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(Melancholische Streichmusik)
(Kriemhild) Sie singen das Lied von zwei Kriegern,
so unterschiedlich wie Licht
und Schatten.
Ein Lied von Freundschaft und Verrat.
Es ist das Lied von Siegfried, dem Drachentöter,
der auf der Jagd Rast machte an einer frischen Quelle.
Und es ist das Lied von Hagen von Tronje,
dem Waffenmeister der Burgunder,
der dem Helden eine Falle stellte...
Ah!
... und ihn feige erstach.
Uh...
Doch die Wahrheit ist eine andere.
Ich weiß es,
denn ich habe einen von ihnen geliebt.
Aber ihr habt ihn mir genommen.
Und dafür werdet ihr alle bezahlen.
(Dumpfer Klang)
(Zarte sphärische Musik)
(Leise flirrende Violinenklänge)
(Ernste Musik)
(Dumpfe Klänge)
(Ernste, düstere Musik)
(Spannungsvolle Musik)
Sie sind im Schlaf überrascht worden.
(Raben krächzen.)
(Wiehern)
(Männerstimme, Husten)
(Mann spricht in einer anderen Sprache und hustet.)
(Hagen) Nicht zu nah. - (Gunter) Er braucht Wasser. Wasser!
(Mann hustet.)
Hier, trinkt.
Ja, trinkt. - (Soldat) Hier, fasst mit an.
(Bedrohliche Klänge)
Ah! - (Hagen) Der König!
Lasst ihn nicht entkommen!
(Soldat) Der König ist getroffen. - (Gunter) Vater!
(Er ringt nach Atem.)
(Triste Musik)
(Glocke läutet.)
(Traurige Musik)
(König) Seht euch seine Narben an.
Ich kenne niemanden, der einen solchen Angriff überlebt hat.
Dieser Junge ist der Bestie entkommen.
Und jetzt hat er unsere Prüfung bestanden.
Damit ist er einer von uns.
Du hast es länger ausgehalten als alle anderen.
Aus dir wird ein großer Krieger,
Hagen von Tronje.
Manche Stimmen sagen, Ihr seid verantwortlich.
Ich bin der Waffenmeister.
Ihr seid auch ein Teil dieser Familie. Vater hat das immer so gewollt.
Ich werde alles dafür tun, diese Familie zu beschützen.
Alles.
(Zarte Musik)
(Bedeutungsschwere Musik)
(Bischof) Der König ist tot. Lang lebe der König von Burgund!
König Gunter!
(alle) König Gunter!
König Gunter!
König Gunter!
(Berater) Die Menschen haben Angst. Sie wissen, es kann Krieg geben.
(Gernot) Deine Krone wiegt schwer. Um uns sind Feinde.
Die warten nur auf ein Zeichen von Schwäche.
Wir brauchen ein Bündnis.
Was ist mit den Langobarden?
Alboin verlor seine Frau im Kindbett,
und Kriemhild ist im heiratsfähigen Alter.
Warum geben wir sie nicht dem Dänenkönig?
(Berater) Die Dänen greifen uns nicht an.
Ihr König hatte immer großen Respekt vor Eurem Vater. - Ja
Vor unserem Vater.
Wir Burgunder bleiben stark, solange wir nicht anfangen, uns selbst zu bekämpfen.
Wir verbünden uns mit den Langobarden und stärken somit die Grenzen im Osten.
Es ist beschlossen, im Sommer bekommt Alboin meine Schwester zur Frau.
Oder hat irgendjemand einen Einwand?
(Melancholische Musik)
(Hagen) Für Burgund.
(Bedrückende Musik überlagert das Gespräch.)
(Kriemhild) Geht schon und sagt Mutter Bescheid.
(Zarte Violinenmusik)
König Alboin. Als ich ein Kind war, habe ich ihn einmal gesehen.
Ist lange her.
Und wann?
Diesen Sommer.
Sind die Langobarden die beste Wahl?
Sie haben gute Krieger.
Vater hat immer ein Bündnis im Osten gesucht.
Er wäre glücklich darüber.
(Donnergrollen)
(Mann) Schließt die Tore!
(Mann) Bringt die Pferde rein! - Ganz ruhig. Ho!
(Wiehern) - (Wind braust.)
(Tür wird geöffnet.) - Vor den Toren lagern fremde Reiter.
Elf Männer in Waffen. Keine Banner, keine Wappen.
Ich glaube, es sind fahrende Krieger. - Anführer?
Zu dem wollten sie mich nicht durchlassen.
(Bedrohliche Musik)
(Wind braust.)
(Dumpfer Knall)
(Alberich flüstert) Ich kenne deine Narben.
(Donnern)
(Er keucht.)
(Er atmet schwer.)
(Gedämpfte Stimmen und Lachen)
(Er ächzt.)
(Althochdeutsch)
Lasst uns aufbrechen.
Wir reiten nach Worms!
(Männer johlen.)
(Düstere Musik)
(Männer) Fremde vor den Toren! Bogenschützen!
(Mächtige, düstere Musik)
(Mann) Bringt ihn zum König. - (Krieger) Hua!
(Dumpfe Trommelklänge)
(Dumpfer Klang)
Wie ist Euer Name?
Siegfried.
Dann seid ihr drei also diese Brüder. - Wir sind die Söhne Dankrats.
Und woher kommt Ihr?
Xanten.
Siegfried von Xanten? Sohn König Siegmunds?
Unsere Väter waren Verbündete in den alten Kriegen.
Unsere Väter haben fleißig gemordet.
Sie ließen nicht viel übrig von der alten Welt.
Wieso seid Ihr dann hier?
Gestern war Sturm, heute scheint die Sonne,
und ich will gegen dich kämpfen.
Fairer Zweikampf, König gegen König.
Meine Krone gegen deine.
Ihr mögt viel herumgekommen sein, aber hier gelten andere Gesetze.
Und was sind das für... Gesetze?
Kommt ein König als Freund, stehen ihm hier Schutz und Gastfreundschaft zu.
Kommt er als Feind...
Und wer bist du? - Nur ein Diener.
Dann lasst den Diener für Euch kämpfen. - Wir Burgunder stehen zusammen.
Bei uns kämpft keiner allein.
Eine große Familie.
Das Glück will ich nicht zerstören.
Meine Männer und ich nehmen dein Angebot an. Wir bleiben als Gäste.
Dann seid uns willkommen. Führt sie in unsere Gästequartiere.
Hm.
Wir sind jetzt Gäste der Burgunder!
(Johlen)
Nicht ihre Waffen machen mir Sorgen. Mit den Männern reitet ein Kind.
Es hat mich angesehen.
Aber das waren nicht die Augen eines Kindes.
Das war etwas anderes, ein altes Wesen.
Ich kenne die Geschichten über Schwarzalben.
Es sind Wesen der Nacht, sie kriechen in unsere Träume.
Mein Bruder hätte die Fremden fortschicken sollen.
Euer Bruder weiß, was er tut. - Er ist den alten Wesen nie begegnet.
Aber Ihr wisst, zu was sie fähig sind.
(Düstere Musik)
(Mysteriöse Musik)
(Lachen)
(Spannungsvolle Musik)
(Spannungsvolle Musik)
(Stimmengewirr, Lachen)
(Er übergibt sich.)
(Regen plätschert.)
Ah...
der treue Diener.
Nimm mir das nicht übel heute früh. Ich...
Manchmal weiß ich selber nicht, was mit mir los ist.
Wo ist der Zwerg?
Das weiß man nie so genau.
Er lebt ja in den Schatten,
schleicht sich in deine Träume.
Hast du Angst vor ihm?
Weißt du überhaupt, was Angst ist?
Für Euch ist in Worms kein Platz.
Verschwindet von hier.
(Düster-melancholische Musik)
(Lautes Wiehern)
(Alberich flüstert) Was suchst du, Hagen von Tronje?
(Hagen) Ich weiß, was du bist.
Sie fürchten sich vor dir und deinesgleichen.
Ich nicht.
Ihr alten Wesen habt mir alles genommen.
Auch die Angst.
Ich kenne deine Narben.
Ich kenne den, der sie dir zugefügt hat.
Mama!
(Alberich) Ich weiß, was damals passiert ist.
(Er atmet schwer.) - (Klopfen)
(Mann) Herr, Ihr müsst kommen, schnell.
(Düstere Klänge)
(Mann) Ich brauche Hilfe! - (Mann) Vorsicht. Komm her, los!
Die Knechte haben hier letzte Nacht den Alb gesehen.
Die Pferde sind danach durchgedreht.
(Kriemhild) Was ist passiert?
Ho! - Halt.
Sch! Lasst mich zu ihm. - Geht zurück.
Halt. - Ich kann mein Pferd beruhigen.
Kriemhild, geht zurück! - (Kriemhild) Haltet ihn auf!
(Wiehern)
Oh...
(Mann) Haltet das Pferd!
(Kriemhild) Zurück!
(Schreie)
(Unverständliche Rufe)
(Schreie)
(Dramatische Musik)
Komm.
Ho!
(Wiehern)
(Schnauben) - Sch! Ich bin's nur.
Hey.
(Wiehern) - Ah.
Bleib hier!
Was geschieht hier, Hagen?
Ihr habt recht. Sie kriechen in unsere Träume.
Aber wir dürfen ihnen keine Macht geben.
(Leise hohe Klänge)
(Stoff ratscht.)
(Kriemhild) Ich werde Burgund vermissen.
(Sanfte Musik)
(Kriemhild) Mutter.
Zum König. - Er hat Besuch.
(Gunter) Feuerberge?
Besuch? - (Gunter) Ihr scherzt.
(Siegfried) Es sind keine Berge wie hier. Der Rauch verdunkelt alles,
brennt in den Augen wie Schlangengift.
(Giselher) Und sie lassen Weiber kämpfen? - Bist du ein Krieger?
Ja, bald.
Die Frauen köpfen dich, ehe du das Schwert zückst.
(Männer lachen.)
(Gunter) Warum seid Ihr den weiten Weg nach Isenland gereist, übers Nordmeer?
(Siegfried) Sie hat mich gerufen. - Wer?
Ihre Königin.
Brunhild.
(Gernot) Die Walküren sind alte Wesen. - Ja,
und sie sind mächtiger als jeder Mann.
Brunhild kann einen Mann am anderen Ende der Welt in ihren Bann ziehen,
auch wenn sie ihm nie begegnet ist.
Und Ihr... seid ihr begegnet?
(Mysteriöse verzerrte Klänge)
Was glotzt ihr so andächtig?
(Männer lachen.)
Das ist keine Messe hier, und ich bin kein Priester.
(Männer lachen.)
Wo sind Eure Frauen?
Ihr habt eine Schwester. Versteckt Ihr die vor mir?
Unsere Frauen sind in ihren Gemächern, wie es sich hier gehört.
Was ist mit dir? Hast du dir die Hand im Kampf verletzt?
(Gunter) Gernot ist mein Bruder und ein wichtiger Berater.
Das wiegt oft mehr als Schwert und Schild.
Darüber kann man streiten. Aber ich bin müde.
Dank für Speis und Trank.
(Kuss) - (Gelächter)
Wenn Ihr Eure Frauen vor uns versteckt, müssen wir mit Euch vorliebnehmen.
(Geheimnisvolle Musik)
Ich komm nach.
(Tür wird geöffnet.)
Ihr dürft hier nicht sein.
Wenn mein Bruder das erfährt... - Er gefällt mir.
Mehr, als ich dachte.
Ich versteh, warum man dich versteckt. Du bist schön.
Geht jetzt bitte. Sonst muss ich die Wachen rufen.
Ihr kommt als Fremder in diese Stadt,
fordert den König heraus...
ohne Grund.
Ihr habt keinen Respekt.
Ihr seid eine verlorene Seele.
Dann pass ich ja gut hierher.
(Tür wird geschlossen.)
Kriemhilds Vermählung bietet uns Sicherheit,
eine Heirat ist der stabilste Pakt zwischen zwei Mächten, das wisst Ihr.
Oder worum geht es Euch wirklich?
Ich habe Eurem Vater versprochen, diese Familie zu beschützen.
Der Preis darf nicht Kriemhild sein.
Unser Heer ist stark, auch ohne Verbündete.
Ich vertraue Euch.
Ihr seid der Waffenmeister.
Aber dann sorgt dafür, dass unser Heer auch stark genug ist.
Sie ist keine Legende.
Wer? - Brunhild.
Siegfried hat sie mit eigenen Augen gesehen.
Wir dürfen dem Xantener nicht trauen. Er hat ein altes Wesen bei sich.
(Melancholische Musik)
(Ute) Der Junge von der Dracheninsel,
so haben sie Euch genannt.
Als die Fischer Euch damals zu uns gebracht haben,
da war nicht mehr viel Leben in Euch.
Ich weiß, dass Ihr meinen Sohn umgestimmt habt.
Die Menschen glauben, sie dienen dem König.
Aber in Wahrheit ist der König der Diener.
Wir müssen die Opfer bringen.
Kriemhild war bereit dazu.
Seid Ihr bereit,
Euer Opfer zu bringen?
(Kampfschreie) - (Soldat) Zwei!
Drei! Vier! - (Kampfschreie)
Links um!
Eins! Zwei! - (Kampfschreie)
Drei! Links um! - (Kampfschreie)
(Althochdeutsch)
Zwei! - (Kampfschreie)
(Kampfschreie)
Ah!
(Schmerzenslaute)
(Sie sprechen althochdeutsch.)
Lasst mich! Lasst mich!
(Siegfried lacht.)
Meine Männer sind zu müde zum Kämpfen. Zu viel Wein.
Wer von Euch will?
Der Waffenmeister selber bietet sich an.
Ich bereite Männer auf den Krieg vor. Spielt woanders weiter.
(Soldat) Macht Platz! Aus dem Weg! - (Wiehern)
(Unverständliche Stimmen)
(Düstere Musik)
Er kommt aus einer Siedlung weiter im Norden,
aus Moorbach.
Das Sachsenland beginnt dort.
(Düstere Klänge)
Sachsen und Dänen verbünden sich gegen uns? Ausgerechnet jetzt?
Die Späher sagen, sie stehen schon am Rhein.
Wir haben keine Verbündeten, stehen allein da.
Wie lange würden wir einer Belagerung standhalten?
Dann sind wir erst mal sicher. Aber der Rest von Burgund brennt.
Wir müssen gegen sie ins Feld. Unser Heer ist bereit.
Und Siegfried?
Giselher sagt, er und seine Männer sind die besten Kämpfer, die er je sah. - Ja.
Aber er bringt Chaos in unsere Reihen.
Warum zieht er dann nicht endlich weiter?
(Düstere Musik)
Siegfried von Xanten.
(Hallende Stimme)
(Mysteriöse Musik)
(Atmen)
(Alberich) Du hast Narben am Körper, und sie schmerzen dich.
Mit dir rede ich nicht, Zwerg. - Ich kenne den,
der sie dir zufügte. - Wo ist dein Herr?
(Dumpfes Krachen)
(Schritte)
Mein Waffenmeister wollte mit Euch reden.
Habt Ihr ihn nicht angetroffen? - Waffenmeister!
Siegfried hat gegen ihn gekämpft. Er war allein.
Ein Mann gegen einen großen Alten.
Kannst froh sein, einen wie ihn als Diener zu haben.
Unsere Gastfreundschaft endet hier. Ihr zieht weiter.
Der Kampf ist vorbei.
Der große Alte ist gefallen,
sein Blut vergossen.
Sein Mörder badet darin.
Er trägt jetzt seine Haut,
und das... macht ihn unverwundbar.
Ah!
(Alberich) Bis auf eine Stelle.
Er bringt mir einen Teil von ihm
und will, dass ich ihm ein Schwert daraus schmiede.
Ich nenne es... Balmung.
(Siegfried) Ich bin kein Diener.
Aber zeig mir deine Feinde, König,
und ich werde in ihrem Blut baden.
(Bedeutungsschwere Musik)
So wie ich in seinem Blut badete.
(Alberich) Warum hast du ihn nicht weggeschickt?
Er wird gehen. - Es ist zu spät.
Ihr habt ihm das gegeben, wonach er gesucht hat: eine Familie.
(Man hört Gunters Stimme, kann ihn aber nicht verstehen.)
... sondern auch Siegfried, König von Xanten,
wird uns in dieser Schlacht unterstützen.
Für Burgund! - (Männer) Ja!
Für Burgund! - Für Burgund!
Seht ihr das Schwert des Drachentöters? - (alle) Ja!
Es ist gemacht aus dem Gebein der Bestie.
Siegfried führt es für uns!
Für Burgund! - (Jubel)
(Gunter) Für Burgund!
Für Burgund!
(Mächtige Musik)
Wann rückt Ihr aus?
Ich weiß, dass es Krieg gibt.
Ja.
Wieso habt Ihr meinen Bruder umgestimmt?
Nun fehlen uns die Verbündeten gegen die Sachsen und Dänen.
Das war nicht klug.
Wieso habt Ihr das gemacht?
Wieso?
Warum wollt Ihr, dass ich hierbleibe?
Bitte...
Viele von Euch werden aus dieser Schlacht nicht zurückkehren.
Ich will, dass wir uns vorher alles gesagt haben.
Alles, was es zwischen uns zu sagen gibt.
Hagen... - Ich muss alles dafür tun, dass Burgund wieder sicher wird.
Nur das zählt.
Burgund wird niemals sicher sein.
(Traurige Musik)
(Imposante Musik)
(Hagen) Ein so großes Heer muss die Rheinebene nutzen, um gut voranzukommen.
Auf der einen Seite der Fluss,
hier beginnt der Wald.
An dieser Enge greifen wir an, in zwei Reihen.
Wenn die einen sich in den Wald zurückziehen, setzen die anderen nach.
Sachsen und Dänen kämpfen ohne Furcht, aber auch ohne Ordnung.
Wichtig ist, dass wir unsere Disziplin halten.
(Rauschen und Knarzen)
(Gunter) Ich würde mich gern zu Euch gesellen.
Trink. Morgen sind wir vielleicht tot.
Ihr könnt reden. Ihr seid unverwundbar.
Jeder hat eine verwundbare Stelle.
Ich muss Euch etwas fragen.
Brunhild.
Seit Ihr mir von ihr erzählt habt,
muss ich ständig an sie denken.
Jede Nacht schlafe ich mit dem Gedanken an sie ein.
Am Morgen wache ich damit auf.
Ist es das,
ihr Rufen?
(Sphärische Klänge)
Sie ruft den Krieger in dir.
(Donner)
(Wiehern)
(Donner)
(Unruhige Musik)
(Altsächsisch) Ein Reiter!
(Altsächsisch) Wer bist du? - Ich bin dein Tod!
(Aufwühlende Musik)
(Mann) Rechts, links!
(Soldat) Macht den Weg frei!
Das ist Sachsenkönig Lüdeger.
Seine Leute sind mir gefolgt. Sie werden bald hier sein.
In ihren Reihen marschiert jetzt die Angst!
Wer folgt mir?
(brüllt) Wer folgt mir? - Wer ihm folgt, den führt er zum Sieg!
Nein, wartet! - (Jubel)
(Giselher) Zum Sieg! - Keiner bleibt zurück!
(Kampfruf)
(Gejohle aus der Ferne)
Bogen!
(Kampfgebrüll)
Ah!
Gunter!
Gunter!
Ah! - (Kampfschrei)
(Dumpf-düstere Musik)
(Lang gezogener Kampfschrei)
(Gebrüll)
(Düstere, mächtige Musik)
Da!
Ah... ah!
(Kraftvolle Musik)
(Tiefes Durchatmen)
(Düstere Musik)
(Soldaten) Ja! Ja!
Ah!
Ah...
(Hagen) Giselher! - Ha!
Mein Helm!
Mein Helm! - Ah...
Mein Helm.
Mein Helm!
Ganz ruhig.
Bringt ihn raus. Kommt, steht auf.
Ja!
(Kampfschrei)
Ah!
Uah...
(Dumpfe, traurige Musik)
Ha!
(Dumpfe, bedrückende Musik)
(Stöhnen)
(Dumpfe, monotone Musik)
(Beklemmende Musik)
Ha!
(Berater) Mein König.
Mein König.
Ihr müsst Euch dem Volk zeigen.
(Gedämpfter Jubel von draußen)
(Jubel)
(Mann) Siegfried! Siegfried!
(Frau) Siegfried!
(Volk) Siegfried! Siegfried! Siegfried! Siegfried!
(Jubel brandet auf.)
(Triumphale Musik)
(Gedämpfter Jubel von draußen)
(Grölen und Lachen)
(Siegfried) Lass es raus. Schrei's raus!
(beide) Ja!
Du bist der Bruder des Königs. Das hier ist kein Ort für dich.
Giselher, schau mich an.
Geh.
Wie könnt Ihr die Ruhe der vielen Toten stören?
Der Tod gehört zu jeder Schlacht. - Schweigt!
Wir schweigen nicht, wenn wir unsere Toten ehren.
Wir feiern sie, so laut wir können.
Ich werde sie zusammen mit meinen Männern begraben, draußen vor den Toren.
Sie gehört zu Hagen.
Niemand gehört zu irgendwem.
Das mag in Eurer Welt so sein.
In meiner nicht.
Wie geht's ihm?
Er kämpft um sein Leben.
Ich glaube, er stirbt.
Alberich kann ihm helfen.
(Leise düstere Klänge)
(Tür knarrt.)
(Düster-monotone Musik)
(Keuchendes Atmen)
(Alberich) Ich weiß, wer du bist
und wo du herkommst,
Hagen von Tronje.
Sie haben dir erzählt,
der Drache hätte das Feuer gebracht.
Aber das stimmt nicht.
Menschen...
haben deine Heimat zerstört...
haben dir alles genommen.
Hey!
Der letzte große Alte,
er hat dich aus dem Feuer geholt.
Er hat dich gerettet.
(Unheimliche, verzerrte Klänge) - (Rauschen)
Ah!
(Schrei klingt nach.) - (Düstere, verstörende Musik)
(Er atmet schwer.)
(Leises Ächzen)
(Hufgetrappel)
Gut, dich lebend zu sehen.
Sieht so aus, als müsste ich mich bei Euch bedanken.
Alberich hat dich von den Toten zurückgeholt, nicht ich.
Ihr hättet ihn nicht rufen dürfen.
Sie war eine gute Kriegerin.
Ihr habt Euch meinem Befehl widersetzt.
Ich bin nicht einer deiner Soldaten.
Ich befolge keine Befehle. Ich kämpfe... wenn ich kämpfen will.
In der Nacht bin ich los, weil mir danach war.
Ich hab den Sachsenkönig gesehen und ihn erschlagen.
Beim nächsten Mal würde ich das wieder so tun
oder ganz anders.
Es wird kein nächstes Mal geben.
Es gibt...
Ich hab ihn nicht gerufen.
Alberich.
Kriemhild war das.
(Siegfried) Setz dich mal rein.
Unbequem, so ein Thron.
Ein Land lässt sich nicht bequem regieren.
Ihr werdet untergehen wie alle anderen vor Euch.
Mein Bruder weiß das zu verhindern.
Früher oder später geht jedes Reich zugrunde.
Es lohnt sich nicht, dafür zu kämpfen. Darum wollte ich nie meines Vaters Thron.
(Kriemhild) Das ist schade.
Die Menschen verehren Euch.
Sie wollen so sein wie Ihr.
Ihr könntet ihr Leben besser machen.
(Leise Streichmusik)
Wann werdet Ihr weiterziehen?
Bald.
Die Bader sagen, Ihr müsst Euch schonen.
Die Burgunder sind Euch dankbar. Sie feiern schon seit Tagen den Triumph.
Den Triumph oder ihn?
Der Dänenkönig soll seine Axt über Euren Kopf gehalten haben, als er ihn tötete.
Siegfried hat beide Anführer erschlagen.
In den Augen der Menschen hat er ihnen den Sieg gebracht.
Und in Euren Augen?
Hat er Euch das Leben gerettet.
Dafür bin ich ihm dankbar.
Er macht den Leuten falsche Hoffnungen.
Vielleicht sind falsche Hoffnungen besser als gar keine.
(Kinder) Siegfried! Siegfried!
Siegfried! Siegfried! Siegfried!
(Jubel)
Ja!
(alle) Ha! Ha!
Sechs! Sieben! Acht! - (alle) Ha!
(Siegfried) Querfeldein.
(Sie lacht.)
(Melancholische Musik)
(Melodische Musik)
(Harmonische Musik)
(Siegfried) Menschen und alte Wesen haben hier zusammen gelebt,
lange vor den alten Kriegen.
Alberich hat mir davon erzählt.
Wieso begleitet er dich?
Er folgt mir, weil ich ihm seinen Herrn nahm.
Also ist es wahr, was man erzählt?
Du hast den letzten der Drachen getötet.
Wie hast du ihn gefunden?
Ich war bei einem Schmied in der Lehre, der mir Disziplin beibringen sollte.
Hm.
Er schickte mich ins Tal der Nibelungen, hoffte, dass ich nie wieder zurückkomme.
Ich weiß nicht mehr, wie lange ich da rumirrte. Tage, Wochen.
An einem Morgen sah ich ihn plötzlich vor mir.
Er schlief.
Wie sah er aus?
(Sphärischer Frauengesang)
Seine Augen...
Dieser eine Moment...
war der schönste Moment in meinem Leben.
(Sphärische Musik)
Wieso hast du ihn dann getötet?
Du musst jetzt aufhören, Fragen zu stellen.
(flüsternde Stimme) Kriemhild.
Wenn du ruhig bleibst, tut es dir nichts.
Was? - Immer weitergehen.
(Finstere Klänge)
(flüsternde Stimme) Kriemhild.
(Stimme) Sieh mich an.
Sieh mich an.
(Finstere Klänge)
(Dumpfe dissonante Klänge)
(Knacken)
(Bedrohliche dissonante Klänge)
Das war mein Vater.
Ich kann mich nicht erinnern.
Es ist weg.
Was ist weg?
Sein Gesicht...
ist verblasst.
Sie wollten mich einfach weggeben,
verkaufen,
an irgendeinen Fremden.
Ich hab sie dafür gehasst.
(Sanfte, gefühlvolle Musik)
(Sanfte, traurige Musik)
(Sanfte, gefühlvolle Musik)
Ah!
(Sanfte Musik)
(Er stöhnt leise.)
(Leiser Schrei)
(Stöhnen, unheimliche Laute)
(Knurren)
(Entferntes Hufgetrappel)
Sch!
(Eine Frau schreit.)
(Bedrohliche Musik)
(Menschen schreien.)
Ah! - Uh...
Uah! - Ah...
(Dramatische Musik)
(Mädchen kreischt.)
(Gernot) Sie sagen, im Osten reitet der Tod.
Die Hunnen haben ihre Stämme vereint, und sie kommen immer näher.
(Schreie)
Ihren Anführer nennen sie Etzel.
Er und seine Männer haben die Langobarden einfach überrannt.
Unsere Späher berichten, dass nicht mehr viel von ihnen übrig ist.
Wir heuern neue Männer an. Hagen ist schon dabei, sie auszubilden.
Männer, die Angst haben, werden nie gute Krieger sein.
Deshalb brauchen sie einen starken König.
Einen,
der neue Wege beschreitet.
Einen, der für sie das Unmögliche möglich macht.
(Dissonante Klänge)
(Klopfen)
Er meint es wirklich ernst. Er sitzt schon über Karten vom Nordmeer.
(Hagen) Euer Bruder hat recht.
Wir brauchen ein neues Bündnis. - Aber nicht mit alten Wesen.
Vater hat sie vertrieben, damit sie ihre Macht verlieren.
Ihr wart doch dabei. Ihr habt Euer Leben riskiert.
Und jetzt holt er sie zurück? An seine Seite?
Brunhild, eine Walküre. - Er ist unser König.
Ja, und wir tun nur unsere Pflicht. Unsinn!
Unsere Pflicht ist es, jetzt zu handeln.
Ich hab den ersten Schritt schon getan.
Gunter sagt, sie würde ihn rufen, in seinen Träumen.
Wer hat ihm das wohl eingeflüstert?
Ich hab diesen Zwerg einsperren lassen, bevor er noch mehr Unheil anrichtet.
Er gehört zu Siegfried. - Ja.
Und wo ist der?
Seit drei Tagen sind die beiden ausgeritten.
Alleine,
ohne Begleitung.
(Düstere monotone Musik)
Brunhild und Siegfried. Sag mir alles, was du weißt, und ich lasse dich gehen.
(Angespannte Musik)
Sie ist unbesiegbar,
erzählt man sich.
Und das reizt ihn,
so wie ihn alles Unerreichbare lockt.
Siegfried hört ihre Stimme.
Sie lockt ihn über das große Wasser
zum Isenstein.
Brunhild findet Gefallen an ihm.
Sie spürt dasselbe Feuer.
Es lodert auch in ihr.
Ein Jahr verbringen sie zusammen.
Und im Land erzählt man sich, dass sie untrennbar sind.
Doch eines Tages
lässt er sie trotz allem zurück.
Ohne ein Wort.
Er verschwindet.
So plötzlich, wie er gekommen ist.
Er zerbricht ihr Herz...
und seines dazu.
Er liebt sie noch immer.
Mehr denn je.
(Bedrückende Musik)
(Düstere Violinenklänge)
Omnipotens deus. Pater...
et filius et spiritus sanctus. Amen.
(Hagen) Wir waren in Sorge. Wo wart Ihr?
Wir waren in den Wäldern, hinter dem Fluss.
Er zeigte mir Orte, an denen alte Wesen und Menschen in Frieden zusammen lebten.
Ihr dürft ihm nicht vertrauen.
Er wird Euch unglücklich machen. - Hagen...
Er wird gehen und Euch alleine lassen. - Hört auf.
Siegfried wird um meine Hand anhalten.
Ich weiß, dass Ihr ihm nicht traut.
Er ist anders als wir.
Deshalb wünsche ich mir, dass er einer von uns wird.
Weil wir mit ihm Burgund verändern können.
Dieses Land und diese Familie bedeuten Euch genauso viel wie mir.
Legt für uns ein gutes Wort ein.
Auf Euch hört mein Bruder wie auf keinen anderen.
(Ute) Kriemhild.
(Traurige Musik)
Siegfried wird um Kriemhilds Hand anhalten, beim Pfingstfest.
Burgund liebt ihn.
Er ist jetzt ein Held für sie.
Ein Held? - Er ist von königlichem Blut.
Wie kann ich ihm die Bitte abschlagen?
Schlagt sie nicht ab.
Stellt ihm eine Bedingung.
In solchen Zeiten können wir uns glücklich schätzen,
einen so treuen und starken Freund an unserer Seite zu wissen:
Siegfried von Xanten!
Siegfried hat um die Hand meiner Schwester angehalten.
Ich will ihm diesen Wunsch gewähren. - (Mann) Auf Siegfried und Kriemhild!
Unter einer Bedingung:
Er soll mich auf meiner Reise begleiten,
einer Reise nach Isenland.
Ich will um die Hand ihrer Königin anhalten:
Brunhild,
Tochter der Götter.
Isenland ist keine Bedrohung, vielmehr eine Hoffnung.
Und Siegfried kennt den Weg dorthin.
Er wird uns helfen, eine Königin nach Burgund zu bringen,
die unser Reich verdient hat, eine Walküre.
Und sie wird Krieger mit sich bringen.
Krieger,
so tapfer und mutig wie ihr!
Mit dieser Ehe werden wir ein Zeichen setzen.
Ein Zeichen neuer, unerreichter Stärke!
Den Hunnen wird das Blut in den Adern gefrieren.
Auf unsere neue Königin! - (alle) Auf unsere neue Königin!
(Gunter) Für Burgund!
Für Burgund! - (alle) Für Burgund!
(Gunter) Für Burgund!
(Bedeutungsschwere Musik)
(Rhythmische Trommel-Klänge)
Dein König weiß nicht, worauf er sich da eingelassen hat.
(Düstere Musik)
Und zieht! - (Mann) Setzt das Segel!
Woah...
(Imposante Musik)
(Wind braust.) - (Männer husten.)
Ah...
(Donnergrollen)
(Mann) Achtung! - (Schreie)
(Lachen)
Ah! - (Lachen)
(Schrei)
Felsen!
(Ächzen)
(Hagen) Haltet euch fest! - (Mann) Das Ruder!
(Mann) Haltet euch fest!
(Stöhnen)
(Schreie)
Ah! - Gunter!
(Mann) Mann über Bord! - (Hagen) Gunter.
(Er ächzt.)
Gunter!
(Sphärische Musik)
Und Siegfried?
Die anderen?
(Sanfte Musik)
(Imposante Musik)
(Melancholische Musik)
(Hagen) Siegfried.
Der Alb ist nicht mehr da.
Waffe runter.
Waffe runter!
(Schriller mysteriöser Laut)
(Angespannte Musik)
Bring mich zu ihr.
(Sirrende Klänge)
(Dumpfe rhythmische Klänge)
Ah!
(Bedrohliche Klänge)
Ah!
Nein!
Gunter!
(Hieb) - Fasst ihn nicht an!
Wo ist mein König?
Folgst du ihm? - Bis in den Tod.
Dann wirst du Blut sehen wollen, wenn das Sönnun vorbei ist.
Sönnun?
Der Kampf. - Wir sind nicht hier, um zu kämpfen.
Mein König will um die Hand deiner Königin anhalten.
Dann muss er kämpfen,
wie alle vor ihm.
(Monotone Klänge)
Und wie alle vor ihm... wird er sterben.
Ihr habt Zeit, bis die Sonne den Berg berührt.
(Düster-sphärische Musik)
Gunter.
Was ist passiert?
Sie ist nicht so, wie man sich erzählt.
Es ist... ganz anders.
Ich hab so ein Gefühl,
als ob ich sie längst kennen würde.
Sie war immer da.
In meiner Nähe.
Sie hat mir dieses Schwert gegeben.
Damit werde ich um sie kämpfen.
Es hat auf mich gewartet.
Wo ist Siegfried?
(Geheimnisvolles Flüstern)
(Brunhild spricht leise auf Isländisch.)
(Sphärischer Frauengesang)
Du bist zurückgekommen ...
Nur als Begleiter.
Als Diener von einem König,
einer, der um dich werben will.
Und man wird seinen Helm zu den anderen legen.
(Sphärischer Frauengesang)
Ich will seine Schwester zur Frau nehmen ...
(Zärtliche Musik)
Und doch bist du hier.
Ich bin nicht mehr derselbe.
(Dumpfes Dröhnen)
Ihr habt gewusst, was uns hier erwartet.
Ich lasse nicht zu, dass sie ihn tötet. - Ich wollte nicht hierher.
Mein König und ich gehen noch heute weg von hier.
(Gunter) Dann wirst du alleine gehen, Hagen.
Ich werde bleiben. Ich muss um sie kämpfen.
Was es auch kostet.
Kein Mann allein kann sie besiegen,
auch ich nicht.
Wir haben eine Abmachung.
Du hast mir dein Wort gegeben, meine Königin nach Burgund zu holen.
Willst du meine Schwester zur Frau?
Wir können sie nur gemeinsam schlagen. Der Alb kann es möglich machen.
(Kalte monotone Musik)
(Verzerrte Klänge)
Mh...
Mh...
(Ersticktes Stöhnen)
Trink!
(Düstere, mächtige Musik)
Ah!
Ah!
(Düster-verzerrte Musik)
(Leises Rauschen)
(Ächzen)
(Dumpfes Poltern)
Berührt dein Blut den Schnee, dann nimmt sie deinen Kopf.
Ist es ihr Blut, wird sie mit dir gehen.
(Mysteriöses Rauschen)
(Anfeuerndes Kampfgeheul)
(Dumpfer, düsterer Klang)
(Weiterhin anfeuerndes Kampfgeheul)
(Stille)
(Schriller Kampfschrei von Brunhild) - Ah! Uah! Uh!
(Kampfschreie)
Ah!
Ha!
(Knacksen) -Ah...
Ah...
Ah!
Ah! Ah... -(Knacksen)
(Jammern)
(Düster-angespannte Musik)
(Bedeutungsschwere Musik)
(Dramatische Musik)
(Kalter monotoner Klang)
(Sphärischer Frauengesang)
Uah...
(Melancholische sphärische Musik)
(Melancholische Musik)
(Traurige Musik)
(Ein Baby weint.)
(Bedrückende Musik)
(Mann stöhnt.)
(Kinder) Mama. Mama.
(Bedrückende Musik)
(Bedrückende Musik)
(Gernot) Die Hunnen waren schneller als Ihr.
(Mann) Sie kommen von überall. - (Giselher) Es sind zu viele.
(Berater) Wir konnten die Grenzen nicht halten.
Mit jeder Woche neue Überfälle, erst nur im Osten.
Nun kommen sie auch über den Norden und den Süden.
Wir schlugen sie zweimal zurück, dann gab es Überfälle
auf Siedlungen nahe Worms.
Der Wille von vielen ist gebrochen. Die Männer desertieren, Hagen von Tronje.
Wie redest du?
Wir werden härtere Strafen verhängen und rekrutieren neue Krieger.
Die Männer in den Dörfern verstecken sich.
Sie brauchen keine Strafen, sondern Hoffnung.
Schluss damit!
Hagen rekrutiert neue Männer.
Und mit den Kriegern der Isenländer sind wir stärker.
Sie sind jetzt unsere Hoffnung.
Die Isenländer folgen Brunhild, nicht dir. Und du bist verwundet.
Unseren Männern fehlt der König. - Das hier ist Burgund, nicht Isenland.
Unsere neue Königin zwischen Soldaten auf dem Schlachtfeld?
Ich habe sie besiegt. Ab jetzt gelten unsere Regeln.
(Siegfried) Du hast sie nicht besiegt.
Du hast sie betrogen.
Wir haben sie betrogen.
Wenn ihr sie kämpfen lasst,
könnt ihr sie nicht mehr kontrollieren. - (Hagen) Das will ich auch nicht.
Sie wird uns anführen.
(Glocke läutet.)
(Lebhafte Musik)
(Bedeutungsschwere Musik)
(Raunen)
(Ernste Musik)
(Unverständliche Männerstimmen)
(Düstere Musik)
Ha!
Ha!
Uh...
(gellend) Ah...
(Hufgetrappel)
(Leise dissonante Klänge)
Das ist Worms.
(Bedrohliche Musik)
Ihr habt in den letzten Wochen euer Land verteidigt.
Immer wieder habt ihr die Hunnen zurückgeschlagen.
Aber morgen...
morgen werden wir unserer Königin in eine wichtige Schlacht folgen.
Morgen treffen wir auf ihren Anführer,
Etzel.
Er wird von seinen Männern verehrt,
von seinen Feinden gefürchtet.
Aber er ist nur ein Mensch.
Unsere Königin ist mehr.
(Sphärische Musik)
Sie ist eine Tochter der Götter,
eine Walküre,
ein altes Wesen.
Wie die Alben, die Drachen, die Nornen.
Sie sind mächtiger als jedermann.
Deshalb fürchten wir sie.
Aber ich habe ihr Licht gesehen.
(Geschrei)
Es kommt aus dem Berg.
Er spuckt wieder Feuer.
Es leuchtet in Farben,
für die es keine Worte gibt.
Aus diesem Berg ist sie gestiegen,
und jetzt führt sie euch an.
Eine Walküre beschützt die Männer, die bereit sind zu sterben.
Mit ihr...
seid ihr unbesiegbar.
Wer von euch fällt,
den wird sie mitnehmen....
in die Halle der Götter.
Ha! - (Geschrei)
Ha!
(Mächtiges Trommeln)
Ha! Ha!
Ha!
(Lachen)
Ah!
Ha!
Siegfried!
(Trommeln)
Ha....
(Kampflaute)
Ah!
(Trommeln)
(Sphärische Klänge)
(Sphärische Musik)
(Leise monotone Musik)
(Man kann sie nicht hören.)
(Keuchen) - (Klopfen)
Ja.
Mein König, sie haben die letzten Hunnen über die Grenzen gejagt.
Die Königin kehrt zurück. Der Krieg ist vorbei.
(Helle monotone Klänge)
(Mann) Pack mal an! - (Mann) Kunibert, hilf mir!
(Lachen)
Du bist von deinem Zuhause weggelaufen.
Mir wurde meins genommen. Wir haben beide keine Heimat.
Wenn wir zurückkehren, müssen wir für Frieden sorgen.
Diese Familie ist alles, was wir haben.
Siegfried,
du hast Kriemhild dein Wort gegeben.
Sie ist jetzt deine Frau.
Wieso sagst du es nicht?
Sag, wie viel sie dir bedeutet.
Wenn wir in Worms sind,
hältst du ihr die Treue.
Mach sie nicht unglücklich.
(Traurige Musik)
(Sanfte Klaviermusik)
(Sanfte Streichmusik)
(Das Volk jubelt.)
(Sanfte Streichmusik)
(Donnergrollen)
(Siegfried) Lass uns verschwinden, noch heute.
Wir nehmen die Pferde und lassen alles hinter uns.
Ich bin nicht eine deiner Nibelungen.
Ich bin die Schwester eines Königs.
Ich will, dass du zu uns gehörst.
(Ernste Musik)
(Vogelschrei)
(Kriemhild) Die Zeiten der bösen Träume sind vorbei.
Es gibt noch viel zu tun, aber ich sehe wieder Hoffnung in den Gesichtern.
Was ist mit Euch?
Ich mach weiter, so wie alle.
Und Euer Mann?
Ich weiß.
Gebt ihm Zeit.
Wieso habt Ihr nie geheiratet?
Ich weiß, es gäbe viele, die sich glücklich schätzen würden.
Ihr solltet die Frauen in meinem Gefolge hören.
Ich hab gedacht,
es gibt Wichtigeres.
Aber jetzt, wo endlich Frieden herrscht...
Manchmal erkennt man das Wahre nicht,
auch wenn es vor einem liegt.
(Melancholische Musik)
Ich muss den Falken zurückbringen.
Die Hunnen brannten unsere Höfe nieder. Es gibt niemanden, der die Arbeit macht.
Ich brauche Männer. - Es herrschte Krieg.
Es gibt viele wie euch. Habt Geduld.
Ich kenne dich. Die Schlacht am blauen Fluss.
Du hast einen Sohn verloren.
Du bekommst alles, was du brauchst. - Ich habe Euch nicht das Wort erteilt.
Stellt Euch zurück in Eure Reihe.
Zurück in Eure Reihe!
(Dumpfe, düstere Klänge)
(Frau spricht leise auf Isländisch.)
(Gunter) Sie sieht durch mich hindurch.
Wie durch Glas.
Sie braucht mehr Zeit.
Ja.
(Dumpfe, düstere Klänge)
Ihn sieht sie anders an als mich.
Du warst dabei, Hagen.
Was ist da draußen passiert?
Wir haben gekämpft und gesiegt.
Hör auf.
Sag mir die Wahrheit.
Der Krieg ist vorbei.
Die Burgunder jubeln dir zu.
(Dumpfe, düstere Klänge)
Das ist alles, Hagen.
(Krachen)
Was ist denn jetzt mit deiner Hand? Zum Kämpfen bist du zu schwach.
Daher kann's nicht kommen. - Er muss sich nicht erklären.
Es passt nicht zum stolzen Burgund. - Schweig.
Ein Krüppel? - (Kriemhild) Siegfried.
Nimm den Handschuh ab.
(Angespannte Musik)
Du sollst den Handschuh abnehmen. - Nein.
Fass ihn nicht an! Er ist mein Bruder.
Und?
Ich habe deine Schwester geheiratet. Ich bin einer von euch.
Nein, du bist nur ihr Mann und mein Vasall.
Du tust, was ich dir sage. - So kannst du nicht reden.
Ich kann. - Ja, reden kannst du!
Siegfried.
Aber ich tue all die Dinge, zu denen du nicht fähig bist.
Oder hast du das schon vergessen?
(Dissonante Musik)
(Rumsen, Wutschrei)
(Bedrohliche dissonante Musik)
(Gunter) Es war ihr Blut im Schnee. Aber ich hab den Kampf nicht gewonnen.
Ich verliere ihn jeden Tag aufs Neue.
Was findet sie nur an ihm?
Er benimmt sich wie ein Tier. Er hat keinen Anstand.
Er ist der Mann deiner Schwester.
Er demütigt den König. - Wir haben gewusst,
wer er ist.
Und wer bist du dann?
Der Junge von der Dracheninsel?
Was ist aus dir geworden, Hagen?
(Bedrückende Musik)
Mein Vater gab sich solche Mühe, einen treuen Diener aus dir zu machen.
Aus dir wird ein großer Krieger.
Damit du ihm ewige Treue schwörst.
Treue bis in den Tod.
Wem gehört deine Treue jetzt?
Mir?
Siegfried?
Oder meiner Schwester?
(Bedrückende Musik)
(Düster-melancholische Musik)
(Dumpfe, düstere Klänge)
(Gernot) Gunter.
Gunter.
Gunter!
Er wartet.
Ich habe dich gekränkt.
Nein.
Die Königin reitet gerne aus in letzter Zeit.
Alleine.
Sie will keine Begleitung.
Gestern Nacht bin ich ihr gefolgt.
Sie treffen sich, Hagen.
Nachts, vor unseren Toren.
(Flirrende Musik)
(Lustvoller Schrei und Stöhnen)
Wo ist er jetzt?
Kommt und geht, wann er will.
Nicht mal meine Schwester weiß, wo er ist.
Selbst ihre Tränen sind ihm egal.
(Düstere Musik)
(Giselher) Sie wollen so sein wie er.
Aber er interessiert sich nicht für sie.
Die Menschen sind ihm völlig egal, und trotzdem verehren sie ihn.
Er tritt unsere Regeln mit Füßen.
Und viele tun es ihm gleich.
Sie verehren ihn.
(Giselher) Und zwar so, als wäre er unser König.
(Gunter) Er macht mich lächerlich. Vor meinem eigenen Volk.
Wieso bringt er mich dazu, ihn so zu hassen?
(Bedrückende Musik)
Es tut mir leid.
(Spannungsvolle Musik)
Es wird nie aufhören.
(Er zieht sein Schwert.)
Für Burgund.
Für Burgund.
Für Burgund. - Für Burgund.
(Aufgeregtes Stimmengewirr)
(Ein Schwert wird gewetzt.)
(Ächzen)
(Wetzgeräusch)
Lass uns was trinken. - Heute nicht.
(Wetzgeräusch)
Ich weiß, Hagen.
Ich... werde...
ab jetzt für sie da sein, treu sein, ich werde anders, ich versprech's.
Bei meiner Ehre.
Sie haben einen Weißen draußen am Waldrand gesehen,
14 Enden.
Ich geh morgen auf die Jagd.
(Bedrückende Musik)
Hätten wir schon längst tun sollen.
(Tierlaut)
(Tierlaut)
(Düster rauschende Klänge)
Ich hole die Pferde.
(Schwermütige Musik)
Wo ist er?
Siegfried. Er ist weggeritten, Hagen auch.
Ich weiß es nicht.
(Dumpfe Klänge)
War eine gute Jagd.
(Ächzen)
(Sanfte traurige Musik)
(Erstickter Schrei)
(Er ächzt.)
Ah!
(Stöhnen)
Ah...
(Traurige Musik)
(Schwere Musik)
Ah!
Ah!
(Traurig-dramatische Musik)
(Hieb) - (röchelnd) Ah...
(Tragische Musik)
Ah...
(Gunter ächzt.)
Ah...
(Tragische Musik)
(Traurige sphärische Musik)
(Er wimmert.)
Gunter. Gunter.
Reite voraus.
Niemand darf wissen, dass du hier warst. Niemand.
(Gedämpftes Stimmengewirr)
Ich habe ihn im Zweikampf erschlagen. - (Raunen)
(Schluchzen)
(Traurige Musik)
(Trauriger Frauengesang)
Ah!
Es gab keinen anderen Weg.
Er hätte alles zerstört.
(Traurige Musik)
Er hat den König gedemütigt.
Er hat Euch betrogen.
Und er hat mich geliebt, so wie ich ihn.
Aber das werdet Ihr nie verstehen, Hagen von Tronje.
Ein Wort von Euch,
und meine Männer werden mich töten.
Ja.
Aber Ihr sollt leben.
Lange genug, um sein Kind heranwachsen zu sehen.
Ihr sollt leben,
als treuer Diener Eures Königs.
Ihr werdet dafür bezahlen.
Einen höheren Preis als Euren Tod.
(Traurige Musik)
(Tragische Musik)
(Dramatische Musik)
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