja.

- Schwermetalle. - Was? Echt?

Richtig teuer. Sonst hätten die uns das nicht so nachgeworfen.

Das hat alles seinen Wert. Die wissen, was sie machen.

Ich scheiße auf Bodensanierung.

Jammern hilft.

Für den Osten sind wir zu teuer. Mit den Löhnen, alles doppelt so hoch.

Die Treuhänder wissen nicht, dass wir in den Westen exportiert haben.

Und zwar mit diesen Maschinen, meinte der Siegl.

Und wer war an denen dran? Die liefen immer nur mit.

Der Günther und der Körgel.

Ach ja, die Trotzigen.

Na ja, war auch eine Scheißarbeit.

(Maschine wummert)

Funktioniert noch.

Und was ist das?

Das ist ein kleiner dübelartiger Metall... nupsel.

- Nupsel? - Ja, was sonst?

Wo sind denn die Auftragsbücher?

(Maren) Ah.

Ich habe sie.

Hier.

Warte mal.

Ja. Also, wir haben die in den Westen verkauft.

Aber nicht nur nach Deutschland, mehr so nach... Schweden.

Was, Schweden?

Der VEB ist ja ein Hochleistungsbetrieb.

Wir haben denen ein Schnippchen geschlagen.

Hätten die gewusst, dass wir mit Schweden Geschäfte machen,

hätten die Millionen verlangt, wenn nicht noch mehr.

Das ist ja wie fliegen.

Schweden.

Schweden.

Das sind die Nupsis.

Ich verstehe nicht, was das hier alles ist.

Musst du nicht.

(Volker) Wir waren Billiglohnland für den Westen.

(schwermütige Klaviermusik)

(Robert) Hey. Lunke?

Das haben wir die ganze Zeit gemacht?

Immer Fünf-Jahres-Plan. Jede Schraube hat den Sozialismus gerettet.

Von wegen.

Wir haben gearbeitet, um die Welt zusammenzuhalten.

Aber nicht unsere, die von den anderen.

War es das?

War es das, was wir die ganze Zeit gemacht haben?

(schwermütige Musik läuft weiter, Gitarre setzt ein)

(Lied: "Pictures" von Ásgeir)

Willst du dir auch einen Teddy kaufen?

Nein, meine Süße.

Ich mache Geschäfte.

Diese Scheiße!

(schwermütige Gitarrenmusik läuft weiter)

Lass uns abhauen. Auch schon für Dini.

Mensch, du musst hierbleiben wegen Dini.

Was hat das jetzt mit Dini zu tun?

(schwermütige Gitarrenmusik läuft weiter)

Na? Diesmal gibst du uns ja nicht mal fünf Minuten.

Achim ist jetzt in Kassel.

Und fast die ganze Familie arbeitet da bei Henschel.

Und Arbeit gibt es da ohne Ende, sagt er. Und mehr Geld.

Wegen Geld?

Du gehst weg wegen mehr Geld?

(er seufzt)

- Ich bin der eine Kaugummi zu viel. - Nee. Bist du nicht.

- Wir können doch auch zu dritt... - Nein, können wir nicht.

Kannst du dich nicht einfach verdoppeln, Maren?

Wie viel brauchst du denn? Ich habe auch ein bisschen Geld.

Du weißt doch, mich kann man nicht kaufen.

Also gut.

Na ja, schreibst mal eine Karte, wa?

- Ja, genau. - Tschüss. Komm.

(melancholische Klaviermusik)

(Robert) Und? Ist er weg?

(Maren) Ja.

(Robert) Ganz?

(Maren) Ja, ganz weg.

(Robert) Wie soll das jetzt mit uns weitergehen?

Ich lasse das nämlich nicht mehr alles mit mir machen.

(Türsummer)

Ach, Jannek.

(sanfte Musik)

Wer?

- (Lunke) Na, wir. - Wer ist "wir"?

(Robert) Quatsch.

- Ich habe das Geld geholt. Ich. - (Lunke) Stimmt nicht.

Wir.

Alle?

43 rechtsmündige Personen?

Und elf Kinder.

Wissen Sie überhaupt, was Sie getan haben?

Ja. Wir haben uns das zurückgeholt, was uns gehört.

Und dem Staat die Macht genommen, die Geldmenge zu kontrollieren.

Das kann kippen.

Das kann Inflation geben.

- Sie wussten das? - Ja, ich fand das interessant.

Interessant?

Sie sind doch aus dem Westen. Sie sind hier gar nicht zuständig.

Noch sind wir ein souveräner Staat. Sie sind auf dem Boden der DDR.

Und noch gilt das Recht der DDR.

Wir werden die Presse aktivieren.

Sie haben recht. Ich bin hier nicht zuständig.

(Lunke) So, da geht er.

(Tür wird geschlossen)

- Ist das der Genscher? - Ja, das ist der Genscher.

Wir müssen reden.

Das finde ich auch.

Einen Skandal diesen Ausmaßes können wir uns jetzt nicht leisten.

Sie wollen keinen, der aufschreit. Keinen Robin Hood.

Nein. Und auch keinen Lech Wałęsa.

Wir wissen nicht, wie fest Gorbatschow sitzt.

Wer eine Kuh über dünnes Eis führt, der muss sie schnell führen.

- Ohne dass sie ausschlägt. - Sie haben es erfasst.

Was sind Ihre Bedingungen?

Wir wollen mehr Zeit, um den Export Richtung Osten aufzubauen.

Was sind Ihre realistischen Bedingungen?

Wenn ihr nicht weiterwisst, es gäbe da schon was.

(Robert) Puh, ganz schön heiß für die Ostsee.

(Jannek) Wenn ich nach vorne laufe, verbrenne ich mich.

(Robert) Jemand was zu trinken?

(Janette) Wenn es uns noch schlechter geht, halten wir es nicht aus.

(friedliche Musik)

(Marke) Habt ihr in den Vertrag geguckt? Uns gehört die Insel.

(Jannek) Dini, komm mal her.

(Marke) Keiner darf herkommen, den wir nicht lassen.

Weil wir unbedingt die Natur schützen müssen.

(Volker) Na?

Wann haust du wieder ab?

Das geht jetzt nicht mehr so einfach.

Hast du Geschmack daran gefunden, Verantwortung zu übernehmen?

Ich dachte, du wärst dieser Schmetterling.

Der überall sich alles rausnimmt.

Schön, dass mal einer meine anmutige Natur bemerkt.

Du kriegst mich nicht mit deinem Welpencharme.

Jeder Satz eine Rasierklinge.

Na, ihr zwei?

Ist euch aufgefallen, dass ihr unter Ausschluss von mir

auch über mich verhandelt.

Wisst ihr, was?

Wenn wir drei das nicht hinkriegen, damit umzugehen, was wir drei sind,

wie sollen wir dann jemals was Neues anfangen?

Du willst was Neues anfangen?

Ich meine generell.

Na, Spatz?

(Marke) Man könnte hier eine Kommune ausrufen.

Einen eigenen Inselstaat. Aber diesmal richtig.

Ich bin dabei.

(Maren) Wird aber auch langweilig hier auf Dauer, oder?

(Robert) Was sollen wir denn machen?

(Volker) Muss man denn immer irgendwas machen?

(Robert) Ich weiß nicht, ob nur in der Sonne liegen

für mich das Richtige ist.

(Dini) Was haltet ihr denn von Teddys?

- (Volker) Süß. - (Dini) Das meine ich nicht.

- (Robert) Sag mal, Dini? - Ja?

- (Robert) Was ist da in deinem Teddy? - Wieso?

Was soll da schon sein?

West.

(Jannek) Was habt ihr da?

Was...

(Marke) Was ist das denn?

(Jannek) Ist das Kohle? Ich glaube es nicht.

- (Robert) Der ist voll. - (Maren) Das gibt's nicht.

(Robert) Das sind nur Scheine.

- (Volker) Sag mal... - Du hast das genommen?

- (Jannek) Wie viel ist das? - (Robert) Dini.

Das hört überhaupt nicht mehr auf. Der ist bis oben hin voll.

Aber ich habe Bedingungen.

(munteres Pfeifen)

(Druckluft zischt)

(ruhige Folkmusik)

(Lied: "A Little Less Bored" von Sir Simon)

(Klappern)

No Limits Media 2024 Untertitel: Denker, Kellner u. a.

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