All language subtitles for Kronprinz Rudolf - S01E02 - Mayerling.deu

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Original subtitles

Deine Mutter hat ihn mir gleich nach der Geburt weggenommen.

Sie sagte, er gehöre dem Kaiserreich.

Du siehst gut aus. Bist du verliebt?

Ich sehe ein verletztes Kind, das um Hilfe ruft.

Ich seh einen Mann,

der sich dem Diktat seiner Vorfahren verpflichtet fühlt.

Gezwängt in eine Uniform, kaum in der Lage zu atmen.

Rudolf ist noch nicht reif dafür.

Wir müssen geeint sein!

Ich denke, schon.

Damit du dich an mich erinnerst, wenn du Kaiser bist.

Du glaubst, das Volk sei die Antwort. Das stimmt nicht.

Soll Taaffe mich einsperren?

Soll Taaffe mich einsperren? - Alles ist Politik.

* Musik *

Zeit für den jungen Adler, seine Schwingen zu erproben.

Julius Felix!

Julius Felix attackiert unser Bündnis mit Deutschland.

Wissen Sie nicht, wer er ist?

Meine Familie würde das nie erlauben.

Meine Familie würde das nie erlauben. - Meine auch nicht.

Ich hab sie getötet!

Heirate! Zeuge einen Sohn!

Die soll meine Schwiegertochter werden?

Und was bin dann ich?

Österreich-Ungarn ist erledigt!

Sie sind so jung! Wovor fürchten Sie sich?

Sie tanzt immer noch wie ein Kamel.

Ein Mädchen!

Die Zukunft gehört uns!

Die Menschen zählen auf Sie.

Meine Schlachten sind gegen Armut, Ignoranz und Unrecht.

Unser Amt ist Kaiser.

Nicht Gott.

Ändere dich selbst!

Dann kannst du anfangen, die Welt zu verändern!

Mary soll auf den Kaiserball gehen? Ohne mich?

Pass auf dich auf, Rudolf!

Und denke an Ungarn!

Meine Freundin wollte sich die Sterne ansehen.

Mary.

Kaiserliche Hoheit!

Kaiserliche Hoheit!

* Klaviermusik *

* Man hört nicht, was sie sagt. *

Dom Perignon!

Meine Herren, eine Eilzustellung direkt aus Frankreich!

Oh! Meine Verehrung, Dr. Meissner!

Noch im Dienst? Oder ist man schon privat?

Meissner!

Was ist los mit ihm heute Abend?

Ist doch nicht meine Schuld! Ich hab alles versucht. Wirklich!

Dr. Meissner!

Küss die Hand!

Jetzt bin ich dran schuld, dass er einfach so dasitzt!

Schon gut, Anna! Wir muntern ihn auf.

Und? Was gibt es Neues?

Und? Was gibt es Neues? - Nix Besonderes.

* Gelächter *

Zahlenmäßig unterlegen! Und doch gehört der Tag dem Deutschen Reich!

Wie 1866! Genau wie damals!

Hast du nichts Neues, womit du prahlen kannst?

Lass ihn doch!

Hier darf man wenigstens noch sagen, was man denkt.

Und was hält Bismarck von Redefreiheit?

Vorsicht!

Wer auf dem hohen Ross sitzt, kann sehr tief fallen.

Deutschland ist die mächtigste und fortschrittlichste Nation der Welt.

Während eure Politiker sich immer noch vom Papst diktieren lassen.

Sollten wir uns von Deutschland diktieren lassen?

Wenn Friedrich Kaiser wird, wird das nicht geschehen.

Im Gegensatz zu dir ist Friedrich ein Mann des Friedens und der Ehre.

So ist es doch, Hoyos!

So ist es doch, Hoyos! - Es sieht so aus.

Kann ich Sie sprechen?

Mein Vater ist eine Anomalie. Eine Fußnote der Geschichte!

Wilhelm!

Du solltest mal hören, wie mein Großvater über ihn spricht!

Dein Großvater ...

.. ist tot.

Dein Vater ist Kaiser.

"Ihnen zu sagen, dass ich Sie liebe - von Angesicht zu Angesicht."

"Das ist alles, was ich mir im Leben wünsche."

Die Kleine bringt's auf den Punkt, findest du nicht?

Lass deine Kommentare, Mizzi! Bitte lies weiter!

"Sollten Sie geneigt sein, mir diesen Wunsch zu erfüllen,"

"so würde mich das sehr, sehr glücklich machen."

Gezeichnet: Mary.

Und? Wirst du sie treffen?

Wirst du sie treffen?

Wirst du sie treffen?

Solltest du!

Sollte was?

Du solltest sie treffen.

Später.

***

Behalt sie!

Sie ist schön. Und Ihr Name steht drin.

Danke!

Eure Hoheit!

Würdest du mir dafür einen Wunsch erfüllen?

Das kommt auf den Wunsch an.

Er ist höchst ungewöhnlich. Nicht jeder würde ihn mir erfüllen.

Ja?

Nenn mich Rudolf!

Sie haben geläutet, Kaiserliche Hoheit?

Ja, Loschek. Was haben wir der Baronesse so anzubieten?

Champagner?

Wein.

Likör!

Kaffee, Tee, heiße Schokolade.

Milch!

Champagner!

Bitte!

Für mich das Übliche. Danke!

Mary, Mary, Mary!

Mach ich dir Angst?

Es ist dieser Palast. Mir macht er auch Angst.

Dieser Raum ... ist wie ein fremdes Land.

Irgendwo weit weg.

Jedes Stück birgt eine Erinnerung für mich.

Der einzige Ort in Österreich- Ungarn, wo mein Wort zählt.

Diese Mauern sind mein Kaiserreich. Vorläufig!

Also! Jetzt möchte ich alles über die Baronesse Mary Vetsera erfahren.

Mary?

Mary?

* romantische Musik *

Schau! Schau, dort!

Kaiserliche Hoheit!

Nein, danke!

Erzsi!

Was, wenn Helene erfährt, dass du dich mit ihrer Tochter triffst?

Tu ich ja nicht! Nicht so, wie du denkst.

Sie erschießt dich. Und? Wo wären wir dann?

Jetzt, da Friedrich deutscher Kaiser ist,

wird mein Vater Reformen nach deutschem Vorbild erlauben müssen.

Erzsi!

Friedrich mag mit den Liberalen sympathisieren.

Aber er ist ein Freund des Hauses Habsburg.

Danke!

Schicken wir Rudolf nach Berlin?

Zu persönlichen Gesprächen?

Der Kronprinz würde die Unterhaltung als einseitig empfinden.

Wie ich aus Berlin informiert werde, ist Friedrich ernstlich erkrankt.

Es wird natürlich als Staatsgeheimnis behandelt.

Seit ein paar Stunden ist er nicht mehr in der Lage, zu sprechen.

Ist sie hübsch?

Sie ist anders, Mizzi.

Anders als ich?

Ich fühl mich anders durch sie.

Ich glaub, ich bin dabei, mich zu verlieben.

Liebe!

Weißt du noch, wie's bei uns war?

Wie du gesagt hast, dass du an der Liebe nicht mehr interessiert bist?

Wie es scheint, interessiert sich die Liebe für mich.

Du bist mein einziger Freund, Mizzi. Ich hab sonst niemanden.

Pass auf dich auf, Rudolf!

* Er pfeift eine Melodie. *

Was hat er denn? Ich muss erst um elf in der Hofburg sein.

Die Hofburg kommt heute zu dir.

Sag deiner Hure, ich möchte dich alleine sprechen!

Das ist Mizzis Haus!

Die Liebe scheint sich wirklich für dich zu interessieren!

Ich bin nebenan.

Ich bin nebenan. - Bleib! Bitte!

Entscheide dich! Hier und jetzt!

Entweder du siehst sie nie wieder - oder ich verlasse dich.

Und Erzsi nehme ich mit.

Du nimmst mir meine Tochter nicht weg!

Du würdest nicht mal bemerken, wenn sie weg wäre!

Und warum sollte sie dich vermissen? Sie kennt dich kaum!

Und was deine Hoffnung betrifft, einen Sohn zu bekommen:

Doktor Widerhofer war bei mir.

Als du Gonorrhöe hattest - egal von wem - hast du mich angesteckt.

Du magst kuriert sein, ich weiß es nicht.

Aber ich werde niemals mehr Kinder bekommen können!

* Er hustet. *

"Meine liebste Mary!"

"Ich bin auf Reisen."

"Durchquere die Weiten des Reiches meines Vaters."

"Obwohl ich so weit von dir entfernt bin,"

"fühle ich mich dir immer näher."

* Schritte *

Mein liebes Kind!

Meine Aufgabe war es, dich dahin zu bringen, wo du jetzt bist.

Ich werde Braganza nicht heiraten!

Du wirst!

Werde ich nicht!

Das ist nicht das letzte Wort.

Ist es doch.

Auf Seine Königliche Majestät und Königliche Hoheit, Kronprinz Rudolf!

Egeszsegere (Prost)!

* Ungarisch: *

Ich verstehe Ihre Sehnsucht nach Freiheit, meine Herren.

Doch Freiheit liegt in der Einigkeit.

Ohne sie haben wir gar nichts.

Als zukünftiger Kaiser MUSS mein Herz in Wien sein.

* Ungarisch: *

Auf Kronprinz Rudolf!

Graf Karolyi!

Königliche Hoheit!

Bitte!

Ich habe Ministerpräsident Tizsa schon gesagt:

Ich bin an der ungarischen Krone unter keinen Umständen interessiert!

Ich verstehe, Hoheit, warum Sie das Gefühl haben,

es wäre für Sie eine unhaltbare Situation,

wenn Sie als König auch noch untertan sein müssten - dem Kaiser.

Aber ein König ist ein König. Nicht wahr?

Mit der Krone auf dem Kopf verschiebt sich das Gleichgewicht der Macht.

Ich sagte: Unter gar keinen Umständen!

* Er hustet. *

Das Gleichgewicht hat sich ver- ändert, als Friedrich Kaiser wurde.

Und zwar zu meinen Gunsten. Zu unser aller Gunsten!

Der deutsche Kaiser ist tot.

Gott schütze Kaiser Wilhelm!

Wilhelm wird nicht mit uns verhandeln.

Er will uns alle zu Deutschen machen!

Was du vorschlägst ist Hochverrat! Ich will nichts davon hören.

"Österreich-Ungarn ist kein Flickwerk verschiedener Nationen,"

"sondern ein organisches Ganzes - ein Organismus vieler Kulturen."

Du schreibst so schön!

Das ist ja nur die Einleitung! Du musst erst das ganze Buch sehen!

DAS wird unsere Völker zusammenbringen.

Und meinem Vater zeigen, was ich kann.

Was hast du?

Meine Mutter will mich verheiraten.

Mit wem?

Das ist ganz egal. Ich heirate nicht.

Ist es nicht wunderschön?

Oh ja!

Mayerling!

Das hab ich nur für uns gekauft.

# Lieb Vaterland, magst ruhig sein!

Drucken Sie's!

Sie attackieren Schönerer?

Wo es mir eben gelungen ist, dass meine Zeitung wieder erscheinen darf?

Taaffe wartet doch nur auf so etwas!

Taaffe wartet doch nur auf so etwas! - Entschärfen Sie's!

Aber nur so viel wie nötig!

Und wenn die Vorsehung uns eines Tages fragen sollte,

ob alle deutschen Völker wieder heimkehren sollen ins Deutsche Reich:

Was wird, was MUSS unsere Antwort sein?

Ich nehm einen anderen Weg.

Nein!

Sonst komm ich zu spät zu meiner Buchpräsentation.

Die werden Ihnen nichts tun, Szeps.

Ich bin diese antisemitischen Rüpel gewöhnt.

Mir macht viel mehr Sorge, dass man Sie DAMIT in Verbindung bringt.

Taaffe sucht nur einen Grund, Sie festzunehmen.

Ich würde es verstehen, wenn Sie es vorzögen ...

Ich ziehe es vor, die Wahrheit zu sagen.

Auch wenn die Konsequenzen unerfreulich sind.

Heil! Hoch Deutschland!

Wen hamma denn da?

Los, raus!

Verschwindets von der Straße! Lasst die Leute ihrem Handwerk nachgehen!

Das ist mein Geschenk, Vater. An dich und unsere Völker.

Es ist der Herzschlag unseres Reichs.

Übersetzt in Worte und Bilder.

Beeindruckend. Sehr beeindruckend.

Danke, Vater.

Wir freuen uns schon auf weitere Bände.

"Österreich-Ungarn ist kein Flickwerk aus verschiedenen Nationen ..."

Ah, das ist Altaussee!

Nicht nur aufschlussreich, auch berührend.

Professor Jokai, sagen Sie mir: Wer ist der Autor dieses Buches?

Wir wissen doch alle: Mein Sohn ist es nicht. Nicht wahr?

Hm?

Mein verstorbener Mann und ich waren uns einig,

keine Kosten zu scheuen bei Marys Ausbildung.

Sie konnte reiten, bevor sie laufen konnte!

Beeindruckend!

Aber man sollte über die Schönheit einer Frau nicht so sprechen,

als unterhielte man sich über die Qualitäten eines Pferdes.

Tatsache ist: Ich bin verwitwet.

Ich habe meine Frau sehr geliebt.

Aber ich habe drei Kinder, die eine Mutter brauchen.

Ich bin, wie Sie vielleicht wissen, ein durchaus vermögender Mann.

Sie möchten vielleicht einen Gatten, der Ihnen an Jahren näher ist.

Doch ich versichere Ihnen, meine Gefühle für Sie sind echt.

Und ich bin in der Lage, Ihnen ein Leben in Luxus bieten zu können.

Ihnen und Ihrer Familie.

Träumst du manchmal, dass du ...

Dass du fällst und fällst?

Und versuchst aufzuwachen, aber du kannst nicht?

Das ist mein Leben.

Nur wie wacht man auf aus dem Leben?

Damit würd's gehen.

Nicht wahr?

Es würde einen weit, weit weg tragen.

Wo dich niemand erreichen kann!

Rudolf!

Zuerst du!

Rudolf!

Zuerst du!

Nein, Rudolf.

Und dann ich.

Rudolf! Das ist nicht lustig!

Nein, das ist nicht lustig. Ist auch nicht lustig gemeint!

Was würde Vater sagen?

"Rudolf hat doch nicht den Mut und den Charakter, um so etwas zu tun!"

Rudolf!

* Er weint. *

Sch!

Er braucht Hilfe. Bitte!

Es MUSS jemanden geben, der ihm helfen kann.

Sie hätten sehen sollen, wie enttäuscht er war, wie verletzt.

Rudolf ist ...

.. so ...

Es ist so schwer für ihn, Haltung zu bewahren, wenn er verletzt ist.

Wie kann ein Vater das seinem einzigen Sohn antun?

Sie unterstehen sich, so von Seiner Kaiserlichen Majestät zu sprechen?

Wollen Sie sagen, der Kronprinz hat die Absicht, sich zu töten?

Ich habe solche Angst um ihn!

Eine Familienangelegenheit.

Kaum vorstellbar, dass der Kaiser mir danken wird,

wenn ich ihm den Tratsch einer Prostituierten unterbreite.

Es scheint, unser Freund Szeps ist zu weit gegangen.

Schönerer hat geklagt.

Und unsere Gerichte sind penibel, wenn's um üble Nachrede geht.

Ein paar Tage Gefängnis werden dem Kronprinzen gut tun.

Szeps!

Sie meinen Szeps.

Ja, natürlich meine ich Szeps.

Was, wenn dieses Weibsbild Recht hat?

Was, wenn der Kronprinz wirklich an Selbstmord denkt?

Wir sprechen über den einzigen Sohn Seiner Majestät!

Ich weiß, Krauss.

Ich weiß.

Wo ist Mary?

Comtesse Larisch ist mit ihr ins Theater.

Warum nimmt sie mich nie mit?

* Glocken läuten. *

Die Plejaden waren die sieben Töchter des Atlas.

Er führte die Titanen in den Kampf gegen die Götter.

Deshalb verurteilte ihn Zeus dazu,

auf Ewigkeit das Himmelsgewölbe auf seinen Schultern zu tragen.

Wie du!

Mary?

In Liebe vereint bis in den Tod.

Bis in den Tod.

Ich weiß, wer du bist, Rudolf.

Und ich möchte bei dir sein.

Für immer.

Es ist alles meine Schuld, Szeps.

Ich hätt Sie nicht so drängen sollen. Verzeihen Sie!

Wir müssen die Wahrheit aussprechen. Nicht wahr?

Und wenn uns die Wahrheit ins Gefängnis bringt:

So sei es, Kaiserliche Hoheit.

Die verfolgen SIE, aber die Botschaft gilt MIR.

Taaffe macht vor gar nichts Halt.

Wenn er erfährt, wer Julius Felix wirklich ist,

wird er mich direkt angreifen.

Georges Clemenceaus Liberale haben gute Chancen,

die Wahlen in Frankreich zu gewinnen.

Er ist an Ihren Ideen für ein neues Europa interessiert.

Er wird demnächst in Wien sein. Und sein Besuch ist privater Natur.

Gehen wir zu den Stallungen!

Sie verhaften Journalisten und alle, die sich gegen sie stellen.

Das ist Willkür. Wir müssen uns wehren!

Wir müssen klaren Kopf bewahren!

Willst du immer nur schreiben und träumen - oder etwas tun?

Wenn die Zeit gekommen ist!

Wann wird das sein?

Es geht um Harmonie.

Europa kann seine Stärke nur durch Einigkeit finden.

Wie kann man das mit Gewalt erreichen?

Auf welche andere Art kann man das erreichen?

Frankreich rüstet gegen Deutschland, Deutschland gegen Russland.

Russland ist nicht sicher, was wir tun werden und rüstet gegen UNS auf.

Wir haben keine Wahl als mitzuspielen.

Julius Felix weiß, wohin das führt. Warum nicht du?

Ich spiele mit - sobald ich die richtigen Karten hab.

(Leise:) Das ist Mary Vetsera.

Ist sie das?

Die Leute starren uns an.

Lass sie doch!

Die Leute reden über uns!

Wie schön für sie!

Bratfisch! Singen Sie für uns?

Hier draußen?

Warum nicht?

Wenn ich in den Himmel komme, möchte ich, dass Sie dabei sind.

Oh!

(Bratfisch singt:) # Wann i amal stirb, stirb, stirb ...

Woher weißt du, dass du in den Himmel kommst?

Weil ich immer meinem Herzen gefolgt bin.

Bis hin zu dir.

Ich hab einmal jemanden gekannt, der ist aus Liebe gestorben.

Ich habe geschworen, niemanden mehr so nah an mich heranzulassen.

Niemandem mehr zu erlauben, mich so sehr zu lieben!

Natürlich ist das etwas anderes.

Sie ist süß, unschuldig und lebt nur für dich.

Wie solltest du widerstehen?

Sie hat das gefunden, was noch gut ist in mir.

Wer will dir vorwerfen, dass du ohne sie nicht sein kannst?

Ich kann tatsächlich nicht ohne sie sein.

Aber mit ihr kann ich auch nicht sein.

Als ich dich in Prag malte, worüber sprachen wir da?

Furcht?

Entscheidungen, Rudolf. Entscheidungen!

Wer wir sind, was für ein Leben wir führen wollen ...

Ich war so vieles für so viele Menschen.

Ich wollte niemanden enttäuschen.

Schon gar nicht Frauen!

Meistens überließ ich's ihnen, was sie in mir sehen wollten.

Wenn sie einen großartigen Liebhaber wollten,

versuchte ich eben, ihre Erwartungen zu erfüllen.

Doch um die Wahrheit zu sagen: Ich war im besten Fall mittelmäßig.

Aber ich spielte meine Rolle! Erfolgreich, hoff ich.

Erst später begann ich zu erkennen, was für ein Narr ich war.

Und dass am Ende deiner Tage nur eines wirklich zählt:

Das Leben zu leben, das wir leben sollten.

UNSER Leben! Nicht das eines anderen.

Laden!

Hoch an!

Feuer!

Laden!

Hoch an!

Feuer!

Du hast kein Recht, meine Schatulle zu öffnen!

Aber ich habe das Recht, meinen Pflichten als Mutter nachzukommen!

Lücke schließen!

Halt!

Links und rechts um!

***

Pack ihre Sachen!

Gleich!

Die Mannlicher-Schnellfeuergewehre eurer Infanterie!

Sehr beeindruckend!

Für die hab ich gekämpft.

Aber diese Idioten vom Stab haben das falsche Kaliber bestellt.

Die Munition ist zu schwer zu tragen.

Wie will Österreich-Ungarn unser Bündnis einhalten?

Wenn der Generalinspektor sagt, dass seine Truppen außerstande sind,

ausreichend Munition ins Schlachtfeld zu tragen?

Was erlaubst du dir? Du weißt, was passiert ist!

Es ist eine Tatsache!

Und sie hat Konsequenzen für mein Reich und meine Soldaten.

Deutschland kann Desorganisation und Inkompetenz

in den höchsten Rängen seines wichtigsten Verbündeten nicht dulden!

Wo ist sie?

Mary ist auf dem Weg nach England.

Wie lang bleibt sie?

Bis sie einwilligt, Braganza zu heiraten.

Braganza bietet dir alles, was ich mir für dich erträumt hab.

Ich will nichts von dem, was du dir erträumt hast.

Wir haben kein Geld mehr!

Einen Braganza gibt es nur ein Mal im Leben.

Er ist Prinz, er ist reich, und er liebt dich!

Deine Kinder und deine Enkelkinder, deine Mutter und deine Schwester

werden in Luxus oder Armut leben, je nachdem wie du dich entscheidest.

Ist unser Traum denn so schrecklich?

Es ist möglich, einen Mann zu lieben und einen anderen zu heiraten.

Und jedem von ihnen das Seine zu geben.

Es GIBT keinen anderen!

Lassen Sie uns allein!

Gehen Sie!

Wilhelm ist ein preußischer Soldat.

Also ein Grobian.

Sowohl durch Erziehung als auch Ausbildung.

Aber er ist der deutsche Kaiser.

Du hast es zugelassen, dass er mich vor allen demütigt!

Er ist unser engster Verbündeter!

Er wird uns in einen Krieg gegen Frankreich treiben.

Und uns an Russland verschachern!

Ach! Du liest auch diesen Julius-Felix–Unsinn?

Warum fällt es uns so schwer, miteinander zu reden, Rudolf?

Könnte es sein, dass wir es einfach nie gelernt haben, Vater?

Man sagt, du hast dir ein Jagdschloss gekauft?

Mayerling?

A bissel weit weg von Budapest für deine Neigungen!

Hat dir Taaffe nicht gesagt, dass ich Ungarn eine Absage erteilt hab?

Wie oft haben sie dich gefragt? Drei Mal?

Ich habe jedes Mal Nein gesagt!

Sie werden dich weiter fragen.

Du wirst weiter darüber nachdenken. Nicht wahr?

Rudolf!

Rette deine Ehe!

Das ist ein Befehl!

Ah, da kommen sie!

Waidmannsheil!

Warum sollte der Papst deine Ehe annullieren?

Du kannst kaum behaupten, sie sei nicht vollzogen worden.

Stephanie kann keine Kinder mehr bekommen.

Sei gescheit! Du weißt, dass du keine Baronesse heiraten kannst.

Braganza!

Braganza!

Rudolf! Nicht da entlang! Rudolf!

* Das Wildschwein kreischt. *

Waidmannsheil!

Man bricht bei der Jagd nicht aus der Reihe.

Das weißt sogar du!

Ich hab ihn angeschaut.

Ich hab ihn im Visier gehabt und hab trotzdem abgedrückt!

Da waren zwei Rudolfs - wie Canon gesagt hat!

Und einer wollte ihn töten!

Unsinn!

Meinen Vater, den Kaiser! Das wäre wirklich Hochverrat.

Beruhig dich! Es war ein Unfall, nichts ist passiert.

Es geht auf Leben und Tod, nicht?

Das ist mir jetzt klar.

Es geht nicht nur um Machtübernahme,

den Wechsel der Allianzen und Veränderungen.

Es geht jetzt um alles oder nichts. Alles oder nichts!

Leben und Tod!

Ganz schön wienerisch!

Wenn meine Partei gewinnt, und Österreich-Ungarn

seine Politik weg von Deutschland auszurichten wünscht:

Dann wird Frankreich sein Freund sein.

Das garantiere ich.

Wenn Frankreich und Österreich kooperieren,

werden die deutschen Ambitionen in Europa vereitelt.

Und für viele Jahre wird es Frieden geben.

Und wenn Sie die Wahlen verlieren, Monsieur Clemenceau?

Dann stehen wir einem anderen Szenario gegenüber.

Das wage ich mir nicht auszumalen.

Wenn General Boulanger gewinnt, wird er einen Grund finden,

gegen Deutschland Krieg zu führen.

Deutschland wird ihn erwarten.

Und Ihr Reich der Kultur und Schönheit

wäre durch Ihr Bündnis gezwungen, unser Feind zu sein.

Ist sie hier? Ist sie angekommen?

(Stephanie:) Wir sind hier, Rudolf!

Ich wollte es Ihnen sagen, Kaiserliche Hoheit.

Sag ihm, was es Neues gibt!

Ich ... habe einen Heiratsantrag von Prinz Braganza erhalten.

Und ich überlege, ob ...

Ob ich ihn annehmen soll.

Sind das nicht wundervolle Neuigkeiten?

Wie niedlich sie aussieht!

Nicht wahr?

So ganz anders als ... ähm ...

Mizzi Kaspar?

Ich bin dann bei Erzsi.

Warum tun Sie das? Aus Hass?

Oder aus Liebe?

Ob du Braganza heiratest oder nicht:

In den Augen Gottes und der Welt hat Rudolf bereits eine Frau.

Und sie wird, ob es dir gefällt oder nicht, an seiner Seite bleiben.

Zählt denn vor Gott nicht die Liebe einzig und allein?

Und so viel klüger als Mizzi noch dazu!

Es tut mir so Leid!

Deine Frau interessiert mich nicht.

Mizzi interessiert mich nicht.

Und auch Braganza interessiert mich nicht.

Ich liebe dich, Rudolf.

Und es gibt nichts, was ich dagegen tun kann.

NIEMAND kann etwas dagegen tun.

* Musik und Stimmengewirr *

Prost!

Danke!

Die Herrschaften sind angekommen, Kaiserliche Hoheit.

Danke!

Ich glaube, es gibt da eine Sache, über die wir reden müssen.

Nicht jetzt, Braganza!

Wenn ich es tue, dann tue ich es nicht heimlich!

Ich schau ihm in die Augen und sag es ihm ins Gesicht.

Rudolf, du könntest Seiner Majestät nie sagen, dass er abdanken soll!

Dass er dich versuchen lassen muss, nachzuholen, was er versäumt hat.

Es steht dir nicht zu, so zu reden!

Siehst du, was ich meine? Sogar hier hast du Angst vor ihm!

Er ist mein Vater!

Bei den Wahlen wird sich alles entscheiden.

Am 28. Januar werden wir wissen, ob Ungarn eine eigene Armee hat.

Und ob Frankreich mit uns oder gegen uns ist.

Habt ihr nicht verstanden, was ich gesagt habe?

Ich werde mit meinem Vater reden. Bis dahin wird nichts unternommen!

Der Mann ist ein Künstler. Schauen Sie sich die Linie an!

Meine Tochter hat mich in eine Ausstellung geschleppt: Klimt.

Scheußlich!

Ich dachte, Sie möchten die Blätter vielleicht dem Kaiser zeigen.

Dem Kaiser?

Erst, wenn die Zeit reif ist. Das kann nicht mehr lange dauern.

Es ist Gift, Kaiserliche Hoheit.

Es wirkt sehr langsam, aber dennoch ist es ein Gift.

Für Sie ist es doppelt gefährlich.

Weil es Ihnen hilft, zu ignorieren, wie krank Sie sind.

Wenn Sie riskieren wollen, dass Ihre Syphilis wieder aufflammt,

dann machen Sie weiter wie bisher:

Viel Arbeit, ständiges Reisen und Steigerung des Konsums von Morphium.

Wie viel Zeit bleibt mir noch?

Wenn Sie auf Korfu Ihre Zeit mit Gartenarbeit verbringen:

Zwanzig Jahre.

Vielleicht.

Aber so?

Ich lasse Loschek ein Rezept hier.

Kaiserliche Hoheit!

Papa!

Papa!

Papa!

Schau, Papa, schau!

Rudolf! Was ist denn mit dir?

Ich habe den Dingen zu lange ihren Lauf gelassen.

Es ist Zeit, der Wirklichkeit ins Auge zu sehen.

Ich muss Braganza treffen - noch heute.

Beeil dich bitte!

Ich hab dich benutzt, Miguel.

Mary ist meinetwegen aus England zurückgekommen.

Nicht wegen deines Antrags.

Sie kann ohne mich nicht leben, und ich kann ohne sie nicht leben.

Und aus diesem Grund möchte ich, dass du sie heiratest.

Was redest du da?

Rette sie, Miguel!

Seine Majestät empfängt Bittsteller nur nach schriftlicher Vereinbarung.

Ich möchte dich allein sprechen, Vater.

Seine Majestät empfängt gerade Bittsteller.

Allein!

***

Ich war nicht besorgt, als man mir von den modernen Ideen erzählte,

die dir deine Lehrer einzutrichtern versuchten.

Ich habe allen gesagt, sie sollen dich in Ruhe lassen.

Und dir Zeit geben.

Ich war sicher, dass du dich eines Tages besinnen würdest

und ich abdanken kann.

Wohl wissend, dass ich in dir einen würdigen Nachfolger haben würde.

Ich habe immer versucht, dir nahe zu sein, Vater.

Ich hab dich lieb, Rudolf.

Ich hab dich lieb, wie ich deine Mutter liebe.

Mit meinem ganzen Herzen.

Und mit aller Leidenschaft, die von allem hier erstickt wird.

Und ich möchte, dass du verstehst:

Was immer ich auch tue, ich tue es, um unser Erbe zu bewahren.

Und zum Schutz der Einheit und der Stabilität unseres Reiches.

Ja, Vater.

Wir stehen auf den Schultern großer Männer.

Und ein Zeichen von Größe wäre es, zu erkennen:

Es ist Zeit, die Last zu teilen.

Oder sie einem anderen zu übergeben?

Glaubst du, ich habe mir das nicht gewünscht?

Es schmerzt, zu erkennen, dass du nicht mein Nachfolger sein kannst.

Vater?

Wir sind Glieder einer Kette, die 600 Jahre zurückreicht.

Da du das nicht begreifst, bist du's nicht wert, hier zu sitzen.

600 Jahre!

Deine 600 Jahre lehren uns nichts über heute!

Das Heute hat es noch nie gegeben!

Du verstehst nicht die Zeit, in der wir leben.

Lass mich dir helfen! Bitte!

Du solltest deine Ehe in Ordnung bringen.

Und du bittest um Annullierung! Hinter meinem Rücken!

Du zeigst dich in der Öffentlichkeit mit diesem kleinen Vetsera-Mädel!

Als ob sie schon deine Frau wäre!

Ich ...

Ich werde sie nicht heiraten.

Ganz gewiss nicht.

Du wirst sie niemals wiedersehen.

Zu Kaiser Wilhelms Geburtstag wird es einen Empfang geben.

Wir nehmen beide teil.

Ebenso der Rest der kaiserlichen Familie.

Als Zeichen unserer Verbindung und Freundschaft mit Deutschland

werden wir preußische Uniformen tragen.

Du darfst jetzt gehen.

Stephanie kann keine Kinder mehr bekommen.

Ich weiß.

***

Ihr Kutscher, Bratfisch, hatte Schwierigkeiten mit seinen Papieren.

Er ist gleich zurück.

Bei so vielen Freunden in Künstlerkreisen dachte ich,

Sie wüssten das zu schätzen.

Was immer Sie und Ihre Mitverschwörer geplant haben: Es ist vorbei.

Sie haben keine politische Zukunft.

Eigentlich wäre es ja meine Pflicht, Sie des Hochverrats anzuklagen.

Aber ich befürchte, das bricht Ihrem Vater das Herz.

Aber Sie können sicher sein: Ich werde es tun, wenn ich muss.

Danke, Kaiserliche Hoheit!

***

Sie ist in meiner Suite. Wenn ich in etwa zwei Stunden zurück bin?

Heute nicht, Marie.

Bleib in der Nähe! Sie wird dich brauchen.

Heirate ihn! Nimm Braganzas Antrag an!

Aber ich gehöre dir, Rudolf.

Bis in den Tod, Geliebter!

Hast du gelogen, als du mir das gesagt hast?

Es war die Wahrheit!

Auch jetzt sagen deine Augen die Wahrheit.

Mein Herz sagt die Wahrheit.

Es wird bald sehr gefährlich sein, etwas mit mir zu tun zu haben.

Verlasse Wien! Geh nach Italien!

Bis ich dich wissen lasse, du kannst zurückkommen.

Mir ist bekannt, dass deine Familie kaum noch Geld hat.

Ich werde Marie die nötige Summe geben.

Und wenn du zurück bist, dann lass Braganza für dich sorgen!

Wie könnte ich mit einem anderen Mann sein?

Du bist mein Leben!

Mein Leben ist in Gefahr. Ich darf nicht auch deins riskieren.

Was sagst du da?

Tu es für mich!

Was verheimlichst du mir?

Liebst du mich nicht mehr?

Nein.

Ich glaube dir nicht.

Ich liebe dich nicht!

Ich KANN dich nicht lieben.

Es ist mir nicht erlaubt, zu lieben.

Marie wird dir sagen, wann du wiederkommen kannst.

Rudolf!

Rudolf!

Rudolf!

Pass auf sie auf, Marie!

Mir ist jetzt alles so klar!

Was vor mir liegt, was ich zu tun habe.

Sie waren ein guter Freund, Moritz. Und ein loyaler Mitstreiter.

Danke, Kaiserliche Hoheit. Aber das habe ich nur aus Eigennutz getan.

Um in der Welt zu leben, von der Sie träumen.

Ich fahr nach Mayerling und warte auf den Ausgang der Wahlen.

Wenn alles gut geht ...

Wie auch immer.

Nichts Verschlüsseltes mehr, nichts Verstecktes!

Endlich mit offenen Karten!

Ich gegen meinen Vater - Auge um Auge!

Wohin es auch führt.

Oh!

Auf die Zukunft unserer Familien!

* Die Musik übertönt die Gespräche. *

Er wird in Mayerling nicht jagen.

Er wird darauf warten, wie sich die Ungarn und Franzosen entscheiden.

Dann wird er zuschlagen. Das Reich ist in Gefahr.

Wir können es nicht einem verwirrten alten Mann

und seinem syphilitischen Sohn überlassen.

* preußische Hymne *

* Walzer *

* Walzer *

Sie ist hinreißend.

Hast du noch einmal mit den Ungarn gesprochen?

Hast du noch deine Konten in der Schweiz?

Ja.

Gut!

Ich würd euch gern für ein, zwei Tage nach Mayerling einladen.

Haben wir jemals eine Jagd ausgelassen?

Meine Herren!

* erstauntes Tuscheln *

Unternehmen Sie was!

Komm!

Nicht!

Eure Majestäten, ich darf Ihnen Baronesse Mary Vetsera vorstellen.

Bezaubernd!

Charmant!

Und verlobt mit Prinz Miguel von Braganza, wie ich höre!

Sie wird den Prinzen im Gleichklang von Liebe und Vernunft ehelichen.

Ich gratuliere zu diesem außergewöhnlichen Glück!

Mir ist einmal etwas Ähnliches begegnet.

Ja.

Und wann kommst du zurück?

Weiß ich nicht.

Begleitet sie dich?

Rudolf?

Rudolf?

Ich werde dir ewig dankbar sein.

Nicht nur, weil du immer so großzügig zu mir warst.

Ich bin dankbar ...

Weil wenn du bei mir bist, bist du einfach nur ein Mensch.

Und ich liebe diesen Menschen.

Aber verlange nicht von mir, zuzusehen, wie er sich zerstört!

Ich hab das Haus auf dich überschreiben lassen.

Nichts kann etwas daran ändern, dass ich dich immer geliebt hab.

Mizzi!

Und nie vergessen werde.

***

Ich hab mit Ihnen zu reden.

Das war nicht das letzte Wort!

Sie werden das noch bereuen, Fräulein Kaspar!

Danke, Marie!

Ich muss ihn unbedingt noch einmal sehen!

Kein Wort zu deiner Mutter!

Sie ist so glücklich darüber, dass du Braganza heiraten willst!

Du wolltest mich sprechen?

Wärst du so nett, Marie?

Rudolf!

Warum quälst du dich so? Das macht mich so traurig!

Ich liebe dich so sehr!

Ich liebe dich ... so sehr!

Es wird nicht leichter, wenn wir uns noch einmal Lebewohl sagen.

Hast du mich denn nur empfangen, um mich wieder wegzuschicken?

Ich muss!

Ich kann nach Mayerling nur allein, Mary!

Verstehst du nicht, mein Liebster?

Es gibt keinen Ort auf der Welt, an den du allein gehen kannst.

Nicht, solange du mich hast.

Du nimmst sie mit nach Mayerling? Wo ist sie jetzt?

Unterwegs.

Ich habe ihrer Mutter gesagt, dass sie am Abend zurück ist!

Verstehst du, in welche Lage du mich damit bringst?

DU hast es eingefädelt, Marie.

Sag ihnen einfach, sie war irgendwie verwirrt!

Du bist vom Einkaufen gekommen, und sie war verschwunden.

Geh zur Polizei und erstatte Meldung!

Morgen ist sie wieder da, und alle sind glücklich.

Leb wohl!

Fahren Sie los!

Rasch!

Seit Comtesse Larisch sie abgeholt hat, habe ich sie nicht mehr gesehen.

Es war verabredet, dass sie auf mich wartet - in meiner Kutsche.

Als ich zurückkam, war sie weg.

Der Kronprinz hat ein Mädchen bei sich?

Das ist nichts Neues.

Und nicht wert, Seine Majestät damit zu belästigen.

Aber die Kleine ist hysterisch.

Er hat schon Mizzi Kaspar vorgeschlagen,

gemeinsam Selbstmord zu begehen.

Ich als Polizeipräsident kann da keine Verantwortung übernehmen.

Aber ich als Premierminister kann es. Und werde es!

Meine Mutter glaubt, dass wir unsterblich sind.

Und schon einmal gelebt haben.

Es ist ein Reigen.

Ohne Ende.

Wie schrecklich das wäre!

Niemals Ruhe zu finden!

Nie Frieden!

Für immer würde es so weitergehen.

Und ewig und ewig und ewig und ewig!

Das wäre die Hölle, Mary.

Wär das nicht wirklich die Hölle?

"Ich bedauere, Ihnen mitteilen zu müssen,"

"dass sich unsere Hoffnungen nicht erfüllt haben."

"Auf immer Ihr Diener, Karolyi."

Krieg mit Frankreich ist jetzt unvermeidlich.

Wie Rudolf es immer gesagt hat.

Das Reich ist intakt.

Diese tapferen gutgläubigen Ungarn

halten sich an einem Ertrinkenden fest!

(Bratfisch singt:) # Wann i amal stirb, stirb, stirb,

# müssen mi d'Fiaker tragen und dabei Zithern schlagen.

# Weil i des liab, liab, liab, spielts einen Tanz laut und hell!

# Allweil fidel!

* Er summt weiter. *

Du wirst morgen Früh die Baronesse nach Wien zurückbringen, Bratfisch.

Sie auch, Kaiserliche Hoheit?

* Er summt weiter. *

Muss ich wirklich gehen?

***

Loschek, die Baronesse reist ab.

Ich will Braganza nicht heiraten!

Ich will keinem anderen Mann gehören.

Nicht mal dem Namen nach.

Schick mich nicht fort, Rudolf!

Geben Sie Bratfisch diese Briefe!

Geben Sie Bratfisch diese Briefe! - Sehr wohl.

Vorsicht, Baronesse! Rutschen S' ned aus!

Wann kommst du wieder her?

Er hat g'sagt, i soll in Wien bleiben.

Und wie kommt er zurück?

Steigen S' bitte ein, Baronesse! Sie verkühlen sich ja!

Rudolf!

Mach die Tür auf!

Mein Liebster!

Mein Leben!

Bitte!

Du hast mir doch ...

.. ein Versprechen gegeben.

***

Es ist so ruhig!

Als würde die Welt stillstehen.

Glaubst du, wir werden wiederkehren, wenn wir gegangen sind?

Aber wir gehen doch nirgendwo hin!

Denn wir bleiben in diesem Augenblick zusammen.

Für immer!

Ich liebe dich so sehr, Rudolf.

Und ich liebe dich.

* Schuss *

* Schuss *

Es ist vorbei, Loschek.

Wir können da nix mehr tun.

Ich versteh das nicht!

Niemand wird's verstehen.

* Jemand hämmert gegen die Tür. *

Wer ist da?

Seine Kaiserliche Hoheit, Kronprinz von Österreich.

Königlicher Prinz von Ungarn und Böhmen,

der Lombardei und Venedigs.

Von Dalmatien, Kroatien, Slawonien, Galizien, Lodomerien und Illyrien.

Ritter des Ordens vom Goldenen Vlies,

Generalinspektor der Kaiserlichen Infanterie:

Erzherzog Rudolf von Habsburg!

Wir kennen ihn nicht!

Wer ist da?

Erzherzog Rudolf von Habsburg.

Wir kennen ihn nicht!

Wer ist da?

Rudolf.

Ein armer Sünder.

* Er öffnet das Tor. *

Mary Vetseras Anwesenheit in Mayerling blieb bis heute von der Familie Habsburg unbestätigt.

Sie wurde heimlich und ohne Zeremonie auf einem Friedhof in der Nähe von Mayerling begraben.

Der Krieg, den Rudolf vorausgesehen und zu verhindern versucht hatte,

brach im Jahr 1914 aus.

Mit dem Ende des 1. Weltkriegs, 1918,

verschwand das Reich Österreich- Ungarn von der Landkarte.

Rudolfs Traum von einem friedlichen Europa,

geeint durch gemeinsame Wertvorstellungen,

erfüllt sich im zweiten Jahrhundert nach seinem Ableben.

Er war dreißig Jahre alt, als er starb.

Untertitel: Kathrin Wallbrecher ORF-Enterprise 2006

Deine Mutter hat ihn mir gleich nach der Geburt weggenommen.

Sie sagte, er gehöre dem Kaiserreich.

Du siehst gut aus. Bist du verliebt?

Ich sehe ein verletztes Kind, das um Hilfe ruft.

Ich seh einen Mann,

der sich dem Diktat seiner Vorfahren verpflichtet fühlt.

Gezwängt in eine Uniform, kaum in der Lage zu atmen.

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